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The Orville – 1.05 – Die Kritik mit dem Kartoffelkopf

Handlung: Die Orville rettet den Captain eines Bergbauschiffes, dessen Parkplatz auf einem in die Sonne stürzenden Asteroiden sich überraschenderweise als nicht ganz ungefährlich herausstellte. Doch schnell kommt bei Commander Grayson der Verdacht auf, dass die gerettete Frau etwas zu verbergen hat. Zur selben Zeit hackt Isaac einem seiner Arbeitskollegen aus Jux das Bein ab. Das witzige Treiben kompetenter Normalos wie uns eben. („Ha-ha, Klapo! Suchst du etwa immer noch deinen Schniedel? Kleiner Tipp: Schau mal im Futternapf! …wie, der ist leer?!“)

Mittlerweile kommt bei mir die Frage auf: Kann man Star Trek vielleicht auch ZU toll finden? Also so sehr, dass man dadurch Probleme hat, sich wirklich eigene Ideen auszudenken? Denn auch bei diese Episode namens „Pria“ hatte ich einfach permanent den Eindruck, das Ganze irgendwo schon einmal gesehen zu haben. Zum einem ist die namengebende Pria am Ende niemand anderes als Vash, die kecke Gelegenheitsliebhaberin von Captain Picard und der lebendig gewordene Hintergedanke. Ihr geheimer Plan dieses Mal? Natürlich die Story von „Der zeitreisende Historiker“, wo ein… äh… zeitreisender Historiker durch… öh… die Zeit reist, um geklaute Artefakte zu verhökern.

Und der B-Plot um das Humorunverständnis von Commander Data… nee, Isaac… obwohl, irgendwie ja doch Commander Data… ist ja auch schon mehrmals da gewesen. Auch wenn Data nicht zu soziopathischen Zerstückelungen neigte. Halt. Stop. Jetzt fällt es mir wieder ein.

„Mir ist es egal, was für einen tollen Gutschein es beim Restaurant um die Ecke gab! Ich HASSE deren Eisbein mit Riesenzwiebeln und Bratkartoffeln!“ – „Sorry, Captain. Soll ich es wieder umtauschen?“ – „Ach, wenn es schon einmal da ist. Aber hol mal bitte deinen Rasierer. Weisst schon, den für die Beine.“ – Haxen machen. Diese Stelze aus dem B-Plot krachte während eines ernsten Moments in der A-Story plötzlich durch die Zimmerdecke. NOCH lustiger wäre das wohl nur während einer Borg-Folge bei Picard gewesen!

Apropos Zeitreise. Das Argument von Fast-Vash, dass man die Orville ja problemlos ohne Zeitlinien-Verrenkung klauen kann, weil die Crew durch die komischen Space-Bubbles doch eh draufgegangen wär, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Schließlich hat man die Frau Captain bereits VORHER getroffen. Und zwar auf eine Weise, bei welcher Mercer & Co. durch die Schuld von Pria schon VOR dem Eintrag in die zukünftigen Geschichtsbücher beinahe den Löffel abgegeben hätten. Also kann ich die Titanic schon in der Werft versenken, ohne dass sich dadurch etwas verändert? („Was sagst du denn dazu, Zukunfts-Spark? Und warum hast du ein Messer in der Hand?? Und einen fies aussehenden Bart? RAAAAHHHGLLL…“)

Sorry für die Unterbrechung. Alternativ-Spark hier. Könnt ihr mir eine Minute Zeit geben, um die Leich… um hier mal kurz aufzuräumen? Hier, guckt solange diesen lustigen Ausschnitt aus Seinfeld:

Ha-ha, dieser George! So ein Arsch. Aber gleichzeitig auch sympathisch und menschlich. So wie die Crew der Orville, die sich sowas auch mal auf der Brücke ansieht. Schade, dass in den Jahrhunderten danach nichts Tolles mehr produziert wurde. So ein Ausschnitt aus einer Seifenoper vom Nur-Männer-Planeten Moclus hätte doch was. („Und? Wie lange musstest du vor dem Schuhgeschäft warten?“ – „Zwei Minuten. Wieso?“)

Fazit: Jetzt klingt das alles wohl (erneut) etwas Schlimmer, als es eigentlich war. Denn Orville teilt sich auch hier diese optimistische Leichtigkeit mit TNG, durch welche man den Autoren mit ihren klebrigen Fingern nur schwer böse sein kann. Die freundlichen Farbtöne der, wenn auch optisch spärlichen, Einrichtung des Schiffes und die unaufgeregten Kameraeinstellungen tun dabei ihr übriges. Die Serie bietet einfach Science-Fiction zum einmuckeln und wohlfühlen. So sehr, dass leider auch die Überraschungen und der Einfallsreichtum darunter leiden.

Meine Wertung lautet daher leider:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Ha-ha! Überraschung! Reingeleeeeegt!

Ja, SO macht man das!

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

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von Sparkiller am 11.10.17 in Serienkritik

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Kommentare (15)

  1. Serienfan sagt:

    Mich überrascht ein wenig, dass der absolut grandiose Soundtrack so gar nicht erwähnt wurde. Der Musik ist es zu verdanken, dass hier ein Flug durch ein Wurmloch actiongeladener und spannender wirkt als alles, was ich bislang in dieser offenbar von Putin manipulierten „Star Trek“-Serie gesehen habe!

    Ansonsten scheinst Du mit „The Orville“ ja nicht so recht warm zu werden. Nicht, weil Du es nicht genügend lobst (dafür ist Zukunftia nicht da), sondern weil Du es kaum aufs Korn nimmst. Allein die doch recht wirre und unlogische Zeitreise-Auflösung am Ende (da muss Seth MacFarlane doch noch mal zu Zemeckis in die Zeitreise-Schülerhilfe) hätte da doch einiges an Angriffsfläche geboten.

    Der Schuhgag war aber gut! :-)

    Was Prias Rettung angeht, so sagte sie ja, dass von der Orville bei ihrer Rettung niemand in ernster Gefahr war. Sie hatte also dank ihrer Zukunftstechnologie alles im Griff.

    Übrigens: Bei „South Park“ gab es mal eine Folge, in der knallhart festgestellt wurde: „Die Simpsons haben ALLES schon mal gemacht!“ Das gleiche gilt wohl auch für „Star Trek“. Auch „Discovery“ kam kürzlich mit einer Idee, die ich aus dem Voyager-Zweiteiler „Equinox“ kenne. Hier haben wir also eine zeitreisende Vash. Wobei Picard ja nie auf Vash reingefallen ist, anders als Ed Mercer auf Pria.

    (Hinzufügen möchte ich noch, dass Vash im Vergleich zu Pria gehörig abstinkt.)

    Zum Schluss noch ein Nerd-Detail: Die Enterprise hat einen Dilithium-Antrieb. Die Orville hat einen Disonium-Antrieb. Sonium, zu deutsch Natrium, ist im Periodensystem unter dem Element Lithium. (Nein! Bevor einer fragt, ich habe kein Leben. :-) )

  2. Sparkiller sagt:

    „dass der absolut grandiose Soundtrack so gar nicht erwähnt wurde“

    Grandios würde ich jetzt nicht sagen, nur weil es über das meist lustlose Gedudel hinausgeht, wie wir es später bei Voyager und Konsorten hatten. Gelobt wurde das aber schon mehrmals, von mir bei 1.02 und sogar vom Klapo bei 1.04.

    „die doch recht wirre und unlogische Zeitreise-Auflösung am Ende […] hätte da doch einiges an Angriffsfläche geboten.“

    Für intensive Fan-Analysen („Wie kommt bei den Moclus beim Vermehren eigentlich der Pipimann zum Einsatz?! Kommt es bei zwei Plus-Polen nicht zur Explosion?“) würde ich eher andere Review-Seiten empfehlen. Wobei ich ja den Anfang des Zeitreise-Dilemmas bemängelt habe.

    „Sie hatte also dank ihrer Zukunftstechnologie alles im Griff.“

    Für den Autoren natürlich eine nette Sache. Aber grundsätzlich hat sich ja durch das reine TREFFEN doch bereits der Zeitablauf für die Orville stark verändert. Zumal die Dame wohl auch ohne eine übertrieben komplexe Asteroiden-Rettung ein Zimmer auf dem Schiff bekommen hätte. („Treibstoff alle! Mitneeeehmen zur Tanke?!“)

  3. Bergh60 sagt:

    tach auch !

    Und keiner Erwähnt wie schnuckelig diese Zeitreisende war/ist/sein wird ?

    Nebenbei fühle Ich mich bei The Orville so wohl, wie nur bei den besten TNG und TOS Folgen.
    Entweder bin ich alt, oder the Orville ist auf einer emotionalen Ebene einfach gut.

    Gruß BergH

    • BigBadBorg sagt:

      Oder beides! Trifft auch auf mich zu!

      Sparkiller hat es schon sehr gut formuliert: „Die Serie bietet einfach Science-Fiction zum einmuckeln und wohlfühlen.“

      Und das funktioniert prächtig! Ich freue mich auf eine neue Folge, bereits schon am Vortag (heute), während ich mich bei Discovery doch etwas damit quäle auf den Playbutton zu drücken.

  4. Klapowski sagt:

    Ich mochte die Folge auch, obwohl ich vieles ganz und gar nicht mochte.

    Die temporale Logik habe ich leider auch nicht ganz geschnallt, was ich aber nicht schlimm fand. Discovery schafft bei mir ähnliche Verwirrung auch mit Nicht-Zeitreise-Folgen, da erwarte ich von einem Newcomer schon fast gar nichts mehr.

    Und gerade die Nichterwartung hat mir die Dunkle-Materie- und Wurmloch-Szenen recht versüßt. Selten sahen Effekte so billig-doof und gleichzeitig so herrlich nach 90er-Jahre-Esoterik-CD-Cover aus! Quasi „Lexx“ meets „Andromeda“ meets „ENTERPRISE“. Auch die Musik fiel mir wieder positiv auf, wenn auch nicht sooo sehr wie in der letzten Woche; aber es muss ja nicht bei jeder Trash-Zuckung gleich ein Jerry Goldsmith rauspurzeln.

    Ein wenig stört mich inzwischen allerdings doch der etwas zu saubere Kulissenlook (Stoffbespannte Stellwände; offener Gang wie zum Bahnhofsklo direkt hinter dem Captain; alles exakt gleich ausgeleuchtet…). Und das ist auch keine Sache des Budgets, sondern könnte mit minimalen Änderungen an den Kameras (weniger seifenoperig ginge doch wohl?) oder am Licht schon behoben werden. Muss ja auch nicht gleich so gruftig wie bei DIS aussehen…

  5. Sascha sagt:

    Echt? Ich finde gerade diese stoffbezogenen Wände extrem gemütlich. Sorgt auch für bessere Raumakustik. Und ich freue mich, dass die Macher von „The Orville“ offenbar den Lichtschalter im Studio gefunden haben, im gegensatz zu den Kollegen von CBS, wo alles düster ist wie im Affenarsch, obwohl die Serie doch Disco heißt.

    Ich habs schonmal gesagt und ich sag es immer wieder: Wenn die Enterprise D das fliegende Wohnzimmer war (schicke Lederbezüge wie in einer Cesna aus den 70gern) dann ist „The Orville“ mindestens das fliegende Esszimmer.

    Ich bin gespannt, wie lange die Serie das alte TNG/VOY Konzept auftragen kann, ohne langweilig zu werden. Momentan funktioniert das noch ganz gut. Aber eigentlich müsste so langsam eine Art Arc (hehe) kommen. Hey, buntes Weltall und Handlungsbogen? Das hat doch Babylon 5 schon in den 90gern prima hinbekommen (und zwar so prima, dass sich eigentlich alle späteren Serien davon eine Scheibe hätten abschneiden können) was mich dran erinnert: Guckt mehr Babylon 5. Denn JEDER ist Babylon 5 Fan, viele kennen nur die Serie noch nicht!

    • Klapowski sagt:

      „Echt? Ich finde gerade diese stoffbezogenen Wände extrem gemütlich.“

      Ist jetzt nicht superschlimm für mich, aber bei TNG waren es ja auch eher Plastikmatten oder irgendwas Lederartiges. Das hier erinnert mich eher an irgendwelche Moderationsausstattung in einem eher altmodischen Tagungshotel. Vor allem sieht es überall recht ähnlich aus. In 4K-Zeiten vielleicht auch nicht die tollste Visitenkarte, wenn man andere Serien sieht (Genre fast egal).

      Und das Bild wirkt wirklich SEHR soapig. Oder sehe nur ich das so? Erwarte irgendwie immer, dass da gleich Sheldon Cooper aus der Ecke springt oder der Softporno startet.

    • Serienfan sagt:

      Bitte keinen Arc! Den hat mittlerweile JEDE Serie. Und was ist das Ergebnis? Man hat überhaupt keine „Lieblingsfolgen“ mehr.

      Wer hat eine Lieblingsfolge von „Breaking Bad“, die man sich gerne immer wieder ansieht? Oder von „Lost“?

      Gerade bei „Babylon 5“ und „Akte X“ hat sich gezeigt, dass eine Mischung aus Einzelfolgen und Arc-Folgen sich oft nicht verträgt, denn es hat die Einzelfolgen abgewertet. Sie wurden dann als „Filler“ empfunden. (Witzigerweise sind es heute sogar eher einige Einzelfolgen von „Akte X“, die ich mir gerne immer wieder ansehe.)

      Auch haben Arcs oft die Tendenz, im Nirwana zu versanden. Ich erinnere mich dunkel an so einen „Mann in Schwarz“ bei „Star Trek: Enterprise“, der irgendwie nie aufgelöst wurde.

    • Kosh Naranek sagt:

      Bitte? oO
      Selbstverständlich verträgt sich Arc mit genialen Einzelfolgen. Zumindest bei Babylon 5 gab es Episoden, die absolut herausragen und viel epischer als der Plot ging es auch kaum noch (ok, die Spielwiese bei SG Universe war größer … aber die wurde ja vorab zugemacht ^^ ).
      Aber auch SG-1 hatte ’nen epischen Plot und geniale Einzelfolgen. Selbst Doctor Who in aktuelleren Staffeln könnte man sowas unterstellen (wobei der Arc „Der Doctor ist schuld, dass das Universum schon wieder ColaBiert“ irgendwann – also beim 2. Mal – nervig war).

      Und bisher taugt mir das Konzept der Einzelfolgen bei Orville auch noch ganz gut. Ist ja nicht so, dass TNG ’nen epischen Plot gehabt hätte und wir haben es brav 7 Staffeln konsumiert und schwelgen in angenehmer Nostalgie :D
      Vielleicht kommen die Satire-Trekker auch ohne Arc aus … oder werden nach 5 Runden von der derzeit weiiit abgeschlagen DSC eingeholt und überholt. Who Nose?

  6. Parteihase sagt:

    Ich finde den Look und die Einzelepisoden sind gerade erfrischend, obwohl eigentlich eher retro, quasi wie Toastbrot. Als Arc reichen mir im Moment die Charakterentwicklungen, da brauch ich nicht noch zusätzlich ein Universum, das durch die Pubertät geht, obwohl das wahrscheinlich Stoff für reichlich flache Witze gebe.

    Ja B5 war genial mit dem Hauptarc, aber auch nicht so genial was Arcs im Allgemeinen angeht, was man nach Ende des Hauptarcs auch gemerkt hat, als die Serie noch um eine Staffel verlängert wurde und man nicht mehr recht weiter wusste. Von den ganzen gescheiterten Fortsetzungsversuchen ganz zu schweigen. Wobei es bei Crusade noch am Sender gelegen haben mag, aber der Rest, darüber kann man nicht viel Positives sagen, das war vornherein zum Scheitern verurteilt.

    Was Doctor Who angeht, da konnte mich eigentlich nur der Bad Wolf Arc der ersten neuen Staffel von 2005 überzeugen, aber sonst?

    Was andere Serien angeht fällt mir noch BSG ein, spannender Arc, dämlichste Auflösung ever.

    Sonst fallen mir spontan auch keine überzeugende Arcs ein.

    • Kosh Naranek sagt:

      Was, hast du durch BSG nicht zum Glauben an den Allmächtigen und an die Fehlbarkeit menschlicher Drehbuchautoren gefunden? Kaum zu glauben ^^

      Und B5 hatte das Problem, dass es auf 5 Staffeln ausgelegt war, JMS aber immer um die nächste Staffel betteln musste und als das Aus nach Staffel 4 angenommen werden musste, das Ende vorverlegt hat. War hat dann Essig mit Auflösung in S05. Hab die 5. Staffel auf unter Schmerzen ertragen (dämliche Hippie-Telepathen) … aber der Centauri-Prime-Plot und Londos Erfüllung seiner Bestimmung, haben das (auch inklusive eines der nachfolgenden Filme) letztlich doch noch halbwegs gerettet.
      Aber da muss man dann wohl schon Fan sein, um dafür zu schwärmen.

  7. Parteihase sagt:

    Ich weiß um die Produktionshintergründe von B5. Trotzdem kam mir auch die Auflösung in Staffel 4 überhastet vor. Da hätte JMS wohl einfach Eier haben müssen und sagen, wenn die Serie mit Staffel 4 endet, dann hat die Serie eben erst mal ein offenes Ende. Auch auf die Gefahr hin, dass er von ein paar Fans dafür gelyncht worden wäre. B5 hat da nämlich gezeigt, dass es zwar einen recht guten aber recht unflexiblen Storyarc hatte und kaum Ideen für Alternativen auch bei den Nachfolgegeschichten hatte. Im Nachhinein muss man bei b5 sogar leider sagen, dass der Serienanfang sehr zäh war und die, die trotzdem durchgehalten haben, die Gesamstory wohl als sowas wie Belohnung betrachten können.

    Bei BSG kann man die ganze Serie durch die Auflösung inzwischen nur noch als Verarsche betrachten und keine Episode nochmal anschauen.

    • ted_simple sagt:

      Man muss das BSG-Finale irgendwie verdrängen. Immerhin gibt es einen Trost: Der meiste Schrott wird in den letzten 45 Minuten gezeigt (nach dem Sprung zu unserer Erde) und es lag m. E. wirklich nur an dieser einen Folge, dass die Serie so einen üblen Nachgeschmack hat. Ich finde nicht, dass es einen groben Konstruktionsfehler in dem Arc der vier Staffeln gab (selbst die Sache mit Starbucks „göttlicher“ Rückkehr habe ich geschluckt, da gewisse Dinge schon seit langem nur noch mit Gott erklärbar waren – wie z.B. die Stimme der blonden Cylon-Frau in Baltars Kopf – also konnte meinetwegen auch bei Starbuck göttliche Intervention als Erklärung herhalten).

      Ich tröste mich also damit, dass nur das Finale misslungen ist, und die Serie ansonsten wirklich gut ist und Wiederanschaungswert hat.

      Anders gesagt: Dass die Menschen durch Gottes Hand zur Erde geführt wurden, ist ja noch ok.
      Was dann aber auf der Erde abging, war übel. Das Finale stand im Übrigen auch im Widerspruch zu manchem, was vorher gezeigt wurde: In der zweiten Staffel wurde mit viel Pomp enthüllt, dass die Vorfahren der Menschen von einem Planeten kamen, von dem aus man die 12 Sternbilder der Kolonien am Himmel betrachten konnte. Also logischerweise UNSERE Erde. Im Finale heißt es dann plötzlich, nein, die Vorfahren der 12 Kolonien waren nie auf UNSERER Erde und die biologische Kompatibilität mit den Steinzeitmenschen sei purer Zufall (parallele Evolution oder sowas). Das war völliger Murks und ab dann ging es nur noch weiter bergab (mit der lächerlichen Entscheidung, die ganze Technik wegzuschmeißen und so weiter).

    • ted_simple sagt:

      (An alle Zuleser: Hier kommen mehr Spoiler, also nur lesen wenn BSG bereits gesehen.)

      Nachtrag: Schlimmer noch – wenn man die biologische Kompatibilität zwischen den getrennt voneinander entstandenen Spezies als „Kreationismus“ deutet, woran traurigerweise so viele Amerikaner glauben, also dass Gott die Evolution lenkt (anstatt von „Survival of the Fittest“), dann erhält das Finale noch eine weitere anti-wissenschaftliche Note. Nichts gegen die religiöse Thematik als solche

      Aber nicht nur die Naturwissenschaft wird in dem Finale mit Füßen getreten, ebenso stört mich das völlig falsche Geschichtsbild, das die Erde als „Garten Eden“ darstellt, in dem die Kolonisten ohne ihre moderne Technik überleben können. Spätestens wenn sie sich das erste Bakterium einfangen, das 90% der Bevölkerung tötet (ähnlich wie bei den amerikanischen Ureinwohnern, als sie den ersten Kontakt mit Eurasien hatten) und dann außerdem feststellen, dass ihre Fähigkeiten im Bogenschießen weitaus schlechter sind als die der nativen Bevölkerung, die ihr Leben lang schon den Umgang mit Pfeil und Bogen trainiert hat, sollte den Kolonisten dämmern, dass das Wegwerfen der Technik nicht die intelligenteste Idee war.

      Ich habe mal einen Beitrag gelesen, in dem jemand beschrieben hat, wie das Finale hätte ablaufen sollen – er hat überzeugend dargestellt, dass ein gutes und zufriedenstellendes Finale möglich gewesen wäre.

  8. Jako sagt:

    Warum sieht die Serie nur so verdammt billig aus und warum spielt McFarlane dort mit…. es könnte so gut sein wenn es nicht so „witzig“ währe :(

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