Das ernsthafte Medienmagazin

Gottes Werk und Siskos Beitrag…

Was ist eigentlich aus Captain Sisko geworden? Seit er einer hippen Studentenverbindung mit dem obercoolen Namen „Wurmlochwesen“ gefolgt war, hörte man nichts mehr von ihm, außer in den erklärenden Statistiken zur gesunkenen Rate von Gewaltverbrechen… Ich fasste mir ein Herz, packte meine Schaufel und grub nach dem erstbesten Wurmloch…

… und schon wenig später traf ich auf ihn: Benjamin Sisko! Für einen geringen Geldbetrag, den er „selbstverständlich für gute Zwecke“ zu verwenden versprach (später sah ich ihn damit am Manna-Automaten herumfriemeln), gewährte er mir dieses nun folgende Interview:

Klapowski: „Sie sind nun schon seit einigen Jahren bei den Propheten… Welchen Aufgaben haben sie hier?“

Sisko: „Zu allererst lasse ich mich anbeten. – Ein mieser Job, aber irgendwer muss ihn ja machen. Jeder von uns Propheten ist dabei einem Gläubigen zugeteilt, dessen Gebete wir entgegennehmen. Vor Kriegen und wichtigen Fußballspielen ist unser Callcenter regelmäßig bis unter das Dach gefüllt. Manchmal verkaufen wir dann auch Zeitschriften über`s Telefon…“

Klap.: „Ist das dort ein Bild von diesem Callcenter?“

Sisko: Ja. Die Kollegin, die sie dort sehen, ist natürlich nur eine Projektion und sieht natürlich nicht wirklich so aus. Sie ist in ihrer Realität eine Verkäuferin auf dem Teleshopping-Kanal, wo sie mir vor fünf Jahren mal aufgefallen ist. Und sie wissen ja, wie das mit den Gesichtern aus unserer Erinnerung ist: Die Wurmlochwesen verwursten alles, was nicht niet- und alzheimerfest ist, hahaha! Ich könnte ihnen da ja Geschichten erzählen…“

Klap.: „Eine Kurze würde reichen…“

Sisko: „Also, sitzen Arafat, Michael Jackson und Ulrich Wickert in einem hell erleuchteten Raum. Sagt Arafat: `Ist der Sisko von Bajor?`, antwortet Ulrich Wickert: `Der Sisko ist von Bajor!` – Hahaha! Krank, oder?“

Klap.: „Sollte das ein Witz sein?“

Sisko: „Keine Ahnung. Ist jedenfalls wirklich so passiert. Sie kennen Hunderte solcher Brüller, die Wurmlochwesen! Und das Interessante: Sie haben alle den selben Text! Aber wenn das wirklich ein Witz war, frage ich mich nur, warum Michael Jackson nichts gesagt hat…“

Klap.: „Themawechsel: Viele unserer Zuleser fühlten sich veralbert, als ihre lang angekündigte „Bestimmung“ erfüllt wurde. Sieben Jahre lang verschlüsselten ihnen die Propheten ihre angeblich so bedeutsame Zukunft. Und am Ende fielen sie nur mit Gul Dukat in einen Lavasee. Was ist ihnen da durch den Kopf gegangen?“

Sisko: „Lava natürlich! Tat ganz schön weh. – Aber ich weiß, was sie meinen… Die Sache mit dem Sturz in das Lavabecken gehörte auch gar nicht zu meiner Bestimmung und war ein von den Propheten nicht abzusehender Unfall. Eigentlich hatten sie vorgesehen, mich 2 Jahre später beim Tapetenkratzen von der Haushaltsleiter fallen zu lassen und mich dadurch zu sich zu holen. Aber so ist`s dann doch besser gelaufen. Irgendwie dramatischer, finde ich…“

Klap.: „Und was war dann nun ihre große Bestimmung? Das, was sie unbedingt noch erledigen mussten?“

Sisko: „Sie zwangen mich kurz vorher, einen alten, löchrigen Socken wiederzufinden, den ich ewig lange gesucht hatte. Das mag sich trivial anhören, aber wissen sie: Alles, was wir tun, mag es auch noch so klein sein, beeinflusst ja die Zukunft enorm. Desto mehr Zeit vergeht, desto mehr unterscheidet sich das Universum von dem, das sich ohne die Änderung eines beliebigen Details entwickelt hätte. Mein Socken könnte also dafür gesorgt haben, dass sich das Universum ewig ausdehnt, statt sich wieder zusammenzuziehen!“

Klap.: „Das klingt wirklich interessant!“

Sisko: „Dagegen würde jedoch sprechen, dass sie den Socken mit spitzen Fingern aus dem Wurmloch geworfen haben. Einer sagte so etwas wie: `Du hattest Recht! Das macht der wirklich!` “

Klap.: „Was sind hier nun ihre langfristigen Aufgaben, vom Callcenter einmal abgesehen?“

Sisko: „Da die Zeit für mich keine Grenzen kennt, würde ich gerne in der Gestalt des christlichen Messias geboren werden, über das Wasser gehen und all` diese Scherze. Sie haben es mir jedoch ausgeredet… Jetzt habe ich nur ein bisschen Bammel, dass ich das damals wirklich war und ich nun mit meinen Verzicht die Zeitlinie ändere!
Hach, sie glauben gar nicht, was ich für Sorgen habe! Wissen sie, wie das ist, keine Zeit zu besitzen?? Für die Propheten hat jeder Arbeitstag 24 Ewigkeiten! Dafür ist der Urlaub unendlich… Nur haben sie mich dabei ausgetrickst: Mein eingereichter Urlaub fängt eigentlich in genau 2 Tagen an. – Und das seit 8 Ewigkeiten!“

Klap.: „Vermissen sie eigentlich ihren Sohn?“

Sisko: „Von wegen! Desto mehr ich an ihn denke, desto häufiger nehmen die anderen Wurmlochwesen seine Gestalt an und desto häufiger denke ich an ihn und die Orte, die wir besuchten… Ein Teufelskreis! Ich habe mehrere Ewigkeiten alleine damit verbracht, endlich diesen verdammten Baseballplatz seiner Schule zu verlassen. Oh Gott (verzeihen sie die Selbsthuldigung), bringen sie mich bitte nicht dazu, wieder daran zu denken! Ich beschwöreeee siiiihiiieee!
(Räusper) Jedenfalls habe ich in meiner Nicht-Zeit hier mehr identisch aussehende Afrokinder verdroschen, als ich überhaupt denken kann. Auch wenn das nicht viel sein dürfte… – Bin dadurch auch zum Rassisten geworden und kann Schwarze nicht mehr ausstehen!“

Klap.: „Dann reden wir besser nicht weiter darüber. Sagen sie mir doch bitte, was aus der Dominionflotte passiert ist, die damals beim Flug durch das Wurmloch verschwunden ist!“

Sisko: „Die haben uns hier ganz schön zu schaffen gemacht! (Äfft albern nach:) `Tetracel White! Da ist Tetracel White!` – Diese Deppen von Gem Hadar sind hier ewig `rumgelaufen und haben unseren mystischen Lichtteppich mit ihren Trinkhalmen bearbeitet! Dieses anhaltende, hohle Schlürfen von Strohhalmen, die nichts zu fassen kriegen, hat mich echt fertig gemacht. Hier ist es weiß wie ein Eskimoarsch, meine Güte! Wie kann man diesen Ort denn nur mit einem Kino verwechseln??“

Klap.: „Für ein übermenschliches Wesen sind sie aber ganz schön politisch unkorrekt und aufbrausend! Warum wollten die Propheten eigentlich SIE?“

Sisko: „Weil Kahless unsere göttlich leuchtende Wirkungsstätte mit grünen Spuckabsonderungen verschandelt hat und Kirk überall eine Brücke wittert, wo er keinen Boden unter seinen Füßen sehen kann. Der hatte da mal ein traumatisches Erlebnis… Der ist irgendwann wahnsinnig geworden und in diese Richtung dort gerannt. Seitdem ihn das blendende Licht verschluckt hat, haben wir nie wieder etwas von ihm gehört…“

Klap.: „Vielleicht doch noch mal zurück zu dem Dominion… Wo sind all die Leute denn nun hin?“

Sisko: „Die Wechselbälger sind bei der ersten Regeneration Ruck-Zuck von unserem Boden aufgesogen worden. War ja auch staubtrocken hier. Sie wollten das nicht, wir wollten das nicht, aber was sollten wir machen? Wir sind nicht so allmächtig, wie unsere Marketingabteilung sie gerne glauben lassen will… Tja, die nervigen Vorta haben uns irgendeine Scheiße einzureden versucht. Da haben wir sie in einen großen Drehkörper gesteckt und auf Bajor geschossen. Das machen die Propheten schon seit Ewigkeiten mit ihren Schizophrenieerkrankten.
Ich hoffe, die Bajoraner richten ihr Leben inzwischen nicht mehr nach dem Drehkörper-Gebabbel aus? Wissen sie, viele Brandstiftungen und Amokläufe an Schulen könnten dadurch verhindert werden!“

Klap.: „Und was ist mit den Gem Hadar passiert?“

Sisko: „Die haben hier einen Weg gefunden, Tetracel White durch die Kraft des Gebets zu gewinnen. Deren Industriegebiet ist gleich hinter dem Weichzeichner dort drüben. Aber ich warne sie: Gehen sie dort nicht vorbei! Drogensüchtige Jem Hadar, die sich in Lackkleid und Stöckelschuhen prostituieren, sind kein schöner Anblick! – Wenn doch nur alle meiner Kollegen dieser Auffassung wären…“

Klap.: „Herr Sisko, ich danke ihnen für dieses Gespräch!“

Sisko: „Immer wieder gerne, aber grüßen sie meinen Sohn nicht von mir!“


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Artikel

von Klapowski am 12.01.03 in Star Trek

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Kommentare (2)

  1. ObiJan sagt:

    Ich finde nach diesem überraschenden und interessanten Interview verdient unser Prophet eine Biographie. Schließlich hat doch jeder Gott seine Bibel oder ?
    Das könnte ungefähr so anfangen: Vertrieben aus seiner Heimat wegen den ungläubigen Borg, fand sich Bartlos Sisco verbannt auf einer abgelegen Weltraummühle wieder. Doch das Schicksal oder die Propheten hatten mehr mit ihm vor.Nachdem sie ihm nach dem 1.Kontakt sein letztes bißchen Verstand durch das Wurmloch geschossen hatten, führte Sisco als Avatar die Kreuzzüge gegen das friedliche Dominian an,beseitigte nebenbei ein paar nervige Rebellen namens Marqui, in dem er deren Planet verseuchte und das ohne die Hilfe eines überteuerten Todessterns. Der jetzige Schnurbart Sisco schaffte aber noch mehr. Selbstverliebt veränderte er ständig die Vergangenheit um sich ins Guinessbuch zu mogeln.So wurde am Ende aus dem kleinen Raumschiffskapitän ein Hologram Lichtbild im All, was sich täglich zur Selbstbestätigung von Bajoranern anbeten läßt.

  2. Gast sagt:

    eine witzige Story. Mach weiter so.

    Lontong

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