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Sekt(e) für alle: Höret den großen Zukunftus!

Dass wir im Moment auf dem Sektentrip sind, ist kein Zufall: Im Moment formieren sich Scientologygegner auf der ganzen Welt wie nie zuvor. Dank Internet. Gelegentliche Demonstrationen gegen die Psychosekte sind ebenso an der Tagesordnung wie plötzliche Aussteigervideos von hochrangigen Mitgliedern. Das Thema, das sich kürzlich an dem Thema „Zeugen Jehova“ entzündete, ließ Sparkiller und mich in den letzten Tagen einfach nicht los. Somit überlegten wir in den letzten Tagen, wie man das religiöse Grundbedürfnis jenseits des Christentum-Mainstreams beleben könnte…

Ein Artikel von Klapowski und dem lieben Sparkiller

Müssen denn alle Sekten/Religionen stets auf sexuellen Verboten, Abkapselung von Freunden, Familie und Haustieren aufgebaut sein? Und wieso sind nervige Bekehrungsversuche unter der Straßenlaterne ein so wichtiger Bestandteil unter esoterischen Quatsch- und Matschbirnen? Wie wäre es, wenn es eine Sekte gäbe, die zwar die Grundstrukturen einer solchen trägt (Sinnlosigkeit, einen großen Namen), aber einem auch noch genug Zeit für Sex mit… Wem-auch-immer lässt und einem im Alltag nicht mit seltsamen Regeln traktiert?

Eine, die einem nicht vorschreibt, dass man seine Socken bei Neumond an den Händen zu tragen hat und in jedem umgestürzten Baum ein Zeichen auf das große „Gluck-Gluck“ sieht: Den Weltuntergang.

Sparkiller und ich gründeten also spontan die Sekte der großen Zukunftianer, eine Vereinigung, die dem „Großen Zukunftus“ heiligt. Dieser existiert „natürlich“ nicht wirklich und ist nur ein notwendiger Avatar, der aus Vereins- und Steuerrechtlichen Gründen bei den Behörden angegeben werden musste.

Hier sind unsere gemeinsamen Gebote (Vielen Dank an Sparkiller für die Festsetzung der ideologischen Grundrichtung):


Gebot 1: „Jeden Tag zur Mittagszeit sollst Du ablassen von Deinem Tun und den großen Zukunftus preisen!“

Gebot 1b: „Sollten Dir die Böcke dazu fehlen, so kannst Du dies auch auf ’später'(tm) verschieben!“

Gebot 2: „Frauen sollen sich bedecken, um die Männer nicht in Versuchung
zu führen!“

Gebot 2b: „Damit meinen wir zum Beispiel das Bedecken des Bauchnabels. Oder des linken Ohrläppchens. Muß aber nicht!“

Gebot 3: „Durch gute Taten lächelt der große Zukunftus! Und es macht außerdem einen schlanken Fuß.“

Gebot 4: „Das Anpreisen des Zukunftus soll geschehen in der andächtigen Liegeposition. Bevorzugt auf einer Couch. Aber im Notfall geht auch ein bequemer Sessel.“

Gebot 5: „Erzähle anderen nur auf deren Drängen vom großen Zukunftus. Denn merke: Das besserwisserische Aufdrängen einer Religion ist ziemlich nervig und geht anderen schwer auf den Sack!“

Gebot 6: „Unsere Jünger verachten Waffen und überhaupt Gewalt in jeder Form. Pfui, Spinne! Igitt! Bäh! Wi-der-lich!“

Gebot 6b: „Letzteres Gebot darfst Du übrigens bei Deiner Wehrdienstverweigerung zitieren.“

Gebot 6c: „Und, nein, wir sind auch gegen Zwangsarbeit. Deswegen ist nix mit Zivildienst, Höööörr Antragsprüfer!“

zukunftus1.jpg

Die Ankunft des großen Zukunftus wurde bereits vor langer Zeit vorhergesagt. Nämlich 1994 in der Kunststunde der Klasse 6b zu dem Thema „Wir kneten uns einen Hieroglyph“. Deutlich zu erkennen sind die seitlichen Beulen am Auto des großen Zukunftus, was darauf hinweist, dass dieser oft auf großen Supermarktparkplätzen steht.

Gebot 7: „Freie Meinungsäußerung ist das A und O des großen Zukunftus. Sollte ein Nicht-Zukunftler unsere Religion voll doof finden, so sage laut ‚Da kann man nix machen!‘ und halte ansonsten einfach mal die Klappe.

Gebot 7b: „Dies gilt nicht, wenn jemand Deine tollen Film-Tipps ignoriert! So einer sollte voll einen auf die Murmel kriegen, aber Hallo!“

Gebot 8: „Das mit den Frauen und Bedecken haben wir uns noch einmal überlegt. Je weniger an, desto Besser! (Lechz!)“.

Gebot 9: „Keinen Plan, was nach dem Tode passiert und wo man da landet. Findet man doch noch früh genug heraus. Lohnt auch nicht, groß darüber nachzudenken. Sonst nichts zu tun?“

Gebot 10: „Gegen Geschlechtsverkehr in jeder Stilrichtung ist übrigens nicht einzuwenden. Man muß ja nicht mitmachen! Und was geht Dich das eigentlich an, was andere Leute so treiben, hä?“

Gebot 10b: „Wobei, gegen Spannen haben wir etwas. Du Sau!“

Gebot 11: „Ihr dürft lobpreisen die Hohepriester des großen Zukunftus und ihnen geben Silberlinge in großer Zahl!“

Gebot 11b: „Bedenkt jedoch, dass diese Gaben nicht nutzen unserer Kirche, sondern nur der DVD-Sammlung der Hohenpriester sowie deren Heiligtümern und Computerspielen. Und freiwillig ist es obendrein!“

Gebot 12: „Mitglieder, die unsere Gemeinschaft verlassen, werden wie Ausgestoßene behandelt und beworfen mit der reifen Frucht des Tomatenbaums!“

Gebot 12b: „Sei Dir jedoch gewiss, dass dies nur ein Witz des großen Zukunftus war, ein klitzekleines Scherzchen fürwahr! Du kannst gehen, wohin auch immer DU willst. Nur: Wenn Du zurückkommst, bringe uns bitte etwas von der Frittenbude mit. – Danke!“

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„Zuck!-Zuck!-ZUKUNFTUS!“ – Von Nord bis Süd: Überall heiligen die Menschen dem großen Zukunftus, teilweise, ohne es zu wissen. Denn wo immer ein Mensch auf der Welt ein Kalenderblatt abreisst, handelt er in unserem Sinne!

Gebot 13: „Der große Zukunftus liebt die Zukunft wie seinen eigenen Sohn. Behandele sie daher mit Respekt und denke an unsere Prophezeiung: Mit jedem Tag rückt der Tag der Zukunft einen Tag näher!“

Gebot 13b: „Klebt daher nicht an der Vergangenheit, wie eine überreife Feige am Erdreich, wenn mir die seltsame Metapher erlaubt sei. Was vor 10 oder gar 100 Jahren war und geschrieben wurde, interessiert den großen Zukunft nicht! Alle heiligen Bücher unserer Kirche mögen daher verbrannt und höchstens als gebrannte CD aufbewahret werden.“

Gebot 14: Die Welt wird untergehen. Sei Dir dessen bewusst und lebe jeden Tag, als sei er der Letzte! Sei Dir jedoch als Trost gewiss: Die Zukunft wird auch ohne unseren Planeten weitergehen!

Gebot 14b: WANN der Untergang kommt, weiß nur der große Zukunftus allein. Aber er sagt es keinem, niemanden nicht. Niemals. Da es auch erst in Millionen von Jahren soweit sein könnte, solltet ihr euch auch keinen Fleck ins Hemd machen, lässt er ausrichten.

Gebot 15: Vergesse die umfangreichen moralischen Vorschriften anderer Religionen. Die Jünger des Zukunftus leben nur nach einer Regel: Was Du nicht willst, was man Dir tu‘, das füg‘ auch keinem andern zu.

Gebot 15b: Wenn sich doch mal jemand nicht daran halten sollte, so bestrafet ihn mit dem großen TSCHIHAAAD! – Nämlich Niespulver in den Kragen. Mördern, Dieben und Vergewaltigern möget ihr jedoch gesiebte Luft zukommen lassen. Deenn deren ren Anblick lässt den großen Zukunftus weinen.

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Der große Zukunftus mag keinen Rassenhass und keine Gewalt. Trotzdem stellt er diesbezüglich keine Regeln auf, die über diese hier hinausgehen. Im Prinzip hat der große Zukunftus die Festlegung aller Wertvorstellungen und Grundsätze nämlich an das Deutsche Grundgesetz delegiert. So hat er selber einfach mehr Zeit, um mal wieder ins Kino zu gehen…

Gebot 16: „Ihr sollt keine Gebäude, Statuen oder Heiligtümer für den großen Zukunftus bauen. Der große Zukunftus ist überall dort, wo ein Mensch sich andächtig in einer 2-Zimmer-Wohnung versammelt und Knabberkram besitzet!“

Gebot 16b: „Ist euer Bedürfnis nach Nähe zum großen Zukunftus jedoch übermächtig, so gibt es trotzdem eine Lösung: Schreibet eine elektronische Schriftrolle an zukunftus ÄT zukunftia.de.“

Gebot 17: „Emanzen und sonstige Frauen mit Bart können ihre Gebete übrigens gerne an die Schwester unseres heiligen Chefs umleiten. Nämlich der weisen Zukunftia, Schutzpatronin dieser unser aller Internetseite!“

Gebot 18: Der große Zukunftus hat weder die Welt erschaffen noch hat er überirdische Kräfte. Er liest nur gerne SPIEGEL Online und mag Thunfischpizza. – Sympathisch, oder?

Gebot 18b: Sollte Euch der große Zukunftus daher zu menschlich erscheinen, so wendet Euch doch wieder an die anderen Gottheiten. Diese sind wenigstens streng und vernichten alles Leben, das ihnen nicht huldigt. Denn eine ordentliche Ohrfeige hat UNS damals ja auch nicht geschadet!


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Artikel

von Klapowski am 19.04.08 in All-Gemeines

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Kommentare (10)

  1. Otto Normalzuleser sagt:

    Oh Zukunftus, ich huldige dir als ERSTÖR!
    Endlich eine Religion zum Wohlfühlen!
    Chips und Cola liegen neben dem Fernseher bereit, Zeit fürs Gebet!
    Und da der große Zukunftus gegen Bitheologie nix hat, verehre ich das fliegende Spagettimonster gleich noch mit! (Mjam!)
    Gelobt sei Jebus! In Ewigkeit Omen!

  2. DJ Doena sagt:

    Thunfischpizza?! Zukunftus hat Flipper getötet!

  3. DEUTSCH3REICH sagt:

    HEIL DIR ZUKUNFTUS! Möge meine Thunfischpizza deinen Magen stillen und möge du dich aufregen über Christentum! Dein Prophet Klapowski möge kommen und uns zur einzigen Warheit führen, die warheit der Chips und Cola!

  4. Flutschfinger sagt:

    80 Jungfrauen sei allen Gewährt, die in den Kommentarfeldern immer nur als dritte- Edit: Viertes Posten. Dazu gibts noch Sex mit der großen Zukunftia, die so allerhand Tricks drauf hat. – Huch!

  5. bergh sagt:

    tach auch !

    Wenn einer schon Flutschfinger heißt und dann noch über Sex redet…….

    Da muß ich ja auf unkeusche Gedanken kommen.

    Oh großer Zukunftius zieheein auf der Seite der kreativ onanierenden.
    (Worüber ich ketztens wieder herrlich Lachen mußte)

    Sofaelementzwischenstecker.

    Gruss BerGh

  6. Donald D. sagt:

    Vielleicht sollten wir der Jedi-Religion in Australien beitreten. Die ist dort so anerkannt, wie bei uns die evangelische Kirche. In diesem Sinne: „Use the FORCE!“

  7. bergh sagt:

    May the farce be with you !

    Stand mal unter einem PC Spiel, welches den Asteroids Automaten simulierte.

    Nee ! Dann schon lieber Zukunftius und Klapowski und Sparkiller sind seine Propheten.

    Gruss BergH

  8. chris21 sagt:

    Ihr seid alle sowas von krank! Ihr macht euch hier über anderen Leuten Glauben lustig und tut so wie wenn ihr sowas von intelligent seid. Ihr IDIOTEN ihr werdet schon sehen was ihr davon habt, spätestens wenn ihr in der Hölle schmort. Und Leute wie ihr, sind auch schuld daran das unsere Gesellschaft immer mehr verkommt!!!

  9. Klapowski sagt:

    Kannst Du bitte Deine Freunde (Brüder, Schwestern) auch auf diese Seite schicken?

    Ich glaube, ich bin gerade tatsächlich ein wenig von der Unmoralität meines Tuns überzeugt worden (Ich glaube, das Codewort war „Hölle“, vielleicht aber auch „Idioten“ in Fettschrift).

    Vielleicht könnt ihr mir auch noch bei dem Rest meiner Bekehrung helfen?

    Und an was GENAU soll ich denn jetzt glauben? Bin ja durchaus willig, aber Du hast leider den Namen Deiner Religionsgemeinschaft unterschlagen. Möchte ja gar nicht „sowas von krank“ sein! Dann lieber TOTAL GESUND (wie Du halt) sein und Leute kritisieren, die falsche Religionen kritisieren, welche Menschen zu Unrecht kritisieren.

    (Hihi, dieser Satz zeigte, dass wir „sowas von intelligent“ sind, hihi!)

  10. KojiroAK sagt:

    DisKordianismus die einzig wahre Religion! Oder auch nicht.

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