Film- und Serienkritiken

Der Latinum-Standard des Star Trek Universums

  Film-Reviews     Serien-Reviews     Star Trek     Doctor Who     Star Wars     DC     Marvel

„Star Trek – Strange New Worlds“ – 3.08 – „Four-and-a-Half Vulcans“

„Star Trek – Strange New Worlds“ – 3.08 – „Four-and-a-Half Vulcans“

Jeder Mensch liebt Humorepisoden! Denn Lachen ist gesund und sorgt dafür, dass wir nach 4 Jahren SNW nicht zuuu schnell auf 20 ernste Episoden kommen, die wir 1995 schon nach 8 Monaten beisammen hatten. – Außerdem lieben alle Leute Episoden mit Vulkaniern. Denn diese Wesen sind total kultig mit diesen Ohren, die nicht so … komplett rund sind? Und dann sind die alle wie Sheldon Cooper, nur nicht ganz so hilfsbereit und zuvorkommend. Zusätzlich haben Vulkanier so Haare, die oft so komisch kurz runterhängen. Oder mit so einem Scheitel in der Mitte, was echt ein Brüller ist! – Ach, eigentlich muss man all das gesehen haben! Daher: Willkommen bei Episode 3.08 von SNW!


Inhalt: Auf einem fremden Planeten, der den Vulkaniern bereits bekannt ist, ist ein Reaktor außer Kontrolle. Doch wegen der Ersten Direktive (bzw. eines geisteskranken Zwillings derselben?) dürfen nur Vulkanier den reparieren.

Also werden Pike, Uhura, Chapel und La’An einfach mal in welche verwandelt (DNA-mäßig, nicht nur mittels Verkleidung) und runtergeschickt.

Danach müssen sie jedoch noch eine Weile in dieser Rolle bleiben – was zu total absurden Beziehungsgesprächen auf dem Schiff führt.


Besprechung:

Eigentlich muss man diese Folge nicht im Gaga-Detail besprechen. Klar, man könnte hier jede Szene auseinandernehmen („WAS? Pelia hat sich früher Marihuana-Spitzen in die Zigarren gedreht? Gleich auf Trek Central hochladen, diese Info!“), aber WENN ich das täte, müsste ich hier demnächst auch Reviews zu „American Pie“ und „Verrückt nach Mary“ anbieten – die übrigens die weitaus besseren & schlaueren Komödien sind.

Genau genommen haben sich die Macher einfach nur vertan. Kann ja mal passieren: Man sieht eine alte Body-Switch-Komödie, will auch iiirgendwas in die Richtung machen – und plötzlich steht man mit einem unlustigen 54-Minuten-Werk nackig auf dem Marktplatz und wird von alten Trekkies mit Hundekot beworfen. Sowas kommt ab und zu (= alle 14 Tage?) halt mal vor und bedarf keiner besonderen Besprechung.

„Spock, als ich dir sagte, dass du mir ‚Brillis‘ schenken sollst, dachte ich an Schmuck, nicht an diese Nasenfahrräder.“ – „Egal, dafür haben wir den Zuschauern daheim ein Lächeln geschenkt?“ – Humor ist, wenn man beim Weglaufen trotzdem irre grunzt: Chapel entdeckt, wie schön Wissenschaft sein kann. Als Krankenschwester kannte sie das nur aus den Zeitschriften im Wartezimmer.

Lustig ist eben nix davon…

Alle Szenen beginnen, irgendwer sagt was Unpassendes/Unromantisches/Unhöfliches uuund die Szenen enden wieder. Das ist wie eine Art Atemübung, nur halt ohne Belastung des Zwerchfells.

Viel schlimmer als das ist aber die Unmoral, die aus jeder Pore des botoxartig zurechtgesp(r)itzten Vulkanier-Bildes dringt:

• Diese Rasse denkt wahnsinnig schnell, ist aber so unhöflich und aufdringlich wie ein Ferengi, der mit der Dampfwalze ein wegrollendes Geldbündel verfolgt.

• Medizinische Experimente mit „rassenverändernder Wirkung“ werden einfach mal durchgeführt und können dann nicht rückgängig gemacht werden. Da schlägt sich der Hippokratische Eid vor Lachen auf die Schenkel?

• Kollegen wie Spock kann man verscheuchen, veräppeln oder sogar verkloppen. Hauptsache, wir sehen am Ende der Episoden die gefühlt fünfzigste Tango-Session. Wie war das eigentlich bei Data damals? Musste der ebenfalls in vier Episoden mit Beverly Crusher den Stepptanz üben?

• Beziehungen beginnen und enden gerne mit solch Worten wie: „Heeeey-yooo?!“, „Was geeeeeht?“ und „Hab dich ausgenutzt, ist das nicht witzig?“

• Patel darf endlich wieder als Captain arbeiten, weil sie beim sinnfreien Ausrasten immer dieses süße Grübchen bekommt. Auf den letzten 10 Seiten ihrer Personalakte gibt es bestimmt Bilder dazu?

„Wow, als Vulkanier fühlt man sich gleich viel stärker. Kommt das vom grünen Blut?“ – „Nö. Andere LARPer fühlen das auch. Kommt vom vielen Herumtollen im Wald.“ – The Walk Of Lame: Dieser Auftritt wird in Zeitlupe ausgeführt. Wenn sich die Crew in jene Klingonen aus der ersten DISCO-Staffel verwandelt hätten, hätte man dafür nicht mal eine verlangsamende Nachbearbeitung gebraucht? (*Knirsch, Ächz, Kriech*)

Trotzdem hier ein paar Stichpunkte für alle, die meinen Schmerz – per Mindmelt? – mit mir teilen wollen:

– Spock darf sich in der Kantine nicht neben Una und La’An setzen. Warum? Keine Ahnung, aber die Worte „Weird“, „Eating and debriefing kind of thing“ & „Habe damals fünf statt drei Cocktails getrunken“ spielen eine große Rolle auf dem Hormon-Teststreifen. Schon toll, wenn man den verbesserten Star-Trek-Menschen so intim kennen lernen darf? Man möchte fast Picard abgewandelt zitieren: „In der Zukunft der Menschheit gibt es kein Geld! Wir bezahlen jetzt mit Biergutscheinen…“

– Weiter geht es mit Pike und Patel, die über einen Kollegen sprechen:
„Ich mag den Kerl nicht.“
„Er ist gut in seinem Job. Und das bin ich auch. Ein Dinner könnte helfen.“
„Okay, mach ich.“

Klingt fast so wie ein Gespräch von Trump mit seinem eigenen Spiegelbild? Auch spannend, dass wir hier nur noch über Allgemeinplätze sprechen. Hatte man bei DS9 noch konkrete Hintergrundinfos wie „Weißt du noch, Alter Mann? Das Kaugummi auf dem Stuhl unseres Ausbilders?“, so quatscht man sich hier die Bewertung einfach gegenseitig in die Hirnrinde rein: „Der ist aber gut/schön/fies!“ – „Uii, das finde ich ganz toll/ansehnlich/grausam!“

– Die Mission ist an sich schon quatschig: Die Vulkanier haben VOR der Gründung der Föderation (bzw. weit vor Star Trek 8?) einer Prä-Warp-Zivilisation geholfen, daher kennen diese Aliens zwar Vulkanier, dürfen JETZT aber keine NEUEN Außerirdische (z.B. Menschen) treffen, weil nun ja die Prime Directive gilt…?

Die spinnen doch, die Erstdirektivler! (*tock, tock, tock*)

– Eigentlich wollte ich diese Prämisse zähneknirschend akzeptieren, aber wenn man später erfährt, für welche Story wir diesen dreifachen Rittberger vollführen (von Pelias verbalen Scheiße-Erguss am Besprechungstisch ganz zu schweigen), bin ich vom gnadenhaften Wegsehen so weit entfernt wie Pike von der erzwungenen „Schlag ein, Alter!“-Handgruß, den wir hier zusätzlich ertragen müssen.

„Meine Rasse beschäftigt sich nur mit Logik und wichtigen Dingen. Zum Beispiel, wie man dieses Eis-am-Stiel etwas wohlschmeckender herstellen kann.“ – Immer dieser Ärger mit der Low-gik: Die Autoren dachten tatsächlich, dass gewissenhafte Aliens gerne viel putzen. Dabei erinnere ich mich an messiehafte Tempel auf Vulcan (Lavaströme, Felsbrocken) und staubige Höhlen bei ENT.

– Besonders ärgerlich auch Pelias ständige Sado-Sprüche à la „LSD hat bei mir auch nicht gewirkt“ oder „Hey, wie die da schmerzverzerrt am Boden rumlümmeln, das sieht nach Spaß aus!“ – Mein Vorschlag: Einfach in der nächsten Folge einen Obdachlosen verprügeln, dann Crackpfeifen verteilen und einem Fähnrich den Bart anzünden – für das optimale Star-Trek-Gefühl.

– Also werden alle per Spritze(!) sofort in Vulkanier umgewandelt. Im Stehen. Ohne medizinischen Trikorder. Selbst ein Schluck Wasser, ein Stuhl oder eine Windel sind nicht in Reichweite. ICH hätte ja wenigstens noch etwas Absurdes erfunden wie: „Sie werden großen Hunger bekommen. Auf Teppich-Klebstoff.“ – Aber nicht mal das wird uns vergönnt.

– Ja, von wegen andere Organe, komplett verändertes Blut und jahrelange Übung, um die eigenen STARKEN Emotionen an der Leine zu führen: In 3 Sekunden wird man zum Vollblutlogiker, wedelt mit vulkanischen Waffen und hört auf dem Schiffsflur rockige „Ist das nicht lustig?“-Mucke.

Schon blöd für Ash Tyler in DISCO-Staffel 1, der noch mit Schleifmaschine und Amboss zum Klingonen umgebaut werden musste?

Zumal sich bei allen auch gleich die FRISUR mitänderte… Das Freizeitleben muss schon toll sein, wenn man SNW-Autor ist? Die haben selber immer „tolle“ Serien zum Anschauen?

„Spock ist bereits mein Ehemann, Herr Oberstudienrat! Sie können ihn nicht mit dieser iranischen Dreijährigen zwangsverheiraten!“ – Da hilft nicht mal Brandsalbe aufs Hirn: Diesmal ist Unas spontan ausgedachtes und/oder gecanceltes Liebesleben der Dreh- und Gängel-Punkt dieser Episode. Bei diesem Sub-Plot bin ich allerdings kurz weggenickt… War sicher ein Spaß?

– Dass man nicht mal so höflich war, uns die Mission auf dem Planeten zu ZEIGEN, nehme ich der Episode besonders übel. Klar, der Gag war, dass der kaputte Reaktor zwei Sekunden(!) nach dem Runterbeamen wieder lief. Aber hätte es dann nicht genügt, Spock alleine runterzubeamen und dann einfach 5 Minuten zu warten? Oder nachts als Gruppe runterzubeamen und einfach 2 Minuten zu benötigen?

Früher war bei den Gag-Episoden ja auch noch Restlogik drin..? (*Spitzohren an Quarks Ohren anbring*)

– Und wenn die Planetenbewohner kurz geblinzelt haben sollten (mussten sie ja nicht, denn die wurden ja gar nicht gezeigt – toller Spartrick für niedrige Produktionsbudgets?), haben sie nicht mal die vier Handwerksgesellen GESEHEN.

Wie weit sind wir eigentlich am Rückwärtsgang des Mediengeschäfts hängen geblieben, dass wir nicht mal EIN Matte Painting auf dem Hauptbildschirm oder EINEN gesichtsverknubbelten Alien-Minister mit Statistenausstrahlung sehen?

„Natürlich bin ich fit für den Dienst! Könnte jemand, der krank ist, den Admiral etwa so gezielt mit Spinat beschießen?“ (*Sproink*) – Wenn der Amtsarzt zweimal pimmelt: Da Vulkanier nicht lügen können UND außerdem manisch vor sich hinquasseln müssen, verbaut Pike hier seiner Freundin fast die Rückkehr. Vulkanier sind also SEHR dumm, unbeherrscht und taktisch unbeholfen. Kein Wunder, dass die Autoren seit 2017 kein Star Trek mögen?

– Aber halt, ich vergesse ja den Running Gag der Folge: „Mister Spock, Sie sind ja nur ein HALBER Vulkianer.“ Mann, was für ein Brüller! Der olle Spock. Kein richtiger Vulkanier. Quasi ein halber Mensch. Ich wünschte, irgendeine unlustige Serie aus den 1960er-Jahren hätte das mal irgendwie thematisiert?

– Das vulkanische Verhalten sollte wohl witzig sein, weil es die Beziehungsebenen aller Charaktere analysiert. Aber auf so einer Art „TikTok meets Primatenforschung“. Leider können sich die Autoren aber nicht darauf einigen, ob Vulkanierer waffenwedelnde Motherfucker der Coolness sind, ODER aber roboterhaft herumstaksende Nullnummern (Pike jongliert einfach nur Laufstile und Augenbrauen?) ODER Beziehungssüchtige mit der Lizenz zur psychopathischen Penetrations-Manipulation.

– Überhaupt funktioniert das alles … null. Niemand reflektiert seine vulkanische Identität näher oder spürt noch dem alten Menschsein nach. („Hey, plötzlich mag ich Symbole und Muster? Dabei wollte ich die Schürze mit den Kullern eigentlich wegwerfen. Jetzt sehe ich, dass das Fraktale sind!“) Das alles wird lediglich so erzählt, als würde ich morgen ein Afrikaner werden – und würde dann wie bescheuert auf Trommeln, Bananen und Bambusmöbel stehen.

Ich will nicht so weit gehen und das „Rassismus“ nennen (ich nenne eine Amöbe ja auch nicht sexistisch, wenn sie nur weibliche Körperzellen befällt), aber aus der Idee, dass ein Gehirn(!) plötzlich völlig anders denkt und man dadurch das Leben neu betrachtet, wird gar nichts gemacht.

„Diese Episode hat mir gezeigt, wie sehr ich menschliche Frauen liebe! Äh… Euer Mister Spock IST doch eine menschliche Frau, ooooder?“ – Vergebliches Triebesmüh: Wenn an der grünen Plüschkette(?!) nicht drei Rolex-Uhren dranhängen, wird sich eh keine Frau für den begeistern. Diese Substory ist also ebenfalls ein echter Wegschmeißer für Humorfreunde. (*auf Mülleimer zeig*)

– Toll, Kirk hat eine Übergangsjacke, so wie ich sie haben will! Schwarz, schick aber nicht zu dick. Für den (Secret Hideout-)Herbst genau das Richtige? Tja, aber eigentlich kommt der aber nur an Bord, um sich peinlich an Scotty anzubiedern: „Hey wir können uns dutzen. Arsch gerettet und so. Wie wär’s? Nachfolgeserie zusammen, so ab 2027?“


Wir können die Stichpunkte aber auch hier einfach beenden…

Ich könnte noch zwei Seiten füllen…

Die unlustigen Stammelauftritte. Die Disziplinlosigkeit beim Penis-wechsel-Dich. Die beknackten Gespräche an der Bar („Ich wollt nur… öh-gulp-bla… Hey, frieeeends again?“).
Die gehirnbeleidigenden Gastauftritte von den beiden fiesen weißen Vulkanier-Herren (Geschmacksrichtung: alt und übergriffig).
Uhura, die ihrem Schwarm als Vulkanierin eine Gehirnwäsche(!) verpasst hat (Tja, moderne Frau, da kann man halt nix machen, ohne selber alt und männlich zu wirken)…

Wichtig ist aber vielleicht eh nur, mit welchem GEFÜHL wir hier rausgehen:

Und da bleibt bei mir vor allem hängen, dass der grauhaarige Vulkanier Doug heißt und eine Schwester namens Susan hat. Und einen Cousin namens Pete.

Das ist ECHT mal faszinierend! Oder, wie die Romulaner zu sagen pflegen: „Das hat mir meine Schwägerin Chantalle auch immer gesacht!“

Fast noch die beste Szene der Episode: La’An verprügelt Spock, um ihm zu beweisen, dass sie NICHT (wie Khan) gewalttätig ist. Das geht aber in einen romantischen Tanz über. Das kann man machen. Vor allem, da es von allen Szenen am besten gefilmt ist.


Fazit:

Eines Tages will ich erfahren, was in den Kurtzman-Jahren hinter den Kulissen GENAU geschehen ist.

• Wurde das 70er-Jahre-Witzebuch auf ChatGPT hochgeladen oder hat die App es gar selbst verfasst?
• Hat man 3 Minuten oder 3 Sekunden über Vulkanier recherchiert? Oder 3 Tage, um auch wirklich JEDEN Aspekt ins Gegenteil zu verdrehen?
• Welcher Scherzbold hat die Zielgruppen-Analyse geliefert, die beweisen sollte, dass das Publikum genau DAS sehen möchte? Hatte gar Kurtzmans Wahrsagerin ihre Kristallkugel mit Jägermeister gefüllt?
• Wie genau kommt es, dass wir bei DS9 noch dutzende Bar-Besucher im Hintergrund sahen (feixend, lachend, schulterklopfend), wir bei SNW aber in leblosen Kulissen rumhängen, bei denen die Hintergrundaktivität stets mit der Hirntätigkeit der Autoren korreliert?

Zu den pubertären Sprüchen, den grausamen Dialogen und dem kompletten Weglassen(!) der SF-Handlung auf dem Planeten will ich nichts mehr sagen…

Außer vielleicht: Muss ich dieses Franchise finanziell über Patreon und Paypal unterstützen? Oder reicht es, wenn ich das Abo aktiviere und die Glocke anklicke?

Immerhin muss man zugestehen, dass der Stauneffekt in Bezug auf die Schlechtigkeit dieser Episode bereits einen eigenen Faszinations- und Hinguckfaktor darstellt.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKIS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
WHAT THE DOUG?!
Sci-Fi mit Körper-Transformationen ist nichts Neues beim Trek. Beispiele wie Sisko als Klingone, Troi als Romulanerin oder Kira als Cardassianerin gehören sogar zu meinen persönlichen Highlights.

Und auch gegen „Spaß-Episoden“ habe ich grundsätzlich überhaupt nichts, gerade bei Staffeln mit 24 Episoden.

Aber im Zusammenspiel mit den merkwürdigen Kurtz-Autoren will das oben genannte bei mir einfach nicht landen. Und es ist für mich SEHR schwierig, dies genau zu erklären. Denn auf dem ersten Blick will man diese Folge hier sogar mögen, aber der Humor und das Verhalten der Figuren sorgt bei mir für dasselbe Unbehagen wie die Fröhlichkeit beim Musikantenstadl.

Es fehlt die Finesse, der knackige Dialog. Als wenn Außerirdische versuchen, eine Menschen Sitcom zu schreiben (Welche Ironie!).

Allein der Vorwand für die Körperveränderung ist seltsam verworren, die Umsetzung bescheuert lang:

1. Pre-Föderations Vulkanier schenken einer anderen Kultur tolle Energietechnik

2. Diese muss, Jahrhunderte später, aber nun repariert werden, sonst schnell Planet kaputt („Was? In all der Zeit hätten wir das Gedöns vielleicht auch selber verstehen können? Laaaangweilig!“)

3. Wegen der ersten Direktive darf aber niemand von der Föderation helfen, außer Vulkanier wegen 1.)

4. Da aber gerade keine Vulkanier in der Nähe sind, muss sich die Kommando-Crew (?) inklusive Pike (!) in „echte“ Vulkanier verwandeln, da die Alien-Scanner normale Prothesen erkennen würden. Dieses „Schlupfloch“ ist für die Sternenflotten-Sesselfurzer anscheinend okay.

5. Es gibt anscheinend auch DANN keinen Kontakt mit der Planeten-Regierung und da Pike diese vulkanische Hellebarde dabei hatte wollte man sich sogar da durchkloppen? Und selbst für mega-logische Super-Vulkanier war die Reparaturzeit von UNGEFÜHLT 30 Sekunden doch etwas arg kurz?!

Schon in den ersten fünf Minuten wird dem Zuschauer also die volle Kurtzman-Ladung ins Gesicht gewixt. Verworren, dümmlich und es mufft einfach extrem nach einem übervollen Autorenraum („Ich! Ich hab auch tolle Ideen!“ – „Und ich erst! Lasst uns doch einfach ALLES einbauen!“).

*klebriges gesicht mit meinen notizen zur folge abwisch*

Im Ernst, ist es wirklich ein Fall von „Früher war alles besser“, wenn ich TNGs Erklärungen für die Geschehnisse einer Folge wesentlich eleganter finde? Lasst es uns wissen! Likes und Comments in den… äh… Comments!

Und was passiert sonst so?

*klebrigen notizzettel auseinanderfalt*

– Pelia will Pike „high-fiven“. Immerhin waren alle Anwesenden ähnlich peinlich berührt wie der Zuschauer.

– Das Verhalten der Neu-Vulkanier wirkte bereits wie eine Parodie, gerade Pike und seinem mittlerweile wohl lebendigen Mega-Haaren (Pluspunkte dafür, dass dies sogar angesprochen wurde)

– Dazu gehört auch der Slow-Motion-Marsch mit irdischer Pop-Musik. Immerhin können wir neben der Rotationsenergie von Roddenberry nun auch die von Nimoy nutzen!

– Alle anderen stehen eigentlich nur um Pike & Co. herum als Stichwortgeber für „lustige Vulkanier-Gags“. Ich mein, wenn 1-2 pro Folge gut ankommen, dann 50 davon doch bestimmt NOCH mehr!

– Nicht begeistert war ich auch von der Formel „Vulkanier = Arschloch“, wobei DAS auch angesprochen wurde. Aber wird es dadurch besser? Hat schon etwas rassistisches, auch der Plot mit dem „Romulaner“.

Apropos, eigentlich ist bei Vulkaniern die „Logik“ eigentlich ja gar nicht genetisch eingebaut, so dass man direkt nach der Verwandlung darüber verfügt. Surak hat sie doch eigentlich mit seiner Lehre gerettet, aber erklär das mal einem Kurtz-Autoren („Vulkanier sind total logisch und haben spitze Ohren! Huuui!“). Von Sybok mal ganz zu schweigen (Was wurde eigentlich aus deeem?!).

– Typisch Kurtz war auch der Subplot mit „Doug der Vulkanier“ und seinem Menschen-Fetisch. Dass Nummer 1 bei seinem Anblick direkt ein nasses Höschen bekommt tat dem Charakter auch nicht einen Gefallen. Oder Frauen allgemein.

Auf dem selben Level war auch das Gespräch mit der Fake-Heirat von Una und Spock. Ja, er hat eine „ganz große Lirpa“. Höhö!

Wobei ich die absolute Grundidee von Vulkaniern mit einem Menschenfetisch in ihrer Doofheit schon wieder irgendwie gut fand. Immerhin!

Leider trieb die ganze Geschichte (wieder einmal) richtungslos vor sich hin. Romulaner La’an war die einzige, die etwas Druck machte, aber selbst das kam erstaunlich schlecht und plump rüber („Raaah! Muss ALLES vernichten! Romulaner böseee!“).

Die Rückverwandlung der meisten wurde einem dann auch off-screen mitgeteilt, während La’an noch mit sich hadert. Aber auch dies ist nichts, wo ein Kampf-Tanz mit Spock in ihrem Mind-Palace nicht weiterhilft. Brrr…

Fazit: Ganz ehrlich, nach all den normal-doofen Folgen hat mich diese extrem-doofe Folge tatsächlich etwas besser unterhalten. Zwar aus all den falschen Gründen, aber… hey… man nimmt, was man krieg— ertragen kann!

Pike spielte seinen Vulkanier mit Turmfrisur fast schon auf Shatner-Niveau, das Fertigmachen von Spock war ein netter Running Gag und alles mit „Doug“ wirkte wie ein Trek-Sketch aus einer Comedy-Show.

Und wegen SOWAS schauen wir doch Star Trek!

Oder nicht?

Im Ernst, ich weiß es nicht mehr! Buhuuuu!

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Mit „Sooo doof, dass es schon wieder SEHR doof ist“-Faktor:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Weitersagen!

BS

Artikel

von Klapowski am 29.08.25 in Star Trek: Strange New Worlds

Stichworte

Ähnliche Artikel


Kommentare (4)

nach unten springen
  1. Grinch1969 sagt:

    Ist das dein Ernst? IST DAS DEIN SCHEI?ERNST????

    :) Erster…..

  2. G.G.Hoffmann sagt:

    Anson Mount, der als ernsthafter, charismatischer Captain eingeführt wurde, chargiert nur noch und wird in jeder zweiten Folge als Depp dargestellt. Unterstrichen wird das ganze von einer sich überschlagenden hohen Stimme (ist das nur in der Synchro so?). Alle vier haben ihre Vulkanier sehr schlecht gespielt, allen voran jedoch Anson Mount.

    Einen Pluspunkt gibt es nur für den „Captain mit der unmöglichen Frisur“.

    Ähnlich lässt man Scotty agieren und sprechen. Bei James Doohan war das nur in Star Trek 5 der Fall, als er ständig den Clown spielen musste und (zumindest in der Synchro) plötzlich ebenfalls kieksig sprach.

    Das ganze kann man auch nicht wohlwollend als „typischer Star Trek Humor“ durchgehen lassen. Denn das war es nicht ansatzweise. Stattdessen nur Albernheiten.

    Dass die Enterprise, egal, wo sie sich in der Galaxie rumtreibt, immer nur zwei Flugminuten von der Farragut entfernt ist, damit Kirk mitspielen kann, erinnert an Star Trek 8+9 („Hallo, Mr. Worf. Auch mal wieder auf der A7 unterwegs? Der Weltraum ist ein Dorf, nicht wahr?“). Vermisse manchmal die Voyager, obwohl die ein ähnliches Problem mit den Kazon hatte („Wir sind in 2 Jahren 2.000 Lichtjahre geflogen, aber immer noch im Kazon-Gebiet. Dafür können wir in 10 Minuten die gesamte Föderation UND das Klingonische Reich durchqueren!“).

    Nichts gegen schlechte Gags und Logiklöcher. Aber bei SNW fehlt es mir in der dritten Staffel zunehmend an Ernsthaftigkeit und Professionalität. Langsam würde sich auch Tilly nicht mehr wie ein Fremdkörper in dieser Crew anfühlen.

  3. 20thcenturymanI sagt:

    Oliver Kalkofe muss unverzüglich alarmiert werden. Diese Folge ist ein klarer Fall für Schlefaz.

    In dieser Reihe gab es mal einen Streifen über ein Blut saugendes Motorrad sowie einen anderen über einen Low Budget -Superhelden, der es witzig fand, seinen Geliebten radioaktive Steine in die Tasche zu schmuggeln. Damit er immer wusste, wo sie waren. Dazu hatte er ein Ortungsgerät.

    Damals hielt ich das für den Gipfel der Geschmacklosigkeit.

    Ich konnte ja nicht ahnen…..

  4. Hans Hanser sagt:

    Als in der Einleitung vom „Ferien- oder Vergnügungsplaneten“ die Rede war, dachte ich mir schon: Oh Gott, das werden sie sicher wieder verhauen. Ich bin aber noch kurz drangeblieben, und der Switch zu diesem geheimnisvollen Planeten, den nur die Vulkanier retten können (was auch immer das heißen soll), war dann überraschenderweise gar nicht so übel.

    Als die Crew runtergebeamt wurde, war ich mir sicher: Okay, jetzt spielt die Handlung also auf dem Planeten, da geht’s weiter. Aber nein – drei Sekunden später waren alle wieder zurück auf der Enterprise. Und dann drehte sich alles nur noch darum, dass sie sich nicht zurückverwandeln konnten wegen dieser DNA-Veränderung.

    Die große Pointe? Dass jetzt das „Leben als Vulkanier“ an Bord der Enterprise angeblich total lustig werden würde. Ich hab’s noch zwei Minuten ausgehalten, dann war die Fremdscham so überwältigend, dass ich abgeschaltet habe.

    Das Thema ist für mich durch. Unfassbar, was für ein Schwachsinn.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Brandneues
Gemischtes
Büchers
Jenseits Zyklus
Arschiv
Zum Archiv unserer gesammelten (Mach-)Werke.