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Star Trek DS9 – 7.24 – „In den Wirren des Krieges“ („The Dogs Of War“) Review

Die Irren des Krieges

Ich bin ja für viel Blödsinn zu haben, aber in dieser Folge Mr.- „Bruuuuudaaaaaaa“ -Rom zum Herrscher über ein ganzes Volk zu machen, ist eindeutig zu viel des Blöden! Von mir aus sollen die Ohrenträger in die Vergangenheit reisen, lustige kleine Geschichtchen erleben, eine Rettungsaktion für ihre Mutter leiten, aber diesen Seppelarsch, wandelnden Nix-Raller und Running Gag zum großen Nagus zu machen, ist einfach zu viel, selbst für ein Volk wie die Ferengi, dessen IQ bekannterweise irgendwo zwischen Toast- und Knäckebrot einzuordnen ist. Klar, man hat sich gedacht: „Hmmm… Jetzt ist die Serie zuende, alle Charaktere gehen ihren eigenen Weg, da müssen wir den Ferengis natürlich auch noch ihren Platz einräumen… Also schmeißt euch bunte Pillen ein, setzt die Epileptikerhaube auf und sabbert beim Drehbuch-Schreiben nicht wieder alle Seiten voll!“

Ja, die Weiterentwicklung des Charakters im Laufe der Staffeln war wirklich enorm!

Man denke nur an die Baseballfolge am Anfang dieser Staffel und die tolle Spiegeluniversum-Folge! Rom, das Genie! „Ooooooh… Brudaaaaa…“ Wie viel intelligenter klingt diese Aussage doch inzwischen im Vergleich zu den ersten Folgen, wo sich noch ein paar Vokale mehr aneinanderreihten. Nein, Nein, Nein… Rom ist ein Vollidiot und bleibt es auch, da kannst man mir noch so viel von „schlechten Synchronstimmen“ und „technischem Talent“ erzählen…

Die „Tatsache“ (ich finde das immer so witzig, wenn Leute das bei der Beurteilung einer ST-Folge sagen), daß die Autoren Rom auf einer Seite zum Volldeppen aufbauten und gleichzeitig zum Technik-Genie hochstilisierten, beweißt doch nur, wie dümmlich die Autoren versucht haben, aus dem 1-Dimensionalen Charakter noch etwas Gutes zu holen, ganz nach dem Motto: „Seht mal her, liebe Fans! Der Rom, das ist eigentlich ein ganz Schlauer, jaaaahaaaaa!“

Da wird einem ST als heldenhafte Vision hingestellt, die sensibel und tolerant andere Wesen beleuchtet und dann kommen solche Armleuchter wie Rom, den die Autoren mit diebischen Vergnügen und Hingabe zum allerletzten Volltrottel aufgebaut haben und wenn der Typ dann in den letzten Folgen nicht mehr über seine eigene Füße in die Tortensahne stolpert und sich über unerhört dichten Schneefall beschwert, ist er gleich wieder ein „ernstzunehmender Charakter“ und natürlich „toll aufgebaut“…

Wie wird die Ferengi-Gesellschaft wohl aussehen, wenn wir in der nächsten Serie möglicherweise weder einen Blick auf sie werfen? Schütteln sich alle gegenseitig den Fuß, wenn alte Bekannte sich auf der Straße treffen? Wird der „Große Handelsturm“ umbenannt in „Das große Dings, was wo weit oben erst aufhört“? Werden esoterische Kurse mit einem meditativ gebrummten „Brrruuuuuuudaaaaaaaaaaa“ eingeleitet? Wir werden es wohl sehen…

Dialoge wie bei Hercules, pupertär und unreif wie bei GZSZ, so erotisch wie „Heiner Bremers Nachtjournal“ und so wichtig wie Tassen für Linkshänder…

Note: 5


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Artikel

von Klapowski am 21.12.03 in Star Trek - Deep Space Nine

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