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Science Fiction vs. Realität: Neues aus der Ideenschmiede

Kennt ihr das auch? Tag und Nacht schaut man SF-Filme, liest SF-Bücher und schreibt Artikel auf SF-Seiten, doch irgendwie scheint die Zukunft „so nah und doch so fern“ zu sein. Autos fahren im Alltag immer noch mit einem hochprozentigen Schmiergemisch aus dem Wüstenboden, nicht mal das Licht lässt sich zu einer 0,1%-igen Überschreitung der Lichtgeschwindigkeit überreden und… überhaupt: nicht mal im Burgerrestaurant wird man von Robotern bedient. Jedenfalls nicht von Metallischen. – Doch gibt es vielleicht doch noch Hoffnung für den Futurologen?

Unsere lockere Artikelserie „Science Fiction… Today!“ widmet sich den realen Neuentdeckungen, die das Zeug haben, uns endlich in die Welt unserer Lieblingsserien zu katapultierten. Von Voyager (= Photonenpumpe) bis hin zu Gina Wild (= Sexroboter)… Alles, was irgendwie nach SF klingt, wird hier zukünftig (welch schönes Wort) analysiert und erklärt werden. Außenanregungen werden gerne angenommen… Keine Angst: Diese können von innerhalb der Wohnung abgegeben werden, ein Verlassen derselben ist nicht erforderich. Wir wollen zwar futuristisch, aber auch nicht ZU abgedreht werden.

Los geht’s:


Die Photonenpumpe

Die Fakten:

Die sogenannte „Photonenpumpe“ pumpt Photonen auf jede beliebige Oberfläche. Das Design ist patentiert, das Prinzip preisgekrönt und die Photonen trotz Heisenbergs Unschärferelation sogar penibel abgezählt. Ich will ja hier keine Werbung machen, aber dass das Prinzip der Taschenlampe seit meiner Kindheit so weit fortgeschritten ist, halte ich dann doch für erstaunlich. Bei so einer fortschrittlichen Technologie werden die Objekte nicht mehr nur „einfach angestrahlt“, sondern springen den Beobachter schnurrend ins Auge.

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Jetzt auch mit Cock-Ring für „Im (ehemals) Dunkeln ist gut Munkeln“-Spielchen! Also ICH finde den versilberten Leuchtprengel ja wirklich sehr praktisch, vor allem beim Umblättern. Sogar Straßenplakate sind bei dieser Leuchtstärke kein Problem mehr…

Objektive Bewertung:

Nicht ganz Ernst gemeint, gehört hier aber trotzdem rein: Die „PHOTONENPUMPE V6“. – Was wie eine Geheimwaffe der Nazis klingt, ist kein Witz, sondern der Name für eine handels(un)übliche Taschenlampe, die ich kürzlich im Einzelhandel entdeckte. Dies war das erste Mal, dass ich an der Saturn-Kasse zu einem Produkt gegriffen habe, nur, um dem Marketingstrategen für den tollen Produktnamen meine höchste Anerkennung zu zollen. Was Photonen pumpt, gehört eben einfach gekauft, genau so wie ein „Elektronen-Auffangbehälter“ oder eine „Wasserstoff-Backform“, Basta!

Außerdem hatte ich sowieso noch keine gescheite Taschenlamp… Photonenpumpe im Haus. Teilweise musste im Sommer schon die Feuerwehr anrücken und mir die Photonen aus dem Keller pumpen! – Das bekomme ich jetzt zukünftig ja wohl selber hin…

Das winzige Ding mit den süßen Knopfaugenbatterien in der Packung strahlt – laut Werbung – ganze 100 Stunden. Und das hell wie Hulle und bis zu 3 Kilometer weit! Mir ein Rätsel, wie die das hinbekommen habe, kenne ich doch noch von Mutti die ollen Totschlägertaschenlampen, 3 Kilo schwer (sogar 10 mit Batterien) und nach gefühlten 60 Minuten völlig fix (und) alle! Und die neuere V8 soll sogar 200 Stunden halten und noch mal um einige Hiroshimabomben heller sein. Ich vermute aber mal, dass die Sache einen Haken hat und nach dieser Zeitspanne ein neuer Uranstab in das Gehäuse eingeführt werden muss.

Der Nachteil ist: Die PHOTONENPUMPE klingt schon sehr nach dem Episodentitel einer eher suboptimalen Voyagerfolge und ist nicht geeignet, um in dunklen Räumen die eigene Augenfarbe hervorzuheben. Ich habe mich jedenfalls mal im Selbstversuch bestrahlt und bin nun froh, dass ich in der Schule mal das blinde Tastaturschreiben gelernt habe. Ansonsten hätte dieser Beitrag wohl nicht den Weg auf diese Homepage gefunden. – Dies hier ist doch www.omas-alte-kochrezepte.de, oder nicht?

Fazit: Nette Taschenlampe, noch besseres Marketing. Letzteres spricht mich mehr an als der hiesige Groschenbettler in meiner Fußgängerzone. Und das will schon was heißen!

SF-Faktor von gepumpten Photonen:


Mondgrundstücke

Die Fakten:

Auf Mondmakler.de kann man sich seit einiger Zeit ein eigenes Mondgrundstück kaufen, komplett mit… steinigem Vorgarten und sehr winterlichem Wintergartenfeeling. 1000 Quadratmeter kosten nur 29,95 Euro. Und die zahlreichen Subventions- und Fördermöglichkeiten durch die EU sind noch nicht mal miteingerechnet. Die selbe Fläche auf Mars oder Venus kostet übrigens das gleiche. Sozusagen ein Schnupperangebot für Staubsturmliebhaber…

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„Ich gebe ja zu: Es macht nicht viel her, aber dafür ist es ganz allein MEINS. Auch wenn die Stimmen in meinem Kopf durchaus Besitzansprüche erheben, hahaarrhargl.“ – Bauland verschieben oder Hirnmasse verrücken? Als skurriles Geschenk für den Hobbyastronom ist das ja sicherlich witzig. – Andererseits sollte man Personen, die sich diese Grundstücke in ernsthafter Verzückung selber darreichen, ohne Gerichtsbeschluss einweisen dürfen. Meine Meinung.


Objektive Bewertung:

Einige sagen, wir seien nie dort gewesen, wieder andere wollen die ST-E-Redaktion sogar mal hinschießen. Die Rede ist vom Mond, der ollste Gezeitenmurmel seit der Erfindung des Schlafwandelns. Bis die Menschheit mal wieder hochfliegen wird, wird wohl noch einige Zeit mit sinnvolleren Erfindungen vergehen (Erwähnte ich schon die neue V12-Photonenpumpe?), weswegen wir bis dahin auch andere Möglichkeiten erwägen sollten, den staubigen Traum all jener zu huldigen, denen die unmenschliche Schwerkraft auf der Erde zu schaffen macht. Was ein Großteil der Trekkies sein dürfte (*mit beiden Händen in der Luft um einen imaginären Gesundheitsball herumstreich*)…

Seit einiger Zeit kann man nämlich obig erwähnte Mondgrundstücke kaufen! Jahaaa, da freut sich Tante Helga, wenn sie mal keinen Gutschein für eine Weserrundfahrt geschenkt bekommt, sondern demnächst mal ganz verkratert aus dem Bett steigen kann! In ihrem eigenen Haus auf dem Mond.

Ein bisschen fürchte ich jedoch: sollten auf dem Mond wider Erwarten doch noch tolle Bodenschätze gefunden werden (Erdöl, Braunkohle oder römische Münzen, da die Varusschlacht noch weiter vom Teutoburger Wald entfernt stattgefunden hat, als man eh schon vermutete), so wird man ganz schnell sehen, inwiefern die Besitzurkunde einen praktischen Wert… nun… besitzt.

Nur ungern möchte ich, dass dreckige Ami-Stiefel mein gepflegtes Grundstück auf Planquadrat B178 zerstampfen oder sich sogar an meinen Petunien vergreifen! Und wie soll ein stinknormaler Großmondbesitzer ohne eigenes Hochleistungsteleskop denn nachvollziehen können, ob mir da nicht einer die Goldklumpen aus meinem Krater zieht? Und welches Gericht ist für Mondgrundstücke überhaupt örtlich zuständig? Und wieso fällt mir spontan ein Drehbuchentwurf zu „Ally McBeal“ oder „Boston Legal“ ein, wenn ich darüber nachsinne, wie ich dem Richter das Deutsche GfAVg nahe bringen soll? Das „Gesetz für Astrologische Vermögensgegenstände“, das dank FDP hoffentlich noch dieses Jahr durch den Bundesrat geht?

Doch trotz aller Hindernisse: Auf dem Weg zur SF-isierung unserer Gesellschaft ist dies eine nette Idee, um unseren phantasieloseren Mitmenschen zu zeigen, dass es oberhalb der Wolkendecke doch noch etwas geben könnte, was diskussionswürdig sein mag. Sonst sind die Burschis ja auch ganz durch den Wind, wenn sie WIRKLICH irgendwann mal auf der Sonne spazieren gehen dürfen und plötzlich wie Mickey Maus klingen. Wegen dem ganzen Helium.

Fazit: Trotz rechtlicher Problematik (kann ich auch die Andromeda-Galaxie für 500 Euro kaufen und die Bewohner wegen Eigenbedarf vor die Tür setzen?) sind Grundstücke in outer Space für Groß und Klein und mächtig Doof. Als Geschenk würde ich’s nehmen, selber kaufen eher weniger. – Es sei denn, die Preise für 1000 Quadratmeter sinken kurzfristig UNTER 25 Euro.

SF-Faktor von Grundstücken im Weltraum:


Leuchtende Schweine

Die Fakten:

In Peking hat eine arme Sau nun Ferkel auf die Welt gebracht, die dank Genmanipulation im Dunkeln leuchten. Allerdings nur, wenn sie sich im Ultravioletten Licht befinden. Als tierischer Begleiter für die Nachtwanderung sind die Borstenviecher daher also eher ungeeignet…

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„Schau mal hel, wie leizend diese kleinen Felkel aussehen!“ – „Sag bloß den pelvelsen Eulopäeln nichts davon! Ich habe gehölt, die essen süße Schweine statt den galstigen Hunden!“ – Trotz des Erfolges: Auch diese Energiequelle kommt nicht ohne CO2-Ausstoß daher. Was schade ist, denn die Idee ist eigentlich gut und durchaus logisch. Für einen regelmäßigen „Dr. Who“-Zuschauer jedenfalls…


Objektive Bewertung:

Es mag sein, dass leuchtende Ferkel nicht gerade das sind, was sich Kultautor H.G. Wells in seinen weltberühmten REM-Phasen für uns erträumt hat, wenn er an das Jahr 2008 dachte. Der Nutzwert der rosafarbenen Vegetarier-Erschrecker war ja eigentlich mit „Gegessen werden“ bereits recht ausreichend abgedeckt. Warum sollen sie jetzt also auch im Dunkeln leuchten? Antwort: Weil sie’s können.

Seit Jahrzehnten erzählt uns die SF, dass die Genetik eines Tages Übermenschen erschaffen wird, wir Erbkrankheiten bereits vor der Geburt eines Kindes feststellen werden (sowie demnächst vor der Geschlechtsreife seiner Großeltern) und wir bald massenweise Menschen aus Lust an der Freude klonen werden. Einfach, damit das Überbevölkerungs-Gefasel der 80er Jahre gegen DIESE Zukunft nachträglich wie ein laues Vorahnungslüftchen wirkt.

Immerhin ist mein Chef bereits heute sehr dafür, dass mir zwei zusätzliche Hände geklont und angenäht werden sollen. Auch die Entfernung jeglichen Zeitempfindens soll bereits Begehrlichkeiten der Arbeitgeberfraktion geweckt haben. Acht Uhr? Zwölf Uhr? Sechszehn Uhr? Überstunden allgemein? Alles scheißegal, Hauptsache, ich darf Gestern auch wieder in’s Büro kommen…

Möglicherweise ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Genmanipulation für sinnvolle Dinge verwendet wird. – Unter einer Körpergröße von 1 Meter 80 sollte man z.B. einfach keinen Menschen mehr herumlaufen lassen (alleine schon, damit der Türrahmen nicht so unterfordert gähnt, wenn man hindurchgeht), genauso wenig wie Menschen mit einem IQ von unter 90. Und wen interessieren ethische Bedenken bezüglich der Genmanipulation, wenn man dank Genen demnächst unheimlich schlau ist? Mich hat schon immer interessiert, wie lange 14 Bauarbeiter bei dem Bau eines Hauses brauchen, wenn 5 exakt 30 Tage benötigen.

Fazit: Von einem geklonten Hitler und der Wiederlebung des McCoy-Darstellers sind diese Spielereien noch meilenweit entfernt. Aber wer sich irgendwann an die wirklich interessanten Dinge trauen will, muss vorher wohl einfach einen ganzen Tierkindergarten mit grünen Hunden und zweibeinigen Pferden aufgefüllt haben. Zu Testzwecken. – Ich freu mich drauf!

SF-Faktor bei den jüngsten Gentechnik-Vorstößen:


Das Orion Spacecraft

Die Fakten:

Der Nachfolger des Space Shuttles schleicht seit einiger Zeit durch die Randnotizen der Webgazetten. Besser, schöner und praktischer soll die brennende Regentonne werden und zukünftig für so ziemlich jede bemannte Mission eingesetzt werden.

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„… um dorthin zu fliegen, wo noch nie ein Mittelklasse-Rechner zuvor gerendert hat!“ – Mach 3! Mach 4! Ach was, mach doch gleich 5 davon! Was aussieht wie eine Nuklearrakete mit Mickey-Maus-Ohren ist in Wirklichkeit die letzte Hoffnung auf annehmbare Weltraumtechnik. Besser als der vorgeflogene Vorgänger („Folgt einfach den schwebenden Schrauben und Nieten!“) ist er bestimmt, aber reicht das aus?


Der SF-Vergleich:

Wenn man die Jahreszahlen von älteren SF-Filmen mit der Wirklichkeit vergleicht, muss man sich schon fragen, was einem der Filmemacher eigentlich sagen will. Zum Beispiel bei dem Streifen „2001“. Wollte uns Stanley mit diesem Titel wirklich weiß machen, dass wir in (*nachrechne*) 7 Jahren endlich mal eine Raumstation besitzen werden, die Wiener Walzer spielt? Oder meinte er damit nur die erste Zahl meines erhöhten Blutdrucks, weil zu diesem Zeitpunkt nicht mal mehr das HB-Männchen anständig in die Luft ging?

Die Geschichte der modernen Rumfahrt ist eine Geschichte voller Missverständnisse: während Star Trek uns suggeriert, man könne alle 10-20 Jahre eine revolutionär bessere Raumschiffklasse zusammenfrickeln, müssen wir uns in der Realität mit dem Jubiläum „40 Jahre Space Shuttle“ zufrieden geben. Seit 40 Jahren wird mit der potenziellen Astronautenverbrennungsanlagen das All bereist; in (erstaunlich) wenigen Fällen reichte es sogar für die Himmelspforte.

Wer bislang in diesen prähistorischen Feuerstuhl einstieg, hatte wohl entweder Nerven aus Stahl oder stahl dem NASA-Chef den Nerv. – Im erstaunlichen Zeitalter von Nanotechnik, Kohlenstoff-Zaubereien und doppelt verglasten Wintergartenfenstern ist es doch ein Unding, dass so ein Shuttle hochgeht, weil Hitzekacheln einfach abfallen! Da halten ja sogar meine Badezimmerfliesen mehr aus und die müssen mich immerhin nackt ertragen!

Daher war ein Nachfolger auch allerhöchste Eisenbahn. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn viel weiterentwickelter als ein altes Tschu-Tschu wirkte die bemannte Raumfahrt nun wirklich nicht… Man denke nur an die Raumstation Mir zurück! Alleine schon die offenen Kabel(brände) überall, die lustlos irgendwo festgetackerten Schläuche (Wodka-Zufuhr?) und der allgemeine Gerümpel-Charme einer implodierten Müllhalde…

Hoffentlich hat der/die/das „Orion“ da mehr zu bieten. Große Hoffnungen habe ich aber nicht. Die Antriebsmethode ist für Langstreckenflüge immer noch so geeignet wie Stützräder für die Tour de France und die Entwicklungsgeschwindigkeit ist ein Witz gegen die 60er Jahre: 2014 gibt es eventuell einen bemannten Mondflug und 2020(!) beginnt man mit der Planung(!!) einer Marsmission. Bis dahin schlage ich vor, den Prototypen zur Verfeuerung von älterer SF-Literatur zu nutzen, die uns die erste Landung in der Nachbargalaxie für den März 1992 versprochen hat.

Fazit: Kreativer Sturzflug bei den Futuristen! Weniger „Raumschiff Enterprise“ gibt es nur noch bei Fanfilm-Produktionen im Heizungskeller…

SF-Faktor für „Raumschiff Orion“:


Sex mit Robotern

Der SPIEGEL hat kürzlich (50/2007) ausführlich drüber berichtet: in wenigen Jahrzehnten wird der Sexroboter (für Männer UND Frauen) so selbstverständlich sein wie heute Pornografie im Internet. Die bisher bekannten Gummipuppen mit dem Matratzencharme von etwas, was man eigentlich im Freibad ins Wasser lässt, werden dann endlich ausgedient und fertiggesaut haben.

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„Die Puppe ist ja recht gut. Aber das nervigen Pfurzgeräusche beim Berühren der Brüste gehört mit dem nächsten Update unbedingt behoben!“ – Lach‘ Dich nackich: In einigen Jahren soll das hier zum Alltag gehören. Allerdings nur für diejenigen, die sich das Bestellen der Puppe auch TRAUEN. – Am besten noch persönlich, am Telefon („Ja, Kundenhotline? Die Vaginamassage für die Eichel lässt sich nicht mehr regulieren…“). Schüchterne Gesellen müssen sich da wohl mit dem Download von Bildern wie diesen aus dem Internet begnügen…

Die Meinung:

„An die Andy, fertig, los!“ – Holodeck-Betreiber bereits schon jetzt in Sorge: Die Firma „First Androids“ aus dem schönen Städtchen Neumarkt bewirbt bereits aktiv diese Neuentwicklung auf dem Plastikficker-Markt. „Andy“ kann tatsächlich so ziemlich alles, nur nicht den Segen des Papstes erhalten. Und wer sich noch eine männliche Sexpuppe dazukauft, bekommt sogar die Erweiterungssoftware „Eifersuchtsdrama 2.0“ kostenlos geliefert…


„Mein Programm umfasst multiple Techniken!“

„Schnauze, Data! Und zwar diese gaaaanz weit auf!“

– Oder, anders formuliert: wenn der Welt das Öl ausgeht, muss der Mensch seine Apparate eben demnächst selber schmieren. – Diese Puppe beschert uns bereits einen halben Eindruck (für einen „ersten“ hat es nicht gereicht, da die Firma sich weigerte, Sparkiller und mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen) in die schöne neue Welt des Sich-vor-sich-selbst-Schämens.

Interessanter als diese Bilder oder gar das neue Buch von Frankenstein-Experte David Levy („Love and Sex with Robots“ 336 Seiten, 24,95 Dollar) ist aber eigentlich diese Preisliste der „Andy“-Macher:

Seltsame Preisliste

So kosten „Kniefederungen“ schon mal ganze 2.400 Euro extra. Vermutlich wird das Ding in der Grundausstattung einfach auf zwei Besenstiele montiert und die Zimmerecke gestellt… Atmung und Herzschlag gibt es hingegen schon für 480 Euro, dafür müssen die Sadisten unter uns auf austretendes Blut oder raussickernde Milchcreme (für die RICHTIG Perversen) bislang jedoch verzichten. Doch halt! Es gibt ja in der Mitte tatsächlich die Position „Automatische Menstruation mit Zeitmodul im 28 Tage-Takt“! Allerdings noch ohne Preis, da eine potenzielle Anfertigung für EINEN von 50 Millionen Kunden noch schwer zu kalkulieren ist…

Für ein Lächeln der Oberlippe(!) sind dafür dann schon wieder 1.500 Steine fällig, wobei hier dann der Oralverkehr nicht mal mehr enthalten ist. In der Beziehung also alles wie beim atmenden… äh: lebenden Vorbild… – Für Milchdrüsen (mit Milch) muss man 980 Zähler auf den leicht klebrigen Tisch der Puppenmacher legen. Fast noch mehr irritiert hat mich allerdings das einbaubare Mikrophon in den Ohren, wo digital auch gleich 30 Minuten abgespeichert werden können. Macht sicher Spaß, seine Puppe mit den Worten zu besprechen, die man später beim Sex hören möchte. Wer zuckt nicht wohlig zusammen, wenn man beim Verkehr plötzlich die eigene Brummstimme sagen hört: „Rrrrröhhr! Heinz-Egon, du bist dörrr Beste! (*Grunz, Pups*)“

Bedrohlich wird das ganze nur, wenn man sich ein paar Jahre später noch künstliche Intelligenz dazudenkt. Wird einen die Sexpuppe dann verlassen, weil man ihr zum Geburtstag nicht das neue Designer-Netzteil spendiert hat? Und wird der Inhalt eines Beate-Uhse-Pappkartons zukünftig zum rechtsfreien Raum erklärt, damit der Verkauf und Versandt eines fühlenden Wesens nicht unter die Menschenrechte fällt? Hier sind noch Fragen offen, die nach einem deftigen Schäferstündchen mit der Plastik-Chantalle einer baldigen Lösung bedürfen.

Fazit: Die Auswirkungen von bezahlbaren und lebensechten Sexpuppen werden vermutlich ebenso dramatisch sein wie die Erfindung des Internets. Und dabei ist die Special Edition „Deanna Troi Deluxe“ sowie die Puppe „Jean-Luc“ (für die Damen bzw. den schwulen Herrn) noch nicht mal einkalkuliert! Für mich ein echter Newcomer-Geheimtipp für die nächsten 20 Jahre, für den ich sogar die Anschaffung eines neuen Bücherregals verschiebe. Schließlich soll Gummi-Uschi ja auch irgendwo im Zimmer untergebracht werden…

SF-Faktor von „Sex mit Robotern“:


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Artikel

von Klapowski am 09.02.08 in All-Gemeines

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Kommentare (5)

  1. Mücke sagt:

    Ersta!
    Äusserst köstlicher Artikel! Gabs da schon ähnliche Artikel übers selbe Thema in der dunklen Vergangenheit? Den sonst würden mir noch ein paar Science Fiction Ideen einfallen, die im richtigen Leben nicht ganz das gehalten haben, was sie versprachen.

  2. Armleuchter sagt:

    Super Artikel, aber wann folgt der Verriss zu „Gloverfield“? Ich warte sehnsüchtig.

    Möglicher Titel: „Bitterfeld“

  3. Otto Normalzuleser sagt:

    Ist das wirklich wahr mit dem Spiegel 50/2007 oder ist das satirische Freiheit?

  4. Klapowski sagt:

    Immer diese Skepsis in letzter Zeit!

    Wenn wir Euch verarschen wollten, würdet Ihr das daran erkennen… öööh… dass die Geschichte völlig glaubwürdig wäre. – Öh. Oder so.

    Ist aber wirklich und total in oberecht… völlig wahr! War voll der crazy Artikel damals. Really!

  5. bergh sagt:

    tach auch !

    Das ist http://WWW.Stus.De wie ich es liebe.
    Sehr schön, weiter so!!!!!!!!!!

    An wen erinnert mich diese Puppe , rein vom Aussehen her ?
    Oder haben sie alle verfügbaren Schönheitsideale gemixt und gemittelt ?
    Also Shakira mit Christina und Paris in einen Topf und dann kräftig umgerührt ergeben diese junge „Dame“.

    Die mich persönlich nicht so anspricht.
    (falsche Haarfarbe , zu schlanke Taille, 70er Jahre Minipli im Haar usw.)

    Nichtsdestotrotz ein sehr erbaulicher Artikel.
    Und in Zukunftia demnächst :
    „Ich glaub mein Schwein leuchtet.“ ;)

    Gruss BergH

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