Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

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„Star Trek – Starfleet Academy“ – 1.10 – „Rubincon“ – Review

„Star Trek – Starfleet Academy“ – 1.10 – „Rubincon“ – Review

Und so beginnt es erneut… Also das Ende der Staffel. Immer noch ist die Föderation eingesperrt und kann nicht raus. Was schrecklich klingt, bei galaktischen Gebieten aber für wenig Platzangst sorgen dürfte. Doch trotzdem drängt die Zeit, weil Nus Braka jederzeit auf den Fernauslöser und/oder die argumentatorische Tube drücken könnte. Denn die meiste Zeit dieser Folge wird auf einer brennenden Athena-Bühne über eine Frau geredet, die ihm vor Jahrzehnten mal als Milchmixerin beim Machtpoker aufgefallen war… Und danach bei seinem Schnellprozess in der Nähe stand. Das wäre ungefähr so, als wenn Gul Dukat bei DS9 gesagt hätte: „Sisko und Bajor – schön und gut. Aber dieser Fernsehtechniker mit dem Glasauge. Der ging damals garrr nicht!“


Ich weiß, wir sprachen bereits hierüber. Aber da wir diese Episode massivst(!) abwerten müssen, weil einem beim Nachdenken der Sabber von unten in die Augen schäumt, muss ich es erneut erwähnen:

Hunderte Minen. Sprengkraft-Größe von jeweils „einem Sonnensystem“. Rund um die Föderation herum. Also dreidimensional. Ich müsste es mal nachrechnen, aber vermutlich wäre das so, als würde ich mit hundert Polen-Böllern die Weltmeere verminen?

Klar, der Schaden an den Planeten in der Nähe wäre gigantisch, aber allein das Verlegen bei dieser Krachbumm-Logikdehnungs-Übung ist so schwachsinnig und unglaubwürdig, dass mir beim Nachrechn… Nachschätzen das Blut aus den Ohren schießt: Wie viele gedachte Linien/Maschenmuster (auf einer Kugelform) musste Nus Braka ungefähr fliegen? Wenn der Föderationsraum ca. 200 bis 1000 Lichtjahre breit ist – je nach Quelle -, ist die mehrmalige Strecke drumherum (danke, Zahl Pi) locker Tausende bzw. eher Zehntausende/Hunderttausende Lichtjahre groß.

Wobei wir mit „mehreren Hundert Minen“ eh nicht hinkommen, was ich der Episode aber schenke.
Bitteschön, da nehme ich nix dafür. Wobei, eine Tasse neues Hirnwasser wäre schon nett?

„Geehrte Zuschauer. Nachdem die Minenmenge und -reichweite in der letzten Episode auf Kritik stieß, haben wir unser wissenschaftliches Beraterteam noch mal an die Daten gesetzt. Mit folgendem Ergebnis: Nun ist auch der Delta- und der Betaquadrant gefährdet, gefolgt von großen Abschnitten der Andromedagalaxie.“

Somit zerfällt jedes Gefühl für Entfernung, Dringlichkeit und glaubwürdigem Dagegenhalten. Wenn Braka an einem Wochenende sein komplettes Rohr verlegen kann, man aber nicht mal mit Discovery-Pilzantrieb oder den gerade wieder ausgegrabenen Transwarp-Kanälen dran vorbei kommt, ist es mir komplett egal, wer wann und wo auftaucht.

Ernsthaft, da kann ich genauso gut auswürfeln, welche Star-Trek-ähnliche Actionszene (oder lieber ein Musical?) mir eine Video-KI generiert.

Aber okay, wir müssen es ja irgendwie besprechen:

– Das Signal für die Minen ist irgendwo außerhalb der „Wand“. (So ein altmodischer Sender mit langer Antenne dran?)

– Natürlich gibt es nur EINEN Sender, wo auch immer er sein mag. (Hoffentlich nicht auf der anderen Seite des Föderationsraums, sonst müssten man 5 Minuten länger fliegen.)

– Nur die Athena kann den finden. (Ist halt toll, dieses „Insert_ActualHeroShip“)

– Und nur Calebs Mutter kann den Braka ablenken, weil er sie für tot hält. („Herr Bin Laden, wir müssen kurz ihren Terroranschlag unterbrechen. Ihre alte Deutschlehrerin ist in Peru aufgetaucht. Die mochten Sie doch damals nicht?“)

Diese Augen können nicht lügen. Aber als Anschauungsobjekt für die Krankheit Morbus Basedow sind sie immer noch gut geeignet… – Calebs Mudder ist als ehemalige Flüchtlingsterroristin mit bemutternder Wegrenn-Ferngenialität vielleicht nicht gaaanz sauber definiert und geschrieben, aber dafür kann sie auf Kommando jede Konsole auf der Athena bedienen.

Logisch, natürlich funktionieren diese „Ideen“ der Autoren soweit, dass Nus Braka sofort auftaucht und scheißelabernd auf die Athena-Besatzung einschwallt. Natürlich mit kultigen Sätzen wie „Ihr solltet meine Flachwitze aufschreiben“ und „Der Erzfeind meines Erzfeindes ist mein Erzfeind“. Warum auch immer ein Galaxien(!)-Sprenger(!) mit Leuten rumhängt, die ihm damals dieses Ordnungsamt-Verwarnung verpasst haben. Sonst nix zu tun? Gossenwasser schon ausgetrunken?

Von allen Starfleet-Folgen fiel es mir hier auch am schwersten, der Handlung zu folgen… Was natürlich komplett an MIR liegt, wenn der Doctor z.B. spontan ein Holoprogramm in den Computer einspeist (= *USB-Stick auf Tresen leg, reinsicker*), woraufhin die Athena als Hologramm explodiert, nachdem sie anscheinend GAR NICHT getroffen wurde. Weil die Schilde viel stärker sind, wenn eine holografische Explosion drum herum stattfindet – die für die Gegner NICHT als solche wahrnehmbar ist?!?

Sind Gruppenbesuche beim Nervenarzt eigentlich günstiger?

Aber ich wüsste eh nicht, wie ich Kurtzmans Drehbuch-KIs von dem Servern runterkriege…

„Achtung, rote Einschlag-Wolke auf 67%!“ – „Schalten Sie die Holodecks auf die Außenhülle, wir müssen unsere Kriegstechnologie irgendwie mit Unterhaltungs-Software aufwerten.“ – Einschlagk(r)ater dank Jägermeister: Früher wollten Trek-Zuschauer noch Wissenschaftler werden. Heute möchten sie sich an Silvester die Finger absprengen.

Hier sind wir auf einem Niveau der Blödigkeit angelangt, bei der Vergleiche mit alten Serien sich schon deswegen verbieten, da man Kindergarten-Abzählreime gemeinhin nicht mit Shakespeare-Dramen in einen Topf wirft.

Dass am Ende einer Staffel nur noch heiße Luft aus Kurtzmans Ohren kommt, ist ja schon bekannt. Bereits am Schluss von „Strange New Worlds“ (Staffel 3) überschlugen sich die Ereignisse, die spürbar aus einem hyperaktiv vollgemüllten Bierdeckel-Notizzettel bestanden.
Und wie so oft kommt man gar nicht mehr hinterher mit den Notizen! Eine sinnfreie Actionsszene jagt die übernächste, während die Logik nicht mal zwei unfallfreie Nebensätze auf dem (Unterschichten-)Sprachgerüst balancieren kann.

Figuren drehen völlig frei, verkünden mit staatstragender Mine die Abschaffung der realen UND der Star-Trek-Physik, bevor sie dann mit einem „lockeren“ Gag („HAHA! Die sollen Popel essen! Das müssen wir uns merken!“) wieder ganz andere Fässer aufmachen.

Figuren wie Janet Reno, die mimikbefreit irgendwas Staubtrockenes zum Stand ihrer Technik-Halluzinationen rausbläst, helfen da auch nicht weiter. Und es hilft auch nicht, wenn die Kadetten ihr im Vierfach-Splitscreen zustimmen… Klar, für lustige Episoden mag Reno ja noch geeignet sein, aber bei einer galaktischen Bedrohung will ich da andere Leute sehen. Gab ja sicher auch einen Grund, dass man bei DS9 niemals Morn in die Verhandlungen mit dem Dominion geschickt hat?

„Ruhig dahinten! Nus Braka hält einer seiner berühmten Brennende-Schrotthaufen-Reden!“ – „Ich weiß nicht, Leute… So gerühmt sie auch werden, irgendwaaas stört stets das Edle und Aufbauende an ihnen?“ – Piratensender Firlefanz: Hier verkündet der bekannte Oppositions-Politiker und Ganztags-Herumlungerer das Ende einer Ära. Schade, dass er SEINE nicht richtig erklärt? („Alle totmachen, bis alle Armen wieder lebendig!?“)

Eine große Sektion der Athena wird inzwischen von den Bösen ordentlich „bearbeitet“.

Was man als Gegenspieler halt so tut: Graffiti(!) auf die Kulissen sprühen und irgendwie Feuer im Wasserbecken(!) legen. Dazu gibt es eine Bande gesichtsloser Hologramm-Zuhörer, denen Nus Braka dann die wirre Geschichte seines Vadders erzählt, der erst von den Föderationsschiffen ignoriert wurde (trotz Hungersnot), was erst „besser“ wurde, als er ein Schiff abzuschießen versuchte. Danach bekamen die Hungernden aber angeblich die „Iran-Behandlung“: Nämlich Knallbonbons vom Himmel, bis fast alle tot waren.

Egal, wie wahr diese Geschichte ist: Irgendwie kommen hier alle scheiße weg? Und dabei dachte ich noch, der Antagonisten-Background bei den J.J.Abrams-Filmen („Rettungsversuch kam zu spät! Alle Retter totmachen!“) hätte mein Gehirn bereits ausreichend auf Sauerstoff-Unterversorgung eingestellt.

Dazu versagen auch alle anderen Story-Krücken in Sachen Emotionen:

– Calebs Selbstvorwürfe in Bezug auf Mutti, Pflichten und seine Kameraden? Weggeschwurbelt von Frau Reno, die mit ihren Kaffeetisch-Weisheiten alles wieder ins Lot bringt („Viele hätten sich einfach umgedreht. Doch du nicht! Du bist das, was der Zuschauer von 99% aller Trek-Hauptfiguren erwartet. Glückwunsch!“)

– Nus Brakas Schauprozess vor der versammelten Quadranten-Punkern langweilte schon nach den ersten Sätzen bzw. hysterischen Manierismen. Die Figur einer emotional instabilen Schweinebacke mag für die Trump-verwöhnten US-Amerikaner sicherlich spannend sein, aber sein Gebrabbel von Recht und Unrecht wurde schon nach Sekunden des mittelprächtigen Gegenhaltens von Frau Nahla Ake fast zum Social-Media-Debakel. – Laaangweilig!

„Meine Damen und Herren, dieser Mann hat verstanden, dass Gerechtigkeit vor allem in rausgeprusteten Speichelwolken entsteht!“ – Politikpoker für Würfelspieler: Wieso Braka überhaupt dieses Theater im Turbotempo abspulte, verstehe ich nicht. Hat der als Gangster und Schmuggler keine anderen Erz-Feinde als Captain Flusenhaar und ihre Kinder-Gang?

– Calebs Mutter darf dann im Livestream ordentlich über Nahla, die Föderation und deren Rechtsauffassung aufregen. Und ja, das ist sehr emotional. Trotzdem hat es mich null interessiert, wie viele Pausenbrote zu wenig verteilt, wie viele Kinder in welchen Folterkammern (oder waren es doch nur Pflegefamilien?) aufbewahrt wurden – oder was damals los war.

Ich kapierte bei diesem Durcheinander rein – gar – nix.

Und am Ende halte ich halt ZWEI Sachen für möglich: Dass Ake quasi im Alleingang die halbe Föderation durch fehlende Essensmarken und weggeschmissene Gefängnisschlüssel ausgerottet hat. Oooder halt, dass sie zweieinhalb Terroristen eingesperrt und den Rest wegen Inkompetenz oder Burnout ignoriert hat. Und ja, auch das zehnmalige Wiederholen von all diesen Info-Schnipseln machte es für mich nicht besser.

– Derweil wird Genesis ja irgendwie zum Captain befördert, was aber mangels Plot-Weitsicht bzw. Vorausplanung zu einem uninteressanten Störfaktor mutiert. („Was? Noch ein Plot mehr?! Tzzz, wenn die nicht aufpassen, landen die komplett sinnfrei bei 67 Minuten Episodenlaufzeit.“)

– Gefolgt wird das von einem Doktor, der wirres Zeug redet (erinnert etwas an die frühe DS9-Episode „Babel“ oder TNGs „Darmok“), was man dann in minutenlanger Zuschauer-Agonie in normale Trek-Lösungen übersetzen muss. („Der Pickel auf dem Vollmond? Ah! Er meint natürlich das zusätzliche Proton eines Helium-Moleküls. Mann, voll wissenschaftlich, ey.“)

„Haha! Als die Mauern fielen! Kurtzman ohne Fallschirm, weit oben auf Tanagra!“ – „Der Doktor meint, dass alles sehr bald gut wird. In 10 bis 25 Jahren könnte ein gewisser Vertrag aufgelöst werden.“ – Stirnkuss für die Holo(g)ramme: Mit einem motivierten Drehbuchautor, der einem den eigenen Hirndriss zeitnah aufdröselt, können die Figuren fast jedes Hindernis überwinden!

Ich habe natürlich nur halb zugehört, aber WARUM fällt dem Doc erst Jahrhunderte nach Voyager ein, wie man das Omega-Molekül beeinflussen kann? Hmm, gleich mal Kollege Kopernikus anrufen; irgendwer muss mir mal das James-Webb-Teleskop erklären.

– Diese Gelbe-Blumenbeet-Grafik darf natürlich auch nicht fehlen. Caleb und Tamorina beschwören sie hier abermals im Laberflash der Gleitgel-Gefühle. Aber gut, dass deren Problemchen langsam mal enden? („Für mich warst du immer wichtig.“ – „Schnief. Ach so. Sach das doch!“)

– Auch die erneute Laber-Runde an Nus Brakas brennendem Podest – dann mit Caleb – sorgte eher für eingeschlafene Füße als für galaktisches Umdenken in Sachen Rabattmarken-Neu-Verteilen.

Im Ernst, der Caleb zeigt nur in der Gegend rum, erzählt was von wegen „my whole life“ und „Ake hat immer an uns geglaubt“, was Terrorfürst Nus Braka schon fast ans Ende seiner hundsgemeinen Argumentationskräfte bringt…?!

– Am Ende muss Braka sich als „kleines ängstliches Kind“ beschimpfen lassen, was dann alle(!) anderen Zuschauer zum Abschalten des Streams bringt?! Komisch, dass die bei dem stundenlangen(!) Geschwafel um entführte Kinderdarsteller vor einer Dekade(!) bei der Stange blieben?

Wobei, vielleicht haben die Cardassianer ja heimlich weiter geschaut? („Super spannend, diese Hausmeister und Dosenpfandsammler aus fernen Welten.“ *Chipstüte aufmach*)

Wirklich gelöst wird alles aber nur, weil nach drölfzig Stunden mal ALLE Föderationsschiffe gleichzeitig dazu stoßen. Was irgendwie ein seltsames Ende der aufgeblasenen Snowflake-Storyline ist? Entschärfte Molekülbomben hin oder her.

„Ich hätte es fast geschafft, meine Herrschaften! Der Herrscher der Welten, der König des Quadranten! Ach, wenn doch nur diese Damen aus der HTM – der Halbtoxischen Mädchenschule – nicht dazwischen gefunkt hätten…“ – Lach- und Schlafgesellschaft: Das eigentliche Highlight dieser Verhaftung sind die Blicke der beiden Sicherheitsmänner. Hier sind Leute echt mal suuupersauer über die Beinahe-Sprengung des bekannten Universums. Ich schwör, Brudi!

Dass der schöne Kirschbaum hier abgefackelt und gefällt in der Ecke liegt, war vielleicht das schlimmste Detail dieser wirren Folge.

Warum gibt es hier dauerhaft nichts Schönes, nichts Heiles oder Natürliches?

Äh? Ah… Okay… Ich sehe gerade, am Ende stehen die Bäumchen ja wieder. Die Blüten wieder dran, die Äste heil und perfekt. Perfekt für die fünf(!)minütige Nachbesprechung, wie sie inzwischen bei großen Folgen üblich ist…

(„Duuuu? Das, was ich vorhin gesagt habe… Ich meinte nur die liebevollen Sachen davon. Der Rest war nur, um Braka abzulenken.“ – „Heeey, genau so geht es mir auch. Freundeee?“)

Bin ich eigentlich der einzige, der sich seit Jahren darüber aufregt?!

(*mit aufgeblasener Halsschlagader den halben Quadranten umhüll*)


Fazit:

Bei der Enddarm… Endbewertung mache ich keine leichtfertigen Späße: Allein für die sinnfreien Schwafeleinheiten beim „Prozess“ ziehe ich einen halben Stern von der Standardbewertung (= 1,5) ab.

Eine weitere halbe Bewertungsonne muss weichen, weil die Grundgefahr rund um einen teil-galaktischen(!) Molekülkäfig nur mit dreieinhalb Straßenpennern, ein paar Hologramm-Wegelagerern und einer wirren Nahla Ake verfilmt wird. Wobei Nahla immer das selbe Zeugs erzählt. („Selbstverteidigung, Nus Braka!? Aber doch nicht, solange mir noch ein Nebensatz zum Thema Jugendamt einfällt!“)

Wobei Nus Braka früher sogar dezent spannend wirkte, hier jedoch nur noch als Comicbuch-Ausbrecher mit Zähnefletsch-Fetisch dargestellt wird.

Der Rest ist das übliche Gesaller und Geschaller rund um schnell ausgedachte Physiklösungen. Da muss so ein Omega-Partikel aber ganz schön um sein Selbstbewusstsein bangen, wenn man „landesweit“ alles abstellen kann UND der böse Zündmechanismus eh angreifbar wäre?

Über das fehlende Actionfinale wollte ich mich ursprünglich beschweren, aber nach einen Rückblick in mein prallgefülltes Kurtzman-Therapie-Tagebuch muss ich sagen: Lassen Sie’s so.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Bleibt nur die Frage: Warum hören sie nicht endlich auf damit?!
Was haben wir ihnen getan?!
Wart IHR das etwa?!?

SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
DAFÜR starb unser geliebter Baum?!
Endlich! In dieser Folge erfahren wir die spannende Auflösung der großen Bedrohung™, welche von den Autoren bereits… äh… seit der letzten Folge geschickt in den großen Handlungsfaden eingewoben wurde.

Was meine Theorie nur bestärkt, dass jeder der Kurtz-Schreiberlinge komplett solo seine Drehbücher verfasst ohne sich auch nur ansatzweise mit seinen Kollegen auszutauschen. Okay, einer von denen ist vielleicht noch dafür zuständig, dass die Übergange von einer Folge zur nächsten nicht ganz soooo holperig werden, aber das war es bestimmt auch schon.

Oder liege ich falsch? Hat Nus zu Beginn der Staffel seinen Plan der Föderations-Verminung auch nur ansatzweise erwähnt?

Welcher übrigens NOCH bekloppter wurde, da man laut Zitat „Hunderte von Minen“ verwendet hat und trotzdem „Zehntausende Kubik-Lichtjahre“ an Weltraum bedroht werden. Im Ernst, all diese Space-Zahlen werden so zufällig rausgeworfen, ich kann die zuschauenden NASA-Mitarbeiter bereits weinen hören („Captain, die Bösen sind auf der Sonne gelandet um sie mit Omega-Eiswürfeln einzufrieren! Der Holodoc verteilt bereits Faktor 100 Schutzcreme um ihnen zu folgen!“).

Ähnlich gut kommt es auch rüber, dass man auf der beschädigten Brücke der Athena einfach mal stundenlang die Feuer flackern lässt. Viel schlau, weil Weltraum ja kalt. Dasselbe sahen wir dann auch im Atrium bei der „Gerichtsverhandlung“ mit Nus als Vorsitz— Vorschreienden. Jahaaa, nichts sagt „stabile Regierung“ mehr als kokelnde Kirschbaumreste (RIP) und Graffitis für diese behagliche Ghetto-Stimmung.

Toll auch die aus dem Nichts kommende Möglichkeit, die Sensoren durch Luftdruckänderungen (?) auszutricksen. Super Sache, am Bohnen-Dienstag werdet ihr mich also nie finden, hi-hi-hiiii!

Angesprochen wurde dabei auch wieder HARTE Strafe für Calebs Mutter. Sie und Nus tun ja so, als wenn sie in brutales Arbeitslager gesteckt wurde, wohlgemerkt für einen Mord. Gut, bei Google schwanken die Fotos für „Rehabilitation camps“ ein wenig in der Qualität der Unterbringung. Aber soooo sehr hat man die Föderation auch noch nicht kaputt geschrieben, dass wir uns ein Zeltlager voller Elend dabei vorstellen müssen („Was?! Keine frischen Crêpes zum Frühstück!? Aka, wenn ich dich finde kacke ich auf dein Graaab!“). Und letzteres wurde tatsächlich, mehr oder weniger, so gesagt.
Bin mir auch ziemlich sicher, dass Caleb regelmäßig zu Besuch hätte kommen können. Oder direkt in der Nähe leben. Aber es ist halt schwer eine Rachegeschichte mit einer spießig-guten Sternenflotten-Crew zu schreiben, da muss man nur Nero fragen („Was?! Ihr habt die unaufhaltbare Katastrophe die meinen Planeten zerstört hat nicht aufgehalten!? Spock, wenn ich dich finde kacke ich auf dein Graaab!“ – „Ey, watt?! Wieso ich??“ – „Na, du hast wenigstens VERSUCHT Romulus zu retten. Du… du Arsch!“).

Bei der erwähnten Gerichtsverhandlung schwankt das Thema dann auch zwischen der bösen Föderation (irgendwo passend, dass man zu einer Fox News Kopie dafür schneidet) und zu 90% dem privaten Drama zwischen Mutter Mir, Nuss Beisser und der Kanzlerin. Frage mich ja, wie sehr dies die vielen, VIELEN Zuschauer interessierte, welche ja eigentlich wegen der akuten Bedrohung des gesamten Quadranten eingeschaltet hatten („Gut, dann fliegt halt die halbe Galaxis in die Luft, aber wisst ihr alle eigentlich wie TRAURIG ich in der Reha war?!“).

Ein vergleichbarer Gefühls-Holzhammer kam dann auch mit Sam, welches mal kurz erwähnen musste dass sie jetzt total „different“ ist nach ihrer Jugendzeit im Schnelldurchlauf. Gut, okay, hatte irgendwie nie den Eindruck dass dies ein Problem war oder die anderen Kadetten auch nur ansatzweise juckt, aber warum nicht?

Das Minenfeld wurde dann jedenfalls in Sekundenschnelle gelöst dank Holodoc-Rätselgefasel („Mein Schuh ist voller Kleber!“) und der „offensichtlichen“ Lösung („Ah, natürlich! Schuhtrium reagiert mit Nano-Kleboiden, wodurch das Omega-Molekül die Sohle verliert. Alter Orthopäden-Trick, hätten wir sofort drauf kommen müssen.“). Blöd, dass der Doc dies vielleicht nicht einfach hätte aufschreiben können?

Fazit: Ich kann diese ganzen Staffel-Enden von den Kurtz-Serien schon gar nicht mehr auseinanderhalten. Große Bedrohung (welche erst in den letzten Folgen präsent oder gar erwähnt wird), bescheuerte Lösungsansätze („Wir furzen jetzt die Luftschleuse voll bis der Warpkern knallt!“) und emotionale Ansprachen aus dem Schwulst-Katalog („Ich bin Caleb Mir. Meine Kameraden sind alle hohl wie Hucke, aber deshalb mag ich sie auch so sehr!“).

Gerade beim Aufschreiben fällt mir auf, wie doof die meisten Probleme gelöst werden („Ich bin nicht magisch, Caleb! So, jetzt verlassen wir dieses mentale Brokkoli-Feld und finden mit meinen Mega-Betazoid-Kräften erstmal deine Mudda!“) und selbst extreme Krisen müssen dem privaten Schwafeldrama weichen („Billionen werden sterben? Mir doch egal, sehr ihr denn nicht meine TRÄNEN!?“). Es macht mich alles so müde, buhuu! Gut, dass wir es hinter uns haben.

So, wir sehen uns bei nächsten Staffel Strange New Worlds.

Schlimmer kann es eh nicht mehr werden.

Hahaaa! Verarscht!

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BS

Artikel

von Klapowski am 13.03.26 in Star Trek: Starfleet Academy

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Kommentare (1)

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  1. JP57 sagt:

    Glücklicherweise braucht man ja heute nicht mehr selbst zu rechnen, sondern hat eine KI. Ich hab die Google-KI gebeten, ein bisschen zu rechnen, wobei sie (Sprengkraft: ein ganzes Sonnensystem) von der Größe unseres Sonnensystems (Strecke Sonne – Neptun) ausgegenagen ist. Das Ergebnis:

    Frage: In einer Folge der Serie „Star Trek Academy“ verlegt ein Gegner der Föderation einen Minengürtel um die gesamte Föderation. Jede Mine hat die Fähigkeit, ein ganzes Sonnensystem (nehm die Maße für unser Sonnensystem) zu vernichten. Wie viele Minen würden benötigt?

    Um die gesamte Föderation (eine Kugel mit einem Radius von 500 Lichtjahren) lückenlos mit einem Minengürtel zu umschließen, wobei jede Mine den Wirkungsbereich unseres Sonnensystems (bis Neptun, ca.4,5 Mrd. km) abdeckt, wären etwa 4,42 Billionen Minen erforderlich.

    Den Rechenweg kann ich leider nicht wiedergeben, weil die mathematischen Zeichen hier nicht darstellbar sind.
    Vorausgesetzt, der Föderationsraum ließe sich als Kugel darstellen, kommt die KI zu folgendem Ergebnis:
    Die gesamte Oberfläche der Kugel umfasst eine Fläche von rund 3,14 Millionen Quadratlichtjahren.

    Der Umfang der Oberfläche allein beträgt demnach ca. 3100 Lichtjahre.

    Das alles hätten die Drehbuchschreiber sich auch in einer Minute ausrechnen lassen können.

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