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Die Hüter des Ladens – Discovery-Merchandise zum Hirnrunzeln

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Treten wir der Tatsache ins Gesicht… äh… entgegen: Die neuen Trek-Serien sind ein voller Erfolg, sehr beliebt und verströmen einen ganz milden Geruch von Veilchen und Rosenblättern. Kein Wunder also, dass Kollege Sparkiller weder Kosten noch Mühen gescheut hat, die sagenumwobenen Merchandise-Artikel zu „Discovery“ zu finden. In einer bestimmten Wüste wurde er dann fündig. Dies sind nun die Schätze des verlorenen Schatzes. Die Schätze der Michael Burnham!


Grafiken und blaue Kästen von Sparkiller, Resttext von Klapo

Das „Lustige“ an den Artikeln weiter unten ist: Kollege Sparkiller hat mir nicht gesagt, welche er sich selbst ausgedacht hat – und welche ECHT sind.

Inwieweit man heutzutage überhaupt noch das Wort „Echt“ sprechen kann… Immerhin leben wir in einem Universum, in dem Teilzeit-Feministen mit mehrjähriger Nicht-Berufserfahrung für ein ehrwürdiges SF-Franchise schreiben dürfen – und dabei auch noch verdammt blöde Interviews geben.


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Ein wunderschön gezeichneter Discovery-Pin. Sind die Ähnlichkeiten zu den Videos dieses Zelda-Spiels Absicht?

Hier tippe ich darauf, dass Kollege Spark uns ein ECHTES Franchise-Ei neben das Nest gelegt hat. Das verspielte Hochjubeln von einzelnen Ballerstaller-Trottelepisoden würde gut zu den derzeitigen Machern passen. Auch das eher unmotivierte Anhäufen von Symbolen, Flaggen und magischen Trek-Runen (um den alten Trek-Geist zu beschwören) spricht sehr für die aktuellen Produzenten…

Andererseits ist es schon auffällig, dass ausgerechnet das bärtige „Läuft die Instagram-Kamera schon?“-Double so prominent in Szene gesetzt wurde. Will uns Kollege Sparkiller hier auf den weißblechernen Holzweg führen? Könnten die tatsächlichen Marketing-Fritzen glauben, dass wir uns WIRKLICH einen entrückten Bart-Spock dranpinnen wollen?

– Was macht man eigentlich normalerweise mit diesen seltsamen Nerd-Pins? Krawatten halten sie jedenfalls nicht zusammen, wie ich nach einer schlimmen Erfahrung bei einem formellen Vorstellungsgespräch feststellen musste. Ich hatte damals Glück, dass der „Neelix-Gulaschtopf“ nicht dem Personalchef ins Auge gesprungen ist.


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Auch diese Burnham-Figur ist ein wahrer Augenschmaus. Also in dem Sinne, dass man seine Augen nach dem Ansehen aufessen will…

Hier weiß ich „leider“, dass dieses wunderschöne Werk tatsächlich angeboten wird. Und ich weiß auch, dass Kollege Sparkillers Photoshop-Skills nicht ausreichen, eine kaputte Babypuppe in 3D zu modellieren – selbst wenn diese für einen Horrorfilm konzipiert sein sollte.

Schön ist aber, dass auch wunderschöne Frauen mit russischer Fellmütze(?) keine großen Hände brauchen. Diese Finger sind so zart, dass sie den restlichen Körper dazu überreden müssen, ein Wunder zur Rettung der gesamten Mannschaft zu erschaffen.

Besonders gut gefällt mir, dass die Stiefel nur halb so detalliert wie die Discofox-Uniformjacke aussehen. So entsteht nämlich dieses Gefühl alter Ü-Ei-Figuren aus den 80ern, welches ich sehr schätze.

Und sieht Michaels Gesichtsausdruck nicht so aus, als wäre der Begriff „Happy Hippo“ dafür erfunden worden?


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Der Klassiker! Die Bärtierchen-Figur zum Knuddeln und Liebhaben. Ist schließlich der am wenigsten nervige Charakter der ganzen Serie!

Auch das ist echtes Merchandise.

Was mich hier am meisten verwirrt, ist die Größe der wunderbaren Horror-Amöbe, mit der alle Trekkies so wunderschöne Abschlacht-Erinnerungen verbinden. – Denn: Sollte sie höher als 15 Zentimeter sein, so ist mir die Oberfläche nicht detailliert genug. In diesem Fall bekäme ich nach dem Aufstellen nur Bock auf eine Schale achtlos hingekippten Schokoladenpudding. Wäre sie jedoch nur 3 Zentimeter groß, so wäre der Detailgrad und die verströmte Atmosphäre (von chinesischem Arbeiterschweiß?) wirklich enorm.

Aber auch unabhängig davon bringt dieser Franchise-Spritzguss nichts Kultiges unter dem kackbraunen Klobi-Mantel mit. Ja, zugegeben, das Vieh ist stark (= befriedigt männliche Brutalo-Phantasien in feministischen Serien) und ist ein exotisches ALIEN, was für „Discovery“ eher untypisch ist, da man sich eher auf exotische Schussverletzungen verlegt hat.

Andererseits ist jedes(!) gegoogelte Bild von realen Bärtierchen deutlich cooler und faszinierender. Hier hätte man sich das Neudesign von Sabber-Bommeln am Maul wirklich sparen können. Denn der naturgegebene Sauglutsch-Mund hat viel mehr diesen „Ach wie süß“-Faktor für den Wohnzimmerschrank.

Hier hätte man sich (nachträglich) eher von Baby Yoda inspirieren lassen müssen. So bleibt dieser braune Haufen aber eher ein „Baby Joghurt“.


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KEINE Ahnung, was und wer das sein soll.

Laut Produktseite aber „Featuring a colorful design by Rob DeHart that any fellow DISCO fan will recognize“

Okay, DAS schießt wirklich den Vogel ab.

Dafür aber keinen Bird Of Prey, denn mit Star Trek hat dieses Objekt wenig zu tun – nicht mal mit dem wirren Zeugs von Alex Kurtzman, was fast schon wieder eine Leistung ist.

Hier weiß man gar nicht, wo man zuerst schreckhaft wegschauen soll:

– Von der tänzerisch-verspielten Pose, bei der man gerne mit eine Bein aus dem Transporterraum heraushängt, während man gebeamt wird?
– Von den Nuttenschuhen, welche die langen Fingernägel und das Make-Up (nach unten hin) abrunden?
– Von der ungesunden Hüfte, bei der man nicht weiß, ob klassisches Fat-Shaming nicht geschmackvoller daherkommt?
– Von den Farben und dem Hintergrund, bei denen man sagen muss: „Nichts gegen Regenbogen-Fahnen, solange 40% davon Lila ist“?

Nein, das hier würde nicht mal einen hippen Burger-Laden in Bielefeld-Neukölln schmücken. Andererseits könnte man hiermit vielleicht ein verruchteres Etablissement bewerben…? Tauscht die beiden Schiffe im Hintergrund doch mal im Kopf gegen zwei männliche Geschlechtsorgane aus!


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Endlich einmal ein praktisches und sinnvolles Merchandise-Produkt. Mit dem Burnham-Allzweckmesser ist man endlich so allmächtig und unzerstörbar wie der namensgebende Charakter!

Auch, wenn dies hier offensichtlich ein Sparkiller-Fake ist (Die Macher hätten kein neutrales Burnham-Gesicht gewählt, das nicht blöd aussieht): Ich halte diese Idee fast für die bisher beste!

Es vereint reale Anwendungsmöglichkeiten mit einer Botschaft, auf die sich Discovery-Fans und -Hasser einigen können. Nämlich, dass Michael Burnham die beste Schiffscrew ist, seitdem das Einsetzen von hunderköpfigen Bibi-Blocksberg-Mannschaften vom Ethikrat verboten wurde.

Auf der Ironie- und Trash-Ebene könnte das Franchise tatsächlich noch was reißen! – Die Stamets-Winkekatze? Eine Transgender-Puppe, die immer dann weint, wenn man nicht alle zwei Stunden ihr Geschlecht verändert? Eine speziell gefärbte Ketchup-Sorte, um die blutigen Enden jedes Staffelfinales nachspielen zu können?


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Die Verzweiflung der Zuschauer hat endlich ein Symbol. Formlos, mit hängenden Schultern, qualmenden Füßen und einem ungläubigen Grinsen kann man unseren emotionalen Zustand nach jeder Folge einfach nicht besser ausdrücken.

Hier gibt es wenig hinzuzufügen. Vielleicht noch die Tatsache, dass die Frau sich vor Verzweiflung über die Discovery-Drehbücher die Hände abgenagt hat. Von den Farben her gefällt mir dieser Bademantel sogar.

Wobei ich mir schon die Frage stelle, wer im normalen Leben überhaupt noch Badeanzüge trägt – und dabei in dem angepeilten Zielgruppen-Alter der Serie ist? Für Sechsjährige ist das Ding viel zu groß, während klassische Bademantelträger kaum die Serie verfolgen dürften. Mit dem Alter kommt ja bekanntlich die Weisheit.


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Auf der anderen Seite: Der stolze Fan. Selbstsicher und unverrückbar in seiner Ansicht, dass Discovery die knorkeste Serie im ganzen Universum ist. Selbst ein geisteskranker Schuhdesigner kann daran nichts ändern. Kurz: Dies ist der Robots-and-Dragons-Reviewer unter den Cosplay-Uniformen.

Auch hier muss ich zugeben: Würde man den ganzen Sprühlack abkratzen, der sehr nach einer nordkoreanischen Oligarchen-Familie aussieht, wäre das Ding sogar tragbar. Ich könnte mir Dutzende von Fast-Möglichkeiten vorstellen (z.B. nach der Erfindung eines Unsichtbarkeits-Strahls), bei denen man mit diesem dunklen Zweireiher auftreten könnte.

Okay, natürlich ist das Mode, die sich vor allem auf Conventions bewährt. Und für diese dreizig Personen, von denen zwanzig eh vom Paramount-Pressesprecher bezahlt und eingekleidet werden, ist diese Textil-Textur gut zu gebrauchen.

Leider fallen die SCHUHE da etwas raus. Auf Planeten und/oder Pressehallen dürfte sich hier mehr Schweiß ansammeln als auf meiner Stirn, wenn ich eine Discovery-Staffelhandlung zusammenschreiben muss. Diese Kindersärge für halbgare Kurtzman-Ideen erinnern mich eher daran, mal wieder einen „Mega Man“-Teil zu zocken.


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Blitzt mit diesem Produkt etwa ein Funke der Selbstwahrnehmung durch? Und bei uns von Zukunftia ist das Aufsetzen dieser Gesichtsmaske vor dem Ansehen neuester Kurtzman-Serien schließlich schon lange Pflicht.

Auch hier muss ich sagen: In Zeiten der Pandemie blitzt hier zumindest etwas praktischer Nutzen und Humor auf.

Für einen Abend mit den saufbereiten Kumpels eignet sich dieser Stirnlappen bestimmt! Ich höre direkt die verbalen Aufforderungen:

„10 E-Euro geb isch dir, w-w-wenn du damit in ’nen ALDI gehst, Alter!“

Ein lustiger Spaß für dumme Menschen, der erst dann sein Ende findet, wenn das Ordnungsamt einem wegen mangelhafter Pandemie-Gesichtsbedeckung 250 Euro aus den Rippen leiert.

Aber dagegen kann Burnham bestimmt auch was machen, oder? („That’s the power of Behörden-Widerspruch, people!“)


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Endlich! Im neuen Buch „The Power of Math, People!“ aus dem Merida-Verlag verrät Tilly die besten Tricks und Tipps, wie man in der Testosteronwelt (mit schwulen Männern) seine Frau steht. Oder, noch besser, liegt. Stehen ist schließlich anstrengend und der dritte Hüftring muss ja irgendwoher kommen.
Man benötigt für sein Schiff einen fetten Asteroiden? Na, dann wackelt man doch einfach durch das komplette Feld und riskiert ganz nebenbei die ganze Besatzung.

Dieser Textkasten war aber grob unhöflich, Kollege Spark! Denn es geht hier immerhin noch um Mathematik.

– Ich erwarte in diesem Werk hilfreiche Formeltabellen wie „Krach gleich Schnell durch Bumm“
– Dazu ein paar buntes Ausmal-Bilder des wissenschaftlichen Beraters der Serie (Katzen, Hunde, Einhörner)
– Ein Tütchen mit echtem Schwarzpulver und ein Päckchen mit Ersatz-Augenbrauen zum Ankleben
– Ein Interview von echten Physikern, die davon berichten, welche halluzigenen Zustände sie nach dem Konsum der Serie erlebt haben

Aber schon interessant, dieser Einfall… Früher gabe es schließlich kein Kochbuch ohne Trek-Bezug („Klingonisches Gulasch mit Trill-Soße“) und zig Abhandlungen von Physik-Profis.


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Das Fleisch ist zu zäh und dein Klopfer zerbricht schon nach wenigen Schlägen? Dagegen gibt es jetzt den neuen „Discovery Fleischklopfer“ von Tefal! Unzerstörbar, selbst bei größter Belastung mit extra Widerstandsschutz gegen Planetenabstürze und Asteroidenfelder mit dem neuen Duridium-Kratzschutz. Belastbar, wider jeder Logik. Ganz wie das große Vorbild.

Ein Pizzaschneider, der uns von Sparkiller als „Fleischklopfer“ verkauft wird? Offensichtlich ein billiger Fake!

Ich muss aber gestehen, dass die Discovery fast eeetwas meta-schön aussieht, wenn man sie als hässliches Plastik-Spritzguss-Modell präsentiert bekommt.

Im Ernst, denkt euch mal alles andere auf dem Bild weg und sagt mir, ob ihr dieses Modell oder die CGI-Modelle der Serie schöner findet.


Das war’s für heute. Schreibt doch mal, wie euch diese Bilderreihe gefallen hat. Und vor allem: Wo zum Henker wir aktuelles „Picard“-Merchandise herbekommen! Ich will endlich ein Modell des kultigen Schiffes (La Bella Donna? La Sirena? Las Plagas?) bekommen, um es mir zum allerersten Mal ansehen zu können.


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Artikel

von Klapowski am 03.07.21 in Das Test-Labor

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Kommentare (5)

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  1. Kazairl sagt:

    Ich bleib dabei. Das Bärtierchen ist schon in irgendeiner Art und Weise süß und das einzige, was nicht an Season 1 genervt hat. Es ist auch der einzige Charakter, der wirklich in Erinnerung bleibt, wenn man Burnham abzieht, die ja nur in Erinnerung bleibt, weil sie eine zu große Rolle bekommen hat.

  2. Halbnerd sagt:

    Super, diese Qualitätsprodukte lassen keinen Wunsch offen. Star Trek ist also keineswegs kreativ am Ende, wie manche (Ich!) oft behaupten, sondern die guten Leute haben nur alle die Abteilung gewechselt. Trotzdem waren mir die 90er lieber. Da gab es diese billigen MicroMachines-Modelle und gute Fernsehfolgen. Dieses Konzept umzudrehen war womöglich etwas waghalsig.

    • Einheitskanzler sagt:

      Nix gegen die Micro Machines! Das waren in den 90ern die einzig erhältlichen Raumschiffmodelle, abgesehen vor den drei, vier Standardbausätzen von AMT. Heute gibt‘ ja Furuta oder Eagelmoss, früher musste man noch in die Spielzeugabteilung tigern und verschämt einen Dreierpack Micro Machines „für den Sohnemann“ mitnehmen.

      Antworten
    • Donald D. sagt:

      Sehe ich auch so. Die MMs sind gut und ich spiele gerne noch mit ihnen. Auch die AMT-Modelle sind größtenteils besser, als ihr Ruf.

      Antworten
  3. FordPrefect sagt:

    Danke für die Unterhaltung zwischendurch, hat mich mehr als nur einmal Schmunzeln lassen.
    Das Power of Math Buch ist mein Favorit.

    Für PIC kann es ja eigentlich nur die Doomsday-Tentakel Grillzange geben.

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