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„Superman Returns“ – Das Review

„Superman Returns“ – Das Review

Wenn Kinoangestellte mit Superman-T-Shirt herumlaufen, zieht es auch mich mal wieder magisch in die photonische Theateraufführung meines Misstrauens. Da ich in meiner Familie noch immer einer der größten Superman-Fans überhaupt bin, nicke ich noch heute freundlich meinen 1,5 Comics (Scheiß Holzwürmer) zu, wenn sie beim Aufräumen aus dem Schrank fallen. Da meine Erwartungen an diesen Kinoabend besonders hoch waren („Bitte keinen Stehplatz!“), hatte es diese Verfilmung natürlich besonders schwer. Doch mehr dazu nun in meinem Review, das, passend zum Film, ebenfalls nur lieblos überflogen werden will:

Ich liebe Superheldenverfilmungen!

Dieses uneingeschränkte Heldentum am unbeschrankten Bahnübergang! Diese nachts-um-halb-4-kompatible Darstellung von Gut und Böse! Diese niedrige Altersbeschränkung (habe ich noch Popkorn im Nacken?)! Diese herrlichen Alltagsprobleme zwischen den geretteten und den letzten Zügen (Auch die Geduld eines Super-Latzes ist beschränkt, wenn man ständig einen vor den selbigen bekommt)!

Kurz: Ich hasse Superheldenverfilmungen!

Dieses heroische Getue, das sich stets auf 3 Kilometer hohen Bürogebäuden abspielt, während Bungalow-Besitzer sehen können, wie sie ihren Stubentiger vom Dach bekommen (NICHT Catwoman)! Diese ewigen Blödmann-Botschaften wie „Verantwortung übernehmen“ (Zivildienst), „schwierige Entscheidungen treffen können“ (Bund oder Zivildienst?) oder „bewusst Außenseiter bleiben“ (im Zivildienst mit Seniorenkot werfen)! Diese pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen, woher die unglaublichen Kräfte denn nun kommen (Strahlen), wann sie wieder gehen (Strahlen) und was man tut, wenn die Muckis kurz vor dem Finale dann doch wieder mitspielen (Strahlen)…

Kurz: Ich liebe Superheldenverfilmungen!

Ihr seht schon: Ich und die Männer aus Stahl/ Stein/ Schweinefett, das ist eine Beziehung, die man als Bewohner eines Mehrparteienhauses manchmal nachts um 12 hören kann: „Was willst du eigentlich noch hier?“ – „Lass mich in Ruhä!“ – „Psss! Denk an die Nachbarn, blöde Kuh!“ – „Die Scheiß Nachbarn sind mir scheißegal! Scheiße!“ – Ich glaube es ihr unbesehen, wenn schon nicht unbehört…

Auch ich möchte die Helden EURER Kindheit – ich war immer mehr auf dem Disney-Trip – manchmal kräftig schütteln, weil sie trotz Empfehlungsschreiben von Heinz Sielmann eher gleichartig daherkommen. Ob Fledermaus, Spinne, Katze oder Wolf: Alle haben sie weniger feste Beziehungen als ein Trekkie in der Chipsfabrik. Sie alle leben höchstens in einer trisexuellen Beziehung, bestehend aus Tierliebe, Selbsthass und 1-Euro-Job im Medienbereich.

Auch Superman hat die gleichen Probleme wie Peter Parker und Bruce Wayne: Und ewig (b)lockt das Weib. Zwar sind alle Frauen sowohl scharf auf die kostümierte sowie auf die unkostümierte Version, jedoch gibt es immer Hinderungsgründe aus dem Autorenhind… tern. Der Protagonist kommt beispielsweise langsamer in die Pötte (und Körperausbuchtungen) als ein 100-jähriger Hausmeister auf dem Mädcheninternat.

So auch hier. – Superman liebt mit treudoofen Blick seine Louis Lane so vor sich hin. Alles wie gehabt und auch in Zukunft nicht abgeschafft. Dabei sieht er gedankenversunken durch mehrere Wohnviertel und ein Waldstück hindurch – buchstäblich – und sinniert über simple Sachverhalte, bei denen sich selbst ein Paarberater gähnend wegdreht. Tatsächlich scheint Supi keine größeren Sorgen zu haben, als eine scharfe Schnitte, an die er nicht herankommt. Und das alles nur, weil der Comicgott in Vers 7, Sprechblase 9 einst folgende Worte festgelegt hat: „Smash! Clash! Watsch!“ – Zu Deutsch: Action bitte. Beziehungen unerwünscht. GV (= Geschlechtsverquer) erlaubt, reinstecken nicht. Und wenn, dann höchstens zur Hälfte.

„Oh, Superman! Wir können einfach nicht zusammen sein!“ – „Aber warum denn nicht, mein Schnurzelbäumchen?“ – „Weil zwei Körper physikalisch nicht den selben Raum einnehmen können! Gibt’s im Weltall etwa keine Bücher, Depp?“ – Noch so’n Kuss, Kieferbruch: Supi kann einfach nicht richtig knutschen… Seine Zunge ist so flink, dass sich jede Frau nach ein paar Sekunden in einen Hubschrauberpropeller verwandelt. Noch dazu leben die beiden einfach in unterschiedlichen Welten: SIE macht die Fachhochschulreife, ER schon die gymnasiale Oberstufe.

So nervt es auch tierisch, dass auch in diesem Film die einfache Tatsache ausgewalzt wird, dass Superman eine gewisse Frau nicht bekommt. Jeder 14-Jährige lernt spätestens beim ersten Mal, bei dem er erfolglos in der Mädchenumkleide gestrippt hat, dass 90% der Damenwelt mehr an ihrer Oberbekleidung hängt als an Fixer an der Nadel. Nur unser Superman hat selbst in Band 1.892, Pardon, in Film Nr. 5 noch nicht kapiert, dass auch andere Mütter hübsche Töchter haben oder sogar selber geschieden sind.

So quält sich Clark Kent zum Anfang des Filmes durch die Büroräume, steht schniefend vor Louis’ Schreibtisch und betatscht sie an ihrem Allerheiligsten. Dem Familienfoto. Dieses zeigt ihren Modell-Mann, ihr Spinatwerbung-Kind und ihr eigenes in Wangenknochen gemeißeltes Kindchenschema. Fünf Jahre war Kent fort, zeitgleich mit Superman. So ein Zufall. So ein Zerfall. Von Berufspraxis. Und das alles nur, weil Christopher Reeves vom Hoppehüh-Pferd gefall… nein, weil Clark die Überreste seines Planeten besichtigen musste.

Und er scheint seine Abwesenheit nachträglich zu bereuen, wie das tiefe, traurige Schwarz des Hornbrillengestells andeutet. Schauspielerisch ist da ja eher Ebbe im Schönlingsgesicht. – Die Welt hat sich jedenfalls an Supermans Verschwinden gewöhnt, was diesen ein wenig zu überraschen scheint. Ähnlich einer Bürokauffrau, die nach 10 Jahren Mutterschutz in ihren alten Beruf zurückkehrt und sich wundert, warum auf ihrem alten Bürostuhl ein Schülerpraktikant die Beine baumeln lässt.

So trau(er)t sich Kent dann also durch die mitteilungsbedürftige Sparhandlung, die nur durch einen effektreichen Flugzeugabsturz aufgelockert wird. In dieser Hinsicht hat er vieles mit den täglichen Abendnachrichten gemein. Nur dass diese nicht so klinisch rein daherkommen, als hätte Batman sich eine Albino-Fledermaus als Vorbild genommen. Die Superman-Dialoge sind nämlich typisch für Produktionen, mit deren Budget man problemlos die Rentenkasse sanieren könnte. Der von virtuellen CGI-Rentnern, versteht sich… Durchgestylt und glattgebügelt, von 20 Produzentenneffen im Wintergarten probegelesen und sämtlicher Ecken, Kanten und Überraschungen beraubt und betäubt.

Wer Lust hat, kann sich ja spaßeshalber mit Ohrstöpseln in’s Kino setzen und sich in der Sportart des „Synchrontextens“ versuchen: „Oh, Superman! Du warst ja nun so lange fort!“ – „Ja. Und zwar an einem andern Ort!“ – „Ich dachte schon, es war ein Mord!“ – „Ich sag dazu jetzt mal kein Wort…“ – Garantiert überraschender und amüsanter als das Original-Bla.

Mit einer Einschränkung: Lex Luthor und seine beschränkte Gang sind Sat.1-Comedy par Exel…-Dings! Sie nehmen die Handlung in etwa so ernst wie sie es verdient, was sie eher zu den Geringverdienern mutieren lässt. So baut Lex beispielsweise einen gigantischen Park aus Modeleisenbahnen auf, um die Zerstörungskraft von kryptonischen Kristallen am nicht allzu lebenden Objekt zu demonstrieren. Wenn man mutig oder einfach nur ein bisschen Klapowski ist (= Nachfolgebegriff von „Bluna“), kann man die hier folgende Zerstörungsschlacht im Spielzeugland durchaus als ironische Konterkarierung der sinnlosen Materialschlacht am Ende werten. Oder, weniger intellektuell ausgedrückt: „Voll die coole Verarsche, alta Verwalta!!“

Auch völlige Verdrehungen sind zu haben: Wenn der stumpfe Helfershelfer plötzlich zur Beschallung durch Klavierspiel übergeht, sind die üblichen Konventionen wohl doch mal eben konvertiert worden. Oder, um diese Aussage mit dem deutschen Bildungssystem in Einklang zu bringen: „Haste nich’ mit gerechnet, Alta! Noch’n Bier?“

„Hört mal, wie genial ich bin: Ich habe ein Verfahren entwickelt, das Wasser zu einer festen Form verhilft! Nun kann ich das Meer an den Polen der Erde verklumpen lassen! Denn nur dort herrscht die Temperatur zur Durchführung meines Experiments!“ – „Äh, fein, Chef. Aber wo bekommen wir denn jetzt die ganzen Polen her?“ – Tausche Eispickel gegen Frostbeulen: Lex wird die Welt dafür büßen lassen, was sie ihm angetan hat! Denn 18 Staffeln „Smallville“, da rauft sich auch der unsensibelste Mann irgendwann die Haare…

Solche humorvollen Einlagen sind hier das Schmalz in der Suppe: Irgendwie unpassend, aber mal etwas anderes. Schade, dass der Beziehungskrimi nicht ebenfalls durch ein paar ironische Kommentare entschmachtet wurde. Aber da nahm man den Cape-Bubi dann doch etwas zu Ernst. Dabei ist der neue Darsteller auch noch viel zu jung und zu glatt. Da perlt das Aftershave (irgendwas mit „cool“ und „water“) noch aufgrund des Lotusblüteneffekts ab. Altersmäßig könnten dieser Schauspieler und die Powersträhne aus „Smallville“ sogar auf ein und demselben Klassentreffen herumturnen, sobald sie genügend Lebensjahre gehortet haben, auf dass die Floskel „weißt Du noch?“ nicht mehr ganz so albern wirkt. – Wie alt waren alle Beteiligten dann erst vor 5 Jahren, als Supi die Erde verließ, ohne sich zu verabschieden oder wenigstens ein „to be continued“ in die Mondoberfläche zu lasern? Und zählte das Bergen von Lawinenopfern damals noch als Kinderarbeit?

Das eigentliche Problem ist und war schon immer die moralische Gütesiegelsammlung, die der Mann aus… Gähn hätte tragen können. Selbst Günter Grass war stets zufrieden mit dem blau-roten Humanitäts-Humus. Wo Supi hinhaut, da gedeiht das Gute. Selbst bei einem selbst- und fremdverliebten Haudegen, der nachts in die Wohnung seiner Angebeteten spannt, um sich mit einem Blick auf ihre Gurkenmaske eine mentale kalte Dusche zu gönnen, blitzt keine Wut auf. Superman ist quasi der Sparkiller des Lichtspielhauses: Immer nett, immer freundlich, immer hübsch im Design.

Trauer: Ja. Tobsuchtsanfall: Nada. – Wäre ich Superheld, müsste man mir nach einem nervigen Arbeitstag gar nicht erst zu erklären versuchen, dass Kanaldeckel NICHT als Wurfobjekt für Frisbeeliebhaber gedacht sind. Aber bei Clark hängt die Stirnlocke immer akkurat gestylt, das Haargel widersteht einer Supernova und Bartwuchs (das gilt auch für den berüchtigten 12-Stunden-Bart) ist ein Zeichen von Charakterschwäche und Verschlagenheit… Alles also so interessant, unberechenbar und ungewöhnlich wie ein Zeuge Jehova beim Klingelknopfpressing am Samstagmorgen.

„Okay, Leute. Wo soll ich euch das verschenkte Potential denn nun hinstellen?“ – Popeye im Blaumann: Und nach der Arbeit etwa NOCH einen heben? Nicht mit dem Mann in Aquamarin! Dieser Kerl hat einfach keine Charakterfehler. Aber da er bei Louis nicht landen kann, sollte er sich vielleicht doch mal mit einen zulegen? Keinen Charakterfehler, einen KERL meine ich!

Was Superman in den Filmen braucht, ist ein Kumpel, einen so genannten „Sidekick“. Eben jemanden, der stellvertretend für den Mann aus Stahl einen Tritt in die Seite bekommt. Einen Bauernlümmel. Einen Mann aus Stall. Einen Bruder wie Rom aus DS9. Ein Gegenstück, von dem Superman immer weiß, dass er sich seine Sorgen anhört. Seine eigenen. Also einen selbstgesprächsführenden Unterschichtler. Drüben, in der Eckkneipe „Zum Hartz“. Ein Mann, der verletzlich ist und der Figur Supermann das Heroische aus dem Körper zapft.

Jemand, der ein wenig Kryptonit in das Bier seines Freundes mischt, damit dieser mal für ein paar Stunden alle Sorgen, Meteoriten, Vulkanausbrüche und Industrieunfälle vergessen kann. Jemanden zum Reden, damit man als Zuschauer nicht immer die aktuelle Stimmung an den ebenmäßigen Gesichtzügen von Jürgen, Ex-Bodybuilder in „Trudes Muckibude“, nun aber Superman-Darsteller, ablesen muss. So jemanden wie Butler Alfred bei Batman, nur etwas weniger gepflegt. Vielleicht eine türkische Putzfrau mit Sprachfehler.

Was ist denn aus dem schwatten Kumpel aus Smallville geworden? Fand eigentlich immer gut, wie der Knirps im Medienraum seiner Volksschule schwor, Superman zu helfen! – Bevor der Helfende auf dem Schulhof von eine Meteoriten am Kopp getroffen wurde und für den Rest des Folge am Sofakissen lauschte.

„Clark, sie sind echt Scheiße!“ – „Mein Kollege übertreibt maßlos. Sie riechen nur nach Scheiße!“ – „Genau! Und wenn wir sie noch ein einziges Mal mit der Telefonnummer einer Anti-Mobbing-Organisation erwischen, kriegen sie von uns auch keinen Kot mehr zum Essen, klaro?“ – Wo ein Wille ist, ist Kent im Weg: Superman gefällt sich als devoter Träger zweier Zierfischgläser. Denn immer wenn er krampfhaft versucht, über den Teppich zu stolpern, vom Kopierer abzuprallen, 4 Kaffeetassen umzuwerfen und dann in den Schacht für die Rohrpost zu verschwinden, hat er das Gefühl, dass er eigentlich ein ganz nor-mal-er Mensch ist.

Die Logik liegt erwartungsgemäß so niedrig, dass ein Vulkanier sich schon bücken müsste, um ihr in’s Gesicht zu lachen. Warum Kristalle von Krypton bei Kontakt mit Wasser den halben Planeten zerstören können, bleibt rätselhaft. Wenn man etwas nicht auf die Erde senden sollte, dann sind es Ziegelsteine, die sich bei Kontakt mit CO2 in eine Atombombe verwandeln, Aquariumssand, der bei Sonneneinstrahlung die Atmosphäre wegsprengt und eben Kristalle, die bei Wasserkontakt unkontrolliert zu wachsen beginnen. Dass der Computer(?) in der Festung der Einsamkeit dann auch noch Lex Luthor nebst Anhang für Superman hält, wirft kein gutes Licht auf den Datenschutzbeauftragten auf Krypton. Das wäre so, als könne man beim Geldautomaten die Visitenkarte von Kater Karlo einführen, um den Jackpott abzuräumen.

Nachfolgend werde ich einige Dinge aus dem letzten Drittel des Filmes verraten. Wer sich die Spannung erhalten will oder sogar weiß, wo sie sich die ganze Zeit über aufgehalten hat, wende sich bitte mit Beschwerden oder sachdienlichen Hinweisen an mich.

1.) Superman lässt sich verprügeln, da die Gegend kryptonitverseucht ist.

An sich eine schöne Sache. Auch die Blauen muss man hauen. Nachts über dem Poesiealbum einschlafen, aber den Endkampf ohne Schramme überstehen? Nada! – Nur fand ich es vor dem Hintergrund (MEGA-SPOILER!) etwas seltsam, dass Superman am Ende einen kleinen Kontinent aus Kryptonit aus den Tiefen des Ozeans gehoben hat. Dass er danach tot umfiel, lasse ich als Ausrede nicht gelten!

Wo kommen wir denn da hin, wenn die Schwächung durch Kryptonit nur noch erfolgt, wenn der Hauptdarsteller mal gerade nicht die Worte von Schwipponkel Herbert befolgt hat? „Brust raus, Bauch rein, Arschbacken zusammenkneifen, Rücken gerade und Blick geradeaus!“ – Dass man bei penibler Befolgung dieses Ratschlags wie ein stark Körperbehinderter aussieht, macht dieses Konzept nur noch fragwürdiger.

2.) Superman lässt sich von einer Frau retten.

Louis zieht Superman aus dem Wasser, nachdem der bereits die Strecke von 5 Schwimmbädern abgesunken ist. Schwimmbäder-BREITEN, wohlgemerkt! Aber was sind schon 100 Kilo unter Freunden? Die musste sie vor 5 Jahren schließlich auch aushalten, als Supi oben saß… Dass in der trüben Suppe irgendjemand weiter als 3 Meter gucken kann, wage ich aber auch zu bezweifeln. Gut, da ich den Comicaspekt nicht völlig außen vor lassen will, füge ich den Realitätskoeffizienten „mal 10“ hinzu, um die maximale Sichtweise auf 30 Meter zu erweitern. Da Supi allerdings mindestens 31 Meter abgesunken ist, befindet sich das Ganze auch bei einer Comicverfilmung knapp außerhalb der vorgegebenen Realismusparameter.

3.) Wenn Kinder was woll’n…

Was will Lex Luther mit einer Insel, in der schwarze Stacheln kreuz und quer in den Himmel jagen, als tauche gerade eine Mangafigur aus den Tiefen des Meeres auf? Obwohl ich im Kino ja normalerweise die Klappe halte, konnte ich mir einen Kommentar an meinen Begleiter nicht ersparen: „Jetzt fehlt nur noch ein einrädriger Mähdrescher, für den Weizenanbau“. Aber gut: Lex ist irre. Plemplem. Also gar nicht gut.

„Aber mir tun schon die Knieeee so weeeeh! Flenn!“ – „Bleib gefälligst so stehen und lass Dich für die schwulen Promotionfotos fotografieren wie ein Mann!“ – Gleich wirft er den Brocken hin: Kryptonit ist ja schon übel, aber eine verlorene Reisegruppe macht diesen Mann so RICHTIG fertig. Am liebsten wollte Superman das große Finale abblasen. Dank seiner Lungenkapazität, die irgendwo zwischen Nicht- und Metholzigarettenraucher liegt, hat er aber auch die brauchbaren Charaktermomente weggepustet. Celluloid wiegt nun mal nix… Und dieses wurde für diesen Film sogar extra noch mal ausgehöhlt!

Und sonst so? Das Wetter war schön, die Luft gut. Ich habe mir das Popkornrezept geben lassen und keinen alten Bekannten getroffen. Ja, gut erholt haben wir uns. Die Spezialeffekte waren toll. Ganz speziell. Ja. – Inzwischen sind wir aber wohl an einem Punkt angelangt, an dem man das bei jeder High-Budget-Produktion nicht jedes Mal erwähnen muss, oder? Wer als Grafiknutte durch’s Leben geht und jedem Weltuntergang in Dolby Ohropaxial gerne seinen menschlichen Körper vermietet, wird zufrieden sein. Ein Grund zum Kinobesuch sind die Effekte aber kaum. Das meiste war Wassermassen und Klippengewucher. Stein auf Stein, die Insel wird bald fertig sein. Matrix-artige Showkämpfe mit einem Superman, der durch 50 Kubikmeter Felsen geprügelt wird, bevor er auf der anderen Seite K.O. von einer Straßenlaterne herunterrutscht… Genau DAS bekommen wir leider nicht zu sehen.

Fazit: Durchschnittsware mit weisen Charakterszenen und herrlich weißen Charakterzähnen. Schönlingsrausch mit Frauentausch. Weidwunde Blicke in die Kamera. Die amerikanischen Leerlauf-Sprinter holen Gold über eine Strecke von 150 Minuten. Schöne Bilder, die schon jetzt Lust auf die Poster zum Film machen. Jetzt auch mit Gags zum Lachen. Effekte jetzt auch mit Hascherei. Bösen Buben blüht besondere Bestrafung beim Bund besserverdienender Banden. Oscar knapp verfehlt. Dieses Fazit wird nun heruntergefahren. Sie können die Polemik jetzt abschalten.

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Artikel

von Klapowski am 23.08.06 in Filmkritik

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Kommentare (14)

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  1. Klapowski sagt:

    Aber, aber… ich MEINTE doch CO hoch 2!

    Manchmal stößt wohl meine Bereitschaft, meine Artikel fehlerfrei zu halten, auf erbitterten Widerstand der Missverständnis-Fraktion!

    Oder wäre H2O etwa lustiger gewesen? In diesem Falle entschuldige ich mich selbstverständlich für die entga(n)genen Gaumenfreuden der Humorfeinschmecker. Auch im Namen der Kurverwaltung. Oder existieren sogar Vorgaben, aus Gründen der verbalen Treibhauserwärmung (sprich: "Heiße Luft") auch das bloße Erwähnen von CO2 doch bitte zukünftig zu unterlassen?

  2. Roonie sagt:

    Wow, soviele Wortspiele in nur einem Artikel! Hab mich beim Lesen sehr gut amüsiert, wahrscheinlich besser als du beim Anschauen des Films. Verrückt…

  3. Gast sagt:

    H2O, H2O nicht CO2!

    Little Jimmy was a chemist,
    little Jimmy is no more,
    what he thought was H20
    Was H2SO4.

  4. Wildmieze sagt:

    anhand des reviews erscheint mir die 3- aber doch sehr geschmeichelt ;) .. ich fand den film schlechter als "nur etwas unterdurchschnittlich" .. vielleicht gerade noch ausreichend (also 4-), weil ich nicht im kinosessel eingeschlafen bin ..

    und @gast-post 8599: CO² passt scho .. les nochmal .. mhm .. genau ..

  5. DJ Doena sagt:

    Und DAFÜR hat Singer X3 hingeschmissen?!

  6. ted_simple sagt:

    Für mich die perfekte Hommage an Superman I. In 28 Jahren ändert sich nichts – ist das nicht passend für einen Superhelden, der eine undurchdringliche Ikone bleiben soll (wie Spiegel Online kürzlich schrieb)? Ich finde, diesmal ist ausnahmsweise die Kritik von Klapowski falsch angesetzt. Meine Note für den Schinken: 2+

  7. Sparkiller sagt:

    Chrrr… Film schon zu Ende? *streck*

    Also begeistert war ich jetzt auch nicht wirklich. War der Anfang noch schööööön ans Original angelegt, kamen mir aber auch dabei bereits Zweifel, ob man es mit den Photoshop-Effekten vielleicht nicht so sehr übertreiben sollte. Punkten konnte da wenigstens das alte Superman-Thema, wo das "Daa-dadada-daaaaa, da-da-da!" noch zum schunkeln animierte. Der Rest der Musik dudelte ja eher unauffällig und nichtssagend vor sich hin. Hat der Herr Ottman etwa schon für Voyager komponiert?

    Größter Kritikpunkt war aber für mich die neue Louis. So eine dumme Nuß! Kettenraucherin (mit Bonuspunkten für Inhalator-Bubi), work-a-holic, eher Richtung untreu tendierend und eine gar nicht erziehende Mutter. Wenn durch die Emanzipation so etwas dabei raus kommt, sollte Supi lieber wieder ein paar rückwärtige Drehungen um den Globus machen.

    Gut fand ich da ebenfalls noch Lex und Anhang, die nicht ganz so durchgestylt und leblos auftraten wie der Rest des Films. Da warte ich doch gerne auf die "Entertainment Cut"-Version der DVD. Laufzeit 20 Minuten.

  8. LiviaDrusilla sagt:

    Ohne den neuen Film bereits gesehen zu haben:

    "Größter Kritikpunkt war aber für mich die neue Louis. So eine dumme Nuß! Kettenraucherin (mit Bonuspunkten für Inhalator-Bubi), work-a-holic, eher Richtung untreu tendierend und eine gar nicht erziehende Mutter."

    Bis auf die "gar nicht erziehende Mutter" ist das doch eine exakte Beschreibung der alten Lois an Mr. Reeve's Seite Anno dazumal. Oder sehe ich da was falsch?

  9. Sparkiller sagt:

    Früher gab es wenigstens noch die wichtige moralische Lektion! Denn ein kurzer Röntgen-Blick in die Lunge spart den Arztbesuch.

    Die "Alte" war halt nur das Abziehbild einer arbeitswütigen Reporterin. Aber dafür ohne Männe, Rotzblag und sonstigem Anhang. Louis MK2 hatte halt gar kein Problem damit, Herrn Super ein paar lüsternde Blicke hinterher zu werfen, obwohl die Familie gerade im Auto wartet. Dazu kamen halt so Details, dass der Kurze röcheltechnisch kurz vorm Abnippeln ist, sie aber weiterhin ihre 100 Stangen am Tag in die Atemwege schmeisst.

    Symphatie für die Hauptdarsteller finde ich eigentlich schon recht wichtig. Und während der Superman-Darsteller mich eher kalt ließ (den Reeve fand ich da doch wesentlich charismatischer), konnte ich die Lane schon gar nicht mehr leiden. Kann ja nicht sein, dass man den Bösewichtern schon viel Erfolg wünscht! Go, Lex!

  10. Raketenwurm sagt:

    Kevin Spacey ist aber auch ein toller Typ.
    Man darf halt nicht den Fehler machen und Bösewichter mit tollen Typen besetzen. Da nimmt man entweder einen völlig unbeliebten Schauspieler; sagen wir mal Robin Williams, oder man läßt ihn komplett computeranimieren. Aber doch nicht Kevin Spacey ! Mr.American Beauty, Mr. K-Pax, Mr. Schiffsmeldungen !

    Ich werde mir übrigens Superman Returns nicht anschauen, den für mich gibt es nur einen Superman und eine Lois Lane: Dean Cain und Teri Hatcher.

  11. Al Bundy sagt:

    Der Film war lang,der Film war einfach nur lang, GOTT war der lang. Der Beurteilung Klapovskis kann ich zum grössenteils zustimmen, aber diese 2 Äkschn Punkte? Woher kommen die? Meinst du damit die Äkschn die du mit den Popcorn werfenden Kiddies hattest? Anders kann es nicht erklären…

  12. Klapowski sagt:

    Qualität vor Quantität, mein Freund. Quali vor Quanti.

    – Auch wenn's, wie im Text angedeutet, nur Quasi-Quali war. Das, WAS es zu sehen gab, war ja durchaus nett anzusehen. Hätte nur lieber etwas GANZ anderes gesehen. Weniger Wasser, mehr Stadtviertelsterben.

    Mit dem Motto "Rettet das amerikanische Hochhaus" hätte sich Superman noch viel mehr auseinandersetzen können.

    Und Louis (Lois?) mochte ich auch nicht. Hatte dauernd Angst, dass Katie Holmes kleine Schwester mit jeder Minute mehr in Hollywood ebenfalls in scientologische Klauen fallen könnte.

  13. Sparkiller sagt:

    Lois! Stimmt, Genosse Klapovski! Lois… Gibt es diesen Namen eigentlich auch bei Normalbürgern? Ist mir vorher (und nachher) noch nie woanders begegnet.

    *von klappernden tastaturen durch google-abfragen taub werd*

  14. Gast sagt:

    Jawollja !! Dean Caine und Teri Hatcher (bevor sie im letzten Drittel so dramatisch abmagerte) …..war irgendwie die einzig unterhaltsame Art Comic -Verfilmung…bin da ja eh nicht so bewandert , weil ich im Kino gern einen überdrusel ….
    …….wollte den Film eh nie sehen und werd es nach der Rezension auch sicher nicht

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