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Star Trek Voyager – 6.25 – „Der Spuk auf Deck Zwölf“ („The Haunting of Deck Twelve“) Review

Ah, was für ein furchtbares Gefühl dieses Fremdschämen für Kollege Klap doch ist, wenn er jedes halbe Jahr einfach mal für sechs Monate keinen Bock auf Schreiben hat! Selbst als unbeteiligter Augenzeuge kann ich die Schande und Ehrlosigkeit beinahe schmecken. Nam, nam, nam. Pfui! Aber vergessen wir nicht die dazugehörige Pflicht. Ja, meine traurige Pflicht, in einem von Spinnenweben und Geistern der Vergangenheit heimgesuchten Ort nach schon lange nicht mehr erhältlichen Klapowski-Artikel zu suchen. Richtig geraten: Zeit für einen Besuch in Ex-Webmaster GGHs Labyrinth des Ablage-Irrsinns („Ach, kloppen wir ALLE HTML-Dateien UND Bilder der Seite einfach mal ein EIN Verzeichnis. Kann sich mein Nachfolger drüber ärgern, muahaahaaaar!“)! Also, let’s blend rück!

Hinweis vom Spark: Dieses lächerlich kurze Voyager-Review von Daniel Klapowski stammt nach meinen Berechnungen etwa aus der Ära von Ende 2001. So ganz genau ist dies nach 75 Backups, 15 Jahren (!) und Dateinamen wie voy-spukdeck12.html leider nicht mehr zu festzulegen. Da beneidet man ja diese Archäologen, welche sich lediglich mit alten Dino-Knochen abgeben müssen.

Um gleich mitten in die Kritik einzusteigen:

Alleine für Sätze wie „Tom, sind sie das? Ich finde das nicht lustig!“ sollte man Voyager den goldenen Teletubby verleihen. Normalerweise achtet man auf solche Fetzen nicht sonderlich, aber genau dieses hirnlose, sinnlose, pseudo-witzige Lari-Fari-Geschwätz ist es, was die Serie oft so unerträglich macht!

Wäre bei TNG je ein solcher Satz gefallen, wenn mal das Licht ausgegangen wäre? „Captain, ich hoffe, das ist nur ein schlechter Scherz!“ oder „Data? Ist das ihre Hand in meiner Hose?“ Voy-Charaktere sind die Kiddies unter den Sternenflottenoffizieren:

„Warum haben sie mich geschlagen?“

„Ich dachte, sie seien ein Borg, oder ein Hirogen!“

Grauenvoll!

Und dann diese unerträgliche Lagerfeuer-Parabel! Jaja, Leser Ben, ich weiß schon: Angeblich wird ungeheuer tiefsinnig die Fanmentalität parodiert, wenn die Kids die Zwischenfragen stellen. Aber trotzdem gefallen die Versuche, immer neue Genres in die Serie einzuflechten (Hier mal bloße Action, dann mal eine Komödie, dann eine Grusel-Homage), höchstens nur noch Extrem-Trekkis wie Ben… Dabei sorgen diese ständigen Spielereien nur dafür, daß Voyager nie einen einheitlichen Stil hatte und die Personen zu auswechselbaren Spielfiguren wurden, die jede Art von Storie tragen mussten.

Erwähnte ich schon, daß ich die Borg-Kinder unbändig liebe? Immer einen altklugen Spruch auf den Lippen, immer eine heiße Milch (mit Honig), die es vorsichtig zu schlürfen gilt, immer eine unglaublich lustige Bemerkung, die Infantilität mit Borgdenkweise mischt.

Kurz: Entsetzlich!

Und zwischendurch steht Neelix an seinen Kochtöppen, wimmert wie Oma Platuschke bei der Zwangsdemokratisierung, kaut Tuvok (der mich im übrigen auch schon immer angeödet hat) das Ohr ab und sein hysterisches Flennen verhallt ungehört in den Eingeweiden des abgedunkelten Schiffes. – Mama! Der Nebel! Angst! Ich will zu meiner Mami!

Totschlagen sollte man so was! Muß doch da irgendwo ein Nothammer oder wenigstens ein kiloschwerer Feuerlöscher herumlungern! Gibt’s doch nicht!

Ach ja, die Story an sich war ja wohl auch revolutionär, oder?

Ein feindliches Energiewesen, das die Schiffskontrollen übernimmt, das ist ja mal eine wahnsinnig frische Idee!

Wie machen die das bloß immer?

Fazit: Wenn Neelix und Kiddies nicht so einen aufwühlenden, infantilisierenden Bockmist geschwallt hätten, hätte ich endlich mal wieder selig vor der Glotze einschlummern können!

Schulnote: 5


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Artikel

von Sparkiller am 06.01.17 in Star Trek - Voyager

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Kommentare (6)

  1. G.G.Hoffmann sagt:

    Damals konnte Klapo die Sache noch präzise auf den Punkt bringen. Was war eigentlich gegen das innovative, handgeklöppelte HTML-Namenssystem einzuwenden? Damals bestand Google nur aus 14 Sucheinträgen und die meisten Webseiten mußten noch auswendig unter kryptischen Namen wie: startrek.www.index.server00234-32/berclay.uni.us/192.168.69.1/(4}$§Az9!=)/&%startseite.htm angesteuert werden.

    Aber sofort kam der Höörrr Sparkiller um die Ecke und sagte, man müsse JPGs nicht auf 4 KB komprimieren, das sähe kacke aus, in Zeiten von DSL 256 dürfe so eine Datei schon einmal 18 KB haben. Und außerdem sei Uli Meybohms HTML Editor nicht das richtige Werkzeug (wieso nicht? benutze ich heute noch) und Frames seien uncool und überhaupt sei es unzumutbar, wenn eine Seite nicht alle 40 Minuten aktualisiert werde…

  2. Cronos sagt:

    Voyager war halt schon immer Schrott. Immerhin ist es jetzt Schrott mit Nostalgie-Faktor. Also im Grunde gar nicht mehr so schlimm.

    PS: DSL 256? 256 kbit/s ??? Internetverbindungen waren mal so langsam ???????????????

  3. DerBeimNamenNennt sagt:

    Neelix als der Liebe Onkel, der aber gleichzeitig eine Beziehung zu Kess hat und früher Soldat war etc.
    Manchmal hatte ich das Gefühl, Neelix hatte diese Nettigkeit nur als eine Art „Mantel“ angelegt, um sein verletztes Innenleben zu schützen. Eine Folge impliziert ja an einer Stelle selbst, dass seine Art auch Kalkül ist. Er biedert sich der VOY-Crew an, weil er dort so ein angenehmes Leben hat.
    Naja, die Figur ist niemals entwickelt worden, wie so vieles.

    Das ist vielleicht auch der größte Unterschied. Mal ehrlich: Wenn ihr die Wahl hättet, mit welchen ST-Personen würdet ihr am Ehesten ein Bier trinken gehen? Bei mir wäre es auf jeden Fall die Mannschaft unter Archer. Danach vielleicht DS9 oder TOS.

    • Cronos sagt:

      Ein Bier trinken gehen? Mit Hoshi, Uhura und Scotty. Falls Hoshi kein Bier mag, kann es auch sonst was sein. Sogar Tee. Bei allen anderen hätte ich Angst das sie mich entweder zu Tode langweilen oder zu Tode labern.

    • Igelnasefingerspitzefett sagt:

      Ich würde mit Worf und Riker im Zehn Vorne Gagh essen und romulanisches Ale trinken gehen.

  4. Raketenwurm sagt:

    Wer ist eigentlich Ben ?

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