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Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 1.10- „A Quality Of Mercy“

, Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 1.10- „A Quality Of Mercy“

Dass sich die Serie stärker an alten TOS-Episoden orientieren will, ist eine feig… feine Sache. Zu diesem Zweck musste man nur ein paar Zeitkristalle in die Gulaschkanone werfen, die üblichen Zukunfts-Ängste von Pike dazumischen („Die Bums-Betten im Erdgeschoss sind ja gar nicht behindertengerecht, buhuuu!“) und ein komplettes Drehbuch von 1966 drüberlegen. Schon haben wir ein Staffel-Finale, bei dem man sich die Augen ausreibt. Äh… Braucht irgendeiner von euch vielleicht 300 Gramm von dieser braunen Schlafkruste?


Inhalt:

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7

Inhalt (Kurzfassung):

Ein Pike aus der Zukunft erklärt Gegenwarts-Pike, dass er seinen „großen Unfall“ nicht verhindern darf. Warum dies so ist, erläutert er per Plug&Play-Zeitreise beim Zeitkristall-Angrabbeln. Und am Ende der oben verlinkten TOS-Folge erfahren wir auch, was das alles sollte. Bis dahin wird ein romulanisches Schiff gejagt.


, Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 1.10- „A Quality Of Mercy“

„Ich schicke dich 7 Jahre in die Zukunft!“ – „Muss ich die Welt retten?“ – „Ich mag das nicht erklären. Lass dich lieber traumatisieren und auf eine vermeidbare Zeitreise schicken. Ich esse pünktlich zu Abend!“ – Das zweite Zwillings-Paradoxon vor 2 Uhr: Den Sinn des Ganzen darf man nicht hinterfragen. Kurzfassung: Wenn Pike seinen Unfall verhindert, muss er alle 79 TOS-Folgen im Low-Quality-Mode durchspielen.

Besprechung:

Um mal gleich mit der Tür ins Haus zu fallen:

Kirks Rolle hat mir kaum gefallen. Klar, die arrogante, zurückgenommene Haltung kann man mit viiiel Phantasie mit William Shatner in Einklang bringen. Wenn man das Vorbild aber nicht kennt, könnte man aber auch auf Gul Dukat oder Winni Puuh tippen.

Wobei seine Rolle eh an Undankbarkeit nicht zu unterbieten ist… 24 Stunden nach der Folge weiß ich nur noch, dass diese wandelnde Beschwerdestelle alle 5 Minuten bei Pike reinlatschte, um ihn zum Hans zu machen:

„Hey, falsches Timing, du Nachteule!“
„Bisschen ängstlich gewesen, Herr Vollpfosten?“
„Mach doch einfach immer alles so wie ICH! Mache ICH auch immer so…“

Natürlich sagte er das nicht so flapsig. Es ist mehr ein konstantes Nörgel-Nuscheln, bei dem einem vor lauter Müdigkeitsblinzeln die Wimpern abfallen. – Wobei der kirk’sche Meckerfaktor bei bestimmten Momenten sogar wieder zu WENIG war? So war Kirks eigentliches Schiff (die U.S.S. Düngemittelfabrik?) gerade in einem Feuerball zu einem Viertel zerstört worden, als Jim mit einem halben Dutzend Offiziere auf die Enterprise beamte.
Und da sah er lediglich schläfrig und gelangweilt aus.

Schiffsverlust und 50 Leute tot – eher eine kleine Sache?

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„Mein Name ist James T. Kirk. Und ich bin heute hergekommen, weil ich ebenfalls Dickdarmkrebs habe.“ – „Hey, ich dachte, das sei die Selbsthilfegruppe der anonymen Drehbuch-Kleptomanen?“ – Hämorrhoiden quetschen für den Frieden: All diese Menschen wollen sich den Romulanern entgegenstellen. Leider ist die Photoshop-Präsentation aber in der Rohrpost steckengeblieben.

Gerade das Timing und die Übergänge bekommt diese Folge absolut nicht hin. Da werden beliebige Szenen mit beliebigen Personen aneinandergeklatscht, bis nur noch der Kurtzman klatscht. Und der Künstler in mir zuckt nur mit den Schultern und sagt: „Immerhin haben sie nix von Knight Rider reingeschnitten.“

Auch die Effekte lassen mich wieder ratlos zurück… Warum kombinierte man z.B. die Schwächen von damals (= verwaschene Schiffe mit Putzlappen-Flair) mit den Unsitten von heute (wurmstichiges CGI ohne Stillhalteabkommen)? Auch der Flug durch den Kometenschweif wirkte unterwältigend. Und die Schiffe schubsten sogar die Gesteinsbrocken zur Seite, als wenn sie Konfetti wären. Da ist „The Orville“ schon fast 2 Level drüber.

Das dööfste ist aber das Klauen der kompletten TOS-Episode „Balance of Terror“, wo komplette Dialogpassagen fast wortgleich(!) klingen. Ja, okaaay, alternative Zeitlinie und so, aber sooo alternativ wirkte das nicht? Und bei unseren mopsfidelen Klaubrüdern von der Einsackfront will ich nach sooo vielen Entgleis- und Einheimsungen nicht mehr „Hommage-Denken“ unterstellen!

Zumal die alte Folge viel konzentrierter war. Was ist überhaupt der Gag an einer bloßen Nacherzählung für Popkultur-Behinderte? Denn Pikes Zukunft, die wir ständig als Event-Starter erleben, wird hier nur am Rande berührt. Und die Intelligenz des Zuschauers bei diesem Zusammengerühre irgendwie … unsittlich?

, Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 1.10- „A Quality Of Mercy“

„Und wenn Sie nicht aufpassen, werde ich Sie… äh… auslachen, bis Sie tot gehen. Aber wir werden das ehrenvoll tun. Denn Ihr Anliegen ist uns wichtig! Danke, dass Sie mit Romulus-Air explodiert sind, mein Herr.“ – Freund, Feind oder die Heisenberg’sche Unschärferelation dazwischen: Eigentlich ist der Zwiespalt zwischen „Gegner“ und „Kollege“ hochspannend. Hier ist es aber nur der Reißverschluss vom Latex-Schlübber.

Zumal Pike ja auch nichts über sich gelernt hat. Außer der Tatsache, dass er seine zukünftigen Kadetten NICHT per Postkarte vom Einsatz mit ihm abhalten sollte. („Komm mal besser nicht zu meiner großen Verstümmelungsparty. Sonst feiern wir die bei Spock – und der hat doch immer keinen Schnaps im Haus.“)

Die Moral von der Geschicht ist nämlich NUR, dass er seine Zukunft nicht ändern darf, weil sonst Spock kaputt geht. Aber warum? Was ist der kausale Zusammenhang? Wenn ich das nicht kapiere, ist alles lediglich so „spannend“ wie in meiner Kindheit. („Du darfst den Joghurt nicht essen. Denn sonst weint Jesus.“)

Weitere Seltsamkeiten:


– Erica meint doch tatsächlich in der Gesprächsrunde: „Wenn Spock und ich einer Meinung sind, besteht noch Hoffnung.“ Das wirkt zwischen diesen beiden Figuren total unpassend (haben die sie je unterhalten? Erica schwafelt ihre Warp-Sprüche doch immer in den GANZEN Raum), ist aber erklärbar. Das ist nämlich aus einem Pille/Spock-Dialog geklaut. Ich hab’s nicht verifiziert, würde aber Sinn ergeben. – Äh, in Kurtzmans Welt.

– Kirk als schwelende „Gefahr“ funktioniert so mittelprächtig. Eigentlich wäre es eine tolle Idee. Aber NICHT mit Autoren, die sich morgens mit dem Lötkolben die Mütze aufsetzen… Und wenn man diesem halbwegs vernünftigen Mann den Weltuntergang im Stil des „Goldenen Blatts“ andichtet („Ist dieser junge Mann der Untergang des Königshauses?“), fühle ich mich manipuliert. Und die Queen erst!

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„Aber Spock, wie ist das denn nur passiert?!“ – „Die Zügel vom Photonentorpedo sind mit mir durchgegangen! Ich konnte doch nicht wissen, dass dieser Klepper allergisch auf Mohrrüben ist!“ – Nur eine Fleißwunde: Dank Zeitlupe und Trauermarsch–Musik habe ich gleich kapiert, dass ich traurig werden soll. Leider bin ich es auf eine Art geworden, die von den Machern nicht beabsichtigt war.

– Die Spock-Szenen waren alle EGAL. Oder mies. Was aber egal ist, aufgrund deren Überflüssigkeit. (Schon toll, wie man Kritikpunkte so auflösen kann, wa?)
Ein Beispiel wäre das Detail, dass die unbekannten Romulaner wie Vulkanier aussehen. In der alten TOS-Folge war das sogar der Grund, die Episode „Spock unter Verdacht“ zu nennen. Das verpufft hier aber so wie … am Ende Spocks Bein.

– Die Beschädigungen am Schiff habe ich auch nicht „gespürt“. Es muss ja nicht gleich die Flammen-Tapete von Luzifer aufgehängt werden, aber eeetwas zuspitzen kann es sich schon?

– Die infantilen Ranschmeißer-Sprüche für Stenografen waren wieder furchtbar. So beginnt die Folge z.B. mit einem Dialog à la „Netter Bart“, „Anderer Captain.“, „Ära neu“. Da möchte man höflich hinzufügen: „Wasser blau“, „Beule aua“ und „Kaka stinki“, um sich danach die Ohren zunähen zu lassen.

– Apropos Trümmer-Trommelfell: Es gibt gleich dreimal(!) einen Spruch, der komplexe Handlung als „Stuff“ zusammenfasst: „It’s end of the world-stuff“, „It’s time-crystal-stuff“…
Ja, da freut sich der wissenschaftlich interessierte Zuschauer. Doch für den ist diese Art von Storyerklärung sowieso „Ass-wiping-stuff“?
 
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„Kirk! Wo haben Sie denn plötzlich diese Armee an Minen-Schiffen her?“ – „Äh… Ich bin der Frauenbeauftragte der Sternenflotte und wollte bei ihren heißen Ladys den Schacht stopfen?“ – Zwischen Genie und Sparsinn: Kirk muss vorher noch von seinem Bruder analysiert werden, bevor er zum ersten Mal auf Pike trifft… („Passen Sie auf! Der hat eine Kopf und zwei Arme. Was der DAMIT alles anstellen könnte!“)

– Mir geht diese Heldenverehrung eh auf den Keks: Der Junge zu Beginn bestaunt z.B. einen Durchschnittscaptain wie Pike („Echt?! Sie erkennen den Warp-Faktor am Schwappen des Putzwassers?“). Aber diese Art von Popo-Schleck findet man die ganze Zeit, wenn es um Spock, Kirk und Pike geht. Bewusst oder unbewusst eingestreut.

– Selbst beim Roten Alarm spürte ich kaum Anspannung. Überhaupt wird hier filmisch nur das Nötigste aufgefahren: Keine Kamerafahrten, keine Effekt-Ideen, kein anderes Bier.
Das wechselhafte Schauspiel aus der Frühstücksflocken-Werbung fügt seinen Teil dazu. So wie Antimaterie es tun würde.

– Besonders auffällig war der Effekt, als Pikes Kumpel auf dem Außenposten getötet wurde. Hier fliegt der Mann mit einem dreifachen Salto über die Konsole, um in einer N64-Nebelwand verschluckt zu werden. Besonders schön: Der ausgestoßene Schrei, als wäre er bereits 50 Meter in eine Schlucht gefallen.

, Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 1.10- „A Quality Of Mercy“

„Was soll das heißen: ‚Nicht vom Beckenrand springen‘? Mein Becken liegt im halben Raum verstreut!“ – Alle Energie auf die Nebelscheinwerfer: Natürlich kann nicht JEDE Effekt-Sequenz gut aussehen. Aber vielleicht könnten wir mal mit jeder ZEHNTEN anfangen?


Okay, lassen wir das mit den Einzelszenen ab hier…

Ich bin mal ehrlich. So ehrlich wie ein ehrbarer Romulaner auf Blutrausch-Safari: Ich habe nicht die geringste Ahnung, was man uns hier erzählen wollte. Denn hier wurden alle Motive so wild vermischt, dass selbst ein hinzukommender Profi-Diplomat nur eine Tüte mit Gummibärchen hochhalten könnte. („Äh, doch lieber die GELBEN? Ballert dreimal für ‚ja‘!“)

Mögliche Aussagen dieser Episode:

– Ging es hier um 2-3 (+1) Männer (nebst Erica und der Preatorin) im fast übersichtlichen Willenskampf auf Leben und Tod? (Featuring „Zeitreise-Pike“)
– Oder war es eher ein überschaubarer, intimer Raumkampf im sanften Lichte einer finalen Wusel-Armada?
– Sahen wir die Verwegenheit von Kirk, dem man nicht trauen kann – es sei denn, er hat zu 76,5% der Zeit gute Ideen?
– Sehen wir das (versehentliche) Blutopfer von Mister Spock, der am Ende leider vor dem falschen Schuhregal stand, als der Gegner auf das Schiff feuerte?
– Oder erleben wir das Verständnis eines Feindes, der zwar Außenposten blutrünstig zerstört, aber für die Güte eines zweistündigen Waffenstillstands gelobt werden sollte? („Ich habe sogar 2 Sekunden länger gewartet. Aber meine Chefs verstehen diesen Edelmut nicht!“)
– Entdecken wir Pikes Angst vor der Zukunft, die uns freundlicherweise nicht GEZEIGT wurde, weil man lieber ein altes TOS-Drehbuch ohne Kanon-Probleme neu verfilmen wollte?
– Ging es um die erbarmungslose Grausamkeit des Krieges, die durch Larifari-Diskussionen zwar gestoppt, aber trotzdem aufgehalten werden kann?
– Erzählte man uns eine Zeitreise-Episode ohne Zeitreise-Elemente, damit sich Zeitreise-Freunde ihre Zeitreise-Kritik an ihren Zeitreise-Allerwertesten tackern können?

, Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 1.10- „A Quality Of Mercy“

„Ich muss gestehen, dass ich nicht viel in dieser Folge kapiert habe. Aber DAS da kommt mir bekannt vor.“ – „Ja. Dieses Gemälde hängt auch im Discovery-Museum of Modern Art!“ – Bis der Pinsel des Teenagers nass wird: Auch diese epische Raumschlacht ist nicht der Gähne wert.

Im Ernst, diese Folge weiß selber nicht, was sie will…

Sie möchte alles in Frage stellen (Pike trifft falsche Entscheidungen!?), aber gleichzeitig auch nicht („Pike immer kluges Mann!“). Und die Bösen sind erst dann GUT, wenn man kurz mit ihnen gechattet hat. Aber nur, wenn sie nach dem Massenmord den drohenden Krieg kurz bedauern – und dabei den Selbstmord nicht vergessen.

Und man zeigt Stärke, damit am Ende bewiesen werden kann, dass derjenige, der am stärksten seine Stärke zeigt (= Kirk mit der Drohnen-Armee) auch tatsächlich die härtesten Eier auf die Hutablage legen darf? Glückwunsch, wir haben heute alle etwas über das Leben… äh… verlernt?

Man suggeriert uns mit weinerlichen Großaufnahmen gerührter Männer, dass hier irgendwas Edles oder Menschliches erzählt wird. In Wirklichkeit sehen wir aber nur beknackte Kerle, die aus „wissenschaftlichen Testzwecken“ („Mal gucken, ob wir das Weinen der Föderation durch das Vakuum hören können!“) aufeinander losgehen. Und erst dann die Warpgondeln still halten, wenn bei allen Beteiligten schon der Schiffskoch tot durch’s All treibt.

Nur damit am Ende – wenn alles kurz geregelt scheint – wieder was Neues passiert (Gegnerselbstmord + Politikerin + Bergbauschiffe + Matschespock). Und wir im Kopp abermals bei Null anfangen. Eben genau das Richtige für’s Kurtzzeitgedächtnis?

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„Tag. Ich bin die Domina von Alex Kurtzman. Und ich verlese nun sämtliche Episodentitel seit 2017. Auf Latein.“ – Tränen sind zum Vergießen da: Da diese Episode auch über eine Stunde geht, muss hier viel ausdiskutiert werden. Diese Dame bestraft zum Beispiel den Romulaner-Captain, weil der beim Wegfliegen nicht schnell genug die Arme ausgebreitet hat.

Kirk wird als große Bedrohung eingeführt (“Ist dieser junge Captain jene Art Mann, die Friedensgespräche in Pfeifen raucht?!“), ist dann aber nur der unfreundlich dreinblickende Baller-Buddy…

Was in der alten TOS-Episode noch ein fesselnder U-Boot-Kampf war, ist heute das U-Boot-Jahrestreffen im Bällebad von Ikea. – Dazu kommt, dass das alles im Vergleich zum Gorn-Schiffskampf (1.04) unspannend inszeniert ist. Und DAS muss man erst mal hinkriegen!

Einzelne Passagen werden zusätzlich noch gespielt, als hätte man alle Mitwirkenden auf Valiumpillen gesetzt. Und zwar rektal. Was nur durch Tante Erica ausgeglichen wird, die mit unpassenden Einwürfen glänzt („Oh Gooott, wir werden alle sterb… die Situation nicht korrekt einschätzen!!“). Und dabei habe ich noch nicht mal einige fragwürdige Effektszenen erwähnt! So wirkte die „Kometen-Discobeleuchtung“ im Lichte der vorbeifliegenden Fragmente irgendwie übertrieben. Fehlte echt nur 70er-Jahre-Mucke?

Der Grund für all das war übrigens, dass Pike erkennt, dass er sein Rollstuhl-Schicksal nicht ändern darf. Weil sonst Spock verunglückt (warum auch immer – Gratis-Abonnement bei der Unfall-Versicherung?) und dann nicht bestimmte Dinge regeln kann.

Und zwar „Fate of The Galaxy-Things“. Und nein, diesen Zitate-Stuff denke ich mir nicht aus! Auch nicht, dass Old-Pike seinem jüngeren Ich die lehrreiche Worte „Time is complicated“ mit auf den Weg gibt.

, Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 1.10- „A Quality Of Mercy“

„Captain Pike, wir müssen Ihre Number One verhaften. Sie ist ein … Alien!“ – „WAS?! Dabei hat sie mir versichert, dass sie jederzeit damit aufhören kann, wenn sie nur will!“ – Neue Besen belehren gut: Am Schluss gibt es noch kurz einen Cliffhanger für Komasäufer. Damit wir auch gleich abfragen können, was Pike heute gelernt hat? („Heilige Zeitreise, was soll ich nur tuuuun?!“)

Klar, auch hier wird man wieder loben, wie erfrischend und innovativ es doch war, James Kirk, die Romulaner, Pikes Schicksal und Oma Eusebia unter einen Hut zu bekommen.

Ich will das ja keinem ausreden… Aber seid ihr sicher, dass ihr eurem Gehirn genügend Nährstoffe zuführt?

Und diese Frage muss ich umso stärker den Figuren der Serie stellen, die in den letzten 2 Minuten noch schnell Number One verhaften. Wegen „Illegalem DNA-Anderssein im Sinne einer Alienspezies“. Na, da freuen wir uns aber, dass wir wieder für Staffel 2 einschalten dürfen.

Blöd nur, dass man für diesen profanen Grund die Föderation abermals als rassistischen Arschloch-Verein hinstellen musste – worüber wir praktischerweise jetzt ein Jahr lang nachdenken können?!


Fazit:

Zusammengestöpselter Drehbuch-Twister unter dem Deckmantel des „Mal gucken, warum Old-Pike diese Zeitreise überhaupt erzwungen hat“.

Fast so, als wenn die zweite „Picard“-Staffel und die TOS-Folge „Balance of Terror“ ein krankes Kind gezeugt hätten.

Eigentlich erzählt man „nur“ eine uralte TOS-Folge neu, fügt aber so viel verwirrendes Füll-Material dazu, dass man am Ende nicht mehr weiß, ob man Kirk liebhaben oder Pike das weggesprengte Bein von Spock in die Arme legen will („Siehst du, es gibt noch andere zukünftige Rollstuhlfahrer hier.“)

Das Schlimmste sind aber fast die dummdreisten Stilwechsel: Eben wird noch auf der Brücke um Leben und Tod gerungen – nur damit Spock 3 Sekunden später empört erklärt, dass er natürlich Tee statt Kaffee trinkt.

Unerträglich.
(Tee schmeckt doch nicht!)

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Gnade? Ja, bitte!, Star Trek – Strange New Worlds“, Kritik zu 1.10- „A Quality Of Mercy“
Was passierte hier genau?

Der Captain will eine schlimme Verletzung durch das Ändern eines wichtigen Ereignisses in seinem Leben verhindern. Dadurch erschafft er aber eine alternative Zeitlinie, welche ihm die Auswirkungen seines Handelns erst so richtig klar werden lässt. Am Ende beschließt er, dem Schicksal seinen Lauf zu lassen.

Wow! Was für eine tolle Folge!

Aber genug von „Tapestry“ aus der sechsten TNG-Staffel, schließlich hat „A Quality of Mercy“ mehr als genug an Eigenständigkeit zu bieten. Das Fundament des Klassikers „Balance of Terror“ zum Beispiel, welcher dem Zuschauer ein schlichtes, aber dabei doch spannendes, Katz und Maus Spiel zwischen Kirk und dem Romulaner-Commander bietet.

Für den Neu-Trek natürlich absolut inakzeptabel. Ist das Konzept „Zukunfts-Pike warnt vor den Folgen einer Änderung der Geschichte“ noch absolut in Ordnung, sind es die üblichen Kurtz-Makel im Detail, welche für Verdruss sorgen:

– Die Überlänge war erneut unnötig und brachte die Geschichte nicht weiter. Viele Szenen wurden einfach nur spürbar gestreckt und das Pike gerne kocht habe ich langsam auch verstanden.

– Die Effekte schaffen es irgendwie, auf dem ersten (zusammengekniffenen) Blick noch okay auszusehen. Auf dem zweiten dann aber nur noch zu bunt, schlecht beleuchtet und kantig. Schade, dass man es nicht wie „For All Mankind“ macht.

– Das Klingonen-Kloster als flotte Zeitreise-Erklärung (ohne jeden Effekt!) wirkte schon arg faul. Wenigstens so ein kleiner Vor-Rückblick (?) in die düstere Kriegszukunft fehlte mir dabei. Picard hatte wenigstens kurz erklärt, warum alles Scheiße ist und die Enterprise-C unbedingt durch das Zeitloch muss.

– Wieso wusste Pike (laut eigener Aussage) nicht, wie sich die Erde damals gegen die Romulaner gewehrt hatte? War dabei gerade das Internet ausgefallen? Und dabei hätte man doch sogar Captain Archer erwähnen können für den krassen Fan-Bonus?!

– DIESES halbe Hemd ist der neue Kirk? Sagt über die neuen Kinofilme was ihr wollt, aber Chris Pine hatte wenigstens den für diese Rolle nötigen Charme und das gewisse Augenzwinkern. Der neue hier sieht eher aus wie ein junger Willem Dafoe, was ich in Sachen Sympathie für die Rolle nicht als Kompliment meine.

– Wohin ist eigentlich Kirks Bruder plötzlich verpufft? Einmal kurz drücken und dann wieder ab in die Besenkammer? Außer für das „Namecalling“ wohl für nix gut, wa?

– NOCH flach-böser hätte die Prätorin wohl auch nicht mehr sein können („Ihr Menschen seid voll nett!? DAS bedeutet Krieg!“). Mal davon abgesehen, wie schnell ihre Flotte aufgetaucht ist. Aber das hatten wir ja schon in den vorherigen Episoden, wo man nur total weit entfernt von allem ist, solange man es für die Story benötigt.

– Warum sah das romulanische Schiff von Innen aus wie ein nebliger Hippster-Hamburger Laden im Industrie-Design, wo man sein Essen immer auf Beton-Tellern mit Holzbesteck serviert bekommt, während über einem eine nackte Glühbirne schaukelt?

Fazit: Okay, Erica hat endlich mal Anschiss bekommen. DAS ist doch mal ein schöner Pluspunkt! Aber als Gesamtwerk wackelt es hier wieder an allen Enden. Der Romulaner-Commander kam trotz Laufzeit viel zu kurz und die Zeitreise-Motivation war ziemlich blass („Was, wenn ich mein Los für die Aktion Mensch NICHT abgebe?“). Aber immerhin haben wir alle am Ende etwas gelernt: Kleine Kinder vor einem furchtbaren Tod retten zahlt sich einfach nicht aus!

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Artikel

von Klapowski am 08.07.22 in Star Trek: Strange New Worlds

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Kommentare (27)

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  1. Jens sagt:

    ***** Aggressive Werbung *****

    https://www.youtube.com/watch?v=hWFOauDfFVk&t

    **** Aggressive Werbung Ende ****

    Das neoliberale Format hat dieses Mal einen weiteren alten weißen Mann zu Gast!

  2. BergH sagt:

    tach auch !

    Wann koomt den frank und fragt nach der nächsten Episode ?

    Gruß BergH

    Wie schon angedeutet , fand ich die Folge auch nicht so toll,
    bis auf den Anschiss von Erica.

    • Ichwieder2 sagt:

      Das war das Highlight! Ein kurzer Moment des Glücks!

      Ansonsten, das Staffelfinale… naja, man hätte es auch schlimmer verkacken können.
      Jagut… So eine Aussage lässt die Folge nun auch nicht gerade gut dastehen, ist mir klar.

      Wenn ich mir halt dann wieder so denke, hey, geil, sie zaubern mal wieder so einen Zeitbeamkristall hervor… Wie ist das Konzept? Wie kehre ich damit ‚zurück‘? Oder sehe ich nur, was sein könnte und wenn ich wieder loslasse (woher weiss ich, wann ich loslassen muss, bzw. wie lasse ich los?), ist eben einfach nix passiert??

      Aber wenn dem so ist, wie kommt der alte Pike ist diese Zeitlinie? Und wie ‚programmmiere‘ ich diese Kristalle, damit man genau da hin springt, wo man hin soll/will? Was ein Bullshit-Device!!

      Hatte nur drauf gewartet, dass der „Ich-stell-mir-einfach-vor-was-ich-will-und-dann-macht-das-Teil-das“-Schraubendreher sein Comeback feiern würde.
      Damit kann Chapel sich doch auch bestimmt wieder Spocks fehlendes Bein herbeiwünschen?

      Antworten
  3. Vulpe sagt:

    Pike hat EINE mögliche Zukunft gesehen.
    Er könnte die Nachrichten abschicken und zum Zeitpunkt der Vision entscheiden das Schiff der Romulaner im Sinne des Friedens direkt abzuschießen.
    Eine geheime Mission die geheim Fehlschlägt ist kein Grund für einen Krieg.

    Wenige die leiden sind besser als viele die leiden, oder wie war das? :)

    • Sparkiller sagt:

      „Eine geheime Mission die geheim Fehlschlägt ist kein Grund für einen Krieg.“

      Sag das mal der Prätorin („Ein Waffenstillstand?! Zu den Waffen!!“).

      Wenn die sich nicht eingemischt hätte, dann hätte es der romulanische Commander doch sogar nach Hause geschafft. Hätte schließlich keinen Unterschied gemacht, die Aufnahme von der geheimen Waffe hatte Pike ja bereits.

      Und wofür seine Bestrafung? Weil man ihn entdeckt hat, womit der Aussenposten ja gar kein Problem hatte? Welche Strafe dann für die Prätorin für das Enthüllen einer GANZEN ROMULANISCHEN FLOTTE??!

      PS: Was hat sich der Untergebene vom Commander eigentlich gedacht? („Ey, Prätor, mein Chef ist viel zu nett! Schick mal einen Haufen Schiffe, weil wir beim Metzeln erwischt wurden! Ihr wartet ja anscheinend eh schon an der nächsten Warp-Raststelle, LOL!“)

      Antworten
    • Klapowski sagt:

      Was ziemlich genau die Frage aufwirft, WAS die jetzt eigentlich testen wollten.

      Sparkiller hat recht:

      – Will man die Reaktionszeit der Föderation auf die Romulaner als konkrete Bedrohung testen? Dann muss man sich zu erkennen geben. (Der Außenposten hat das Schiff ja auch sofort und problemlos abgefilmt)

      – Will man alles geheimhalten? Wenn das gelingt, fliegt aber keiner hinterher – ergo kein Test der Reaktionszeit/Föderationsantwort.

      Bonusfrage:

      Wieso wurde der Commander am Ende als „zu gut“ hingestellt? Er hat drei Sätze mit Pike gewechselt, wo man aus strategischen Gründen(!) einen Waffenstillstand vereinbart hat – wo keiner von beiden wusste, wer zuerst sein Schiff repariert hat. Das war doch etwas wenig, um danach von einer möglichen „Freundschaft“ zu sprechen.

      Alles in allem wieder mal nicht durchdacht.

      Antworten
    • Ichwieder2 sagt:

      Die Flotte kam ja angeflogen und hatte sich nicht enttarnt, oder? (Oder liege ich jetzt falsch??)
      Und erwischt wurde ja der Romulaner ja beim Auslöschen der Außenposten.

      Dass ein anderes raumfahrendes Volk eine Schiffsflotte auf „Ihrer Seite des Universums hat“ sollte einem Sternenflottencaptain klar sein – das wird wohl nicht den Bestand einer ‚Enthüllung‘ gleichkommen.

      Was mir aber entgangen ist, falls es überhaupt erklärt wurde, WARUM wurden die Außenposten ausgelöscht?

      Edit: Hoppla, Zeit lang die Seite nicht neu geladen, da kam Klapos Post jetzt ‚dazwischen‘.

      Antworten
    • Vulpe sagt:

      Warum der Commander, der schon drei Außenposten weggeballert hat, plötzlich als Märtyrer dargestellt wird, hat für mich auch keinen Sinn ergeben…

      Antworten
  4. Klapowski sagt:

    Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich dafür bedanken, dass SNW nach einem (Mini-)Hype niemanden mehr interessiert. Zumindest hier nicht.

    Dass unter den Review immer weniger kommentiert wird, finde ich ernsthaft toll! Das Ziel muss nach den letzten 4 Folgen jedoch sein, dass wir diese Tendenz weltweit ausweiten.

    Als kleines Dankeschön für eure stille Abneigung habe ich eine Bilder-KI (Craiyon) gebeten, die Handlung dieser Folge zusammenzufassen…

    Pike trifft seinen Zwilling:

    https://www.zukunftia.de/wp-content/uploads/2022/07/Craiyon1.jpg

    Pike umarmt einen schwer verletzten Spock:

    https://www.zukunftia.de/wp-content/uploads/2022/07/Craiyon2.jpg

    Daniel Klapowski starrt wütend auf seine SF-Serie:

    https://www.zukunftia.de/wp-content/uploads/2022/07/Craiyon3.jpg

    Ein romulanischer Warbird wird von Minen-Schiffen bedroht:

    https://www.zukunftia.de/wp-content/uploads/2022/07/Craiyon4.jpg

    Ich finde, die KI hat meine Gefühle nach der Folge sehr gut zusammen gefasst.

    • Kazairl sagt:

      Ich bin ehrlich: Die Lust bei mir, diese Star Trek Serie zu gucken, ist weg weil sie die selben Fehler wie jede Kurtzman-Serie hat, alles Gute in den Anfang packen und dann immer schwächer werden und mit einem Nostalgie Bait enden.

      Antworten
    • Scholli67 sagt:

      Seine begeisterte Fangemeinde hat die Serie ja scheinbar und wer bei Disco und Picard noch zur lautstarken, alt-righten Minderheit gehörte, hat jetzt entweder zum Herrn gefunden und findet SNW „fast so gut wie damals“ oder hat einfach keinen Bock mehr hatewatchen.
      Bei Serienjunkies wird inzwischen noch deutlich weniger kommentiert wie hier und bei den Robotern und Drachen ist sowieso zappenduster.
      Wird das überhaupt irgendwo lang und breit diskutiert oder analysiert?

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      im deutschsprachigen Raum oder im englischsprachigen?

      Antworten
    • Ichwieder2 sagt:

      Für den deutschsprachigen Raum gilt hier das Zeitpardoxon. Es wird ’noch nicht‘ diskutiert.
      Wird hier noch nicht so viele geben, die sich einerseits den Zugang verschaffen und andererseits es im Originalton schauen.

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      Die jetzigen Kritiker wurden bestimmt durch das Gerät aus Orville in den Dezember geschickt, da soll ja Paramount plus nach Deutschland kommen^^

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      @Scholli; Wenn du wirklich Diskussionen sehen willst, hier findest du sie: https://www.jammersreviews.com/st-snw/

      Antworten
    • JP1957 sagt:

      Ich hab mir gleich auch mal die Bewertungen für The Orville da angesehen. Die bestbewertete Folge mit 4 von 4 Sternen war die Topa Folge!

      Auf imdb ist es (bisher) die letzte Folge mit 9,4 von 10.
      Die schlechteste Bewertung hat übrigens Folge 1 der dritten Staffel. Die hat mir am besten gefallen :-(

      Antworten
    • Mario D. sagt:

      Hm, ich denke, dass es auch daran liegt, dass es momentan umständlich ist, es zu gucken und sich ne eigene Meinung zu bilden. Vielleicht repostest du die Reviews nochmal, wenn die Serie offiziell in D verfügbar ist. Dann kann man gleich viel besser lästern.

      Antworten
    • frank sagt:

      ich habe die letzten vier episoden noch gar nicht gesehen… k.a., wann ich jemals dazu komme…

      bisher reichen mir die kritiken und die kommentare vollauf…

      Antworten
  5. JP1957 sagt:

    Ich habe – wenn ich ehrlich bin – nicht mal mehr Lust, die Reviews zu lesen … es steht ja doch immer dasselbe drin, weil die Folgen anscheinend immer dieselbe Qualität haben.

    Ich hätte auch Verständnis dafür, wenn Kurtzman nicht mehr oder nur noch ganz kurz reviewt wird.

    Ihr könnt Euch ja nicht immer wieder und wieder und wieder aufregen.

  6. Serienfan sagt:

    Ich möchte meine Meinung über das Kurtzman-Trek revidieren! Denn jetzt ist mir klar: Mehr Huldigung für das alte „Star Trek“ geht nicht mehr.

    Nachdem ich mich durch diesen langweiligen Käse sprich Staffelfinale gequält habe, habe ich erkannt: Der (natürlich unbeabsichtigte) Sinn dieser Serie ist es, jedem zu zeigen, dass selbst mittelmäßigste Classic-Episoden ein Meisterwerk an Dramaturgie, präzisen Dialogen und Schauspielkunst waren.

    Allein der neue Kirk. Er ist (wie das gesamte Kurtzman-Trek) erneut so eine Art Rorschach-Test für „Star Trek“-Fans. Wer hier tatsächlich noch den Shatner-Kirk erkennt, hat meine grenzenlose Bewunderung. Meine Phantasie reicht dafür nämlich nicht. Genauso gut könnte das Alfred Bester aus „Babylon 5“ sein. Jeder zweite Trekker auf einer „Star Trek“-Convention würde eine bessere Shatner-Parodie hinkriegen.

    Fakt ist aber, dass ich durch dieses alberne Zerrbild wieder einmal nachdrücklich daran erinnert wurde, wie viel Charme, Ausstrahlung, Wärme, Gelassenheit und Professionalität ein Shatner-Kirk im Vergleich zu diesem Hanswurst hatte.

    Dass nach wie vor die einfallslosen Effekte unfassbar beschissen aussehen und dass nach wie vor bei ruhigen Zwei-Personen-Dialogen die Kamera sinnbefreit wackelt, weil man offenbar die erhofften Fans dieser Serie (nachvollziehbarerweise) für aufmerksamkeitsgestörte Schwachköpfe hält, erwähne ich nur der Form halber.

    Symbolhaft für den Murks steht für mich übrigens die Szene, in der Pike, ein begnadeter Koch, sich Nudeln zubereitet, indem er ein Ei drüber gibt und alles mit Käse bestreut. Wie lustlos, wie einfallslos, wie antriebslos muss man als Autor sein, um sich für die Pike-Figur und für die Welt, in der man sich bewegt, nichts Originelleres auszudenken?

  7. JP1957 sagt:

    „Symbolhaft für den Murks steht für mich übrigens die Szene, in der Pike, ein begnadeter Koch, sich Nudeln zubereitet, indem er ein Ei drüber gibt und alles mit Käse bestreut.“

    Während die Kochszenen mit Sisko in DS9 mich doch tatsächlich dazu gebracht haben, mich mit der Cajun-Küche zu beschäftigen und Jambalaya schätzen zu lernen.

    • Scholli67 sagt:

      Wurde eigentlich explizit gesagt, dass Pike ein guter Koch ist oder kocht der einfach nur ;-)

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    • JP1957 sagt:

      Endlich mal wieder ein wichtiges Thema.

      Gabs eigentlich noch mehr Köche in SF-Serien außer Pike, Sisko und Neelix?

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    • Serienfan sagt:

      Ob Pike „begnadet“ ist als Koch, weiß ich nicht. Immerhin schaffte er es in einer Episode, seine Entführer zu einer Rebellion zu motivieren, nachdem er sie so gut bekocht hatte.

      Und so wie Pike mit all den Wok-Pfannen in seinem riesigen Einbauküchen-Quartier hantiert, hätte ich vermutet, dass es bei ihm für mehr reicht als für Tiefkühlpizza und Maggi Fix.

      Nun wäre es natürlich ein originelles erzählerisches Mittel, in einer Science-Fiction-Serie das Interesse an anderen Kulturen irgendwie über das Kulinarische zu verdeutlichen.

      Natürlich kann man auch den Spieß umdrehen. Wenn sich Gordon nach einem endlich erbeuteten Nahrungsreplikator als erstes einen banalen Twinkie bestellt, passt dies ja zur Alltagsfigur Gordon.

      So einfallslos diese Szene aber hier war, war sie für mich nur eines: Ein überdeutliches Symbol für vollkommen ambitionsloses Geschichtenerzählen.

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    • Ichwieder2 sagt:

      Vielleicht soll es aber auch einen in gewisser Weise bodenständig gebliebenen Menschen darstellen, der – trotz aller Bequemlichkeit – dennoch sogar noch selbst kocht. Ich find das eine schöne Geste.
      Und klingt es auch albern oder banal, aber ich finde das gerade gut. Immer diese klinisch sauberen Quartiere – irgendwie vielleicht für Data oder Isaac passend, die immer so pragmatisch karg eingerichtet sind, als ob die Quartiere für eine 14tägige Kreuzfahrt eingerichtet sind und nicht so, dass man da für eine 5-Jahres-Mission drin lebt.

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    • Simon Wright sagt:

      Ich bin für klinisch saubere Quartiere. Zum einen weil die StarTrek-Zukunft auch eine neue Menschheit beinhaltet. Eine ohne Geld, ohne Gier, ohne das Horten von Dingen. Besitz ist irrelevant geworden. Was man braucht repliziert man, ein paar persönliche Dinge mit Erinnerungswert – wie Datas Hologramm von Tasha – fallen gar nicht auf.
      Zum anderen sind wir auf einem Raumschiff. Das traditionell ständig gegen Anomalien knallt, von Romulanern beschossen wird oder dessen Antrieb gerne spontan aufhört zu funktionieren. Und die Trägheitsdämpfer wurden nie dafür konzipiert dann ein volles Billy-Regal an der Wand zu halten. Um also nicht von tausend liebgewonnenen Gegenständen erschlagen zu werden, wird eben alles gut verstaut. Wie man es eigentlich in allen sich bewegenden Transportmitteln so macht.
      Und wer weiß denn wie so die Föderationsregeln in Bezug auf Gestaltung seines Quartiers so sind. Wer schon mal z.B. in einer öffentlichen Schule etwas ändern wollte, kennt es vielleicht: „Da können keine Bilder hin, Tesa zerstört die Farbe“ oder „Der Architekt hat diese Fläche nicht für Bilder vorgesehen“.
      Jetzt habe ich doch etwas von heute in die Zukunft projiziert, eigentlich geht mir nämlich diese Haltung, dass alles so wie bei uns sein muss – nur eben mit Raumschiffen – auf den Keks. Etwas mehr darf Science-Fiction schon bieten.

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