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Rom

Ob Dominion, Einstellungstests oder zweistellige Wechselgeldsummen: Trotz all dieser Gefahren kann man (es) auch als Kellner (zu) etwas bringen… Einfach mit hoher Stimme die ratlose Delegation aus Nervenärzten aus der Bahn kreischen, Toaster reaparieren lernen und auf gnädige Drehbuchautoren hoffen…

„Bruuuudaaaaa!“

Wer schreit so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Trottel, lallt wie ein Kind!

Als der Stern von Star Trek bereits zum Sinkflug angesetzt hatte, wurde eine Figur etabliert, die das Franchise auf neue (Ab)Wege führen sollte: Schenkelklatscherhumor für festgezurrte und narkotisierte Schenkel, von denen keine Gegenwehr mehr zu erwarten war… Sie sollte eine Art Donald Duck sein, nur dass der obligatorische Schnabel verdoppelt und seitlich am Kopf befestigt wurde. Ein sympathischer Looser, der keiner Fliege etwas zuleide tun konnte: Die verdammten Biester waren einfach zu schlau!

„Vöööögelcheeeeeen?“ – Wer Rom fotografiert, steht vor unüberwindlichen Herausforderungen. Alleine die Zähne benötigen ein Weitwinkelobjektiv!

Da Trekautoren nicht nur übermäßig tolerant, sondern ihren Figuren auch wohlgesonnen sind, wurden die tollpatschigen Abenteuer der wandelnden Vokalschleuder („Bruuuuudaaaa!“) hübsch im Wechsel präsentiert: Mal stapfte der allgemeine Verlierer (Jungfräulichkeit lange ausgeschlossen) in gebückter Haltung und mit Kehrblech im Mund durch die Bar, während in der nächsten Folge ein Minisieg gegen Onkel Dagoquark durchaus drin war: Hui, wie freute er sich dann, wenn er 10 Minuten früher Schluss machen durfte, um mehr Zeit zu haben, eine eigens zu diesem Zweck installierte Showtreppe herunterzufallen!

Das Experiment glückte: Den Zuschauern präsentierte sich ein zeitloser Humor, über den schon unsere Großeltern genau so wenig lachen konnten wie wir heute: Wann immer Geschirr und Zuschauerhoffnung bereit waren, zerschlagen zu werden, bewies ein hoffnungslos überforderter Rom, dass dies zu seinen leicht… schwersten Übungen gehörte: Eine Zeit lang ließ er alles fallen, was nicht niet– und nagelfest war. Intelligenzquotienten eingeschlossen!

Wenn alles nichts mehr half, war da ja immer noch Mamas Rockzipfel, den er problemlos im rechten Ohr verschwinden lassen konnte, um ihn aus dem linken wieder zum Vorschein kommen zu lassen. „Muuuuuugiiiie“ hatte Verständnis für ihren Sohn, wie wenig er genetisch auch mit ihr gemein haben mochte. Vielleicht hätte sie in der Schwangerschaft doch auf „Wirf den Brennstab“ (eine Art Speerwurf-Sportart) und „Stecknadel im Uranhaufen“ verzichten sollen…

Trotzdem fand er nebenbei immer noch die Zeit, sich mit einem Hungerlohn abspeisen zu lassen, der selbst zum Hungern noch zu niedrig war. Kein Wunder, dass er am Zahltag immer etwas blass (ein lehmfarbenes Hellbraun) aus seiner bekleckerten Wäsche glotzte: Er hasste es, ständig zahlen zu müssen!

All diese traurigen Erfahrungen hielten ihn nicht davon ab, seine Hauptarbeit zu erledigen: Doofe Fragen, wo immer sie auch lauerten, aufzuspüren und notfalls mit Waffengewalt zu stellen. Gerne auch anderen. Diese quittierten seine Bemerkungen („Danke, kein Trinkgeld. Hab’ keinen Durst…“) entweder, indem sie mit dem Kopf schüttelten (dem von Rom) oder, von so viel Elend und Dummheit überwältigt, ihren Schmerz in einem doppelstöckigen Staubflockenbrandy zu ertränken versuchten.
„Staubflockenbrandy“ deshalb, da von Rom servierte Getränke generell mittels Zunge vom Barboden geschleckt werden mussten.

Mit Intellekt hatte der Gute es also nicht so sehr… Doch wenn mal der Intel leckt und das Gelpack tropft, mutiert der Kellner mit dem geistigen Eindämmungsfeld schnell zum Z(Schr)auberlehrling: Wo er vorher noch Probleme hatte, sich ohne Missionbriefing die Nase ordnungsgemäß an der Wand zu stoßen, reparierte er plötzlich hochkomplexe Apparaturen, indem er ihnen einfach mit einer seiner geistlosen Gesichtsfratzen zunickte… Die Autoren versuchten also, uns einen Sonderschüler als verkanntes Genie zu verkaufen, der nur ein wenig Ermunterung (Zuspruch) oder etwas weniger „Ermunterung“ (Fußtritte) nötig hatte!

Fortan wechselte die personifizierte B-Story zwischen Genie und Wahnsinn hin und her, bis auch der Zuschauer nicht mehr wusste, ob er Kartoffelköpfchen nun den Nobelpreis oder eine Zyankalikapsel in die Hand drücken sollte…

Mit einem Male klappte es auch mit den Frauen und Dabomädchen Leeta , vorzeitig erblindet und fast taub, fand keinen Grund, den kleinen Wonneproppen nicht total lieb zu haben. Und da die Autoren am Ende der 7. Staffel gerade die „Erwerbsregeln für mehr Promille“ penibel befolgt hatten, machte man den hechelnden (Sp)Asthmatiker zum großen Nagus, einst seines Zeichens Chefspinner, oberster Fummelgreis und Quarks Stichwortfabrikant.

Na toll…

„Wooollknäul mit Stricknadeeeeln driiin??“ – Auch wenn die Konsolenanzeigen noch böhmische Dörfer darstellen, ist Rom`s Leben auf einem guten Weg! Drehbuch sei Dank!“


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Artikel

von Klapowski am 23.11.02 in Pourquoi, Gene

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Kommentare (10)

  1. Gast sagt:

    konsonanten-schleuder?! waren konsonanten nicht die buchstaben bcdf…..usw…..?? bei "bruuuuuudaaaaaa" überwiegen jedoch eindeutig die vokale! zur errinerung aeiou, die kuh macht muh ….jaja die alten grundschultage…..*schwärm*! also genug der (grundschul-klein-kinder)- bildung!

  2. Klapowski sagt:

    Selbstverständlich hat der Manne Recht…

    Nun rächt es sich, dass Kabel.1 das Glücksrad abgesetzt hat.

  3. frakesjoe sagt:

    Der gute Rom hat wohl selbst am Artikel mitgearbeitet, ohne zu schnallen, worum es geht…. daher diese Verwechselung Konsonant/Vokal….. Ist aber nur eine Theorie.

    Für mich ist Rom so etwas wie Dutin Hoffman in Rainman. Wenn er Technik sieht, macht es klick und er weiß, wie er den Nippel durch die Lasche ziehn muss.

  4. Gast sagt:

    Es heisst nicht der Manne, sondern der Mann. Das "e" am Ende wird nur beim Dativ gebraucht (im Felde, im Lande),klassisches Zitat "Dem Manne kann geholfen werden". Ansonsten aber gute Seite.

  5. frakesjoe sagt:

    Das ist bestimmt gemeint wie in z.B. "Der Räuberhauptmann und seine Mannen"….. :)

  6. Gast sagt:

    selten so gelacht !

  7. Gast sagt:

    Es heisst auch Loser und nicht Looser, tut ja aber auch nichts zur Sache.

    toller Text

  8. Gast sagt:

    Scheißt auf die Orthografie und Interpunktion, Leute, es geht um die semantische Ebene (alles klar?)

  9. Gast sagt:

    da fällt nur ein spruch ein der mein alter lateinlehrer immer wieder gerne gesagt hat: du nix daitsch

  10. Gollewuppdich sagt:

    Genial!! Vor allem wegen „Onkel Dagoquark“ muss ich mmich jetz noch mindestens eine Woche lang totlachen!!

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