Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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Nur die Harten komm` in` Garten

Den Kindergarten… Denn heute habe ich mal wieder meine Autoren-Spendierhosen angezogen, hineingepullert und mich somit auf das Thema vorbereitet. – Der Grund: Schon vor einiger Zeit fiel mir auf, dass Voyager-Charaktere etwas unreif wirken: Zu jung, zu frisch, zu gutaussehend. Dass da so mancher Satireautor neidisch auf sein Kinderschokolade-Konfertei von 1962 starrt, liegt auf der Hand…

Oft werde ich angeschrieben und gefragt: „Daniiel..,. was hast DU eigntlich immer gegn raumshciff VOYAGER??!??! Das ist dohc intiligente Sciense Fikton für , anspruhcsvole, Zuschauer??!!##“

Nun, liebe Leute: Der Unterschied zum ernstzunehmenden ST war für mich seit jeher die Glaubwürdigkeit der Figuren. Während ich den Weltfrieden jederzeit verrauensvoll in die diplomatischen Erwachsenenhände von Picard und Crew gelegt hätte, hätte ich mich den Patschern der Voyagercrew nur genähert, um etwaige Phaser gegen Sahnebonbons zu tauschen…

Aus aktuellem Anlass (es gibt gerade keinen anderen aktuellen Anlass) habe ich mich heute zu diesem Artikel entschlossen, der den Werdegang der jüngsten Voyager-Mitglieder anhand ihrer Kindergartenzeit beleuchten wird. Denn noch drei Jahre vor dem Start der Voyager ging es hier hoch her. Manchmal auch ZU hoch… So ein Toilettensitz hat schon so manchem Nachwuchsoffizier die Höhenangst in Mark und Bein getrieben…

Tom:

Schon früh war bei ihm die Begeisterung an allem Fliegendem geweckt: Zu „Stoßzeiten“ ragten neben der biologischen Nase rund 5 scharkantige Lego-Gesichtserweiterungen aus dem Gesicht seiner Kindergärtnerinnen. „Juchuuu, nennt mich „Schiffs-Werf(t)!“ Dann dürft ihr mich auch alle lieb haben!“ pflegte er dann zu rufen. Es mussten 4 Jahre und 36 Subraum-Logikverwirbelungen vergehen, bis seine Legosteine dieser Aufforderung nachgehen konnten… Erst später kam heraus, dass sein ständiges Werfen die Folge eines traumatischen Erlebnisses war, in dessen langer Geschichte die Worte „bin geflogen“, „böser Papi“ und „Jauchegrube“ einen nicht unerheblichen Platz einnahmen.

Überhaupt war sein Vater ein übler Geselle, der stets zuviel von seinem Sohn erwartete: Wie jeder andere Frisch-Back-Papa wollte natürlich auch Vati Paris einige minderwertige, langweilige, von Untalent zeugende, zurechtgeschmierte Kinderzeichnungen in sein Büro hängen, um die Loyalität seiner Untergebenen zu testen… „Von ihrem Sohn?? – Schööööön!“ – Was tat er? Er replizierte sich welche!

Raumschiffe waren schon immer Tom`s zweite Leidenschaft, wenn seine Erste (In den Raum schiffen) aus Hygienegründen gerade auf der „Tu das und deine Finger lernen Bastelschere und Lötphaser fürchten“-Liste der Kindergärtnerinnen stand…

So wurde Tom irgendwann in einen Hochsicherheitskindergarten überstellt und dort hart diszipliniert: Hier wurde es ihm verboten, seinen Nachtisch aufessen. Es sei denn, er wollte partout keinen… Dann wurde der Spieß umgedreht! Doch mit geschickten Lügen gelang es dem cleveren Kerlchen bald, diese fast unüberwindbare Mauer aus Sadismus zu überwinden…

Bei einem Knastwettbewerb für minderjährige Minderjährige entdeckte man plötzlich seine Fähigkeiten in Sachen P(i)lotausbildung: Es gab kaum einen Plot, der sich mit seiner Hilfe nicht notdürftig ausbilden ließ!

“Reichlich Phantasie preiswert abzugeben!“ – Eigentlich sollten die lieben Kleinen nur die Libellen am Teich beobachten. Doch Klein-Tom träumt wieder mal nur vom Fliegen…

Kim:

Während andere Kinder ihren eigenen Namen zu kritzeln lernen, wurde bei Kim als erstes „Wehleidigkeit“ groß geschrieben. Noch heute könnte man mit etwas Gips einen täuschend echten, zweiten Harry schaffen, wenn man die Matratze der damaligen Kindergarten-Krankenliege als Gussform auftreiben könnte… Kim`s allererstes Wort wurde nicht umsonst mit „Pa- Paa- Baaa… -Bauchschmerzen!“ protokolliert. Würde man die Zeit seines Lebens wegstreichen, die er mit Beschwerden (die seiner genervten Kinderärzte eingeschlossen) verbrachte, könnte man ihn fast für einen Zellenkumpan Tom`s halten: I sell, you sell, Everyone is loving his Eizelle…

Auch das Wort „Wunderkind“ nimmt eine wichtige Rolle in seinem Lebenslauf ein: Kaum ein Kind, dass sich nicht wundern musste, wenn Klein-Kim statt Apfel- stets einen Zeitstrudel verlangte. Mit 3 Jahren entdeckte er schon seine erste „Raumanomalie“: Das Spielzimmer war nicht vollkommen rechtwinklig! – Mit 4 erläuterte er in seiner ersten Doktorarbeit den Unterschied zwischen Lasern, Phasern und Masern, musste jedoch auf den Doktortitel verzichten: Wegen Windpocken versäumte er den Abgabetermin! Mit 5 beschrieb er zum ersten Mal ein Schwarzes Loch vor versammelter Mannschaft. Seitdem verzichteten die Kindergärtnerinnen (nicht schwarz, sondern plötzlich puterrot) auf die Kombination „herumkrabbelnde Kinder“ und „Rock ohne Unterwäsche“…

Mit Beziehungen tat er sich schon damals schwer: Von Rollkragenpullis, Ohrenschützern und Bommelmütze abgesehen, war er mit kaum etwas bezogen. Es sei denn, es wurde Herbst oder gar Winter: Dann musste er sich nämlich so RICHTIG warm anziehen! Die anderen Mädchen (also außer ihm selbst), oft vom Kindergarten Alpha Centauri für einen Tag hergezogen, machten sich einen Spaß daraus, Harry auszunutzen: Nichts (außer Schneid), was er für einen Kuss (mit einem anderen, aber er durfte zugucken) nicht mitbringen und verschenken würde…

”Guuuck maaaaa`! Hab` mit Kakaaaaa gebasteeelt!” – Wer auf ein A(h)A-Erlebnis verzichten kann, greift besser nicht in die Vertiefungen… Rechts oben sehen wir deutlich das Babyphon…

Neelix:

„Dreck scheuert den Magen“ – Aufgewachsen in einem Flüchtlingsheim für Ex-Bewohner apokalyptischer Planeten, hörte er diese Anekdote 50 Mal am Tag von seiner greisen Zimmergenossin. Geprägt von diesem typischen Sprüchlein alter Menschen, deren ganzer Humor sich auf „Keine Panik auf der Titanic“ (10x/Tag) und „Wer aufräumt, ist nur zu faul zum Suchen!“ (42x/Tag) beschränkt, „kochte“ er im Sandkasten die leckersten Malzeiten, deren Geschmack bereits alles überstieg, was er die nächsten Jahre an realem Essen zubereiten würde…

Sofern er mal mit Gleicheitrigen spielte (die hygienischen Verhältnisse ließen nämlich zu wünschen übrig), bevorzugte er „Vater – Mutter – Kind“. In diesem Spiel durfte er stets die beiden Bindestriche in der Personenaufzählung spielen. Denn schon sehr früh konnte er mit Kindern umgehen. Und das erstaunliche: Die Kinder umgingen auch ihn! – Auch wenn sich der kleine Neelix schon früh ein beachtliches Sammlung von aufmunternden Küchenweisheiten anlas und weitergab („Dok-tor O… Oetker. Vitalis. Sch-Schokomüsli. Siebenhundärtfünfzig G-Gramm! Ha-Haltbar bis…“) mochte man ihn nicht! Ja, IHN ganz persönlich mochte man nicht: Weder Fußnagelragout, Haarbüschelbaguette noch Popelporree… Nichts an Neelix konnte selbst fleißige Esser verzücken!

Neelix war außerdem das einzige Kind, das statt Bäumen, Häusern und Eminem stets solche Dinge wie „diplomatische Beziehungen“ und „Moralischer Zustand der Truppe“ zu zeichnen versuchte. Immerhin reichte es für einen Ehrenplatz in dem „Museum of modern (B)Art“ – Allerdings nur für Neelix` Passfoto… Außerdem erhielt sein hübsches Köpfchen in dem Dermatologen-Standardwerk „Frühkindliche Gesichtsbehaarung“ einen Ehrenplatz. – Gerade zu Halloween ein gern verschenkter und wahrhaftigen „verschrieener“ Schmöker…

”Wer, IIICH? Ach, ihr lieben Racker!“ – Mit schriftlichen Komplimenten (geheuchelt) versuchten die anderen Kinder, Neelix im Hintergrund zu halten. Trotzdem gelang dies oftmals nur mit Hilfe hochmodernster Bildbearbeitung (rechts)

Belanna:

Ihre Wutausbrüche wurden in der Kindertagesstätte dermaßen schnell legendär, dass selbst Atlantis vor Neid im Erdbo… wasser versunken wäre. Konnte man vor ihrem Eintreffen noch von „Spielecke“ reden, musste man sich 5 Minuten später nur noch mit „Ecke“ als Umschreibung begnügen. Weinende Kinder und geköpfte Puppen – aber auch schon mal umgekehrt – pflasterten ihren Weg, wann immer sie glaubte, jemand würde sich über ihre klingonische Wesensseite lustig machen… Eine Kindergärtnerin, die unvorsichtigerweise Salatblätter servierte und dann unachtsamerweise auf die Stirn der Kleinen blickte, wurde von ihren Verwandten nie wieder gesehen. – Belanna hatten ihnen die Augen ausgestochen!

Auch konnte man sie fast als autistisches Kind bezeichnen: Stundenlang brabbelte sie von hochkomplexen Maschinenbauteilen, die sie abwechselnd zusammenbauen oder blutig ausrotten wollte. So kam es, dass es eines nachts an einer Haustür klingelte, ein Bündel in einem (Maul)Körbchen vor die Tür gelegt wurde und ein dunkler Schatten hinfortlief… An dem zufällig ausgesuchten Haus glühte der Name „Marquis“ sanft an der mondlichtgetränkten Türklingel…

Dort wurde sie nun aufgezogen. – Auch wieder wegen ihren klingonischen Physiologie…

Per Simulation probten die Kinder den Ernstfall: Dieses Belanna-Model ist bereits in Angriffsstellung. Der nichtssagende Gesichtsausdruck, gepaart mit Statisten-ähnlicher Körperhaltung verbirgt nur notdürftig den aufgestauten Hass auf die Drehbuchautoren…

Und das nächste Mal an dieser Stelle:

„Wir schind nischt schu alt für den Weltraum, der Weltraum ischt nur ein unerträglicher Jungschpund!“ – Spaß am Altern mit TNG…

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Artikel

von Klapowski am 11.01.03 in Star Trek

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Kommentare (4)

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  1. Der Eine Basketballschläger sagt:

    War da nicht schon mal was mit Voyagercharakteren und Kindergarten? Aber egal, man kann's nicht oft genug sagen. Der Artikel ist durchaus berechtigt, wenn auch kaum noch satirisch. Dieses Thema noch zu überziehen hätte wahrscheinlich Star Wars ähnliche Schreckensausmaße…

  2. Dornkichk sagt:

    Ohh Schreck! Greift zur Peitsch und immer roff auf die Kinderköppe!
    Klasse Artikel. Freu mich jetzt schon auf TNG.

  3. Kutz sagt:

    man Klapowski, neue Höchstleistungen, weiter so *g*

  4. frakesjoe sagt:

    Oh mann, wann soll das denn gewesen sein???? Die sind doch jetzt noch im fliegenden Kindergarten, der "aus Versehen" (eigentlich war man ja froh, diese Bande von Idioten loszusein) samt der Kindergärtnerin Janeway in den Delta-Quadranten gerutscht ist. Na, wenn die Navigation da mal nicht eine Fehler gemacht hat. Naja, was solls, dachte man sich und arbeitete ein "Rollenspiel" aus, welches die schwere Zeit erleichtern sollte…. und nannte es "StarTrek Voyager".

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