Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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„Star Trek Discovery“ – 1.05 – „Choose Your Pain“ – Kritik

„Star Trek Discovery“ – 1.05 – „Choose Your Pain“ – Kritik

Tschüss, Schildhilde! – Habe ich die letzten Folgen noch parallel mit meiner geschätzten Trek-Weggefährtin gesehen, so ist diese nach Episode 1.04 geistig ausgestiegen. Den Grund dafür weiß ich nicht, aber die letzten Tage verbrachte sie damit, Leute auf der Straße anzupöbeln: „Ihr gehört doch auch zu den IDIOTEN, ODER?!“. Möglicherweise war sie mit der Gesamtausrichtung der Serie unzufrieden? Das würde auch erklären, warum sie Michael Burnhams primäre Nahrungs- und Kommunikationsluke neuerdings mit „dumme Fresse“ betitelt?

Inhalt: Der Inhalt ist diesmal sehr überraschend: Noch immer befindet man sich im Krieg mit den Klingonen. Noch immer ist das Bärtierchen der schwächer werdende Navigator des Schiffes. Damit aber noch nicht genug! Als Innovations-Sahnehäubchen wird Lorca dieses Mal entführt! Eine schöne Anspielung auf die zweite ENT-Staffel, wie ich finde …

Besprechung:

Nachfolgend bewerte ich erstmals die Güte der Logikfehler, beziehungsweise die zeitlose Schwachsinnsqualität. Ein roter Pfeil bedeutet „Da geht aber noch viel mehr Käse!“, ein grüner heißt, dass ich beim Schauen schon sehr gelacht habe. Und Bierwolken über den Wohnzimmertisch geprustet.

Discover(the disconnection from realit)y – Das Forschungsschiff Discovery wird dank des Sporenantriebs plötzlich zum Kriegsschiff, in dessen Fußstapfen „man nur schwer treten“ kann? Und Lorca verzichtet nur ungern darauf, sein wertvolles Kampf-/Forschungs-/Prototypen-Schiff weiterhin Gefahren auszusetzen? Zeit für eine Umbenennung aufgrund der unklaren Gesamtausrichtung der Serie, möchte ich behaupten! Wie findet ihr … hmm… „Star Trek – Lottery“?
Unter’m Bett sind noch Monster da – Aha, man sucht also in der ganzen Galaxie weitere Bärtierchen. Nicht nur, dass hier nicht der Hauch eines sternenflottigen Bedauerns herauszuhören ist (Wie wäre es mit: „Wir quälen diese Tiere nicht gern!“, für den ersten Anstupser der Moralkompass-Nadel?), nein, man hat auch weiterhin keinen Plan, wie man wissenschaftlich vorgehen könnte. Lauern die Tierchen im Wandschrank? Kommen die durch Raumspalten? Vergrößern sich normale Mikroorganismen durch z.B. Strahlung? Wir wissen es nicht. Aber wir „suchen“ halt überall. Lorcas Vorgesetzte vermisst seit der letzten Buntwäsche eh noch einen Socken.
„Keine Hierarchie bitte! Ich habe studiert.“ – Lorca hat also „große Macht“ verliehen bekommen, kann auf seinem Schiff „machen, was er will“. Wenn ich das noch ein einziges Mal höre (am besten noch gegenüber einem Admiral, wie hier geschehen), werde ich mit größtem Nachdruck fragen, was GENAU ihn denn dafür qualifiziert, der Heeresleitung ständig die neue Psychowaffe namens „Großkotz“ unter die Nase zu reiben. Okay, natürlich kann Lorcas Ausnahmestellung durchaus gute Gründe haben. – Vielleicht ist ja sein Sohn für uns am Kreuz gestorben?

„Mister Lorca… Der Präsident, der Verteidigungsminister und der klingonische Papst sitzen draußen und ersuchen um eine Audienz.“ – „Keine Lust. Will Leute rekrutieren. Ist irgendein Nackedei-Luder zu haben?“ – „Wie sie wünschen, euer Durchlaucht. Ich werde nach Kirk schicken lassen.“ – Ein Mann, ein Beam: Endlich erfahren wir mehr über die Führungsebene der Erdstreitkräfte. Sie mag z.B. die Farbe blau und liebt Kurzhaarfrisuren.

 

Dialog, Version 0.45a – Bei manchen Gesprächen vermute ich, dass die einfach noch nicht fertig waren, als der Abgabetermin kam („Ach? Wenn sie ‚Januar‘ sagen, klingt das immer so nach ‚August‘, Boss!“)… So bespricht Lorca eine konkrete Sache, fragt sein überaus offenes Gegenüber, ob es ein Problem damit hat – und das sagt nur: „Wir sind Freunde.“ Oder nehmen wir Burnham: Die kommt auf die Brücke, weiß nichts von der Entführung des Captains, bekommt eine ausweichende Antwort und faselt sofort vom Antrieb, statt nachzuhaken („Waaaas? Etwa von den Klingonen?! Lorca? Donnerlittchen!“). Solche Beispiele gibt es ständig. „Premiumfernsehen“ passt da eher auf das RTL2-Nachmittagsprogramm.
Optimus Prime – Wo der Optimismus herkommt, den Captain retten zu können, ist mir unbegreiflich. Wir reden von einem Klingonen(!)schiff, dessen Warpspur längst weg(!) ist, und das man vielleeeicht noch besiegen, aber schlecht um einen einzelnen Typ erleichtern kann. Okay, 30% aller Trek-Folgen basierend auf derlei Entführungsscheiß, aber wollten wir 2017 nicht mal weg von dem hier?:
„Feindliche Schilde auf 2 %. Wir beamen!“ – (Biuuuu) – „Schön, sie wiederzusehen, Captain!“ … ?
Unbestreitbar streitbar – Kann mir mal ein Fachmann für Konfliktforschung den Streit mit Stamets erklären? Es geht um das kranke Wesen, woraufhin der Pilzmann in seiner gewohnt professionellen Art (es geht ja nur um sein größtes Projekt) empfiehlt, lieber andere Crewmitglieder zu behandeln, was wohl bedeutet, dass ihm das Vieh egal ist, selbst wenn dann nix mehr geht. Als der Doktor bereits nach einem Satz flüchtet (ich selbst bin leider vor dem Sofa ausgerutscht – Schade!), meint Stamets plötzlich, dass er ja nie lebende Wesen opfern würde und doch alles Burnhams Idee sei. Die kneift den Mund zusammen, murmelt noch, dass sie das richtigstellen könnte, es aber nicht kann/soll (Warum? Alzheimer?), und alle kommen überein, dass man brainmäßig einfach zu strunzedoof ist, um eine(!) Minute lang ein dringendes Problem zu besprechen – und die Szene endet. Erneut: DANKE für so viel erwachsenes TV!

„Ich verstehe unser Problem! Wir müssen einen Konflikt aufbauen, egal wie!“ – „Dann los: Ich finde, unser Navigator sollte ein rot-weiß-gestreiftes Jackett tragen!“ – „Quatsch! weiß-rosa-gestreift sieht doch viel schwuler aus! Sie sind so gemein! Das sage ich ihrer toten Mama!“ – Endlich wieder Nachmittags-Talkshows: Wie kunstvoll es die Autoren immer wieder schaffen, die Figuren aufeinander prallen zu lassen, das fragen sich Uwe Boll und Jerry Bruckheimer schon seit vier Folgen…

Unbestreitbar streitbar II – Okay, nächster Versuch: Jetzt will Burnham DNA des Navigators in ein anderes Lebewesen verschieben, damit dieses dann zum Navigator wird (Stamets: „Hm, komisch. Es sind gar keine Lebewesen mit einem unbekannten Weltraum-Pantoffeltierchen kompatibel. Hätte ich jetzt aber echt vermutet.“). Der Captain ist ihr derzeit anscheinend egal, ebenso die Tatsache, dass das „eugenische Experimente“ wären. Saru weist sie zwar auf Letzteres hin, aber Burnham meint nur, dass sie halt „mehr Zeit“ braucht. Und wieder einmal weiß ich nicht, was man mir sagen will: Dass man lieber wochenlang illegale Versuche unternimmt, statt jetzt doch mal den Captain zu retten? Dass alles etwas legaler wird, wenn man wartet und pseudowissenschaftliches Zeugs blubbert? Dass man überhaupt keinen realistischen Plan hat? – Da vermisse ich fast die tolle Science aus TOS („Schnaps drauf, Pfefferstreuer drüber, fertig!“).
Apropos „Pfefferstreuer drüber“: Was tut man, wenn man ein außerirdisches Wesen retten will, dessen Überlebensstrategie es ist, 99% seines Wassers abzulassen? Richtig, man schüttet etwas von seinem Lieblingsessen drüber (deswegen werden in Notfallambulanzen auch immer Käsebrötchen auf die Patienten geschmissen), lässt das nervige Wasser weg und schießt es ins Vakuum. Klar, natürlich funktioniert das, Burnhams „Genie“ (dank dem sie auch beim Lotto seit Jahren stets ACHT Zahlen richtig tippt!) sei Dank!
A.K.A.B.: All Klingons Are Bastards – Eigentlich hatte ich nicht erwartet, dass die Klingonen jetzt mal als differenziertes Volk dargestellt werden, die neben einem dunklen Folterknast auch mal eine Runde Kanaster und Blutwein zu schätzen wissen. Allerdings bin ich trotzdem enttäuscht: Im Gefängnis wird eben gehungert und der Kopp zermalmt (auch „Syrisches Weihnachten“ genannt). Nur wer den Vorteil von weicher Babyhaut besitzt, darf mit der Capitänin fummeln und dafür recht unverbeult dasitzen – was übrigens nicht vertieft wird (hihi, er hat vertieft gesagt), denn das wäre ja dieses… Dings… dieses Wort… interessant, ja, genau das.

„Ich werde nun eine urtümliche, traditionelle klingonische Folter anwenden: Die „Licht in die Glubscher wie in Clockwork Orange!“-Methode, nach der sie aber immer noch gaaanz klar sehen können. Buhahahaa! Und sie haben noch Glück! Hätten Sie eine Hausstauballergie, müssten sie an meinem Büstenhalter schnuppern!“ – Aug-mentiert: Irgendwie wirkte diese Szene so kurz wie seltsam. Aber gut, wenigstens hat die Klingonin dem Manne keine kriegsrelevanten FRAGEN gestellt. Vermutlich unehrenhaft.

DNA ist für alle da – Okay, Stamets war aus irgendeinem Grund DOCH total kompatibel mit der Wesen-DNA (weil schwul?), konnte es sich selbst injizieren, die Kontrolltafel außerhalb der Kammer bedienen, ohnmächtig werden und trotzdem beim ersten Mal den Raumsprung richtig ausführen. – Hmm… Ganz ehrlich, ich weiß auch nicht, wieso das in diesen „Finde ich doof/unlogisch“-Kasten geraten ist.
Datas Dam… Krampfhammer? – Genial, darauf muss man erst mal kommen! Sich halb tot prügeln lassen, dann die beiden Wächter töten (sind ja nur Klingonen und als solche bekanntlich schwächlicher Natur), dann einen der beiden Gefangenen in einer 0,4-Quadratmeter-Nische zurücklassen (da völlig am Ende), damit dieser entkräftet eine weitere Klingonin zusammen kloppen kann. Im Ernst, ich liebe es, wie ich gerade immer mehr Lust auf „Raumschiff Voyager“ bekomme!
Hattu Mudd? Muttu Kult machen! – Mudd, bekannt aus TOS, hatte immer eine besondere Eigenschaft: Er lachte viel, war selten zynisch, nahm es dafür aber mit der Moral nicht so genau, wenn es um Frauen ging. – Wie schön also, dass wir hier endlich erfahren, wie er der liebenswerte, charmante Gauner geworden ist: Indem er eine Ewigkeit auf einem Klingonischen Folter-Dampfer verbracht hat, schlechte Laune verbreitete und am Ende noch „Haaar, wir werden uns wieder sehen, Captaaaain!“ brüllen durfte. Was? Ergibt alles weniger Sinn als J.J.Abrams auf einer ernstgemeinten Trek-Convention? Äh, aber ihr wisst schon, welche Serie wir seit vier Folgen schauen, oder?

„Ah, ich verstehe, sie lassen mich bei den Folterern zurück, weil ich sie belauscht habe. Macht Sinn, denn das würde niemand in monatelanger Gefangenschaft tun, um sich kleine Privilegien zu erarbeiten.“ – „Genau! Und sie haben mir beim Schlafwandeln immer ins Gesicht gepinkelt.“ – „Ich dachte, Sie wären eine meiner Frauen.“ – Hart aber quer: Ein kleinwenig untrekkig fand ich die Flucht dann schon. Aber gut, dafür war sie immerhin schlecht geschrieben.

Discovery macht also da weiter, wo ich schon vor Wochen „Aufhööören“ gerufen habe: Keinerlei(!) Planeten, absolut künstliche Streitigkeiten, eine Burnham, die stets so schaut, als hätte sie ebenfalls ein Pilzsporenproblem im Slip und Entführungsstorys aus der dunklen Ursuppe der Trek-Unterhaltung.

Dass der Schiffsarzt und Stamets anscheinend schon lange liiert sind, war dann auch eher ein lahmes „Ach-guck-mal!“-Bonbon für die Zuschauer, die sich schon jetzt auf viele verspielte(?) Streitigkeiten zwischen A- und B-(Unsympathen-)Hörnchen freuen dürfen. Aber gut, immerhin ist die Trek-Physik inzwischen so weit, dass ein Spiegelbild(!) nur noch mit Verzögerung reagiert – oder gleich einen eigenen Willen hat? Kann es sein, dass die Macher sich schon auf das berühmte „Spiegeluniversum“ vorbereiten, den blöden Witz des Produktionsassistenten („Haha! Wie das Ding, vor dem man sich rasiert?“) aber für bare Münze genommen haben?

Und die CGI dieses Mal …? Tja, da gab es außer Phaserschüssen und „Wesen-vertrocknet-zu-Playstation3-Zwiebelring“-Szenen wenig zu sehen. Aber auch dafür musste teilweise wieder die Software herhalten, die schon im Titel zur Folge genannt wird: „Choose Your Paint“


Fazit: Sorry, liebe Doofen. Ich mag euch ja durchaus – und freue mich, dass ihr eine Serie gefunden habt, die mit dem Worte „Science“ mal endlich den Boden unter eurer Zunge aufwischen darf.

Discovery zeigt jedoch immer mehr, dass es an dunklen Charakteren und deren Geheimnissen gar nicht interessiert ist. Die Serie rotzt stets irgendein Problem hin, denkt sich dann die unrealistischste (oder klischeehafteste) Lösung und überbrückt die Zeit dazwischen mit „Mein Schnuller, dein Schnuller“-Besitzdiskussionen nach allen Paragraphen des Deppen-BGBs. Spaß macht das nicht, aber immerhin darf man auch mal lachen. Mit diesem seltenen, verzweifelten Unterton, den noch nie ein Mensch zuvor …

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Das Deja-Vu unter den Episoden.
Kollege Laberkopp wird weiter oben wahrscheinlich bereits das Gegenteil bewiesen haben, aber… worüber kann man bei dieser Episode noch großartig sprechen, was nicht bereits in den vorherigen Kritiken aufgekommen ist? Die Discovery versucht weiterhin mit ihrem Mushroom-Antrieb in den unendlichen Weltrausch vorzudringen und ansonsten führt man halt… tja… Kriech. Nur findet dieser nun in einem klingonischen S/M-Dungeon statt, wo einem auch mal ganz demokratisch die Fresse poliert wird.

Dort findet man dann auch den guten Harcourt Fenton Mudd wieder, welcher offenbar in der letzten TOS-Lotterie im Autoren-Keller den Kürzeren gezogen hat („Oh. Oh! Mist, die Nadel ging ganz knapp an Trelane vorbei!“). Wobei, nett gespielt wurde er ja und einen etwas humorigen Charakter kann diese Serie schließlich gut gebrauchen. Natürlich konnte man auch hier einen schwarz-grauen Überstrich in Form eines Racheschwurs nicht vermeiden, aber man nimmt ja, was man kriegen kann. Da wir gerade von TOS sprechen, nach den Redshirts scheinen nun wohl Shuttle-Piloten unter einer etwas geringeren Lebenserwartung zu leiden. Denn auch hier war ein Ratespiel in Form eines sekundengenauen Countdowns bis zum Ableben ja problemlos möglich.

Das stärkste Trek-Feeling hat bei mir übrigens die Rettung der dicken Pilzmade verursacht. Zumal ich mich mit dem Wesen noch am ehesten personifizieren konnte. („Mann, sind die hier alle fies und grummelig. Besser zusammenrollen, bis sich die Lage wieder gebessert hat!“) Sehr performant auch, dass der Quoten-Schwarze hier gleichzeitig der Quoten-Schwule ist. Jahaaa, so spart man Platz auf der Lohnliste für politische Korrektheit, auf welche ja irgendwie auch die lüsterne Kommandantin des Raumschiff-Kerkers gehört. Dachte, die Rumpelstirnchen stehen so auf rassische Reinheit?

Fazit: Pffffff, guckt doch einfach in den Folgen davor! Einige kleine Details waren schön (Selbstzweifel des Ersatz-Captains, Mudd, der weibliche Weinstein, Pilz-Wurm), während das große Ganze mir mittlerweile etwas über ist. Als wenn man immer wieder auf die immer selbe graue Tapete starren muss, auf welcher sich nur gelegentlich einige Farbkleckse befinden. Quasi das Deja-Vu unter den Episoden.

Wertung: 6 von 10 Punkten

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Artikel

von Klapowski am 16.10.17 in Star Trek: Discovery

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Kommentare (37)

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  1. Ollie sagt:

    Also ich weiß ja nich, irgendwie ist mir die Handlung ein wenig zu altbacken gestrickt. Captain wird einfach mal mitten auf dem Weg von der Sternenbasis weggeschnappt, schafft es dann aber dennoch pünktlich vor Episodenende wieder zurück. Zwischendurch der obligatorische Ausbruch dank Sternenflottenkungfu, problemlose und völlig unbehelligte Flucht mithilfe eines den Helden völlig fremden Raumschiffes (100 Jahre lang nix von gehört oder gesehen) und das Fluchttaxi mit Sporenantrieb wartet auch schon vor der Haustür. Krise im handumdrehen gelöst. Als hätte er kurz einen Schnupfen gehabt. Retten kann man das nur noch wenn sich Lieutenant Klingonen-Boytoy als verkleideter Klingonen-Agent á la Arne Darvin entpuppt. Aber auch auf der Discovery lief alles viel zu glatt. „Wir brauchen noch vor Episodenschluss noch einen Bärtierchen-Ersatz? Keine Sorge ich habe auf der Brannon Braga-Schule für Scifi-Medizin das Seminar Spaß mit DNA – Ein Hypospray für alle Fälle belegt.“

  2. ted_simple sagt:

    Klapo, ich liebe diesen neuen Rezensionsmodus entlang der gefundenen Fehler. Anders kann man es eigentlich kaum machen. (Ja, ich konnte doch nicht widerstehen, noch eine Episode zu gucken.)

    Das Ganze ist natürlich traurig, weil die Betrachtung der Fehler den Blick auf das „Eigentliche“ verstellt. Aber was will man tun? Der Elefant im Raum lässt sich schwer ignorieren. Ich wünsche mir ja auch, dass die Fehler weniger ablenkend wären und man sie als Fußnote abtun und wohlwollend ignorieren könnte (wie das bei Classic Trek meist möglich ist). Aber bei DIS erreichen die Dummheiten einen ganz neuen Level.

    Und die fehlende Moralität ist schlimm. Der einzige normale Sternenflottenoffizier war die Persona von Michelle Yeoh. Zu Zeiten von TNG hätte man ihr wohl einen „durchschnittlichen moralischen Kompass“ bescheinigt, aber bei DIS wird sie zu einer Heiligen erklärt, während alle anderen Charaktere als moralischer Durchschnitt angesehen werden. Mit anderen Worten, wie tief ist die moralische – und intellektuelle (siehe insb. Michael Burnham) – Messlatte gefallen?

    Ansonsten ist dem Review eigentlich nichts hinzuzufügen und ich stimme ganz zu.

  3. Katapult sagt:

    Ich habe mir letzte Woche zum Wohlfühlen die EnT-Pilotfolge angeschaut. Das waren noch Zeiten!

    Und jetzt zu etwas komplett Anderem: Discovery. Ich bin recht schreibfaul und mag deshalb nicht groß argumentieren, aber ich fand, dass diese Folge sogar die beste von allen bisherigen Discoveryfolgen war. Ehrlich! Natürlich ist das gar nicht so arg schwer, aber, hey!

    • Kosh Naranek sagt:

      Da schließe ich mich an. Die beste Folge der Serie bisher.
      Ich bin mir nur noch nicht im Klaren darüber, ob da schon Nostalgie mitspielt oder das krampfhafte Bemühen die kleinste Verbesserung als die entscheidende Wende hin zur tollen Serie zu deuten … ich vermute ja leider letzteres. Echte Verbesserung muss man ja nach objektiven Kriterien ausschließen.

      Bin ja auch in der DIS ähm DSC-Facebook-Gruppe unterwegs (ratet mal welche Meinung da so prinzipiell vorherrscht zur Serie) … man kommt sich vor wie bei einem Blick in ein Spiegeluniversum ähm eine fremde Echokammer. Alles toll. Wer das anders sieht ist doof, blub blub hater geht sterben blub blub … vermutlich ordnet sich deshalb mein angepasster Geschmack (oder Gruppenzugehörigkeitsüberlebenswille) langsam unter oder blendet allen Schwachsinn einfach aus (siehe Rezension oben), um es gut finden zu können. Die nächste Episode bekommt sicher schon 3x Pfeil nach unten und 9/10 Punkten :D

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  4. ted_simple sagt:

    Eine Sache noch – wo es nun offenbar möglich ist, mithilfe eines Hyposprays mal eben einen Menschen zum Piloten zu befördern, wird es nachher sehr schwierig werden, zu erklären, warum der Sporenantrieb in späteren Trek-Serien nicht mehr auftaucht.

    Zumindest in Notsituationen sollte er als „As im Ärmel“ bereitgehalten werden. Wenn z.B. die Enterprise oder Voyager mal wieder in einer Anomalie gefangen ist und die Chancen auf Rettung schwinden, sollte sich der Captain bereiterklären, notfalls unter Aufopferung seines eigenen Lebens als Sporen-Pilot zu fungieren („fungieren“… haha!), was allemal besser ist, als dass das ganze Schiff gefangen bleibt bzw. zerstört wird.

    Im Grunde ist also jetzt die Technik schon nicht mehr mit dem übrigen Trek vereinbar, es sei denn, dass sich herausstellt, dass jeder Sprung intelligente „Pilz“-Wesen im Subraum tötet. Das wäre die einzige denkbare moralische rote Linie, die sicherstellen könnte, dass der Antrieb absolut NIE (selbst nicht in Notsituationen, in denen viel auf dem Spiel steht) eingesetzt wird. Sollte sich das allerdings wirklich am Ende von DIS herausstellen, dann hat die Serie einen derart üblen Nachgeschmack (die DIS-Crew hat also kontinuierlich Massenmord begangen…), dass sie erst recht keinen Wiederanschauungswert mehr hat.

    Ich weiß also wirklich nicht, wie sie diese Technik später in der Versenkung verschwinden lassen wollen. Ich müsste mich sehr irren, wenn es dazu einen cleveren Plan geben sollte. Ich sehe die Technik jetzt schon auf Platz 1 der „Megatechnologien“, die es nie hätte geben sollen. Bisheriger Spitzenreiter ist wohl die Zeitreisetechnologie aus TOS (mal eben um die Sonne herumfliegen!), die man aber damit entschuldigen kann, dass der Trek-Kanon zu dem Zeitpunkt noch nicht aufgebaut war. In späteren Trek-Serien erklärte man Zeitreisen schlicht mit einmaligen Phänomenen wie Wurmlöchern, ohne dabei dem Schiff eine reproduzierbare und beliebig einsetzbare Technik zu geben.

    Das heißt, bis jetzt. DIS musste natürlich in dieses Fettnäpfchen treten.
    Selbst die Zeitreisetechnologie der Borg (zu sehen in „First Contact“ und Voyager) kann man vielleicht noch damit entschuldigen, dass die Borg so etwas wie eine „oberste temporale Direktive“ haben müssen, sich also hüten, die Zeitlinie zu verändern, außer in Extremsituationen (wie in First Contact, wo es den Borg offenbar extrem wichtig war, die Sternenflotte zu zerstören, so dass sie Zeitreisetechnologie eingesetzt haben).

    • ted_simple sagt:

      Die einzig denkbare Erklärung, die mir noch einfällt, ist die, dass die „Sporen“ den Propheten aus DS9 ähnlich sind und am Ende von DIS beschließen, den „räumlich beschränkten Spezies“ die Benutzung ihres Subraumes schlicht nicht mehr zu gestatten.

      Sehr befriedigend wäre das aber auch nicht. Eine Intelligenz, die das GANZE Universum durchzieht? Ich meine, ernsthaft? Und die Menschen sind die ersten, die jemals mit diesem Netzwerk experimentieren? Und sobald die Reisesperre dann in Kraft tritt, gilt sie für ALLE humanoiden Spezies, oder wie?

      Ich denke, elegant lässt sich das Ganze jetzt schon nicht mehr auflösen.

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    • G.G.Hoffmann sagt:

      Hattest Du nicht erst gestern verspro….. angekündigt, die Serie und die Reviews zu ihr nicht weiter verfolgen zu wollen?

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    • Zirpende_Grille sagt:

      Eine weitere Möglichkeit bestünde in der permanenten Zerstörung des Mycel-Netzes. In meinen Augen die wahrscheinlichste Erklärung. Übrigens hatte diese Folge eine Überraschung für mich parat: Ich hatte damit gerechnet, dass sich Michael das Zeug spritzt!

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    • Kosh Naranek sagt:

      Hmm, Transwarpbeamen sollte auch in den Top-3 der imba-Technologien aufgenommen werden. Schnell ’ne kleine Formel eingetippt und schon kannst du (mitsamt deinen Stormtroopern) im klingonischen Rat ein Massaker anrichten oder die Nachbargalaxie besuchen. Oder irgendwo auftauchen, von dem du nicht wissen kannst, wo es sich gerade befindet … Laires Auge von Perry Rhodan muss so ähnlich funktionieren ^^

      Und: die Technik muss es sowohl in der Kelvin-Zeitlinie als auch in der echten geben. Irgendwann im 24. Jahrhundert könnten sie die Raumfahrt für Transport-Missionen einstellen.

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  5. Jürgen Plewka sagt:

    Schade, dass die Prügelszene auf dem Klingonen Schiff hier nicht mehr „gewürdigt“ wurde. In der letzten Folge essen die Klingonen einen Sternenflotten Captain. Diesmal wird ein Gefangener zu Tode (?) geprügelt – incl. finalem Tritt auf den Kopf mit spritzendem Blut.

    Solch eine widerwärtige Szene hat es noch nie in Star Trek gegeben und ist ein echter Kulturbruch.

    • ted_simple sagt:

      Mal abgesehen von dem Kulturbruch gehen doch solche Szenen nur nach hinten los: Der Eindruck, dass die Klingonen primitive Neanderthaler sind, wird immer weiter verstärkt. Das macht die Klingonen nur noch uninteressanter und platter.

      Die Menschen sind natürlich viiiel interessanter, deswegen hat der weibliche klingonische Captain ja auch ihren Gefangenen über Monate hinweg als ihr „boytoy“ benutzt. Wenn wir den Klingonen SO sehr gefallen, wirft das auch nicht gerade ein positives Bild auf diese. Die primitiven Klingonen erscheinen mir da wie „King Kong“, der die schöne bzw. zivilisierte Jane anhimmelt. Fast jede Charakterisierung der Klingonen in den bisherigen 5 Folgen bestätigt das klischeehafte Bild eines „unterentwickelten“ Volkes, wie die Europäer es früher von den Afrikanern usw. hatten. BISHER geht das Klingonen-Bild über Klischees kaum hinaus. Hat der Captain eines klingonischen D7-Kreuzers es wirklich nötig, sich ein halbes Jahr lang einen Gefangenen als Sex-Sklaven zu halten? Tagsüber wird für die „Reinheit“ des klingonischen Volkes gekämpft, nachts wird mit dem Feind geschlafen… oder wie?

      Der gerettete Gefangene scheint übrigens zu einem regulären Besatzungsmitglied auf der Discovery zu werden.

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    • Serienfan sagt:

      Tja, nach über 800 Episoden „Star Trek“ bleibt nicht mehr viel, was „Star Trek“ noch nicht gemacht hat. Es bleiben F-Wörter, selbstzweckhafte Gewalt und extrem dumme Charaktere.

      Leid tun mir nur jene, die jetzt erst das „Star Trek“ bekommen haben, das sie schon immer sehen wollten. Was müssen die über all die Jahre hinweg gelitten haben. Ich habe ja nur zweieinhalb „Discovery“-Folgen gesehen. Und das war schon zu viel, im Grunde hätten auch nur die ersten zehn Minuten gereicht, siehe hier:

      http://hoehl.blogspot.de/2017/10/star-trek-discovery.html

      Aber jene, die JETZT erst das „Star Trek“ bekommen haben, das sie schon immer haben sehen wollen, haben wirklich all die Jahre viel Geduld aufbringen müssen!

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    • Klapowski sagt:

      „Schade, dass die Prügelszene auf dem Klingonen Schiff hier nicht mehr „gewürdigt“ wurde.“

      Irgendwie hatte ich keine Lust, darüber zu schreiben. Das Argument, dass etwas sehr Trek-untypisch ist, will man ja auch höchstens fünfmal pro Woche bringen.

      Andererseits finde ich inhaltlich tatsächlich, dass die Szene nicht perfekt passt. Jedenfalls nicht so organisch wie ein Stiefelabdruck auf einem zerplatzenden Schädel.

      Klingonen spielen eigentlich keine Psychospielchen à la „Entscheidet doch selbst, wer wen sinnfrei verhaut“. Ehrenhafter wäre es, Leute zu töten – oder es eben nicht zu tun. Monatelange Gefangenschaften wirken ebenfalls sehr schief. Aber gut, irgendwie musste man ja „den Neuen“ auf die Discovery bringen, der meiner bescheidenen Meinung nach tatsächlich ein Spion sein wird – oder gleich der Albino.

      Erscheint zwar alles zeitlich etwas unpassend (letzte Folge wollten die noch von dem Geisterschiff abhauen; Mudd ist schon länger da; wie viele Klingonen wären dann plötzlich eingeweiht und woher kommen die, wenn gerade alle Verbündeten wegen woanders stehender Fleischberge aufgebraucht waren?), aber das ist bei Discovery ja eher ein Argument dafür, dass sie es GENAU so zusammengestöpselt haben.

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    • Kosh Naranek sagt:

      Apropo D7-Schlachtkreuzer. Ich hab den nicht sehen können. Da stand so ein Narada-Double davor.
      Wem gehörte das und die Klingonen die steuern, warum gewinnen sie den Krieg nicht mit solchen Brummern?

      Antworten
  6. Der Unwissende sagt:

    Der Sporenantrieb findet keine Anwendung mehr,weil man nie wieder ein Bärtierchen findet.Das einzig bekannte wird von „Q“ samt Sporennetz aus dem Verkehr gezogen.Das müsste als Erklärung reichen.

  7. Pilz sagt:

    Pilzantrieb: Ich denke, da passiert etwas anderes. Es wurde in der letzten Folge von diesem Admiral angesprochen, Wissen zur Technologie endlich zu verteilen. „Geht gerade nicht, aber nach XYZ machen wir das“.
    Eigentlich koennte man jetzt gut einen Voyagereffekt einbauen, das Raumschiff 4 Millionen Lichtjahre in den Andromedanebel schicken und die Spore dort ausfallen lassen. Der Kasten kommt nie oder in der Zukunft zurueck und in den Archiven der Sternenflotte steht irgendwo etwas ueber diesen Superdrive, den man leider nie wieder reproduzieren konnte.

  8. Jako sagt:

    Ash Tyler ist VOQ ziemlich klar… die Theorie stimmt also!
    TOS Klingonen kommen zurück. gut!
    Ansonsten, die erste richtig bekackte folge, die mir gar nicht gefallen hat.

  9. Cronos sagt:

    Mir hat diese Episode ganz gut gefallen. Aber vielleicht bin ich inzwischen von so viel Doofheit und so vielen Logiklöchern auch nur abgestumpft. Aber egal, immerhin wurde das Bärtierchen gerettet. Immerhin mal ein Moment der an Star Trek erinnerte.

  10. Onkel Hotte sagt:

    Die Serie scheint ted_simple doch arg zuzusetzen, bei dem Kommunikationsbedarf ;) :P

    • ted_simple sagt:

      Es ging vor allem um den Sporenantrieb, ich wollte mal gedanklich durchspielen, wo die Reise wohl hingehen kann. Insb. weil ich den Eindruck hatte, dass mit der aktuellen Folge endgültig die Tür zugeschlagen wurde, diese Technik noch überzeugend wegerklären zu können. Das ist traurig und sollte doch mal angesprochen werden.

      Nicht umsonst ist „Threshold“ / „Die Schwelle“ eine der unbeliebtesten Voyager-Folgen. Tom Paris erfindet einen Warp 10-Antrieb, und dann wird die Technik nicht mehr benutzt weil… sie genetische Mutationen auslöst? DAS ist alles? Und am Ende ließen sich die Mutationen doch relativ problemlos wieder rückgängig machen und Janeway / Paris wurden wieder ihre alten Selbst. Das Ganze war nur erträglich, weil man es als „Misfire“ einer Einzelepisode abtun konnte, aber bei DIS geht es um einen größeren Arc… ja, das setzt mir schon ein bisschen zu, ich geb’s zu. :D

      Antworten
  11. Gumril sagt:

    Das Tierchen hätte doch schon die ganze Zeit abhauen können, wieso hat es so lange gewartet.
    Und es verwandelt sich innerhalb von 2 Folgen von einem alles tötenden Vieh (Wahren die Leute auf dem Schwesterschiff noch unsympathischer oder was) zu einem lieben Kuscheltier, das nur ein Spitzohr brauch das es zähmt.
    Aber ja bisher wohl die ruhigste Folge.
    Beim Boytoy bin ich nur gespannt ob die LOSTFalle zuschlägt und er doch nicht der Albinoklingone ist.
    Dem wenn er es ist das Menschsein schon besser bekommt, wirkt viel Agiler in der Aussprache und auch Denkweise ;)

  12. Susan sagt:

    Nachdem ich mir alle Kommentare jetzt durchgelesen habe, frage ich mich ernsthaft, ob ich Discovery noch weiter schaue. Anfangs dachte ich ja noch wirklich, die bringen etwas neues. Wie es aber bisher aussieht, fange ich tatsächlich auch an VOY und ENT zu vermissen. Ich hätte nie gedacht, das ich das mal schreiben würde. ;)

    • Einsamer Schütze sagt:

      „Wie es aber bisher aussieht, fange ich tatsächlich auch an VOY und ENT zu vermissen.“

      Genau so wird es dir mit Discovery gehen, wenn in ein paar Jahren die nächste Trek-Serie startet. ;)

      Antworten
  13. Don Max sagt:

    Generell konnte ich ja die Begeisterung für die Klingonen noch nie nachvollziehen: wie sollte ein Volk das fortwärend von „Ehre“ faselt, lebendigen Glibber frissr, sich in Añkoholexzessen hingibt und ansonsten die Zeit damit verbringt gegeneinander zu intregieren und sich oder anderen Rassen einen vor die Omme zu hauen, wie sollte also ein solche Spezies es auch nur bis zu Dampfloks, geschweige denn Raumschiffen geschafft haben?

    Nun gut, scheinen sie in der neuen Serie etwas kultivierter, aber auch warum sie jetzt ein drittes mal inihrem Äusseren verändert wurden, scheinbar haben da die Orks aus Mittelerde mit den Na’vi von Panora einen fruchtbaren Austausch von Körperflüssigkeiten betrieben.

    Mir fehlt einfach in der neuen Serie der Humor und das Herz.
    Ich weiss, spiessig

    Dazu der Technik-Overkill: wäre Archers Schiff aufgrund gewisser Ähnlichkeiten zu heutigen Schlachtschiffen und U-Booten durchaus noch als Vorgänger der Cork-Enterprise durchgegangen: dieses neue Schiff stammt eindeutig aus Zeiten 150 Jahre nach der Voyager…

  14. G.G.Hoffmann sagt:

    Den Umstand, daß ich die Folge erst gestern Abend (nach einer Folge House of Cards) geschaut habe, deute ich als mein leicht erlahmendes Interesse an der Serie. Die hier vorgetragenen Kritikpunkte habe sicher alle ihre Berechtigung. Andererseits muß man feststellen, daß noch keine andere StarTrek-Serie aufgrund der Weiterentwicklung des Internet, inkl. der Möglichkeit der Nutzung sozialer Medien über Smartphones, sich derart früh und umfassend der Kritik der Zuschauer stellen mußte.

    Zukunftia.de (fka stus.de, st-enterprise.de) hat zwar auch ENT von Anfang an mit Reviews begleitet. Gleichwohl war die damalige Resonanz weitaus geringer, konnte man sich 2001 doch bestenfalls abends mit dem Desktop-PC in das Internet „einwählen“, um dort auf 1-2 Webseiten Tage oder Wochen später einige Kritiken zu den jeweiligen Episoden zu lesen, selten verbunden mit der Möglichkeit, auch noch seinen eigenen Senf dazu zu posten. TOS, TNG, DS9 und zu Beginn auch VOY hatten allenfalls mit dem Phänomen „Leserbrief“ zu kämpfen und bekamen erst Wochen oder Monate später eine Rückmeldung.

    Das alles hat sich gründlich gewandelt. Sogar die Synchronfassung ist heute schon Stunden nach der US-Erstveröffentlichung abrufbar und jeder kann – unbehelligt von der weiteren Entwicklung der Serie – überall zeitnah seinen Dampf ablassen. Dabei gaben doch die ersten Folgen der Vorgängerserien genauso Anlaß zu Kritik. TOS war ein totaler Flop und insbesondere die ersten fünf Folgen (in Produktionsreihenfolge) nicht gerade Highlights. Auch TNG war in den ersten fünf Episoden ganz furchtbar (Pilotfilm, Gedankengift, Der Ehrenkodex, Der Wächter). DS9 war in meinen Augen das Untrekkigste was ich bis dahin gesehen hatte und hat mir sehr lange Zeit überhaupt nicht gefallen – die erste Staffel mag ich bis heute nicht sonderlich). Die Charaktere waren – ebenso wie bei DIS – weitgehend unsympathisch und verhielten sich nicht, wie man das von Sternenflottenoffizieren gewohnt war. Der konstruierte Maquis-/Sternenflottenkonflikt in einem Raumschiff mit U-Boot-Atmosphäre kam mit VOY ebenfalls zunächst nicht gut an. Und an ENT läßt bis heute kaum jemand ein gutes Haar, jedenfalls nicht an den ersten beiden Staffeln. Bei ENT sahen wir in Folge 5 übrigens zum Entsetzen der damaligen Zuschauer ebenfalls einen klingonischen D7-Kreuzer und sogar Holodecks (!) – ein unverzeihlicher Kanonbruch, von dem sich das Franchise bis heute nicht erholt hat…

    Hätte es die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten bereits in den 1980er gegeben, hätte es TNG nicht weit gebracht und die Nachfolgeserien hätte es wahrscheinlich nie gegeben. Insofern waren die Zeiten, als man sich die neuesten StarTrek-Folgen Monate oder Jahre nach der US-Erstausstrahlung erstmals in einer Videothek ausleihen konnte (mit wochenlanger Reservierungsreihe) vielleicht gar nicht so schlecht. Ich schaue, im Interesse des Fortgangs der Serie, zunächst einmal großzügig über alle vorgebrachten Kritikpunkte hinweg und warte ab, wohin es sich entwickelt.

    • Klapowski sagt:

      Komisches Hoffmann-„Review“ heute… Gibt es das auch in der Version, die nicht für Oma Platuschke ist?

      Oder dürfen wir uns die nächsten 20 Folgen darauf freuen, dass wir ja „erst die ersten 2 Staffeln betrachten“ und man daher nichts Genaues zur allgemeinen Güte sagen kann? Und die Einführung des Internets vor 20 Jahren mag zwar für Puristen und Geschichtskenner interessant sein, als „Für/Wider“-Argument für Episode 1.05 lasse ich das aber nicht gelten.

      Wo bleibt dein Feuer? Oder ist die Klosterfrau-Melissengeist-Lampe schon völlig abgebrannt? Harry Mudd cool oder megaschwul? Früher hättest du auf die Fresse-Einschlag-Szene noch mit dem unwilligem Gestrampel aller dir verfügabren Gliedmaßen reagiert. Ach Quatsch, letzte WOCHE hast du bestimmt noch irgendwo verkündet, dass in der Tagesschau schon genug Gewalt herrscht!

      Kann ich jetzt also bitte den alten Hoffmann wiederhaben? Ich reviewe dann zur Belohnung vielleicht auch deine liebste Voyager-Folge („Der Fight“?)…

      Antworten
    • G.G.Hoffmann sagt:

      Wieso? Der Kommentar sagt doch nicht aus, DIS sei gut, sondern: früher war auch alles doof. Seit vier Wochen wird aber allenthalben so getan, als seien unlogische Stories, schlechte Dialoge und Kanonverletzungen eine exklusive neue Idee von Alex Kurtzman. Tatsächlich waren, außer wenigen Folgen, die irrtümlich den Ruf begründet haben, Star Trek sei eine semiphilosophische Serie für die intellektuelle Oberschicht, doch die große Mehrzahl der Episoden aller fünf vorherigen Serien eher nur so mittelgut, mit mindestens den gleichen Schwächen wie sie jetzt DIS angelastet werden.

      Klingonische Commanderin hält sich menschlichen Sexsklaven, während die Sternenflotte Fliegenpilze züchtet und Tiere quält. Alles wie immer.

      Antworten
    • Klapowski sagt:

      „Der Kommentar sagt doch nicht aus, DIS sei gut“

      Eben. Und auch nicht das Gegenteil. Wie schade.

      Aber ich verstehe schon: Neues Neutralitätsgebot im Hause Hoffmann. Ich vermute, die werte Frau Gemahlin hat sich in Michael Burnham verliebt („Guck mal, die sagt immer ihre Meinung! So wie du … äh… ganz früher.“) und daher warten wir jetzt erst mal ab. Macht Sinn. Kannst ja noch mal unter anderem Namen hier schreiben, wenn du magst.

      Apropos abwarten:

      Heute mal auf Netflix einen Teil dieser wöchentlichen „Nachbesprechungs-Show“ gesehen, wo dieser nerdige Dirk Bach die Serienmacher interviewt und dabei alles toll findet. Jedenfalls sagten da die Autoren, dass das Bärtierchen erst als regulärer Charakter eingeführt werden sollte, der sich philosopische Diskussionen liefert, in einer Wanne auf der Brücke hockt und allerlei Zeug mehr. Quasi so eine Art Schwabbel-Chakotay. Interessant, oder?

      Ich frage mich, an welchem Punkt sie ein Horrormonster draus gemacht haben.

      Antworten
    • Herbert Weicker sagt:

      Also unter neuem Namen möchte ich anmerken, daß ich es für eine vernichtende und spitzfindige Einzelkritik an den bisherigen Episoden deshalb noch für zu früh halte, weil ich immer noch die Hoffnung hege, es handele sich nach über zwei Jahren Vorbereitungszeit um einen komplett durchdachten Handlungsbogen, der uns gegen Ende der Staffel erklären wird, weshalb hier nichts, aber auch gar nichts mit dem bisherigen Trekuniversum zusammenpaßt, man aber trotzdem die Zeit vor Kirk gewählt hat.

      Sollte sich das nicht aufklären und sich herausstellen, daß es sich einfach nur um einen kompletten Reboot mit ein wenig Fanservice handelt, der sich einen Scheiß um die Frage schert, wie man das geschichtlich und moralisch in den bisherigen Kanon einfügen will, hielte ich das für die schlechteste Trekserie aller Zeiten.

      Die bisherigen Andeutungen, darunter auch die Spiegelszene am Ende der jüngsten Episode, geben jedoch Hoffnung, daß wir bislang vielleicht etwas an der Nase herumgeführt wurden. Daß daneben auch innerhalb der Episoden alles wenig Sinn ergibt und schlecht durchdacht wurde, ist ja gewisserweise der Markenkern von Star Trek, der mich nicht weiter kümmert, sonst könnte man das ganze Franchise ja gleich abschreiben.

      Antworten
    • ted_simple sagt:

      „Jedenfalls sagten da die Autoren, dass das Bärtierchen erst als regulärer Charakter eingeführt werden sollte, der sich philosopische Diskussionen liefert, in einer Wanne auf der Brücke hockt und allerlei Zeug mehr. Quasi so eine Art Schwabbel-Chakotay. Interessant, oder?

      Ich frage mich, an welchem Punkt sie ein Horrormonster draus gemacht haben.“

      Wahrscheinlich an dem Punkt, an dem sie gemerkt haben, dass sie doch allmählich zu viele andere Science Fiction-Serien (sinnfrei) kopiert haben. Das Tierchen in der Badewanne erinnert mich sehr an die „Hybriden“ in der Badewanne bei BSG, die dort die Piloten der Cylon Base Stars waren.

      Antworten
    • Klapowski sagt:

      Will doch nicht versäumen, vor der nächsten Folge noch mal auf unseren neuen Leser Herbert einzugehen:

      „Also unter neuem Namen möchte ich anmerken, daß ich es für eine vernichtende und spitzfindige Einzelkritik an den bisherigen Episoden deshalb noch für zu früh halte, weil ich immer noch die Hoffnung hege, es handele sich nach über zwei Jahren Vorbereitungszeit um einen komplett durchdachten Handlungsbogen, der uns gegen Ende der Staffel erklären wird, weshalb hier nichts, aber auch gar nichts mit dem bisherigen Trekuniversum zusammenpaßt, man aber trotzdem die Zeit vor Kirk gewählt hat.“

      Dazu fallen mir nur drei Fragen ein:

      – Wie viele bisher aufgelöste Handlungselemente (Bärtierchen-Probleme, Michaels Einsatz auf dem neuen Schiff, Charakterentwicklungen, etc…) waren genial und machen Hoffnung auf einen prima Masterplan?

      – Wie viele Story-basierte Serien wurden am Ende einer Staffel so gut, dass man die öden, „noch nicht bewertbaren“ ersten zehn Folgen danach total supi fand?

      – Welche Art von Geschichte erklärt das falsche Aussehen der Schiffe, der Klingonen, die unpassenden Handlungsweisen der Sternenflotte, das Pilzmycel, etc? Ist es realistisch, dass all das zufriedenstellend(!) erklärt wird?

      Antworten
    • Herbert Weicker sagt:

      @ Klapo

      4, 2, abwarten, ja.

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    • ted_simple sagt:

      Bei den Klingonen ist mir noch aufgefallen, dass es in TNG und DS9 immer hieß, ein toter Körper sei eine „leere Hülle“, sobald die Seele ihn verlassen habe, und kann quasi auf den Müll geschmissen werden. Sätze wie „tun sie mit den Körpern, was immer sie wollen“ kommen mir ins Gedächtnis. Bei DIS hingegen haben die Klingonen einen ausgeprägten Totenkult und geben sich große Mühe, die während der Schlacht losgelösten Särge wieder einzusammeln. Das ist fast schon Realsatire. Sicher, Bräuche können sich ändern, aber wie schafft man den Bogen von „wir müssen unsere Ahnen konservieren“ und „wir essen unsere toten Feinde als Zeichen der Unterwerfung“ zu „der Körper ist eine leere Hülle, nachdem die Seele ihn verlassen hat“?

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    • seph77 sagt:

      Dass mit dem Leicheneinsammeln fand ich auch merkwürdig, zumal ich zufällig kurz zuvor die TNG-Folge „Worfs Brüder“ gesehen hatte, in welche die Klingonen mit den Leichen ihrer Kameraden nichts zu tun haben wollten. Aber vielleicht ist das wirklich auf die Ereignisse des DIS-Pilotfilms zurückzuführen. Seit dem haben Klingonen einfach Angst, jemand hat wieder irgendwo einen Mini-Torpedo versteckt ;)

      Leider werde ich mit der Serie überhaupt nicht warm. Klar hatten die anderen ST-Serien auch einen miesen Start, aber wenn man genau hinsah konnte man durchaus den Willen der Macher erkennen, zumindest etwas, das irgendwie in Richtung Star Trek gehen könnte, zu produzieren. Hier habe ich eher das Gefühl man konnte sich nicht einigen, ob man nun Star Wars, BSG oder Mass Effect machen wollte. Nur Star Trek scheint in der Verlosung gefehlt zu haben.

      Antworten
  15. Komanzer Spork sagt:

    BEI DER SERIE HILFT NUR EIN LAMISILTORPEDO. WOHER NIMMT DAS BAERTIERCHEN NACH DER BEFREIUNGSSZENE EIGENTLICH DAS WASSER? IM INTERSTELLAREN MEDIUM KANN ES DAS JA NICHT AUFSAUGEN.

  16. Hedbanz sagt:

    Ich weiß nicht was hier alles gelabert wird, endlich gibt es wieder eine Star Trek Serie.
    Wenn man einige Anpassungen bezüglich der Technik und der Kleidung dafür in Kauf nehmen muss, dann ist es halt so, davon geht die Welt nicht unter.
    Tolle Serie, Spannend und Unterhaltsam, was will man mehr.
    Der Rest…………..s….egal

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