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„The Witcher“ – Kritik zur ersten Staffel

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Obwohl ich nur ein mittelgroßer Fan von Fantasy bin, gibt es von mir selten Beschwerden, wenn ich Drachenklischees zum günstigen Feuersteintarif abgreifen kann. Aber: Das Fantasy-Gerümpel muss dann schon einen frischen Anstrich haben. Und gerade den gab es teilweise bei dem Spiel „Witcher 3. Das hat zwar auch nur deshalb einige Klischees aufgegeben, um die eigenen ewig zu wiederholen, im Kern war’s düster genug. Und dass der „frische Anstrich“ oft einen angenehmen Blut-Ton aufwies, war auch toll.

Derartig angefixt (außerdem kam gerade im Fernsehen kein neues „Zelda“) las ich dann auch nur das Erste Witcher-Buch – mit überschaubaren Auswirkungen auf mein Langzeitgedächtnis.

Nun ist also die Serie da. Und nach der Durchsicht dieser muss ich sagen: Jaaaa… Für meinen Rant-enbescheid ist das definitiv nichts.

Zum Inhalt: Geralt ist ein freiberuflicher Hexer und Monster-Verklopper. Er reist mit erstaunlich wenig Gepäck durch die verstrittenen Lande, ist manchmal aggressiv, meistens aber abwartend-diplomatisch. Quasi eine perfekte Mischung aus Selbstfindungs-Hippie, Worf und Jean-Luc Picard. Obwohl die Hexer meist verachtet werden, werden sie immer wieder geholt, wenn Monster und andere Erscheinungen die Heu-Ernte zu verderben drohen. Bei seinem Job trifft der mutierte Schwerwedler auf allerlei hübsche Frauen, nervige Wutbürger, Könige und beschützenswerte Hauptfiguren, die bereits drei Folgen vorher eingeführt wurden.

Wie immer gibt es bei Zukunftia ein erstes FAZIT zu Beginn: Einen epischen Barden-Lobgesang will ich noooch nicht auf den Hexer Geralt anstimmen, aber für eine nette Strophe beim Deutschen Fernsehballett genügt es.

Düster, schmutzig, rundherum gefährlich. – Aber genug von Kollege Sparkillers Dachgeschosswohnung. Seht oben außerdem noch den Trailer zur Witcher-Serie.

Diese Serie ist tatsächlich zeitgemäßes Fernsehen mit zeitgemäßem Storyarc, der (ganz zeitgemäß) auf verschiedenen Zeitebenen erzählt wird. Einfach so, weil’s für Verwirrung sorgt („Was? War die nicht eben noch tooot?“) und die doch recht simple „5 besondere Personen treffen sich wegen `ner WhatsApp vom Schicksal“-Geschichte komplexer erscheinen lässt, als sie es eigentlich ist.

Im Kern sehen wir vor allem eine mächtige Hauptfigur, die angeblich keine Emotionen besitzt (= Nebenwirkung der Umwandlung zum Hexer als Kind), die aber in der zweiten von fünf Kameraeinstellungen meist neckisch in die Zuschauer-Wohnzimmer schmunzelt. Das ist aber okay, denn dieses… äh… duale System macht den Charakter so interessant.

Und damit das so bleibt, zeigt man den Hexer zu Beginn relativ selten. Stattdessen tingeln ge- und verstörte Nebenfiguren durch die Wälder und Hexenpaläste, stets auf der Suche nach einer Heimat. Oder nach einem Ort, der die eigenen Fähigkeiten freischaltet (Hauptmenü am Ende der Staffel?).

Wobei die entstellte Hexe Yennefer hier die interessanteste Entwicklung durchmacht – die fast zu schnell geschieht -, während Prinzessin Cirella irgendwie recht ziellos durch die Welt der Fantasy-Passanten stolpert.

Und bei Ciri sehe ich auch die Tiefpunkte der Staffel. Als sie mit einem flachen Elfen-Boy plötzlich in einem elfisch erstrahlenden Walküren-Wald unterkommt, werden nicht nur die gelben Scheinwerfer hinter’m Busch, sondern auch die Zuschauergeduld aaarg beansprucht. Zumal die spontane Heilung und das Trinken eines Zaubertranks ein bisschen nach etwas müffelt, was schon bei Prinzessin Phantagirò aus dem Drehbuch geflogen wäre – da zu klischeehaft.

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Frauenarzt Doktor Stefan Schrank: Die physische Präsenz von Geralt wird von den Damen nicht geschmälert – oder halt nur auf Brusthöhe. Während Yennefer immerhin noch Mut zur Hässlich- und Nackigkeit zeigt, stinkt Neo-Ciri (rechts) sogar gegen ihre selbstbewusste Videospiel-Version deutlich ab. Aber gut, die kann/muss sich ja noch entwickeln… (*Hormon-Spritze aufzieh*)

Sieht man von eher harmlosen Greenscreen-, Beleuchtungs- und Photoshop-Unfällen ab, so schaut diese Welt schon sehr greifbar und real aus. Wobei ich nicht mal die Höhlen oder Ballsäle besonders hervorheben will, sondern den Mut zum … Matsch. So traut man sich durchgehend, den Superman- und Geralt-Darsteller Henry Cavill ordentlich in braune Ton-Tunke zu stoßen, wann immer ein meterhohes Monsterlein ihn hineinschubst. Offene Bauchwunden (auch am Kopf) sieht man ebenso häufig wie keine Kleidung – z.B. an erwachsenen Leuten, die dem Bienchen mal die Blüte zeigen wollen.

Gut gefiel mir auch, wie verbreitet die Magie in dieser Welt ist – ohne allzu großen Glitzer- oder Harry-Potter-Faktor. Doch: Große Schlachten bleiben trotz magischer Unterstützung blutig, Zauberei ist immer noch ausreichend aufwendig und wer viel rumhext, ist danach auch erst mal ordentlich erschöpft. Was man auch daran erkennt, dass den Hexen vor Müdigkeit die Klamotten vom Leib rutschen. Auch die CGI ist meist okay, wirkt im Dunkeln aber deutlich stimmungsvoller als am hell ausgeleuchteten Südseestrand.

Allerdings gelten all die obigen Lobpreisungen ein bisschen mehr für die ersten 1-2 Folgen als für den Rest. Denn zu Beginn halten die Macher all das doch etwas stimmiger durch, bevor Ernsthaftigkeit, Budget und Storyfokus dezent in Durchschnittsregionen abrutschen. Da bröckelt der Serie dann durchaus mal das Silber vom Hexerschwert…

So wird der tollpatschige Barde Rittersporn doch etwas arg rasch zur festen Nebenfigur – einfach nur, weil der zu Inspirationszwecken neuerdings neben Geralt herläuft. Klar, das war in den Büchern auch schon so, wirkt aber arg gewollt. Das wäre in etwa so, als wenn ich morgen hinter Hulk Hogan oder Greta Thunberg herlatschen würde, um neue Ideen für meinen Blog zu erhaschen. Kann man machen, macht man aber eigentlich nicht…

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„Aua, ich bin vergiftet worden und werde bald steeeeerben! Apropos Sterben: Kennste schon den Witz von dem Totengräber und seiner Frau?“ – Willkommen auf der Zweibahnstraße: Immer hübsch gegen die Grundstimmung uuund ganz am Ende weiter geradeaus. Okay, ich mag Kollege Rittersporn ja gerne, aber ich HASSE es auch, ihn zu mögen!

Auch die Konsequenzen des Handelns wirken irgendwann nicht mehr sooo hart und unbarmherzig wie in Episode Eins, in der uns sofort ein handfestes Picard-Dilemma aufgetischt wird – das dann auch überzeugend schnell gelöst wird.

Später kann Geralt z.B. zusammen mit einem Mann, dessen obere Körperhälfte in eine Igel-Latexmaske verwandelt wurde, getrost mehrere Soldaten der Königin verstümmeln oder töten… Doch bereits eine Minute später versteht man sich wieder gut, während der Thronsaal frei von Blut, Körperteilen und Einstweiligen Verfügungen ist. Da man solche Schnulli-Momente immer wieder mal mit (z.B.) brutalsten Kämpfen gegen verzauberte Menschen mischt, entsteht da einfach (noch) kein einheitliches Bild.

Nerviges Streaming-Hingehalte oder sorgfältige Charakterentwicklung? Große Welt oder einfach nur schöne Matte Paintings?

Auch brauche ich nach 20 Marvel-Filmen keine Szenen mehr, in der man mit einem lustigen Haha-Witz das eben Gesehene wieder hübsch auf Ironie zurückbürstet. Die Hexe Yennefer darf ruhig geheimnisvoll, eigensinnig und schwer zu haben sein – da brauche ich kein Knutschi-Knutsch mit Geralt, damit zwei Nebenfiguren feixend durch das Fenster glotzen können wie einst die Jungs in den „Eis am Stiel“-Filmen.

Dass hier die Bestien auch mal sehr menschlich sein können, während die Menschen sich wie Ungeheuer verhalten, empfinde ich hingegen als klugen Ansatz. Allerdings sollte man dann auf die wilden Hercules/Xena-Stimmungsmischungen verzichten und auch die vermeintlich unwichtigen Figuren etwas besser zeichnen. Gerade Nebenfiguren wirken nämlich oft wie reines Questgeber-Vieh oder Slapstick-Kameraden (siehe die ersten „Kunden“ von Yennefer oder andere Loser-Typen), was kurzfristig zwar funktioniert, langfristig aber doch etwas videospielig wirken könnte.

Und ich schaue da speziell auf DICH. Ja, zu jenem Typen, der sich in Folge 6 mit lustigen Pupsgeräuschen und einem rausgepresstem „Urrrgs, ich muss scheißen“ zum Sterben in die Büsche verzieht.

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„Witcher, ich hab viel von dir gehört. Der örtliche Friedhof besitzt eine extra ‚Geralt-Allee‘.“ – „Und trotzdem forderst du mich zum Kampf auf? Ist das nicht dumm?“ – „Nö, in der Kneipe hat man mir ein Gratisbier versprochen, wenn ich beim Verbluten noch La Paloma pfeifen kann.“ – Abgesang: An den Motiven der Gegenspieler darf gerne noch gefeilt werden.

Viele Dialoge sind gut und tiefgründig (genug), wohingegen man sich bei anderen fragt, ob man zur Episodenstreckung nicht doch lieber 10 Minuten lang Werbespots gesehen hätte. Ich hätte z.B. gerne mehr darüber erfahren, wie Hexen die Welt wahrnehmen oder ihr die Energie und das Chaos abzapfen, statt der soapigen Liebelei mit dem elfenartigen Hausmeister beizuwohnen.

Am Ende überwiegt das gute Gefühl (und das Budget von Episode 8), etwas Hochwertiges gesehen zu haben. Etwas, bei dem man stolz auf seine Polen-Flagge über’m Haus zeigen will, bevor man erneut lobend auf Henry Cavell zeigt. Denn der macht seine Sache so gut, dass ich seine flache Superman-Rolle jetzt fast schon vergessen habe. Und dafür muss eigentlich schon viel Hexer-Kräutertrank (= Klosterfrau Melissengeist) die Kehle runterrinnen!

Daher freue ich mich schon, demnächst mehr darüber zu erfahren, wie man Hexer wird, wie sich das anfühlt und ob Geralt in der Schule auch schon immer zwischen allen Mädels sitzen durfte.

Die schwierigen Entscheidungen, wen oder was man nun rettet oder befreit (gerne auch Köpfe von ihrem Restkörper), sind ja eigentlich das Interessante an den Witcher-Geschichten, unabhängig vom Medium. Doch bisher kommt das oft noch zu binär rüber. Fast so, als würde man einem grauhaarigen Taschenrechner bei seinen Wanderungen zusehen. Egal, ob es um Kinder, Fruchtbarkeit, Prophezeiungen oder väterliche Flüche geht: Bei jedem Thema heißt es nach ein paar Alibisätzen stets „Alles, Nichts, Oder“. – Dann gibt es einen Kampf und alle stehen vor vollendeten Tot-Sachen. Das ginge alles besser, tiefgründiger und spannender. Und ja, meiner Meinung nach gilt das auch für den (ersten) Roman und das Videospiel!

Die vielen aufgemachten Fässer und Fragen (Erotik-Zauberei oder echte Anziehung? Schicksal oder Schlumpfdorf? Pflegekind oder Kneipengetingel?) sind toll, aber noch habe ich nicht das Gefühl, echten Premium-Autoren und -Regisseuren bei deren Lösung zuzusehen.

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Storysog durch Aquariumpumpe: Jennefer zeigt ihren Schwestern, was eigentlich aus den alten Trillbecken bei DS9 wurde. – Gerne hätte ich noch mehr über die politische, gesellschaftliche und naturgesetzliche Macht der Zauberinnen gewusst. Und ich bin mir sicher, dass den Autoren jener Episoden ebenso ging.

Manchmal sind es auch einfach nur kurze Momente, die mich völlig rausreißen…

So kann es z.B. vorkommen, dass Figuren sich mit einer berauschenden Kräutermischung abschießen, zwei Sekunden später aber wieder völlig klar sind. Oder dass es plötzlich eine Unmöglichkeit darstellt, einen Formwandler zu enttarnen, der gerade erst in einen Raum voller(!) normaler Menschen geflüchtet ist. Die noch dazu alle auf die Tür(!) gestarrt haben… Und warum ein Drache so viel Angst vor ein paar Rabauken haben muss, dass er sie vorher ausspioniert, ist mir auch nicht klar. Am Ende kann er sie nämlich einfach anzünden.

Aber da alles stets so wertig und zeitversetzt daherkommt, vergisst man diese Minuspunkte gerne mal. BIS man in langweiligen Blabla-Runden plötzlich Zeit hat, im Kopf mal selbst zum „Switcher“ zu werden.

Schön ist aber, dass man zwar „starke Frauen“ sieht, aber trotzdem nicht das Gefühl hat, einer Zwangs-„Woke“-Veranstaltung zuzusehen.


Fazit: Eine nette Verfilmung, in der man jeden ruhigen Moment mit Henry Cavell genüsslich aufsaugt – wenn der Moment nicht gerade von seinem Kumpel Rittersporn mit einem laut lärmenden Trinkhalm kaputtgesaugt wird.

Der Hexer und Yennefer sind interessante, vielschichtige Figuren, die allerdings häufig nur knapp an uncoolen Fantasy-Tropes vorbeischlittern. Denn so viel osteuropäischer, düsterer, eigenständiger und experimentierfreudiger, wie alle Fans gerne tun, ist „The Witcher“ jetzt auch wieder nicht. Hier hätte ich gerne NOCH mehr Fokus auf Schauspiel und Stimmung statt auf Langatmigkeit und Scherzileinchen. – Bevor wieder irgendein Funke die aktuelle Storyline eskalieren lässt.

Am besten sind da wirklich die beiden Drehbücher von Lauren Schmidt Hissrich (1.01 + 1.08), die dem Ganzen eine gewisse Gravitas verleihen.

In jedem Fall darf man bei Staffel 2 gerne noch ein paar graue Gag-Locken abschneiden und noch kompromissloser werden. Oder halt intelligenter. Uuund manchmal auch logischer.

Was dann wohl eine weitere schwierige Wahl ist, die der Witcher treffen muss…

Bewertung Episode 1:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Episode 2-7:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Episode 8:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Eene meene mei, zeig her, den Zeitebenenbrei. Hex! Hex!, „The Witcher“ – Kritik zur ersten Staffel
Komisch eigentlich, dass man das Thema Kopfgeldjäger so lange vernachlässigt hat, bietet dieses doch ordentlich Material für spannende Unterhaltung. Siehe „The Mandalorian“, die 80 Millionen Dollar auf den Kopf von Trump und nun halt „The Witcher“. Hier in Deutschland gäbe es stattdessen wohl nur eine billige Kabel1-„Doku“ über das Ordnungsamt beim Aufklären illegaler Sperrmüllhald— Ach, verdammt!

Trotzdem, perfekt ist unser netter Hexer for hire auch nicht.

Vor allem deswegen, weil einem als Zuschauer nicht eindeutig mitgeteilt wird, wenn es zu einem erzählerischen Zeitsprung kommt. Was woanders in der Regel in der Form von sich deutlich unterscheidenden Kostümen und Frisuren geschieht. Gerne auch mit neuen Narben. Oder wenigstens eine dezente kleine Einblendung unten links? Schließlich reden wir im Falle der Erlebnisse von „Gerhard aus der Riviera“ immerhin von Jahrzehnten, welche sich auch bei langsamer alternden Wunderwesen schon ein wenig bemerkbar machen sollten.

Natürlich, früher oder später kommt man dahinter. Aber dieses komische Gefühl der unterschwelligen Verwirrung bis zu diesem Zeitpunkt ist halt kein Gutes und wird potentielle Zuschauer-Rekruten wohl auch eher abschrecken, statt in das Geschehen hinein zu ziehen. Guuut, in EINER Folge kann man sich in Sachen künstlerischer Erzählweise gerne mal austoben. Aber über fast eine ganze Staffel hinweg? DAS ist dann doch mehr „Fart“ als „Art“.

Am Besten gefällt mir überraschenderweise Henry Cavill, bei welchem ich zu Beginn noch eine zweifelnd hochgezogene Augenbraue zwecks Permanenz direkt an meiner Stirn festgetackert hatte. Ein gelungener Charakterwechsel vom eher unsympathischen Brutalo-Superhelden („Der Bösewicht will eine ganze Stadt zerstören? Ha, dem komm ich dabei einfach zuvor! Dann kann der auch niemand umbringen. *wissend an schläfe klopf*“) zum trockenen Charmeur der wenigen Worte? Klappt tatsächlich. Schon super, Mann!

Optisch ist alles ordentlich. Mal etwas besser, mal etwas schlechter, dann aber nur selten störend. Abgesehen vielleicht bei den Effekten. Denn dort war scheinbar selbst bei Net „Sogar unser Hausmeister hat eine eigene Serie“ Flix irgendwann mal das Budget alle, so dass beispielsweise Drachen erschreckend an die Computer-Monster von „Hercules“ aus den 90er-Jahren erinnerten.

Bonus-Punkte aber für diesen Ohrwurm, welcher tagelang bei mir im Kopf eingezogen war. DIESER Musik-Stil wäre doch was für die kommenden wilden 20er-Jahre, da man laut Internet eh wieder lange Umhänge einführen will?

Fazit: Ein netter Start mit vielen unrunden Ecken, einem leichten Durchhänger in der Mitte und ein paar dicken Monster-Warzen. Die Quasi-Mittelalterwelt inklusive Monster wirkt interessant, der Held positiv schroff-kompetent und die Mischung aus Humor & Ernsthaftigkeit gelungen. Wenn dies für Staffel 2 jetzt alles noch verbessert wird, dann kann das schon was werden… *münze zuwerf*

Wertung (Staffel-Durchschnitt): 7 von 10 Punkten


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Artikel

von Klapowski am 05.01.20 in Serienkritik

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Kommentare (9)

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  1. Grinch1969 sagt:

    Hmmmmm, Yennefer, allein dafür hat sich das Schauen gelohnt. Sowohl vor als auch nach ihrer OP ein geiler Anblick.

  2. Ferox21 sagt:

    Die erste Staffel vom Natflix-Witcher war unterhaltsam, hatte aber auch so ihre Problemchen.

    Auf die vielen Zeitsprünge (garne mehrmals vor und zurück) ist Klappo ja schon eingegangen. Gerade Geralt ist dem unterworfen und hat daher so gut wie keinen Arc in der Staffel – das hat eigentlich nur Yennefer – und in Ansätzen Ciri, wobei die auch nichts anderes macht als durch die Landschaft zu stolpern, bis sie am Ende endlich auf Geralt treffen darf.

    Hanry Cavil ist dabei eine überraschend gut Wahl für den Hexer. Sowohl physisch wie auch in den Dialogen gibt er eine sehr gute Geralt Interpretation. Auch Yennefer ist gut gecastet, womit der wichtige Hauptcast stimmig ist. Ciri ist eben noch ein Kind zu der Zeit und natürlich noch Meilen von der erzcoolen Jung-Hexerin aus Witcher 3 entfern. Aber das kann und wird ja noch werden.

    Was ich vielleicht noch ansprechen will ist der Punkt der Diversitiy. Da kommt man bei einer aktuellen US-Produktion wohl leider nicht drum herum, aber zumindest mich hat es etwas gestört. Die Witcher Welt soll halt eine Fantasy-Version des mittelalterlichen Osteuropas abbilden, und da wirken die ganzen „People of Color“ auf mich doch befremdlich unpassend. Prominentestes „Opfer“ ist Triss Merrigold, die in der Serie von einer dunkel gelockten Orientalin gespielt wird, während sie in den Büchern und den Spielen als weiße Rothaarige dargestellt wurde.

    • Nestroy sagt:

      Deine Aussagen werden hier wohl natürlich jetzt niemanden groß kratzen oder verletzen, weil niemand dich kennt, aber wärst du eine prominente Person des öffentlichen Lebens und würdest die gleiche Aussage treffen, ich bin sicher du hättest jetzt einen riesen Rassismus-Skandal am Hals.
      Etwas ähnliches ist ja auch schon den Entwicklern von „Kingdom Come – Deliverance“ passiert, als der Creative Director Daniel Vávra gemeint hatte es hätte keine schwarzen Menschen im mittelalterlichen Osteuropa gegeben wo das Spiel eben spielt (Böhmen) und deshalb gebe es nur Weiße ingame. Da gab es für Warhorse Studio dann auch einigen Wirbel.

      Antworten
    • Ferox21 sagt:

      Mir ist schon klar, dass das aktuell ein sehr dünnes Eis ist – in den USA noch viel mehr als wie bei uns. Mich stört halt diese erzwungene Diversität, die in US-Produktionen in den letzten Jahren an den Tag gelegt wird. Gab es da früher nur den umgangssprachlichen Quotenschwarzen, so habe ich mittlerweile das Gefühl, dass in aktuellen Produktionen jede größere Gruppe (ethnisch oder kulturell) bedient werden muss, egal ob es passt oder nicht.

      Ich mache da aber schon einen Unterschied, ob es zum Setting passt. So habe ich keine Probleme mit einem Film, der zur aktuellen Zeit in den USA spielt, da dort die Ethnien eben recht durchmischt sind. Oder einen Film wie Black Panther, der in einem Fantasy Afrika spielt, wo es dann natürlich weitgehend dunkelhäutige Menschen gibt. Oder eben bei jedem beliebigen SciFi Film, sei es nur Star Trek, Star Wars und Co.. Aber wenn dann bspw. bei der „Die schöne und das Biest“-Realverfilmung in einem kleinen französischen Dorf der Frührenaissance Afrikaner, Inder und Asiaten rumlaufen, empfinde ich das als erzwungen und unpassend.

      Antworten
  3. Nummer 6 sagt:

    Ich habe beim Mandalorian zuletzt immer auf ein „Mhhhhmm“ gewartet…

  4. Serienfan sagt:

    Es gibt ja immer so Begriffe, bei denen sich meine Augen zu misstrauischen Schlitzen verengen, weil ich ihnen eine gewisse Floskelhaftigkeit unterstelle. Es sind Worte, die man normalerweise bei Serienjunkies.de liest, dort aber häufig.

    Nun habe ich so ein Wort auch hier gelesen. Es ist das Wort „vielschichtig“.

    „Hexer und Yennefer sind interessante, vielschichtige Figuren“ schreibt Klapo. Der Begriff „interessant“ erscheint mehrfach in der Besprechung. „Interessant“ war bei Biolek meist das Essen, wenn es nicht wirklich geschmeckt hat.

    Aber was ist „vielschichtig“?

    War Picard „vielschichtig“? Und mangelt es Michael Burnham an Vielschichtigkeit?

    Wenn Klapo der Hexe Yennefer eine „interessanteste Entwicklung“ bescheinigt, wirkt er auf mich wie ein Psychiater, der eine Krankenakte durchblättert und ihr einen „interessanten Fall“ attestiert. Und so lese ich ein wenig Klapos „Empfehlung“ für die Witcher-Serie. Wie ein Arzt, der zu seinem Kollegen geht und sagt: Haben Sie schon den neuen Fachartikel über Frau Meyer gelesen? Ein durchaus interessanter Fall.

    Erstaunlich finde ich auch, dass dem aktuellen „Zeitgeist“ entsprechend immer wieder „sichtbar hohe Budgets“ lobend in Rezensionen erwähnt werden, weil sie (wie Klapo schreibt) zum Gefühl beitragen, etwas „hochwertiges“ zu sehen. So nach dem Motto: Ist zwar alles ein wenig unbeholfen, aber sie haben sich das doch was kosten lassen. Denn ein angebrannter Hummer ist halt schon was Edleres als ein angebranntes Spiegelei.

    Statt „vielschichtiger“ Figuren hätte ich lieber klar definierte Figuren. Statt „interessanter“ Geschichten hätte ich lieber packende und fesselnde Geschichten (die dann auch gerne „vielschichtig“ sein dürfen, aber nicht müssen). Statt „interessanter“ Entwicklungen hätte ich lieber eine, die emotional mitreißend ist. Und statt kostspieliger Schlachten nehme ich auch gerne kostengünstige, dafür inhaltlich hochwertige Dialoge.

    Mit anderen Worten: Statt „zeitgemäßer“ Tugenden hätte ich gerne wieder „klassische“ Tugenden.

    • Klapowski sagt:

      Ich denke, ich habe mich oben doch sehr eindeutig ausgedrückt?

      Geralt und Yennefer sind Charaktere mit viel Potenzial und persönlichen Möglichkeiten, mit vielfältigen Entwicklungsebenen, multiplen Inhaltsgelegenheiten und diversen personellen Stärken. Gemischt wird das Ganze mit interessanten Aufbau-Leerräumen, tiefgründigen Motiv-Ansätzen und offenen Story-Aufbausimulations… äh… -Sachen.

      Wenn du jetzt denken solltest, dass meine Beschreibungen etwas oberflächlich sind und nur auf den ersten Blick Werbung darstellen, dann vielleicht deshalb, weil … die komplette Serie irgendwie auch so ist?

      Antworten
    • Serienfan sagt:

      Ich verstehe!!!

      Moderne Serien wie „The Witcher“ sind ein wenig wie der neue Berliner Flughafen!

      Viel Potenzial, einige Ecken sehen schon ganz gut aus, viele andere funktionieren gar nicht, einen Gesamt-Plan muss man schwer bezweifeln. Kostet aber auf jeden Fall jetzt schon verblüffend viel Geld, da hätte man früher zehn Flughäfen für gekriegt, und die wären sogar dreimal so umfangreich und funktionstüchtig gewesen.

      Die Hoffnung, es könnten tatsächlich eines Tages Flugzeuge (sprich Charaktere) vom Boden abheben, stirbt zuletzt, man muss halt eine gehörige Portion Geduld sowie blindes Serien-Vertrauen mitbringen und auf künftige Jahre hoffen.

      Und wer dann fragt, warum man nicht einfach Eins-zu-Eins den immerhin funktionierenden Münchener Flughafen nachgebaut hat (sprich das „Witcher“-Videospiel), der kriegt dann zu hören: Nicht mehr modern genug, nicht mehr zeitgeistig genug, und die Rechte hatten wir wahrscheinlich auch nicht daran.

      Antworten
  5. Grimm sagt:

    Ich wollte den Witcher wirklich mögen, doch letztendlich war es wieder eine ganz dünne Netflix-Plörre, die sich irgendwo im unteren Durchschnitt einpendelt.

    Die bekommens wirklich so meisterhaft wie kaum ein anderer hin, jeden guten Stoff ins Mittelmaß runterzudrücken. (In vielen anderen Fällen so gar noch weiter)

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