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„Star Trek Discovery“ – 1.06 – „Lethe“ – Kritik

Gedankenverschmelzung ist schon eine tolle Sache! Legt man z.B. drei Finger auf eine Mülltonne, muss ich nicht mehr dem Twitter-Account von Donald Trump folgen, kann über Lichtjahre kommunizieren und gleichzeitig meinem Vater sagen, dass ich sehr enttäuscht über seinen unvulkanischen Bierbauch bin. Und in dieser Folge kommt sogar noch ein weiterer Vorteil des Hirnfunkens dazu: Endlich müssen sich die Autoren mal IN die Köpfe begeben, statt von außen drauf zu hauen, bis sie aufknacken.

Handlung: Michael Burnham bricht in der Kantine zusammen, weil sie den drohenden Tod von Sarek in einem überaus bunten Nebel spürt. Da der Manne so wichtig ist, genehmigt Lorca eine Rettungsmission, bei der Gedankenverschmelzung eine wichtige Rolle spielt. Dummerweise muss der Captain danach ebenfalls seine Gedanken offenbaren. Aber hat er überhaupt noch genug dafür?

Besprechung:

Mysteriös… Nach 15 Minuten war mein geistiger Notizzettel (ich nenne ihn auch „Brechliste“) noch erstaunlich leer. Abgesehen von Dingen, die man bei TOS noch nicht sah (= Manche Vulkanier wollen den Brexit) gähnte mich das Nörgelzentrum meines Gehirns nur müde an. Logikfehler? – Heute nicht. Das Training von Burnham, Lorca und ihren jeweiligen Schützlingen? – Bis auf das eeetwas frühe Holodeck alles so, wie man es bei „Full Metal Jacket – Die Serie“ erwarten darf.

Okay: Den Wunsch, Tilly bis zum Captain hochzupuschen, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Dass jeder Kopierpapier-Bewacher irgendwann sein eigenes Kommando erhalten soll, fand ich an Star Trek immer doof. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob Burnham die dickliche Hautunreinheit nicht nur veräppelt. – Fitnesswahn in einem Franchise, das sich seit Jahrzehnten für das Credo „Fett und Glatze? – Hauptsache, er hört Beethoven!“ einsetzt? Gewöhnungsbedürftig. Aber selbst das wird ja am Ende der Episode sehr schön relativiert…

Doch das sind nur Kleinigkeiten. Wichtig ist: Diesmal schaffte man es viel(!) besser, die Charaktere so zu definieren, dass sie sich nicht schon beim Rausgehen mit einer NEUEN Version ihrer selbst zusammenstießen. Stamits wirkte eher wie ein überkandidelter Nerd, statt zwischen Bürokratenarsch, Wahnsinnigen und Beleidigungswunder hin und her zu schwenken. Und Burnham zeigte durch ihre Spaziergänge durch Sareks Erinnerungen erstmals ansatzweise, warum sie vielleicht nur ein seelisch misshandeltes Kind ist – und nicht nur eine arrogante Tante mit „Heul doch, du … ich!“-Anstrich. Und selbst Lorca schaffte es schon zu Beginn – durch kleine Gesten und Zugeständnisse – menschlicher zu wirken. Was nach den letzten Episoden allerdings schon geklappt hätte, wenn er eine Torte auf die Brücke geschmissen hätte („Ich geb einen aus!“ *Flatsch*)…

„Okay, Morpheus! Ich gehe wieder rein!“ – „Denk dran, wenn du in einem Spardrehbuch stirbst, stirbst du auch in der realen Welt.“ – „Keine Sorge. Ich habe in Sareks Traum von öffentlichen Toiletten den Schüsselmeister gefunden!“ – Man denkt sich ja sonst nichts: Seitdem O2 alle Geistesverschmelzungen auf LTE hochgestuft hat, kann man auch auf dem Land für die bajoranischen Propheten arbeiten.

Lobend erwähnen möchte ich auch, dass mir kaum noch hippe Kameraeinstellungen auffallen. Wo die ersten 2-3 Folgen noch fröhlich im Dunkeln gelesen (?) wurde, während die Kamera schräg in die Nachbarkulissen ragte, so wurde mir diesmal gar nicht übel. – Apropos „Übel“: Etwas seltsam ist die Geschichte um die „Logik-Fundamentalisten“ ja schon, wenn sie sich mit Rote-Grütze-Injektionen in die Luft sprengen, um auf diese unaufgeregte Art um ein anderes Verhältnis zur Föderation zu werben. Aber klar, wenn die Klingonen zu menschenfressenden Affenmenschen mutieren, darf man auch von den Vulkis nicht erwarten, dass sie charmant lächelnd einem Sternenflottenoffizier über den Kopf streichen („Oh, wie süß! Er hat den Subraum verstanden!“), während sie selbst zwischen T‘Kant und T’Hegel schwanken. Die haben halt auch ihre Probleme.

Und dass man mal gerade so etwas „Übernatürliches“ wie die Geistesverschmelzung mit einer Maschine verstärken konnte, fand ich auch nicht schlimm – im Gegenteil! Immerhin IST es damit keine Hexerei, sondern doch etwas Messbares im Gehirn, das man mit Kaffee, Alkohol, Zigaretten und Borg-Hutmoden noch verstärken kann. Bei Discovery bin ich schon froh, wenn den Leuten für einen besseren Empfang keine Pilze in die Ohren gesteckt werden…

Aber kommen wir zum Kern der ganzen Geschichte: Burnham muss also ihren Ziehvater kurz dazu bringen, in seiner Rettungskapsel aufzuwachen und ein Knöpfchen zu drücken. So simpel wie schwierig, denn der alte Chakra-Verwalter will sich so gar nicht helfen lassen und verkloppt Michael lieber in einer Art „Gedankenverschmelzungs-Matrix“, statt auf der Todesschwelle seine Geheimnisse zu teilen. Und das war, man mag es kaum glauben, im Gegensatz zu dem Holper-Marathon der letzten Folgen richtig annehmbar geschrieben! Keine beknackten Sätze, bei denen man sich alle 30 Sekunden die eigenen Zehnägel als Vulkanierohren ans Gesicht kleben möchte, nein: Der Plot war nachvollziehbar, ein bisschen rührend und verlor sich nicht in SF-Blabla, Monsteraction oder Kriegsgeschrei. Hier war plötzlich Zeit (oder aufgebrauchtes Budget?) da, um über Kindheitsprobleme, enttäuschte Erwartungen und schwerwiegende Entscheidungen zu sprechen. Und sogar Spock wurde sinnvoll eingeflochten!

„Hilf mir, dich zu retten, Sarek! Hier, dieser Tritt in die Eier wird dich an die logische Funktion deiner Fortpflanzungsorgane erinnern.“ – Hau(t) mir doch (was) ab: Wer die Vulkanier für ihre friedfertige Logik mag, wird mit dieser Folge vielleicht nicht glücklich. Aber hey: Die Klingonen hätten diesen Platz gesprengt und aus der Asche einen leckeren Milchshake für T‘Kuvma gemixt.

Hier zeigen die alteingesessenen Autoren (Joe Menosky & Ted Sullivan) den neu-eingeschissenen (Kurtzman, Gretchen J. Berg … ) endlich mal, dass es bei Star Trek nicht auf plumpe Sprüche vor schöner(?) Wackelfassade ankommt. Dass Menosky unter anderem schon bei TNG/DS9/Voy-Folgen mitgearbeitet hat, die nicht die schlechtesten sind („Darmok“), merkt man diesmal.

Und sogar die Nebenhandlung um Lorca, dessen Verhalten immer mehr Leute in der Führungsebene besorgt, wirkte nicht nur plausibel, sondern war längst überfällig. Die Frage, ob der Mann einen mittelgroßen Lattenschuss mit dem Dampfhammer abbekommen hat oder halt nur „unkonventionell“ das wichtigste Raumschiff schrottet… äh… anführt, beschäftigt den kritischen Zuseher ja schon seit langem. Da war es vernünftig, ihn mal einem premiumpsychologischen Geschlechtsverkehr-Test zu unterziehen, um dabei zu merken, dass es bessere Captains geben dürfte. – Zum Beispiel Tilly?

Wie er da ganz gebrochen stand und um sein Kommando bettelte, das gefiel dem Klapo gut und gibt mir die Möglichkeit, allen zu zeigen, was mir bisher fehlte. Dumpfes Gekloppe hatten wir ja jetzt genug, da darf man jetzt auch gerne mal zwei Folgen zeigen, wie der Captain mit entsicherter Waffe aufs Klo geht, weil er Angst vor dem Urinstein hat. Je weiter sein Disput mit der Admiralin ging, umso besser konnte ich beide verstehen. Eigentlich Selbstverständlichkeiten, die man hier in Episode 6 erstmals neu entdeckt. Aber gut, ENTERPRISE ist schon ein bisschen her und vielleicht musste man sich nach den Kinofilmen erst langsam wieder zwischenmenschlichen Problemen annähern („Ach? Ein Psychologe heilt gar nicht mit Phaserstrahlen?“). Fahrradfahren verlernt man ja bekanntlich auch mit der Zeit…

„Nein, nicht mehr würgen!! Ich bin kein Klingone!“ – „Beweise es! Mach was Homoerotisches mit mir, was kein Klingone jemals täte!“ – „Äh, ist dieses ‚Gebrochener-Mann-erkannt-seine-Frau-im-Bett-nicht‘-Gehabe etwa nur ein Trick, um neue Praktiken auszuprobieren?“ – Man steckt halt nicht drin: Wusstet ihr, dass T‘Kuvma immer nur nach der Temperaturmethode verhütet hat? Und dass er 47 Kinder hatte?

Das Ende war diesmal auch ein Starkes. Nicht, weil die Klingonen wenig überraschend die Friedensverhandlungen sprengten und die Föderation einen Admiral(!) frei Haus lieferten, weil die Profiverhandler gerade aufgebraucht waren, nein: Das Ende war nur deswegen interessant, weil Lorca nun abwägen muss, ob er einen „Feind“ in den eigenen Reihen nun retten soll – oder nicht. Das finde ich handfester als Spiegelbilder, die nicht rechtzeitig „F5“ gedrückt haben.

Und der männliche Neuzugang bleibt noch blass und aalig, aber das ist wohl das, was beabsichtigt wurde. Klingonischer Spion, Love Interest oder substanzloses Flotten-Genie? Bleiben Sie dran!


Fazit: Mit ein wenig Rückbesinnung auf alte Erzählstrukturen, die um frische psychische Klapse bereichert wurden, ist dies eine erstaunlich gute Folge. Zwar nervt mich noch immer der zwangshippe Grundcharakter („Der Nebel! Macht ihn ZEHN-farbig!“), das verkniffene Gehabe von Burnham und die Grundausrichtung der Serie, doch mit Einzelepisoden wie diesen könnte ich die erste Staffel tatsächlich überstehen, ohne mir einen Afro in Augen und Ohren wachsen zu lassen.

Sollten die Vulkanier jetzt allerdings dauerhaft mit Selbstmordanschlägen(!) nerven, gibt es bald wieder eine Hass-Verschmelzung mit Niedrig-Bewertungs-Klapo, aber hallo!

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Er hat Spock gesagt!
Hey, der Sarek! Kennt ihr Sarek? Der Vater von Spock! Da, er hat wieder Spock gesagt. Und Amanda ist auch da. Mensch, wie gerne würde ich als Zuschauer doch mehr Zeit mit DENEN verbringen, als mit diesen Emos auf einem Schiff mit Trüffel-Antrieb. Okay, die Tilly ist ziemlich gut drauf. Aber die will ja ebenfalls weg vom Schiff und trainiert schon fleißig für den eigenen Captain-Sessel. Ah, die Burnham hat die Enterprise erwähnt! Dient auf dieser nicht Spock, der Sohn von Sarek?!

Kann es eigentlich sein, dass sich dieser irgendwie so gar nicht vulkanisch verhält? Schieben seine Muskeln doch Überstunden in einem Gesicht, wo zu TOS-Zeiten noch ein keckes Hochziehen der Augenbraue das Höchste der unterdrückten Gefühle war. Es gibt schon einen Unterschied zwischen fehlenden Emotionen durch Logik und hochnäsige Arschigkeit, finde ich. Meine ja nur, dass „The Original Sarek“ in dieser Beziehung noch etwas subtiler war.

Mit einem leichten Schrecken ist mir auch aufgefallen, dass sich Discovery eine schlimme Eigenschaft neuerer Star Trek Fanfilme abgeschaut hat: Die großporigen Nahaufnahmen. Man mag diese zur Verdeutlichung der gerade herrschenden schlimmen Zeiten gewählt haben (Krieeeeech!), aber bei mir resultierte dies nur in dem Wunsch, im Netz eine Anleitung für ein ordentliches Gesichtspeeling zu suchen.

Apropos Peeling. Captain Lorca ist unter der Haut schon ein schlimmer Finger. Aber so tragisch. Und innerlich aufgewühlt. Kein Wunder, dass dadurch die meisten weiblichen Zuschauer ganz wuschig werden und ihrem Freund vor dem Rumfummeln am liebsten einen ausgeschnittenen Papierkopf von Jason Isaacs auf die Visage kleben möchten. Konnte sich die Frau Admiral immerhin sparen, bevor sie von ihm (anscheinend) in den Klingonenknast intrigiert wurde. Fand deren Beziehung eh seltsam, da diese recht übergangsfrei zwischen Vorgesetzter, Psychiater, Freund und Knatterkumpel wechselte.

Fast schon humorig war dagegen der kurze Auftritt des Logik-Attentäters, welcher VÖLLIG ohne Reaktion auf seine gerade ablaufende Selbst-Explosion eine kleine Rede schwang. Mag dem Vulkanier-sein geschuldet sein, aber mal ein kurzes Zucken wäre schon nett gewesen. Denn SO wirkten die TNT-Krampfadern einfach nur wie ein aufgeklebter Spezialeffekt.

Fazit: Wie üblich eine stimmungstechnische Fortsetzung der vorherigen Episoden mit, wie ebenso üblich, ein paar netten Momenten wie Training-Tilly und der spaßig gespielten Stimmungsverbesserung des Pilzforschers. Was gleichzeitig beweist, wie sehr hier einfach ein bisschen Lockerheit fehlt. In einem Spiegeluniversum wäre „Discovery“ wohl… naja… „The Orville“.

Wertung: 6 von 10 Punkten


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Artikel

von Klapowski am 23.10.17 in Star Trek: Discovery

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Kommentare (35)

  1. Susan sagt:

    Nicht zu fassen! Ist da tatsächlich ein Trend nach oben auszumachen? Muss ich mir die Serie jetzt wieder anschauen? ;)
    Vielleicht ists ja wirklich ein längerer Trend.

    Oder nächste Woche an dieser Stelle wird Discovery wieder völlig verrissen. Bin gespannt!

  2. seph77 sagt:

    Ich muss gestehen, die Folge hatte mir tatsächlich, ähm wie war das Wort nochmal…ach ja, gefallen! Endlich wurde aus den Schaufensterpuppen, welche den ganzen Tag nur lahme One-Liner zum besten gaben, Klingonenschädel vaporisierten, Riesenpantoffeltierchen versklavten und sich sonst den ganzen Tag gegenseitig (und berechtigterweise) als Arschgeigen beschimpften, doch nun tatsächlich sowas wie reale, nachvollziehbare Charaktere. Gut, es waren nur zwei der ich weißgerad nicht wievielen Hauptcharaktere (sowie mit Sarek ein Nebendarsteller) und die „Verhandlung“ mit den Klingonen am Ende war an Stumpfsinn nicht zu überbieten, aber es ist zumindest ein zarter Keim der Hoffnung gepflanzt worden, dass es mit der Serie doch noch irgendwie bergauf gehen könnte. Auch wenn ich fürchte dass diese Hoffnung nächste Woche schon wieder gnadenlos niedergetrampelt wird, bin ich so betört, dass ich sogar über die Holodeckszene gnadenvoll hinwegsehe!

  3. jako sagt:

    Du hast recht…
    Die Szene in der Lorca um sein Komando bettelte war toll!
    Menosky ist spürbar!

  4. Jahnu sagt:

    Holodeck vor TOS. Bedeutet: mindestens drei bevorstehende völlig überraschende Holodeck-Zwischenfälle.
    Schrecklich, wie man sich Sorgen um Burnhams Vater machen muss, weil man ja nicht weiß, ob er später im Kanon wieder auftaucht… oh, wait.
    Aber der IS darf sich freuen, jetzt nicht mehr zwangsläufig ein Verein geistesgestörter Wahnsinniger sein zu müssen, weil Selbstmordattentate voll logisch sind! (Insbesondere Selbstmordattentate statt Mordanschlägen auf den EINEN Mitreisenden an Bord.)
    Was gleichzeitig beweisen würde, dass die Kazon viel logischer waren als gemeinhin angenommen [Ruhe in Frieden, „Kampf ums Dasein“).
    Ebenfalls: psychologische Begutachtung durch Whisky und Rumvögelei.

    tl;dr: „besser“ ist nicht zwangsläufig „gut“.

    P.S.: Disco

  5. G.G.Hoffmann sagt:

    Das Holodeck wurde schon in TAS auf der Enterprise eingeführt. Vermutlich ist es nur nicht so weit entwickelt wie im 24. Jahrhundert, bietet vielleicht nur eine optische Kulisse, aber keine Materie zum Anfassen und Gegenrempeln.

    Was die Großporeneinstellungen anbelangt, stimme ich Sparki zu. Das ist zum Teil ablenkend. Die Maskenbildnerkunst ist in dieser Serie erschreckend schlecht. Überall unreine Haut. Wollte man mehr Realismus in die Serie bringen oder verkraften 4K-Kameras keine Theaterschminke, ohne daß es auffällt? Es gab ja auch in den Kinofilmen schon immer Nahaufnahmen mit hochwertigen Kameras, ohne daß dem Zuschauer Pickel, Falten und aufgekratzte Haut entgegensprangen.

    Die CGI halte ich weiterhin für verbesserungsbedürftig. Insbesondere die Eröffnungsszene auf Vulkan sah in meinen Augen ziemlich billig und künstlich aus. Mit dem Äußeren der Discovery werde ich auch nicht warm. Weniger aufgrund der Form und der rotierenden Untertassensektion (was soll das eigentlich?), sondern der seltsamen CGI wegen, die sehr PC-Game-artig wirkt.

  6. Jürgen Plewka sagt:

    Stimme Jahnu zu: Besser ist weit entfernt davon gut zu sein.
    Der Auftakt (abzüglich der ersten Szene auf Vulkan) war wieder katastrophal: Klingonenkillwettbewerb (26 zu 24 gegen Lorca) im Holodeck (es gab schon eins vor TNG/TOS – ist an ir vorbei gegangen)und Jogging-Diskussion um Schwerpunkte der Ausbildung für eine Kommandofunktion.
    Burnham zu Kadett (!) Tilly:“Jeder, der sich für das Kommando Trainingsprogramm bewirbt, ist schlau. Die Persönlichkeit zählt da nicht.“
    Beim heiligen Picard! Mal ganz abgesehen davon, dass „schlau“ und „Persönlichkeit“ sich voneinander unterscheiden – was ist bloß aus dieser Sternenflotte geworden? Den Kobayashi Maru Test hat man hier wohl abgeschafft.

    Seltsam fand ich auch Lorcas „Ich weiß, dass Du wieder praktizierst“ zu Admiral Cornwell. Wie schafft es eine Psychologin/ Ärztin/ Therapeutin bis in den Admiralsrang? Und warum hat sie – mitten im Krieg? – wieder begonnen zu praktizieren???
    Was für ein Plotloch!

    Dann wird ein Admiral der Sternenflotte von den Klingonen entführt. Und Lorca beauftragt seinen ersten Offizier damit, das Sternenflottenkommando darüber zu informieren und einen Auftrag für das Schiff einzuholen.
    Was, wenn nicht das, wär die Aufgabe des Captains?

    Aber schon recht … der Rest war besser als vorher.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Plewka

      Sich solche vermeintlichen „Plotlöcher“ herauszusuchen, finde ich kleinlich. So kann man jeden Film und jede Serie auseinandernehmen. Von einer privaten Ansicht von Frau Burnham auf den Zustand der gesamten Sternenflotte zu schließen, ist durchaus gewagt. Das wäre genauso, wenn die Äußerung eines einzelnen Hinterbänklers im Bundestag als repräsentativ für die gesamte EU ansehen wollte.

      Bis Folge 5 haben alle geschrien, Lorcas Verhalten sei eines Sternenflottencaptains nicht würdig, die Serie sei deshalb Mist. In Folge 6 wird aufgeklärt, daß die Sternenflotte Lorca ebenfalls für gaga hält. Also einfach mal etwas Geduld mit einer Serie haben, die sich von dem Konzept der alleinstehenden Episoden bewußt verabschiedet hat und Erklärungen für vermeintliche Kanonbrüche offenbar erst nach und nach liefern möchte.

      Medizinisches Personal in hohen militärischen Rängen ist nichts Ungewöhnliches, sondern völlig normal. Ärzte im Generalsrang kennt auch die Bundeswehr. Analog gibt es in der amerikanischen Marine Ärzte im Admiralsrang. Psychiater sind – im Gegensatz zu Psychologen – Ärzte. Warum soll der Admiral nicht in dem Sinne praktizieren, daß sie zum Beispiel verantwortlich ist für die Begutachtung der psychischen Gesundheit des Führungspersonals? Ich sehe daher überhaupt kein „Plotloch“.

      Auch der nächste Kritikpunkt ist aus den Fingern gesogen. Das Delegieren von Aufgaben gehört zur Rangfolge in jeder Hierarchie. Weshalb sollte Lorca die Sternenflotte zwingend persönlich über die Entführung informieren? Gibt es dafür irgendein bekanntes Sternenflottenprotokoll?

      Diese „Warum-so-und-nicht-anders“-Kritik halte ich für unbegründet und langweilig, weil man sie auf jedes menschliche Verhalten anwenden kann, erst recht auf Filmkritik. Wie schon einmal in „The Big Bang Theory“ bemerkt wurde: Indiana Jones spielt für den Ausgang des Films „Jäger des verlorenen Schatzes“ überhaupt keine Rolle. Der ganze Film ist ein einziges Logikloch. Trotzdem ist er ein stilbildender Klassiker. So kann man an Filmkritik nicht herangehen.

      Über ST:7 (Treffen der Generationen) las ich damals in der Zeitung, Chekov und Scotty hätten nach Kirks Tod an dem Loch in der Außenhülle gestanden, obwohl man da doch gar nicht atmen könne und erfrieren müsse… Na ja.

  7. Jürgen Plewka sagt:

    @Hoffmann: Ich stimme Dir in allen Punkten nicht zu – insbesondere bei der Toleranz gegenüber tatsächlichen und vermeintlichen Plotlöchern.
    Es ist ja nicht Burnham, die uns Informationen über die Kriterien für Sternenflottenkommandeure gibt. Sondern ein Drehbuchautor, der sich entscheidet, genau diese Information über die Sternenflotte in die Folge einzuspeisen.
    Ist das jetzt ein zu hoher Anspruch an ein Drehbuch, dass jeder Satz einen Zweck erfüllen muss in einem größeren (Plot) Sinn?
    Qualitätsserien haben diesen Anspruch! Ich schau Montags immer parallel „The Deuce“ – da passt jedes Detail!

    Natürlich weiß ich, dass es Ärzte im Generalsrang gibt … die als Ärzte arbeiten.
    Hier haben wir aber jemanden, der als Admiral im militärischen Einsatz eingeführt wird. Und über den wir dann erfahren, dass er begonnen hat, wieder zu praktizieren … und das mitten in Kriegshandlungen. Das ist einfach nicht durchdacht.

    Und das bei den Drehbüchern so wenig gedacht wird, stört (mich). Ich hätte mir gewünscht, dass Star Trek als Qualitätsserie „aufersteht“.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Plewka
      Gut, so kann man das natürlich sehen, wenn man die Figuren als Sprachrohre der Autoren betrachtet und erwartet, daß von dieser Warte aus alle Dialoge und Handlungen schlüssig sein sollten. Aber so schaue ich keinen Film und so lese ich kein Buch, weil mir das völlig die Freude nähme. Letztlich will man doch nur unterhalten werden. Story- und dialogtechnisch war Star Trek doch meistens Grütze, wenn man von den wenigen guten Folgen absieht, die den Ruf dieser Serie begründet haben. Aber auf wie viele Episoden von über 700 trafen diese Qualitätsansprüche zu? „Best of both worlds“, „Darmok“ oder „The inner light“ gelten als die besten Folgen von TNG, sind aber inhaltlich und dialogtechnisch schmerzhafter Unsinn.

      Ich will, daß das alles einigermaßen ineinander greift und daß vom Ende betrachtet dies eine Serie wird, die sich in den bisherigen Kanon einigermaßen einfügen läßt. Es gibt aus meiner Sicht viel, was man an Discovery kritisieren kann. Mich stört vor allem die Optik, allen voran die billig wirkende CGI, der man ansieht, daß sie zuviel für eine Serie will und nicht gut genug für einen Spielfilm ist. Ich kann nichts mit Sprüchen wie „geil“ oder „cool“ anfangen, die nun einmal zur Sprache unserer Jahrzehnte gehören und in 200 Jahren sicher genauso wenig verwendet werden wie wir heute noch „potzblitz“ oder „kolossal“ sagen (andererseits gilt die deutsche TOS-Synchro als kultig, wo ebenfalls stark die Schnoddersprache der 70er gepflegt wird). Über Einzelheiten der Dialogbücher kann ich mich derzeit noch nicht aufregen, weil wir zum einen erst bei Folge 6 sind und sich außerdem unsinnige Dialoge und Handlungen in jeder Serie und jedem Film finden, wenn man sie finden möchte.

      Sehr schön wurde in einigen Kritiken herausgearbeitet, daß die ersten Dialoge zwischen Burnam und Captain Georgiou im Pilotfilm auf diesem Wüstenplaneten kompletter Nonsens sind, weil alles, was die beiden sich erzählen, ihnen schon von der Missionsvorbereitung bekannt sein müßte und es keinen Sinn ergibt, es sich gegenseitig noch einmal zu berichten. Das gilt aber bei Licht betrachtet für die meisten Dialoge in Theaterstücken, Büchern, Filmen, Serien. Die Figuren erzählen einander jede Menge Mist, den sie eigentlich längst wissen müssen, allein, um den Zuschauer die benötigten Hintergrundinformationen zu liefern.

      Diese Kunstgriffe sind für mich kein Maßstab für die Güte eines Drehbuchs. Bei Game Of Thrones wird doch auch stundenlang sinnlos nebeneinander her geritten und über Dinge geplaudert, die den Protagonisten längst bekannt sind. GoT hat Tyrion Lennister, TNG hatte Picard, House of Cards hat Frank Underwood. Es gibt nur gute Textzeilen für eine Figur. Der Rest bekommt die unsinnigen Einzeiler oder Geschwafel.

    • Klapowski sagt:

      Die oben von Jürgen genannten „Logiklöcher“ waren auch für mich keine. Weswegen ich mich ja in meinem Review sogar so weit aus dem Fenster lehnte, von „keinen Logikfehlern“ in dieser Folge zu sprechen.

      Und noch immer wollen mir keine einfallen. Dass ein Admiral nebenbei als Psychotherapeutin arbeitet, mag seltsam wirken, erscheint mir aber mit einer entsprechenden Nebentätigkeits-Vereinbarung nicht als sooo eigenartig. Klar, die Bumserei war wohl leicht unprofessionell, aber das wissen das die beiden Figuren wohl am allerbesten. Wobei Kirk auch darüber nur lachen würde – um sich dann für das „Fräulein Generälchen“ freizumachen.

      Da störte mich am ehesten noch, dass man es den Klingonen beim finalen Überfall reichlich einfach machte. Aber gut, solche Treffen mit wenigen Leuten/Schiffen sind nun mal für beide Parteien risikoreich. Anders geht es aber nun mal nicht, will man persönlich verhandeln.

      Dass man Discovery mit 90% weniger Seltsamkeiten und Gaga-Physik schon gleich um ein bis zwei Schulnoten hochstufen kann, ist ja auch für mich eine neue Erfahrung…

    • ted_simple sagt:

      „Die oben von Jürgen genannten „Logiklöcher“ waren auch für mich keine. Weswegen ich mich ja in meinem Review sogar so weit aus dem Fenster lehnte, von „keinen Logikfehlern“ in dieser Folge zu sprechen.“

      Dem stimme ich zu. Einzig die Idee einer „psychischen Ebene, auf der alle Lebewesen miteinander verbunden sind“ störte mich zuerst, bis mir dann einfiel, dass diese Psycho-Ebene ja auch bei TNG mit Deanna Troi und ihrer Mutter (schon in der ersten Staffel) eingeführt wurde. Solange es nicht in religiösen Mumbo-Jumbo abdriftet und die „Seele“ irgendwie physikalisch beschrieben werden kann, bin ich ja zufrieden (als hochkomplexe Energieform… oder was auch immer).

      Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass das geistige „Telefongespräch“ nicht über so riesige Entfernungen stattgefunden hätte. Es ist ja im Wesentlichen eine telepathische Fähigkeit, die meinetwegen innerhalb des Nebels funktionieren kann, aber tausende von Lichtjahre entfernt ist dann doch ein bisschen übertrieben. Die Discovery hätte auch auf anderem Wege von Sareks Situation erfahren können, ohne dieses übertriebene Ferngespräch (ebenso unnötig fand ich auch schon die Fernverbindung im Pilotfilm). Das Ganze erinnert mich zu sehr an Star Wars; war es wirklich nötig, Burnham in der Kantine zusammenbrechen zu lassen, weil sie eine „Erschütterung der Macht“ verspürte (sozusagen)?

      Ansonsten war die Folge ohne nennenswerte Logikfehler, was schon viel wert ist.

    • Serienfan sagt:

      Es gibt einen Unterschied zwischen einem Nitpick, einem Plothole und einem miesen Dialog. Wenn Gordon in der „Orville“-Folge „Krill“ zum Replikator sagt, er wolle einen Kaktus, und der Replikator sofort einen generiert, wäre ein Nitpick: Woher weiß der Replikator, was für einen Kaktus? Wenn nun jemand sagt: Die Folge ist deswegen Mist, dann ist das natürlich Unsinn. Nitpicken sollte man aus Spaß an einer Serie, nicht um seinen Verriss zu begründen. (Auch wenn ich im Autorenteam darauf bestanden hätte, dass Gordon „One random cactus.“ sagt.)

      Infos für den Zuschauer in einen Dialog einzubauen, der immer noch natürlich klingt, ist die hohe Kunst und eine Herausforderung, der sich ein Autor immer wieder stellen muss. Daher nimmt man gerne Aliens, eine Figur wie Lily in „Star Trek: First Contact“ oder Mark Twain in „Time’s Arrow“. Denn denen kann man alles erklären.

      Es gibt Autoren, denen das egal ist, ob Dialoge Sinn ergeben. Bei „Babylon 5“ war es phasenweise ganz schlimm, weil dort Figuren dauernd Sätze mit „Wie Sie ja wissen“ begannen („As you know“), nur um dann irgendetwas zu sagen, das beiden Figuren bekannt ist. Später hat JMS dann dauernd schwarz-weiße Rückblenden eingefügt, was ich auch nicht sehr elegant fand.

      Heute ist es üblich, vor der Episode in Zusammenfassungen alles Wesentliche mitzuteilen. Das führt oft dazu, dass man allein anhand der Zusammenfassung erraten kann, um was es in dieser Folge geht.

      Die Anfangsszene von „Star Trek: Discovery“ erzeugt bei mir aber den Eindruck, den Autoren sei alles scheiß egal gewesen. Als hätte ein Text-Generator alle Infos in einen Dialog einfließen lassen. Wenn dann der erste Offizier auch noch sagt, man komme bei der Sternenflotte „in Frieden“, und der Captain erwidert, sie habe ihr das beigebracht, dann denke ich: Reden hier zwei hochrangige Offiziere? Oder ist das eine Grundschullehrerin mit ihrer neu eingeschulten Schülerin, die sie noch aus dem Kindergarten kennt?

      Und das war ja nicht der einzige Anfängerfehler der Autoren. Figuren krampfhaft blöd oder ängstlich darzustellen, damit die Hautfigur „scheinen“ kann, ist so ein extremer Fehler. Dumme Figuren infizieren immer das gesamte Umfeld und ziehen auch die Hauptfigur nach unten. Scheinen kann ein Held unter anderen Helden. Das hat Roddenberry schon Shatner erklärt, als er sich Sorgen machte, der brillante Spock könne Kirk schlecht aussehen lassen.

      Dass dunkle Kulissen überhaupt nicht nötig sind, um eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, wusste schon Alfred Hitchcock. Und „Game of Thrones“ weiß es auch. Die Macher hier aber versuchen verzweifelt, mit dunklen Kulissen und schräger Kamera irgendwie eine besondere Atmosphäre aufzubauen. Das macht auf mich einen unsagbar gewollten, konstruierten Eindruck.

  8. Serienfan sagt:

    Ich hab die Folge nicht gesehen, aber bei den Bildern im Artikel fällt mir extrem auf, dass diese überhaupt nicht nach „Star Trek“ aussehen. „Star Trek“ hatte in allen Versionen einen sofort erkennbaren Stil. Der ist nun vollkommen verschwunden. Allein aus kommerziellen Gesichtspunkten ist so etwas unsagbar dumm. Wie kann man einen Wiedererkennungseffekt grundlos aufgeben?

    • Klapowski sagt:

      Einerseits stimme ich zu, andererseits ist mir aber klar, dass der „Wiedererkennungseffekt“ teilweise auf uralten Theaterbühnen-Einstellungen beruhte. Selbst „The Orville“ sieht trotz besseren Kameras und guter Ausleuchtung etwas altbacken aus. Eben WEIL man den typischen Trek-Stil der 90er teilweise am Leben erhalten hat.

      Den hätte ich auch bei DISCO wieder genommen, kann aber durchaus verstehen, dass man das nach J.J.Abrams nicht mehr gewagt hat. Aber wenn wir uns schrittweise zurück zu erträglicheren Kamereinstellungen und Beleuchtungen wagen und der oben genannte „Fressen-Zoom-Zirkus“ weniger wird, bin ich da schon ganz zufrieden.

    • Serienfan sagt:

      Ehrlich gesagt weiß ich wirklich nicht mehr, was heutzutage „altbacken“ ist, und was modern. Ist „altbacken“ nicht eh der neue Zeitgeist? Sieht „Star Wars“ nicht bewusst wieder so aus wie in den 1980er Jahren? Ist „Blade Runner“ nicht bewusst im Stil des Vorgängers gehalten? Was ist mit Filmen wie „Guardians of the Galaxy“ oder „Prometheus“? Ist das modern? Oder ist das retro? Und wieso dürfen alle etablierten Franchises ihrem Stil treu bleiben, während „Star Trek“ bis zur Unkenntlichkeit zwangserneuert werden muss?

      Ich sehe „Discovery“, und ich sehe hier einen Stil, den ich nicht wirklich für modern halte. Das liegt aber auch daran, dass mir gar nicht klar ist, was heute ein „moderner“ Stil ist! „Star Trek“ hat im Laufe der Jahrzehnte permanent Neuerungen erfahren. Und jedes Mal dachte ich: „Aha, das ist deutlich moderner.“ Jetzt aber denke ich erstmals: „Was soll das sein? Star Trek???“

      „The Orville“ hingegen hätte sich ruhig mehr kreative Freiheiten erlauben können. Aber auch hier die Frage: Ist „The Orville“ nun „altbacken“, oder entspricht die Serie gerade wegen des Retro-Stils voll und ganz dem aktuellen Zeitgeist?

  9. Jürgen Plewka sagt:

    @Hoffmann:
    Gut, so kann man das natürlich sehen, wenn Du Serien ausschließlich als Unterhaltung anschaust. Ich finde das auch okay – es gibt Serien bei denen ich das auch tue und mich zwischenzeitlich seltsame Dialoge und kleinere Plotlöcher nicht dazu bringen abzuschalten.

    Aber spätestens seit 2000 gibt es Serien, die kleine Kunstwerke sind (ebenso wie es vorher schon Literatur, Theaterstücke oder Kunstwerke gab, die eben bis ins letzte durchdacht oder von „Genie“ inspiriert waren)und in denen tatsächlich jeder Dialog „sitzt“, die Musik und die Optik „passt“. Die Kritik an der letzten Staffel von GoT war deshalb so scharf, weil diese Serie vorher qualitativ so gut war und sich plötzlich Plotlöcher ohne Ende ergaben.

    Discovery aber begann schon so (Du hast auf die Anfangsszene hingewiesen).

    Apropos „Disco“. Oben hat schon jemand auf das Shirt der Saladin hingewiesen. Für die Enterprise würde sich da Ente anbieten.

    • Katapultus sagt:

      Jürgen, ich habe mir aufgrund deines ersten Kommentares die letzte Folge mit deutschen Untertiteln angeschaut, und wie ich befürchtet habe, sind diese nicht der Oberhammer. Allerdings verfälschen sie auch nicht allzusehr das englische Original, und deshalb möchte ich dir empfehlen, deine genannten Beispiele nochmal genauer anzuschauen, egal ob englisch oder deutsch.

      Denn für jemanden, der den von dir genannten Qualitätsanspruch an Dialoge hat, hast du diese Dialoge in den entscheidenden Punkten anscheinend inhaltlich nicht komplett verstanden, weil nicht richtig Untertitel gelesen. Bei Bedarf führe ich das gerne näher aus.

      Und nur um sicherzugehen: Nein, ich bashe dich nicht aus Fanboygründen, ich halte die Serie bisher bei weitem für die schlechteste aller Star Trek Serien.

    • G.G.Hoffmann sagt:

      @Plewka

      Ich meine nur, man soll die Meßlatte nicht zu hoch legen. In Wahrheit gibt es doch so etwas wie intelligente Unterhaltung gar nicht. Es gibt nur saudoofe, doofe und semidoofe Unterhaltung. Wer Intelligenz sucht, sollte sich nicht unbedingt vor den Fernseher setzen. Star Trek schwankte bestenfalls immer zwischen doof und semidoof. Discovery hat, wie alle Star Trek Serien zu Beginn, noch Luft nach oben. Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß die Serie nicht eine schlecht gemachte Reinkarnation Altbekannten ist, wie VOY oder ENT, sondern daß sie durchaus erzählerisch ambitioniert ist und wir derzeit noch völlig im Dunkeln tappen.

      SciFi hat es im TV immer schwer. Die Produktion ist recht teuer und der Interessentenkreis überschaubar. Wenn man ein solches Experiment dann noch in einem etablierten Universum wagt, ist das ein hohes Risiko. Ohne den 50-jährigen Hintergrund hätte sich sicher niemand über die bislang vorgebrachten Kritikpunkte aufgeregt, sondern die Serie aufgeschlossener betrachtet.

      Ich vermute, daß der Hinweis von Jonathan Frakes, man werde Episoden im Spiegeluniversum drehen, sowie die bisherigen Andeutungen innerhalb der Serie, dafür sprechen, daß die Geschichte bislang in einem (nicht notwendigerweise „dem“) Spiegeluniversum spielt.

  10. Bergh60 sagt:

    tach auch !

    Warum höre Ich bei GGH immer Supertramp Dreamer im Hintergrund?
    Da sagt doch der Wunsch zum Gedanken :
    Ich bin Dein Vater Luke ähh Gedanken.

    ich hoffe(mann) ja auch, dass es besser wird. Im Moment ist es recht schlecht. Und bei dem was die da an Geld verpulvern könnten die Drehbücher echt besser sein.

    IMHO viel : Bad Writing. Mit dem Rest (ausser diesen klingonen) könnte man sich arrangieren.
    The Orville ist mit ~ 30% des Budgets (geraten) wesentlich besser.
    Gruss BergH

  11. Jürgen Plewka sagt:

    @Katapultus: Ich schau die Serie in deutscher Sprache, bin aber gestern auf Serienjunkies.de auf den englischen Originaltext des Gesprächs zwischen Lorca und Cornwell bezüglich „Du praktizierst wieder“ gestoßen. Tatsächlich kann man es da als Ironie Lorcas verstehen … was ja auch viel plausibler wäre. Mein Anspruch an die Serie war wohl schon soweit unten, dass ich sowas wie Ironie (war Lorca vorher schon einmal ironisch?)gar nicht auf dem Bildschirm hatte.

    @G.G.Hoffmann: Ich glaube im Gegensatz zu Dir, dass es auch intelligente (Fernseh)Unterhaltung gibt (die neuen Qualitätsserien treten an die Stelle der Bildungsromane des 20. Jahrhunderts). Ob man Star Trek grundsätzlich das Potential dazu zubilligt ist eine andere Frage. Ich erinnere mich aber an ein Interview mit ? weit vor Start der Serie, wo das als Anspruch formuliert wurde: Mit den neuen Möglichkeiten des seriellen Erzählens eine qualitativ hochwertige Serie zu entwickeln.

  12. phip sagt:

    Diese Folge hat sich auch als Ziel gesetzt dem gemeinen Trekkie sport- und ernährungswissenschaftlich ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Neben Diversity wird also auch noch Lifestyle ins Erfolgsrezept der Serie hinein geknetet. Hauptsache Tillys Maske wird durch diesen Trick im weiteren Verlauf der Serie besser gemacht.

    Bei der Essensausgabe in der Kantine bin ich aber ein wenig mit dem Canon überfordert: sind das Nahrungsverteiler? Sind das Replikatoren? Werden diese auf der „Disco“ nicht mehr mit Essenskarten gesteuert auf der „Ente“ jedoch immer noch? Und wieso sprechen diese Dinger überhaupt unaufgefordert? Wieso geben die Dinger überhaupt den Wissensstand von vor 230 Jahren wieder? Ich meine, es ist zwar irgendwie glaubwürdig, dass Michael eines Tages Mal ein Ökotrophologiebuch gefrühstückt hat und dieses Wissen an ihre einzige Freundin auf dem Schiff weitergeben möchte. Picard wäre aber bestimmt ausgerastet, wenn ihm sein Replikator jedes mal sagen würde was so tolles in seinem Earl Grey herum schwimmt. Und außerdem: das Ding hat vergessen zu erwähnen, ob das servierte Gericht und/oder Getränk fair Trade, aus ökologischer Landwirtschaft oder Glyphosatfrei sei. Alle beinhalteten Antioxidantien und Alkaloide hat es auch nicht aufgezählt. Kann man sich bei der Gelegenheit seine Alkaloide auswählen?

    • Klapowski sagt:

      „Picard wäre aber bestimmt ausgerastet, wenn ihm sein Replikator jedes mal sagen würde was so tolles in seinem Earl Grey herum schwimmt.“

      Ist für mich alles kein Fehler, maximal etwas doof und oberflächlich, was die Gesamtausrichtung der Serie angeht.

      Der Computer wurde eben auf den selten genutzten „Diät-Modus“ geschaltet, der figurbewussten Crewmitgliedern optional zur Verfügung steht. Für Fettis wie Burnham sicherlich eine große Hilfe. Bei der sieht man ja in diversen Einstellungen auch schon die Pickel am Hals. Zu viel Butter in der Pubertät, nehme ich an?

      „Wieso geben die Dinger überhaupt den Wissensstand von vor 230 Jahren wieder?“

      Weil es in 230 Jahren immer noch Proteine und Eiweiße in gewissen Nahrungsmitteln gibt?

      Verstehe aber schon, wenn einen das alles stört. Bisher waren das bei Star Trek ja immer Übermenschen, bei denen eine Darmgrippe, Körpertraining oder Posaunenstunden schon zu den ganz großen „Es menschelt“-Momenten zählten. Vor allem bei TNG.
      Da wirkt es natürlich fremd, wenn bei DISCOVERY plötzlich die Pickel platzen, 5 Kilometer Jogging die Karriere weiterbringt, man auf’s Kissen sabbert und den schnuckeligen Süßen eben attraktiver findet als den intellektuellen Süßen.

      Aber ich arbeite ja auch selbst daran, das irgendwie zeitlos und kultig zu finden. Bis ich soweit bin, bitte ich die Serienmacher höflichst, auf Bierschiss-Shots und Klingonische Nabelschnüre auf der Brücke („Neues Leben wir ehren müssen, Hugh!“) zu verzichten.

    • phip sagt:

      Vielen Dank für Deine Antwort. Entschuldige meine späte Antwort … RL und so …

      Da Du präzise die DIS sezierst und jede menge Fehler und Ungereimtheiten findest, habe ich halt die Nahrungsverteiler/Replikatoren „gefunden“. Aber nach der neunten Folge ist dies mittlerweile so was von unwichtig, wenn man bedenkt, was da bereits im ST-Universum verhunzt wurde.

      „Weil es in 230 Jahren immer noch Proteine und Eiweiße in gewissen Nahrungsmitteln gibt?“

      Es wurde von Stamets bereits in der dritten Folge erklärt, was auf der Quantenebene die neueste Antwort ist, welche die „42“ ersetzt. Gut, der Replikator ist halt nicht auf dem Laufenden und ich war so naiv zu glauben etwas neues zu lernen.

      „Bisher waren das bei Star Trek ja immer Übermenschen“

      So weit würde ich nicht gehen, aber sie strahlten eine Aura aus, aus der Vergangenheit ihre Schlüsse gezogen zu haben und die Fehler nicht wiederholen zu wollen und Quantenphysik im Kindergarten lernen. Da frage ich mich gerade, welchen Eindruck wir auf die Menschen von vor 230 Jahren machen würden. Übermenschen? Weicheier? Zauberer? Ungläubige?

  13. Jürgen Plewka sagt:

    @phip: Muss es nicht Kanon heißen? Canon ist die Firma, die unserer Schule immer die voll durchdigitalisierten Kopierer andreht, die nachher kaum genutzt werden (Wie – Mails verschicken per Kopierer???).

    • phip sagt:

      Wird doch alles wie „K“ ausgesprochen, was kopiert: Canon, Konica Minolta, Kyocera, Xerox … kommt ja auch vom Kopieren. Und komme mir bitte nicht mit Brother oder Epson … was kein K am Anfang hat (gesprochenes, nicht geschriebenes), das kann einfach nicht kopieren … und ich glaube in der Schule ist es mittlerweile egal, wie man etwas schreibt, Hauptsache man kann es tanzen …

  14. ted_simple sagt:

    http://www.spiegel.de/kultur/tv/star-trek-discovery-zweite-staffel-ist-bereits-bestellt-a-1174301.html

    Kann es sein, dass der Name „Spiegel“ auf ein Spiegeluniversum hindeutet, in dem die Serie ein „bemerkenswertes Kreativteam“ hat?

    • Susan sagt:

      Ich glaube, der Spiegel hat sich vor bereits einiger Zeit dorthin verabschiedet. Was die mittlerweile bringen, unterscheidet sich teilweise nur noch durch die Größe der Überschriften von der Bild.

  15. Jeffrey sagt:

    Phoa, was waren das für dumme Dialoge.
    Die Inszenierung der Gedankenverschmelung war exemplarisch für die dummen Dialoge dieser Autoren.

    Hey Tilly, schalt ja nicht ab, wenn Miss unverwundbar in die Verschmelzung geht, auch wenn die Werte doof sind.

    Ups, jetzt gibt es doich ernsthafte Probleme und wir müssen abrechen.

    Michael sinngemäß, ich schaffs nicht er ist zu stark.

    Aber dafür ist der nächste Stichworrtgeber der Marry Sue Figur da. Tschakka Michael Du schaffst es.

    Okay ich versuchs nochmal.

    Nächster doofer Dialog in der Schlussszene. Ich bin so Holzhammer zwiegespalten zwischen meiner Vulkaniererziehung und dem Menschsein. Mal bin ich wütend, aber auch traurig, mal bin ich A, aber auch Nicht A, was ist nur mit mir los?

    Jeder 2. sitzt in seinem Fernsehsessel und verdreht wegen des offenen Drehbuchs die Augen: Blah, weil Du ein Mensch bist.

    Und, was passiert 2 Sek. später: Der Stichwortgeber sagt: Weil das menschlich ist.

    Ein Klischee, eine ausgelutschte Trope nach der anderen.

    Und dass der Admiral zu Schaden kommt, war schon jedem klar, der hörte, dass sie Lorca verpfeiffen will. Dafür hatte man ihn ja nach der Sexzene und der Würgeaktion im Streitgespräch per Holzhammer zum kalten Psycho stilisiert. Natürlich kpieren das nicht alle Zuschauer und man blendet das im Streitgespräch eingeführte Symbol seiner Psychopathie nochmal ein. Oh, das ist die Ich-bin-der-böse-Lorca-Pistole und der entführte Admiral kann mich m al.

    Vorhersehbares Drehbuch mit Dialogen von Drehbuchanfängern.

  16. Jeffrey sagt:

    P.S. In der nächsten Episode, Hellsehmodus, wird der Admiral medienwirksam getötet, was Lorca entgegen kommt. Der will ja nicht helfen, da ihm das Problem Verpfiff nun genommen wurde. Außerdem muss man ja zum 10x zeigen wie kaltblütig er ist. Das, was ich voraussehe, wird von den Massenmedien nächste Woche dann wieder als genialer WTF verkauft. Dabei ist es einfach nur platt.

    • ted_simple sagt:

      Die angeblich so kreativen Autoren beweisen lediglich, dass sie sich mit moderner TV-Unterhaltung auskennen. In jeder Folge werden andere TV-Serien aufgegriffen und für Discovery verwurstet. Und darin liegt dann die „Innovation“. Aber seit den „Reboot“-Trek-Movies ist Copy & Paste ja salonfähig. Diesmal: Frank Underwood aus „House of Cards“ baut sich systematisch eine Brücken-Crew auf, die ihm zu Dank verpflichtet ist (Ash wegen der Rettung aus Gefängnis und dem erstaunlichen Vertrauen, das Lorca ihm entgegenbringt; Michael wegen der Rettung Sareks). Ja, der gute Captain hat so seine Günstlinge. Wichtigste Qualifikation: Unbedingte Treue!

      Man, diese Mannschaft ist so dysfunktional, dass der Captain solche Spielchen nötig hat, um sich eine halbwegs zuverlässige Führungsriege aufzubauen. Wenn ich korrupten Mief im Fernsehen sehen will, gucke ich direkt House of Cards.

      Aber eines muss man den Autoren lassen: Der mediale „Remix“, den sie da vornehmen, ist um einiges geschickter als die extrem offensichtliche Wiederverwertung von „A New Hope“ im neuen Star Wars – „Erwachen der Macht“. Quasi „Copy and Paste“ auf einem ganz neuen Level. Das wird auch noch eine ganze Weile so weitergehen, weil die Zuschauer auf der langen Leitung stehen.
      Vielleicht kommt es auch irgendwann zu einer Meuterei auf dem Schiff, und die eingeschworene Clique um Lorca darf dann ihre Treue beweisen.

  17. bergh60 sagt:

    tach auch !
    @ted_simple

    Beuterei auf der Mounty ?

    Der Herr bewahre uns davor.

    Gruß BergH

  18. Dr. Best (der mit dem Schwingkopf) sagt:

    Also mir gefällt’s.
    Allerdings versuche ich mich schon seit Wochen zu erinnern, ob ich damals bei ENT auch so unkritisch war….
    Denn die hier genannten Schwächen sind ja durchaus vorhanden.

    Positiv ist auf jeden Fall: der alte Mief ist weg. Die alte Leier, die bei VOY und ENT immer wieder abgespielt wurde, ist definitiv nicht mehr herausgekramt worden.
    Und das gewollt Hippe und Coole (aber bitte mit ganz viel Nostalgie!!!) der JJ Filme wird mM auch vermieden.
    Wenn man jetzt versucht Star Trek Typisches im neuen Gewand hinzubekommen und sich nicht zu sehr ins düstere Blut-, Schweiß- und Tränenmeer stürzt ( a la Stargate Universe) bin ich zufrieden.
    Aber warten wir ab. Nach den ersten 15 Folgen ENT, liebevoll von STUS mit dem Dampfhammer massiert, fand ich die Serie auch Scheisse.
    Wie’s diesmal ausgeht? Wer weiß….

    • ted_simple sagt:

      M.E. wird das gewollt Coole und Hippe leider nicht vermieden, sondern ist eines der störendsten Elemente der neuen Serie. Warum gab es denn das Klingonen-Redesign? Weil’s cool aussieht. Warum kann Sarek sich mit Michael über einige tausend Lichtjahre Entfernung „geistig“ verbinden? Weil’s cool ist und zeigt, was die Vulkanier so drauf haben. Warum sind die Klingonen solche Primitivlinge? Weil’s als „edgy“ gilt, zu zeigen, wie Badass die drauf sind. Damit’s auch jeder noch so doofe Zuschauer versteht. Und wenn Stamets die Sprünge der Discovery per mentaler Direkverbindung berechnet, ist mir dabei eher befremdlich zumute (ich mache mir Sorgen um den guten Mann), so dass ich Tillys lockere Anmerkung, das sei „cool“, komplett deplatziert fand. Wenn Tilly das Sprachrohr des allgemeinen Publikums ist, dann ist offensichtlich, dass das Zielpublikum kein intellektuelles ist.

    • Bolleraner sagt:

      Zum Glück gab es früher Wesley Crusher als Identifikationsfigur für junge Leute von heute (gestern). Den mochten ja bekanntlich auch alle.

      Die neue Folge war für mich auch wieder besser, nach dem bisherigen Tiefpunkt mit der Blitzentführung und -flucht. Das war schon stellenweise mit echtem Trek-Feeling (TM).

      Im Vergleich mit anderen aktuellen Serien wie Stranger Things oder GoT kann Disco aber nicht anstinken.

  19. Randall sagt:

    Ist hier niemandem ausgefallen wie furchtbar gekünstelt Burnham und Tilly joggen?? Das sah so dermassen übertrieben aus…

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