Film- und Serienkritiken

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Stargate Universe – 2.16 – „Die Jagd“ („The Hunt“) Review

Stargate Universe – 2.16 – „Die Jagd“ („The Hunt“) Review

Wenn man einen Waldplaneten mit offenen Armen und freudig geöffneter Hose anspringt, hat man wohl langsam wirklich genug Neger-Kulissen gesehen (Ja, es IST schwer, die Finsternis der Serie immer wieder neu zu beschreiben, ey). Doch schon bald wird einem klar, dass hier auch wieder nur eine Geschichte abgefeiert wird, die schon in der allerersten Staffel mit O’Neill erledigt war. Nämlich in der Szene, in der er Angeln ging. Ja, da hüstelt selbst der Förster verlegen, weil er im Grünen schon Spannenderes erlebt hat…


Inhalt: Während sich zwei Crewmitglieder auf einem Waldplaneten von einem großen Tier entführen lassen und gesucht werden müssen, wird auf der Destiny einer der Techniker in einer Kryostase-Einheit tiefgefroren. Tja. Das war’s auch schon…

Bewertung:

Sensation! Intelligenz von SGU erstmals auf Einzeller-Niveau!

Denn Eli, Rush und der Typ mit dem schwarzen Pudel auf’m Kopf durchsuchen ein paar neue Räumlichkeiten auf der Destiny, um dem Schiff etwas Hilfreiches zu entreißen – oder den Kulissenbauer kurz vor der Absetzung noch mal irgendwie aus seinen Minderwertigkeitskomplexen („Buhuu, niemand braucht mich!“). Für alle, die bereits die Regeln von „Mensch ärgere Dich nicht“ geschnallt haben, sollte diese Schiffserforschung strategisch durchaus ein sinnvolles Verhalten darstellen. Doch selbst bei dieser Suchaktion wird Eli noch angepampt, weil er in eine Kiste(!) geschaut hat. Ein unverzeihliches Fehlverhalten, das leicht den (korrekten) Eindruck wecken könnte, dass man sich die letzten 35 Folgen ein wenig zu sehr auf das Gängedreieck „Kontrollraum“, „Lokus“ und „Kantine“ versteift hat.

Kern dieser Nebengeschichte: Die drei finden Kryostasekapseln, in die Rush „aus Jux“ mal gerade den Pudelkopf einfriert. Nachdem der unwissende Eli ungefähr 5 Kilo Salzwasser über die Achselhöhlen abgenommen hat, macht Rush den Prozess rückgängig und verdient sich somit redlich die „Goldene Arschlochschärpe“. – Sonst passiert da nix. Alles andere wäre ja auch etwas viel, nachdem ja schon in der Hauptgeschichte so viel „nix“ passiert. Dazu mehr nach diesem Bild:

„Hihihi… Einfrieren… Auftauen… Einfrieren… Auftauen… Einfrieren… Mann, diese Zuschauererwartungen halten echt mehr aus, als man annehmen möchte.“ – Kammerspiel: Nachdem der Verpuffungsstuhl aufgrund von Rushs Spermaresten (siehe letzte Folge) erst mal gereinigt werden musste, musste eine neue Technologie her, die Nebencharaktere für mehrere Folgen „auf Eis“ zu legen vermag. Ob wir es vor der Absetzung noch bis zur „Versteinerungs-Trockenhaube“ schaffen werden?

Dass SGU uns ab und zu für dumm verkauft und dabei auch vor Dumpingpreisen nicht zurückschreckt, wissen wir ja schon. Und fast möchte ich hierbei inzwischen ein gewolltes Stilmittel unterstellen, denn schon zu Beginn war ich gespannt darauf, wie man uns nach den zwei sekundenlang(!) gezeigten Alien-Rehen wohl wieder die Streichhölzer zwischen die Augenlider treiben könnte. Die Auflösung: Ein Wesen entführt zwei Crewmitglieder. Und obwohl Greer sekundenlang in die Kamera glotzt (das kostengünstig jenes Wesen verkörpert; toller Kniff für alle Obdachlose mit Handykamera.), wird uns das Vieh erst mal weder gezeigt noch beschrieben(!). Ja, Young fragt nicht mal, wie das Tier denn aussah, ob es spitze Zähne oder gar einen großen Kochtopf dabei hatte!

Die Rettungsmannschaft stolpert also durch den Busch und malt heimlich kleine Smileys auf die Tannenzapfen, weil es den Kniff „Monster nicht zeigen, da total spannend“ auch für eine minderwertige, öde aussehende Kackserie für völlig ausreichend hält. Ein klassischer Fall von Größenwahn, das klassische „Predator“- oder „Alien“-Prinzip für eine derartig abgedroschene Moos-Plattlatsch-Geschichte heranzuziehen. Ich fragte mich ernsthaft, ob ich den Regisseur nicht mit einer Zahnbürste meine Toilette reinigen lassen sollte, um meinen Fremdscham-Pegel irgendwie um 50% zu senken.

Auch beim zweiten Angriff sieht man nichts, höchstens die Tränen eines taumelnden Cineasten, die einem mit Tentakeln aus Wasser über die Lider schwappen. Immerhin kann sich der Luzianer-Bengel jetzt mal als Chefaufklärer versuchen, praktisch „Kant für Förster“: „Es hat uns mitten im Wald angegriffen, als wir es verfolgt haben! Es MUSS uns also hierher geführt haben und total clever sein! Hö. Hö. Höhöhöharrgl! Mann, bin ich klug! Ach ja: Natürlich gibt es nur EINS dieser Wesen in diesen Wäldern. Schließlich haben wir auch nur eine Kamera, die auf einem Gummistativ befestigt ist und somit das Monster spielen kann! Mensch, Greer, denken sie doch mal nach! Denn nur so können sie dabei versagen und mir wenigstens genug Selbstbewusstsein für EINE Folge geben, höhörrgl!“

„Waaah! Ein tollwütiger Unschärfeeffekt! Wehe, wenn der mir den Schaum vom Mund mopst!“ – Brille: Scheelmann. Mit dieser Installation „Mann im Wald mit Knarre“ versucht der Künstler namens SGU, uns für die Komplexität moderner TV-Unterhaltung zu begeistern. Der Zuschauer, der Spannung fordert, als wäre er selber ein wildes Tier, gerät quasi ins Visier eines schwarzen Soldaten, der schon in der 2. Baumschulklasse das Fach „Zivildienst“ abgewählt hat…

Derweil hängen die Entführten (T.J. und ein unbekannter Typ, der irgendwie schon nach Alien-Zahnseide aussieht) in einer Höhle herum, die dank sogenannter „Höhlenöffnung“ jederzeit verlassen werden kann. Okay, das Monster kriecht in nur 200 Metern Entfernung budgetbewusst hinter Bäumen herum und etwas steil ist es vor dem Loch auch. Trotzdem sollte man ein Tier, das seine Beute lebend in sein Nest schleppt und dann erst mal Zigaretten holen geht, mal fragen, mit welchen Kniffen sich seine Spezies so lange um Darwins Grundregeln herumgedrückt hat. Die sonst gefangenen Alienrehe werden bei der Flucht vom Berg sicherlich weniger Probleme haben als das plumpe Standard-Monstrum, das sie vorher hochgeschleppt hat.

Für eine angeblich so „intelligente“ Serie wie SGU muss man sich dann aber doch verdächtig oft die roten Handabdrücke auf der Stirn überschminken lassen…

Der Witz an der Geschichte – vergleichbar mit den alten Ostfriesen-Kalauern – war dann, dass das Wesen soooo intelligent ist, dass es andere intelligente Wesen lieb (und keinen Hunger mehr?) hat. Und da T.J. Feuer machte, durfte sie am Ende gehen. Wie? Den Sinn dahinter habe ich auch nicht verstanden, aber mein Alkoholvorrat arbeitet daran.

Die spannende Nebengeschichte lautete: Greer zögert beim Schießen! DAS sind mal Charakterszenen, nach denen sich Schützenfestbesucher ihre fettigen, grobschlächtigen Finger lecken. Die Auflösung dieser ungesunden Tötungshemmung lautete: „Ich will nicht mehr in diese Dunkelheit, buhuuu!“ – „Du hattest Angst, das ist normal.“ – Kein Wunder, das Gott beim Urknall-Erschaffen das Rauschen nicht wegbekommen hat, wenn er VORHER schon wusste, in welch armselige Soap-Gefilde die Bewohner seines Universums einst abrutschen würden. Das also sind die Dramaelemente von SGU: Personen, die beim Kacken, Kinderkriegen, Knarreschwingen und Kistenaufmachen unter der Last der Verantwortung zusammenbrechen. Also: Der Verantwortung des Drehbuchautoren, eine vielschichtige Story abzuliefern, versteht sich.

„Nein, es wird mir nichts tun! Wisst ihr eigentlich, wie schwer Sterbeszenen für 12-jährige Drehbuchautoren zu schreiben sind?“ – Steiler Zahn: Nach der gegenseitigen Sichtung aller Einschulungsunterlagen kamen die Parteien überein, sich nichts anzutun. Das Wesen hatte T.J. und den Dings ursprünglich auch nur deswegen angegriffen, weil es dachte, dass ihre Doktorarbeit („Tannenzapfologie im Wandel der Zeiten“) abgekupfert sein könnte…

Wie so oft fragt man sich, wen man mit diesem „Enemy Mine“ für Dinofreunde begeistern soll und ob man eine Idee auch so sehr abdreschen kann, dass davon nur noch eine Staubwolke übrig bleibt. Emotionalster Moment der Folge war die Mini-Neben-Nebengeschichte um den Struwelpeter, der NICHT mit einer Frau zusammenkommt.


Fazit: Standardgefahr unter Bäumen mit Waldmeistergeschmack. Die Botschaft der Episode lautet wohl „Irgendwas mit Intelligenz ist immer gut und schießen braucht man dann auch nicht“ (ist Gaddafi dümmer als ein Space-Dinosaurier?). Der Rest ist hirn- und sinnloses Geschwafel zwischen knackenden Ästen und Lagerfeuern, Marke „Wir schaffen das schon“ und „Sie schaffen das schon“ und „Wir schaffen die Zuschauer schon“.

Ganz erbärmliches Fernsehen. Gut, dass der Dreck bald vorbei ist.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Von Liebesspielen und Säbelzahntigern...
Was für ein moralisches Dilemma! Ist es jetzt vorteilhaft, daß mich diese Episode wieder ein bisschen an die Serienvorgänger erinnerte, oder nicht? Nach Monaten in der engen Destiny-Tonne ist man schließlich selbst für ein bisschen Freigang auf dem bereits verschollen geglaubten Kanada-Planeten dankbar. CGI-Raubtier hin oder her.

Okay, okay. Daß uns dieser Ausflug sowohl in Sachen Charakter oder gar Story nicht weiterbrachte, dies war ja zu erwarten. Oder haben wir etwa doch irgendwas dazugelernt? Daß nicht jeder namenlose Außenteam-Knuspel automatisch den trekischen Redshirt-Tod sterben muß? Oder etwa daß T.J. mit ihrem Sanitäter-Wissen soooo wichtig ist, daß man für diese auch mal eben ein gefühltes Dutzend „Normalos“ opfert? (Welche irgendwie später gar nicht mehr erwähnt oder gar vermisst werden?)

Wobei es ja doch irgendwo ins Gewicht fallen muß, daß T.J. problemlos mal eben Niere, Milz oder meinetwegen auch ein Herz transplantieren kann. Letzteres macht man beim Zuschauer schließlich pausenlos und es muß ja eh nur das passende Antiker-Handbuch („Hirnoperationen für Dummies“) parat liegen. Kurz den üblichen „Aber, Sir, ich habe sowas doch noch nieeee gemacht!“/“Egal. Ich vertraue Ihnen!“-Dialog ablassen und fertig. Habe damit auch gar kein Problem. Seit meiner Lektüre der Pflegetipps auf einer alten Zahnpasta-Schachtel schieh iff mir schliefflich auch selbschd die Beiffer!

Letztendlich geht es aber wohl sowieso um das Thema „Vertrauen“. Also, daß man eben dieses der unendlichen Allianz-Nebenrolle namens Varro endlich einmal anvertrauen kann. Wird den Machern vielleicht ja doch langsam etwas peinlich, daß man den „Herrn Bin-gar-nicht-böse“ bereits seit knapp 16 Folgen weitgehend ungenutzt herumliegen ließ. Und anscheinend auch ein paar seiner Luzianer-Kumpels, welche man für diese Episode mal schnell erfunden hat. Einfach wundervoll, diese Vorrausplanung der Autoren!

Apropos, als Nebenplot gab es dann noch die spontane Schmacht-Enthüllung von Volker gegenüber Dr. Park. Hat diese im weiteren Verlauf zwar nie erfahren, aber schon fein, wie dieser für die geplante Überreichung eines kleinen Blumenstrauß extra seine schönste Hobbit-Weste angezogen hat. Ist dieser Look eigentlich ein GEWOLLTER Insidergag der Macher? Erwarte mittlerweile, daß Rush dort jeden Moment als Gandalf verkleidet um die Ecke latscht.

Ach, ja. Der Rush. Das Schönste an der Folge war für mich tatsächlich die kleine Verarsch-Aktion des Docs mit der entdeckten Menschentiefkühltruhe. Gut, Brody hätte bei dem kleinen Spässeken auch locker den Löffel abgeben können, aber mittlerweile lacht man aus Verzweiflung ja über alles.

Fazit: Eine unterdurchschnittliche SG1-Story, gemischt mit den üblichen SGU-Zutaten wie nerviges Kameragewackel, wenig symphatischen Figuren und dem bleibenden Eindruck eines benutzten Kondoms. Oh, fast vergessen: Irgendwas mit Greer gab es da auch noch. Von wegen „Ich fühlte mich tot, aber mein Hirn war an, doch mein Körper regte sich nicht!“. Vermutlich hat sich da nur ein Leserbrief ins Drehbuch verirrt?

Note: 3 von 10 Punkten

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Artikel

von Klapowski am 12.04.11 in Serienkritik

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Kommentare (5)

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  1. taubenuss sagt:

    Hell yesss!
    Arschlock-Rush is back.
    Kaum ist die (zugegebenermaßen hübsche) Perrytante aus dem Leben/aus den Augen/aus dem Speicher/aus dem Sinn, schon experimentiert er schon wieder freudig mit den Ratten auf der Destiny.

    CGI-Monster war durchaus ok, wenn auch geistig etwas plemplem. Folge sonst Predator/Alien-mäßig komplett abgekupfert. Aber gut, es gibt nichts Neues unter der Sonne. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht mal erwartet hätte, dass wirklcih alle Team-Redshirts als Buffet enden und ausgerechnet der Honk in der Höhle noch überleben muss. Von mir 5 von 10 Punkten. Noch 4 Folgen…

    • das obst sagt:

      „Arschlock-Rush“? stimmt, der typ guckte bisher immer ziemlich verbissen aus der wäsche – aber ob das tatsächlich an einem arschverschluss liegt? vielleicht haben die antiker dagegen ja auch irgendeine geheimnissvolle medizin… eine geniale idee für das große finale! rush macht sich den arsch frei und furzt eine gigantische stargate-welle bis zur erde, so dass alle endlich nach hause dürfen. das riecht nach einem happy end!

      Antworten
  2. Lee sagt:

    Die Serie ist wie ein Autounfall… Mann will nicht hingucken und man macht es trotzdem !

    Ich finde es eig. sehr schade, dass die einzig verbliebene Stargate Serie zuende geht!
    Die Serie hat eine Menge Potential!
    Wenn man mal endlich die Charaktere ausbauen würde und nicht solche seelenlosen Centurios auf dem Set rumlaufen lässt.

    Arschloch Rush… War das einzige Highlight der Folge… Da wünscht man ihm dich manchmal das jmd. für ihn eine Luftschleuse öffnet…

    Was denkt ihr wie die Serie Enden wird ?…

    Das Raumschuff landet glücklich auf der Erde und alle schauen glücklich in denn Sonnenuntergang ? Bis auf Scott und Chloe die haben es leider leider nicht geschafft ;)

  3. Donald D. sagt:

    Ich hoffe, die Destiny explodiert mit Mann und Maus, damit ja jedwede Chance auf eine Fortsetzung EIN FÜR ALLEMAL vom Tisch ist.

  4. taubenuss sagt:

    Angeblich soll es so enden:

    *******************SPOILER****************

    Die Destiny landet/crasht auf einem Planeten
    *******************SPOILER Ende***********
    Für mich ganz annehmbar. Ist als Cliffhanger, aber auch als Ende gut zu gebrauchen. Kein Happy End, aber auch nicht alle kaputt äh tot. Mit Seelenstein können sie dann ihr Leid zur Erde heulen. Ich persönlich würde ja mal spaßenshalber einen Hund ans andere Ende des Steins setzen… Nur so zum Testen.

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