Film- und Serienkritiken

Ernsthafte Kritiken zu Film und Serie.

„The Boys“ – Kritik zu ersten Staffel

Ihr wisst ja, wie es läuft: Wenn IHR uns um ein Review bittet, dann geschieht das auch! Zumindest dann, wenn zeitgleich ein Meteorit den Jupiter trifft. Somit schaute ich mir die gesamte erste Staffel von „The Boys“ an und war sogar kurz davor, einen Meinungskasten von Kollege Sparkiller einzuholen. Doch da der jetzt neue Freunde hat („Guck mal, die Kritiker von RedLetterMedia können viel besser Englisch als du!“), wurde das leider nichts. – Egal, habe ja jetzt Amazon Prime als neuen besten Freund!

Nach gefühlt endlosen Superhelden-Serie und noch viel endloseren Filmen kann ich erleichtert vermelden: Es geht hier gar nicht so sehr um die Helden und ihre Kräfte. Puh, sehr gut! Denn eine weitere Ladung an „Super-Uschi, erzähle uns 10 Folgen lang, wie du die Kräfte an der Grundschule geheim halten musstest“ hätte ich nur mit einem überdimensionalen Kissen ausgehalten. Zum Reinschreien natürlich.

Nein, bei den „Boys“ geht es vielmehr um unsere Gesellschaft, die liebend gerne einem blondierten, konservativen Konservativen hinterherläuft, dessen brüchige Geisteshaltung lediglich seinen Geschäftsinteressen entspringt. Ja, quasi ist der Held „Homelander“ nur eine deutlich besser frisierte Trump-Variante. Und passend zur Präsidenten-Apfelsine wurde Homelander ebenfalls gezielt gezüchtet – und nebenher emotional verwahrlost. Das wird aber lange Zeit nur zart angedeutet… äh, wenn man Homelanders neidischen Blicke auf stillende Brüste und Milchpumpen denn als „zart angedeutet“ durchgehen lässt.

Aber vielleicht ist ein Trailer etwas aussauge… äh… aussagekräftiger als meine Worte:

Eins muss man diesem Bilderreigen (sagen die jungen Leute laut Oma Platuschke ja heute noch?) lassen: Die besten Momente sind auf jeden Fall drin.

Das öffentliche Bild der Superkraft-Träger ist erfrischend realistisch gezeichnet. So gibt es nur selten wirklich „tolle“ Einsätze, bei denen die Helden gefahrlos und vernünftig irgendwelche Leute retten können. Oft hagelt es Kollateralschäden, der Einsatz ist nicht öffentlichkeitswirksam genug oder irgendwer könnte die Superhelden-Firma nachher verklagen. Daher kümmert man sich vor allem um ein paar ausgesuchte, mühsam ermittelte Verbrechen und Unfälle, die man nach dem mühsamen Ermitteln wohl auch oft den normalen Polizisten und Rettungskräften hätte übergeben können. Die Außenwirkung ist hier alles, der Nutzen sekundär. Wer an dieser Serie die Gesellschaftskritik verpasst, hat definitiv zu viel Kryptonit auf Augen und Ohren.

Das Volk will Helden, also bekommt es die; natürlich trotzdem im Wettstreit mit den staatlichen Institutionen, denn so gaaanz will die Regierung auch nicht auf Soldaten und Exekutive verzichten. Schade nur, dass man von dem Staat (und seinen Repräsentanten) nach einer kurzer Erpressungsszene nicht mehr so viel zu sehen bekommt. Das hätte ich zumindest mehr interessiert als die üblichen Streckungen und Reckungen, die die Dramaturgie in der Staffel-Mitte vollführt.

Und hier kommen auch schon meine Kritikpunkte: Nach einem Start mit feinen Effekten, tollen Kameraeinstellungen und teuren Ortswechseln verlässt sich die Serie etwas zu sehr auf die Helden der Gegenseite: Nämlich auf Karl Urban, auf einen jungen Normalo, einen kriminellen Franzosen und einen netten Schwarzen. Diese haben zwar aus unterschiedlichen Gründen (die ich hier nicht spoilern möchte) einen Grund, die Superhelden zu Fall zu bringen, so gaaanz überzeugend fand ich es dann aber doch nicht, warum diese zusammengewürfelte Straßenbande jetzt derart in die Vollen geht. Ich entscheide ja auch nicht, zusammen mit Sparkiller das Nordkoreanische Regime zu Fall zu bringen, nur weil ich mit überdurchschnittlichen Testosteronwerten gesegnet bin.

„Stopp! Oder mein Baby lässt was rausschießen. (*Glupp*) Ja, auch hintenherum.“ – Nichts für leuchtende Kinderaugen: Die Serie ist gelegentlich recht brutal und sexuell. Allerdings ist das nur ein Deckmäntelchen, um am Ende sehr viele nicht-brutale oder sexuelle Szenen zu bringen. Pfui, moralisch sehr verwerflich!

Der Franzose will z.B. zuerst nur seine Ruhe haben, bemüht sich aber nach der blutigen Klärung der ersten Probleme nicht mal mehr, aus der Handlung auszusteigen. Und was sollte das mit dem Afroamerikanier?! Der wurde quasi einfach aus seinem normalen Job abgezogen („Komm mal mit, wird spannend!“), um dann in aller Seelenruhe an einer Verschwörung zu stricken, die sein Renteneintrittsalter um die Dauer seines eigenen Tot-Seins verlängern könnte. Klar, der junge Hughie hat wirklich GUTE Gründe, die Superfutzis zu hassen (allein die ersten 2 Minuten der Serie zeigen alles, was man zeigen muss), aber manchmal verlässt man sich etwas zu sehr auf bereits etablierte Motive und legt dann nichts mehr nach.

Dabei sind alle Dialoge in der Serie sehr gut gelungen und hören sich selten nach aalglattem „Muss jetzt dem Zuschauer erklärt werden“-Gestammel an. Trotzdem schade, dass Karl Urban sehr oft in die „Cooler Sprücheklopfer“-Ecke abdriftet. Von der arg ausgeprägten Neigung zur Gewalt ganz zu schweigen. Das hätte die Serie meiner Meinung nach nicht nötig – selbst wenn der Mann FÜNF vermisste Ehefrauen hätte, um die er trauern müsste. Natürlich wird das alles noch mal gewieft konterkariert, auf Links gedreht und mit weiteren Elementen angereichert, was durchaus hilft, über Schwachpunkte in der Story hinwegzusehen (so verliebt sich Hughie z.B. in eine Superheldin, was den Zwiespalt interessanter macht), aber am Ende muss ich konstatieren: Die volle Timing- und Wohlfühling-Punktzahl gibt es hier nicht.

Ich bin sowieso dafür, dass wir eeetwas von den Serien weggehen. Die Reduzierung von 20 auf 10 Folgen pro Staffel hat ja nicht unbedingt dafür gesorgt, dass Serien weniger langatmig sind. Und auch hier erscheinen mir die vorliegenden 8 Episoden fast zu viel. Ich schlage daher vor, wir reduzieren das auf 5 runter. Um dann vielleicht festzustellen, dass ein guter Cutter daraus einen extrem guten 2,5-Stunden-Film machen könnte. Und DEN würde ich dann noch viel lieber sehen als „Die endlose Geschichte von 13 Hauptfiguren – auch beim Kacken“.

„Homelander, du magst der stärkste Held der Welt sein, aber am Ende des Tages muss ich trotzdem ablenken, damit du auf Spur bleibst.“ – „Mich ablenken…?!“ – „Äh, ich meinte ABLECKEN. Äh… Guck mal da! Ein minderjähriger Taschendieb, den du zertreten kannst!“ – Impfung gegen kranke Beziehungen gesucht: Die Szenen mit der „Chefin“ sind die Besten. Wie gut daher, dass die zig Mal wiederholt werden!

Zurück zu den „Superhelden“ der Serie: Diese degenerieren unter dem öffentlichen Druck zu arschigen Unsympathen, die sich verzweifelt irgendwas suchen, das sie glücklich macht. Sei es Sex, seien es spät gesuchte Muttergefühle oder die hilflosen Versuche, im Supermarkt(!) einzelne Meerestiere zu retten. Kein Wunder also, dass sich Homelander und andere Nebenfiguren in die Anbetung durch die Massen flüchten.

Apropos Anbetung: Die Christen haben die Helden nämlich längst als Posterboys und -girls für sich entdeckt und nutzen diese für ihre Zwecke. So muss „Starlight“ (die fast meine Lieblingsfigur der Serie ist) brav erzählen, dass sie keinen vorehelichen Sex hatte und überhaupt alles um Jesus total knorke findet. Auch wenn der Anführer der Christenschar gerne in Nachtclubs mal gerne Jungs an den Schniepi fasst. Tjaha, das ist Religionskritik, die so plump ist, dass sogar ICH sie verstehe. – Ne, im Ernst: Sind schöne Szenen.

Gerade nach solchen Highlights ist es dann schade, dass die letzte Folge eher ein Schnarch-Fest für Fortsetzungsjunkies ist: Mini-, Midi- und Maxi-Dramen wechseln sich hier munter ab („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“?), eine bestimmte Enthüllung um Dschihadisten wirkt irgendwie nicht allzu dramatisch, weil sich keiner drüber aufregt (selbst die angerufene Presse hat keinen Bock drauf!) und eine gewisse Gefangennahme nebst sofortiger(!) Befreiung hätte man auch bei einer Serie wie „Discovery“ erwarten können (Stichwort: „Zahnspange“).

Hier kann man natürlich alle paar Minuten rufen, dass das ja nicht Ernst gemeint sei, aber so leicht lasse ich die Serie dann doch nicht davonkommen. Zumal sie sich ja in ihren Ödipus-Komplexen und Rache-Geschwafel sehr wohl bierernst nimmt.

„Leute, möglicherweise haben wir es mit dieser ‚Widerstand-gegen-Superhelden‘-Sache maßlos übertrieben!“ – „So ein Quatsch. Du übertreibst mal wieder maßlos. Wie immer.“ – Übeltreiben: Spätestens, wenn eine bestimmte Asiatin zur Gruppe stößt, wünsche ich mir eine digitale Zeitreise-Funktion bei Streamingdiensten. Um mal kurz zur zweiten Staffel vorzuspulen…

Besonders gut gefallen hat mir in der letzten Folge Homelander, bzw. sein Schauspieler. Hatte ich vorher schon Angst vor dem irren Blick (und seinem WARMEN Blick) nebst frostigem Lächeln, so spielt Antony Starr hier alle anderen Darsteller an die Wand, in die Wand und über die ganze Wand verteilt. Dagegen ist Karl Urbans Charakter höchstens ein planloser Bart im Wind. Äh… WAS war doch gleich sein Masterplan mit dem unverwundbaren(!) Homelander?

Der Rest des Finales geht dann als KKK durch: Klischeehaft (war doch klar, WER am Ende zur Rettung kommt, oder?), klamaukig und krampfhaft. So kann man z.B. natürlich nicht der Versuchung widerstehen, familiäre Storyelemente wieder aus dem Hut bzw. der Windel zu ziehen. Schade, denn das Mysterium um gewisse verschwundene Charaktere war cooler als die Auflösung…

Und dass „The Deep“ zur Witzfigur verkommen ist, die Xena-Tante MEHR beleuchtet hätte werden können und man sich den stummen Ninja etwas zu sehr für die zweite Staffel aufgespart hat, mag man zudem als Nitpicking von meiner Seite ansehen – aber ich brauche halt auch meine Superkraft, okay?


Fazit: Eine zu Beginn tolle Serie, die sowohl sexuellen Missbrauch, religiöse Scharlatanerie, die Dummheit der Massen, Marketinginstrumente, Radikalismus und viele weitere Themen anschneidet und dabei selten richtig falsch liegt. Ja, das ist sogar besser als Superhelden-Parodien à la „Deadpool“, da die inzwischen auch so abgedroschen und ohne Aussage sind, dass man sich beinahe eine Parodie auf diese Parodien wünscht. (Nein, „Captain Marvel“ gilt nicht. Zu gesellschaftlich relevant, dieser Film)

Schade nur, dass all diese tollen Ansätze und Ideen immer etwas klein wirken, sobald die Protagonisten wieder mal mit Überwachungskameras und anderem Detektiv-Gadgets durch Sprücheklopfer-City schleichen, während sich der Zuschauer bald eine Strichliste machen muss, wer WEN schon mal irgendwo zufällig – oder halt nicht zufällig – getroffen hat.

Am tollsten sind daher die themenbezogenen Szenen, in denen Homelander z.B. darauf reagieren muss, dass er ein abstürzendes Flugzeug nicht retten kann. Oder wenn selbst Superhelden damit leben müssen, dass andere Helden ein bisschen besser als sie sein könnten – und man sogar ans Thema „Doping“ geht.

Die geschwätzige letzte Folge („Ich will immer noch Rache! Hier weitere 17 Gründe, warum eigentlich…“) lässt mich daher ratlos und gelangweilt zurück; denn im Prinzip ist in den ersten vier Episoden schon alles gesagt, beleuchtet und getan worden.

Bewertung Folge 1:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Bewertung Folge 2-7:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Bewertung Folge 8:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

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von Klapowski am 23.08.19 in Serienkritik

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Kommentare (10)

  1. JP1957 sagt:

    Also … ich bin gerührt … da wünsche ich mir ein Review von The Boys … und nur einen Tag später (oder waren es 10 Tage?) später bekomme ich es!!!

    Wo kann ich mein Zukunftia Abo um 10 Jahre verlängern?

    Die süße Starlight ist also des Reviewers Schatz … na, was wird Sparkiller wohl dazu sagen?
    In meiner Hitliste der Protagonisten landet sie – übrigens trotz 3,5 von 5 Punkten – eher hinten. Wirklich unfassbar gut (wie beschrieben): Homelander. Besonders im Zusammenspiel mit seiner „Chefin“ … die Szenen an ihrer Brust sind haarsträubend komisch/ absurd/ bedrückend … ich weiß nicht, was alles. Welch kranker Autorengeist kommt auf solch eine Figurenkonstellation?
    Und warum nur werden wir sie in der zweiten Staffel nicht wiedersehen?

    Die Charakterentwicklung von The Deep fand ich übrigens sehr interessant. Vom Unsympath zum armen Würstchen, den man zu verstehen/ bedauern beginnt bis zum Kämpfer für die Umwelt … wobei Delphine und Hummer ja dann doch nichts zu lachen haben.

    Den Mittelteil der Serie fand ich wie Klapo auch weniger beeindruckend, die letzte Folge allerdings aufgrund der Abschlussszene wieder erste Sahne. Lediglich The Orville hat mich in den letzten Jahren ähnlich verblüfft mit einer Abschlussszene, die der Serie eine ganz neue Richtung geben kann.

    Ich kann mich schwach erinnern, dass Klapo auch da Nachhilfestunde brauchte, bevor er den genialen Twist (damals Kelly, die mit dem Wissen um die Zukunft in die Vergangenheit reiste und nicht heiratete) erkannte.

    Zu all den wunderbaren gesellschaftlichen und politischen Aspekten der Serie schreibe ich nichts … da warte ich auf Serienfan, der sich diese Serie bestimmt nicht entgehen lässt.

    Huldigt dem verbraucherfreundlichen Besitzer dieses Unternehmens!

    Ein Dankeschön von JP1957

    • Klapowski sagt:

      Danke sehr für die warmen Worte, aaaber ich muss da doch noch mal einhaken:

      „Ich kann mich schwach erinnern, dass Klapo auch da Nachhilfestunde brauchte, bevor er den genialen Twist (damals Kelly, die mit dem Wissen um die Zukunft in die Vergangenheit reiste und nicht heiratete) erkannte.“

      Na, wir wollen es mal nicht übertreiben. Das Wort „Genial“ reserviere ich in Unterhaltungsdingen wirklich nur so Dingen wie der „Red Wedding“. Das leicht überraschende Ende einer Episode von Seths „Konservativen-Show“ sollte man vielleicht nicht zu sehr hochjubeln. Sonst macht der demnächst NUR noch so was, wenn der das liest. (= „In der dritten Staffel lassen dich sich wegen einem Blick in die Zukunft DOCH nicht scheiden! Total genial!! Und wie die sich in der vierten Dimension gegenseitig das bereits aufgeteilte Geschirr wieder zurück gegeben haben: Ganz große Science Fiction war das!“)

      „Welch kranker Autorengeist kommt auf solch eine Figurenkonstellation?“

      Da gibt es natürlich noch Kränkeres. Gerade, wenn man mal ein paar Meter vom SF-Genre abrückt („Die Klavierspielerin“, „Elle“, etc…), kriegt man erst mal mit, wie wenig man sich in der SF eigentlich traut.

      Das „Drauf kommen“ finde ich ja meist nicht sooo krass, aber das „Einfach mal durchziehen“ sollte hier durchaus lobend erwähnt werden. Wäre aber auch schön, wenn man in der zweiten Staffel weiter nachlegt. Gerade gesellschaftlich könnte man ja noch so viel mehr beschreiben! Ohne die Comics zu kennen, wäre das ganz spontan:

      – Homelander wird irre und will sich zum Präsidenten wählen lassen
      – Er wird irre und vernichtet die eigenen Streitkräfte
      – Er zettelt einen Krieg an, um sich für die Vernichtung von anderen feiern zu lassen
      – Die Kirche wird irre(r) und verteilt die Wunderdroge heimlich an jene Kinder, deren Eltern besonders an Gott glauben. Die Christen müssen ja auch sehen, dass sie genug Fans halten!

      Kurz gesagt: Die unspannenden Detektiv-Geschichten mit den Normalos bräuchte man in diesem potenziell interessanten Umfeld gar nicht. Aber das schrieb ich ja oben bereits.

    • JP1957 sagt:

      Homelander WIRD irre???

      So haben sich die Maßstäbe verschoben … als ob er nicht schon irre wäre.

      Klug fand ich den Gedanken, dass das Durchziehen einer kranken Idee die eigentliche Leistung ist. Einsichtig.

      Und die Ideen für die zweite Staffel hörten sich gut an.

  2. G.G.Hoffmann sagt:

    Bin ich eigentlich der Einzige, dessen Tag weniger als 48 Stunden hat? Wann schaut Ihr das alles? Ich habe hier noch 4 Regelmeter unerledigte Serien und Filme auf UHD-BD, Blu-ray, DVD, VHS – und wenn ich ganz tief grabe, wahrscheinlich auch noch auf Video2000. „Rom“ würde ich gerne mal zu Ende schauen. Oder „Die Tudors“. Und verrate mir niemand das Ende von „Game of Thrones“ oder noch schlimmer „Star Trek: Enterprise“. Oh Gott, mit „Boston Legal“, „Desperate Housewives“, „Ally McBeal“ und „Big Bang Theory“ bin ich ja auch noch nicht durch! Ich will gar nicht erst wissen, was seit 2013 alles im Kino gelaufen ist!

    • Klapowski sagt:

      Da du das ja schon häufiger fragtest, hier ein paar Tipps, die das Nerdleben ungemein erleichtern.

      Denn zum Konsumieren von Serien/Filmen/Videospielen ist es notwendig, wie ein Mönch zu leben. Nur absolute Askese in anderen Bereichen des Lebens macht dies möglich. Dazu gehört:

      – Nicht zu viel Arbeiten! Zwar hat man dann weniger Geld, aber wer zuviel arbeitet (oder gar das falsche), hat gar keine Zeit mehr, um das Geld auszugeben. So ist ein 12-Stunden-Tag mit 4000 Euro Nettogehalt stets zu verschmähen. Statt DVDs schaut man sich am Abend dann eh nur die (eingebildeten) Sterne vor den eigenen Augen an.

      – Finger weg von der Fortpflanzung! Kinder mögen süß aussehen und niedere Reproduktions-Instinkte befriedigen, doch erhöhen sie nur die Geldausgabe/Monat. Wodurch man wiederum mehr arbeiten muss. Etwas anderes ist es, wenn die Frau sehr viel mehr verdient und sich um das Balg kümmert. Sie muss dann allerdings hinnehmen, dass man selbst einen „Sherlock“-Serienmarathon einlegt, während sie selbst nach ihrem 12-Stunden-Tag noch die Windeln wechselt. Das mag nicht jede.

      – Finger weg vom Verreisen! Wobei die Urlaubs-ZEIT selbst natürlich der beste Freund des Nerds ist. Denn hier kann man sich – theoretisch – stundenlang die neuesten Kultfilme von vor 10 Jahren reinpfeifen. Allerdings sollte man dafür nicht auf irgendeinem Sandstreifen mit Salzwasseranschluss herumlungern, denn am Strand kann man auf den meisten mobilen Displays nichts mehr erkennen. Ja, und selbst ein harmloser Campingurlaub kostet nur wertvolle Zeit, die man mit mittelmäßigen Drecksserien besser verbringen könnte.

      Es gibt natürlich noch mehr zu beachten (z.B. sollte man auf Gartenpflege, Autowäsche, Hausordnung und andere deutsche Ordnungsmätzchen verzichten), aber im Grunde sollte dir das schon helfen.

  3. JP1957 sagt:

    Lieber G.G.Hoffmann,

    bei mir haben die Sommerferien dazu geführt, dass ich ein bisschen mehr als sonst schauen konnte (endlich auch die letzte Staffel von „Halt and catch fire“). Ansonsten hat der Konsum von Qualitätsserien bei mir dazu geführt, dass ich Durchschnittsware (die ich mir früher angeschaut habe) einfach nicht mehr anschauen kann, weil sie mich so langweilt. Ich habe es sogar nicht geschafft, die letzte Staffel von Stranger Things zu Ende zu schauen, weil ich sie – im Kontrast zur ersten Staffel – nur durchschnittlich fand. Dann denk ich immer: Irgendwo gibts noch Qualität, vergeude deine Zeit nicht. Bei „The Boys“ kam ich auf meine Qualitätskosten … da legt man anderes dann beiseite.

    Bei dem Blick auf deine Serien auf Halde finde ich es nur bei „Boston Legal“ unverzeihlich, dass Du sie noch nicht gesehen hast. So skurril, so innovativ, so verblüffend (Shatner als guter Schauspieler) und so klug (die Plädoyers und Balkon Bemerkungen von James Spader).

    Meine Top 3 aller Zeiten: The West Wing, Boston Legal und Star Trek Discovery!

    Discovery sollte natürlich ein Witz sein …

  4. Reichsführer CBS sagt:

    Sehr schön, Genosse Klapowski. Jetzt bitte noch eine Kritik zu Counterpart, das hier seltsamerweise keiner kennt, obwohl es sogar im Rrrreich spielt.

    • Klapowski sagt:

      Ist das nicht nach 2 Staffeln eingestellt worden? Da bin ich ja naturgemäß etwas trotzig mit dem Anfangen. Zwei „witzlose“ Staffeln ohne richtiges Ende (oder ist das eine Serie, wo man das nicht unbedingt braucht?) sind für mich dann doch arg frustig.

      Ich quäle mich ja bei den meisten abgeschlossenen Serien bereits…

      („Gaaah! Ich weiß, dass ihr erst in der LETZTEN Folge gegeneinander kämpfen werdet! Könnt ihr aber bitte trotzdem aufhören, euch 8 Episoden lang im Hundepark, beim Backshop, beim Flohmarkt und beim Astronautentraining zu bedrohen?!“)

    • Anonymus (Bosch) sagt:

      Um es dem Hörrn Klapowski etwas schmackhaft zu machen,
      die Serie hebt sich in Sachen schauspielerisches Können der Hauptdarsteller doch sehr vom Mainstream ab, die „was-wäre-wenn“ Parallelrealität gibt eh immer ne gute Story ab und auch die Tatsache, dass das alles im guten alten Deutschland spielt, ist ja nun auch nicht so üblich, sofern es nicht um Nazis geht.
      Dazu gibt es ein paar recht bekannte deutsche Gesichter in mehr oder weniger Schwachsinnig besetzten Gastrollen.
      Keine Sorge, kein Til Schweiger!
      Kleiner Spoiler: „Palim, Palim!“

      Lohnt sich also zu reviewen, wenngleich (oder gerade weil) vor Allem die 2.Staffel nicht wirklich perfekt ist.
      Gruß,
      Anonymus (Bosch)

  5. BigBadBorg sagt:

    > WAS war doch gleich sein Masterplan mit dem unverwundbaren(!) Homelander?

    SPOILER

    Aber gerade das war doch super!! Die ganze Zeit fragt man sich wie er wohl einen unverwundbaren Superhelden besiegen will, aber dann war es gar nicht sein Plan in zu besiegen – er wollte ihn nur emotional verletzen und dabei draufgehen. Wie konnte er auch ahnen dass Homelander ALLES scheißegal ist…

    Karl Urban war klasse, schnoddrig, ein Arsch, und gleichzeitig sympatiscfh (zumindest halbwegs).

    Ich freue mich auf Staffel 2. Ich hoffe sie behalten dieses Niveau bei! Und lassen Ninja stumm, wenn auch nur als Gag.

    Edit: Und auch von mir ganz grosses Lob an den Homelander-Darsteller. Ich las vorher dass es sich um eine Dark Comedy-Serie handeln solle. Wirklich witzig fand ich die jetzt nicht, eher beängstigend. Hoffentlich gibt es niemals echte Superhelden!

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