Kurzkritik: Cleverman – Die erste Folge

Handlung: In Australien lebende Wesen namens „Hairys“ wurden von der, fast schon comichaft rassistischen, Regierung in ein ummauertes Ghetto gesperrt. Doch dann wird (durch ein herzfressendes Weltraummonster) ein neuer „Cleverman“ auserwählt, welcher durch seine übernatürlichen Fähigkeiten die Hairys aus ihrer Unterdrückung befreien könnte. Normaler Alltag in Down Under also.
Konzept: Die Grundidee ist interessant. Wie würde es aussehen, wenn wir unseren Planeten mit einer anderen Spezies teilen müssten? (Antwort: So schlimm wie möglich, natürlich!)
Optik: Handwerklich sind uns auch die Aussies um einige Känguruhsprünge vorraus. Schnitt, Beleuchtung und Darsteller sind auf einer Ebene mit den englischen Kollegen.
Erklärung: Es mag in den nächsten Folgen noch besser ausgeleuchtet werden, aber zumindestens die Grundinfos hätte man dem potentiellen Weitergucker schon auf den Weg geben können. Wer sind diese haarigen Gesellen genau? Neanderthaler? Hobbits? Aborigines mit zuviel Testosteron? Nachlesen sollte nicht nötig sein.
Holzhammer-Moral: Der Rassismus der Bösen ist äußerst plump, was schon beim Symbol des Wachschutzes anfängt, welches wie ein besoffenes Hakenkreuz aussieht. Nicht offensichtlich genug? Dann besser die Hairies durchgehend als Untermenschen bezeichnen.
Charaktere: Okay, verstehe schon, erst die erste Folge und so. Aber was man dort sieht, wirkt schon etwas klischeehaft. Die unterdrückte Hairy-Familie. Der moralisch zweifelhafte Antiheld. Da fehlt noch etwas Feinschliff.
Fazit: Auf einen kulturell eingeweihten Australier dürfte Cleverman wohl verlockender wirken als auf den Standard-Germanen, welcher sich besser vorher bei Wikipedia einlesen sollte. Und selbst dann schreckt vielleicht noch der billige Nazi-Abklatsch ab. Denn… weeeer hat’s erfunden?
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Der Kollege auf dem Vorschaubild sieht schon etwas arg nach Vertreter der australischen Urweinwohner aus. Darf man noch „Aboriginee“ sagen oder ist das heuzutage auch so ein Buh-Wort ?
Jedenfalls wirds da bestimmt bald ein Social Justice Warrior aus einem Loch gekrochen kommen und dezent drauf hinweisen, dass sowas ja mal überhaupt nicht geht.