Das ernsthafte Medienmagazin

Star Trek Voyager – 6.21 – „Lebe Flott und in Frieden“ („Live Fast and Prosper“) Review

Willkommen bei Nepper, Schlepper, Bauernfänger mit Rick Berman! – Gesucht wird eine der miesesten Voy-Folgen, die heute entkam, nachdem sie für eine Stunde auf dem Hof ihres Sanatoriums spazieren geführt wurde… Bodenloser Schwachsinn und schwachbrüstiger Boden erlaubten die Flucht durch die Niveau-Kanalisation…

Laurel und Hardy

Wenn Schulungen für die Benutzung von Fußgängerampeln wieder einmal ausgebucht sind, dann haben Voy-Aliens Ausgang… Wer hier „differenzierte Verhaltensweisen“ erwartet, hat eindeutig zuviel im Fremdwörterbuch gelesen. Ja, selbst die Beschriftung auf dem Toilettenpapier kann eine Erwartungshaltung herbeizaubern, die den ernsthaften Voyagergenuss unmöglich macht!

Denn damit auch noch der kleinste Trekki versteht, dass die beiden Vorspannwächter nicht die Hellsten sind, greift man dankbar auf das 1×1 der Deutschen Nachkriegskomödie zurück. Fehlte eigentlich nur der obligatorische Tisch, unter dem man sich gegenseitig die Füße zu Brei hätte stampfen können:

„Äh, was mein Partner sagen wollte, ist… AU!“

„Mein Freund hier ist der Meinung, dass wir nicht… AUA, warum trittst du mich?“

„Wegen… der… Mücken hier, genau. Höhöhö! Also: Was mein Kollege eigentlich sagen wollte: AH! MEIN HÜHNERAUGE!“

In diese Richtung ging es doch recht offensichtlich… Bleibt nur die Frage, warum es die Rudi-Carrell-Maske von 2002 und nicht die – historisch korrekte – von 1970 sein musste!

Und dann dieser Quatsch mit dem Ionensturm! Auch wenn der Planet eher dem Ruhrpott als einer astronomischen Station glich, erschien mir das Geflunkere nicht wirklich erfolgsversprechend. Schließlich sind unsere Braunkohleschürfer aus Bottrop dank BILD auch immer über den aktuellen Stand von „Killerstrahlung“, „Magnetfeldmutation“ und „Galaktische Klonwellen“ informiert!

Albern geht die Welt zugrunde

Diese penetranten Minioffiziere mit der Lizenz zum Fruchtzwerge essen gingen mir schon immer auf die Verdauung! Dieser offensichtliche, undezente Holzhackerhumor für Menschen, die Karl Moik für seine grandiosen Improvisationen mit seinen Gästen beklatschen…

Eigentlich erstaunlich: Da gibt’s jetzt eine ganze Serie voll mit Tom/Kim-Späßen (speziell die tiefgründige Charakterfolge „Süßigkeiten oder Streich!“) und trotzdem wiegt ein einziges Stirnrunzeln Datas noch immer den ganzen Trumm an Voyager-Albernheiten auf. – Wann sind die jungen TNG-Hüpfer (fraglos Wesley und Picard) jemals feixend am Frühstückstisch zusammengebrochen, nachdem sie über der Tür zum Holodeck einen prallvollen Konfettieimer deponiert haben, um ihren Sicherheitschef zu neppen, na?

Und dann diese gute-Laune-Passagen wie die Sache mit den Nüssen! Ging mir glatt auf die selbigen! Subtiler Humor für Menschen ab 5…

Im Backofen gut durch

Was bleibt uns da noch an Klischees, wenn Voyager schon selber in die Vollen greift?

Ein typischer ST-E.de-Satz wie „Haha! Fehlt nur noch, dass Neelix’ defekter Backofen dem Captain die Schalldusche verhagelt!“ wird prompt Wirklichkeit!

Kaum raucht der Siemens, schon fährt der Warpkern `runter. Ganz neue Zusammenhänge tun sich mir da auf! Jetzt weiß ich auch, warum ich nie mit dem Lichtschalter spielen durfte (oder er mit mir?)! eine schreckliche Vorstellung, dass unsere Redaktion – JA, oder EURE! – womöglich für Tschernobyl verantwortlich sein könnte!

Schlafanzug-Pflicht?

Was sollte denn dieses exakte Kopieren der Voy-Crew, wenn eh keine Sau sie näher kannte?

Statt einem billigen LCD-Bild der Voyager hätte man den gutgläubigen Aliens (gibt’s dort keine lehrreichen Versicherungsvertreter, Schulen oder Arbeitsstellen?) wohl auch einen schnell zusammen gerenderten Borg-Kubus auf’s Handy-Display schicken können. Oder gar den ollen TOS-Föhn mit weiß angemaltem Diskus.

Haben die Fremdlinge denn auch kein Internet?? – „Tag. Wir sind die Föderation. Wollen sie reich werden, ohne eine Finger zu rühren und wenn sie es trotzdem tun, NOCH reicher dafür entlohnt werden? Dann folgen sie uns bitte in unsere hochseriöse Vertriebsstelle. Es ist der 3. Müllcontainer von rechts!“

„Jau, ich kommeeee… Halte sie so lange meine Sparkassenkarte mit der Chipnummer?“

Demnächst zeige ich den primitiven Insulanern von Mallorca aber auch mal, wo der Kanzler auf den Putz haut, sobald meine Schröder-Maske aus der Reinigung ist!

Zum Zerhächseln ähnlich: Auch bei strengen Klonvorschriften können Drückerkolonnen ihren sinnlosen Spass haben…

Selbst wenn die Betrugsopfer die „Föderation“ für das Redaktionsteam einer 500-seitigen Programmzeitschrift gehalten haben, könnte ich ihre leichtfertige Zusage nicht verstehen. „Ich will auch der Föderation angehören!“ So spricht nur einer, dessen Vormund gerade die Wohnung nach seinem entmündigten sowie entwischten Schützling auf den Kopf stellt…

Was war denn das für ein kindisches Storykonzept? Hat Berman etwa einen kleinen Sohn? Wenn ja, warum hat der nicht Korrektur gelesen?

Das ist das Dümmste, was ich je gesehen habe, seit bei ST Hologramme mit gezogener Nummer im Wartezimmer saßen und auf die Zuteilung ihres ihnen zugewiesenen Bewusstseins warteten…

2-Minuten Terrine

„Komm Herr Jesus, sei unser Gast…“ Während die beiden Betrüger diese Worte rückwärts sprechen und Neelix und Tom mal beide Augen gaaanz feste zudrücken (ist ja nicht so, dass wir alle beim Weihnachtsgottesdienst heimlich blinzeln würden), laden die beiden innerhalb von 2 Minuten die Schiffsdatenbank in’s Knopfloch. – Oder musste da das stets bereit liegende Zip-Laufwerk unterm Frack herhalten?

Während die Frau den flotten Erbauern der Lärmschutzwand zum Dank zwei gefälschte Waisenkinder (natürlich aus Luxusklasse-Plastik, man weiß doch, wie kritisch diese Aliens sind) in die Hand drückt, piepst, fiept und quäkt die Konsole ungehört unter den Fingertapsern des Fake-Vulkaniers. Warum er sich da so gut auskennt? – Man kennt sich ja sonst nichts! Zufrieden? Ihr immer mit eurer kleinlichen Fragerei…

Von jenen, die auszogen, zu flüchten

Statt anhand eines unmenschlichen Verhörs (wie in „Equinox“ Teil 2) herauszubekommen, wo die Nachmacher ihr Hauptquartier haben, lässt man Neelix durch einen verunglückten Pulli-Entfusselversuch zu Boden gehen, auf dass die Betrügerin noch mal eben draufschießen kann. Wie gut, dass das Drehbuch auf „Betäubung“ stand! Wegen der Notwendigkeit eines gewieften Storyabschlusses („Haha, jetzt wird der Spieß umgedreht, huhu!“) musste man die gute Frau selbstverständlich entkommen lassen…

Dass sie nicht verfolgt wird, wird von ihr fraglos auf ihre übelriechende Entzündung im Rachenraum zurückgeführt, so dass sie unmöglich Verdacht schöpfen kann, dass dort etwas nicht stimmen könnte…

Aua Augen

Was für ein Duell! Echter und falscher Tuvok stehen sich Aug um Ohr gegenüber, die Knarren zielsicher auf den Gegner gerichtet.

Statt dem zögernden Bösewicht und prämierten Baldrianabonnenten einfach einen flotten Strahl zuzustecken, greift Tuvok auf eine endgemeine List zurück: Mit der Taschenlampe aus 3 Metern direkt in’s Auge! Ja, da wimmert der Böse und seine Hornhaut krümmt sich, was sie sich wohl beim Zuschauer abgeschaut haben muss…
Geblendet geht der heimliche Tuvok-Verehrer zu Boden, nachdem er ein bisschen den Eindruck eines Trekkis machte, der auf einer Con Tim Russ die Hand schütteln durfte: „Looooogik. Höhö. Das war jetzt Vulkanisch. Höhöhö… Bruuudaaaaa!“ – So viel Zeit muss bei allem Gebalge um die Schokobons dann doch noch sein…

Fazit:

Mit Abstand eine der schlechtesten ST-Folgen überhaupt! Wer hier nicht Vorschüler ist (und dieser muss immerhin noch blind sowie völlig taub sein), dem kann diese Folge nicht mal ein leises Lächeln entlocken…

Note: 6


Weitersagen!

Artikel

von Klapowski am 10.11.02 in Star Trek - Voyager

Stichworte

,

Ähnliche Artikel


Kommentare (6)

  1. Sparkiller sagt:

    Diese Bewertung finde ich ungeheuerlich und in keinster Weise angemessen!

    Denn diese Folge ist immerhin eine hervorragende Parodie auf das Star Trek-Fandom, zum einen durch die viel zu großen Kommunikatoren der Hochstapler, zum anderen weil diese durch ihr unterdurchschnittliches Aussehen eher weniger in ihre (schlecht geschnittenen) Sternenflotten-Uniformen passen.

    Besucher von Convention-Kostümwettbewerben wissen, was ich meine. 
     

  2. frakesjoe sagt:

    Ich finde, der Ersatz-Tuvok glich dem echten wie ein Ei dem anderen….. Ein Straussen-Ei und ein Wachtel-Ei…. :)

  3. Gast sagt:

    Passt

    Trip

  4. Gast sagt:

    wieso funtktioniert nur dieser voy teil imm`µeneneuen stusszß
    hype
    jetzt hätt ich auch noch beihenahe trip hingeschrieben scheiss einwörtrige silben.ähhumkegährt
    toll nur weiss ne parodie(und ich glaube nicht fdas das so bezweckt worden war) die note erhöheden nene. halt-erhöhen im negativen sinne näturlich niach hey ihr habt doch alle gumminasidumm oder -wo bleinbe die o-15 notenpunkrtwe-hey, das mach ich mal demnächst höhö
    wenn wegen parodie-na gut einfach nur weghen doof, dann wütdxrde (updds,treffe buchstabennnichtmehr so genAAU)) klap`s neueste berwertung bei Happ pinger sogatr dsinn ergeben. hoppelhingerhöhö nacht

  5. Gast sagt:

    Syntaktisch zerhäckselte Grammatik und orthografische Vergewaltigungen des Auges sowie sorgsam eingestreute Tippfehler sollten gesetzlich verboten werden.

  6. Gast sagt:

    lol… wenn man das Hintergrundrauschen durch einen AD-Wandler jagt und dessen Output in Zeichen umwandelt, dann kommt wohl in etwa so ein Text raus wie #3009 Gast ihn geschrieben hat – Entropie maximal …lol

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Brandneues
Gemischtes
Newsletter
Arschiv
Zum Archiv unserer gesammelten (Mach-)Werke.
Büchers
Jenseits der Goetter

Jenseits der Macht