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„Star Trek Discovery“ – 1.15 – „Nimm meine Hand“ – Kritik

Prima! Es ist Doofen… Rosenmontag und „Discovery“ packt die großen Kamelle aus. Heute liegen auf dem Festtagswagen: Eine Selbst- und Fremdmordmission in fremden Planetenkernen, Dispute mit der Flottenführung („Massenmord ist falsch!“ – „Gaaar nicht!“) und die bekannten Integrationsprobleme anerkannter Spiegeluniversums-Flüchtlinge. Letzteren wurde ja schon als Kind eingebläut, niemals artig zu sein. Ansonsten durften sie nämlich nicht den Spinat foltern.

Die Episode war gerade mal ein paar Sekunden alt, da gab es auch schon die übliche Mischung aus pseudointellektuellem Off-Text („Krieg ist laut, macht Angst und hat Käsefüße. Weitersagen!“) und einer eher plumpen Charakterisierung von Imperatorin Georgiou („Nennt den Planeten bloß nicht ‚Heimatwelt der Klingonen‘! Wir wissen doch nicht, ob die Schweine da nur zur Miete wohnen!“). Sehr schade, dass man nach den eher dezenten Dialogen der letzten Folge gleich wieder zum (Kriegs-)Hammer greifen musste, um uns die Charakterisierungen sanft einzumassieren.

Und so geht es auch munter weiter: Burnham stellt die Imperatorin auf der Brücke bloß („Wooo sind Sie noch mal geboren?“), obwohl das eher in eine Sendung namens „Kinderquatsch mit Michael“ gepasst hätte. – Im Ernst, was erhoffte sich Burnham vom dem grenzdebilen Gequatsche? Die Imperatorin auffliegen zu lassen (und die Mission zu gefährden), weil diese vorher mit einem kaum verhohlenem „Kelpianer schmecken lecker“ aufzufliegen drohte (und somit die Mission gefährdete)? Tja. Egal ob Spiegel-, Original- oder Vertikal-Universum: Irgendwie hat man stets das Gefühl, dass überall zu viel Whiskey auf dem Schnuller klebt.

Überhaupt ist das Konzept „Wir nehmen die am wenigsten vertrauenswürdige Person für die wichtigste Mission der Föderation“ an mannigfaltiger Pannemannigkeit nicht zu überbieten. Und kommt mir jetzt nicht mit „Nur ein Spiegelianer war für den Auftrag verkommen genug“! Gerade beim „Discovery“-Originaluniversum dürfte es in den Personalakten vor Leuten mit moralischen „Stretch Goals“ nur so wimmeln. Wie lange wurde die Imperatorin überhaupt gebrieft? Einen Tag? 20 Minuten? Und wieso glaubte die Crew auch nur eine Sekunde, dass das Original noch leben könnte? Welchen Teil des Satzes „Bei den Klingonen zermatscht worden“ ist denn damals unglaubwürdig rübergekommen?

 

„Ich weiß, was Ihr Plan ist, Captain!“ – „Was?! Sie haben die Maggie-Tüten für die Kelpianer-Suppe in meinem Spind gefunden?!“ – „Äh. Nein. Es war die Fertigsuppenzubereitung für einen neuen Original-Lorca in Staffel 2.“ – Arm dran: Burnham vermutet, dass die Imperatorin noch mehr im Schilde führt als dieses kleine Stoffschildchen mit der Aufschrift ihrer Lieblingsband. „Böhse Tantelz“ heißt die.

Was mich überraschend kalt ließ, war die Szene, in der Georgiou die gute L’Rell ordentlich verkloppte. Das ist inzwischen so typisch „Discovery“, dass man sich gar nicht mehr drüber ärgern will. Ist ja auch fast schon wieder konsistent, dass man in dieser Serie nur noch in Ritterrüstung rausgeht, weil einem an jeder Ecke irgendwelche Punks aus dem Spiegel-Universum aufs Maul hauen wollen. Ich gehe ja auch nicht zum Bielefelder Bahnhof und beschwere mich, dass „Nase einschlagen“ nicht mehr zu dem optimistischen Beginn des Bielefelder-Bahnhof-Franchises in den 70ern passt.

Ja, „Discovery“ hat zumindest DAS gut hinbekommen: Inzwischen hinterfragt man Dinge nur noch mit einem unterdrückten Gähnen, statt gleich die Halsschlagader zu einem Pfauenrad aufzuplustern. Tylers klingonische Seite ist jetzt z.B. gar nicht verpufft, sondern hat sich in eine Art „Kronos-Wikipedia“ verwandelt. Er weiß also quasi ALLES über das Volk und seine geologischen Fachpublikationen („Vulkanschlot Aktuell“), ist mental aber eher angewidert von der ganzen Zähnefletsch-Zivilisation? Wo das Gehirn da eigentlich die Grenze zieht, das würde man sich ja normalerweise schon fragen. Tut man aber nicht. Ist ja „nur“ Discovery. Ein Kleinkind untersucht man eben nicht tiefenpsychologisch.

Trotzdem sei die Frage erlaubt, welche Art von Psychologie-Literatur der Autor hier vorher geraucht hat: Giorgiou glaubt fest daran, dass ihre „Killy“ mit unserer Tilly vergleichbar wäre (Warum? Einfluss der Erziehung in der Prä-Kirk-Ära aufgehoben?), weswegen die Dickliche auch gleich wieder ins Außenteam aufgenommen wird. Kampferprobte Crewmitglieder waren vermutlich gerade wieder aus. Dass sie erneut Ash-„Crazy Toyboy“-Tyler mitnehmen, will ich schon gar nicht mehr kommentieren. DAS ist immerhin nachvollziehbarer als die eher peinliche „Huuui, ich muss jetzt mal schnell an den Kirmesstand, um mit Burnham zu reden“-Nummer von Tilly. Da müssten sich die Autoren dann doch mal entscheiden, ob wir hier eine episch-bedrückende Kriegsgeschichte sehen sollen, oder halt Pickel-Teens, die zum Ablästern mal kurz hinter die Pommesbude flüchten.
 

„Komisch, diese Melonenstückchen schmecken irgendwie nach Schinken.“ – „Vorsicht, Tilly! Als du das letzte Mal gegessen hast, bist du beim Kauen eingenickt und hattest danach eine halbe Kartoffel an der Stirn kleben. Äh… Willst du die nicht mal langsam abnehmen?“ – Mitesser gesucht: Was die alle jetzt GENAU auf der Kahless-Kirmes treiben, ist mir nicht ganz klar. Und damit meine ich auch die Klingonen. Lebten die nicht völlig abgeschirmt von anderen Rassen? Wenn die sooo tolerant sind, hätte man doch irgendeinen Grünen auf Risa mal fragen können, was auf Kronos gerade so abgeht?

Aber wir wollen mal nicht päpstlicher als der Papst sein. Immerhin ist es die Sternenflotte auch nicht. Denn die hat *natürlich* mal gerade die Vernichtung von ganz Kronos in Auftrag gegeben. Was aber wohl nur eine spontane Idee war, konnte Burnham der Admiralin das doch recht schnell wieder ausreden („Wir – sind – die – Sternenflotte!“ – „Ach so? Sie stehen alle gleichzeitig aus dem Sessel auf? Na dann… Was schlagen sie stattdessen vor?“). Man gewinnt den Eindruck, dass hier Tod und Untergang von ganzen Völkern von ein paar unschlüssigen Middleclass-Befehlshabern abhängen (natürlich nicht von Präsidenten oder Ministern, die sind viel zu unwichtig). So wirklich ernst nehmen kann man die Sternenflotte dadurch nicht: Wer wann wie eingeweiht oder umgestimmt wird, das entscheiden Zufall und Toilettengang von überforderten Hologrammbildchen im Befehls-Äther. Militärische Perfektion und Geheimhaltung sucht man auch mit der Langstrecken-Lupe vergeblich.

Übrigens sollte eine einzige(!) Wasserstoffbombe die Vernichtung bringen, was für alles ab J.J.Abrams einerseits sympathisch-niedlich ist, andererseits aber etwas dröge daherkommt. Da hätte mir eine Device, das z.B. durch große, andauernde Hitze noch mehr Lava und somit vulkanische Aktivität erzeugt, fast lieber gewesen. Quasi eine halbstündig einwirkende Wasserstoffbombe. Eben irgendwas, was uns das Gefühl gibt, dass nicht gerade der feuchten Traum von Kim Jong Un verfilmt wird. So eine gewisse Grundphantasie ist für eine SF-Serie vielleicht ja nicht sooo verkehrt? Deswegen heißt es ja „Science Fiction“ und nicht „Was James Bond in den 60ern schon verhindert hat“.

Apropos Phantasie: Auch, wenn mich die etwas seltsamen Zirkusstände unterhalb von Kronos nicht sooo überzeugt haben (Leute grün anmalen und im Stringtanga vor dampfenden Wok-Schüsseln rumspringen lassen, das ist eben heutzutage nicht mehr Premium-Content), so fand ich die Szenen trotzdem ganz … nett. Immerhin ist minutenlang nicht der kleinste Schiffsflur zu sehen, was wir seit der Wüstenszene und dem bekloppten Kristallwald nicht mehr hatten. Man bekam fast das Gefühl, dass das Universum aus mehr als drei Klingonenschiffen und fünf schimmelnden Kaffeefiltern in Stamets‘ Unterwäsche besteht.

„Oha, ich habe Drogen genommen, die bekannt dafür sind, einen in ein sabberndes Wrack zu verwandeln. Aber wieso ist mein IQ dann gefühlt um 10 Punkte gestiegen?“ – „Aaaah, Sie sind sicher von der Discovery, junge Frau?“ – Ruckzuck ist die Nase dick: Tilly vertreibt sich die Zeit damit, mit einer Wasserstoffbombe in der Kneipe zu sitzen. Immerhin haben die Sounddesigner bei Tillys Umfallen wenigstens einen lustigen „Biuuuuh“-Soundeffekt eingebaut. Zum Schlapplachen! Nein wirklich, ich fühle mich echt etwas schlapp.

Tilly überzeugt mich durch solche Szenen immer noch nicht so recht. Klar, einerseits sind amüsante Szenen immer gut (= Data mischt Frühstücksflocken für Katzen), andererseits sollte man die humorige Sequenzen eher dann einbauen, wenn es nicht um das Schicksal der Galaxie geht (Data mischte NIE im Raumkampf Frühstücksflocken für Katzen). Und meinem Humor entspricht es jetzt auch nur bedingt, wenn eine Person nach Drogenkonsum völlig überraschend(?) die typische Auswirkungen von Drogen verspürt. Da hätte ich dem grünen Heini einfach gesagt, dass ich die Teile „zum Unterwegs schniefen“ eingepackt bekommen möchte – und feddich.

Dass Tyler plötzlich ganz entspannt mit seiner klingonischen Seite umgeht („Oh! Die Jungs spielen Roulette auf dem Boden! Das konnte ich immer schon gut!“ *Glaskugel raushol*), war einerseits etwas plötzlich, andererseits MIR aber inzwischen völlig egal. Jegliche Charakter“entwicklung“, bei der niemand gequält auf einem Stuhl rumstrampelt, ist für mich bei Discovery schon mehr, als ich erwarte. Immerhin haben wir durch die schlechten Flashback-Szenen (= Burnham sieht Tyler klingonisch sprechen und denkt dabei an eklige Klingonen) einen kleinen Charaktermoment bekommen, bei der Michael nicht wie eine Streberin wirkt, die an ihrem „miesen“ 1,3er-Schnitt verzweifelt. War ja auch Zeit, dass wir mal hören, wie die Klingonen in die Küche(!) ihrer Eltern eingefallen sind, um dann laut lachend die Fanta aus dem Kühlschrank zu saufen. – Etwas doof und unspektakulär, aber erzählerisch immerhin gut gemeint.

Apropos doof: Musste die Imperatorin jetzt wirklich stundenlang mit den beiden Käuflichen rumoxidieren, um DANN nach einer Kloppe-Androhung zu erfahren, wo ein läppischer „Schrein“ rumsteht? Das wäre in etwa so, als würde ich nach dem Weg zum Eiffelturm fragen, indem ich erst mal mit dem Baseballschläger ins Pariser Rotlichtviertel gehe. Aber okay, ist halt eher eine Serie für intellektuell Andersbegabte…

„Okay, Michael… ich soll die Bombe nicht zünden? Dann eben nicht. Tschööö!“ – Fakedialoge adè: Genau so lief der Dialog zwischen Burnham und der Imperatorin ab. Aber gut, wir sind hier ja nicht in einem Psychologie-Seminar. Und außerdem wurde dieser Dialog ja schon anspruchsvoller gemacht! In der ursprünglichen Fassung hat Burnham der Giorgiou einfach nur in die hohle Hand geschissen. Aber das erschien dem Testpublikum dann als zu öde, weil das ja schon Lorcas Standardbegrüßung war.

Das Ende des Krieges war übrigens so läppisch, dass ich schon fast verdrängt habe, dass er überhaupt da war: Die Föderation versteckt also eine Wasserstoffbombe an einer wichtigen Stelle, gibt einer beliebigen (da der einzigen?!) klingonischen Gefangenen den Zünder und sagt: „Dann mach mal!“ – Das erinnert mich an damals, als die Amerikaner eine Atombombe unter Hiroshima versteckten, den Zünder einem Kriegsgefangenen gaben und diesem auftrugen, der Chef aller Japaner zu werden. Was? Klingt total kindisch und daneben? – Nana! Das ist schießlich hoch-mo-ra-lisch, liebe Freunde! Gene Roddenberry hätte das bestimmt auch so gewollt. Fragt aber nicht, wie viel Bier und Vulkanasche er dafür durch die Nase hätte ziehen müssen. Ich kann doch immer so schwer in Megatonnen rechnen…

Im Ernst: DAS war der große Abschluss vom Kriegsplot?! Eine Spontan-Geläuterte hält einen Zünder hoch und wird da für die gefeierte Anführerin, da es ja ein solch glorreiches Beispiel an Stärke ist, sich monatelang von der Föderation einsperren zu lassen, um dann mit dem Feind zu kollaborieren? Und Tyler bemerkt nach zwei Folgen, in denen Voq angeblich weg(!) war, dass er viel lieber als Klingonenmensch zwischen Klingonen leben möchte, um sich von L‘Rell und ihren Operations-Kumpels noch mal die Knorpel am Skelett neu sortieren zu lassen?! Das ist also der erwachsene, kompromisslose Umgang mit Dingen wie Folter, Missbrauch und Traumata? Ein verheulter Schluchzer in die Kamera, gefolgt von einem köllsche „Ach, ett is noch imma jut jegange!“? Habt ihr eigentlich alle zu tief an Tylers rausgerissenem Blinddarm genuckelt?

Und dann diese kitschige Ansprache und Würdigung aller Discovery-Crewmitglieder! Das erinnert mich daran, wie die losgeschickten Amerikaner damals die Atombombe über Hiroshima NICHT zündeten, und vom amerikanischen Präsidenten drei Tage später mit einer Militärparade gefeiert wurden, weil sie ja (ich zitiere aus historischen Texten aus 1945) „Spontan eine andere tolle Idee hatten und somit Tausende japanische Leben retteten“. Geht es eigentlich noch etwas verlogener, unlogischer und inkonsistenter, oder muss ich dafür erst Trump kommen lassen?

„Ich möchte in einer Welt leben, in der ich aus einer Toilette trinken kann, ohne Ausschlag zu bekommen! Ich will Atombomben zünden, die nur die Atome unserer Liebe zueinander enthalten! Ja, ich möchte neue Zivilisationen entdecken, so wie wir in 15 Folgen die Decks 2 bis 3 entdeckten!“ – Kritikfähig: Nachdem Burnham ein paar bunte Luftballons verteilt hat (Aufschrift: „Ich verzeihe euch“), sind sich alle potenziellen Massenmörder einig, in Zukunft nur noch Prä-Warp-Zivilisationen auszurotten, die noch keine Luftballons entwickelt haben.

Da stehen sie am Ende wie vor Freude tränende Orgelpfeifen, blicken in das schlechte CGI irgendeines Sternenflotten-Theaterraums und freuen sich, dass die zuvor beschlossene(!) Sprengung(!) eines Planeten durch die tolle Idee von Michael („Wir schenken die Bombe unserem Feind! Ist das nicht großzügig?“) unnötig wurde?! Was zum Teufel stimmt denn mit den Autoren nicht? Da wäre es ja sogar besser gewesen, man hätte die Crew ausgeschimpft und an die Quadrantgrenzen strafversetzt, als plötzlich klatschend zu jubeln, als hätte man meine Stirn auf deren Handflächen genäht.

Das ist nicht nur „Lazy Writing“, das ist eine Frechheit. Nichts passt hier logisch zusammen, rein gar nichts ergibt mittelfristig Sinn. Die Klingonen, die den Krieg schon quasi gewonnen hatten, folgen also nun einer Ausgestoßenen – vermutlich aber nur so lange, bis sie ihr nachts einen Packung Barbecue-Soße auf den Arm schmieren, um das arme Kind aufzuessen („Ich habe den Chef gegessen. Jetzt bin ich Chef!“). Kein Wort von Friedensverhandlungen mit der Föderation oder den zukünftigen Aussichten. Nichts. Was vielleicht auch ganz gut ist.

Und der Notruf nebst Auftritt der Enterprise NCC 1701 am Ende? – Ich bin zu gebrochen, um ausgerechnet DARIN einen kultigen Übergang zu TOS-Trek zu erwarten. Es gibt einfach keine Möglichkeit, Captain Pike und sein Schiff so vorzustellen, dass es irgendwie zur bisher gezeigten Serie passen könnte. Nicht – eine – einzige.

„Fan-Orgasmus aktiviert, Captain Saru!“ – „Spermaschilde hoch, seit 15 Episoden nichtssagendes Crewmitglied. Meine Gefahr-Ganglien spüren, dass wir gleich von platzenden Hosen getroffen werden!“ – Realismus-Kompensator auf 99%: Wer sich hierüber kaputt freut, sollte sich vielleicht noch mal die letzten zehn Folgen anschauen. Und dann kann jeder selbst entscheiden: Wird das hysterischer Kult oder historische Schuld?

Dazu passt ja ganz gut der Satz vom Liebesdiener, als er mit der angezogenen(!) Giorgiou im Bett liegt: „Du hast uns so viel beigebracht, wir berechnen dir nichts.“ – Star Trek durch die Kleidung hindurch kaputtficken? Ja, DAS habe ich inzwischen auch gelernt.


Fazit: Die Kriegsgefahr und Tylers glaubwürdige Restpsyche verpuffen einfach zwischen einer ungezündeten Atombombe und einem Ausflug auf einen abgedunkelten Kulissenfriedhof mit grün geschminkten Minz-Fressen. Dazu kommt eine seltsam psychedelische Sternenflotten-Ansprache nebst aufgesetztem Turbo-Ende. Alles nur ein Traum – oder was?

Ich könnte noch so viel mehr über diese Episode schreiben, aber ich habe keine Tränen mehr. Daher demnächst alles weitere in einem gesonderten Rückblick-Artikel.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Der große Story-Knall zum Karneval!
Nun wurde beendet, was vor Jahren begonnen wurde. Die erste Folge von Discovery ist doch schon einige Jahre her, oder? Kommt mir jedenfalls so vor.
Und was für ein Trip das war. All diese Geschichten um Pilze, Klingonen, Pilze, Gehirnwäsche, Klingonen, Pilze, böse Terraner, Pilze und böse Terraner boten uns einfach eine derart ausschweifende Abwechslung, dass der große rote Faden um Klingonen, Pilze und Gehirnwäsche fast völlig in den Hintergrund trat.

Und trotzdem schaffte das große Finale, alles davon auf den Kopf zu stellen. So schlüpfte die böse Terraner-Imperatorin derart geschickt in ihre Rolle als Sternenflotten-Captain, dass die Besatzung erst dann Verdacht schöpfte, als bereits 2.3 Nanosekunden vergangen waren. Selbst ein Chamäleon sah nach diesem göttlichen Schauspiel des Verstellens mehr als blass aus. (Natürlich nur, wenn sich dieses gerade auch auf einem blassen Gegenstand befand.)

Eine Steigerung konnte danach nur noch die Handlung um unsere Klingonen liefern. Von dem kulturellen Hintergrund ihrer Aggression („Menschen doof, alle tot machen!“) bis hin zur deren Umsetzung („Noch nicht alle Menschen tot? Doof!“) präsentierten uns die Autoren einen Beweis ihres Könnens, wogegen wohl selbst Shakespeare mehr als blass ausgesehen hätte. (Natürlich nur, wenn sich dieser gerade auch auf einem blassen Gegenstand befand.)

Keinesfalls vergessen dürfen wir dabei trotzdem nicht unser oft erwähntes Myzellen-Mittel zur Plot-Progression. Ob mystische Visionen, trans-universelle Reisen oder einen locker-flockigen Sprung in muffige Klingonen-Höhlen, wenn der Schreiberling einmal nicht weiter weiß, dann steht das kleine Wunderkind aus dem Wundertüten-Fungus… äh… Fundus auch schon zur Stelle. Schön!

Dies gilt natürlich auch für Ash, dem Drehbuch-Monstrum aus der Planlosigkeits-Abteilung, wo selbst die Autoren offensichtlich kein guter Grund eingefallen ist, warum der Knilch überhaupt existiert. („Äh… äh… Spionage-Programm? Undercover-Frankenstein? Versuche-nicht-zu-lachen Challenge für Doofie-Agenten?“) Aber am Ende hilft er ja dabei, bei den Klingonen alles unter Dach und Krach zu bringen. Denn L’Relle mit der Delle hat schließlich den großen Blinke-Detonator bekommen, was den 24 Häusern anscheinend schon ausreicht um vor Furcht zu buckeln. Hätte man nicht wenigstens mal erwähnen können, wofür der eigentlich gut ist? („Ich drück da drauf, ehrlich! Angst, Wahnsinn und Schrecken werdet ihr erfahren, wie ihr es noch nie erlebt habt!“ *zu discovery umschalt*)

Fazit: Zur Überraschung aller Opf… Zuschauer endet die erste Staffel von Discovery mit dem selben Gaga-Anteil, wie wir ihn bereits gewohnt waren. Die Orion-Knatterstation brachte immerhin minimale Vielfalt in die Klingonen-Gesellschaft, aber dies war zu wenig und kam zu spät. Und mit derart wenigen Lichtblicken bleibt mir auch nichts anderes übrig, als lediglich 3 von … MEIN GOTT! DIE ENTERPRISE! CAPTAIN PIKE?! SO COOOOOOL!!!

Wertung: 11 von 10 Punkten


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Artikel

von Klapowski am 12.02.18 in Star Trek: Discovery

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Kommentare (41)

  1. Tillis-Stirnnippel sagt:

    Beste Review bisher. Ich hätte der Episode sogar Minus 2 Sterne gegeben.

    Und wenn mein Tv mir nicht so viel bedeuten würde, hätte ich den oben erwähnten Baseballschläger gerne in das Burnham’sche Honigkuchengrinsen (Mama ich habe ein großes Häufchen gemacht!) geschlagen.

    Das ist Aggro-TV.

    Und am Ende schänden sie auch noch Pike und die Enterprise.

    Und das Klingonen-Imperium ist durch eine Frau vereint worden. Gender-Relief.

    Klingonen so: „HAHAHA“

    Klingon_In so: „Im Planeten ist ein polnischer nicht lizensierter 3D-Böller von Silvester. Ich habe das Schicksal von Kronos in der Hand“
    Klingonen so: „OHHHH“

  2. Tillis-Stirnnippel sagt:

    P.S. Aus medizinischer Sicht leiden Klingonen alle unter Fimose. Mal den Wandpinkler beobachtet?

  3. schoenerAndi sagt:

    Immerhin wurde es keine Folge mit
    „Mega Kriegs-Äktschn“ und so!

    Dass der Konflikt nicht nachvollziehbar gelöst werden konnte war doch schon festgestanden. Aber immerhin hat man versucht noch ein paar Ideale einzubauen.

    Wäre nicht unnötig Zeit auf seltsame Antriebe und Paralleluniversen, nicht nachvollziehbar umoperierte Spione, etc. … verschwendet worden – es hätte vielleicht nachvollziehbar werden können.

    Mir persönlich hat die Schlussszene gefallen. Ich weiß aber auch, dass in der kommenden Staffel alles verbockt wird.

    Aber für den Moment:
    es hätte noch schlimmer werden können und wenigstens hat man versucht, in 10 Minuten den moralischen Kompass in Richtung der Föderation auszurichten, die wir kennen. Immerhin, 10 Minuten…

    • Klapowski sagt:

      Ich hätte nichts gegen eine packende Ansprache in Richtung Moral und Gutmenschentum gehabt, aber wenige Minuten(!) nach einer Wasserstoffbomben-Aktion wirkte das so passend wie Putin bei der Verleihung eines Preises an investigativ arbeitende Journalisten.

      Das ist in dem Serienuniversum genauso Propaganda wie auch beim ganz realen Marketing von CBS. Die ganze Zeit musste ich daran denken, wie sich die Zuhörer bei Burnhams Ansprache heimlich in die Fäuste prusten.

      Dass meine Bewertung nicht niedriger ausfiel, liegt tatsächlich alleine daran, dass man sich traute, uns eine Art Lexx-Universum zu zeigen. Eine weitere Schusswechsel-Perversion à la Captain-„Nennt mich Mister Masterplan“-Lorca hätte ich weitaus schlechter ertragen.

      Da gucke ich mir lieber Tilly an, die bei knappen Schlüpfern Schnappatmung bekommt.

    • schoenerAndi sagt:

      Jo,

      Alles in Allem überwiegt die Enttäuschung.
      Vor Allem merke ich, wie egal mir alles ist! Krieg vorbei… äh ja! Überraschung!

      Die Enterprise is da… ja super, die haben’s ja auch so mit Continuity!

      Nee, es hat mich einfach voll kalt gelassen. Besser kann ich es net beschreiben. Es war so viel Stuss dabei, da habe ich mich emotional schon längst verabschiedet.

      Das Gute: es kann nicht mehr viel schlechter werden.

    • Michael Burnhamm-Brücher sagt:

      Stell dir vor es ist Krieg und eigentlich kriegt’s keiner mit.

      Ich mochte aber, dass Burnham und Batman die gleiche Hintergrundgeschichte haben. Grundsolide Handwerksarbeit, die man nach 15 Folgen mal locker in die unpassendsten Momente quetschen kann.

  4. Counselor der Einheit sagt:

    So geil. Meuter-Michaela entdeckt ihr Gewissen, bekommt als Knacki eine Audienz bei Cornwell und schafft es, den sicheren Sieg in einem bereits verloren geglaubten Krieg gegen eine gewaltlose Alternative mit ganz vielen Variablen, jedoch ganz ohne Erfolgsgarantie einzutauschen.
    Eine Spitzenleistung, die direkt mit einer Medal of Honor belohnt werden muss.

    Ich bin übrigens froh, dass ich diese Zeilen schreiben kann, da ich bei der pathetischen Rede Burnhams anlässlich der Verleihungsfestivitäten fast in meinem Erbrochenen ertrunken wäre. :-D

    Gut, dass ich also schon bald sehen kann, wie die Gurkentruppe der Discovery Captain Pikes altem Äppelkahn Starthilfe geben wird.

  5. Jako sagt:

    Haste nich Bock Counterpart mal zu Reviewen?
    Da ergibt das parraleluniversum erschreckend viel Sinn… Klasse serie.

    disco war halt solalalala….
    Guckbar aber mau. Mehr zeit auf nem planeten war klasse… Und ach was… Die enterprise… Das ist ne star trek serie.. Tzzz. Du lernst nie aus im leben.

  6. Nitpicker sagt:

    Dabei wäre dieser Krieg scriptschreibtechnisch so leicht und trekkig zu lösen gewesen. Immerhin hat man sich die Superwaffe „Sprung-Antrieb“ in die Story geholt. Nie zuvor hatte es die Sternenflotte so „leicht“ den Gegner, der sich sonst ja üblicherweise hinter Lichtjahren von Feindgebiet versteckt, einfach mal am Kragen zu packen und ihn an den Verhandlungstich zu zerren.

    Ist doch ganz einfach: Zur klingonischen Heimatwelt springen, alles, was sich im Hohen Rat befindet an Bord beamen (eventuell vorher herausfinden, wann der Tagt), zurück zur Erde springen, und die verehrten Gäste mit der (übertriebenen?) Bemerkung an die Diplomaten weiterreichen, diese Wunderwaffe deren man gerade Zeuge war, befände sich nun in Massenproduktion und wenn die Klingonen den Krieg, den sie da vom Zaun gebrochen haben überleben wollen, dann sollten sie besser bereit sein einen Friedensvertrag auszuhandeln.

    Wie? Nicht genug Pew-Pew? Fein. Dann gibt es da halt einen Schild um das Gebäude, den man erst überwinden muss. Das schreit nach Spec-Ops-Mission. Mehrere Teams müssen gleichzeitig irgendwelche Generatoren ausaschalten, möglichst unmeberkt. Natürlich geht was schief, viel Pew-Pew folgt, ein paar tragische Opfer gibt es auch, und ja, auch Drama, aber eben alles unter dem Banner des verzweifelten Versuchs, den Gegner überhaupt mal wieder an den Verhandlungstisch zu zerren. Da kann man dann die Stenenflotte nicht nur als Profis zeigen, sondern eben auch als Kämpfer für den Frieden… und wer es edgy haben will, der erkennt halt an, dass unsere Heroen die Regeln dafür ein bisschen zu biegen bereit sind („wir lassen euch Klingonen nicht frei, ehe ihr kooperiert und einen Vertrag aushandelt, und je länger das dauert, desto wahrscheinlicher, dass der Rest eures Reiches – nun ohne Führung – komplett ins Chaos versinkt, was uns Zeit gibt, mehr Sprungantriebe zu bauen. Also spart uns das Ehr-Geblubber und kommt zur Sache!“)

    Die Autoren wollen ja anscheinend Soldaten aus den Offizieren machen. Fein. Aber die Hauptaufgabe eines Soldaten ist es Zeit zu erkaufen. Für die Führung, die Diplomaten, was auch immer. Damit DIE irgendwas aushandeln. Das ist der Unterschied zwischen einem Soldaten und einem (klingonischen?) Krieger. Was dann auch wieder Stoff gewesen wäre, die verschiedenen Ideologien zu betrachten.

    Ich meine… es war doch alles vorhanden um so etwas zu machen. Man hat einen Admiral im Cast (Sternenflotten-Kommando muss Plan ersinnen/ absegnen) UND einen verdammten Botschafter (muss Klingonen dann noch so lange mit „Frieden“ zulabern, bis die Hälfte von ihnen Selbstmord begeht und die andere knurrend zustimmt) UND einen Charakter (kann man Burnham so bezeichnen? Ich tu’s einfach mal…) der ein Problem mit den Klingonen hat und vielleicht gar nicht so ok damit ist sie an den Verhandlungstisch zu zerren („Lasst sie Sterben!“), UND Charaktere auf der Gegenseite, die im Machtpokern vielleicht gar nicht sooo doof sind. Warum nutzt man das nicht?

    Im Bestfall wäre es bei dem von mir erwähnten Plan zu einem brüchigen Friedensvertrag gekommen. Vielleicht mit der Bedingung, dass die Sternenflotte zwar (vorerst!) nicht überrannt wird, im Gegenzug aber die Produktion weiterer Sprung-Antriebe einstellen muss (die Föderation hat ja schließlich auch die Produktion einer Tarnvorrichtung für einen Friedensvertrag mit den Romulanern geopfert).

    Da hätte man ja immer noch das ein oder andere Haus haben könnten, das die Führung/die Methoden der Stenenflotte nicht anerkennt und sich nicht an den Vertrag hält. Um vor denen eine Verteidigung zu haben, darf einzig die Discovery ihr Sprung-Dings dann halt erst mal behalten. Da hätte man dann direkt Story-Lines für weitere Staffeln (immer mal wieder zu diesen Gegnern zurückkehren)

    Ich verstehe es nicht. Es ist so einfach eine Star Trek-Geschichte zu schreiben, selbst eine Action-lastige, ohne die Föderation zu einer Kriegstreibernation zu machen.

    Gott ey. Zehn Jahre gewartet. Ein Budged das einen mit den Ohren schlackern lässt. Die besten Voraussetzungen für was wirklich tolles. Und dann bekommt man so ne gequirlte Kacke. Könnt’ch mich aufregen!

    • ted_simple sagt:

      Dem ist noch hinzuzufügen, dass die lachhafte Auflösung des Klingonenkrieges, die uns präsentiert wurde, einfach nur aus anderen Science Fiction-Stories zusammenkopiert worden ist. Wie so oft fühlt sich Discovery komplett unoriginell an.

      In Wing Commander III, einem Spiel, das von mehreren Stunden Filmmaterial begleitet wurde, ging es um den Abschluss des Krieges gegen die Kilrathi, die den Klingonen sehr ähnlich sind – kriegerisch, mit einem gewissen Ehrenkodex, doch von den Menschen der damaligen Ära oft als „Tiere“ bezeichnet. In der letzten Mission des Spiels gelingt es dem Helden (gespielt von Mark Hamill), eine Bombe auf den kilrathischen Heimatplaneten abzusetzen, und zwar an einem ganz bestimmten Ort, so dass eine vulkanisch/tektonische Kettenreaktion ausgelöst wird, die den Planeten zerstört. Das Thema der Verzweiflung, dass die Menschen dazu trieb, zu dieser Ultima Ratio zu greifen (denn der Sieg der Kilrathi stand unmittelbar bevor), wird hier auch ausgiebig thematisiert. Und in Wing Commander IV gibt es die unterschwellige Botschaft, dass den Kilrathi der Dämpfer, den ihnen die Zerstörung ihres Heimatplaneten versetzt hat, mal ganz gut getan hat, weil sie dadurch dazu gezwungen wurden, von ihrer kriegerischen Ideologie Abstand zu nehmen.

      Im Grunde ist aber schon dieser Narrativ in Wing Commander ein Retelling von Star Trek VI – Das unentdeckte Land, dem Film, in dem die Klingonen durch die Zerstörung ihres Heimatplaneten (aufgrund eines kosmischen Desasters, nicht eines Krieges) dazu gezwungen werden, ihre kriegerische und expansive Lebensweise zu überdenken und sich in Richtung Kooperation mit der Föderation zu bewegen.

      Wenn man diese ganze Erzähltradition berücksichtigt, wird umso offensichtlicher, wie fantasielos die Autoren von „Discovery“ hier Vorhandenes zusammenkopiert haben. Für mich war „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ ein absoluter Reinfall, weil ich das Gefühl hatte, einfach nur eine schlechte Kopie von „Star Wars IV – Eine neue Hoffnung“ zu sehen. Wenn ein Film nur ein Abklatsch, eine schlechte Kopie des Originals ist, die eigentlich nichts Neues beizusteuern hat, dann kann man sich ihn eigentlich ganz schenken.

      Mit dem Ansatz von „Nitpicker“ wäre die Kriegsstory noch ganz gut und halbwegs originell zu Ende geführt worden. Vor allem der Vorschlag, die Klingonen „führerlos“ (nämlich ohne den Hohen Rat bzw. die Anführer der einzelnen Häuser) im Chaos untergehen zu sehen, wäre glaubhaft gewesen; vielleicht wäre die Invasion der Erde dann so unkoordiniert abgelaufen, dass der Sternenflotte doch noch die Verteidigung geglückt wäre.

      Sind die Klingonen jedoch unter T’Rell vereinigt, so werden sie doch eigentlich NOCH schlagkräftiger (da es jetzt eine effektive Führungshierarchie gibt), so dass der Abbruch des Krieges, wie man ihn uns verkaufen will, ganz und gar unglaubhaft herüberkommt. Jedenfalls, wenn man sich mehr als 2 Minuten Zeit nimmt, um einmal darüber nachzudenken.

  7. Tillis-RUNZELGOURKE sagt:

    Ah, Discovery! Jetzt habe ich es. Das ist eine Dokumentation vom Discovery Chanel, in der man Affen beim Drehbuchschreiben zusehen kann.

  8. beback sagt:

    Ich, ich, ich , boahhh nein schei*e was für ein Schwachsinn…

    ich kann nicht mehr, sorry…..

  9. Ollie sagt:

    Jetzt wo die Handlung der ersten Staffel komplett abgeschlossen ist können wir also schlussendlich konstatieren: Das ist alles ein riesengroßer Mist. Nichts steht in einem sinnvollen Zusammenhang: das was passiert, warum es passiert, die Beweggründe und Motivationen der Charaktere, ihre Erlebnisse, das Endergebnis. Alles ist ein willkürlicher Haufen Bullshit, eine Entschuldigung um Bilder zu zeigen.

  10. Serienfan sagt:

    Bei Einzelfolgen weiß man am Ende der Folge, ob die Story was taugt oder nicht.

    Bei Arc-Folgen ist da immer die berechtigte Hoffnung der Autoren, dass sich der Zuschauer am Ende gar nicht mehr daran erinnert, was da eigentlich am Anfang war. Daher sollte man es den Autoren nicht so leicht machen.

    DIS hatte vier größere Storys:

    – Burnhams Meuterei
    – der Sporenantrieb
    – der Klingonenkrieg
    – das Spiegel-Universum

    Man muss sich jetzt nur jede dieser Storylines als Einzel- oder Doppelfolge vorstellen und dann fragen: War das nun eine in sich runde, sinnvolle und erzählenswerte bzw. originelle Geschichte?

    • Ferox21 sagt:

      Nein.

      (Als kürzest mögliche Antwort)

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Man gewinnt leider den Eindruck, dass genau diese vier Themengebiete an vier verschiedene Autorenteams vergeben worden sind und ein fünftes nur die Aufgabe hatte, die Drehbücher per copy&paste sinnfrei zu mixen. Bei diesem Schritt scheinen jedoch versehentlich wesentliche Elemente der ursprünglichen Drehbücher verloren gegangen zu sein, da viele Handlungsfäden und Andeutungen nie mehr aufgriffen wurden (und wohl auch in der zweiten Staffel nicht mehr aufgegriffen werden).

      Nun ist es aber nicht so, dass wir solche Löcher nicht auch bei anderen hochgelobten Serien haben. Nur dort schaut man vielleicht nicht so kritisch hin. Und auch im Star Trek Universum lag ja spätestens seit VOY erzählerisch einiges im argen. Nehmen wir nur die Ausgangssituation der VOY: wir haben nur zwei Shuttles, 35 Torpedos und 70.000 Lichtjahre vor uns. Die Shuttles und Torpedos waren schon nach wenigen Folgen verbraucht, erfuhren aber eine wundersame Vermehrung. Die VOY, das schnellste Schiff seiner Zeit, düste zwei Jahre lang durch Kazon-Raum, welcher sich also über rund 2.000 Lichtjahre erstreckt haben müsste, etc. Über die erste ENT-Staffel wollen wir gnädig schweigen. Auch der dortige Handlungsbogen (temporaler kalter Krieg) ist gründlich in die Hose gegangen.

      Viele Köche verderben den Brei, wie man auch bei der letzten GoT-Staffel sah, die nicht mehr auf den Büchern von George R.R. Martin beruhte. Ein sinnloses Hin- und Hergereise in Westeros mit Überschallgeschwindigkeit und ein kleiner Drache, der eine mehrere hundert Meter mächtige Eismauer in weniger als 37 Sekunden wegpustete (ohne dass die Trümmer oder das Schmelzwasser die Armee der Untoten unter sich begrub).

      Ich glaube, große und in sich schlüssige Handlungsbögen können nur von einem Autor oder einem kleinen, auf der gleichen Wellenlänge liegenden Team geschrieben werden, das die ganze Sache überblickt und Herzblut dafür hat. Die Hollywood-Lohnschreiber, die für ein paar tausend Dollar in zwei Wochen ein Drehbuch hinrotzen, können das nicht. Und wenn man – wie bei der finalen Discovery-Folge – auch noch die Produzenten zum Stift greifen läßt, geht es völlig in die Hose.

    • Labriel Gorca sagt:

      Bei VOY konnte man das alles verkraften, da die Rahmenhandlung episodenbasiert war und solche fundamentalen Logiklöcher so kaum ins Gewicht fielen. Die wundersame Regeneration von Schiffen ist aber irgendwie auch typisch für Star Trek. Da spielten die Umstände selten eine Rolle.

      In The Orville wird uns diese Regeneration/Reperatur lustigerweise auf dem Silbertablett serviert. Ich habe jedenfalls gelacht, als der Mechaniker im unpassendsten Augenblick durch das Fenster in den Captains Room lugte.

      VOY fühlte sich an wie Star Trek. Fuller hatte ein paar richtig gute Bücher abgeliefert. Und auch wenn der Haupthandlungsstrang irgendwie nicht plausibel war, so konnte man das beim Schauen eigentlich immer gut ausblenden. Ich habe es jedenfalls gerne geschaut auch weil die Charakterzeichnung gelungen war.
      Bei Discovery aber standen mir ständig die Haare zu Berge und ich wünschte, dieser Unfall würde nach einer Staffel enden, bevor die Marke Star Trek noch mehr Schaden nimmt. Der Cliffhanger lässt Schlimmes befürchten.

    • Serienfan sagt:

      Nachdem auf der Voyager das „Super-Shuttle“ Delta Flyer gebaut wurde, hätte man eigentlich glauben können, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt den frohen Amateur-Nitpickern klar ist, dass die auf der Voyager in der Lage sind, Shuttles zu bauen.

      Offenbar aber nicht! :-)

  11. Cronos sagt:

    Wenigstens ist die erste Staffel zu Ende. War am Ende doch gut, das sie nur 15 Folgen hatte. Stellt euch das Ganze mal mit 25 oder so Folgen vor!

    Leider wirds eine zweite Staffel geben.

  12. Susan sagt:

    Für mich stellt sich wiedereinmal die Frage „soll ich mir DAS ansehen?“. Ich glaub, ich lass es sein ;)

  13. Michael Burnhamm-Brücher sagt:

    Michael: „Du musst mich erschießen, ehe du den Planeten in die Luft bomben kannst.“

    Imperatrix: „Verflixt. Ich kann ganz Planeten abmeucheln, zerbomben, Leute fressen und Kindern ihre Lollies klauen. Aber ich bin hilflos gegen deinen naiven Optimismus und deinen Glauben an das Gute im Menschen.“

    Michael: „Cool. Danke. Mach’s gut, liebe böse Gergiou.“

    Imperatrix: „Ich schreib mal ’ne Karte, wenn ich Zeit habe.“

    Voq: „So unglaublich saudumm. DAS ist mein Starfleet!“

    *Tusch, Abgang: Bühne rechts, stehender Applaus*

  14. BigBadBorg sagt:

    Ich hab mich entschlossen doch alle Folgen noch in einem Rutsch zu gucken.

    Ich kann hier nichts hinzufügen. Sparkis 11 von 10 Punkten sind gerechtfertigt!

    Was hier aber keinen zu stören scheint: Die Verprügelszene. Nein, nicht die Moral von der Geschicht. Die handwerkliche Umsetzung. Man hat Michelle Yeoh. Die Frau kann kämpfen. Hat sie in vielen Filmen (unter anderem mit Jackie Chan) unter Beweis gestellt. Also lassen sie sie akrobatisch mit coolen Tritten jemanden vermöbeln. Und schneiden es so saudumm dass man es gar nicht genießen kann. Das war bereits am Anfang der Serie bei dem Zweikampf so. Das ist als würde man eine gute Jackie Chan-Actionszene drehen und danach im Post ein Schnittgewitter à la Taken 3 draus machen.

    Das schließlich beweist wirklich endgültig die Inkompetenz der Macher. Nicht die Logiklöcher, die schlecht geschriebenen Charaktere, die durchschnittlichen Effekte, die sparsamen Kulissen. Das Unvermögen etwas das man bereits 1:1 in Gut auf Film hat danach noch zu verwurschteln und es billig aussehen zu lassen.

    • Edain sagt:

      Egal wie doof und hirnentkernt die Szene inhaltlich war – die Schnitte liegen nicht an der Inkompetenz der Macher, sondern an der Klingonenmaske. Eine ungeschnittene Michelle Yeoh-Prügelei hält keine Klingonenmaske der Welt aus.

  15. Jürgen Plewka sagt:

    Mir fehlt die Bereitschaft, die Folter(!)szene unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten.
    Abgesehen davon, dass ich diese Form von Gewaltdarstellung innerhalb von Star Trek abscheulich finde, machte die Szene storytechnisch keinerlei Sinn.
    Zwei doch hochintelligente Frauen foltern (aktiv/passiv) eine Gefangene … und erst danach fällt ihnen ein: Ach, wir hätten ja mal Tyler fragen können.

    Absurd.

  16. WKT sagt:

    Kann mir jemand sagen, wo ich meine 45 Minuten Lebenszeit wiederkriege?

    Nach den vielen handwerklichen Tiefpunkten hat die Serie dann kurz vor Schluß auch noch den moralischen erreicht. Und ich meine nichtmal den versuchten Genozid der Sternenflotte oder die Umdichtung von Sarek (besonders grausam: James Frain!)zum Kriegstreiber. Dafür gabs ja schließlich Orden.
    Ich meine, die Tatsache, dass man Mirror-Georgiou mit einer mild-lächelnden Ermahnung ziehen lässt. „Be good, Philipa.“. Brutale Diktatorin? Massenmörderin? Gewalttäterin? Zählt nicht, war ja nicht in unserem Universum.

    Ich kann gar nicht so viel fressen..

  17. Dario Cueto sagt:

    Mich würde aufrichtig Klapos nachträgliche Meinung zu New Voyages und Continues interessieren, nachdem er nun diese Disco Staffel gerade so überlebt hat. Er hat die ja damals immer schön abgestraft. Aber im Vergleich zu Disco waren New Voyages und Continues geradezu Sahnegold!

  18. hitzestau sagt:

    2 von 5 Sternen scheint mir noch gnädig für diese Episode. Moralisch ist es schlecht bestellt um die Sternenflotte und personell auch. Hab mich (unfreiwillig) kaputtgelacht, als klar war, wer zum Aussenteam gehört: Die SM-Diktatorin, der Hybrid-Klingone, die erfahrene Tilly und Mary Sue. Das Fähnlein der vier Aufrechten, um den Krieg zu beenden, wer hätte es denn auch sonst so zügig richten können? Für was war Spiegel-Georgiou noch gleich die Chefin der Mission? Um ein paar Sexspiele zu haben und dabei sich selber zu retten? Ja richtig, kein Wunder das es mit Starfleet – wozu noch Werte? – ständig bergab geht.

    Nein, die erste Staffel geht so zu Ende wie sie angefangen hat, als ein riesengrosses Ärgernis, das mit Star Trek gar nix zu tun hat. Der Cliffhanger mit der NCC-1701 hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Billige Effekthascherei, oder was mit Hand und Fuss? Vielleicht ist es ja eine Enterprise aus einem anderen Universum, mit einer Crew aus hirnbefreiten Drehbuchautoren und Showrunnern.

    • Klapowski sagt:

      „2 von 5 Sternen scheint mir noch gnädig für diese Episode.“

      Ich muss gestehen, das auch erst gedacht zu haben. Aber nachdem ich das letzte Drittel über lachend auf dem Sofa gehangen habe, mehrere Hustenanfälle abwechselnd mit meinem Review-Notizblock jonglierend, da konnte ich der Folge gar nicht zu böse sein.

      Die Auflösung des Kriegs war tatsächlich so schlecht, dass es schon fast wieder gut war. Dass ich in den Bildunterschriften einen Teil der Rede von Frank Drebin aus „Die nackte Kanone“ versteckt habe, war nämlich kein Zufall. Genau so hörte sich Burnhams Gefasel nämlich an.

      Aber wie doof ich mir heute vorkomme! All meine Kritik an Shinzon in ST 10 („Ein Klon von Picard? So eine doofe Idee!“) und an dem Ende von Voyager („Borg-Overkill und Borg-Massenmord? Nicht Star Trek!“) verpufft angesichts der intellektuellen Auffahrunfälle dieser Autorenriege.

  19. Raketenwurm sagt:

    Hmm…ich habe die ganze Woche überlegt, ob ich mich hier in den Kommentaren noch ein allerletztes Mal in meinem Leben über diese Serie aufregen soll. Über dieses banale Etwas von Finale, das sich wie eine Füllepisode einfühlte. Darüber, dass ich noch einmal auf die Autoren reingefallen bin und wirklich erwartet habe, dass man sich einen plausiblen Grund einfallen hat lassen, wieso die Fiesewichtin gerade Loser-Tilly im Außenteam haben wollte (um sie in Lebensgefahr zu bringen und damit Burnham in Schach zu halten !). Ich könnte mich auch über dieses Ende aufregen, das perfekt zeigt, was die Showrunner über Trekkies denken. – „Pass mal auf, wie das Fanvieh Twitter lahmlegen wird, wenn wir den richtigen Knopf drücken…“, Gell ?
    Aber wisst Ihr was ? Diese Finalfolge war genau das, was die Leute verdient haben, die Discovery tatsächlich gut finden und jedem Kritiker mit der „Du willst doch nur Dein altes Schnarch-Trek wiederhaben“-Keule auf den Kopf hauen. Der schwule Arzt samt der unvermeidlichen Liebesbeziehung ? Bleibt tot. Tyler samt der unververmeidlichen Liebesbeziehung ? Verläuft im Sand der Vergessenheit. Burnham ? Wird so grundlos in die Sternenflotte aufgenommen, wie sie grundlos herausgeschmissen wurde. Normalo-Tilly ? Scheint jetzt die Funktion des Pausenclowns übernommen zu haben. Und Saru, dessen Entwicklung zum Captain das einzige in der Staffel war, was zumindest halbwegs funktioniert hat ? Hat seinen Posten nun wieder los. Nach einer Staffel Discovery bleibt exakt nichts von der „grandiosen Charakterentwicklung“ und der „genialen, modernen Handlung“ übrig – von der uns all die Onlineseiten, die wohl auf einen Hype spekuliert haben, um damit zur Reviewhauptanlaufstelle der StarTrek-Fans zu werden, so euphorisch berichtet haben. Star Trek Discovery endete, wie es gelebt hat – als teurer, aber schlechter Witz. Ich habe am Ende nochmal herzlich gelacht, aber nun ist gut.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Und trotzdem wissen wir alle, dass wir 2020 zur zweiten Staffel wieder einschalten werden.

    • Raketenwurm sagt:

      Also ich bin wirklich raus. Ich werde hier natürlich die Reviews lesen, aber ich bin mir nicht mal sicher, ob ich die zweite Staffel irgendwann mal so nebenbei nachholen werde, wenn sie im deutschen Fernsehen läuft. Ich hab mehrere Serien auf dem Zettel, die toll sein sollen, und die ich mir stattdessen lieber anschauen möchte. ENT war damals zwar auch schon Mist, aber es war zumindest Star Trek, und dann hat man das trotzdem geguckt. Discovery hingegen hat es geschafft, sich in Sachen Inhalt und Anspruch so von Star Trek zu entfernen, dass es sich für mich nur noch wie „irgend so eine Serie“ anfühlt, und zwar eine Schlechte.
      Ich bin frei.

    • Nitpicker sagt:

      Ich bin schon bei der dritten Episode ausgestiegen. Inzwischen habe ich genug Serien geschaut um relativ schnell hoffnungslosen Mist zu erkennen, wenn er mir von Innen gegen die Mattscheibe knallt. Und wie Raketenwurm schon sagte, zieht hier nicht mal mehr der Star Trek-Bonus, weil Discovery schlicht keinen aufzubringen vermag. Vielleicht wird das noch mal was, wenn andere Showrunner/Autoren ans Ruder gelassen werden. Bis dahin braucht man vom bestehenden Team aber nichts besseres zu erwarten als das, was man schon in den ersten Fünf Minuten des Pilotfilms zu sehen bekam.

  20. ted_simple sagt:

    Jetzt haben wir die Staffel also hinter uns gebracht. Das war’s dann für mich, ich steige hier auch aus.

    Es reicht eigentlich schon der Umstand, dass im Staffelfinale ein Außenteam gezeigt wird, das auf einer Kirmes abhängt. Nämlich um zu erahnen, dass die Autoren Vollpfosten sind. Und wenn man keine der vorigen 14 Folgen gesehen hätte, so sollte sich doch so gegen Halbzeit der Folge das Gefühl einstellen, das hier irgend etwas nicht stimmt. Wie war das, der Krieg soll auch noch schnell beendet werden? Wann/wie soll das denn glaubhaft geschehen?

    Mir wird das alles zu blöd. Ich gebe zu, dass ich TV-Serien mit unterschiedlichen Maßstäben messe. Bei manchen nehme ich in Kauf, dass sie einfach nur Trash-Unterhaltung sind. Aber von Star Trek erwarte ich mehr; TOS/TNG/DS9 sind schuld! Bei Star Trek schalte ich meinen Kopf ein und stelle mich nicht dööfer, als ich bin.

    Bei der hier entwickelten „Lösung“ des Klingonenkrieges funktioniert aber die „Suspension of Disbelief“ nicht mehr. (Generell: Die Immersion fällt mir bei der Serie schwer; alle paar Minuten wird man aus der Geschichte herausgerissen, weil der nächste dicke „Klopper“ kommt.)

    Ich soll also glauben, das L’Rell mal eben die Flotte der Klingonen zurückbeordert und den Krieg abbricht… ja, warum genau sollte sie das tun? Ergibt das irgend einen Sinn? Am Anfang der Folge sagte sie noch verächtlich zu Spiegel-Georgiou: „You have already lost the war!“ Nichts, aber auch gar nichts erklärt, warum sie den Krieg beenden sollte. OK, der Stunt mit der Bombe auf ihrem Heimatplanten mag sie davon überzeugt haben, dass die Zerstörung einer ganzen Zivilisation sinnlos und feige ist, und sie mag das als Gleichnis gesehen haben, um von der Zerstörung der Erde Abstand zu nehmen. Aber was spricht gegen eine gute alte Besatzung? So wie die Cardassianer auf Bajor? Fun times! (Jedenfalls für räuberisch-martialische Klingonen!)

    Nichts, aber auch gar nichts, passt hier zusammen. Urplötzlich handeln die Klingonen also nach der Moral der Sternenflotte und erkennen, dass der Krieg böse ist? Ist das die unterschwellige Botschaft? Die klingonische Kultur ernst zu nehmen – wie von den Machern der Serie angekündigt war – sieht anders aus! Und L’Rell ist nur wieder ein weiteres Beispiel für eine lachhafte Charakterentwicklung.

    Schön fand ich, wie Michael uns an die missratene Logik ihrer Meuterei aus dem Pilotfilm erinnert hat und nun wiederum das Finale des Story-Arcs in ähnlich unverständlicher Logik zu Ende geführt wird. Der Kreis schließt sich. Passt doch alles zusammen.

    So long,
    ted_simple

    • ted_simple sagt:

      Schade finde ich auch, dass die beiden prominentesten Kriegs-Settings, die es für Prequel-Serien gab, jetzt gewissermaßen verbraten sind:

      – Der Krieg mit den Romulanern hätte rechnerisch in der sechsten Staffel von ENT gestartet. Und er endete fünf Jahre später mit der Gründung der Föderation, was man vielleicht mit einem kleinen Zeitsprung auch bei ENT noch hätte einbauen können. Wenn die Serie nicht abgesetzt worden wäre…

      Wobei mich der romulanische Krieg vor allem in seiner Bedeutung für die Gründung der Föderation interessiert hätte, also in einer sekundären Funktion. Leider werden wir wohl diese Phase nicht mehr zu sehen bekommen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Optik der ENT-Serie noch einmal in einer zukünftigen Serie kulissentechnisch nachgebaut wird.

      – Den nur gut 1-jährigen Klingonenkrieg haben wir jetzt in der definitiven Fassung vorliegen, die aber alles andere als befriedigend ist.

      Ich wage übrigens keine Prognosen, wie lange DIS noch laufen wird. Könnte abgesetzt werden, könnte aber auch als Cash-Cow funktionieren; und so lange sich damit Geld verdienen lässt, wird sich die aktuelle Formel auch wenig ändern.

    • Serienfan sagt:

      „Schade finde ich auch, dass die beiden prominentesten Kriegs-Settings, die es für Prequel-Serien gab, jetzt gewissermaßen verbraten sind.“
      Das denken sich die aktuellen DIS-Autoren im Moment wahrscheinlich auch. Denn was anderes als Kriegs-Settings fällt denen ja offenbar wahrscheinlich nicht ein.

      Wir haben jetzt:

      – Kriegs-Arc (die kreative Nullnummer für jedes SF-Franchise)
      – Spiegeluniversum (wenn mir nix mehr einfällt, geh ich ins Paralleluniversum)
      – Zeitschleife (blöd nur, dass diese inzwischen 0815-Idee nicht für einen ganzen Arc taugt)

    • Raketenwurm sagt:

      Na dann bleibt aber noch für Staffel 2:
      – die Erde wird von Aliens angegriffen / vergiftet / temporal verschoben und nur die Discovery bleibt übrig, um sie zu retten
      – ein menschlicher Terrorist treibt Bösewichtiges und muss gestoppt werden, damit die Aliens die Menschen nicht anfangen doof zu finden
      – Admiral Pillepalle hat seine Brille verlegt und beauftragt die Discovery, sie wieder zu finden

    • Serienfan sagt:

      Da Amok laufende Roboter in Space-SF nicht mehr so „in“ sind (außerdem gibts dafür schon Westworld), bleibt als 0815-SF-Plot eigentlich nur noch:

      – Föderation/Sternenflotte ist unterwandert von Doppelgängern (Wechselbalg, Klone, was auch immer)
      – Zeitreise in die Gegenwart
      – verrückter Wissenschaftler, der das Universum mit Druck auf rotem Schalter vernichten kann, muss gestoppt werden

  21. Jürgen Plewka sagt:

    Geil, mit dem Brillenplot hätte Discovery ein Alleinstellungsmerkmal!!!

    Natürlich – so stellt sich heraus – ist das nicht irgendeine Brille, sondern eine, mit der man ins Spiegeluniversum gelangen kann, getarnte Klingonen Schiffe sehen kann und den Sporenantrieb per Blinzel Funktion aktivieren kann.

    Ich kanns kaum erwarten!!!

  22. Nitpicker sagt:

    Am Ende hat eher Captain Pike seinen Spock verlegt und die Discovery verbringt die zweite Staffel mit der Suche nach ihm. In den letzten zehn Sekunden des dramatischen Staffel-Finales (wir besuchten soeben einen phylosianischen Zirkus) sehen wir dann eine vertraute schattige Silhouette, spitze Ohren sind zu erkennen, uuuund Abspann. Heftiger Applaus. Überschwängliches Lob in den Fanforen. Emmy-Nominierung für Tillys Pickel. Eine Bestätigung der Macher, dass in der dritten Staffel dann alles Sinn ergibt und wir erfahren werden, was das Rauchmonster ist. Moment, falsche Serie.

  23. Grimm sagt:

    Ich bin schockiert, dass der wichtigste Handlungsstrang für S2 hier noch nicht angesprochen wurde:

    Haben Klingonen 2 Penisse?

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