Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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Der große (UFO-)Sekten-Vergleichstest (IV)

Der große (UFO-)Sekten-Vergleichstest (IV)

Vielleicht ist die Abwrackprämie schuld: „Raumschiffe sind gerade aus! Kriegen wa auch nicht mehr rein!“ – Nachdem die drei ersten Folgen unseres großen UFO-Sekten-Vergleichstests schon sämtliche himmlischen Doofendimensionen abgeklappert haben, sieht es für Teil 4 tatsächlich etwas mau aus, was die fliegenden Flachmänner angeht. Doch auch ohne UFOs bieten die europäischen Sekten eine Menge schlechter Mysterydrehbücher fürs Geld! – Was man bei DEN Beitrittspreisen aber auch erwarten kann…

Wie gehabt wollen wir Euch auch diesmal wieder mit Rat und Tut-Tut (im Großhirn) zur Seite stehen, wenn ihr auf der Suche nach einer schönen UFO- oder Mystery-Sekte seid. Schließlich ist dem Christentum seit der jungfräulichen Geburt nicht mehr viel Neues eingefallen, so dass man sich durchaus nach Alternativen umsehen darf. – Zumindest, bis einem das harmlose Umherblicken vom zukünftigen Sektenchef verboten wird…

Lest nun also alles über die 9 Grundgesetze einer gewissen(?) Celestine, das verhagelte Vergnügen im Sonnentempel und einer überraschend aktiven Perversen-Sekte in Deutschland…

Lasset nun also mein heiliges Licht der Lästerung fließen:


Die Celestine-Bewegung

In den 90ern erschien der esoterisch angehauchte Roman „Die Prophezeiungen von Celestine“, der von einem Mann handelt, der die 9 sagenhaften Prophezeiungen in Peru sucht, statt im Glückskeks seines lokalen Gastronomie-Chinesen. – Warum solche Weisheiten stets in fremdartigen Ländern zu finden sind (Quizfrage: Würde ein Roman, der in Peru geschrieben wird, solche Prophezeiungen unter dem Marktlatz von Gelsenkirchen vermuten?), wird dabei wohl nicht geklärt. Die „Prophezeiungen“ sind dabei aber auch eher buddhistisch-esoterisch angehauchte Lebensweisheiten, von denen dem Suchenden eine nach der anderen offenbart wird. Auch und vor allem durch die Menschen, denen er begegnet… Hätte er MICH gefragt, hätte ich ihm für die Hälfte seiner Reisekosten innerhalb einer halben Stunde einen ähnlichen Gutmenschenquatsch aufs Papier geschissen, aber mich fragt ja keiner…

Gäääähn… Ist mein Artikel schon zuendeeee? Sind wir bald daaaa? Ich muss mal ganz dringend… brechen! – Wie, noch mindestens eine Word-Seite schreiben? Na, dann: Augen zu, inneres Licht an und durch!

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„Schau Dir nur das Licht auf dem Buchcover an! Das ist der ultimative Beweis, dass es eine höhere Daseinsebene gibt!“ – „Das ist kein Licht, sondern Nebel im Hochland…“ – Eingebung: Wer „Celestine“ bei Google eingibt, findet circa 1.000 Abwandlungen dieses Bildes. Wenn ICH der Grafiker hiervon wäre, würde ich mich ganz schnell mit 20 willenlosen Hausfrauen zur Ruhe setzen und mir von ihnen den Stift massieren lassen…

Wegen des großen Erfolges bei esoterisch vorgebildeten Naturheilkundlern wurden später buchtechnisch noch „Die zehnte Prophezeiung von Celestine“ sowie „Das Geheimnis von Shambhala“ nachgeschoben. Das alles wäre natürlich nur eine belustigte Flatulenz von Marcel Reich-Ranicki wert („Alles Blöd-*Pfröt*-sinn!“), wenn nicht manche Menschen die kindisch geschriebenen Abenteuergeschichten mit einer dpa-Meldung verwechseln würden! So gibt es inzwischen eine wachsende Gemeinschaft öffentlich bekennender (gleichzusetzen mit „mutigen“) Celestine-Verehrern. Ausprägungen sind u.a. zu finden in total hilfreichen Internetforen („das sind ganz wunderschöne worte und ich freue mich sehr darüber, dass du sie für dich gefunden hast und mit uns teilst.“) oder Real-Live-Treffs in großen deutschen Städten

Hier erfahren dann auch die letzten geistigen Spätheimkehrer, was Christentum, Buddhismus und Grundgesetz schon seit Jahren wussten: Gutes tun ist gut und Schnaps ist Schnaps. – Prost, ihr Synapsen!

Nun habe ich bei meinen Recherchen eigentlich nichts Schlechtes über die Gruppe erfahren können, ehrlich gesagt. Doch dass die „Celistiner“ mit allergrößter Vorsicht zu genießen sind, beweist vor allem die Tatsache, dass der brechreizweit bekannte Betroffenheitsverwalter Jürgen Fliege die “Schirmherrschaft“ über den 2006 veröffentlichten Film übernommen hat! Und alleine die Tatsache, dass ein Film einen Schirm(herren) braucht – für Star Trek 11 hat mich noch niemand gefragt! – erscheint mir dubios… Warum soll man denn auch eine regenabweisende Krücke übers Celluloid halten, wenn der eigentliche Wassereinbruch in den Augenlidern normaldenkender Beobachter des ganzen Treibens passiert?

Da ein ausgeruhter Körper sehr wichtig für ein erfülltes Leben ist, hilft der Film „Celestine Prophecy“ gerne etwas nach, was das Ausleben des Schlafbedürfnisses angeht! Konflikte und Spannung wird man hier wohl vergeblich suchen, denn der Hauptdarsteller wird ja schließlich immer glücklicher und erleuchteter. Aber vielleicht geht er ja trotzdem mal kurz durch einen lieben Scherbenhaufen (so wie Bruce Willis in „Stirb langsam“), um seiner Wanderschaft wenigstens ein bisschen Blut und Gefahr zu gönnen…?

Viele Aussagen der Celestine-Bücher sind noch nicht mal falsch, zumindest nicht im römisch-katholischen Sinne („Kondome verschlimmern AIDS-Problematik“)! Sie sind halt nur so profan, dass ein normales Buch über Quantenphysik – auf eine ähnlich dümmliche Weise geschrieben – in der Celestine-Vereinigung eigentlich 5.000 Seiten dick sein müsste. – Und das alleine für die Erläuterung, dass Quanten keinen Geruch haben…

Hier ein paar Textbeispiele von einer Celestine-Webseite:

„Die Vierte Erkenntnis weist darauf hin und behauptet, daß der Mensch eines Tages in der Lage sein wird zu erkennen, daß das Universum einzig aus Energie besteht.“

Da fällt mir ja ’n (Ein)Stein vom Herzen! Und ich befürchtete schon, dass es doch nur Popel wären, die das Universum im tiefsten Inneren zusammenhalten, wie zum Beispiel die Unterseite eines alten Schulpultes. – Aber hätte es für diese bahnbrechende Energie-Erkenntnis nicht auch das Inhaltsverzeichnis eines Physikbuches eines ortansässigen Kindergartens getan?

„Das Manuskript besagt, daß die Veränderung der menschlichen Wahrnehmung mit einer erhöhten Sensibilität gegenüber schönen Dingen beginnen wird. In einem weiteren Teil des Manuskripts wird davon gesprochen, daß die Wahrnehmungsfähigkeit von Schönheit als eine Art Barometer funktioniert, das uns verrät, wieweit wir noch davon entfernt sind, die Energie wahrzunehmen.“

Ja, „Schönheit“! Endlich wird dieser Zustand als der neue Rohstoff der Zukunft angesehen! Man denke nur an die Schönheitsminen in Ruanda, Japan oder Bielefeld, wo der Urstoff allen Lebens (es sei denn, man selber sieht Scheiße aus, dann besteht man nämlich aus „Pfui-Ba“) mit gewaltiger Maschinenpower aus dem Erdreich geholt wird. Und nebenbei ist das Ansehnlichkeits-Erz anscheinend auch noch eine wertvolle Maßeinheit für Zeit! Ich kann es kaum erwarten, mich demnächst zum Kinobesuch zu verabreden, indem ich sage: „Wir treffen uns dort, wenn jeder genau 6 mal etwas Schönes gesehen hat!“ – „Okay. Zählt Dein Gesicht für mich denn schon doppelt, Klapowski?“

Wahrlich interessant, dass so etwas Subjektives wie das Schönheitsempfinden zum allgemeinen Heilsindikator wird! Man könnte auch vereinfacht sagen: Je leichter man zu begeistern ist („Guck mal, ein Vogelschiss in der Form von Helgoland!“), desto näher schrammt man hier bereits am neuen Zeitalter entlang. Die Endstufe ist daher vermutlich, stundenlang die Maserung der Gummizellenwand zu bestaunen und dabei von einer besseren Welt zu träumen. Eine, wo Spritzen nicht mehr wehtun, Psychopharmaka keine Nebenwirkungen mehr haben und es Zwangsjacken im luftigeren Sommerschnitt gibt…

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„Weißt Du was? Ich glaube, ich bin schon viiiiel glücklicher und friedvoller als Du!“ – „Bist Du nicht!“ – „Bin ich doch!“ (*KLOPP*) – Kain und Abeline: Im Film lernen wir, dass jeder Mensch irgendwie… gleich… und freundlich sein… gewesen… sein. Oder so. Man darf niemanden zwingen, irgendwie… was zu tun. Ja. – Also ICH halte mich schon seit Jahren daran und habe entdeckt, dass man Blutflecken am besten aus Kleidung bekommt, wenn sie… gar nicht erst hinein gelangen!

„Laut Manuskript werden wir lernen, spontanen Augenkontakt als sicheres Zeichen
für die Notwendigkeit einer Unterhaltung anzusehen. Die meisten Menschen achten
jedoch nicht darauf oder vergessen es sofort wieder.“

Okay, DAS macht mir dann schon etwas Angst! Und haben sich nicht schon die Zeugen Jehovas diese Floskel als Markenzeichen beim Patentamt eintragen lassen? Wollen die anderen 5 fremden Personen im Fahrstuhl wirklich mit „Hallo, ihr alle! Was habt ihr denn am Wochenende so gemacht?“ begrüßt werden? Ist die Kassiererin, die uns freundlich anschaut, wirklich an einem minutenlangen Exkurs darüber interessiert, dass der Goldrand beim 2-Euro-Stück komischerweise silberfarbend ist?

Positiv:

– Endlich mal keine Raumschiffe, kein Weltuntergang und keine Weltraumechsen: Hier muss man sich wirklich nur aus SCHAM umbringen!
– Im Prinzip haben sie ja Recht: Nett und freundlich zu allem Menschen zu sein ist besser als garstig und besserwisserisch. – Habt ihr das verstanden, ihr Ärsche?

Negativ:

– An solch pipi-einfachen Botschaften müsste selbst die BILD-Zeitung lange… ähm: besonders KURZ herumstricken!
– Mir fehlt hier ein Antagonist! Kann nicht wenigstens die 11. Prophezeiung von einem bissigen Terrier bewacht werden oder so?
– Mir fehlt so etwas wie ein oberster Guru! Ich werde schnell nervös, wenn es keine zentrale Kontonummer gibt, an der alle Fäden zusammenlaufen.

Fazit: Die ideale Hausfrauensekte für Erdstrahlensammler und „Inneres Licht“-Stromfresser. Noch sind sie „nur“ doof (und keine Sekte), doch das Potenzial für eine nachträgliche Pervertierung des Kultes ist durchaus gegeben! So mancher eingefahrener Buch- und Kegelclub entwickelte sich ja auch erst nach Jahrzehnten zur gefährlichen Untergrundverblödung à la Scientology oder dem Christentum… Und bei den Celestinern kann man sogar noch mit den schönen Wanderwegen in Peru argumentieren!

Selbstmordfaktor:

Spaßfaktor:


Die Sonnentempler

Manchmal fragt man sich wirklich, wie Sektengründer eigentlich ihre Leute rekrutieren. Sobald man eine (un)kritische Masse aus Doofen und Deppenanwärtern beisammen hat, kann ich es ja durchaus verstehen, dass diese wiederum ihre Freunde und Familienangehörigen zu erfundenen Kulthandlungen (zu denen erstaunlich oft das Ausfüllen von Überweisungsträgern gehört) animieren können. Doch wie lief das wohl, ab, als sich zwischen 1979 und 1981 erstmals die beiden Gründer Luc Jouret und Joseph Di Mambro trafen und – vielleicht bei einem Glas Bier – bemerkten, dass sie die wiedergeborenen Persönlichkeiten von Osiris, Moses und eines mittelalterlichen Rittermönches waren?

Lachte man danach ausgelassen, schob sich ein paar Erdnüsse in die Nasenlöcher (zum Halten des intellektuellen Niveaus) und scherzte im Anschluss über die griechische Reichsteilung im Jahre 395 nach Christus, die man als Moses und Osiris ja leider knapp verpasst hatte? Und was dachte man sich, als man später die Gruppe O.T.S. übernahm, die sich auf den im Jahre 1119 tatsächlich gegründeten Templerorden berief? War es echter Glauben oder eine feindliche Übernahme? Wenn Sektenübernahmen und -umstrukturierungen so ähnlich wie Unternehmensfusionen in der freien Wirtschaft funktionieren, so hatten Jouret und Di Mambro wohl einfach die bessere Kapitalbasis. Sprich: Das geistige Sparkassenkonto der Wahnideen war prall gefüllt und die Selbstüberschätzung auf dem lobenswerten Stand eines Investmentbankers im Jahre 2008.

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„Dieser verdammte Sonnentempel muss hier doch irgendwo sein!“ – „Verdammt! Ich bin in Kuhscheiße getreten!“ – „Hilfäää! Eines der Rindviecher knabbert an meiner Kutte!“ – Willkommen bei der Spaziergang-Gang: Eines der ersten Treffen der Sekte fand 1983 unter freiem Himmel statt. Unfrei waren viele der Mitglieder ja schließlich auch schon im Kopp…

Laut Wikipedia gab sich Jouret als Großmeister mit heilenden Kräften aus („Huschhusch! Im Krebsgang die Tür hinaus, Du Krebs!“), während Di Mambro behauptete, das Schwert Excalibur zu führen („Äh. Ich hab’s gerade nicht dabei. Aber ich wäre bereit, meine Behauptung durch mimisch vorgetragene Schwertstreich-Gesten zu beweisen! MIT Zischlauten aus meinem Mund!“). Mitte der 90er soll der Verein über 500 Mitglieder gehabt haben. Und zwar Ärzte, Techniker und andere wohlhabende (Ex-)Mitglieder unserer Gesellschaft.

Diese hatten dann auch ordentlich abzudrücken, und damit meine ich nicht nur verbalen Schmierkot über den Antichristen, Erdstrahlen und rituelle Waschungen! Die zu leistenden Geldzahlungen waren hoch und die Gründer danach logischerweise hoch… erfreut. Wer hingegen nur wenige Kringel auf sein Überweisungsformular malen konnte, arbeitete zum Ausgleich einfach etwas mehr für die Gemeinschaft. Um 4 Uhr morgens wurden dann die Betten um 90 Grad gedreht und der Sekten-Pöbel durfte ein „wenig“ schuften. Dass es sich hierbei um harte Tätigkeiten und nicht um einen Halbtagsjob als Matratzentester handelte, steht außer Frage…

Nachdem alle Mitglieder indoktriniert, überwacht und in luxeriösen Villen wohnhaft gemacht worden waren, änderte man die Glaubensgrundsätze ein wenig: Der befürchtete Weltuntergang (verdammte Klischees!) wurde immer weniger witz… wichtig, dafür wurde aber behauptet, dass der Tod eine Illusion sei. – Eine Logik, die nicht jedem sofort einleuchten dürfte, er seine Hauskatze mal unter einem Lkw-Reifen hat kleben sehen…

Genauer gesagt, glaubten die Sonnentempler daran, nach ihrem eingebildeten Tod im Sternensystem des Sirius wiedergeboren zu werden, wo es eine neue Menschheit aufzubauen gilt. Was einem normal denkenden Menschen nicht sehr erstrebenswert erscheint („A-A-Aber da gibt es doch keine Supermärkte und Fernsehserien!?“), war für die sonnengetempelten Schmalspurdenker so verlockend, dass der Tod langsam die erste Geige in der Sekte zu spielen begann: Zwischen 1994 und 1997 kamen daher unglaublich viele Mitglieder um. Vergiftet, erschossen, er-wasweißichnochalles. Manchmal durch Selbst-, manchmal durch Fremdtötung. – Traurig. Sätze werden immer kürzer. Punkt.

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“Verdammt! Hört endlich auf, mich ‚Heiliger Vater‘ zu nennen! Und was ihr da eben gegessen habt, waren auch keine Hostien, sondern Styroporkugeln aus dem Paket mit den neuen Plastikschwertern! Bin ich denn hier der einzige, der kompetent genug zum Herumspinnen ist?!“ – Fehlt nur noch die Unterlassensklage vom Roten Kreuz: In dieser französischen Fernsehproduktion (2008) ließ man die Sonnentempler noch mal Revue und Regie passieren…

Mal wurden 53, mal 16, mal 5 Leichen auf einmal gefunden, zumeist in der Schweiz. Mal lagen sie draußen verkohlt herum, mal eher nicht. Die früheren Expansionsbemühungen der Sekte wurden durch das überhand nehmende Gastarbeitertum im Sirius-Sternensystem natürlich leicht ausgebremst. Und da auch Jouret und sein schwertschwingender Kumpel unter den ersten Toten gewesen waren, erlosch das Feuer des Flachdenkens bereits im März 1997, als letztmalig fünf Opfer ihre Sirius-Fahrkarte eingelöst hatten.

Positiv:

– Intergalaktische Reisen durch Selbstmord sind ein interessantes Feld und in der Science Fiction bislang leider unterrepräsentiert…
– In Sachen Altersvorsorge kann man hier seinem Bankberater frech ins Gesicht lachen!
– Excalibur schneidet Fleisch, Knochen und sogar Konservendosen! Wer jetzt bestellt, bekommt ein zweites Einer-Set gratis dazu!

Negativ:

– Auf Mitgliederversammlungen kann die Unterhaltung mit dem eigenen Echo („Hallo? Irgendwer noch am Leben?“) mitunter etwas anstrengend werden.
– Der Tod mag eine Illusion sein, das einsetzende Müffeln der Anwesenden jedoch leider nicht!
– Das ständige Ausfüllen der Überweisungsträger belastet die Muskeln, welche eigentlich für die sinnlose Feldarbeit benötigt werden.

Fazit: Eine nach biochemischen Maßstäben abzuhakende Sekte. Ein Relaunch würde sich wohl nur anbieten, wenn der futuristische Gedanke etwas ausgeweitet werden würde (wer steht heute noch auf Excalibur?) und der Selbstmordgedanke nur für 100-Jährige in Begleitung ihrer Eltern zugelassen wäre. Unsere empfohlene Alternative: Scientology.

Selbstmordfaktor:

Spaßfaktor:


Die Wankmiller-Sekte („Stamm der Likatier“)

Okay, jetzt wird es etwas weniger witzig… Wenn sich ein paar Nobrainer im Sonnentempel die Giftkapsel geben, sie dies nach objektiver Überlegung entschieden haben („Auf Sirius sind die Leb… Sterbenshaltungskosten gerade so niedrig!“) und das Ganze auch noch über 10 Jahre her ist, kann man sich ja inzwischen sehr gut darüber lustig machen. Schließlich darf man über das Dritte Reich inzwischen ja auch müde schmunzeln, wenn ein entsprechender Antrag von den üblichen Gruppierungen positiv beschieden wurde. – Aaaaber dieser Verein hier macht einem definitiv mehr Angst. Und das nicht nur, weil sie den Wahnsinn von der Schweiz (mit den Bergen als Puffer dazwischen) in das schöne Städtchen Füssen verlagern, sondern weil es auch um KINDER geht.

Immer wieder geriet die Sekte nämlich wegen angeblichen Kindesmissbrauchs in die Schlagzeilen. Dass der Koch der Vereinigung wegen sexuellen Handlungen an Mädchen zwischen 5 und 14 Jahren zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, ist zahlreichen Berichten zufolge womöglich nur die Spitze des Eisberges, unter dem hier die Menschlichkeit schockgefroren wurde. Der angeblich 200 Kilo schwere Wolfgang Wankmiller, der die Sekte vor 34 Jahren gründete, träumte von Anfang an von dem perfekten Menschen. Womöglich von einem, der auf Verlangen unter ihm liegt…?

Seine eigene Tochter soll sich im Alter von 13 Jahren gar damit gebrüstet haben, bereits mit 11 Männern geschlafen zu haben. Auf der Internetseite der Likatier (wie sie sich selber nennen) nimmt man natürlich Abstand von solchen Vorwürfen und serviert lieber ein paar Karikaturen von zigarrerauchenden Zeitungschefs und fies grinsenden Fotografen auf der Suche nach einer Sensationsschlagzeile.

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„Hihi, hab Dich! Na, ist unser Stammesleben nicht schön?“ – „Ja, dies ist die offenste abgeschottetste Gesellschaft, die man sich vorstellen kann! Lassen daher auch SIE sich von uns packen!“ – Interessieren sich anscheinend wirklich nur für Kartoffelkäfer und den neuesten Ökotestbericht über Blumenerde: Die Likatier laden alle zum fröhlichen Kennenlernen ein! Und wer sich lange kennt, der liebt sich bekanntlich auch. Wir verraten hier aber nicht, auf welche Weise. – Hihi…

„Wann kommt denn hier das liebe Geld ins Spiel?“ werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen, vielleicht parallel zu einem ungeduldig mitlesenden Onkel Wankmiller, der von den knisternden Scheinchen gar nicht genug bekommen kann: Der Sekte gehört die halbe Altstadt von Füssen, vermarktet Attraktionen wie das Schloss Neuschwanstein(!!) und allerlei Esoterik-Nippes. In der Politik und Verwaltung sollen nicht wenige Unterstützer sitzen, die teilweise durch Einladungen zu Sexorgien (durch die sie erpressbar wären) gefügig gemacht worden sein sollen. Auch über kompromittierende Geheimakten über viele Füssener Einwohner wurde spekuliert. Sind hier eine Art neuer STASI-(N)a(c)kten unterwegs? Wir wissen es nicht…

Bei allem unlustigen Kopfschütteln gibt es aber immerhin noch ein Lachen, das sich anschickt, im Halse stecken zu bleiben: So hat die Sekte eine eigene Währung, die tatsächlich „Piepen“ heißt! Das ist doch mal Humor zum Piepen und der ultimative Beweis, dass auch mutmaßliche irre Sexmonster (muss ich jetzt Tantiemen an BILD zahlen?) eine flapsige Moneten-Umschreibung zu schätzen wissen.

Apropos schätzen: Der von mir gar nicht geschätzte Wolfgang Wankmiller war früher mal Hausmeister, ließ sich aber schon länger mit dem Namen „Jesus“ anreden. Das mag für Hausmeister erst mal nichts Ungewöhnliches sein (wir alle kennen schließlich diese allmächtigen und strafenden Wesen aus unserer Schulzeit!), jedoch entwickelte der bärtige Bargeldliebhaber recht schnell eine weitergehende Lehre. Nachdem, was ich ansatzweise gelesen habe, ist das jedoch auch wieder nur die pornografische Fassung irgendeines esoterischen Geisterfahrers, die in solchen Sekten üblich zu sein scheint. Da Wankmiller nebenberuflich auch noch die Reinkarnation von Ludwig dem II. war (Zu MEINER Zeit hätte Jesus als Autoritätsperson ja noch gereicht), schaffte er es selbstverständlich, mindestens 25 einflussreiche „Schwurmenschen“ um sich zu versammeln und seine Leute in der örtlichen CDU einzuschleusen.

Interessant ist auch, dass dem ehemaligen Senderchef von TV Telemedial (Thomas G. Hornauer) enge Verbindungen zu der Wankmiller-Sekte nachgesagt werden. Dieser Zeitgenosse darf spätestens nach der Sichtung seiner zahlreichen, auf YouTube archivierten TV-Auftritte vermutlich straffrei und objektiv als „total durchgeknallte Mental-Amöbe“ bezeichnet werden.

„Buhuuu! Ich will wieder Werbespots für schwulen Telefonsex machen! Das hier ist doch unter meiner Wü-hü-hü-hürde!“ – Wein(en) in alten Schläuchen: Auf „Kanal Telemedial“ heult erst der Senderchef, bevor es dann auch die Anrufer tun. Und sei es erst bei der nächsten Telefonrechnung!

Hornauer selber bezeichnet seine Verbindungen zu den Wankmiller’schen Hausmeisterorden zwar nur als „lose“, jedoch erinnert sich ein ehemaliger Geschäftspartner von Hornauer daran, dass dieser „die Wankmiller-Sekte in Füssen finanziell unterstütze und engsten Kontakt zu deren Guru pflege, der für ihn eine vorbildliche Persönlichkeit sei“. (Zitat von hier, laut Einleitung wohl aus einem SPIEGEL-Artikel übernommen)

Tja. So schließt sich der Kreis zum TV-lastigen Grundthema unserer Webseite und der Kreisumfang des 200-Kilo schweren Gründers einer mutmaßlichen Sexsekte…

Positiv:

– Die Bürger seiner Heimatstadt sieht der dicke Hausmeister als „Besatzungsmacht“ an (laut Welt.de) Diese Grundidee ist klasse und ließe sich prima auch auf MEINEN Stadtteil ausweiten!
– Sexorgien halten fit uns sorgen dafür, dass man nicht so schnell über 300 Körperkilos kommt.
– In Schloss Neuschwanstein laufen viele Japaner herum. Diese sind hübsch klein, sexuell ergiebig, und natürlich KEINE Kinder.

Negativ:

– Sollte der Vorwurf des Kindesmissbrauchs auf breiter Sektenfront zutreffen, wäre die Befüllung der zuzubereitenden und reinzuschleudernden Molotovcocktails für Normalsterbliche kaum zu bezahlen.
– Ich kann den Hornauer nicht leiden. Vermutlich ist er mir einfach zu realistisch und abgebrüht.
– Wenn einem als Jesus-Reinkarnation die halbe Stadt gehört, denkt man vermutlich immer nur „Tja. Das Glas ist halb voll“…

Fazit: Eine ekelhaft aktuelle und widerwärtig unangreifbare Scheißsekte. Und wenn überall auf der Welt(?) die eigenen Moneten rumliegen, kann sich so etwas wie eine vernünftige Weltuntergangsvision gar nicht auf natürliche Weise entwickeln! Unser kostenloser(!) Tipp für alle Mitglieder: Austreten, nachtreten, bei Gott um Verzeihung tret… beten.

Selbstmordfaktor:

Spaßfaktor:

(Nur ein Ohr, da nach offizieller Darstellung keine Sexorgien – auch nicht mit Erwachsenen – stattfinden)

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Artikel

von Klapowski am 19.04.09 in Das Test-Labor

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Kommentare (15)

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  1. CapN sagt:

    Dreht sich hier auch nochmal was um Star Trek…?

  2. G.G. Hoffmann sagt:

    Seite wird komisch angezeigt? Jawohl, das kann man so sagen! Das neue Design wirkt irgenwie herzerfrischend doof und leicht linkslastig (oder doch rechtslastig?). Irgendwie jedenfalls asymmetrisch, unausgewogen. Eine Pyramide (oben) kann man doch nicht nur auf zwei Säulen stellen. Wo war denn da das sonst so gut ausgebildete ästhetische Empfinden des Designers? Und weshalb wird die Seite, gerade jetzt, wo wieder der ST-Boom neu ausbricht, nach und nach alles von der Seite getilgt, was an Star Trek erinnert. Demnächst wohl auch die Enterprise und Willy Shatner!

    Im bin zum wiederholten Male (wie eigentlich bei jedem Relaunch) nicht sehr glücklich mit den neuen Entwicklungen!

    (aber ‚mal im Ernst: die neue Anordnung ist wirklich nicht sehr ansprechend…)

  3. Sparkiller sagt:

    Pyramide, gutes Stichwort! Stammte der alte Aufbau ja noch aus der Zeit derselben. Dabei geht der heutige Trend für erfolgreiche Web-Auftritte doch zum luftigen, zum simplen! Weg vom Quetsch, hin zum… öh… Pfffrrrzz? Google, anyone?

    Vorbei sind nun jedenfalls die alten Gepflogenheiten, unsere Besucher erst einmal durch verwinkelte und über die gesamte Seite verstreute Menü-Strukturen zu jagen. Unser neues, grösseres und breiteres Menü auf der rechten Seite lädt ein zum verweilen und klicken, erreicht man dort doch nun direkt alle unsere Inhalte (Feinschliff in Arbeit). Ich bin jedenfalls guter Hoffnung, den errechneten Produktivitätsanstieg bei unseren Usern noch bis zum dritten Quartel 2010 erreicht zu haben!

    (Ausserdem meinte Klapo, dass wir wenigstens auf DIESE Weise mal wieder einen GGH-Text bekommen. Ausser beim Meckern bringt er es ja nicht mehr. Nächsten Monat ist daher das Menü dann LINKS und in orang-utan-braun.)

  4. DJ Doena sagt:

    Dieses linkslastige Layout lass ich mir ja noch gefallen, aber Twitter?!? Muss man denn auf jeden Blödman…äh…Spielmannszug aufspringen?

  5. Raketenwurm sagt:

    Das Umdesign geht ja durchaus in die richtige Richtung, nur bin ich von allen anderen Seiten der Welt daran gewöhnt, daß sich der Navigationsbalken links befindet. Darum biegen sich meine beiden Augen nun jedes Mal quer um die eigene Achse, wenn ich Zukunftia besuche, und das wiederum verursacht so ein bitteres, leicht zitterndes Stechgeräuch in meinem Stammhirn. Klar, in einem Jahr gibt es das nächste Redesign und dann besteht die Seite nur noch aus einzelnen Fenstern, die man sich selbst an die gewünschten Orte schieben kann, aber bis dahin ist das jetzt hier schon alles irgendwie doof und so…

  6. Flutschfinger sagt:

    Man sollte die Seite nun endgültig in „Unformia“ umbenennen. Verdient hat sie es, die blöde!

  7. Mieze sagt:

    och, ich find das neue layout gar nicht mal schlecht .. nur das menü ist mir noch zu .. untereinander ;) .. anders gesagt: mir fehlt da die einrückung der zweiten ebene – ich dachte gerade kurz, ich wäre gleichzeitig auf „kategorien“ und „star trek“ .. bis ich gemerkt habe, daß die weiße schrift gar nicht bedeutet, daß ich DA bin. .. ich würde den „menüüberschriften“ permanent den etwas helleren, blauen hintergrund geben, dann ist die navi auch nicht mehr so .. eintönig blau ..
    .. daß der inhalt links steht, stört mich nicht. scheint ein trend zu sein, ich habe mich schon dran gewöhnt ..

  8. DJ Doena sagt:

    @Sparki: Wenn man auf den Login-Kopf drückt beim Twitter und sich einloggen will, kommt „This method requires a GET.“

    Apropos Twitter: http://current.com/items/89891774_twouble-with-twitters.htm

  9. Mieze sagt:

    öhmm .. noch ne kleinigkeit .. ich bekomme neben javascript-fehlermeldungen nun auch lauter viren-warnungen, wenn ich auf eure seite gehe :(

  10. Sparkiller sagt:

    Der Java-Fehler beim Internet Explorer sollte sich jetzt erledigt haben.

    Von Viren wüsste ich jetzt aber nichts, welchen Namen hat der denn? Eventuell gab es auch einen falschen Alarm durch das Twitter-Fenster. Habe es mal rausgenommen, kommt nun noch etwas?

  11. Mieze sagt:

    *kratzamkopp*.. vielleicht bin ich auch einfach zu blöd .. ich hab cache, verlauf und temporäre internetdateien gelöscht .. die seite neu aufgerufen .. alles war ok .. aber nur einmal ganz kurz:
    dann hab ich auf einen artikel geklickt – und prompt wieder beide „fehler“

    also nochmal gemacht: cache, verlauf, inetdateien gelöscht .. browser zu, browser auf .. neu eingegeben .. und jetzt kommt wieder die viruswarnung .. o.O ..

    der java-fehler wird nur unten links angezeigt, also keine richtige fehlermeldung oder so .. und ich kann nicht mehr auf „neueste kommentare“ klicken .. vielleicht gibt es da einen zusammenhang ..?

    … die virusmeldung sagt: Java-Scriptvirus JS/Dldr.Agent.AGR.1 .. in jquery.min.js

    .. alles im IE7, im firefox habe ich BEIDES nicht ..

    alles sehr merkwürdig .. ich hab alles gelöscht, was geht, kann doch nicht an mir liegen ..?! .. wenn ich tatsächlich die einzige sein sollte .. hmm .. dann kannst du es wohl ignorieren, dann will mein computer mich ärgern^^

    edit: hmm .. im IE6 habe ich das auch .. und der legt sich selbst neue temporäre dateien an .. und da hatte ich die seite auch noch nie aufgerufen ..
    .. oh .. und opera „findet“ auch den virus … *kratzamkopp*

  12. Sparkiller sagt:

    Benutzt Du eventuell den Avira Anti-Virus?

    http://forum.avira.com/wbb/index.php?page=Thread&threadID=88845

    Eventuell blockt der Anti-Virus deswegen das Javascript, weswegen dann auch das dazugehörige „Neueste Kommentare“-Menü nicht mehr funktioniert und der Browser die Fehlermeldung ausspuckt.

  13. Mieze sagt:

    *schäm* .. das wars .. hab jetzt per hand antivir aktualisiert, und es ist wieder alles in ordnung ..
    .. danke :D

  14. potsmoke66 sagt:

    schade das sich hier keiner für die thematik interessiert hat
    ich fands gut
    hab viel gelacht (und geweint)

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