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„Ad Astra“ – Die Kritik zum Kunstfilm

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Hey Leute, ihr habt Bock auf richtig schlechte Stimmung, aber gerade keine neue „Discovery“- oder „Doctor Who“-Episode zur Hand? Dann zieht euch das rein: Bad… äh… Brad Pitt! Mit Hundeblick! Der seinen Vadder vor Jahren im Weltraum verloren hat! Und die Erde ist bedroht! Weil eine Raumstation am Neptun fiese Energieausstöße produziert! Und das alles ist so traurig und melancholisch gefilmt, dass man sich sagt: „Hm, die Erde könnte zerstört werden? Ist das wichtig genug, um das Brotmesser mal kurz von der Halsschlagader zu nehmen?“


Wer jetzt allerdings – als Ausgleich für die Depristimmung – ein interessantes SF-Konzept erwartet, den muss ich leider ohne (Psychopharmaka-)Abendessen ins Bett schicken. Denn abgesehen von einem Energiestoß zu Beginn, wegen dem Brad Pitt mal gerade dreißig(?) Kilometer von der Weltraumleiter fällt, gibt es wenig Frisches zu holen. Denn der Film beschäftigt sich auf eine leicht schwurbelige, graphische Art lediglich mit dem Themen Einsamkeit und der Distanz zwischen Familienmitgliedern. Zumindest deute ICH das so. Wäre schon peinlich, wenn vom Macher das exakte Gegenteil gemeint wäre…?

„Ihr Vater hat Außerirdische gesucht!“ – „Warum soll ich ihn jetzt wiederholen, Sir?“ – „Weil er uns bei dieser Suche ins Gesicht pupst und daher Satelliten vom Himmel fallen!“ – Im Ernst, DAS ist im Prinzip die Story des Films.

Ja, dies hier ist eher ein Kunstprojekt als ein klassischer SF-Film. Und bei aller Häme muss ich sagen: Das ist eigentlich ganz GUT so! Denn was war denn bitteschön der letzte gute SF-Film? „Star Wars 9“? „Terminator 6“? „Gemini Man“ mit Will Smith als Werbefigur für sich selbst?

Auch, wenn „Ad Astra“ streckenweise ziemlich öde daherkommt, so passt die Stimmung doch wenigstens. Denn wenn die Sonne immer kleiner wird, wenn alle anderen Raumfahrer schon längst umgedreht sind, kommt man nicht umhin, das alles auf eine Parabel auf das eigene Leben zu sehen.

Vielleicht erklärt sich dadurch auch, warum ein anderer (älterer) Raumfahrer nach einem Schwächeanfall einfach zurückbleibt, obwohl er der Story noch nichts beigesteuert hat. Ist das der sprichwörtliche „Onkel Günther“ in unser aller Leben, der irgendwie immer da war, dann aber mit einem dreifachen Herz-Salto auf die Intensivstation kommt?

ad astra kritik, „Ad Astra“ – Die Kritik zum Kunstfilm

„Papa, bist du es? Ich komme hoch zu dir!“ – „Geh weg, ich bin nicht dein Vater! Tzzz… Nicht mal als Weltraumkranführer kann man mal in Ruhe auf dem Klo sitzen.“ – Isolati(s)o(h)n pur: Brad Pitt will die Veranda der Unendlichkeit aufsuchen, weil sein Vater dort etwas seeehr Dummes plant. Autowäsche mittels Bierschaum oder so was.

Und was sollte der deplatziert wirkende Angriff von den „Mond-Piraten“, bei dem man sich ernsthaft fragt, warum man sich für drei vergoldete Schrauben(?) gegenseitig die Buggies unter dem Hintern wegschießt? Werden hier die sinnlose… äh, leider sinnvollen Verteilungskriege auf der Erde widergespiegelt? Denn diese Sequenz wirkte so aufgesetzt und seltsam, dass dahinter einfach eine tiefere Aussage stehen MUSS. – Oder vielleicht doch die Produzenten-Anweisung „Mach mehr Action rein; Mundwinkel nach unten sind noch keine Spannungskurve“?

Das würde auch erklären, warum man diese Szene als gesonderte „Sneak Peak“ zeigte. Aber okay… So kann jeder am eigenen Augen-Leib testen, ob er mit dem visuellen Stil des Films klarkommt, ohne dabei die Thanos-Actionfigur im Arm mit Tränen zu benetzen. ICH mochte den realistischen Stil ja durchaus, trotz der Bahnüberlagerung der beiden Planeten „Wackel“ und Kamera“.

Doch zurück zur Haupthandlung und deren Deutung…

Ist die distanzierte Beziehung von Brad Pitt zu seinem Vater so kühl, dass man sie nur durch eine Reise durch die kalte Unendlichkeit skizzieren kann? Oder ist der Weltraum hier sogar egal? Hätte diese Geschichte auch am Nordpol, in einer Kohlgrube oder im Sachsen-Anhaltinischen Outback spielen lassen können? Okay, Brad Pitt muss sich brutal gegen seine Vorgesetzten und ein paar Unbeteiligte durchsetzen, um seine Vater am Ende (vielleicht) treffen zu können – aber: Was sagt das konkret aus? Dass wir an toxischen Beziehungen festhalten (könnten) und darüber alle anderen schädigen (könnten), während wir uns selbst schädigen (könnten)?
 
ad astra kritik, „Ad Astra“ – Die Kritik zum Kunstfilm

„Mister Pitt, warum sind Sie in die Radioshow ‚Besser Neptun als nix tun‘ gekommen? Wollen Sie unseren Zuschauern etwas Wichtiges über Weltraumreisen oder Menschlichkeit mitteilen?“ – „Papa? Bist du das da im Dunkeln? Ich kann die Umrisse deines Bieres sehen!“ – Geduld, junger Padaw… Papa-Wahn: Der Sinn des Films ergibt sich am Ende. Nach stundenlangem Googeln im Netz.

Vielleicht geht es aber auch gar nicht um die Familienbande, sondern um das Leben selbst?

Man entfernt sich immer weiter von seinen Wurzeln, sieht das Licht der Sonne langsam verschwinden (Grauem Star und Hornhautablösung sei Dank) und fragt sich, warum man kurz vor dem Ziel (= Ruhestand?) noch so viel Zeit auf dem letzten Außenposten verbracht hat. Nur um sich von deinen Chefs sagen zu lassen, dass man irgendwie doch nicht der coolste Hecht im Karpfenteich ist.

In jedem Fall präsentiert der Film am Ende nur eine halbe Auflösung/Erlösung. Zudem scheint niemand im Lauf der Handlung zu einer nachvollziehbaren Haltung oder Motivation gelangt zu sein. Selbst klärende Gespräche sind lediglich ein deprimiertes Gemurmel, bei dem man sich fragt, WAS genau in den Köpfen schiefgelaufen sein muss. – Was genau hat Papa dem Brad angetan? Ist es kindlicher Missbrauch, menschliche Grund-Beklopptheit oder einfach  die Ignoranz der Eliten? Gehen wir als Menschheit zu weit, denken zu kurz, reden zu wenig, reden das Falsche, zu miesepetrig oder gar zu viel Stuss in überhypten Hollywood-B-Movies?

Was auch immer sich das Drehbuch vorgenommen hat: Am Ende bleibt nur Traurigkeit übrig. Das und einige Bilder, die wirklich(!) gelungen sind. Selten zuvor wirkte der Weltraum so leer, so realistisch, so still. Unwillkürlich beginnt man, jeden Astronauten im Film für bekloppt zu erklären. „Was haben Menschen da draußen zu suchen?“, will man rufen, während Brad Pitt monatelang trainiert, um am Ende der Reise nicht als muskelfreie Amöbe aus dem Anzug zu glotzen. Und plötzlich glaubt man zu wissen, dass der Weltraum nicht unsere Rettung sein wird, sondern der Untergang des Abendlandes. Oder so.

ad astra kritik, „Ad Astra“ – Die Kritik zum Kunstfilm

„Entschuldigen Sie? Haben Sie meinen Vater gesehen? Er trägt einen grauen Schnurbart und ist ungefähr 3,2 Traumata-Erinnerungen groß!“ – Einer Achterb… Seilbahn der Gefühle: Draußen im All erfährt die Menschheit endlich, dass man Schreie nicht essen kann.

Es gibt da auch so ein paar physikalische Problemchen bzw. Fragen. Unter anderem hätte ich gerne gewusst, was es mit den Schockwellen vom Neptun genau auf sich hat. Aber dafür interessiert sich der Film kaum. In meiner schwachen Erinnerung steigt Brad Pitt am Ende noch mal kurz der todbringenden Antenne auf’s Dach und kloppt mit einem Gartenstuhl druff.

Das klingt jetzt alles wahnsinnig negativ, ist aber gar nicht so gemeint. Denn ich hatte noch Tage nach dem Gucken die desolate Stimmung sehr präsent im Kopf (oder war’s doch schon Corona?), was für mich schon mal positiv ist. Logik MUSS nämlich gar nicht sein, wenn der Film auf anderen Ebenen punktet. Und das tut er.


Fazit: Der Film erzählt etwas. Punkt. – Was das genau ist, muss aber jeder selbst rausfinden. Ob Rohrkrepierer, Kunstwerk oder positiv „anderes“ Schnarchnasen-Fest: All diese Möglichkeiten liegen abholbereit im Auge des Betrachters.

In jedem Fall hätten ein paar Minuten, die sich mit der konkreten Schockwellen-GEFAHR beschäftigen, dem Streifen enorm geholfen. Man dreht ja auch keinen Film über ein Bohrinsel-Unglück und hält am Ende nur eine Flasche Olivenöl in die Kamera.

Trotz aller Kritik bleibe ich bei einer hauchzarten Guck-Empfehlung. Das Rewatch der Avenger-Filme oder der Abrams-Trekwerke kann ja mal für 2 Stunden warten, oder?

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von Klapowski am 25.04.20 in Filmkritik

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Kommentare (26)

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  1. JP1957 sagt:

    Das liest sich alles zu anstrengend, um es mir mitten in meiner Corona Depression anzuschauen.

    „Denn was war denn bitteschön der letzte gute SF-Film?“

    Der Marsianer.

    • Mikrobi sagt:

      Und das war gerade noch viel anstrengender, sich das anzugucken.

      Aber ich war ja Dank der Kritik vorgewarnt, allein schon wegen dem lateinischen Titel: „Et in Arcadia Ego“ – ne, das war was anderes, ich meinte: Ad Absurdum … egal.

      Der Streifen hätte auch „Trübsalblasen im Weltraum“ heißen können, oder in Anspielung auf 2001 und Donald Sutherlands Auftritt: „Wenn die Raumgondeln Trauer tragen“

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  2. G.G.Hoffmann sagt:

    Ich war enttäuscht. Der ganze Vater-Sohn-Plot hätte auch auf der Erde spielen können. Wenn man die Handlung jedoch schon in den Weltraum verlegt, wäre etwas mehr Realismus und Schlüssigkeit der Geschichte wünschenswert gewesen. Wie üblich – Star Trek und Star Wars lassen grüßen – spielen die riesigen Entfernungen im Weltall kaum eine Rolle. Der Rückweg wurde gar in wenigen Minuten (Sekunden?) abgehandelt.

    Die Sache mit den Affen diente offenbar nur dem Schauwert. Weshalb man eigens zum Mars fliegen musste, um von dessen „Rückseite“ eine Nachricht Richtung Neptun zu schicken, hat sich mir auch nicht erschlossen. Steht der Mars irgendwie einer direkten Funkverbindung Erde-Neptun im Weg? Sind die Planeten an einer Perlenschnur aufgereiht? Weshalb konnte nicht direkt von der Erde zum Neptun gefunkt werden? Der Unterschied macht nur wenige Sekunden aus.

    Damit steht und fällt jedoch der gesamte Sinn der Handlung.

    • Klapowski sagt:

      Ich stimme dir im Grunde zu. Allerdings habe ich diesen Aspekt hier nicht zu bemängeln:

      „Der Rückweg wurde gar in wenigen Minuten (Sekunden?) abgehandelt.“

      Nennt man das nicht „sinnvoller Filmschnitt“?

      Da es eher ungewöhnlich ist, nach dem großen Finale noch 5 Minuten dranzuhängen, in denen die Figur noch mal aus dem wegfliegenden Raumschiff schaut, würde ich hier Gnade walten lassen. Bei „Star Trek 5“ wird die Rückreise von „Gott“ ja auch nur kurz angedeutet.

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    • G.G.Hoffmann sagt:

      Also mich stören die kurzen Reisezeiten immer, aber noch mehr in SciFi-Filmen, die weniger phantastisch sind als Star Wars oder Star Trek (bei Star Trek V war ja schon die „Hinreise“ ins Zentrum der Galaxis, die mehrere Jahrzehnte hätte dauern müssen, Unsinn). Erst recht stört es mich aber bei Filmen, die nur wenige Jahre/Jahrzehnte vor unserer Zeit spielen und ein mehr oder weniger „realistisches“ Szenario zeigen wollen.

      Ich meine, dass man die Weite des Weltalls in Filmen wie „Alien“, „Passengers“, „2001“, auch in verschiedenen Marsmission-Filmen, besser dargestellt hat. Mir war das alles zu bruchstückhaft inszeniert: Zack, Mond. Zack, Affenraumschiff. Zack, Mars. Zack, Neptun. Zack, wieder daheim. Und das bei den Längen, die der Film sich zwischendurch geleistet hat.

      Tiefpunkt war der Mondaufenthalt. Ein billiges Autorennen, das schlecht von „Star Trek: Nemesis“ abgekupfert war. Nur Worf am Phaser-MG hat gefehlt. Angebliche Mondpiraten. Wer war das: die Elon-Musk-Bande? Mondraumfahrt wird wohl auch in einigen Jahrzehnten noch die Sache von Staaten oder mehr oder weniger seriösen privaten Unternehmen sein, aber gewiss nicht von irgendwelchen Space-Cowboys, die aus ungeklärten Quellen ein paar Milliarden für eine Mondmission haben, dort aber Überfälle begehen müssen… Überflüssige Actioneinlage.

      Dass Brad dann mit einem gezielten Sprung vom Raumschiff seines Vaters zu seinem eigenen Raumschiff durch die Ringe des Neptun zurückgeglitten ist, muss einer einmaligen Begabung im Kopfrechnen geschuldet gewesen sein. Die Wahrscheinlichkeit, sein Schiff zu verfehlen, betrug ca. 99,9999999999999%.

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    • Klapowski sagt:

      „Zack, Mond. Zack, Affenraumschiff. Zack, Mars. Zack, Neptun. Zack, wieder daheim.“

      Gerade die gezeigten Längen haben mir hier ausnahmsweise ganz gut gezeigt, dass die Reise länger dauerte. Ich wüsste jetzt spontan auch nicht, wie man es noch besser klarmachen sollte, dass die Reise mindestens ein paar Wochen dauert. Irgendwann ist man beim Medium „2-Stunden-Film“ dann auch mal an seinen Grenzen.

      Langsame Bilder, wehmütige Blicke aus dem Bullauge und für die Muskeln notwendige Trainingseinheiten haben wir ja nun gesehen.

      Klar, man hätte Brad Pitt zeigen können, wie er ein Bartstoppeln aus dem Rasierer schüttelt, wobei der Haar-Haufen am Ende bis zur Decke reicht. Oder dass er am Ende nur noch in Unterwäsche dasitzt, die mindestens zehn halbkreisige Fettabdrücke von verschiedenen Pizzen aufweist.

      Ich habe hier jedenfalls ausnahmsweise wenig zu meckern.

      Der Rest der Handlung ist natürlich völliger Mumpitz. Allein die Schockwelle, die aus dem Neptun stammt, zeigte entweder SEHR zielgerichtet auf die Erde, oder sie war in alle Richtungen gleich stark und somit insgesamt noch energiegeladener.

      Da fragt man sich schon, wie diese Unter-Warp-Lappen eine Technologie entwickelt haben, die einen stinknormalen Gasplaneten dazu bringt, kleine Supernovas durchs All zu rülpsen.

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  3. BigBadBorg sagt:

    Ist es nicht bereits ein interessantes Sci-Fi-Konzept? Ein ruhiger unaufgeregter Science-Fiction-Film? Sowas ist heutzutage derart selten geworden, leider.

    Der Film entwickelte einen hypnotischen Flow, die Zeit verging wie im Flug. Er erinnerte mich recht häufig an 2001, wegen den schönen Bildern. Ein sehr angenehmes, wenn auch depressives Erlebnis.

    Jetzt heißt es wieder zehn Jahre warten auf den nächsten Film dieser Art, mit einem vernünftig hohen Budget.

    • Klapowski sagt:

      „Jetzt heißt es wieder zehn Jahre warten auf den nächsten Film dieser Art“

      Ich habe eine bessere Idee: Einfach die Filme von Denis Villeneuve sehen! Auch wenn ich inzwischen etwas genervt von ihm bin, weil ich nach Jahren noch ständig die Schreibweise seines Namens googeln muss.

      Aber im Ernst… Sein „Blade Runner“ und „Arrival“ sind wohl die besten SF-Filme der letzten Jahre, wenn man auf so was wie „2001“ steht.

      Glaubt bei „Arrival“ daher nicht der lächerlich niedrigen 3-von-5-Bewertung aus Sparkillers Review aus 2017. Denn sieht man mal von dem Ende ab, auf das ich persönlich hätte verzichten können, ist das eine wahre Stimmungsgranate.

      Und „Dune“ kommt ja auch noch!

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    • G.G.Hoffmann sagt:

      Auch mit „Arrival“ bin ich leider überhaupt nicht warm geworden. Ich fand den Beginn des Films faszinierend und hatte große Hoffnungen in ihn gesetzt, könnte aber heute, nach drei Jahren, nicht mehr annähernd sagen, worum es in dem Film ging und wie er ausgegangen ist. Habe auch keinen Schimmer mehr, wer da mitgespielt hat (Jeff Goldblum?). Erinnere mich nur ständig an irgendwelche Kohlenstaubaliens, die irgendwie mittels Veränderung ihrer Muster kommuniziert haben (?).

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    • BigBadBorg sagt:

      @Klapowski Stimmt, Blade Runner und Arrival waren großartig! Dementsprechend bin ich auch auf Dune gespannt! Villeneuve wird aber spätestens nach dem Dune-Flop nur noch kleine Filme drehen dürfen, denn am Ende zählt nur die Kohle die der Film einspielt. Und ich kann mir nicht vorstellen dass Dune ein Hit wird, zumindest im Box-Office.

      In Blade Runner hat fast das ganze Kino geschlafen, nur ich und ein paar unbeugsame Gallier saßen sabbernd in ihren Sitzen. Heißt fünf Leute haben den Film danach empfohlen, 490 Leute haben auf Facebook geschrieben er sei scheiße.

      Nichts gegen das Marvel Cinematic Universe, ich mag die Filme sehr, aber zwischendurch mag ich durchaus etwas ruhigeres dass trotzdem ordentlich Geld gekostet hat. Ad Astra hat diese Lücke für mich gefüllt.

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    • onsager sagt:

      Als Serie: Tales from the Loop. Die Meinungen gehen natuerlich auseinander. Darunter, ob das nun Science Fiction ist. Aber mir hat es ganz gut gefallen.

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    • JP1957 sagt:

      „Auch in „Tales From The Loop“ gibt es diese ästhetisch wirkende Kleinstadt und wie es sich für gute Science-Fiction gehört, spielt die Wissenschaft eine entscheidende Rolle für die Handlung.“

      Oh nein, keine roten Sonnen und Orchideen Raumschiffe?

      Dann ist das nix für mich.

      Antworten
    • onsager sagt:

      > Auch in „Tales From The Loop“ gibt es diese ästhetisch wirkende Kleinstadt und wie es sich für gute Science-Fiction gehört, spielt die Wissenschaft eine entscheidende Rolle für die Handlung.“

      Keine Ahnung, woraus du das zitiert hast – aber bei all meiner Zuneigung ist „Wissenschaft“ kaum ein Schwerpunkt der Serie (ohne Blumen im Weltall geht es trotzdem).

      Antworten
  4. Jako sagt:

    Hey sag mal… Wie wäre es denn mal. It lost in space?

  5. bergh sagt:

    tach auch !

    Der letzte gute SF Film ?
    Der Marsianer, Saljut 7,

    Gruss BergH

  6. Kazairl sagt:

    Der letzte gute, jüngere Scifi-Film, der mir untergekommen ist, ist Attraction 2.

    • onsager sagt:

      > Attraction 2

      Das erste Mal, dass mich forbidden usenet laenger haengen laesst – Russisch 720p mit rumaenischen (?) Untertiteln ist die momentane Ausbeute. Ist er besser als der erste Film? Den fand ich eher durchwachsen.

      Antworten
    • Kazairl sagt:

      Besser als der 1. Film auf jeden Fall. Wenn du ihn gucken willst, müsste bei Amazon Prime drin sein.

      Antworten
  7. Dartsarrow sagt:

    Huhuhu, was habe ich auf ein Review für diesen Film gewartet – und es ist schön geworden, wobei ich dem Film einen Stern (oder einen halben, ergo einen Jupiter?) gegeben hätte.

    Ja, die aufgezeigten Mängel sind…Buggyballerei auf dem Mond, ernsthaft? Genauso dämlich war das Unterwassertauziehen auf dem Mars. Oder die schon erwähnte merkwürdig gerichtete Energiewelle vom Neptun zur Erde. Oder Affen in Space. Ganz allgemein all das, was durch seine Action kurz davon ablenken soll, wie wenig eigentlich wirklich passiert. Wieso spielt Liv Taylor eigentlich immer Frauen, die von Typen, die in den Weltraum fliegen, verlassen wird?
    (Das Abspringen von der Neptunraumstation zu seinem eigenem Raumschiff war eigentlich gar nicht so falsch. Brad Pitt muss erst mal nur ungefähr in die richtige Richtung springen. Wenn er dann in der Nähe zu seinem Ziel ist, kann er mit dem Abwerfen seines Surfbretts noch einmal den Kurs ändern. Das Problem ist tatsächlich eher das der Endgeschwindigkeit als des Zielens.)

    Grundsätzlich finde ich den Film aber fantastisch fotografiert! Wir bekommen mal eine Vorstellung davon, welche Ausmaße ein Weltraumlift annehmen könnte. Allein das Neptunballet! Wie im Review schon erwähnt schafft es der Film ordentlich zu zeigen, dass der Kosmos selbst mit einem Gasriesen im Hintergrund einfach nur unfassbar leer ist. Habe ich schon erwähnt, dass mir insbesondere die Farbwahl in der letzten Hälfte des Films sagenhaft gut gefällt – ganz allgemein, weil es eine deutlich bewusst erkennbar gewählte Farbwahl gibt?

    Die Story ist ansonsten banal und bleibt ein Mix aus Herz der Finsternis, 2001 und allen möglichen Erzählungen über emotionsarme Vater-Sohn-Konflikte. Kurz noch in jedem nur für sich stehenden Bild Brad Pitt irgendwas bedeutungsschwangeres denken lassen, fertig.
    Wobei ich die dem Film zuliegende Grundbeobachtung interessant fand: Dem Regisseur fiel auf, dass nach der Rückkehr von der Mondlandung Neil Armstrong nicht fähig war zu beschreiben, wie es ist, auf dem Mond zu sein. (Das konnte dafür Buzz Aldrin besser, weswegen der heute einen größeren popkulturellen Einschlag hat). Armstrong war wie die von Pitt gespielte Figur der perfekte Kandidat: Absolut gelassen in jeder Situation und nicht aus der Ruhe zu bringen. Nur sobald es ums Emotionale ging, versagte er völlig. Wenn wir nun aber solche Leute brauchen, um ins All zu fliegen, würden diese ja irgendwie auch ein Grundstein für eine künftige Raumfahrtgesellschaft sein. Sind deren Kinder auch so? Ist dauerhafte interplanetare oder interstellare Raumfahrt überhaupt mit emotional normativen Menschen möglich?
    Eigentlich gibt es in Ad Astra ja wirklich nur kaputte Beziehungen des Protagonisten zu allen anderen Figuren. Und der einzige, der ihn da mal auf Probleme hinweist, ist kein Mensch, sondern ein Computer!

    Was sich mir noch nicht so ganz erschlossen hat, ist inwieweit ein (bemanntes!) Teleskop am Neptun Sinn hat. Weniger Interferenzen durch die Sonne? Die größere Parallaxe?

    Abschließend kann ich nur bestätigen, dass der Film nicht der beste für deprimierende Zeiten ist. Oder für Leute, denen schnell langweilig wird. Oder für alle, die gerne mehr als zehn Sätze in einem 2h-Film erwarten.
    Ich persönlich fand ihn anregend und fand es schön, dass mal wieder jemand ScienceFiction auf eine Leinwand gebracht hat, in dem das Bild an sich im Vordergrund steht (und man es sogar sehen kann, weil man im Gegensatz zu Disco selbst am dunkelsten Punkt von Neptun noch genug Licht hat, um die Szenerie….ach, was reg ich mich auf!)

    So gesehen, danke fürs Review!

  8. Knubbelnase sagt:

    Ganz ehrlich, die ersten paar Minuten vom Film fand ich gut. Wie immer ist es natürlich eine Riesenkatastrophe, welche die Menschheit bedroht und ein einsamer Cowboy reitet los, um alle zu retten.

    Ein Grossteil der Aufnahmen sah wirklich gut aus, ja, zum Teil so gut, das man die Handlung einfach zur Seite stellte und dort verrotten liess. Es ist ja mittlerweile so, das zu perfekten Bildern leider keine Handlung mehr gehört, denn wenn ich etwas vermisst habe, dann so etwas wie eine gewisse Logik im System. Klar war auch, das der „Bread“ Pitt letztendlich als einziger ankommt, gehört halt zu solchen Filmen.

    Leider ist es aber so, das man dann im Rausch von Aktion und bunten Bildern anfängt, doch die beiseite gestellte Handlung zu suchen. Diese ist aber vor lauter logischen Ungereimtheiten dermaßen durchlöchert, das der zweite Teil des Films es nicht mehr schafft spannend zu werden.

    Und das Ende vom Lied. Zu Hause bei der Familie ist es doch am Schönsten. Ein solches Resümee ist eines SF Films doch recht unwürdig und hat mich gleich veranlasst, den Film wieder von der Platte zu putzen.

    (Aber schön, dass es wieder etwas zu kritisieren gibt! )

    • JP1957 sagt:

      Wars nicht bei Interstellar ebenso? Und selbst bei Contact haben sie den tollen Schluss des Romans mit einer Vater Tochter Story verhunzt.

      Beim Marsianer haben sie es vermieden.

      Antworten
  9. Tabularius sagt:

    Hatte den Film damals im Kino gesehen und war ganz und gar nicht begeistert.

    Nur weil ein Film langsam inszeniert ist, heisst es nicht das er automatisch besonders schlau oder tiefgründig ist.
    Die Aussage bzgl. Vater/Sohn Beziehung und loslassen fand ziemlich offensichtlich und flach.

    Natürlich muss man die ganzen Handlungspunkte und Szenen auch in diesem Zusammenhang betrachten. Sprich, es ist nicht (so) wichtig wie realistisch das gezeigte im einzelnen ist, sondern viel mehr was es im Bezug zur Grundaussage des Films bedeutet. Offensichtliches Beispiel dazu ist die Seilszene am Ende.

    So oder so muss ein Film aber emotional irgendwie fesseln und das tat er (für mich) kein bisschen. Der Climax gegen Ende empfand ich als langweilig und wenn man sich schon so auf die Beziehung und die „tiefgründigen“ Emotionen einschießt, dann hätte man auch die ganzen lächerlichen Action stunts weg lassen können. Die dem Film ohnehin nur geschadet haben.

    An einen denis villeneuve kommt das alles auf keiner Ebene heran. Arrival und BR2049 sind um längen besser. (oder Moon oder Sourcecode wenn ich mal noch andere gute UND schlaue Scifi filme nennen darf)

    Bin mega gespannt auf Dune!

    @GGHoffmann
    In Arrival geht es darum wie man mit seiner Vergangenheit(oder Zukunft) umgeht.

  10. mortimer3 sagt:

    Noch depressiver als Lars van Triers MELANCHOLIA? Dann Danke fürs Abraten!

  11. Kazairl sagt:

    Mal eine Frage an Klapo und Spark: Als Star Trek Fans, die Zeug, das mit Star Trek zu tun hat, kritisch und satirisch auseinandernehmen, habt ihr euch da jemals mit der Trickserie Gargoyles beschäftigt? Ich weiß, dass es kein Star Trek per se ist, aber alleine schon wegen dem englischen Sprechercast ist die Serie für Trek-Fans einen Blick wert. Der liest sich nämlich wie eine Star Trek-Crew-Versammlung. Da haben wir Jonathan Frakes als den menschlichen Antagonisten Davis Xanatos, Marina Sirtis als der weibliche Gargoyle-Gegenspieler Demona, Kate Mulgrew als Königin Titania, Michael Dorn als Othello/Coldstone und Brent Spiner als Puck.

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