Film- und Serienkritiken

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„Star Wars – Rogue One“ – die Kritik zum Thema Krieg

Seltsam. Kollege Sparkiller hat hier noch kein Kurzreview zu „Rogue One“ geliefert. Heißt das etwa, der Film ist … selbst … geliefert? Womöglich eine langweilige Aneinanderreihung von Figuren und Schauplätzen, die nicht mehr MEIN Star Wars sind? (*mit ausgestreckten Fingern auf Brust fasst*) Ein Stil, der nicht genau DAS liefert, was ich nach 200 Stunden Konsum des Erweiterten Comic-, Hörbuch- und Scherenschnitt-Universums erwartet habe? DAS würde das Franchise im Leben nicht überleben!

INFORMATIONEN:

Regie: Gareth Edwards
Jahr: 2016
Budget: 200 Mio Dollar

Poster
Das Erwachen des Kriegs mit Macht

Ha, das mit dem Expanded Universe ist natürlich nur Spaß. So was gucken sich nur Leute an, die anderen in Foren erzählen wollen, dass Episode 1 bis 3 super funktionieren, wenn man einen Altglascontainer voll mit Comics zusätzlich kennt.

Wie auch immer, Star Wars ist momentan so erfolgreich(er), dass sie tatsächlich mal was Neues® ausprobieren können. Während die letzten Trek-Filme immer schneller, oberflächlicher und „vage nuttig“ statt „wagemutig“ wurden, plante man bei SW mit „Rogue One“ einfach mal das Gegenteil: Fröhliche Grundstimmung für Jedermanns und Jederfraus? – Eingedampft. Märchenhafter Stil? – Nö, wir machen jetzt mal auf Kriegsfilm. Sympathische Heldenfiguren, denen man einfach nicht böse sein kann (selbst wenn sie mies schauspielern)? – Alle weg!

Ja, „Rogue One“ hat durchaus das Zeug, begeisterte „Clone Wars“-Zuschauerzwerge und Müslipackung-doppelt-Käufer („Es sind jetzt DREI Jar Jar Binks-Figuren drin, Mama!“) auf Jahre nachhaltig zu verstören. Und da ich Star Wars trotz aller Sympathie immer noch skeptisch betrachte (= liegt ausschließlich an den Fans!), finde ich eine gewisse Verstörung gar nicht so übel.

Nein, dieser Streifen ist keiner, den man johlend mit bier-affinen Kumpels schaut. Dafür ist er zu wenig „Bunti-Peng“ und mehr „Christopher Nolan“-Guten-Tach. Aber wer – wie ich – keine Kumpels und dafür einen Rotweinschwenker hat, freut sich vielleicht drüber… ?

Natürlich kööönnte man ankreiden, dass wir hier auch nur eine verzichtbare Vorgeschichte à la „Episode One“ sehen. Denn ob die Rebellen die Todesstern-Pläne von „Episode 4“ nun unter’m Tannenbaum gefunden oder einem Stormtrooper aus’m Enddarm gezogen haben, kann einem eigentlich egal sein. Dennoch bot dieser magere Aufhänger eine schöne Gelegenheit, mal zu zeigen, dass es im SW-Universum eben nicht nur Jedis, (fast) unkaputtbare Schmuggler und diverse, teils unentdeckte Aristokraten/ Diktatorensöhne/ Auserwählte gibt. Nein, selbst in diesem Märchengedöns geht es manchmal um echte Menschen, die oftmals nur deswegen eine Hintergrundgeschichte haben, weil die ihrer Eltern und Freunde recht brutal unterbrochen wurde.

So sehen wir hier vor allem Gebrochene und Gescheiterte, die es dem Imperium irgendwie heimzahlen wollen – oder es müssen, weil ihnen im Real Life-Darknet gar nichts anderes übrig bleibt. Dabei nimmt sich diese Erzählung erstaunlich ernst, erstaunlich kompromisslos. Und „Ernst nehmen“ finde ich in Zeiten, in denen von „Indiana Jones“ bis hin zu „Marvel“ nichts und niemand zu (ver)störend sein darf, durchaus angenehm. Das geht mit der weniger anbiedernden Musik los, zieht sich durch die minimalistischen Kamerafahrten und Bildausschnitte („Rogue Breaking Bad“ oder watt?) und endet noch lange nicht beim relativ dreckigen Look.

„Wieso geht in diesem Drecksladen eigentlich nie die Putzfrau durch?“ – „Heda! Deine Geschlechterformulierung klingt aber ganz schön sexistisch!“ – „Entschuldigung, ich wollte sagen: Wieso geht in diesen Dreckslädinnen und Drecksläden eigentlich nie eine Putzfrau oooder ein Putzfrau-Bot durch?“ – Über das Thema „Frau als Held“ muss man heute zum Glück nicht mehr schwadronieren; ist halt so. Wer das noch extra (außerhalb einer Bildunterschrift) erwähnt, hat alles ab „Xena“ nicht verstanden.

Klar, im Prinzip sehen wir hier eine Heldenreise, die den anderen Filmen nicht unähnlich ist: Irgendwo ist irgendeine böse Basis, die umgehauen werden muss. Nur dass es hier irgendwie mehr regnet, dunkler ist, die Zivilisten blöder und gequälter aus der Wäsche schauen, wenn die fremden „Panzer“ durch die an Israel erinnernde Alienstadt rollen. Und wenn die Superwaffe einen Schuss abgibt, fühlt man sich angenehm(?) an Hiroshima erinnert, weil die langsam heranrollende Explosionswand immer noch die trügerische Hoffnung weckt, man könnte davonkommen. Rote Materie, die uns mit einem schelmischen „Upsi!“ den Planeten Vulkan entreißt, das muss man hier nicht erwarten.

Zugegeben, die Charaktere sind nicht besonders tief und die weibliche Hauptfigur redet nicht mal viel. Aber das ist okay, da das auf der anderen Seite keine erzwungenen „Haha-Momente“ bedeutet. Gerade der waffenstarrende Langhaarträger mit seinem Kumpel, einem blinden Jedi, hätte viel Potenzial gehabt, mit „witzigen“ Sprüchen in die Bedeutungslosigkeit geschrieben werden zu können. Ist aber nicht passiert. Da ist ihr Dialog „Die Macht hat mich gerettet.“ – „Nein, ICH habe dich gerettet!“ fast schon der quirligste im ganzen Film.

Der Aufbau mag Standard sein: Mobilisierung der Hauptfiguren, Treffen eines alten Freundes, kleiner Rückschlag, größerer Rückschlag, Planung des großen Finales, großes Finale selbst. Aber es fühlt sich mutiger an, weil der Film keiner krampfigen Agenda folgt. Da mag der eine oder andere die vielen CGI-Szenen mit Moff Tarkin bemängeln (der Schauspieler ist vor 20 Jahren verstorben) oder den Würgegriff von Darth Vader bei dessen Kurzauftritt, doch am Ende des Tages ist nichts davon ein nerviges Gimmick und das meiste sogar erzählerisch notwendig – irgendwas müssen die Episode-4-Charaktere ja damals gemacht haben.

Nein, das ist nicht Moff Tarkin. Das ist der etwas zu ehrliche Hauptroboter im Film. Auch hier gilt: Optik, Mundwerk und Verwendung biedern sich bei dieser Figur wenig an. Hier hat man von allen freundlichen Metallhelfern bei Star Wars am ehesten noch das Gefühl, dass diese Gesellen Wegwerf-Ware und Ge-/Ver- brauchsgegenstände sind, die man nachts heimlich in die Biotonne quetscht, weil die anderen schon voll sind.

Die Actionszenen wirken zwar etwas computerspielig (irgendwas stimmt bei großen Landschafts- und Gebäudeaufnahmen immer noch nicht mit der Beleuchtung), aber einige schöne Szenen machten das hervorragend wett: Ein abgenutztes Kabel muss irgendwie in sein Steckerloch, möglichst viele Gute möglichst lochlos am feindlichen Geschützfeuer vorbei. – Dass man sich teilweise an den Sturm der Normandie erinnert fühlt, ist sicherlich kein Zufall. Ja, selten hat einem ein SW-Film den Krieg madiger gemacht. Piu-Piu ist hier erstmals nicht (nur) geil, sondern macht auch mächtig Aua im Gedärm…

Und dann dieses Ende! Ja, damit habe ich tatsächlich nicht gerechnet. Ohne zu sehr spoilern zu wollen: Hier wird kaum eine Hauptfigur geschont. Wer den typischen Satz „Und wenn sie nicht gestorben sind…“ aus normalen Märchen kennt, darf diesen hierfür gerne in „Und wenn am Ende der Welt irgendwer noch lebt…“ umformulieren.

„Ich glaube, wir bringen hier gerade ein wichtiges Opfer, Leute.“ – „Hä? Aber wir haben Mobbing-Günther doch gar nicht mitgenommen?“ – „Nein, doch nicht DAS Opfer!“ – Wusel mit Gegrusel: Ein bisschen (CGI-)griffiger hätten manche Szenen immer noch sein können, aber bei manchen Zerstörungsmomenten und kleinen Überraschungen hält man wirklich den Atem an. Da kann auch Episode 7 nur mithalten, wenn es die Hundleine zu diesem Spin-Off kürzer macht.

Nur eines hat mir ein wenig gefehlt: Ein greifbarer Charaktermoment, bei dem man um irgendwen heulen möchte – und sei es um den hinterletzten Rebellions-Briefträger. Das Potenzial dafür war da…


Fazit: Ein überraschend dunkles Kriegsepos, das sich nur das aus dem SW-Franchise nimmt, was es für seine Schonlos-Vision gebrauchen kann.

Es gibt Jedis, aber kein rührseliges „Macht“-Gegreine; es gibt Superwaffen, aber nie das Gefühl, dass die irgendwie supercool wären – und so weiter. Sicher werden viele Hardcore-Fans und Schönwetter-Mitschau-Muttis hiermit langfristig Probleme haben, aber im Grunde ist DAS die konsequente Fortführung vom teilweise schon recht düsteren 4. oder 5. Film. – Chapeau!

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

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Artikel

von Klapowski am 13.05.17 in Filmkritik

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Kommentare (21)

  1. Donald D. sagt:

    Ich fand ihn auch wesentlich besser, als Episode VII (und selbst den fand ich eigentlich nicht schlecht). Die haben das wirklich gut hinbekommen, den Film mit Episode IV zu verbinden (nur CGI-Tarkin und -Leia waren nicht überzeugend), aber das der Film so gnadenlos kriegerisch wird, habe selbst ich nicht erwartet. Da wird halt mal gezeigt, woraus Krieg eigentlich „wirklich“ besteht: nicht aus ein paar Offizieren, die laserschwertschwingend durch die Galaxis reisen, sondern aus ein paar mutigen Soldaten, die erst schwierige Entscheidungen treffen und dann die Drecksarbeit machen müssen, damit eventuell ein Sieg herausspringt. Daß am Ende keiner der Helden überlebt, war ganz schön hart.
    Aber so ist das nun einmal. Wenn ich da immer an die präzisen Lenkraketentreffer der USA in den Golfkriegen zurückdenke, dann wird ja auch immer unterschlagen, daß Soldaten am Boden die Ziele mit Lasern markieren mußten, damit irgendwas getroffen werden konnte. Unter welchen Schwierigkeiten und Verlusten die rein und wieder raus sind, darüber wird natürlich nie ein Wort verloren.

    • Speedomon sagt:

      Jaaa ausgerechnet ein Star Wars Film erklärt uns die Realität des Krieges…! Weiß nicht ob ich lachen oder heulen soll.
      Oh diese armen G.I., die doch tatsächlich bis auf Sichtweite auf den Feind ran mussten…! Die reinste Zumutung, dass ein Soldat, der diesen Beruf freiwillig ergriffen hat, auch noch sein Leben riskieren soll.
      Die (garantiert nicht freiwilligen) Iraker, denen nachher die Lenkwaffen auf den Schädel knallen (+ zivile Kollateralschäden), das ganze in einem unprovozierten Angriffskrieg auf ihr eigenes Land – who cares? Garantiert nicht unser Donald D. (T.?)

    • Speedomon sagt:

      JA, das mit dem unprovizierten Angriffskrieg gilt nur für den letzten Golfkrieg, mea culpa.

    • Klapowski sagt:

      Ich finde es sehr gut, dass ein Filmreview auch in diesen schwierigen politischen Zeiten noch zum Nachdenken anregen kann – und dann auch noch zu sooo viel (zu viel?) Nachdenken! Wahnsinn.

      Diese Schritte muss man erst mal in zwei Kommentarfeldern schaffen:

      1.) Allgemeine Betrachtung von Rebellen/Soldaten zu allen Zeiten
      2.) Bedauern des Krieges als Konzept an sich
      3.) Erwähnung von Irakern
      4.) Erwähnung von Amerikanern
      5.) Erwähnung von Donald Trump

      Yoda würde sagen: „In schnelllebigen Zeiten wir leben!“

      Ich finde, wir sollte uns für die Punkte 6.) bis 10.) vornehmen, unbedingt einen (längst verstorbenen) deutschen Scheitelträger zu nennen, dann den Satz „Reiche werden immer reicher“, um dann irgendwie elegant auf die Flüchtlingskrise überzuleiten.

      Ich freue mich drauf!

  2. Donald D. sagt:

    Auf den Schwachsinn, den Speedomon da von sich gab, braucht man gar nicht eingehen. Was der gute Klapo vorschlägt, sprengt aber schon fast die Grenzen der Philosophie, Politik- und Geschichtswissenschaften (inklusive kontrafaktischer Geschichte) allein wegen dieses gigantischen Umfangs und das könnte interessant werden: „Krieg: Konflikte in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – Vermeidbar oder doch manchmal eine unausweichliche Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln?“ Um den blöden Ösi-Scheitelexport werden wir da leider nicht drumherumkommen. Falls Klapo in diese Richtung etwas schreiben will, mache ich gern mit.

    • Speedomon sagt:

      Tja, bei dem Thema Irak-Invasion, der große Teile der Welt in die Scheiße geritten hat, verlier ich leider jeden Sinn für Humor. Und dieses Thema dann ernsthaft in irgendeine Verbindung zu Star Wars zu bringen… Alter.
      Aber gut, ich hör mir gern an, was genau an meiner Aussage falsch, unverständlich, unwahr oder Schwachsinn war. Erleuchte mich, oh weiser Erpel.

    • DerBeimNamenNennt sagt:

      „Tja, bei dem Thema Irak-Invasion, der große Teile der Welt in die Scheiße geritten hat, verlier ich leider jeden Sinn für Humor.“

      Vielleicht sollten Sie Ihren Humor wieder suchen (und vielleicht noch ein, zwei andere Dinge), denn das hier ist immerhin das einzige ernsthafte Satiremagazin™.

      Abgesehen: Von welchen Paralleluniversum sprechen Sie überhaupt? Über den Irak kann man sicherlich geteilter Meinung sein („war nicht alles Schlecht unterm Saddam“ und nicht zu vergessen „die Suchmannschaft für Massenvernichtungswaffen ist heut noch unterwegs…“), aber die ganze Welt in die Scheiße gezogen?

    • G.G.Hoffmann sagt:

      @DerBeimNamenNennt

      Man kann schon die Auffassung vertreten, daß die US-Angriffe auf Afghanistan und Irak Auslöser für die gesamte Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens, das Erstarken der Terrororganisationen und der Flüchtlingsbewegungen waren. Hätte man den arabischen Staaten ihre lieben Diktatoren gelassen, sähe die Welt vielleicht heute anders aus. Aber wenn man solchen Staaten ihre Regierungen wegbombt, gleich wie undemokratisch sie sein mögen, findet sich offenbar überhaupt keine Regierung mehr, die die öffentliche Ordnung gewährleisten kann. Es scheint nun einmal noch Regionen in der Welt zu geben, die nach dem derzeitigen Stand ihrer gesellschaftlichen Entwicklung nur dikatorisch unter Kontrolle gebracht werden können. Demokratie läßt sich nicht befehlen (es sei denn, man hat gerade einen Weltkrieg verloren).

  3. Tabularius sagt:

    Der Film ist ja unheimlich gut weg gekommen Wow.
    Ich hab ihn zwei mal gesehen, das erste mal war ganz akzeptabel, das zweite mal aber schon ganz schoen langweilig.

    Die Grundidee, den Konflikt als echten, schmerzhaften Krieg darzustellen, finde ich im prinzip super, und es gibt auch eineige Szenen in denen das gut zum Vorschein kommt.

    z.B. in einer der ersten Szenen in denen „unser Held“ einen unschuldigen, Informanten toetet, Und in Jheda als sich verschiedene Rebellengruppen gegenseitig ueber den Haufen schiessen.

    Das haette ein interesanter Film um „rechtfertig der Zweck die Mittel“ werden koennen.
    Aber an irgend einem Punkt haben die macher wohl kalte Fuesse bekommen, und ich frag mich ob der Film vor den ganzen Re-Cuts und Re-Shots nicht kompromissloser war (werden wir wohl nie erfahren).

    Beispielsweise wuerde es mich nicht wundern wenn in der orginal Version der Vater und Todessterkonstrukteur vom Hauptchar erschossen worden waehre.

    Leider war es nicht so, und deshalb war der Film fuer mich auch zu blutleer, Es gibt keinen nachvollziehbaren Konflikt zwischen der Charakteren (den es beim Vatermord sicherlich gegeben haette). Die ganzen Nebencharactere wirken komplett unnuetz und sind wohl nur dazu da Spielzeugfiguren zu verkaufen.

    Haette man den Krieg realistisch darstellen wollen, haette man einiges mehr tun muessen, Man haette den gesichlosen Sturmtrupplern z.B. mal ein Gesicht und irgendwelche Emotionen geben sollen. Um dem Zuschauer klar zu machen das hier Menschen erschossen werden.
    Man haette ausserdem dem Imperium einige nachvollziehbare Beweggruende geben koennen, statt „sie sind halt boese“
    Und man haette die Untaten bzw die schweren Entscheidungen der Rebellen mehr beleuchten muessen.
    Ein paar echte Gedaerme (siehe Soldat James Ryan) haetten auch nicht geschadet.

    Aber dann haette man ja ein echtes Risiko eingehen muessen

    Nur der Todestsern hat mir wirklich gut gefallen. In allen anderen Filmen war der jeweils neuste (und groesste) Todesstern ja nur noch eine reine Lachnummer. Hier kommt der Todesstern enorm bedrohlich rueber. Wo er auftaucht waechst kein Grass mehr. Das war top.

    Ich fand auch das unhappy End gut. Allerdings hat mich das Schicksal der Chars am Ende dann doch zu wenig interessiert um emotional wirklich gepackt zu werden.

    Zu lang war er auch. Aber das ist ja heutzutage normal.

    Alles in allem ein hoechstens durchschnittlicher Film. Wenn ihn jemand besser bewertet muss er sich ernsthaft fragen, ob er das nur des Namens wegen tut(Star Wars). Oder ob seine Erwartung schon von Anfang an so niedrig waren.

    • Onkel Hotte sagt:

      Im STAR WARS Franchise die reale grässliche Fratze des Krieges zeigen zu wollen finde ich so passend wie eine Vergewaltigung im Buch „Rotkäppchen“ unterzubringen – irgendwie deplatziert.
      Wer heute noch nach tagesschau, diversen Filmen oder den Millionen Hitler Dokus immer noch Nachhilfe in Sachen Krieg benötigt, hat da wohl was nicht ganz verstanden und der wird es auch bei Star Wars nicht begreifen.
      Und ausserdem (so fangen immer gute Argumente an) hat nicht die Uschi da sondern Kyle Kartan die Pläne des Todessterns gestohlen ! Jawoll.
      Fand den Film auch eher dürftig und werde mir den kein zweites Mal anschauen. Genau wie bei Episode 7 verspür ich einfach nicht den Drang, dies zu tun. Und Robbi Roboter fing auch an mich etwas zu nerven.
      Die weiteren Spin Offs werde ich mir nicht mehr im Kino antun, da reicht boe äh amazon.

  4. Bergh60 sagt:

    tach auch !
    Ich fand ihn wider Erwarten recht gut.
    Niht super gut, aber gut.
    Die settings waren besser , als bei Episode 7 und die Charaktere auch.
    Dass die beiden Damen sich sehr ähnelten wird eine tiefere Bedeutung haben,
    die sich uns (noch) nicht erschließt.Und ja das Ende war eher äh final.

    Ich hätte gerne mehr von der Gang gesehen. Und von Felicitas Johns sowieso.

    Gruß BergH

  5. Klink sagt:

    Wieso nicht in SW die hässliche Fratze des Krieges zeigen? Ging es in den letzten paar Filmen denn um irgendetwas anderes als Krieg und Gewalt, die man uns meist nicht zeigte? Wozu haben wir denn (endlich wieder) unsere heißgeliebten Jäger, Schiffe und gepanzerten Truppen, wenn nicht dazu, sich effektreich gegenseitig zu Klump zu schießen? Kann man ernsthaft die Vernichtung Alderaans als Teil eines Weltraummärchens verklären, um dann den Kopf zu schütteln, sobald andere Opfer auch mal Gesicht oder gar eine Sprechrolle haben? In Punkto Gewaltdarstellung war auch Rogue One noch vergleichsweise zurückhaltend – im verklärten „Expanded Universe“ wurden mitunter viel größere Greuel geschildert …

    Ich fand den Film ganz ordentlich und im Vergleich zum risikoarmen, durchkalkulierten Reboot-Remake „Episode VII“ sogar um Welten besser. Das Szenario ist simpel, die Fraktionen sind die der „guten alten Zeit“, und man bekommt eine Revue dessen, was man eh immer schon cool fand. Und das liegt bei SW meines Erachtens in ebenjener Vergangenheit, als das Imperium ein formidabler und ästhetisch durchgestylter Gegner war – und nicht etwa eine jugendliche Wehrsportgruppe im Cosplay-Look. Der ganze unendlich kitschige Jedi-Murks wird hier endlich einmal ad acta gelegt, um die Geschichte eines paramilitärischen Himmelfahrtskommandos zu zeigen, das genau das tut, was eine Rebellion gegen ein übermächtiges Regime ausmacht: kompromisslos kämpfen und dabei draufgehen. Sollte Disney uns weitere derart nachgereichte Binnenepisoden präsentieren, hätte ich gar nicht mal etwas dagegen, denn will der Fan zwischen 30 und 40 Jahren denn tatsächlich wissen, wie es nach Episode VI weitergeht? Großartig Neues ist da nun wirklich nicht zu erwarten. Das „EU“ hat sich da mit seinen ganzen Schrankwänden an Büchern und Comics nur selten mit Innovation bekleckert.

    Etwas arg konstruiert fand ich in Rogue One allerdings den ganzen Bohei um den Vater-Tochter-Herzschmerz, der wohl nur dazu diente, die Heldin überhaupt einzuführen und persönlich zu motivieren. Mads Mikkelsen wurde als Papa dabei leider unnötig verschenkt, wie er da in ein paar Rückblenden oder als Hologramm herumjammerte, um schließlich im letzten Moment doch die Augen zuzumachen. Das Schicksal teilt er sich mit Forest Whitaker, für den nicht viel mehr als ein reichlich sinnloser Märtyrer-Tod übrig war. In der Serie Clone Wars soll sein Charakter ja eine wichtige Rolle spielen -, und das war nun der Grund seines Auftritts?
    Die größte Überraschung war für mich jedoch der ganze Sabotage-Plot: Sind wir nicht jahrzehntelang davon ausgegangen, dass die Zerstörung des Todessterns nur durch einen albernen Konstruktionsfehler möglich gewesen war? Ein enger Entlüftungsschacht, bei dem man aus Kostengründen vergessen hatte, ein lausiges Metallgitter oder wenigstens zwei gekreuzte Stahlträger einzubauen, um das Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern. Rogue One macht daraus die perfide Sabotageaktion eines enttäuschten Ingenieurs mit gutem Herz: Jetzt ist also das „Reaktormodul“ plötzlich ganz besonders anfällig für Explosionen, die eine Kettenreaktion auslösen würden. Sind imperiale Reaktoren unempfindlich gegenüber Explosionen, solange sie konstruktionsbedingt nicht sabotiert wurden? Oder gilt das nur für deren „Module“, falls das etwas anderes darstellen soll? Irgendwie fand ich den offenen Lüftungsschacht von damals dann doch besser. In der alten Einsatzbesprechung von General Graubart mit Pong-Grafik war jedenfalls nicht davon die Rede gewesen, mit dem Torpedo doch bitte das „Reaktormodul“ zu treffen. Reaktor + Sprengsatz = Bumm hätte durchaus gereicht. Dürfte auch heute für die meisten AKWs zutreffen.

    Hatte der zweite Todesstern demnach auch ein sabotiertes „Reaktormodul“? Hatte man deshalb den Zugangsschacht um den Faktor 20 verbreitert, um das „Reaktormodul“ mit Jägern besser vor Angreifern zu schützen? Nun gut, drauf gepfiffen, aber das war doch einigermaßen unnötig.

    Dennoch fand ich den Film ziemlich spaßig, und das will doch was heißen! Am Ende sterben alle, was doch einigermaßen realistisch war. Hier ging es schließlich um Rebellen der zweiten und dritten Reihe. Gerne mehr davon!

    • DerBeimNamenNennt sagt:

      @Klink und @Onkel Hotte:
      Kleine Korrektur in Sachen Märchen.
      In Deutschland haben die Märchen, wohl im Verhältnis zur Unkenntnis derselben, den Ruf von seichter Kinderunterhaltung. Ließt man sich die Märchen aber mal durch, so offenbaren besonders die sog. „Volksmärchen“ einen sehr verstörenden Charakter.
      Wer nicht versteht, was ich meine, den Empfehle ich eine Lektüre der Bücher der Gebrüder Grimm (Beispielsweise die Geschichte vom „Gevatter Tod“ oder „die Speise Gottes“). Auch in den Kunstmärchen gibt es so den ein oder anderen „harten Stoff“.

      Ich spare mir mal auf die Deutungen von „Rotkäpchen“ hinzuweisen.

      Was Märchen natürlich anders machen als naturalistische Werke oder auch übliche Science Fiction, ist, dass dort manche Dinge nur angedeutet werden. Der Zuschauer muss schon zuhöre und ein bisschen mitdenken.
      Entsprechend gibt es bei „Star Wars“ auch so einige Sachen, die mehr oder weniger angedeutet werden. Wir wissen, dass das Imperium böse ist, wir sehen wie Alderaan vernichtet wird. Wir müssen nicht mehr genau sehen, was da passiert.

  6. G.G. Hoffmann sagt:

    Lustig. Ich habe den Film auch erst am vergangenen Wochenende erstmals gesehen, muss aber zugeben, dass ich trotz meiner neuen Soundanlage an der ein und anderen Stelle eingeschlafen bin (im Gegensatz zu meinem Nachbarn, der den Film „sehr laut“ fand).

    Im übrigen schließe ich mich Onkel Hotte an.

    • Onkel Hotte sagt:

      @DerBeimNamenNennt: Oh ja, ich kenne diese Sorte Märchen. Letztens habe ich eine Geschichte der Brüder Grimm meiner 7j. Tochter vorgelesen, die ich selbst noch nie gehört oder gelesen hatte. Auf einmal wurde ein Haus bzw Keller beschrieben, wo lauter abgehackte Körperteile und Blutlachen rumlagen. Ich dachte parallel zum lesen (ich konnte natürlich nicht einfach aufhören, daß hätte meine Tochter nur neugierrig gemacht), was zum Henker habe ich denn da für eine Geschichte ausgesucht ? Sind wir hier immer noch bei den Brüdern Grimm oder den Memoiren der „Hostel“ Überlebenden ??
      Ich habe dann brutalere Stellen quasi in Echtzeit etwas entschärft. Kann anstrengend sein, das nächste Mal wünsche ich mir auch ein Zensurpuffer von 10 Sekunden.

  7. DerBeimNamenNennt sagt:

    Zitat:
    „Nein, selbst in diesem Märchengedöns geht es manchmal um echte Menschen, die oftmals nur deswegen eine Hintergrundgeschichte haben, weil die ihrer Eltern und Freunde recht brutal unterbrochen wurde.“

    Aber ich bitte dich. Das ist ja nun das absolute Oberklischee und völlig langweilig!
    Heutzutage fühlt man sich offenbar schon so genötigt, den Zuschauer irgendwie eine persönliche Hintergrundgeschichte präsentieren zu müssen, dass man sogar Köig Artus eine Rachefehde verpasst.

    Außerdem ist das doch mal sowas von Laaahmm.
    Gibt es denn keine Möglichkeiten mehr, eine Figur Kurz und Treffend zu charakterisieren, als ihr irgenein psychologisches Traume in den Familienhintergrund zu schreiben?!
    Hat doch in jedem 80er Schinken auch hervorragend funktioniert!

    Zitat:
    „So sehen wir hier vor allem Gebrochene und Gescheiterte, die es dem Imperium irgendwie heimzahlen wollen“
    Gehts um Star Wars, Star Trek (Kirks Vater!), Stargate Universe, BSG usw?

    Heute sind alle Figuren gescheiterte mit gebrochener Psyche. Das ist normal.
    Davon abzuweichen ist das intelligente und innovative!

    • G.G.Hoffmann sagt:

      Genau. Von Han Solo z.B. weiß man bis heute absolut nichts. Auch im 7. Film hat man bis zu seinem Tod nichts Neues erfahren. Wer waren seinen Eltern, Großeltern, wo ist er zur Schule gegangen, was hat er gelernt, weshalb ist er so eine Nörgelfresse (weil Harrison Ford nicht besser schauspielen kann)? Völlig unwichtig. Holzschnittartiger Charakter, trotzdem lustig.

      Im neuen Han Solo Film wird uns jedoch garantiert eine herzergreifende Hintergrundgeschichte und eine Charakterstudie präsentiert. 100%ig ist seine erste große Liebe auf tragische Weise ums Leben gekommen, weshalb er fortan als zynischer, stets miesgelaunter Schmuggler durch die Gegend zog. Wahrscheinlich wird sich auch noch rausstellen, daß die Verstorbene eine Cousine 2. Grades von Leia war.

      BTW: in Star Wars geht es immer um nichts Geringeres als „Frieden in der Galaxis“. Geht’s auch eine Nummer kleiner? Selbst eine Macht wie das Imperium ist nicht in der Lage, einen Raum zu beherrschen, der auch nur 1% einer durchschnittlichen Galaxis umfaßt. Oder ist das eine ganz kleine Minigalaxis? Das mit den Dimensionen des Weltalls hat Abrams übrigens von allen Star Trek/Star Wars Regisseuren am schlechtesten begriffen. Bei ihm liegt jedes Sonnensystem innerhalb von 2 Flugminuten. William Shatner hat der Enterprise in Star Trek V wenigstens noch ein paar Stunden Zeit gegeben, um die 40.000 Lichtjahre ins Zentrum der Galaxis zu fliegen.

    • Onkel Hotte sagt:

      Das haben die sich vom tatort abgeguckt. Da gibt es auch kaum jemanden, der noch halbwegs normal ist. Entweder total kaputte, gestörte, verlassene, paralysierte oder dann borderlinemässig total witzige Kommissare/Kommissarinnen. In letzter Zeit schreien und keifen alle nur noch rum, ganz schlimm der aus Ludwigshafen.

  8. Onkel Hotte sagt:

    Klappo, wo bleibt dein Star Trek : Discovery Trailer Review ? ;)

  9. Bergh60 sagt:

    und das von
    Alien Covenant

    Die Alien Governante nennt Klapo das bestimmt.

    Ich fand den Fil gestern Abend erstaunlich gut.
    Eigentlich ist es ein Remake vo Teil 1 und 2 und eine Prise Prometheus.

    Aber trotzdem gut.
    Vor allem die Hauptdarstellerin.

    Gruß
    BergH

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