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Trekkies der Geschichte: Mao Tse-Tung

Unser neuer, exklusiver, ST-E Dokumentarbericht widmet sich einem interessanten Aspekt der Weltgeschichte. Denn wie oft haben wir uns nicht schon gefragt, ob nicht diese oder jene öffentliche Person nicht doch ein heimlicher Star Trek-Fan ist?
Ok, WIR wahrscheinlich gar nicht, aber bei den Fans ist es immer ein brisantes Thema…

Und Teil 1 eröffnet unsere neue Serie mit niemand geringeren als den Mann der Massen (bei über 900 Millionen Untertanen kein Wunder), den King des Kommunismus, den Meister des Marxismus… Maaaaao Tseeeeee-Tung!

Mao war ein Trekkie.
Viele hat es überrascht, besonders uns. Denn sind doch über 2/3 der ST-E Redaktion überzeugte Anhänger der marxistischen Lehre, wie es schon die prägnante Werbebannerlosigkeit der Seite offensichtlich macht. Doch wollen wir nicht über die grandiosen Vorteile einer Befreiung vom Proletariat sprechen, sondern uns auf die harten Fakten konzentrieren… auch wenn eine kurze Abhandlung über die fantastische Idee einer sozialen Gleichstellung des Volkes wahrscheinlich weitaus faszinierender wäre.

Doch zurück zum Thema. Unter kürzlich von unseren Genoss… von chinesischen Forschern entdeckten Unterlagen befand sich auch sein geheimes Tagebuch. Detailliert beschrieb er dort seine (in China jahrelang verbotene) Zuneigung zu Gene Roddenberry`s Werk der Science-Fiction. Und dies entwickelte sich nicht zufällig. Denn das erste Zusammentreffen zwischen Mao und Gene Roddenberry, ebenfalls überzeugter Kommunist (oder Kolumnist, diese Information ging leider verloren), fand bereits 1964 in Amerika statt. Während Mao dort auf einer amerikanischen Buchmesse gerade seine berühmte Zitatesammlung „Das kleine rote Buch“ vorstellte, traf er auf Roddenberry, welcher auf selbiger Messe gerade auf Geldgeber-Tour für seine neu erdachte Serie namens „Star Trek“ war.

Gene und Mao verstanden sich auf Anhieb prächtig. Und besonders gut gefiel Tse-Tung die Idee einer Serie, wo „alle Menschen gleich sind und wo Geld nicht mehr gebraucht wird“. Mao sah die Chance, und schlug Gene vor, diese Serie in China produzieren und filmen zu lassen. Auch um die Drehbücher wolle er sich selber kümmern, meinte er schließlich sich mit der Idee des Marxismus (übrigens eine perfekte Staatsform, wie wir finden) wie er in Star Trek vorkommt, am Besten auszukennen.

Die Idee interessierte Roddenberry, und er erlaubte daher Mao, eine Reihe von Testfolgen zu drehen. Und unter den gefundenen Unterlagen befanden sich glücklicherweise auch noch Photographien aus gerade dieser Zeit. ST-Enterprise präsentiert diese natürlich exklusiv:


„Und dann packt Captain Maozetung den kapitalistischen Gorn, und…“
Mao demonstriert einer Gruppe Star Trek-Autoren seine Idee für eine Folge.


„Ok, Lick Belman, du kümmerst dich mit Genosse Blagga um eine eventuelle Ableger-Serie.“


„Li, du gehst ans Steuer. Ping, du bist Waffenoffizier. Hang an die Com-Station und Wong ist der erste Offizier…“
Gerade Gene`s Idee, dass die Stammcrew aus Menschen aller Länder besteht, versuchte Mao bestmöglichst umzusetzen.


„Dahinten ist noch was frei.“
Mao beschränkte das Publikum bei den Testvorführungen auf ein Minimum.


Vorschau-Plakat für die neue Serie. Die Übersetzung des Textes lautet:
„Star Trek – Immer Freitags um 22.00 Uhr im chinesischen Staatsfernsehen!“

Mit dem fertigen Material wieder in den Staaten, zeigte Mao seinem Freund das Ergebnis der harten Arbeit. Gene war begeistert, doch hatten beide nicht mit den Problemen gerechnet, die der kalte Krieg mit sich bringt. Tse-Tung musste die Staaten verlassen, während das bereits abgedrehte Star Trek-Material vom FBI beschlagnahmt und im Pentagon weggesperrt wurde. Roddenberry selber hatte aus diesem Grund keine andere Wahl, und musste sich einen anderen Produzenten suchen.

Der Rest ist bekannt.

Jetzt aber zurück zu den vielen Vorteilen einer Abschaffung des Klassenunterschieds…


Weitersagen!

Artikel

von Sparkiller am 16.11.02 in Star Trek

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Kommentare (11)

  1. Gast sagt:

    Sozialismus, Kommunismus sind Theorien die ich total gut
    finde.

  2. Brecht sagt:

    Nach den vielen Rüden Attacken der letzten Tage wollt ich mir jegliche Kommentare sparen, aber bei so vielen Fehlern und (vielleicht gewollten) Fauxpas dieses Textes hat es mich aus meinen Roten Socken gehauen.

    Erstens Mao Tse-Tung war nicht der Meister des Marxismus, denn es gab keinen Real-Existierenden Marxismus, in keinem Land der Welt. Der einzige der vielleicht so einen ähnlich lautenden Titel hätte erhalten dürfen wäre Lenin gewesen.

    Zweitens: „Gene und Mao verstanden sich […].“ Im chinesischen wird der Nachname zuerst genannt dann folgt der Vorname. Richtig wäre also gewesen:“ Gene und Tse-Tung…“

    Drittens: China hat nicht 900 Millionen Einwohner sondern rund 1,2 Millionen.

    Viertens: Generell passen Begriffe wie Kommunismus und Marxismus antagonistisch zu Mao Tse-Tung. Leute die Marktwirtschaftliche Prinzipien unter den Deckmantel des Sozialismus verkaufen wollen sind keine Kommunisten. Und Leute die Menschen ausbeuten, ermorden und im wahrsten Sinne des Wortes ausplündern sind wohl nie im Leben Marxisten.

    und so weiter….

    Also Bitte das nächste Mal besser recherchieren oder ganz sein lassen!

  3. Gast sagt:

    Maoisten finde ich genauso blöd wie Trotzkisten.

  4. Sparkiller sagt:

    Lieber Brecht,
    vielen Dank für die angemessene Korrektur meines Artikels.

    Denn gerade in einer Abhandlung die von einer, auf harten Fakten basierenden, Zusammenarbeit zwischen Gene Roddenberry und Mao Tse-Tung handelt, hätte man gewiß ein höheres Maß an Recherche erwarten sollen.

    Doch es soll keiner sagen, dass wir aus unseren Fehlern nicht lernen. Daher werden wir im zweiten Teil unserer Reihe, "George Washington trifft Leonard Nimoy", umso vorsichtiger mit historischen Daten umgehen, wie du es uns auf eine ganz und gar nicht klugscheissrige Art bereits vorgemacht hast.

    Und dafür danken wir dir, denn du hast uns gezeigt, dass man mit Satire nicht leichtfertig umgehen sollte. Zu schnell werden Begriffe wie Kommunismus antagon… arta… antarktisch eingesetzt und marktwirtschaftliche Prinzipien unter dem Deckmantel des Sozialismus verkauft.
    Die Folgen dieser gedankenlosen Sinnvergewaltigungen wären wohl beinahe Hungersnöte, Kriege und steigende Benzinpreise gewesen.

    *"god saves the queen" fängt an zu spielen*

    Doch EIN Mann hat die Welt davor gerettet! Ein Mann, so mutig, so stark. Sein Name ist… Brecht!

    Brecht, ich danke dir! Nein… WIR danken dir!

    PS: Ich war überrascht zu hören, dass in China nur 1,2 Millionen Menschen leben. Waren wir etwa jahrelang Opfer einer Täuschung? Wie hoch war also die dortige Produktion von Chinesen-Pappaufstellern WIRKLICH??

    PPS: Solltest du 1,2 Milliarden gemeint haben, hättest du dir wohl den Text besser durchlesen sollen. Denn die Geschichte handelte im Jahr 1964… haha… HAHAHA… HAHAHAHARGLGLGLGLglglglg…

    *diabolisch, altkluge lache*

    .
    .
    .
    PPPS: Und zum Schluß noch, um Brecht etwas Arbeit abzunehmen, ein Kommentar zu der Aussage von "Gast"…

    Lieber Gast,
    leider befindest du dich auf den Holzweg. Den die handelsübliche Trotzkiste wurde erst 1981 von den Gebrüdern Trotzki erfunden. Mao… entschuldigung, das ist ja falsch… Tse-Tung starb bereits vorher.

  5. Brecht sagt:

    Lieber Sparkiller:

    Im Nachlesen meines Textes ist mir auch der Fehler im Dritten Punkt aufgefallen. Ich bitte dafür förmlichst um Entschuldigung. Dieser Vorwurf war Ungerechtfertig und Falsch.

    Und noch mal Danke für die Brilliante Erfassung meiner Intention. Nein Sparki, mir war es Unmöglich die Satire in deinem Text zu finden. Denn wie soll ich bitte Deiner Meinung nach erkennen, dass es sich hier um eine Satire-Seite handelt. Ihr könntet doch mal ruhig darauf hinweisen…vielleicht im Namen.

    Den Klugscheißer Vorwurf muss ich doch mal dezent Zurückweisen. Denn ich verstehe nicht so ganz den Zusammenhang zwischen: “Du machst Fehler und Ich weise daraufhin“ und: “Brecht ist ein Klugscheißer…“.
    Aber darum geht es ja im Grunde auch gar nicht. Das Problem ist, ihr versteht etwas von „Star Trek und Satire“ (siehe Titel) und nichts „KOMMUNISMUS und Satire“. Und wenn man dann versucht die schönsten Kalauer und besten Parodien über Ulbrichts Quäkebart oder die Junge Garde des Politbüros zu schreiben, entwickelt sich eine humorvolle Stimmung wie bei Lenins Beerdigung. Also Schuster bleib bei deinen Leisten.

  6. Gast sagt:

    Vielleicht hat das ganze auch nur mit den aktuellen "Veraenderungen" in China zu tun.

  7. Gast sagt:

    Igitt, mir rinnt die Klugscheisse förmlich vom Bildschirm.

  8. Torsten sagt:

    Mao selbst hatte schon die Idee für einen Ableger. Das Projekt lief unter:

    "Frieden schaffen mit immer ausgeklügelteren Waffen", und sah eine weibliche Hauptrolle vor.

  9. Hellspawn sagt:

    Hätte Torsten jetzt auch Tse-Tung schreiben müssen? Holt mal Dr. Brecht.

  10. Gast sagt:

    Brecht, wenn die werten Autoren hier mit Kommunismus&Co Blödsinn verzapfen, ist das doch völlig egal, dann wir Leser haben durch die Bank doch auch keine Ahnung davon, womit wir wieder amüsiert wären. Humor funktioniert halt nur nicht über intelektuelle Höhenunterschiede hinweg.

  11. frakesjoe sagt:

    Ach bitte….. wieso werden hier die Autoren beleidigt? Kost doch nix, das Zeug hier zu lesen. Es wird doch keiner dazu gezwungen. Kann ich nur immer wieder sagen….

    Wenn euch der Intelekt hier zu gering erscheint, dann lest doch wo anders….. Ich behaupte mal, mich mit Kommunismus besser auszukennen als Otoo-Normal-Bürger, dem eingetrichtert wurde "Kommunismus doof, Kapitalismus gut". Ich fands trotzdem lustig. Aber menacheiner fühlt sich anscheinend angepisst, wenn man Scherze mit und über den Kommunismus macht….. so wird das nix.

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