„Star Trek – Starfleet Academy“ – 1.01 – „Kids These Days“ – Review

Was sollen wir noch für Worte finden? Die nunmehr vierte Kurtzman-Trekserie beginnt halt einige Jahre nach deren Ankündigung, während vier weitere Serien vermutlich entwickelt und/oder wieder verworfen werden. Hier ist dank franchiseseitiger L(i)eblosigkeit ja stets das volle Programm beim Produzenten-Bingo angesagt… – Daher will ich auch nicht lange um den heißen Schrei herumreden, nicht über die lange Gerüchteküche einer „Academy“-Serie (immerhin seit den 90ern) philosophieren und auch nicht Panik-Reaktionen nach den ersten 178 Trailern aufwärmen. Schreiten wir gleich zur Review-Tat.
Der Start ist ebenso vielversprechend wie wenigabliefernd:
Eine halb verhungerte Mutter – nebst Sohn Caleb – muss wegen Mundraub vor Gericht. Ebenso wie ihr moppeliger Weggefährte (nennen wir ihn „Mister Schweinebacke“), der für ein Stück Brot sogar einen Starfleet-Offizier ermordet hat.
Komisch, irgendwie scheint Mama damals nicht bemerkt zu haben, dass ihr Toast-Dealer ein total Wahnsinniger ist? Was schwer zu glauben ist, da Schweinebacke sofort mit Sprüchen wie „Unterernährung lässt deine Wangenknochen zur Geltung kommen, harhar!“ auf den Hype-Train in Sachen „eigenes Ego“ aufspringt.
„Wahahahaaa! Mutti muss in den Low-Security-Knast!! MICH trifft es zwar härter, aber wenn ich erst mal die Cartoon-Lache aktiviert habe, stoppt mich nur die Suppe! Muahaarr!“ – Willkommen in der Lach-haft: Schweini hat natürlich eine ernsthafte Antagonisten-Motivation. Nämlich kichern, ohne sich am eigenen Zungenbelag zu verschlucken.
Der Sohn Caleb kommt natürlich erst mal in die Obhut der Sternenflotte – Jugendämter und Kinderheime sind nämlich im Burn geplatzt? Aber ist okay, nur nur bei Sternenflotte gibt es sinnfrei eingeworfene DS9-Anspielungen zum Trolltarif (Holly Hunter: „Hey, du wirst deine Mutter nicht mehr sehen. Dabei fällt mir ein: Kennst du die Gänseblümchenfelder auf Bajor?“).
Nur Sekunden später setzt ein Sandsturm die ganze Einrichtung außer Gefecht, was nicht nur unspannend ist, sondern auch – Sand im Dramagetriebe? – für einen 15-jährigen Sprung in die Zukunft sorgt.
Dort prügelt sich Caleb erst mal brutal mit Shuttle-Piloten, die ihn auf einen Knastplaneten bringen wollen. Und ja, das sind so stinkende Reinklopp-Fressen mit Seifen-Allergie. Eben die üblichen Visual-Checkbox-Schurken, die sich von Hänflingen allzu gerne verhauen lassen, wenn es dem Story-Derevat dient.
Hier sollen wir halt lernen: Klein Caleb ist trotz Sojamilch-Fleck an der Nasenspitze ein gaaanz Harter. Das erkennen wir auch am triumphalen „Juuchaaaah!“-Gebrüll während des Shuttle-Beinahe-Absturzes.
„Autsch. Komm zur Elitelegion derer, deren Eltern Geschwister sind. DAS haben sie gesagt, als sie mich anwarben. Kapiert habe ich das bis heute nicht.“
Wenn man etwas Positives an diesen 15 Minuten finden möchte, könnte man die Effekte und die Stimmung erwähnen. Das ist zwar immer noch die selbe SFX-Fettsuppe wie sonst, stilistisch der selbe Pups wie bei DISCO, PIC und Section 31 (man bedenke nur mal die vergangenen Jahrhunderte dort) ABER ab und zu erkennt man mal was. Und ein paar Licht-, Szenen- und Kamerawechsel sind immerhin durchschnittlich. Man ist heutzutage mit sooo wenig bereits (weniger un)zufrieden?
Holly Hunter ist hier in jeder zweiten Szene sehr präsent. Ihre Figur – Nahla – ist dabei so eine Mischung aus mehreren Welten: Mehrere hundert Jahre alt, gutmütig, aber doch unglücklich über das Kinderverschickungs-Programm von Starfleet. So ganz greifen kann ich sie dabei nicht: Zwar wirkt sie durch ihre etwas ziellose Mimik, Gestik und das Nuschel-Englisch irgendwie (positiv-)schräg, andererseits schleicht sich der Gedanke ein, dass Holly Hunter nach einem Haushaltsunfall mit einem ACME-Amboss eventuell einfach „günstig“ zu haben war? („Iff haaabe immfer noch eine fieeese Beule davon! Bruuudaaaa!“)
Sofort danach wirkt sie abermals anders, Lederklamotten sei dank. Hier bekommt Caleb von ihr eine „letzte Chance“. Natürlich nuuur, weil Nahla dafür sorgte, dass er seine Mutter für 15 Jahre nicht sah. – Und komischerweise wirken auch diese Szenen ganz nett. Sie passen zwar wenig zu Star Trek, aber wenn man „Planet Trek – The Generic Motion Picture“ als Titel verwenden würde, wäre es okay-banale Unterhaltung für Leute mit Second Screen in ihrer Schlafmaske.
„Okay, warum soll ICH für ein Rehabilitations-Programm in Frage kommen?“ – „Keine Ahnung. Die Tür zu deiner Zelle stand offen. Und ich dachte, hier wohnt mein Friseur.“ – Zukunft ist für alle da: Die Inszenierung erfreut weiterhin mit versteckten Lavalampen in den Fußleisten und 2-3 verborgenen Dampfmaschinen. Aber vielleicht waren auch diese Items einfach … Auserwählte?
Die USS Athena wirkt gar nicht mal hässlich auf mich. Aber auch nur, weil man nach dem fliegenden Pizzaschneider (Discovery) schon neuronal auf „Nudelsieb“ eingestellt war? An den dünnen Haltestreben sollte man aber arbeiten. Nicht, dass mal etwas Schweres dagegen knallt? Das Bedienhandbuch für Photonentorpedos oder so…
Okay, die kilometerlangen(!) Warpgongeln schweben wieder frei hinter dem Schiff UND sehen aus wie Engelsflügel, aber: immerhin wird man beim Warpsprung nicht von gegenläufig rotierenden Flursystemen zerstückelt wie bei DISCO. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge…
Das Innere gefiel mir ebenfalls besser als gedacht. Während man bei DISCO noch in blauschwarze Nebel- und Neonschwaden blickte, gibt es hier immerhin das gute TNG-Grau, gemischt mit Hotellobby-Rot und Weitblick-Bonus. Hier kann das große (real gebaute!) Set glänzen. Die Musik ist ebenfalls toll. Aufbruchstimmung, die Melodei zum Träumen.
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Etwas seltsamer kam aber bereits die weibliche Jem’Hadar rüber. („Push-Ups auf dem Boden! NOW!“) Hier wurde sich im Internet aber bereits genug lustig gemacht („Hey, Moment, die ist ja DICK? Die könnte das ja nicht?!“), so dass ich auf weitere Kratzkopf-Kommentare verzichte. Ich glaube auch nicht, dass DAS ein Problem für die Serie sein wird. Das brüllende Grauköpfchen ist da neben den Gruselgestalten der letzten 8 Jahre (Doctor Jurati!) eher noch auf der interessanten Seite zu verbuchen.
Betet ihr eigentlich – wie ich – immer noch für die Seele vom Andorianer namens Hemmer, Staffel 1 von „Strange New Worlds“?
Überraschend auch, dass der ganze Beginn auf mich recht „fluffig“ und „harry-potterig“ wirkte. Hier trägt die blitzsaubere, ruhige Inszenierung dazu bei, dass man trotz Klamottenwechsel(!) per Blitz-Beam, loser Sprache („Motherfu…“), Grimassenschneiderei, hölzernen Jungdarstellern und Albernheiten („Ich habe meinen Kommunikator verschluckt.“) irgendwie gute Laune bekommt.
Und hier schließe ich sogar den Jungklingonen ein, der fast verstörend wirkt mit seiner extrem finsteren Stimme, den sanften Augen und dem Hang zur anti-kriegerischen Vogelbeobachtung.
Im ernst, das wirkt alles SEHR viel besser als in den beknackten Trailern, zumindest zu Beginn.
*Bonusstern für Objektivität ins Filmkritiker-Heftchen kleb*
Leichte Abzüge gibt es aber für das Konzept von Hologramm-Kadetten, die als 17-Jährige programmiert wurden. Hier stellen sich so viele Fragen! Erstellen wir jetzt künstliche Lebensformen am Fließband? Und gibt es auch Sexpuppen mit eigenem Bewusstsein, die „es“ einfach gerne tun? – Irgendwie ist es aber auch wieder konsequent, dass dies vermutlich nie adäquat aufgegriffen wird. Denn bei Voyager war das ja auch stets eher Gefühls- als eine „Das klären wir mal detailliert“-Sache.
„Was, ich habe Würmer im Wanst? Dabei habe ich mein Pfützenwasser stets an zertifizierten Replikatoren erstellen lassen!“ – Bitte nennen Sie die Art des humoristischen Durchfalls: Alt-Trekkies bekommen hier natürlich Kulleraugen, die zur Zimmerecke hochstarren. Doch ICH hatte hierbei die beste Laune seit seeehr vielen Episoden Kurtzman-Trek. (Bis auf das eine Mal, wo die neue Folge da war – und mein Internet für 5 Tage ausfiel)
Deutlich ärgerlicher wird es dann, als man die Bullies von der „bösen Parallelklasse“ kennen lernt. Die sind halt einfach böse, weil Voldemort denen in die Kapuzenkappe gekackt hat? Fast bedenklicher kommt aber der Holodoc daher, der anscheinend immer sofort auftaucht, wenn die gemessenen Stresshormon-Level auf dem Flur ansteigen?! (#GeorgeOrwell, #Wirdniewiedererwähnt)
Eher Kurtzman-Klischee ist dann der plötzliche Angriff der sirrenden Drehtorpedos (Fiiiieeep-Dröööhnn), gefolgt von einem bösen Megaschiff mit Zackenfront. Ich weiß, dass das überraschend sein SOLLTE, aber bei DS9 hat man nach 30 Minuten immerhin gewusst, dass da Cardassianer lauern könnten. – Hier ist das eher der übliche Angriff von bitterarmen Bösewichten mit Billionärs-Technik.
In diesem Fall ist’s natürlich Commander Schweinebacke vom Episodenbeginn. Wobei der mit seiner sprunghaften Gaga-Art immerhin unterhaltsam wirkt. Erste „Erfolge“ hat man diesbezüglich ja bereits in der dritten Staffel von „Picard“ gefeiert. („Drehstuhl, Zigaretten, fettige Haare! Huiii! Ein typisches Wechselbalg eben?“)
Die Inszenierung mit all den Verletzten, der Panik und den verdienten Kadetten-Sporen ist auch hier noch makellos, aber allein die Erinnerung an ca. 30 ähnliche Geschichten seit 2017 sorgte für mein erstes Gähnen. Auch ging mir die Superhelden-Ähnlichkeit etwas an die Nerven: Da ist die hübsche Kluge mit dem Spontan-Durchblick, das Alien, das auf der Hülle spazieren kann, das Hologramm, der per Handauflegen ganze Systeme neu programmiert… Dazu kommen hektisches Rumrennen, Zeitnot, krawallige Countdowns bei der rhythmischen Konsolenmassage, und, und, und.
„Wenn ich auf dem Weg zum Dingsbums-Kondensator nicht mindestens 500 Kilokalorien verbrenne, muss ich heute Abend ohne Lipgloss zu Bett.“ – Lehrjahre sind keine Herren/Damen/Transgenderjahre: Um was wetten wir, dass alle weiteren Episoden diese Actionsequenzen nicht übertrumpfen werden? Ganz zu schweigen davon, dass es wieder mal deutlich schlechtere Effekte hageln wird? (*weiteren Inder am Computer festbind*)
So darf jeder mal kurz glänzen, seine Einmaligkeit zur Schau stellen und amüsante Szenen ernten („Einen Jem’Hadar verarztet man immer nur mit Kreuzschlitz-Bewegungen, merk dir das!“ – „Ich bin ein Klingone, kein Drill Sergeant. HAHA, Drill. Wegen dem Schraubenzieher. Verstehste?!“)
Das hauchdünne Oberthema ist auch am Schluss noch unser Caleb-Lausebub, der immer noch seine weggesperrte Mutter vermisst – was ja irgendwie auch die Schuld von Schweineopa Fettbacke ist. Ich „freue“ mich schon auf die ebenso passenden wie plumpen Anspielungen auf Trumps „I.C.E.“-Mördertruppe in den nächsten 1-2 Staffeln?
Das ist natürlich alles ganz nett(?) gemeint und im Rahmen von Kurtzmans Möglichkeiten auch das Maximum des Machbaren, aber im Prinzip fehlt langsam eine neue Geschmacksrichtung. Selbst Rick Bermans Dauerbrenner-Trek hatte nach sechs Jahren TNG viel krassere Neuausrichtungen (DS9) parat.
Daher: Selbst wenn man sich die Quoten hier (erneut) schönrechnet, ist es schon aus künstlerischen, emotionalen und prinzipiellen Gründen „Time for a change“. Denn irgendwann ist auch die letzte alte Suppe ausgelöffelt, sind die letzten Copy&Paste-Tasten ausgenudelt, ist der allerletzte Billigautor zum Schnellseminar geschickt.
„Deine Mutter hat mir eh nie gefallen. Zu wenig Screentime. Zu wenig Salz in ihren Tränen, die ich trank.“ – „D-Du bist ein Monster! Nie werde ich vergessen, wie du dem Straßenhändler nach dem Weg gefragt hast, ohne Danke zu sagen!“ – Kindgerechte Handlung für ungerecht behandelte Kinder: Gleich geht der große Klopp los. Den kleinen Klopp gab es schon zwischen der Handfläche und unserer Stirn?
„Wow, das ist also die Sternenflotte in San Fransisco?!“ – „Nein, das ist nur deren Empfangs-Hologramm. Das Haupthaus liegt ungefähr 93 Grinseanfälle weiter hinten.“ – Endlich Dar’Heim, wie Alienrassen zu sagen pflegen: Unsere frisch entbackenen Heldinnen glotzen rasch mein Wohnzimmer leer…? Gut, dass ich meine Hose hochgezogen hatte!
Und so bleibt es bei einem sehr gemischten Gefühl in den letzten Minuten… Irgendwie hat man sich über all das schon zu oft aufgeregt. Ebenso, wie man sich über manche Positivpunkte schon viel zuuu sehr gefreut hat („DA! Ein zeitgemäßer Effekt! Haltet ihn!!“).
Dass man hier eher eine junge Zielgruppe ansprechen will, ist sogar eher GUT anstatt schlecht. So startete ich mit derartig niedrigen Erwartungen („Was sollen die schon machen? Legosteine replizieren?“), dass ich von der Umsetzung eher positiv überrascht wurde („Hey! Junge Menschen können sich ja wirklich noch entwickeln. Hatte ich selber ganz vergessen, hust.“).
Fazit:
Hut ab!
Angesichts der Kackigkeit, die von den Trailern versprüht wurde, ist dieser Pilotfolge erstaunlich rund: Die Charaktere wirken trotz Grünspan an den Ohren und TikTok-Schauspielerei erschreckend lebendig und sympathisch. Hier kann sich der Regisseur gerne meinen zugeworfenen Luftkuss an die Körperbacken seiner Wahl heften!
Der Harry-Potter-Effekt kommt hier voll zum Tragen. Selbst dem nervigsten Underdog gesteht man hier seine Schwächen und Sprücheklopferei zu. Sogar das Comedy-Timing stimmt. Und noch dazu sehen viele Kulissen ungewohnt übersichtlich aus. (*fassungslos den doppelten Boden an der Brille such*)
Blöd nur, dass ich in den letzten 30 Minuten geistig komplett abgeschaltet habe.
Man kann sie einfach nicht mehr sehen, diese rachelüsternen Overacter, die erst mit Partikeleffekten das Schiff zumanschen (was war das nochmal? Nanobot-Nutella?), weswegen alle hektisch an zehn Stellschrauben drehen, wonach dann der Fiesling im Flur verhauen wird (ab dem 15. Tritt in den Bauch wird jeder wieder zum Pazifisten?), der dann irre lachend/grunzend/drohend abzieht.
Die viel zu lange Nachbesprechung nebst Staun-Musik passte dann auch eher auf ein Serienfinale nach 30 Episoden Laufzeit – und nicht als Ende einer Pilotfolge.
Somit bleibt eine unterhaltsame erste Pilotfilm-Hälfte, die erwartungsgemäß in KEIN Science-Fiction-Drama mündet (man denke nur an Q in TNG oder die Wurmlochwesen bei DS9), sondern sich gegenseitig die Luftröhre eindellt, wo noch kein Handkantenschlag zuvor gewesen ist.
Ich ahne jetzt schon, wie drittklassig das endet…
Aber trotzdem: 2 Sterne, wem zwei Sterne gebühren!
Zum zweiten, der des Raumes minder faßt,
Und mehr des Wehes, mehr der Jammerlieder.
– Dante Alighieri
Raaah! Jetzt bin ich schon wieder hier?!
Ich kann mich noch erinnern, wie ich nach dem Versenden meines letzten Meinungskastens in ein tiefes Koma der Verzweiflung gefallen bin. Es war so schön. Der graue Regenvorhang dieser Welt zog sich zurück und verwandelte sich in silbernes Glas…
…
Und nun?! Wieder derselbe verhunzte Kack-Käse, nur NOCH schlimmer! Und wer darf es sich wieder antun? ICH! Nur um EURE perversen Review-Fantasien zu befriedigen! Der Kurtz soll euch holen, buhuuu!
Aber schön, meinetwegen. Mir doch alles egal. Lassen wir es noch einmal ordentlich knallen! Vor allem meinen Kopf gegen die Tastatur.
*von tränen aufgeweichten zettel mit notizen rauskram*
Fangen wir mal mit der Optik an. Discovery gesehen? Strange New Worlds? Jau, ist derselbe Mampf mit der vollen Kanne Lensflare. Wohl um die dieses Mal irgendwie NOCH scheissigeren Spezialeffekte zu übertünchen. Kein Witz, denkt man sich die Augenwischerei mittels Waberfilter und nerviges Gefunkel weg, sind wir technisch wieder auf dem Stand der frühen 2010er.
Wenn man großzügig ist.
…
Bin ich aber nicht! Denn manche Szenen wie der anfängliche Außenposten der Föderation wurden anscheinend von der Babylon 5 Resterampe geklaut. An den maximal fünf Polygonen sticht man sich ja ein Auge aus, wenn man sie vor lauter verwaschenen braunen Murks überhaupt erkennen kann!
Aber immerhin ist man konsequent, sehen die echten (bzw. CGI-erweiterten) Kulissen ja genauso schlecht aus. Nach Föderation sieht z.B. der Außenposten jedenfalls kein bisschen aus, eher wie der karge Lagerraum eines Gelsenkirchener Dönerladens. Überhaupt wechselt auch in dieser Folge/Serie die Farbpalette mal wieder zwischen Kack-Braun und Piss-Gelb, um sich zwischendurch mutig an depressiver Blässe zu versuchen. Da lacht das Auge! Oder wie nennt man das, wenn da ganz viel Blut raus läuft?!
Emotional geht es am Anfang mit Captain Aka (einer der Hauptfiguren) ähnlich ab. Die Mudda der Hauptfigur arbeitet mit Bösewicht beim Klauen zusammen, weswegen sie von der Föderation in ein Reha-Camp gesteckt wird. Was sich gar nicht soooo schlecht anhört, finde ich. Blöd nur, dass man ihr trotzdem sehr taktlos das eigene Kind in einer dramatischen Szene entreißt, so ganz ohne Tschüss sagen (!). Muss anscheinend ganz schnell gehen, vielleicht fliegt ihr Shuttle gleich ab? Oder funzt das heutzutage beim Jugendamt genauso? („10 Sozialstunden, so! Wachen, schafft sie mir aus den Augen!“ – „Neeein, mein Sohn! Er hat doch nur miiich!!!“ *in ketten aus dem raum gezerrt werd*)
Die Föderation hat anscheinend auch arge Personalprobleme, weswegen Aka nicht nur als Richter auftritt, sondern direkt auch als Sozialarbeiter ran muss. Zwar kein guter, da (Kind) Caleb nach fünf Minuten wech ist, aber trotzdem. Gut, dass im 24. Jahrhundert noch Kein-Geld für Troi in der Portokasse übrig war.
Zeitsprung! Sohn Caleb ist jetzt groß und stark mit dicken Muckis und Dank unserer Captain Aka mit einer düsteren Vergangenheit ™ plus Rachegefühle. Kann ich nachvollziehen, geht mir mit meinem Musterungsarzt von damals ganz ähnlich („Doktoooor Rickert! Da musste ihr Finger gar nicht reeeeein!“ *mit zusammengekniffenen arschbacken die faust dem himmel entgegen schüttel*).
Caleb ist jedenfalls voll Gangster und wird zu einem Alien-Gefängnis gebracht. Aber, mal ehrlich, lediglich drei stämmige Wachen für so einen coolen Typen? Richtig vermutet, nur einen Moment hat er das Shuttle auch schon unter seiner Kontrolle gebracht. Von ein paar läppischen Kollisionen mit einem Berg mal abgesehen, lustiges Rotieren inklusive. Ganz schön lächerli— abgefahren!
Im letzten Augenblick wird er aber von einem Riesenschiff reingetraktort und seine Flucht vereitelt, die Besatzung hat wohl erst nur zugeguckt um zu sehen wie es ausgeht. Würde ich auch so machen. Auf jeden Fall sehr spannend, dieses Star Wars. Stop! Star Trek, sorry. Schon seit einer Weile etwas schwer auseinanderzuhalten.
Calebs Schrei nach Freiheeeit ist schon ein komischer Moment, um das Serien-Logo zu zeigen, aber nach 13 Minuten war es einfach Zeit dafür. Sieht auch ganz gut aus, schon schlechteres bei Fanfilmen gesehen. Aber nicht oft. Vegas Pro?
Danach sehen wir auch endlich mal Bajor, wie es kennen und lieben. Dort arbeitet Aka nämlich in einer Kindertagesstätte für niedlich-kitschige Alienkinder mit Schaukel und Eis essen. Und auch der Pissfilter strahlt wieder wie nie! *seufz* Nie kommt ein Gul Dukat, wenn man ihn mal braucht.
Im Ernst, warum Bajor, wenn thematisch nix davon auftaucht? Warum hat Admiral Vance eigentlich eine bajoranische Uniform an? Müsste ich tatsächlich mehr aufpassen? Unverschämtheit!
Vance verrät ihr dann, wo der wilde Caleb ist. Also schnell das Eis aufgegessen und ab zum düsteren Gefängnis. Durch „Bla Fasel Abkommen“ kann Aka ihn dann direkt mitnehmen, nur noch schnell seinen Maulkorb abmachen (Was für ein Draufgänger!) und ihm vorlügen, dass sie „15 Jahre nach ihm gesucht hat“. Also an jeder Eisdiele im Quadranten, oder wie?
Keine Überraschung, als vorbestrafter Krimineller ist Caleb NATÜRLICH absolutes Top-Material für die neue Sternenflotten-Akademie („Ey, du ohne Schulbildung! Wolle Offizier werde?!“). Und wenn man sich all die anderen Durchgeknallten ansieht, meine ich das sogar ERNST!
Denn die restlichen Co-Stars dieser Serie haben einfach alles. Also, abgesehen von normalem Sozialverhalten („Hand schütteeeeln, Brudaaaa?!“) und gesunden Menschenverstand. Ob ein Halb-Klingone / Halb Jem’Hadar (!), ein Teenager-Hologram (?), ein schüchterner Klingone (so doof, dass ich es fast schon kultig finde!), die bitchy High School Diva (?) oder ein glitzeriger Fisch-Mensch aus einem unveröffentlichten „Twilight“-Nebenplot, unsere gesellschaftlich verkümmerten Trek-Autoren in Kalifornien haben dieses Mal so richtig Überstunden gemacht. Ich kann kaum abwarten zu erfahren, welchen von denen ich MEHR hassen werde! Wie wäre es z.B. mit Aka, welche ihre dreckigen Stiefel immer auf dem heiligen Captains Chair abwischt? Schööön!
Archaisch normal wirkt dagegen schon unser Holodoc, dessen Darsteller Picardo seine Rolle tatsächlich nicht verlernt hat.
*haken auf zettel mach*
Okay, das war mein vertraglich festgelegtes Lob.
Kaum angekommen hackt Caleb auch schon das Com-System in einer Sekunde (Ich übertreibe. Es war weniger!) um seiner Mudda eine Nachricht zu schicken. Interessant dass dies möglich ist, wenn man GAR KEINE Ahnung hat, wo sich diese aufhält.
Neben dem Haufen an Kadetten scheint die Brückencrew auch noch regelmäßig aufzutauchen? Auf jeden Fall eine Menge Charaktere, welche man sich erst einmal merken muss. Hat schon bei Discovery sehr lange gedauert, bis ich die Namen von Michael, Sauron… äh… Saru, Stammel— Stamets… äh.. .dieser Dicken… und dem Arzt, der mich immer an (T)Raumschiff Surprise erinnerte, auswendig gelernt hatte. Hoffentlich schaffe ich es dieses Mal. Also, bevor Serie wieder vorbei ist. Oh, ein schöner Gedanke!
Bei der Einweihungsrede gibt es übrigens auch eine schöne große Ehrenwand mit den wichtigsten Persönlichkeiten der Akademie! Wie zum Beispiel Wesley Crusher. Erinnert ihr euch noch? Dieser Typ, der dabei half einen Shuttle-Unfall mit einem toten Kadetten zu vertuschen? Die wohl auch nicht. Glück gehabt, Wes.
Auf dem Flug zur Erde treffen wir übrigens wieder auf den hibbeligen Bösewicht vom Anfang, Nus Braka. Gesundheit.
Dieser hat Calebs Funkspruch abgefangen, da er gerade ZUFÄLLIG in der Gegend war. Mal wieder ganz schön klein, dieses Universum. Überhaupt toll, wie stark diese Nuss… der Nus ausgeleuchtet wird. Bereits zu Beginn erfuhren wir nämlich, dass er voll gemein ist und beim Schiffe ausrauben auch Leute ermordet. Und… das war es dann auch schon. Dies holt man aber nach, denn dieses Mal will er… das Akademie-Schiff ausrauben, selbst wenn er dabei Leute ermorden muss. Das ist schon eine ganz große Charakterzeichnung, weswegen wir ihn wohl auch auf ein Regel mit Nero („Ich bin böse weil alle tot sind!“) und Krall („Ich bin böse weil mich keiner gefunden hat!“) stellen können. Was für eine Ehre! Pluspunkte auch für den Handlanger von Nus mit Mistkäfer-Kopp (!).
Glücklicherweise können unsere mega begabten Kadetten den Tag retten und Bösi wieder vom Schiff werfen. Und als Bonus macht man SEIN tolles Schiff auch noch kaputt. Gut, man hätte vielleicht mal vorher schauen können, ob sich darauf nicht Geiseln, Nussis Ehefrau oder sonstige Unschuldige befinden, aber wir arbeiten ja auch nicht für eine schluffige Gutalien-Organisation oder sowas. Und wie soll man so ganz ohne Zerstören auch coole Sprüche ablassen, hääää?!
Mal echt jetzt, diese Kadetten sind bereits so begabt und toll, die müssten eigentlich ihre EIGENE, coolere, Akademie starten. Mit Blackjack und Nutten. Besonders Caleb, welcher diesen alten Offizierssäcken nur so das Technobabble um die runzligen Spitzohren haut. Deadass!
Nach einem harten Schnitt (Äh, wie steht es um das Schiff? Irgendwelche Toten? Ging ja ganz schön ab vorhin… Hallo? Keiner? Okay…) befinden wir uns auch schon im Orbit der Erde und dürfen uns einen schnulzigen Kitsch-Song über „Flowers in your Hair“ anhören. Macht die Effekte dabei nicht besser, aber… äh… ja, macht es halt nicht. Öhm.
Fazit: Mit einer letzten Demütigung in Form eines „Directed by Alex Kurtzman“ endet erneut eine New-Trek-Pilotfolge. Und? Waren wir überrascht? Hatten wir etwas anderes erwartet? Eigentlich nicht. Und DOCH war es etwas anders. Fast schon wie eine Parodie auf eine Kurtz-Serie wurden unsere bisherigen Beschwerden (Bescheuerte Charaktere, Stories für anspruchslose Hohlbirnen, hässliches ALLES-Design) konsequent ausgebaut. Die Bedrohung war fade wie hohl („Ich bin es, der Bösi! War gerade in der Gegend zum Schiffsteile klauen!“), die Motivation des Helden hohl wie fade („Mudda! Warum bist du aus dem betreuten Wohnen abgehauen?! Und warum habe ich dich eigentlich nie besucht??“).
Zugegeben, das GANZ GROBE Konzept einer Serie rund um die Akademie hat sogar was. Wollte man deswegen wohl auch schon in den 90ern mal machen. Aber das hier? Das Ganze erinnert an „New-Trek für junge Erwachsene“, Glitzer-Wassermann und Diva namens „Genesis“ inklusive, weswegen wir uns wohl auch schon auf diverse Love Triangles freuen dürfen.
Ob sich Teenager-Hologramm Sam wohl an die Jem’Hadar Tante ranwerfen wird?! *lechz*











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