„Star Trek – Starfleet Academy“ – 1.06 – „Come, Let’s Away“ – Review

Der ersten Klassenausflug führt die beiden Klassenfeinde (hier: das Kriegs- und das Dulli-Gymnasium) auf einen Schiffsfriedhof. Wie es der Zufall so will, liegt hier ein Schiff mit Singularitäts-Antrieb herum, gleich zwischen dem Bernsteinzimmer und dem Roswell-UFO. Doch während man das Schiffchen zu Bastelzwecken entfremdet („Hey, steck mal das Löschpapier zwischen die alten Platinen!“), kommen seltsame Gestalten an Bord und wollen alle lebendig auffressen. – Wie immer an dieser Stelle mein Hinweis: JA, die meinen ERNST! Und wir sollen sogar ein ABO dafür abschließen, stellt euch das vor!
Doch zuerst: Caleb und Tarima haben sich sehr lieb. Mehrfach.
Doch beim Bumsen unter der Makroeinstellung der Kameralinse (= ihr wisst schon: Haut, Augen, mehr Haut) passiert etwas ganz Wunderschönes: Tarima bringt unseren Caleb mit einer Betazoid-“Mind Melt“ an einen wunderschönen, 3D-projektionsgeeigneten Ort: Eine Wiese mit endlosen gelben Blumen. Dies ist ihr mentaler Spack… äh… Safe Space, wo Gedanken nur deswegen so frei sind, weil keine phantasievollere Landschaftsdarstellung ihre Ausbreitung verhindert?
„Hey, ist das DEINE Erinnerung, Caleb? Sie liegt mitten im Beet.“ – „Oh nein, es ist die Tankstellenrechnung für die Blumen hier. Nicht anfassen!“ – Arbeiten und Beeten: Nach dem Liebesspiel wühlt man sich erst mal durch verdrängte Erinnerungen. Zum Beispiel an die Tatsache, dass die Verhütungsmethode „Aufgerissene Augen“ gar nicht sooo sicher ist, wie alle sagen.
Doch was ist das? Ein Teddybär liegt zwischen den Blüten: Das „triggert“ unseren Caleb sehr, da der Puschel ihn an seine Mutter erinnert. Ihr wisst schon… Jene Mutter, die zu Geburts- und Feiertagen immer einen Geschenkkorb mit „Nichts“ in einem Paket aus Vakuum an ihn verschickt hat. – Klar, da KANN man schon mal panisch aufspringen und von den seltsamen Betazoid-Eigenheiten brabbeln.
Muss man aber nicht.
Ist ja nicht so, dass man hunderte(!) Jahre Zeit hatte, sich an diese und viele anderen Lebensweisen/Mythen im Universum zu gewöhnen?
(„Waaah, Klapo! Der Mann an der Tür hatte ganz kleine Augen! Und das Essen bestand aus so weißem Zeugs, das wie toten Maden aussah!“ – „Na toll, ins Chinarestaurant kann ich mit Sparkiller auch nicht mehr.“)
Noch blöder geriet da aber die nachfolgende Diskussion, bei der Tamera sich nicht entschuldigt, sondern beleidigt ist, weil die traditionelle Gedankenverwirbelung wohl nicht guuuut genug für den Höööörrn Caleb sei?! Man sei nun mal Betazoidin… Das bisschen Non-Mama-Trauma soll Caleb mal nicht sooo raushängen lassen, wenn sie ihre Spion-Kräfte ungefragt auspacken will.
Im Ernst, das hätte beim 60er-Jahre-Spock oder der 90er-Jahre-Troi echt noch anders ausgesehen? Von wegen: „Verzeihen Sie, Captain. Ich durfte Sie nicht ohne Vorwarnung in ein derartig sensibles Ritual hineinziehen. Ich gehe mich mal auspeitschen.“
Man hätte sich gegenseitig verziehen („Alles gut, Tuvok. Dafür schrubben sie dem Neelix aber das Talaxianische Smegma von der Laterne, ja?“) und dann weiter gemacht. HIER aber ist klar, dass dieses kulturelle Missverständnis als fauliger Brutsamen einer dürren Palaverhandlung dienen soll.
Bergab geht die Episode aber erst in dem Moment, in dem es in den Weltraum geht…
Denn „Starfleet Academy“ darf für mich „gerne“ Schlagsahneorgien im Swimmingpool veranstalten, sprechende Blumen in der Kinderdisco einführen oder Klingonen mit Wickelrock und Lockenwickler einführen, ABER: Sobald es auf eine Außenmission geht, setze ich „Star Trek“-Kriterien an.
Und zwar jene aus den 90ern, die Michael Burnham schon zum Heulen fand.
„Dieser Schiffsfriedhof ist etwas ganz besonderes.“ – „Weil die Schiffe noch fast betriebsbereit sind?“ – „Nö. Weil wir ALLE etwas besonderes sind, natürlich! Außer der Chef vom Kriegscollege. Liegt am unsympathisch gecasteten Mundwinkel.“ – Der Weltraum. Unendlich breit gesoffen: Sobald man aus der Akademie rauskommt, muss ich natürlich andere Wertungsmaßstäbe ansetzen. (*gaaanz großen Krug mit Bier zum Schöntrinken raushol*)
Ich habe gleich mehrere Probleme mit der „Handlung“:
– Ist das sinnvoll, dass man als erste(?) Außenmission gleich so einen krassen Ort aussucht? Die neuen Bundeswehrsoldaten fahren ja auch nicht sofort zur Titanic runter, um den Motorblock zu befühlen?
– Wie funktioniert das überhaupt? Angeblich wird die Übung auf der USS Miyazaki ja ständig wiederholt… Wie wird das umgesetzt? Die reparierten Dinge am Schiff wieder kaputt geschlagen? Die programmierbare Materie wieder auf Werkseinstellung zurück gesetzt?
– Wieso zeigt man uns eigentlich nicht, wie die Aliens namens „Furies“ (bin mir nicht sicher, wie ich den Namen finde. Nach dem Wegschmeißen gar nicht mehr?) erstmals auf das Schiff kommen? Hatte mich kurz „erschreckt“, als die plötzlich im Livestream neben Caleb standen. Dachte schon, das sei so ein modischer Videofilter? („Huibuh, das Sch(l)oßgespenst“?)
„Guten Tag. Wir sind die Drei lustigen Zwei. Unser Gesicht wabert ein bisschen herum, aber das liegt nur an unserem Mangel an Vitamin K. Und das K steht für Körper.“ – Pfeffer und Salz, Gott erhalt’s: Star Trek hat schon viele ikonische Rassen eingeführt. Man denke nur an die Gorn bei SNW („Ich fresse dich!“), die Zombies in der dritten Staffel von SNW („Ich fresse dich!“) und Kurtzman Drohungen in Richtung unseres Intellekts („Ich fr… – Na, ihr wisst schon.“).
– Dass deren Gruselgesicht so seltsam wabert, als läge ein Hologramm drüber, war eher verstörend als gruselig. Maske zu mies? Die Schlechtigkeit der Seele dringt nach draußen? Angst vor einer Plagiats-Klage von den Reapern („Firefly“)?
– Von der ursprünglichen Lern-Aufgabe hätte ich trotz aller Aufregung gerne mehr mitbekommen. Die angeblich kaputten Konsolen mit NEUEN Konsolen überbrücken? („Lasst die Ladefläche vom Lkw nach rechts schwenken, Leute!“) Den angeblich kaputten Antrieb bestaunen? („Ach guck, immer noch kaputt. Die Zeit vergeht…“) Oder einfach nur die etwas öden Kraftfeld-Raumanzüge testen? („Ihr seht sie nicht… Aber sie werden trotzdem KEINE Rolle mehr spielen, wie alles andere hier auch!“)
– Kaum ist man wieder im Weltraum unterwegs, fällt die Kamera wieder in den Topf mit dem schwarzen Wackelpudding… Bisher stand „Starfleet Academy“ ja eher für gute Kameraführung. Und für die Lichtstimmung am Orangenregal des lokalen Supermarktes. Doch kaum channelt man alte DISCO-Episoden, finde ich beim Ballern nur noch Schallern, aber keinerlei Übersicht mehr.
„Neeein, nicht Herrn Tomov! Diese Wilden haben ihn gegessen! Und ihn dann doch NICHT gegessen! Und dann aus dem Schiff geworfen, ohne ihn einzutuppern! Was für ein Monster tut so etwas?“ – Roter Alarm für die Abfallwirtschaft: Nervige Nebenfiguren lassen sich am besten wiederverwerten, wenn sie nach dem Canceln einer Kurtzman-Serie direkt einen Berufswechsel anstreben.
– Klar, der Tod von „Kerniger-männlicher-Weißer“ war schon ganz schön traumatisch, wie er da so angegessen wurde. Aber ein bisschen zuuu dramatisch fand ich’s dann doch, wie die dickliche Dramaqueen da rumbrüllte, als das angenagte Weißbrot da tiefgefroren durch’s Weltall flog. War jetzt sicherlich nicht ihr Lieblings-Ausbilder?
Bei DEM Geschlecht?
Aber das war ja die Tante, die damals ihren Kommunikator verschluckt hatte… Bestimmt hatte sie Angst, dass die Furies ihr den weggefressen haben.
– Die Reaktivierung von Bösewicht Schweinebacke nahm dann viel zu viel Zeit in Anspruch. Zugegeben, der Darsteller spielt den selbstverliebten Seifen-Hasser recht eindringlich, aber haben wir nicht Zeitdruck?! Und wieso darf der ohne Bewachung unserer Captain Ake auf den Leib rücken? Die räkelte sich ja noch schlonzig auf dem Sofa rum, als er seine Fettfinger schon fast an ihr hatte.
– Wieso der sich für einen mageren Handelsdeal („Macht die Autobahn A1 zu, sonst kann ich die Toilettenhäuschen nicht mehr vermieten.“) überhaupt darauf einlässt, die Furies zu bekämpfen, habe ich nicht verstanden. Ist der Typ jetzt Geschäftsmann, Waffenexperte, gesuchter Pirat, Regionalmacht oder Terrorist? Und ist das wirklich so eine tolle Idee, seinen Haftbefehl für 72 Stunden auszusetzen, damit er helfen kann? („Herr Bin Laden, Sie sind der einzige, der weiß, wie wir dieses verdammte Hochhaus kleinkriegen.“)
– Schweinebacks Ansprache gegenüber Ake war dann eher „Tell, don’t tell … less“.
Während sie nichts(!) sagt, fasst er ihr Leben, ihre Verluste, ihre aktuellen Ängste und die Bedeutung des Horrorschiffs zusammen. Minutenlang. Auf eine Art, die psychologisch eher an Stapelkäse erinnert:
„Jahaaa! JETZT haben Sie Angst. Daher starren Sie auch durch DIESES Fenster. Und nicht in das Ihrer Seele. Sie fragen sich, ob Sie etwas hätten ändern können. Nein, nicht in der Änderungsschneiderei, oooh neeeein. Sondern da drüben, wo… – Moment?! Caleb ist sicherlich dort? Jetzt verstehe ich erst, warum ich vor 15 Minuten überhaupt hiermit angefangen habe. Äh, werden die Blooper eigentlich rausgeschnitten?“
– Wieso kam eigentlich vorher keiner auf die Idee, die kaputten Daten in dem gestrandeten Raumschiff auszuwerten? Hier erklärt man uns ernsthaft, dass das nach 125 Jahren Wartezeit NUR unser Hologramm kann. Das würde dann vermutlich nur ihren Erzeuger-Computer (wo ist der eigentlich?) von der Kapazität einer Spielkonsole erfordern?
– Unnötig zu erwähnen, dass mir die ganze Mission auf dem Schrott-Raumschiff zu schwammig war. Team A spielt gegen Team B, aber eigentlich ist das Raumschiff kaputt. Aber nicht soooo kaputt, dass man es mit 5 Minuten Aufwand nicht DOCH noch nutzen kann? („HA! Ein schwungvolles Knopfdrücken hilft! Das wird meine Sport-Note verbessern?“)
Wundert einen fast, dass Mister Schweinebacke das Schiffchen nicht längst als Flitzer einkassiert hat… Für die Einkäufe am Wochenende.
– Zwischendrin muss man dem Computer klarmachen, dass seine Crew seit 125 Jahren tot ist. Eigentlich eine gute Nebenstory, ABER man entschied sich, ihm ein altes Comicheft(!) mit dieser Geschichte hochzuladen. Was so ziemlich die gleiche Art und Weise ist, wie Kurtzman UNS seine Ideen und Hintergründe eintrichtert? (*auf sehr quotenschwachen, überteuerten Trichter zeig*)
Das Comicheft zu dieser Episode ist nun übrigens überall erhältlich, wo Sie diese Episode gerade sehen. Genau, SIE meinen wir! Nämlich die Qualitätssicherungs-Abteilung von Paramount! Einfach die Treppe runter und dann links.
– Schade… Früher galt es mal als Highlight einer Episode, einem dummen Computer etwas zu erklären. („Soooo, aber wenn du Menschen angeblich verachtest, wie erklärst du dir dann die Bilder mit Softpornografie auf deiner geheimen Festplatte?“)
– Am Ende ging es mir etwas zu einfach, als die Konsole einsah, dass die Teenie-Trümmertruppe nun die NEUEN Crew sein müsse.
Hach, die alten Zeiten mit Kommandocodes und Stimmenaktivierung waren eigentlich ganz schön, oooder? („Omega, Omega, Charlie, 1, 2, 3, Delta… – Mist, schon wieder vertan. Nehmen sie ihre Katze runter, Data!“)
– Dafür wird mir zu viel über Tarimas Kräfte gesprochen. Denn ihre Betazoid-Kräfte sind sooo groß, so anders, dass sie ihrem Vater damals die Hörnerven… äh… „weggedacht“ hat? Daher kann sie nun Kontakt zu den Verschollenen aufnehmen. Was natürlich super gefährlich ist über diese (für Trek-Verhältnisse) gigantische Entfernung von 10 Fußballfeldern. Aber okay, es geht ja um ihr Implantat, was ihre spezielle Super-Spezialisierung eeetwas runter reguliert.
ICH bräuchte so etwas auch? Für’s Review-Schreiben?
– Wirklich spannend war es jetzt nicht, wie alle auf der Brücke darauf warteten, dass die Kannibalen einbrechen. Selbst bei der ersten TNG-Begegnung mit den Borg hat man damals noch verstanden, was die WOLLEN, hier jedoch beschränkt sich die Kommunikation auf grapschende Arme und irres Gekreische. Raumfahrende Spezies sind weiterhin so unterkomplex?
Und ja, eine Tube Tomatenketchup am Oberarm hätte mir für deren Worldbuilding fast schon gereicht.
„Keine Sorge, ich schreie euch diese Kannibalen einfach blutig.“ – „Ist das nicht eine komische Interpretation von Telepathie?“ – „Klappe, sonst streiche ich deine Küche nicht mit mittels meiner Hellseherfähigkeit neu an!“ – Schrei(tet) ein: Die gelbe Blumenwiese haben wir schon im Finale von Discovery gesehen. Seitdem steht sie für Qualität und Lust am Bumsen. – Also anstatt das hier zu gucken!
– Der „Singularity Drive“ der USS Miyazaki wird dann natürlich auch nebenbei reaktiviert. War die Jahre vorher auch eher … uninteressant? Nach dem Pilzantrieb, dem „Burn“ und all dem anderen Schmonz war’s vermutlich nur eine weitere nervige Unterart, beim Rumfliegen zu explodieren?
– Aber immerhin sieht man beim startenden Antrieb „kleine Glühwürmchen“ und darf sich über den Begriff und den Anblick mächtig freuen. Gut, dass der Transporterstrahl von TNG da bereits etabliert war? („Oh, ein Soda-Sprudler! Schwimmt alle mit!“)
– Tarima lässt die Kannibalen also per Telepathie-“Schrei“ zerplatzen. – „Schöner“ Verweis auf die Ursache des Burns bei Discovery? Nicht nur der Teufel kackt immer auf den größten Haufen?
Der Rest der Folge ist dann wehleidiges Nachbesprechen.
Die immer schweigsamer werdende Nahla Ake soll laut Vorgesetztem nach San Francisco zurück („Wer konnte DAS ahnen, als wir alle zum brutalen Kampftraining ausbilden wollten?“), alle betrauern in Zeitlupe den Verlust eines Vulkaniers UND das leblose Herumliegen von Telepathie-Wunderknabe… äh… -knabin Tarima.
Schweinebacke darf dann abermals auf Ake einquatschen, die sich null zur Wehr setzt:
„Tja, du wolltest deinen Ziehsohn Caleb retten. Und jetzt sie ALLE tot! Na ja, eigentlich starb kaum jemand, aber das Wort ‚Trauma‘ will ich unbedingt unterbringen. Und ICH habe es dir beschert, muhahaha! Denn wenn DU mich nicht zufällig geholt hättest, hätte ich dich niemals vollquaken können, während die Kannibalen die ganze Arbeit machten.“
Und dann noch irgendwas mit einem „red big bow“, der auf sie wartet, als „special gift“.
„Was für ein Scheißtag. Erst sind alle tot, dann findet mich mein Erzfeind so mittelprächtig. Und DANN muss ich noch die Blumen gießen und alle Buntglasfenster putzen.“ – Traurig ist der, der traurig tut: Frau Ake ist hier mächtig geknickt. Und ihre Stimmbänder treten nur noch als Origami-Version auf?
Im ernst, ich habe NICHTS davon verstanden, so rein inhaltlich.
Vielleicht doch lieber wieder Khan ausgraben, der von Kirk immerhin an der falschen Planeten-Haltestelle rausgelassen wurde?
Fazit:
Für mich die schlechteste Folge bisher.
Hier kommt alles zusammen und ineinander, was damals schon Burnham und Captain Pike die Schamesröte auf die Hirnplappen gezaubert hat:
Wirre Story, schwafelige Pseudo-Logik für Muscheln-ans-Ohr-Halter, finstere Gegenspieler mit dunklem Optik-Trick für Dreijährige, ein weiterer Gegenspieler mit Schallplattensprung („Rachäää! Dein Widerspruch hätte damals niemaaaals vor dem Amtsgericht landen dürfen!“) und dazu mit geklauten Themen aus „Firefly“, „Event Horizon“ und den schlechtesten Telepathie-Episoden aus TNG und VOY.
Besonders nervtötend ist aber das schmierige „Opfer“ von Tarima („Ich telepathiere nur für dich!“ *blutiges Implantat rausreiß*), die generellen Hintergründe des Klassenausflugs („Und das nächste Mal schwimmen wir durch ein Schwarzes Loch?“) und die endlose Streckung dieses hauchdünnen Plot-Platzhalters.
Wenn nächste Woche nicht wieder geknutscht, gesoffen und Konfetti gekotzt wird, bin ich RICHTIG enttäuscht!
Der Doktor empfiehlt: Regelmäßiges Knattern ist nicht nur gut für den Kreislauf sondern stärkt auch den telepathischen Schwellkörper.
So auch beim (Irgendwie-)Teen-Techtelmechtel zwischen „Bad Boy“ Caleb und unserer Betazed-Terrine. Denn Vorsicht, zu starkes Kuscheln kann zu Popmusik-Visionen von Blumenfeldern, Robo-Teddybären und beinahe zwei Sekunden an tragischen Kindheitserinnerungen führen. Jetzt muss man sich also nicht nur bei Vulkaniern vor ungefragten Gedankenverschmelzungen schützen. Und von den perversen Deltanern und ihren Tambourin-Tänzen fangen wir gar nicht erst an.
Was aber anfängt ist eine Teamwork-Lehrstunde zwischen dem Slytherin-Kriegscollege und der Gryffindor-Akademie. Mittlerweile ist die Rivalität zwischen den beiden aber etwas lustlos geworden („Du, du bist voll doof und so!“), ich vermute daher eine Zusammenführung der beiden bis zum Staffel-Finale nachdem der College-Chef den Löffel abgegeben hat („Endlich kein Mauken-Muff mehr!“).
Das Teamwork findet jedenfalls auf einem alten Raumschiff-Wrack statt, welches natürlich genau DANN zeitgleich von einer Horde grunzender S/M-Aliens angegriffen wird, welche sich „Furies“ nennen und genauso gut auch in einem Hellraiser-Film auftreten könnten.
Auch hier wird wieder deutlich, wie die Autoren ihre Hirnfürze nicht einmal ansatzweise ausbauen. Wozu der Kommentar dass es sich um „Mensch-Alien-Hybriden“ handelt? Wieso leben diese mit konstanten Schmerzen? Und warum dieser Flimmereffekt? Letztendlich haben diese Gestalten absolut NULL Charakter und NULL Hintergrundgeschichte. Und wer meint dass diese ja später nochmal aufgegriffen werden können, hat bis jetzt noch keinen Kurtz-Trek gesehen (Mensch, jetzt bin ich aber neidisch!).
Pausenloser Schmerz ist aber keine Ausrede, nicht die horrenden Nebenkosten für die Raumschiff-Miete zu bezahlen. Weswegen man auch 50.000 Barren Latinum verlangt, sonst frisst man die Kadetten auf (Ja, wirklich!). Was Bösi McBösface aber nicht aufhält, einen unserer Jungs aus der Luftschleuse schmeißen zu wollen („Okay, 49.000 Barren. Sorry.“).
Nach etwas Gerangel landet ein neu eingeführter Charakter in der Schleuse, bei welchem sein Ableben bereits vorher klar war: Zuviel Dialog für einen Hintergrundcharakter, aber zu schnell eingeführt für eine wiederkehrende Figur. Schade, Tomov, wirktest tatsächlich richtig kompetent im Vergleich zur übrigen Luschibande. Wohl ZU kompetent.
Warum Nuss Braka plötzlich die einzige Rettung für unsere gestrandeten Kadetten darstellt ist auch wieder ein Meisterwerk der Krampfigkeit. Der grunzende Ork-Ersatz kann also nur vom Dauer-Bösewicht geschlagen werden, weil ausgerechnet Nuss dies mit einer „Spezialwaffe“ im Sektor Dingsbums geschafft hat? Tarnvorrichtungen kennt ja sonst keiner, vor allem nicht die Föderation. Oder deren Forschungsstation ganz um die Ecke, welche sogar noch Teil der Story wird??
Der Computer des Raumschiff-Wracks muss übrigens erst einmal überzeugt werden, dass die alte Crew tot ist, damit man ihm wieder Befehle geben kann. Was ist dafür die beste Methode, sagt ihr? Eine Kirk-mäßige Unterhaltung? Gewitztes Hacking? Ha-ha-ha! Meine naiven Alt-Trek-Gucker! NATÜRLICH macht man dies heutzutage natürlich so, dass man ein Comic-Heft über die Besatzung des selben Raumschiffes (in welchem seltsamerweise alle die TOS-Uniformen tragen) in einen SEHR langsamen Scanner legt. Was dachtet ihr Doofies deeeeenn?!
Fazit: Zugegeben, der Grundidee über eine Übung der Kadetten auf einem alten Föderationsschiff kann ich etwas abgewinnen und Teamwork unter Druck war auch schon immer eine nette Motivation. Hilft nur alles nichts, wenn die Figuren blasser sind als Klapo und ich, wenn eine neue Kurtzman-Serie angekündigt wird. Unsere Hellraiser-Aliens kamen frisch von der Geisterbahn („Und DAFÜR habe ich mit Shakespeare aufgehört?!“) und auch Nuss Brocken ist wieder nur ein zappelnder Schreihals mit merkwürdigen Motivationen („Ich HASSE dich, Ake! Zieh dir doch endlich mal SOCKEN an!“ *sagrotan-flasche raushol*). Mir ist auch nicht ganz klar, was er eigentlich darstellen soll? Mafia-Boss? Piraten-Chef? Harry Mudd für Arme? Sein großer Twist in dieser Folge hält sich ebenfalls in Grenzen, wenn die für ihn verlockende Raumstation erst kurz zuvor überhaupt das erste Mal erwähnt wird. Optisch wirkte diese Folge tatsächlich ein wenig hübscher, wenn man mal auf den ekligen Pissfilter verzichtet und die Lensflares runterdreht.
Manchmal ist weniger einfach weniger scheiße.










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