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Das Newsecho – Mehr Schall als Rauch

Willkommen zu einer weiteren Ausgabe unserer beliebten Newsecho-Rubrik, in welcher wir die nicht ganz so öden interessantesten Neuigkeiten der letzten Wochen zusammentragen und mit unserer persönlichen Note garnieren. Oder anders ausgedrückt, wir haben eine große Fresse und lästern ordentlich ab. Und zwar über folgende Themen: “Deutscher Filmpreis – Aufmarsch der Unbekannten / Neuer Trek-Captain – Toll Tolerant / 100 Stunden Friends – Die Guantanamo Alternative? / Preise für Doctor Who – Wen interessierts? Mich!

Deutscher Filmpreis 2008
(Quelle)

Auch bekannt unter dem Namen: „Komafördernde Kunst-Filme, die kein Schwanz kennt und höchstens von einer Handvoll Pseudo-Filmkritiker gesehen wurden, die sich selber gerne reden hören.“ Aber vielleicht habe ich davon auch gar keine Ahnung, weswegen wir uns einfach mal die drei Preisträger ansehen.

Filmpreis in Bronze: „Die Welle“

Was macht man, wenn sich gerade keiner für die 542. Verfilmung eines 3. Reich-Dramas interessiert? Richtig, man verfilmt (mal wieder) eine Schwarte, wo sich ein paar Rotzblagen am Ende einfach genauso benehmen wie die üblichen Stechschritt-Marschierer. Schon doof, wenn die deutsche Filmlandschaft nur aus „tiefschürfenden Beziehungskomödien“ und „ebenfalls tiefschürfenden Gesellschaftsdramen“ besteht.

Aber ich übertreibe bestimmt wieder und es gibt hier doch noch ein paar kreative Köpfe. Gehen wir doch einfach mal weiter zum nächsten Sieger…

Filmpreis in Silber: „Kirschblüten“

Übrigens ein „tiefschürfendes Gesellschaftsdrama“. So eine Überraschung! Zur Handlung: Irgendeiner ist krank, die eigenen Kinder juckt das nicht und die Ehefrau will in Japan leben. (Gähn!) Okay, wer hat den Streifen gesehen? Bitte einmal aufzeigen! Wie, keiner? Und trotzdem kann man damit einen Filmpreis gewinnen? So ein Scheiß.


“Weißt Du, eigentlich ist das doch MEINE Aufgabe, Dir immer zärtlich an die Brüste zu fassen, oder? Darf ich nicht auch maaaal?” – “Nein! Und ich häng hier ja auch nur fest, weil Du zuletzt beim Basteln den Sekundenkleber in Deine Hemdtasche gesteckt hast. Ohne ihn zuzudrehen!” – Eine geklebt. Die Beziehungen in “Hirschklöten” sind noch die ganz festen und beständigen. Da bräuchte es schon einen Spachtel!

Da müßen wohl mal die ausländischen Filme zeigen, wo der Hammer hängt. Deswegen gleich weiter zum glücklichen Gewinner des…

Filmpreis in Gold: „Auf der anderen Seite“

Hmm, die Hauptrolle heißt Ayten Öztürk aka Gül. Dann wage ich mal einen Schuß ins Blaue und vermute, daß es sich um einen türkischen Film handelt. Daß es sich zudem um ein Gesellschaftsdrama (wahrscheinlich tiefschürfend!) handelt, muß ich aber nicht extra erwähnen, oder?

Ich versuche mich mal an einer Zusammenfassung der Handlung: Der Vater von Nejat holt sich eine Prostut… Prostiti… eine Nutte als Freundin. Das findet der Sohn erst voll doof, bis er merkt daß sie die Kohlen zur Sippe in der Türkei schickt. Plötzlich ist die Nutte tot und der Sohn reist in die Türkei um ihre Tochter Ayten zu suchen. Doch diese ist schon vor der Polizei geflüchtet und befindet sich in Deutschland. Dort trifft sie Lotte, welche sie zu sich einlädt, was die Mutter von Lotte gar nicht toll findet. Dann wird Ayten verhaftet und in der Türkei eingesperrt. Lotte will sie retten und nach dieser Story hab ich jetzt auch Kopfschmerzen…

Aber DAS ist natürlich auch einmal ein guter Plan, um ein paar Filmpreise abzugreifen. Einfach die Geschichte so verwinkelt und kompliziert machen, daß die Kritiker schon allein aus Angst blöd auszusehen die höchste Punktzahl geben! Auch hier wieder die Frage… wer hats gesehen? Aha, doch so viele. Da kriegt man langsam Lust, selber mal ein Drehbuch zu schreiben. Gibt ja bestimmt noch ein paar Euro zusätzlich zum Preis, oder? Und es muß ja nur ein Drama sein, mit Beziehung drin und so. Ach, ich probier das einfach mal. Entschuldigt mich bitte kurz…

*zeitung unter den arm klemm*

Okay, da bin ich wieder. Hier ist auch schon mein erstes Manuskript. Sogar dreilagig!

„Toleranz im Zenit der Ewigkeit“ (ergibt keinen Sinn, klingt aber anspruchsvoll!)

Inhalt: Khan ist ein kleines indisches Straßenkind (immer gut, wegen Tränendrüse!), welches sich mit einem ausgesetzten Eisbären-Baby namens Kloppsy anfreundet (= sicherer Gewinner bei den Knut-Fans!) und gemeinsam in den Straßen Berlins (Pluspunkte durch lokalen Schauplatz) ums Überleben kämpft. Eines Tages treffen sie die bekannte lesbische Schriftstellerin Ursula Muffski (für die Emanzen- UND Randgruppen-Quote!), welche die beiden bei sich aufnimmt.

Diese stirbt aber schon am nächsten Tag an AIDS (oder Krebs, je nachdem was gerade aktuell ist) und hinterläßt den Beiden ihren gesamten Besitz. Dazu gehört auch ein Ponyhof (Backfisch-Bonus) in Bielefeld-Ost, auf welchen Khan dann eine Weile lebt. Bis plötzlich Radscha, sein böser Zwillingsbruder, auftaucht und Kloppsy nach Indien entführt. Doch mit Hilfe des behinderten (Randgruppe!) Hofverwalters Eugen reist Khan hinterher und kann seinen Bärenfreund noch gerade rechtzeitig vor dem Kochtopf retten. Doch Eugen überlebt den Faustkampf mit Radscha nicht und der Film endet wie alle vor Eugens Grab rumstehen, auf welches Kloppsy vor lauter Trauer noch einen großen Haufen macht. Ende.

Na? Ist das nichts! Warum guckt ihr denn so? Ist doch genau dasselbe Rezept wie bei dem anderen Krempel weiter oben! Ach, ihr habt doch keine Ahnung, brummelgrummel…

Machen wir also einfach mal weiter mit den restlichen Neuigkeiten.


Bösewicht aus LOST spielt den ersten arabischen Star Trek-Captain
(Quelle)

Faran Tahir, der Darsteller eines bekannten Bösewichtes aus LOST (dortige Im-Bild-Zeit: 9,4 Sek. oder so) wurde für eine bisher unbekannte Rolle als Raumschiff-Captain im nächsten Star Trek-Kinofilm verpflichtet. Ein Grund für Regisseur J.J. Abrams war vor allem die in Star Trek bekannte Völkerverständigung und ähnlicher Weiberkram.

Zitat Tahir: “Mein Charakter wird ohne die ethnischen Vorurteile betrachtet. “

Und ein paar Zeilen weiter: “…spielte Tahir (in LOST) einen arabischen Attentäter. “

Na, was auch sonst? Sind doch wirklich alles Terroristen da unten. Solche total abwegigen Zukunftsvisionen wie Araber, die KEINE Attentäter sind, sollte man dann wirklich Star Trek überlassen.


“Guten Tag, mein Name ist Faran Tahir und ich schicke ihnen dieses Bewerbungsfoto für die offene Stelle als Firmenmaskottchen. Ich kann auch ganz toll die Arme verschränken!” – Propperes Kerlchen. Diese neue Version der Sternenflotten-Captains hat übrigens auch die Fähigkeit, Phaserstrahlen mit der Glatze abzulenken. Und noch nie war der Hauptschirm so sauber!

Deswegen freue ich mich übrigens auch schon auf weitere Bekanntgebungen von vorurteilsfreien Rollen wie:

– einen afghanischen Lieutenant, welcher sich ausnahmsweise mal NICHT alle fünf Minuten in die Luft sprengen will
– ein deutscher Fähnrich, welcher tatsächlich einen Großteil seiner Zeit NICHT mit sich beschweren und nörgeln verbringt
– ein englischer Commander, welcher nicht nur einen VISOR sondern auch ein künstliches DENTOR-Gebiß trägt, welches leider noch dreimal größer als Normal ist
– und natürlich ein französischer Captain, welcher sich immer sofort ergeben will


100 Stunden Friends-Marathon
(Quelle)

Unter diesem Decknamen startet am 7. Juni um 20.15 Uhr bei “Sat1 Comedy”, einem Abo-Sender für gammelige Uralt-Wiederholungen, ein großes Experiment im geheimen Auftrag der deutschen Psychiater-Vereinigung. Den trotz aller Untersuchungen sind sich die Experten immer noch nicht einig: Wieviel seichte Sofa-Unterhaltung kann das menschliche Gehirn vertragen, bevor es sich von selber abschaltet oder seinen Eigentümer in einen non-stop vor sich hin kichernden Psychopathen verwandelt?

Frühe Versuche wie beispielsweise mit den ersten 100 Folgen “Die Simpsons” lieferten wertvolle Informationen, auch wenn sich 90% der Testpersonen gegen Ende selbst Gelb anmalten und zu Tode würgten. Weitere Anhaltspunkte über mögliche Gefahren lieferten auch die Unterlagen aus damaligen Nazi-Experimenten, in welchen man sogar alle sieben Staffeln aus “Star Trek Voyager” auf angeschnallte Zwangsarbeiter losließ. Aufnahmen von der Befreiung des “Aus- und Verstrahlungslagers Bielefeld” halten die amerikanischen Streitkräfte auch Heute noch wegen ihres verstörenden Inhalts unter strengen Verschluß. Überlebende Soldaten berichten aber auch Heute noch von der warnenden Inschrift über dem Eingangstor: “Gucken macht Gaga!”.


“Okay, wir machen jetzt die Promo-Fotos! Bitte einmal ganz verkrampft in die Kamera schauen. Jaaaa, so ist es gut!” – Den Grins gebacken. Nur gut, daß man mit dem passenden Photoshop-Filter noch die schlimmsten Mängel beheben kann. Zum Beispiel, indem man soviele Falten rausbügelt, daß man alle Darsteller nur noch an den Frisuren unterscheiden kann.

Und auch heute flammen wieder ähnliche Diskussionen auf, ob man mit dem Friends-Marathon nicht ebenfalls gegen geltende Menschenrechte verstößt. Denn auch wenn es nur einen geringen Anteil der Zuschauer ausmacht, einige werden sich bestimmt ohne Ausnahme alle Folgen geben. Für kleinere Dosierungen hat der menschliche Verstand wenigstens noch natürliche Schutzmechanismen, welche einem auch bei der 85sten peinlichen Situation noch müde grinsen lassen. Doch die volle Friends-Drönung kann zu Folgeschäden führen (z.B. der plötzliche Drang, in einer WG wohnen und lahme Witze reißen zu wollen), welche am Ende wieder unser Gesundheitssystem zu tragen hat.

Dann lieber ein Marathon von 100 Stunden MASH oder Scrubs, um den ständigen Ärztemangel zu beheben!


Preise für “Doctor Who”
(Quelle)

Ausnahmsweise mal nix zu meckern. Die kultig-trashige Sci-Fi-Serie “Doctor Who” hat auf der Verleihung des weltberühmten (?) “Welsh Bafta Awards” so einige Trophäen abgeräumt. Unter anderem für Bestes Drehbuch, Beste Kamera und Beste Regie.

An sich nichts Spannendes, aber ein guter Moment um diesen Serien-Geheimtipp (zumindestens hierzulande) eurem erkalteten Science Fiction-Herzen näherzubringen. Denn beim Doktor wird S/F tatsächlich großgeschrieben und die Schreiberlinge scheinen ihre Fantasie-Generatoren noch voll aufzudrehen. Haben wir es doch seit Beginn der neuen Folgen mit laufenden Schaufensterpuppen, grummeligen Bullen-Schweinen (im Sinne von ferkelköpfigen Polizisten), Lavamonstern im alten Römerland und unfreundlichen Auto-Navigationsgeräten zu tun gehabt. Und dies sind nur einige Beispiele von vielen.

Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber wer es ein wenig britisch mag und auch mit “dem Anhalter” etwas anzufangen weiß, der hat vielleicht seinen Spaß daran. Mehr dazu übrigens auch im schon etwas älteren Artikel meines Kollegen, von welchem ich mir jetzt auch an dieser Stelle mal einen Dampfhammer der neueren Folgen wünsche. Aber das ist bestimmt viel zu anstrengend für den, ha-ha!


“Nutzung verweigert. Bitte lecken Sie mich noch einmal!” – Leck-Leck-Lecker! Selbst für den Toaster hat man sich eine futuristische Lösung einfallen lassen. Die selbe kommt übrigens auch bei der Toilette zum Einsatz!


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Artikel

von Sparkiller am 01.05.08 in All-Gemeines

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Kommentare (8)

  1. DJ Doena sagt:

    Zu „Friends“ kann ich nur das gleiche sagen, was ich schon bei Wunschliste.de gesagt habe, als diese die Meldung brachten (sprich: copy & paste):

    4 Tage ohne Schlaf? Das geht doch gar nicht. Da ist doch die Pointe weg, wenn man absolut keine Chance hat, alle Folgen zu sehen.

    Ich hab übrigens 14 Tage gebraucht: http://doena-journal.net/22/10-jahre-in-14-tagen/

    Und hier für die Stimmung noch das One-Hit-Wonder „I’ll be there for you“:
    http://youtube.com/watch?v=jQJsPGD1t0g

  2. Vanquish sagt:

    Pro Sieben hat sich übrigens erbarmt und nach der Absetzung von Dr. Who doch noch entschieden, den Rest sonntags nachmittags zu seigen. Wieder ohne Werbung. Hab daher auch schon mehr Folgen verpasst als gesehen.

  3. Flutschfinger sagt:

    Dr. Who läuft in Deutschland? Auf Pro7? Ist mir ja völlig entgangen. Warum wird man denn hier auch nicht darauf hingewiesen?

  4. Hiramas sagt:

    So is das halt… Qualität wird hier in Deutschland einfach nicht mehr gesehen. Wozu auch?
    Gibt Germany’s next Top Hungerhaken und *grusel* GZSZ
    Solch tolle Sachen wie Doctor Who werden da einfach nicht mehr gezeigt, weshalb wir auch Torchwood wahrscheinlich NIE zu sehen bekommen werden in Deutschland. Ein glück das es doch immer einen Weg gibt die Originale zu verfolgen.
    @Klapo: Die Erwähnung von MASH und Scrubs find ich toll. Die gehören definitv zu meine Lieblingsserien. Und MASH ist immerhin noch die erfolgreichste TV Serie aller zeiten. 11 Jahre laufzeit und keine Sendung hatte je höhere Einschaltquoten (teilweise über 100 millionen in den USA!)
    Da wirds mal zeit für n Dampfhammer!

  5. Klapowski sagt:

    Das da oben ist ein Sparkiller-Artikel. Ich bitte dies zu beachten…

    Darüber hinaus bitte ich den Sparki auch wirklich mal, diese Serie zu rezensieren. Kann ja nicht so schwer sein, wenn man sowieso alle Staffeln besitzt. Ich selber weiß davon ja nichts…

  6. Raketenwurm sagt:

    Sparkiller aber auch nicht. Das waren Bullen-Nashörner, nicht Bullen-Schweine !

    Doctor Who auf Pro7 kann man sich im übrigen schenken – die verstümmeln die Episoden teilweise bis zur Unkenntlichkeit. In der letzten Folge „Empty Child“ waren es wohl sogar an die 5 Minuten, die herausgeschnitten worden. So eine Szene, bei der einem Mann eine Gasmaske aus dem Gesicht wächst, ist aber auch verdammt jugendgefährdend…

  7. Zue sagt:

    Das mit dem Deutschen Filmpreis stimmt alsolut!

  8. JD sagt:

    Wo bleibt denn die Rezension von Scrubs XD

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