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„2001 – Odyssee im Weltraum“ – Das Review

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Ich muss gestehen: Ich habe „2001“ nie gesehen. Jedenfalls nicht richtig, nur mit selbstverliebtem Schielen. – Klar, ich erinnere mich an schöne Bilder auf einem 15-Zoll-Monitor, die an mir vorbeiglitten wie flüssiger Honig vom Sonntagsbrötchen. Ich erinnere mich an viel selbstbestätigendes Nicken („Ja, jaja. Sehr gute Effekte für damals, jaja. – Bin ich jetzt intellektuell?“) und an eingeredetes Pseudowissen in Bezug auf den klassischen Soundtrack („Hey, das kenne ich! Das ist ‚Also sprach die kleine Nachtmusik‘ von Wolfgang Beethoven!‘“).


Okay, was das Hintergrundwissen angeht, habe ich auch heute nur dezent dazugelernt („Was? Es gibt zwei Wolfgang Strauss-e? Und die sind sogar Vatter und Sohn?“), aber dank der neuen Heimkino-Ausstattung erweitert die Technik nun meinen Verständnishorizont.

Denn jetzt wirken die Bilder und Einstellungen erst so richtig! Wenn sich die Königsklasse des 1968er-Modellbaus anschickt, wunderschöne Raumschiffe und Stationen zu präsentieren, während mir traumhafte Walzerklänge einen TNG-tauglichen Zukunftsoptimismus ins Großhirn tanzen, DANN kommt man ins Staunen. Und wir reden hier nicht mal über den Inhalt des Ganzen, denn – trotz der noch folgenden Zeilen – ist der an manchen Stellen gar nicht sooo wichtig.

Manchmal zählen nur Stimmungen, Gefühle, Kunst(un)verständnis und das Zurückhalten des klassischen „Ich spule mal vor“-Reflexes.

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„Ihr sagt, dieses schwarze Ding hätte einen Wert von mehreren Millionen Dollar?“ – „Ja. Wir vermuten, dass es sowas wie eine Berliner Einraumwohnung ist. Ein eher großes Exemplar.“ – Schwarzmalerei: Die eigentlich optimistische Zukunft erhält hier einen bedrohlichen Rahmen. Oder ist diese Zukunft gar nicht rosig und wird vielmehr vom Monolithen verbessert?

Eigentlich ist die Handlung recht zerklüftet. Je nachdem, was man mitzählt, kann man sogar vier Hauptebenen ausmachen, die oberflächlich betrachtet nur lose zusammenhängen:

– Wir starten mit einer prähistorischen Affenbande, die sich am Wasserloch gegenseitig mit dem Stock verhaut, nachdem sie den berühmt-berüchtigten Monolithen mit Bananenpampe betatscht haben.

– Danach sehen wir einen Mann, der kurz in der Lounge der Raumstation abhängt und – körperlich tiefenentspannt – mit anderen Leuten über Astronauten am Jupiter spricht, die sich nicht mehr melden. Auch sehen wir einen Monolithen auf dem Mond, der die Anwesenden mit einer fiesen Rückkopplung in den Raumfahrerhelmen grüßt.

– Dann lernen wir Astronauten kennen, die mit dem Supercomputer HAL in ebendiese Richtung unterwegs sind. Nach einem angeblichen Defekt am Schiff gehen beide raus und werden zu 50% vom Computer abgemurkst, nachdem bereits 100% der schlafenden Crew abgemurkst wurde. Warum genau? Na, DAS ist die große Frage im Deutsch-Leistungskurs.

– Als der letzte Astronaut am Ziel ankommt, schickt ihn der Monolith auf einen LSD-Trip, an dessen Ende der arme Kerl sich als alter Mann, als Pflegefall-Pauschale und dann als schwebendes Weltraum-Baby sieht.

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„Ich werde eine neue Menschheit begründen, ein neues Denken und eine neue Evolution! Äh… Hat vielleicht irgendwer eine 500 Kilometer lange Leiter zur nächsten Babyklappe dabei?“ – Fruchtblase im All, Fruchtquark im Kopf: Natürlich arbeitet der Film mit Metaphern und abstrakten Bildern, die man als gebildeter Mensch nicht wörtlich nehmen darf. Zum Beispiel ist die Erde gar nicht rund. Und auf dem Mond war auch noch niemand.

Klar, in dem Roman (den ich nicht kenne) wird das sicherlich besser erklärt. Allem voran die Tatsache, dass der schwarze Trumm von Aliens geschickt wurde, die mit seiner Hilfe die Entwicklung der Menschheit steuern. Wobei auch diese Tatsache zerklüftet und widersprüchlich rüberkommt: Schließlich hauen sich die Affen erst dann den Schädel ein, nachdem sie das Alien-Schwarzbrot berührt haben. Und wirklich zuvorkommend ist der Dunkeltrümmer zu keinem der Astronauten: Entweder müssen nach der Begegnung Vermisstenanzeigen rausgegeben oder die Ohrmuscheln ausgetauscht werden.

Und ob der Monolith nicht sogar schuld daran ist, dass HAL 9000 plötzlich durchdreht, steht auch noch im Raum. Schließlich ist der Computer überzeugt davon, dass die „Mission zu wichtig“ ist, um von den Menschen ausgeführt zu werden. Obwohl das Artefakt menschenähnliche Lebensformen benötigt, um seinen LSD-Budenzauber bewirken zu können?

Wie man es auch dreht und wendet, ein runder und logischer Film mag nicht entstehen. Schon allein die Tatsache, dass der empathielose HAL am Ende „Angst“ empfindet, ist geeignet, auflösungsfixierte Zuschauer in den Wahnsinn zu treiben. Ja, dieses Unbestimmte und Offene könnte man negativ ankreiden, ist aber die große Stärke von „2001“.

Und das Schließen dieser Lücken ist die Schwäche von „2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnahmen“. Tatsächlich fühlen sich die offenen Fragen realer(!) an als die konkreten Facts. – Das muss man Stanley Kubrick tatsächlich hoch anrechnen!

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„Wie kommst du darauf, dass er uns beobachtet?“ – „Mich hat das rot blinkende ‚Großer KI-Prank!‘-Schild vor der Kapsel misstrauisch gemacht.“ – Die Filmthemen haben mich zum Nachdenken gebracht, was unser Verhältnis zum Internet angeht. Seitdem lege ich stets eine Schweigesekunde ein, bevor ich die AGBs der Techkonzerne ungelesen bestätige.

Dieser Film lebt von seiner bunten und hemmungslosen Vielfalt, aufwändig verpackt im Gewand eines filmgewordenen Schnarch-Beamten. Mir machte sogar richtig Spaß, dass man vom Prügel-Schimpansen bis hin zum elaborierten Raumstations-Sesselpupser die gesamte Spannbreite des menschlichen Miteinanders gezeigt bekommt:

– So scheint die Menschheit z.B. durchaus geeint druff zu sein (siehe die Russen im Weltraum). Andererseits erleben wir nur wenige, flüchtige Augenblicke mit alten weißen Männern und dienenden Stewardessen.

– Wenn man mal von HAL absieht, scheinen die neuen fehlerfreien Computer die Menschheit voran zu bringen. Aber viele fehlerhafte Exemplare können all das wieder zunichtemachen? (vielleicht reicht der eine, an dem das Atomwaffenprogramm hängt?)

– Selbst wenn der Monolith der Menschheit hilft: Darf er das eigentlich? Und was passiert überhaupt konkret? Will ich überhaupt, dass mir ein dritter Arm wächst, weil die Evolution meint, dass ich dann mehr Corona-Impfdosen injiziert bekommen kann?

Und so weiter…

Gut, vielleicht kommt einem das alles nur so wichtig und fundamental vor, weil die Bilder so grandios sind? Und dass einem „Also sprach Zarathustra“ (Link) entgegen dröhnt, obwohl wir nur Affen mit der Knochenkeule sehen, hilft ebenfalls beim (eventuellen) Selbstbetrug.

Trotz aller Widersprüche, von denen man sich die Hälfte nur einbildet, weil Guck-Gewohnheiten nicht bedient werden, verging die Guckzeit wie im Monolithen-Fluge. Der Film mag lange Einstellungen haben, doch im Gegensatz zu „Avengers – Endgame“, wo es im Prinzip egal ist, ob man sich nun 10 oder 20 Minuten wirkungslos das Fressbrett massiert, habe ich mich nie angeödet weggedreht. Im Gegentum: Die Modelle sehen so funktio- und genial aus, dass ich das Gefühl hatte, dass Raumreisen exakt SO aussehen müssen. Einzelne Sequenzen (wie der berühmte „Rundlauf“ mittels Fliehkraft) könnte man auch heute noch in einen Dokumentarfilm packen.

, „2001 – Odyssee im Weltraum“ – Das Review

„Ich gehe die Meile entlang. Ich gehe die Meile entlang.“ – Gut, dass es 1968 noch keine E-Roller gab: Trotz einiger geklauter Sequenzen aus dem Film „Green Mile“ wirkt Stanley Kubricks Schwerstlingswerk noch immer wegweisend. Abzweigungen kennt der Film ja kaum…

Somit rollt das Geschehen wie eine Natur-, nein: Strukturgewalt über den mehr oder wenigen offenen Zuschauer, stets bereit, für den schnarchigsten Schlummerzauber oder für das genialste Meisterwerk gehalten zu werden. Ihm selbst scheint’s egal zu sein. Er thront und dröhnt einfach – wie der Monolith selbst…

Ob die Menschheit am Ende das große Los gezogen hat, bleibt offen. Schließlich erfahren wir erst im (zu Recht) vernachlässigten Nachfolgewerk „2010“, was der schwarze Schelm am Jupiter eigentlich wollte. Und das hat tatsächlich klare SF-Gründe…

Wenn man es genau nimmt, nimmt „Odyssee im Weltraum“ die spätere Handlung in Form von Metaphern vorweg. – Wobei dieser Schwurbel-Ansatz sogar frischer wirkt, als der später gezeigte „Twist“ im Sequel.

Manchmal ist es halt einfacher interessanter, mal kurz die Verwirrung und Verschreckung anzuschmecken, die auch WIR beim Besuch von Alientechnologie erwarten dürften. Denn sobald man zu viel erklärt bekommt, werden aus Mysterien wieder langweilige Klischees. Und aus brodelnden Stimmungen werden quäkende Stimmen in der Autorenkonferenz. Und aus dem paralisierenden Chorgesang ganz schnell eine mittelmäßige Aufführung von „Hänschen Klein“.

Halt, Moment mal… – Die Hänschen-Szene fand ich ja sogar GENIAL!


Fazit: Langeweile sieht anders aus. Auch ein bunt gepunkteter Kreis (statt dem schwarzen Rechteck) oder ein wild schießender Roboter (statt dem stoischen HAL 9000) hätten den Film nicht besser gemacht. Ich behaupte sogar: Lebendigere oder präsentere Darsteller hätten das Werk nur verwässert.

Das Sperrige gibt uns ein recht gutes Gefühl davon, wie hilflos und klein man sich fühlen würde, wenn Aliens unsere Erde beeinflussen würden. Und damit meine ich nicht die „Aufgeklebte Nase“-Aliens, sondern uralte, unbegreifliche Zivilisationen mit ihrer kruden Alltagslogik („Was?! Erst die Magensonde, dann die Entführung und auf dem Weg raus erst die Betäubung?!“)

Ob dies ein Meisterwerk ist, muss jeder selbst entscheiden. Ich hingegen lege mich fest und betrachte all diese Zutaten, Ideen und Farbtupfer als…

… absolutes Kleisterwerk.

Bitte mehr davon. Ich liebe es.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
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von Klapowski am 11.06.21 in Filmkritik

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Kommentare (14)

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  1. Einheitskanzler sagt:

    Ich hab den Film Samstag nachmittags geguckt und bin eingeschlafen. Insofern muss ich Dir Recht geben: Das hat noch kein anderer Film geschafft, also muss 2001 irgendwie ein Meisterwerk sein. Nur halt kein guter Film. Er ist langsam, es gibt keine wirkliche Story, keine Identifikationsfiguren, das Ende ist mehr als krude und vom minutenlangen Farbinferno will ich gar nicht erst anfangen.
    Auf der experimentellen Filmhochschule oder im französischen Arthouse-Kino hat sowas sicher seinen Platz, aber nicht in meiner Filmsammlung.

    • Klapowski sagt:

      Eine vollkommen legitime Meinung, der mein altes „Colatrinker-Ich“ auch fröhlich zustimmen würde.

      Doch mein neues Weintrinker-Ich würde widersprechen:

      – „Es gibt keine wirkliche Story“

      Eine Story brauche ich tatsächlich manchmal(!) gar nicht. Zumindest hier gibt es genügend andere Stärken. Wie hilflos die Menschen im Angesicht fremder Einflussnahme sind, kommt nun mal besser als bei einem klaren Plotpoint-Stakkato rüber. Auch könnte man den Film als Zusammenspiel mehrerer Kurzfilme betrachten.

      – „Er ist langsam“

      Erstaunlicherweise ist er das gar nicht sooo sehr. 2 Stunden und 20 Minuten bis zum Abspann sind nach heutigen Filmreihen- und Fortsetzungswahn-Verhältnissen wirklich noch schlanker Magerquark.

      Zumindest gibt es immer viel zu gucken und zu hören. Klar, wenn man ungeduldig darauf wartet, dass endlich wieder GEREDET wird („Will wisseeeen, was Monoliiith iiiist, Mennooo!“) und mit klassischer Tricktechnik und klassischer Klassik-Musik nichts anfangen kann, kommt hier wohl nicht weit.

      – „keine Identifikationsfiguren“

      Stimmt. Aber auch wieder nicht. Wie „Link“ in der Nintendo-Spielereihe „Zelda“ sind die Heldenfiguren hier nur Gefäße, in die man sich selbst einfüllen kann.

      Ich fand es sogar angenehm, dass wir hier gut trainierte, unemotionale Menschen sehen, die ein paar (Film-)Minuten einfach ihren Job machen – und auch bei krassen Geschehnissen relativ cool handeln. Aber vielleicht ist das schon das Post-Burnham-Syndrom bei mir?

      – „vom minutenlangen Farbinferno“

      Jau. Diese 8 Minuten muss man durchhalten. Hat mich aber nicht gestört, da toll gemacht.

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    • Serienfan sagt:

      Zur Frage, ob es keine oder keine „wirkliche“ Story gibt, möchte ich mich doch kurz äußern, weil mich schon immer die Frage fasziniert hat: Ab wann verdient es eine Aneinanderreihung von Ereignissen, als Story bezeichnet zu werden.

      Das Sachbuch „Die Odyssee der Drehbuchschreiber“ von Christopher Vogler gilt in Hollywood nach wie vor als DIE Bibel dafür, was eine Story auszeichnet. Genau deshalb wurden Voglers Thesen vielfach (meist von solchen, die ihn nicht verstanden haben) verrissen, man warf Vogler vor, er presse die Kunstform des Geschichtenerzählens in Schablonen, was die Vielfalt zerstöre.

      Für „2001“ gilt aber: Dieser Film erfüllt sogar Voglers angeblich enge Kriterien fürs Geschichtenerzählen. Wir haben eine Heldenreise, wir haben dafür zu überwindende Hürden, wir haben den Antagonisten, der bekämpft wird (indem der Held nach und nach seine Funktionen deaktiviert, er also dem Gegner eine Rückentwicklung zum „Kleinkind“ aufzwingt), und wir haben am Ende für den Helden die Belohnung, indem er (im Gegenzug zu HAL) auf eine höhere Bewusstseinsebene aufsteigt.

      Gerne kann man darüber streiten, ob die Story hier zu umständlich, zu langatmig oder zu verwirrend erzählt wird, aber dass es keine („wirkliche“) Story gäbe, ist einfach nicht richtig.

      Story ist doch eher das, das man in modernen Kommerz-Filmen mit der Lupe suchen muss. Der aktuelle Snyder-Kack zum Beispiel hat weniger Story und dank eines halbstündigen Epilogs, den man nur als wirr zusammengeflickten Schwachsinn bezeichnen kann, auch ein bei Weitem rätselhafteres Ende als „2001“.

      Antworten
  2. Zuse sagt:

    Die Wucht der Bilder !!!

    Ich habe den Film mit 13 Jahren oder so im Kino gesehen. Natürlich damals nicht verstanden (Damals spielte eines der beiden großen Kinos hier im Sommer Klassiker).

    Das erst später. Beide örtlichen KInos leben noch (zumindest vor den Maßnahmen).

    Und anders als der Autor hier, sehe ich 2010 als gute Fortsetzung.

    • BigBadBorg sagt:

      Ja, 2010 gefällt mir dank seiner Erzählstruktur sogar besser als 2001. Zumindest hat er eine Handlung, und seine Spezialeffekte sind auch heute noch umwerfend, die Bilder vom Jupiter sind überwältigend!

      2001 ist dennoch ein Meisterwerk, er hat einen hypnotischen Flow der es mir unmöglich macht ihn auszuschalten, von der psychedelischen Sequenz am Ende mal abgesehen. Die mag ich immer noch nicht.

      @Klapo Ich habe zu Weihnachten letztes Jahr den Sammelband von Arthur C. Clarke geschenkt bekommen mit allen vier Büchern. Die letzten zwei Bücher sind zwar nicht mehr ganz so toll (aber immer noch sehr gut), und das Ende von 2001 und große Teile von 2010 sind komplett anders. Vielleicht setzt du dir die für den nächsten Urlaub am Strand mal auf die Liste (wenn es jemals wieder so was geben wird). Vorausgesetzt du kannst mit älterer Sci-Fi-Literatur was anfangen.

      Antworten
  3. Tobias H. sagt:

    Interessant ist, dass es ein älteres Review auf Zukunftia gibt, bei dem der Film schlecht wegkommt. War es der größere Bildschirm? Ich gestehe, dass ich im Kino von „Avatar“ echt angetan war, aber dann einen üblen Kater bekam, als ich den daheim gesehen habe. Mit „2001“ wurde ich nie so recht warm. Ich finde das Werk überschätzt. Tatsächlich ist der stilistisch ähnliche Star Trek 1 meiner Meinung nach weit besser gelungen.

    • Klapowski sagt:

      Alle paar Jahre – oder Jahrzehnte – entwickelt man sich weiter. Damals war ich bereits vorgeprägt von der Meinung „Alter, langweiliger Film! Gebt mir lieber ‚Star Trek – First Contact Part II‘!“

      Ich habe mir mein Leichtsinns-Review nicht noch mal angesehen, hatte aber nach meiner entdeckten Liebe für „Blade Runner 2049“ und „Star Trek – The Movie“ das Gefühl, dass mir „2001“ zwischenzeitlich gefallen könnte.

      Bei „Avatar“ war es auch genau umgekehrt: Hier ertrage ich nicht mal mehr Standbilder oder Trailer. Auch hier wäre eine ruhigere Version tatsächlich besser.

      Und wenn es nur ein blau angemalter Großvater wäre, der 15 Minuten lang durch einen Alien-Dschungel torkelt und dabei in einen Drogenrausch gerät. Und das meine ich hundertprozentig ERNST.

      Antworten
  4. JP1957 sagt:

    2001 habe ich genau einmal gesehen … im Kino in den 70er Jahren.
    Ich fand ihn „anstrengend“, weil ich ihn nicht verstand und großartig, weil die Bilder (für die damalige Zeit) großartig waren.
    Seit dieser Zeit habe ich ihn immer gemieden. Einmal aus Angst ihn immer noch nicht zu verstehen :-( … zum anderen, weil ich mich mit Blick auf den visuellen Eindruck nicht enttäuschen lassen wollte.

    Avatar habe ich auf einer Riesenleinwand gesehen, in der seinerzeitigen Aufführung gab es aufgrund der „Überlänge“ mitten im Film eine Pause. Vom ersten Teil war ich begeistert ob der Überfülle an fantastischen Bildern, im zweiten Teil (in welchem fast nur noch geballert wurde)bin ich tatsächlich eingeschlafen, weil ich die Ballerei öde und langweilig fand. Mein Urteil ist also gespalten.

  5. Schildhilde sagt:

    Den Film habe ich als Teenie null verstanden, aber mich verstörte die Endszene mit Bowmann damals so sehr. Heute habe ich gelernt, hinter das offensichtlich Präsentierte zu schauen. Wer Spaß am dranrumdenken hat, guckt sowieso weiter und recherchiert. Der Rest schaltet bei 2001 ab und nie wieder ein. Ich finde die verstörende Musikuntermalung einfach großartig. Hier ein Link (mit Erklärung, englisch) 2001: A Space Odyssey and the Music of György Ligeti
    https://www.youtube.com/watch?v=KTw2T708TW0

    Visuell und klanglich ein zeitloser Film. Aber das rufe ich erst aus der Mitte meines Lebens aus und nachdem ich 2001 schon insgesamt dreimal sah.

  6. TUB_Stoffel sagt:

    Mag den Film, die ersten Affenminuten sind einfach bildgewaltig und sagen im Grunde genau das, was menschlicher (natürlicher?!) Fortschritt ausmacht, Gewalt.
    Ich finde den auch langatmig, in einen Stück nie geschafft zu schauen.
    Das Ende verstehe ich nicht, macht für mich Null Sinn, ich kapier nicht was da abgeht, in meinen Kopf beschreibe ich die letzten Minuten, als Grenze zur Erkenntnis.
    Was das mit den Weltraumbaby soll, keine Ahnung.

    Als Kind gesehen, oh, da hatte ich den am Stück gesehen, lag wohl daran, dass ich total Weltraum begeistert war und HAL 9000 ist mir da wirklich im Kopf geblieben.
    Vom schwarzen Monolith hatte ich Alpträume.

    Und schon amüsant, wie man sich in den 60gern, die Zukunft von 2000 vorstellte und im Vergleich, wie es wirklich ist, nur ein paar poblige Satelliten im Orbit und ne Aneinanderreihung von Konservendosen mit Solarpanels.
    Oh man, die Leute von damals wären wohl sehr enttäuscht.

  7. BergH60 sagt:

    tach auch !

    Ich sehe das ähnlich wie TUB_Stoffel :
    – Der Film ist ein Meilenstein und ein Kunstwerk, welches nicht jeder verstehen kann, oder muss.
    Der Film ist schnarchlahm, ich verweise , zum wiederholten Mal, auf die 7 Minuten Plus in denen eine Raumfähre über debn Mond schwebt und schwebt und schwebt.

    Confused Matthew nannte 2001 mal „Crap floating in Space“. Der Film ist viel mehr, las dass, aber auch das.

    Gruß BergH

  8. Nummer 6 sagt:

    Die gesamte Handlung des Films ist erstaunlich logisch, und NICHT psychedelisch.
    Das Buch zu lesen, hilft dem Verständnis für Ungeduldige, aber man kommt auch so dahinter!

    2010 ist tricktechnisch und emotional einer der besten SciFi-Filme, wenn es dn direkten Vergleich nicht gäbe…

    • Ben3000 sagt:

      Ja, das Buch ist echt dringend zu empfehlen, wenn man die übergeordnete Story verstehen möchte.

      Ich weiß nicht, wie oft ich 2001 schon gesehen habe. Das ist einer der Filme, die ich einlege, um zu entspannen und mich an den bunten Bildern zu erfreuen. Da ist eine sanft dahinplätschernde Erzählweise sehr angenehm…

      Nur mit 2010 bin ich nie ganz warm geworden. Irgendwie fehlte mir hier immer die optische Oppulenz.

      Antworten
  9. Tabularius sagt:

    Kommt ja hier sehr gut weg der Film. Ich schließe mich da auch an in meinen Augen ein Meisterwerk.

    Aber weil das jetzt mehrmals gesagt wurde, ist es überhaupt so wichtig einen Film zu verstehen ? bzw wie viel muss man wirklich verstanden haben?

    Das spannende an dem Film (und vielen Kundwerken) ist doch das es keine definitive Antwort gibt und man es aus vielen Blinkwinkeln betrachten kann.
    Gerade wenn die Atmoshphäre so gut ist und etwas ausgedrückt wird was man gar nicht 100% beschreiben oder verstehen kann, kann doch echte Kunst entstehen.

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