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Der große UFO-Sekten-Vergleichstest (III)

Unser großer UFO-Sekten-Vergleichstest startete 2006 mit Teil eins und zwei und erfreut sich seither großer Beliebtheit, vor allem bei den Machern dieser Seite. Aufgeschreckt durch die aktuellen Ereignisse (= es ist immer noch kein Raumschiff in meinem Hof gelandet) beschlossen wir nun, eine späte Fortsetzung zu bringen. Sparkiller war mir dabei eine große Hilfe, da er mit gewieften Suchtricks ganz neue Sekten zutage förderte. – Zum Beispiel „Ufosekte“ in Google einfach auf Englisch schreiben! Wo nimmt der Kerl nur immer seine Ideen her? Aus der 5. oder 6. Dimension?

Auch diesmal möchten wir Euch wieder eine Entscheidungshilfe geben, falls ihr in der nächsten Zeit beabsichtigt, das Abo der Katholisch-Evangelischen-Standardangebots zu kündigen. Denn schließlich gibt es viele Alternativen für Menschen, die ein „Raumschiff“ nicht für ein Boot mit 3 Zimmern halten! Tretet ein in das heilige Licht eurer Deckenlampe, vermischt einfach eure beiden Hobbys Science Fiction und Religion und verbindet somit das Angenehme mit dem Dööflichen!

Für alle, die nur noch einen kurzfristigen Aufenthalt in unserer körperlichen Welt planen und bereits mit der postmortalen Abholung durch ein Raumschiff liebäugeln, ist auch wieder unser beliebter Selbstmordfaktor als abschließende Beurteilungsskala dabei. Na dann, schmeißt die UFOs an!

(Philosophische Frage am Rande: Darf man etwas noch „Unbekanntes Fliegendes Objekt“ bezeichnen, wenn man als Sektenmitglied genau weiß, wie die Piloten aussehen und welche Software auf der Steuerkonsole läuft?)


The Nibiruan Council

Für was die Sekte von Frau Jelaila Starr genau steht, ist beim besten Willen nur für Fachärzte mit abgeschlossener Ausbildung in der Geschlossenen zu verstehen. Denn auf ihrer ausführlichen Webseite ist die Rede von „umgewandelter DNS“, körperlichen Schwingungen, die „lichtvoller werden“, sowie die „Aktivierung schlafender Drüsen“. – Alles klingt ein bisschen so, als hätte man die Bedienungsanleitung eines Japanischen Videorekorders von einem Fachprogramm für medizinische Texte übersetzen lassen. Das gipfelt dann in Texte wie diesem:

“Wenn ich an das Hohe-Herz-Chakra denke, dann denke ich an eine unsichtbare kegelförmige Vorrichtung, die sich in meiner Aura befindet.“

Aha. Wohl eine Art Dunstglocke aufgrund jahrelanger Wasch-Abstinenz oder so. Aber damit sich das Hohe C am allerhöchsten aller verfügbaren Herzen reiben kann, muss man schon was tun… oder lassen. Zum Beispiel das Denken. Aber immerhin haben diese Weisheiten auch was mit Aliens zu tun.

„Entschuldigt bitte, dass die heutige Sendung nur 7 Stunden lang ist, aber ich muss noch drei Staubkörner aufheben und an meinem Kissenschonbezug-Schonbezug weiterstricken. Und ich erwarte heute auch noch grüne Gäste!“ – Hausfrau, Mutter, Medium, Vorlutscherin von Lokussteinen und total Bekloppte: Jelaila Starr beweist, dass eine moderne Frau alles unter einem Hut bekommen kann. – Selbst wenn dieser aus Alufolie besteht und zwei selbstgebastelte Antennen aufweist…

„Nach meinem Verständnis fing der Kampf zwischen Reptiloiden und Menschen im Sternsystem Wega in der Konstellation Lyra an. Im System Wega entstanden Menschen auf einem Planeten, der nach meiner Erinnerung Avyon hieß (…) „Intelligente katzenartige Wesen“, die Felinoiden, sind eine weithin bekannte Rasse in unserer und anderen Galaxien, die sich schon vor Äonen entwickelt hatte…“

So geht das seitenlang weiter, und danach werden sogar noch ganz andere aufgezogen! – Tja, die Reptiloiden waren schon fiese Gesellen: Mit ihren tückischen Tarnvorrichtungen (z.B. traten sie als Krokohandtasche oder Warteschlange auf) machten sie den Menschen das Leben schwer, damals, kurz nach dem dritten Zeitalter der geistigen Umnachtung! Gut, dass die katzenartigen Felinoiden da etwas netter waren. Okay: ständig würgten sie Haarknäuel auf die Magnetbahnen des intergalaktischen Transrapids, aber insgesamt gesehen waren sie doch recht nützlich. So war von nervigen Mausophilen vom Planeten Knabber lange Zeit nichts zu sehen und sogar die Rattisten vom Stern Kloakus IV konnten wirksam eingedämmt werden!

Wie? Ihr findet, dass sich das alles nach zweitklassiger SF anhört? Na, kein Wunder, denn die Sekte deckt auch einen frühen Fall von Urheberrechtsschwindel und Hirnzellenklau (im wiederverschließbaren Fingerhut) auf:

„Ich glaube, dass Gene Rodenberry und andere Sciencefictionautoren sich einfach in die Akasha-Chronik unseres Universums begeben und sie anzapfen, während sie glauben, diese Bilder seien ihrer Phantasie entsprungen.“

Akasha? Ist das die Stadtbücherei für entmündigte Sternensabberer, die in eine normale Bibliothek nicht eingelassen werden, weil sie immer die Folien von den Umschlägen knabbern? – Wie auch immer: Schön, dass die gute Frau uns endlich erklärt, wie solche Dinge wie Aliens und Raumschiffe eigentlich erfunden werden konnten! Da kommt man ja auch nicht drauf, wenn der Klammerbeutel, mit dem man gepudert wurde, nicht mindestens die Größe einer galaktischen Phantasie-Universität besitzt…

„Und hier sehen wir die 12 Planeten unseres Sonnensystems. Sind sie nicht schön?“ – „Äh? Jelaila? Da haben sich zwei Fehler eingeschlichen! Der Asteroidengürtel und der Ring des Saturn werden auf dem Bild nicht als Planet mitgezählt!“ – „Verdammt! Stimmt! Und die ganzen Pfeile habe ich auch vergessen!“ – So(n)’ne Scheiße: Das hier mag alles etwas schwer zu verstehen sein, aber wenn es das nicht wäre, müsste die Sekte ja auch keinen „Communication Workshop By Phone“ anbieten, der 318 Dollar kostet. Übrigens im Hirnschlussverkauf, da 120 Dollar billiger.

„Ich bemerke, dass, während ich dies schreibe und in meinen Erinnerungen krame, sich mein Herz mit einem bitter-süßen Schmerz füllt. Ich erinnere mich an die Zeit der Unschuld, an die Zeit vor und gleich nachdem die Reptiloiden kamen. Ich erinnere mich auch die an Zeit, nachdem die Unschuld verloren gegangen war. Ich kann die überwältigende Traurigkeit und die Verzweiflung kaum ertragen.“

Auch ich erinnere mich gerne an die Zeit zurück, bevor Papa Schlumpf ans Kreuz genagelt wurde. Oder so. Aber so ist das nun mal mit Erinnerungen an Geschehnisse, die selbst Erich von Däniken mit einem beherzten „Bekloppt oder was?!“ kommentieren würde: Manchmal bringt man schon mal was durcheinander. Kamen ERST die Reptiloiden, oder habe ich schon VORHER meine Unschuld verloren? Oder hatte mir der nette Alligator mit dem Hut damals sogar den Eintritt für das Freudenhaus ausgelegt? – Ach, ich gehe einfach noch mal hin und frage!

Was ist gut:

– Die Existenz von reptilartigen Wesen wurde vor einigen Wochen von Biologen bestätigt!
– Das Buch „We are the Nibiruans“ stand 2 Jahre auf den Bestsellerlisten der Felinoiden.
– Gerecht: Endlich werden hochkomplizierte medizinische Zusammenhänge so erklärt, dass auch Mediziner sie nicht mehr verstehen. – Noch einen Lichtenergiekeks für euer Leib-und-Magen-Chakra?

Was ist nicht so gut:

– Jelaila Starrs Videos bei YouTube sind so lang- und -weilig, dass sie einem auf die Eier-Chakren gehen.
– Die komplette Studie der Glaubenslehre ist komplizierter, als Koran und Bibel auswendig zu lernen. Allein die Geschehnisse in… öh… der Zukunft sind unüberschaubar komplex.
– Es ließ sich kein Anwalt finden, der für Jelaila die Abmahnungen aufgrund des illegalen Anzapfens der Akasha-Chronik schreiben wollte…

Fazit:

Moderne Dampfhammerplauderei über das Jahr 2012, moralische Selbstverbesserung und die Geschehnisse im Jahr 6283 vor Christus. – Dem dritten Katzenchristus auf der Venus, wohlgemerkt. Spaß kommt da nur leider kaum auf! Man stelle sich nur mal vor, man könnte als Anhänger in die verbalen Pranken der dauerquasselnden Glubschaugen-Hausmutti geraten! Da könnte man alle seine Termine bis 2012 sofort knicken…

Selbstmordfaktor:

Spaßfaktor:


Universe People

„In DIESEM Moment wird Dein Bewusstsein zu 95% von Echsen aus den Dunklen Welten ferngesteuert! (2007) Und wenn erst CHIPS in Deinem Körper installiert sind, wirst Du zu 99,9% kontrolliert werden.“

Hmmm, Chips? Die mit Paprika oder mehr die Onion-Variante? – Mir ist schon klar, dass Gewichtsverlust meist nicht ohne psychologische Tricks eintrifft, aber muss man denn für seinen Diäterfolg gleich seinen Bahlsen-Fuhrpark derartig verteufeln?

Wie auch immer: In der ersten Folge des großen UFOsekten-Vergleichtests besprach ich bereits die Anhänger des Ashtar-Kommandos. Damals wirkte die ganze Geschichte noch relativ übersichtlich und auf eine völlig irrsinnige Art sogar vernünftig: Unsere Erde ist halt von Raumschiffen umzingelt, die uns irgendwann abholen. – Sobald wir herausgefunden haben, wie man den Fahrkartenautomaten in unserem Kopf mit einem Holzhammer bedient. Commander Ashtar, ein Typ, der zu viele Jesus-Comics gelesen hat und inzwischen auch so aussieht, ist der Boss jenseits der Stratosphäre und könnte so ein schwieriges Wort (im Gegensatz zu seinen irdischen Anhängern) vermutlich sogar richtig schreiben.

Organigramm der Bematschten: Neu war für mich nur die Person ganz rechts (schlimm genug, dass ich überhaupt den Ashtar und ein UFO namens „Beam with Love“ kenne). P’taah ist ein „trans-personales Kollektivwesen“, also quasi die ganzheitliche Verkörperung der kompletten geschlossenen Abteilung. Zufälligerweise entspricht der Name P’taah aber auch dem Laut, den der Therapeut das erste Mal von sich gibt, wenn man ihm von all diesen Dingen erzählt…

Nun ist es aber so, dass die anerkannte Ashtar-Bewegung eine Niederlassung in Tschechien hat, welche sich „Universe People“ nennt. Vermutlich verhalten sich die beiden Ableger wie der Katholizismus zum Evangelischen oder umgekehrt. Wer hier zuerst die Rolle des Martin Luthers from outer Space spielte und die erweiterten Thesen bezüglich der Reptilwesen an seine Wand nagelte (bei dem ganzen Gummi gar nicht so einfach), konnte ich aber leider nicht klären…

Das liegt auch daran, dass ich des Tschechischen nicht mächtig bin und die englischsprachige Webseite eine reine Jpeg-Clipshow ist, die von fortschrittlichen Aliens faselt, vom Design her aber eher vermuten lässt, dass diese Sektenanhänger auch noch einen ausgeschalteten Schwarzweiß-Fernseher anbeten würden…

Erst später fand ich einen deutschsprachigen Text, der zumindest die groben Fakten glasklar erklärt. Auf der Basis einer komplett unverständlichen Grundhaltung, versteht sich.

So werden von den Echsen (sind Schuppentiere neuerdings als Feindbild „In“? Na, wenigstens können die Juden da mal aufatmen!) Gegenstände und Menschen mit Mikrochips versehen, so dass man mit dem eigenen Verstand nicht mehr viel hinbekommt. Zum Beispiel kann man in der Sekte selber bereits keine Webseite mehr kreieren, deren Text kleiner als die Größe 40 daherkommt und NICHT in 4 verschiedenen Farben erstrahlt. Und die Kleinschreibung haben wohl auch die Salamander gefressen…

Selbst ohne Chip und Chap, diese Ritter des Unrechts, sind die Echsen nicht untätig: Auch mit Vibrationen aus der Hölle können sie uns gefügig machen. Tja, wenn einem die nervigen Bauarbeiten vor der eigenen Haustür erträglicher werden, wen man mental gleich die ganze Menschheit einbindet, muss man dies wohl tun…

Hier auch ein schönes Video, das eindeutig beweist, dass… dass… es ein Universum gibt. Und sogar ganze 5 Minuten davon! Kein Wunder, dass sich die Ashtar-Raumflotte immer noch nicht losreißen und bei uns landen konnte:

Beweisbilder: Diese Bilder wurden direkt aus dem Kantinenraumschiff der Ashtar-Flotte gefilmt. Die zahlreichen Weltraumnebel sind in Wirklichkeit übrigens Millionen von winzigen Mikrochips. Jaharrr! – Man beachte zu Beginn des Videos auch die gezeichneten Bilder aus einem Kindergarten in Castrop-Brauxel.

Was ist gut:

– Beim Abschluss eines Abo der Zeitschrift „CHIP“ bekommt man derzeit eine externe Festplatte günstiger dazu!
– Man kann sich bei Einschlafproblemen auch mal gemütlich in den Schlaf „schwingen“ lassen.
– Commander Ashtar sieht immer noch aus wie eine heiße Blondine. Purer Sex in Wachsmalskreide!

Was ist nicht so gut:

– Billige Prozessoren aus der Hölle machen es den etablierten Herstellern schwer.
– Die Zaubersprüche bei Bibi Blocksberg müssen nachträglich in „Echs-Echs!“ abgeändert werden.
– Meine „Echs“-Freundin ist anscheinend eine von ihnen!

Fazit:

Eigentlich eine interessante Variante, zumal ich den Gedanken mag, dass Commander Ashtar mit Jesus im selben Raumschiff sitzt und sich beide über Langhaarfrisuren unterhalten. Dennoch fehlt mir SEHR eine Erklärung, wie die Chips denn überhaupt an den Mann (oder die Frau gebracht) werden. So ein Cent-Stück bestreicht sich ja nicht selber mit Alleskleber und landet dann an der eigenen Stirn, oder? Hey, Sparkiller! Was willst Du mit der Geldbörse, sprich?

Selbstmordfaktor:


(Diesen wartenden Slot für die Grafikkarte am Ohr hält ja langfristig keiner aus!)

Spaßfaktor:


„Universelles Leben“

Die Jünger vom „Universellen Leben“ (Fünf Minus für den nichtssagenden Titel) gingen aus dem „Heimerholungswerk Jesu Christi“ hervor. – Das ist quasi so, als wenn ein Scheißhaufen seinerseits auch wieder in die Ecke kackt… Warum sich Jesus im Heim erholen muss, habe ich aus naheliegenden Gründen (= mein Hirn ist bereits angeschmolzen) nicht recherchiert. Ich beschränke mich also auf die „göttlichen Offenbarungen“ eines Außerirdischen namens „Mairadi“, die hier nachzulesen sind. Und da wir gerade von Beschränktheit sprechen, gibt es auch gleich einen Textauszug:

„Unser Wohnplanet hieß ursprünglich Chuli. Der Planetenälteste ist Maiami. Deshalb wird unser Planet Maiami-Chuli genannt.“

Schöne Sache, das! Wer ist denn gerade der älteste Mensch auf unserem Planeten? Wäre doch nett, wenn wir unsere Heimwelt demnächst auch mit „Oma-Platuschke-Erde“ vorstellen könnten.

„Wir haben uns … zur Aufgabe gemacht, für unsere Geschwister auf der Erde zu sorgen, weil die große Umwandlungszeit nahe bevorsteht. Bevor diese jedoch in Aktion tritt, werden über die Menschheit große Kriege und Katastrophen hereinbrechen und die Erde erschüttern.“

Gähn! Welchen schwulen Friseur mit Fuchteltick muss ich aufsuchen, um dieses Klischee noch zu überbieten? Immer der selbe Wahn bei den Weltuntergangsfanatikern: Zu blöd, um eine Arche aus dem Ü-Ei zusammen zu bauen, aber bis zum jüngsten Mittagsgericht von Katastrophen faseln! Große Kriege und Unglücke gibt es schon, seitdem Kain dem Abel den Scheitel glatt geklopft hat. Und wer ein Erdbeben oder eine Überschwemmung als Zeichen Gottes deutet, hätte während der Eiszeit wohl vor Aufregung an der Decke gesteppt. Der Schnee- und Eisdecke, versteht sich.

„Ich glaube, wir haben mit unseren Plakaten etwas bewirkt, Bruder Littfassäule! Die 200 Euro für diesen Aushang hinter dem verlassenen Industriegebiet haben sich sicher schon ausgezahlt!“ – Die Gruppierung ist sehr tierfeindlich, weswegen sie Milchkühen randvolle und schmerzhafte Euter wünscht. Und Tiere essen darf man auch nicht. Schließlich hat Jesus sich damals auch nur versehentlich in ein Stück Lammfleisch verbissen…

„Sobald die übergroßen Umwälzungen beginnen, die vor allem nach dem Erscheinen eures Meisters einsetzen werden, kommt für uns die Hauptaufgabe. Durch telepathische Kraft bergen wir in einer Strahlungsglocke nicht nur Menschen, sondern auch Seelen aus den Reinigungsebenen und Teilseelen aus den Tierreichen. Wir holen diese u.a. aus diesem Sonnensystem heraus, um sie zu ruhigeren Welten zu bringen.“

Immerhin hier gibt es eine nennenswerte Besonderheit der Chuli-Anbeter: Ständig wird von Telepathie erzählt. Vermutlich aus purer Faulheit, weil die Anhänger es nicht mehr leiden können, dass sie in der täglichen Therapiestunde für geistig Weggetretene ihren Wahn mündlich ausbreiten sollen. – Übrigens können die Raumschiffe der Dingsbumse nur betreten werden, wenn man vorher vom Piloten „magnetisiert“ wird. Warum? Das ist angeblich eine „Schutzhülle“. Klingt gut, relativiert sich aber vermutlich ganz schnell, sobald man als Betroffener mal durch einen Haufen mit Metallspänen gelaufen ist.

„Bei uns beträgt die sonnenarme Zeit etwa 8-14 Lichttage.“

Aha. Lichttage. Ist das die Strecke, die das Licht an einem Tag zurücklegt, oder was? Interessant, dass die Zeit auf anderen Planeten tatsächlich in Kilometern gemessen wird. Wir Erdlinge sind im Vergleich wahrhaftig eine beschränkte Spezies! – Zumindest die unter uns, die astronomische Fachbegriffe zu amoklaufenden Worthülsen aufblasen…

„Wir erkennen immer deutlicher, daß wir unsere Raumgleiter mit zusätzlichen Geräten ausstatten müssen.“

Na, will man so etwas in einer Religion wirklich wissen? Das klingt für mich fast so, als würde man mir in der Kirche erzählen, dass der liebe Gott ein paar neue Wolken zum drauf-Rumlaufen bestellt hat. Aber so ein bisschen Einblick in den Alien-Alltag hilft vermutlich, das Ganze etwas besser zu verstehen und plausibel (*Gruuuunz-kicher*) zu machen. – Wann werden am UFO denn die Fenster geputzt? Und machen die das auch, wenn’s im All regnet? So was interessiert die deutsche Hausfrau schließlich, bevor sie sich für so etwas wie Kosmmol… Kosomo… Kostmo – halt für Sachen mit Weltraum interessieren tut.

„Hey, ich tausche das Sammelplakat ‚Halsstarrige Juden‘ gegen Dein ‚Reinigung der Hirnzellen‘!“ – „Ich bin doch nicht blöd! Dein Plakat hat sich ja wohl derbe im Ton vergriffen!“ – „Und wenn ich nachträglich noch ‚Jesusmörder‘ und ‚Höllenbrut‘ draufschreibe?“ „Okay, abgemacht…“ – Endlich: Zeugen Jehovas wirken plötzlich völlig normal. Und jetzt noch eine philosophische Frage: Ist Demonstrationsfreiheit auch dann gegeben, wenn inhaltlich für rein gar nichts demonstriert wird?

Was ist gut:

– Ein Lichtjahr dauert genau so lange wie ein normales Jahr, was das Umrechnen enorm erleichtert.
– Meine Oma sprach genau so wie die Vorlesetrulla auf dieser Webseite (blaue Punkte anklicken)
– Die Echsen haben hier mal „Sendepause“.

Was ist nicht so gut:

– Tiere haben zwar Seelen, gehen aber nicht arbeiten und können kein Geld an den Sektenchef überweisen.
– Der Begriff der „verschiedenen Reinigungsebenen“ wird von der Waschmittelreklame seit Jahren zweckentfremdet.
– Es wird bald wieder die prophezeiten Kriege geben. Schade, denn wir hatten unsere normalen ja noch nicht mal abgeschlossen.

Fazit:

Absolut durchschnittliche Doofensekte aus Deutschland, die mir in der Öffentlichkeit ein wenig zu ängstlich mit der Tatsache(!) umgeht, dass Jesus auf dem Planeten Maiami ein Ferienhaus besitzt. Immerhin engagiert man sich sehr für Tiere, die nicht gegessen werden dürfen, solange sie „Augen haben“. Aber wer hat schon jeden Tag Hunger auf Grottenolm, Regenwurm und die marsianische Rotsteinschlange?

Selbstmordfaktor:

Spaßfaktor:


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Artikel

von Klapowski am 02.11.08 in Das Test-Labor

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Kommentare (14)

  1. Irgendwer sagt:

    Dass man mit einer drittklassigen aus den Fingern gesogenen SF-Story tatsächlich Geld machen kann, weil es genug dumme gibt, die das für wahr halten, verwundert mich immer wieder.

    Drittklassige SF-Storys kann ich mir auch aus den Fingerns saugen.

    Moment, das bringt mich auf eine Idee…

  2. Hiramas sagt:

    „Nach meinem Verständnis fing der Kampf zwischen Reptiloiden und Menschen im Sternsystem Wega in der Konstellation Lyra an.

    zuviel perry rhodan gelesen was?
    Mein Gott….
    Naja das es Menschen gibt die sowas glauben war ja bekannt.
    Es glauben ja auch Menschen, das man durch ne Castingshow erfolgreich werden kann….

  3. Hype sagt:

    Wo blieb eigentlich was über T.G. Hornauer vor ein paar Monaten?
    Wo bleibt Islam, Adventismus etc..

  4. Anonymus (Bosch) sagt:

    Schöner Artikel, aber wo ist hier die Celestine-Sekte mit Ihrem Kinofilm, auf die ich EXTRA noch in einem Kommentar vor ein paar Monaten hingewiesen habe?
    Oder biste etwa heimlicher Celestianer, hä?
    *kopfschüttel*
    Naja, vieleicht in Episode 4 (oder IV nach alter Schreibweise)…

    Grüße von der Wega, hier gibts alles, nur kein Fleisch! HÖHÖ

  5. LeSmurf sagt:

    Hör bitte sofort auf, unseren Zukunftia-Guru unter Druck zu setzen!

  6. Jack sagt:

    Immer wieder erstaunlich find ich Diejenigen hier, die von ihrer Kommentierloge aus ihre ganz persönlichen Wünsche & ‚Anregungen‘ reinschreiben („ICH hätte jetzt aber noch DAS und DAS gebracht, weil so wies ist gehts ja nunmal GAAAR NICH!“).
    Denen kann ich nur sagen: Selbermachen, Leute! Bequem kritisieren ist das eine, was eigenes auf die Beine stellen was ganz anderes…

  7. Andrea sagt:

    Interessanter Artikel, der irgendwie ins Unglaubliche rutscht…. oder besser mit dem Raumschiff transportiert wird.

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es wirklich Sektenmitglieder gibt! Hat da jemand Angaben zu?

  8. Wolfman-Al sagt:

    Was denn… Echsenwesen sind böse?
    Wenn das der Weltraumpapst wüsste… Halt, der is ja selber ein Echsenwesen!
    Unglaubliche Geschichten.
    Unglaublich das da draußen Hohlroller rumrennen fir diesen hahnebüchenen Kokolores tatsächlich glauben. Einstein hatte wohl recht mit seiner Theorie über die Sachen die unendlich sind…

  9. Peter von Frosta sagt:

    Ich dachte immer das Akasha die Mutter aller Vampire aus den Chroniken der Vampire von Anne Rice sei? Zumindest sind diese Romane deutlich interessanter *gähn*

  10. bergh sagt:

    tach auch !

    irgendwie fällt mir zu diesen Sekten-Heinies und Heinierinnen nichts ein.
    Die sind so hohl, die schwimmen bestimmt in Milch.

    Gruss BergH

  11. Dr.Best (der mit dem Schwingkopf) sagt:

    @bergh

    Abend! Läuft etwa die alte Milkyway-Werbung wieder im TV?

    Gruß Dr.Best

  12. Hype sagt:

    Seid ihr romulanisch-katholisch?

  13. fulltrine sagt:

    Oh,mann, Du bist Klasse! Ich bräuchte dringend für eine gute Freundin (die einen fehlgeleiteten Freund hat) etwas Passendes zum Thema Planet X, bzw zu seinen überirdischen Anhängern, ist da was zu machen?

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