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Doctor Who, Staffel 4, Teil 1: Lust auf Doctorspiele?

who2-klein.jpgWillkommen zum zweiten Teil unseres Rezensionsmarathons. Diesmal legen wir die ersten 6 Folgen der 4. Staffel unter den „Sonic Dampfhammer“… Bereits in der ersten Episode bekommt der Doctor erneut eine neue Compagnion an seine Seite, da Martha Jones‘ Hirnanhangdrüse eine kleine Ausschüttungspause brauchte, was Stresshormone angeht. Außerdem im Programm: Lavamonster, Aliensklaven und die Tochter(!) vom Doctor. – Wo hat der denn jetzt wieder seinen magischen Screwdriver reingehalten…?


4×01 „Partners in Crime“

Inhalt: Ein Pharmaunternehmen verkauft Schlankheitspillen, welche versprechen, dass das Fett quasi davonläuft. Der Doctor und Donna (bekannt aus vorherigen Folgen) recherchieren unwissentlich parallel und klopfen diese Werbeaussage auf ihre Wortwörtlichkeit ab…

Meinung: Slapstick-Käse meets schräge Außerirdische: Die neue Compagnion passte mir hier noch gar nicht. Und wieso ist die überhaupt deutlich über 30? Da denkt man ja die ganze Zeit nur an Tod und Pflegeheim! – Bislang erlebte der Zuschauer die Handlung ja meist durch die Augen relativ junger und unbedarfter Menschen, was bei einer schrägen Figur wie beim Doctor ein guter Ausgleich war. Die „Neue“ hingegen hat hier definitiv in den Pott mit den falschen Wechseljahresmedikamenten gegriffen: Zu hibbelig und kreischig kommt sie daher, so als hätte man einfach ein heutiges „Tokio Hotel“-Fangirl auf Stelzen gestellt und ihr ein paar Falten ins Gesicht gemeißelt…

„Ob es diese heilige Kathedrale, in die wir laut Prophezeiung einst alle einziehen sollen, wirklich gibt?“ – „Ich weiß nicht. Für mich klingt ein Gebäude mit dem Namen ‚Ottfried Fischer‘ eher unwahrscheinlich..“ – Sich endlich mal gehen lassen: Schön, wenn die eigene Wampe plötzlich auf der Straße spaziert. Schließlich ist Bewegung gut für die Figur(en)… Und wer in diese sympathischen Gesichter sieht, kann der Chipsindustrie im Nachhinein einfach nicht mehr böse sein.

Warum ich den letzten Absatz mit „Slapstick-Käse“ überschrieben habe? Nun: Viel Zeit der Folge wird mit albernen Versteckspielchen des Schicksals vertan, bei denen Donna und der Doctor in Charlie-Chaplin-Manier knapp aneinander vorbei recherchieren, oftmals nur um wenige Meter. Das ist spätestens dann nicht mehr lustig, wenn auch die Sechsjährigen unter uns gelangweilt mit einem Bauklotz auf die Fernbedienung eindreschen…

Und: Wenn man – wie beim Doctor – regelmäßig auf einem Ziegenkäse zur Arbeit reitet, kann sogar das Schräge und Absonderliche irgendwann zur durchschaubaren Formel verkommen. Hier ist es wieder mal ein Quentchen Gesellschaftskritik (Abnehmwahn und Schwabbelbäuche), dazu seltsame Aliens (Fettklumpen mit Merchandising-Gesicht. Das Radiergummi zur Serie?) und die eine oder andere Verfolgungsjagd. Auch die CGI-Effekte haben mir diesmal nicht so gut gefallen: Der Doctor wirkte im Fensterputzaufzug doch etwas arg einkopiert und die herumspazierenden Lendenpolster waren – gerade aus der Entfernung – reichlich unscharf an der Grenze zum „Milchspritzer an der Mattscheibe“.

Besonders positiv ist mir hier jedoch wieder die orchestrale Musik aufgefallen, die weitab vom amerikanischen Einheits-“Tidelit-Tit-Tit?“ rangiert, die über dem großen Teich oftmals eher fragend als tragend daherkommt. Da habe ich im Kino schon weitaus Schlechteres gehört!

Insgesamt habe ich mich aber doch tüchtig gelangweilt… Trotz der kultigen Vorstellung, seinen eigenen Bauch in Zukunft zum Süßigkeitenregal zu schicken, war mir das Ganze fast schon zu bemüht schräg, in letzter Konsequenz aber trotzdem am Thema vorbei. Wenn ich andauerndes Gerenne und Gehetze will, kann ich schließlich auch Abführmittel saufen…


4×02 „The Fires of Pompeji“

Inhalt: Donna und Doctor landen in Pompeij, einen Tag vor dem großen Vulkanausbruch. Während der Doctor noch darauf pocht, die Vergangenheit nicht verändern zu dürfen (es sei denn, er hat gerade Bock drauf und sein Instinkt sagt „Okay“), werden die beiden schon in einen Strudel aus düsteren Prophezeiungen, einer dunklen Sekte und eher hellen Lavamonstern gezogen.

Meinung: Normalerweise waren die Geschichten aus der Vergangenheit der Menschheitsgeschichte eher die schwächeren im „Whoniversum“. Doch aus irgendeinem Grund (= diese hier ist gut?) hat mir dieser Vulkanmampf wirklich prima gefallen! – Und, schon fast obligatorisch, muss ich auch dieser Episode ein großes Lob für die visuellen Großartigkeiten zollen! Hier wird mit so manchem Fingerstreich und Doppelklick so ziemlich jede US-Serie effekttechnisch hinfortgewischt…

Und irgendwo ist so eine Geschichtsstunde auf Extasy auch mal etwas anderes als die etwas überladenen Technik-Orgien, die wir in den letzten Folgen verfolgen durften. Und der Hauptkonflikt ist sowieso ein zeitloser: Darf der Doctor ein Unglück verhindern, das sich in den Annalen der Menschheit förmlich… eingebrannt hat, wenn mir diese feurige Metapher in dem Zusammenhang erlaubt ist?

„Verdammt! Meine Wasserpistole ist leer! Dann muss ich eben alternativ den Sabber der zuschauenden Grafikfetischisten nehmen.“ – Klassischer Fall von verfehlter Bildungspolitik: Seitdem die Braunkohle nicht mehr gefördert wird – auch schulisch – hat das Rowdytum in einem erschreckenden Ausmaß zugenommen! Und das Ausmaß beträgt exakt 9 Meter und 5.000 Grad…

Am Ende ist die Geschichte auch noch außerirdisch und technisch genug, um auch für die ganz hartnäckigen SF-Fans genug Abwechslung zwischen Marmorsäulen und Hühnerverkäufern unterzubringen. Von dem visuell und atmosphärisch grandiosen Ende ganz zu schweigen, das zusätzlich noch einen interessanten moralischen Twist unterbringt. Tja, da kann man auch als Skeptiker dem Lavamonster nur einen feuchten Händedruck geben und nach MEHR verlangen. Sogar die neue Compagnion hat mir im Gegensatz zur letzten Folge sehr gut gefallen und hält sich nach „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom – Die Serie“ diesmal angenehm zurück.

Auch, wenn ich ursprünglich „nur“ 5 Punkte vergeben wollte, rutscht mir in der geistigen Nachschau jetzt doch noch das letzte Ohr aus: Viel besser geht es halt nicht!


4×03 „Planet of the Ood“

Inhalt: Per Zufallsentscheidung verschlägt es die beiden Reisenden auf einen Eisplaneten, auf dem in der Zukunft der Menschheit die „Ood“ in alle Herren Galaxien verschickt werden: Aliens, die nur zum Dienen geboren zu sein scheinen. Doch wie immer ist das nur ein Viertel der halben Wahrheit, weswegen die Sklaven plötzlich den Film Spartakus nachspielen…

Meinung: Heart-touching… Absolutly heart-touching… – Manche Dinge muss man eben einfach in der Muttersprache der zu lobenden Serie sagen.

Das Grundkonzept einer Rasse, die – angeblich – nur zum Dienen geboren wurde, ist zwar nicht ganz neu in der Science Fiction (schließlich sehen 80% aller überlegenen Spezies die Menschen in genau dieser Rolle), reicht aber für eine unterhaltsame „Who“-Folge vollkommen aus. Die Ood, eine Mischung aus Butler und lebendigem Wischmopp, sind ein bisschen wie… – eine Mehrfachsteckdose: Überall vorhanden, eher unauffällig, aber wenn sie rot glühen, ist die Kacke mächtig am dampfen.

Gut, dieses Beispiel hinkt ein wenig mit seiner beidseitigen Beinamputation, bringt es aber doch auf den Punkt: Stumme Diener, die urplötzlich ausrasten und einem eine elektrische Glühbirne an die Stirn pressen, die sind unheimlich, das ist spannend, damit können wir uns identifizieren. Jedenfalls die unter uns, die im Leben schon etwas herumgekommen sind.

„… Tja, und als ich dann die 3. Folge Barbara Salesch gesehen habe, wurde mir kurz ganz übel und – SCHWUPPS – da war’s.“ – Besser ein Spatzenhirn auf der Hand als eine Meise im Kopp: Dieses Spagetti-Bolognesegesicht hat ein Problem damit, anderen Leuten die Hand zu geben. Was könnten die dann schließlich… denken? Dafür sind Demenzerkrankungen im Alter selten. Wenn man nämlich erst mal vergessen hat, wo man den Schädelinhalt eigentlich hingelegt hat, tritt man spätestens beim Suchen drauf…

Bei aller üblichen Schrägheit erzählt diese Episode die durchaus ernst gemeinte Geschichte von Versklavung und Freiheit. Wenn die gefangenen Ood plötzlich ihr eigenes Gehirn wie einen Embryo vor sich her tragen oder einen sphärischen Klagegesang anstimmen, dann hat man das Gefühl, dass diese Folge das Herz am rechten Fleck hat. Oder in der Sockenschublade. Gut: Dass das eigene Hirn außerhalb des eigenen Körpers befindet, macht evolutionär etwa so viel Sinn wie eine Nase im Schritt. Doch: Beim Doctor stören solche Dinge aber nicht, da sie stets wie Märchen für Erw… Verwachsene daherkommen.

Das positive Ende ist in gewisser Weise rührend und so hoffnungsvoll, dass man der Serie fast eine ganz besondere Auszeichnung darreichen möchte: „Positivste Zukunftsvision seit The Next Generation“. Da stören auch die gelegentlichen Logikdurchhänger (Wieso lassen sich die Menschen eigentlich alle so wehrlos die tödliche Übersetzkugel auf die Stirn drücken?) nur maximal bis zur ersten Rührungsträne. Schnief.


4×04 „The Sontaran Stratagem (Part 1)“

Inhalt: Zurück in die Gegenwart: Martha Jones, inzwischen Anführerin eine militärischen Einheit, welche uns vor Alieninvasionen schützen soll, inspiziert eine Autoteilefirma. – Diese stellt Navigations- und Abgasreinigungssysteme her. Wer nun schon etwas Übung im Whoniversum hat, darf sich nun leicht ausmalen können, wozu Aliens diese Technologie missbrauchen könnten… Hust, Hust.

Meinung: Ein einer solch bunten und reichhaltigen Welt wie der von Dr. Who muss man schon verdammt lange zuschauen, um gewisse Elemente zu finden, die sich klischeehaft wiederholen… In dieser Geschichte werde diese jedoch überdeutlich: Im Whoniversum wimmelt es nur so vor multinationalen Konzernen, die den Leuten erst ein Produkt aufschwatzen, bevor dieses dann Amok läuft. Nicht selten unter Alieneinfluss werden dann plötzlich Schaufensterpuppen, Weihnachtsbäume, Abnehmtabletten, Nachhilfelehrer, Handys oder halt Navigationssysteme zu puren Todesfallen. – Nur wer sich in der Serie einen Eichensarg kauft, hat nichts (mehr) zu befürchten.

„Ma’m? Ganz ehrlich: Dieser klapprige, ständig rauchende Schrotthaufen gefällt mir gar nicht!“ – „Mir auch nicht… Aber müssen wir so offen über meinen Vater reden, solange er neben mir steht?“ – Wenn das der TÜV sieh… riecht: Aufgrund von Alientechnologie wird jede Hämorrhoidenschaukel zur Gasfalle. Tja. Schon blöd, wenn Sigmar Gabriel neuerdings im Grüne-Männchen-Kostüm den Anteil von Biosprit im Benzin erhöhen lässt. – Und noch nicht mal Fahrradfahren kann man in dieser Serie! Da verliert man ja schließlich seine Fettpolster – siehe Folge 4.01…

Langsam kann man sie nicht mehr sehen, die verhexten Pfeffermühlen, die von „Hatschi-Aliens“ auf die Erde gebracht wurden, welche sich von Rotz und Wasser ernähren. Ja, eigentlich fehlen ja nur noch Atomraketen im Lotterielos und menschenfressendes Leitungswasser…

Hier sind es halt Autoteile, die sich gegen die Menschen wenden. Nicht ganz unlustig, aber auch nicht das, worauf man gewartet hätte. Immerhin schaut die schöne Martha Jones wieder mal rein und Donna hat verständlicherweise bereits nach 3 Folgen die Schnauze voll vom fragenden Sidekick-Dasein („Wo sind wir hier? Was ist daaaaas?“). – Oder etwa doch nicht?

Etwas abgedroschen ist hingegen die Klongeschichte, genau so wie die Sontaran-Aliens, die eine Art kriegsverherrlichende Mischung aus Kartoffel und Klingone sind. Für mich bislang die langweiligsten Aliens der Serie, was man bei der qualitativ hochwertigen Konkurrenz aber auch nicht überbewerten muss. Interessante Details: Der Doctor hat eine Abneigung gegen alles Militärische, Donnas Vatter, irgendwo zwischen cool und grenzsenil, gehört für mich schon jetzt als Stammgast in die Serie und der nette Cliffhanger kann die Episodenqualität durchaus noch etwas steigern.

Mal sehen, wie diese Geschichte nächste Woche weitergeht. (*In Tardis steig*) Oh, da ist sie ja schon! Na, dann auf zu Teil Zwo…


4×05 „The Poison Sky (Part 2)“

Inhalt: Die Erde wird von durchgedrehten Autoabgassystemen zugenebelt, während der Doc den Hintermännern auf die Schliche kommt. Das Militär ist machtlos und als kleiner Bonus wurde Martha gegen einen bösen Klon ausgetauscht.

Meinung: Vielleicht bin ich durch den Who-Marathon der letzten Tage einfach nur etwas erschöpft vom „Quatsch Fiction Club“, aber diese Folge fand ich dann doch etwas öde: Minutenlang wird mit verbissenen Zähnen (der Doctor hat tatsächlich Kronen!) auf irgendwelche Bildschirme gestarrt, auf denen – wie üblich – irgendwelche Alieninvasoren im Kautschukmantel den Untergang der Menschheit verkünden. Der Großteil des Kampfes um die Zukunft findet dabei ausschließlich in einer alten Hauptschule statt, die man uns hier als militärischen Stützpunkt verkaufen will. Und während sich noch zu Beginn die Knödelklingonen ohne Gegenwehr durch unsere Soldaten ballern können, wird das Heft in den letzten Minuten mal einfach gewendet.

Bester Doctor-Spruch, in Anlehnung auf die Gasmasken-Menschen der ersten Staffel: „Are you my mommy?“ – Dieser Insider-Humor ist ein echter Anwärter auf ein Fleißsternchen!

Viel Neues passiert in dieser Folge dann auch nicht: Noch immer grämt sich die Menschheit, weil ihre fremdgesteuerten Autos den ganzen(?!) Planeten mit Giftgas überfluten. Allerdings wird die Menschheit nur von Donnas Opa verkörpert, der mit hängenden Tränensäcken aus dem Küchenfenster in die Nebelwerferlandschaft glotzt. Globalisierung geht anders…

“Ich bluffe nicht! Ich drücke gleich auf diesen Knopf und dann wird es euch Leid tun, was ihr dem Planeten Erde angetan habt!“ – „Keine langen Vorreden! Zeigen sie einfach das nächste Bild ihres naturwissenschaftlichen Vortrags und lassen sie diese blöde Spielerei an der Steuerung des Diaprojektors!“ – Hektik-Tick: Dem Doctor fehlt es in seinen Univorlesungen einfach noch an der akademischen Gelassenheit eines unkündbaren Selbstbeweihräucherers…

Die ganze Handlung schwappte dann noch ein bisschen hin und her, um die Folge voll zu bekommen: Tardis klauen lassen, Klon enttarnen, ein paar Leute hin- und herbeamen, Tardis wieder bekommen, noch mal ein paar mal durch die Weltgeschichte beamen und fertig ist die Doppelfolgenlaube. Wurde ja auch langsam Zeit… -sprung!

Etwas billig war mir auch das Ende, wo der Doctor mal gerade die ganze Erdatmosphäre anzündet(!), um das Giftgas loszuwerden. Komisch auch, dass sich alle beim Anblick der Feuerwalze schon auf den Abspann freuten; ICH hätte meinen Kopf ja in den Lokus gesteckt und hätte mich angesichts dieses überdeutlichen Armageddons gedanklich sofort der Wachturmgesellschaft angeschlossen… Aber die vielen abgestürzten Flugzeuge und verbrannten Städte, die unglücklicherweise 100 Meter höher lagen als London oder New York, ließ man ja auch glücklicherweise aus. Tja, Soldaten sind eben Mörder und Doctor Who ihr Anführer.

Apropos Soldaten: Bis auf ein paar erwähnte Schießbudenfiguren mit Aderlassphantasien schien mir die Menschheit bedenkenswert schlecht ausgestattet zu sein. Da half auch der fliegende Flugzeugträger in der Stratosphäre nichts… Welche Folge habe ich eigentlich verpasst, in der das Ding etabliert wurde?


4×06 „The Doctor’s Daughter“

Inhalt: Der Docor, Martha und Donna landen auf einer Welt, in der Menschen gegen Aliens kämpfen, um eine mystische „Quelle“ zu erobern. Besonderheit: Schon zu Beginn wird mit der DNA des Doctors mal gerade eine Tochter geklont, die erst mal nur auf’s Kämpfen programmiert ist…

Meinung: Was wie eine limitierte Sonderausgabe von „Stargate“ startet (Hackfressen-Erschießen, nur ohne Wald), entwickelt sich mit jeder Minute zu einer lebensbejahenden Geschichte mit einigen Überraschungen. „Sense of Wonder“ nennt man das in der Science Fiction gemeinhin. Seit dem Ende von TNG allerdings nur noch selten…

Diese Story ist quasi eine Mischung aus „Enemy Mine“, einem Antikriegsfilm und puren Endorphinen. Hier werden tatsächlich noch Werte vermittelt, keine Einschusslöcher. So entdeckt Jenny beispielsweise im (nötigen) Serien-Schnelldurchlauf, dass Leben schaffen irgendwie mehr Spaß macht, als grundlos rumzuknallen. Auch wenn das eine das andere gelegentlich bedingt, Hüstel. – Man kann zwar das etwas zu schnell herbeigeführte Ende der Kampfhandlungen kritisieren, jedoch passt es durchaus zum Grundton der Folge, wo nicht nur Jennys Erschaffung im Turbotempo erfolgt…

Sehr gut gelöst übrigens! Ich hatte nach der Vorschau schon Angst, es gäbe eine eher konventionelle Familienzusammenführung. So nach dem Schema: Der Doctor schwängerte vor 20 Jahren eine Anhalterin und bekommt heute von seiner Tochter verbal die Hucke voll gehauen, wieso er bei ihren Schulaufführungen und Schutzimpfungen eigentlich nie anwesend war. – Nö. Hier hält man sich nicht lange mit zu kurz Gekommenen auf! Tochter da, Story startet! Eine herrliche Alternative zum altbackenen Geschlechtsverkehr!

„Njamnjam! Lakritzstange! Darf ich die haaaaben, Daddyyyy?“ – Dabei ist der Doctor doch nur mal schnell auf Klo(n) gegangen: Dort wollte er sich nur kurz mit seinem Sitznachbarn unterhalten, doch der missverstand nur „Unterhalt“ und startete die Höllenmaschine, die aus Lehm und nassem Klopapier einfach einen Nachkommen zaubert. Immerhin ist die Süße schon jetzt ein Sonnenschein! – Auch wenn ihre Strahlungswerte durch die sie umgebene Kleidung noch bedenklich abgemildert werden…

Übrigens sehr charmant und lebensfroh, die Kleine. So und nicht anders muss man als Timelord Kinder bekommen! Dagegen verkümmern die übrigen Soldaten zwar zu austauschbaren Wehrdienstleistern mit der Intelligenz eines Aquarienbewohners, aber das war hier sogar gewollt. Apropos Fisch: Grandiose Alienmasken, wieder mal! Die grüne Blubberblasen-Kartusche vor dem Maul war dieses Tüpfelchen auch dem i, bei dem man sich fragt, warum andere SF-Serien eigentlich immer noch so vergleichsweise normale Fremdweltler aus dem Maskenbildersessel heben…

Fazit: Eine (etwas naive) Liebeserklärung an das Leben, das Universum und den ganzen Rest. Doctor Who füllt definitiv eine Lücke im derzeitigen SF-Einerlei und ist pazifistischer als Horde Zivildienstleistender beim Kotwischen. Da kann man sogar auf das Aufzählen der reichlich vorhandenen Logikfehler verzichten. Mehr davon!


Hiermit enden vorläufig die Doctor-Who-Rezensionen. Wenn ihr jedoch brav seid und fleißig Kommentare schreibt, wartet in den nächsten Tagen vielleicht noch eine dicke Überraschung auf Euch… Tschööö!


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Artikel

von Klapowski am 11.05.08 in TV-Review

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Kommentare (8)

  1. Raketenwurm sagt:

    Der fliegende Flugzeugträger war der fliegende Flugzeugträger vom Master, von dem aus er im letzten Staffel-Finale die Welt erobern wollte.
    Für die Fettviecher hat man übrigens extra HerrDerRinge-MassenRenderTechnologie eingekauft…und dann scheinbar kein Geld mehr für eine scharfe Grafikkarte gehabt. Fand ich auch enttäuschend.

    Ansonsten die Wertungen…nunja, sind mir allesamt etwas zu positiv. Die ersten drei Folgen haben mir im Gegensatz zu vielen Fans auch gut gefallen, aber da ist im Vergleich zu den Highlights der vorherigen Staffeln noch Luft nach oben. Und Wertungstechnisch muß man sich ja auch noch eine Steigerung offenhalten, weil uns doch noch der von Steven Moffat („Blink“, „Girl in the Fireplace“, „Empty Child“) geschriebene Zweiteiler „Silence in the Library“/“Forest of the Dead“ bevorsteht.

  2. Heutenicht sagt:

    Bei der Umfrage fehlt das StuS-Promovideo!

    Ihr wisst schon, das mit den Ausschnitten zu ENT mit der Musik von Rage…

    Oder bin ich der etwa der Einzige der sich den Schund damals angetan hat und seitdem hier mitliest?

  3. corny sagt:

    Jaaa, mehr.. am besten auch die ersten Folgen… und damit mein ich jetzt net die aus den 50ern, sondern seit dem Relaunch… also des zeugs was so herrlich-sinn und verstandslos auf Pro7 läuft! ;-)

  4. Sparkiller sagt:

    Obwohl, Rezensionen der 26 Klassik-Staffeln würden mich eigentlich interessieren. Wäre auch wieder bereit, für ein oder zwei Folgen selber ein Review zu schreiben.

  5. bergh sagt:

    tach auch !

    1.) Man kannte Donna in Folge 1 nur aus dem Christmas Special
    The Runaway Bride (Die Braut die sich nicht traut sein mal eine deutsche Übersetzung dazu)

    2.) den Witz hast Du wirklich nicht verstanden ?
    (Dann , aber nur dann erkläre ich ihn, auf die Gefahr hin den Rest des Universums zu langweilen.)

    3.) Die ALTEN Dr. Who Folgen braucht Ihr nicht zu rezensieren.
    (IMHO völlig überschätztes Zeug.)

    4.) The Doctors Tochter ist eine solche und zwar die Tochter von Mr. Davison (der eigentlich Peter Moffett heißt daher der Name der Süessen. : Gerogia Moffett)
    Mr. Davison war in den 80ern mal der Doctor.(Und ihm letzten Children in Need Special)
    Imho der Beste der Doctores vor 2005.

    Die Suesse hat mir echt gut gefallen, auch schauspielerisch. ;-)

    Gruss BergH

  6. Hiramas sagt:

    die letzte folge hab ich noch nicht gesehen, daher auch noch nicht gelesen.
    Aber das beste war wirklich der insider von der empty-child doppelfolge!
    @raketenwurm: Da hat der gute Herr aber sich selbst zu ganz schön zu schlagen.
    Immerhin gehören Blink und Empty Child zu den besten Folgen. Die Fireplace folge war auch nicht schlecht. Na wir hoffen das beste

  7. Raketenwurm sagt:

    Von dem gibt es auch noch eine 6teilige Miniserie namens „Jekyll“, die die bekannte Dr.Jekyll&Mr.Hyde-Geschichte in der heutigen Zeit weiterführt. Man hat zwar manchmal das Gefühl (vorallem im ersten Teil)l, die Serie wüßte nicht, ob sie nun für Kinder oder Erwachsene ist, aber so alles in allem kann man sich das ruhig auch mal anschauen.

    Für Blink hat Steven Moffat übrigens erst kürzlich den walisischen und dann noch den nationalen Academy Television Craft Award gewonnen, und außerdem wurde er von Steven Spielberg als Drehbuchautor für die kommende Tim&Struppi-Verfilmung verpflichtet. Und wer weiß, vielleicht übernimmt er ja schon bald sogar „Doctor Who“, denn Russell T Davies will ja nicht mehr lange weitermachen, und Moffat durfte ihn wohl auch schon bei diversen Presseterminen vertreten.

  8. Atlan sagt:

    „Die Süße“ Georgia Moffet hat sich übrigens anfangs für die Rolle der Rose Tyler beworben und inzwischen sind Gerüchte im Umlauf sie hätte was mit David Tennant. Der Glückliche.

    Den Rezensionen kann ich mich anschliessen, wenn ich auch der zweiten Episode ein Ohr klauen und der fünften zustecken würde.
    Donna mag ich übrigens ganz gerne, vor allem ist es erfrischend mal keine Quotenschönheit an der Seite des Doctors zu sehen. Klar, Rose war genial, vor allem weil man anfangs eine zu stark geschminkte Blondine gesehen hat, sie sich aber unsere Zuneigung reglich verdient hat. Trotzdem, Donna ist mir mittlerweile lieber als Martha.

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