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Kurzkritik: Zootopia (Zoomania)

Handlung: Die frischgebackene Hasenpolizistin Judy Hopps wird schnell das Opfer von Spott und unverhohlenen Vorurteilen innerhalb der Truppe. Um sich zu beweisen, übernimmt sie einen Entführungsfall und trifft dabei auf einen zwielichten Fuchs namens Nick Wilde. Nach dem Besuch eines Nudistencamps und der knappen Flucht vor dem Zerfleischen durch einen wildgewordenen Limousinenfahrer wird schnell klar, dass der Vermisste nur Teil einer weitaus größeren Verschwörung ist. Eine typische Disney-Geschichte halt, höhö. (Trailer.)

Story: Schon irgendwie mutig. Quasi Lethal Weapon in einer bunten Tierwelt, in welcher Vorurteile und Tod aber immer präsent sind. Mit nettem Toleranz-Element, verpackt in einer gelungenen Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit.
Schmuddel: Nach oft porentief reinen Animationsfilmen eine echte Überraschung. Mangels Empörung von Tieren gibt es kaum versteckte Andeutungen auf das N-Wort, Benachteiligungen am Arbeitsplatz und Rassismus im Alltag. Plus eine ‚Nacktszene‘, welche schon etwas unerwartet war.
Animation/Design: Sehr beeindruckend. Die Details machen ein mindestens zweimaliges Ansehen notwendig und der Aufbau der Welt mit Ideen wie Hamsterstädten und Elefanteneisbuden ist extrem gelungen.
Musik 1: Der Soundtrack ist abwechslungsreich (von Nonsense-Motivationsmusik über Guru-Meditation bis zu Depri-Tönen) und bleibt endlich mal wieder im Gedächtnis. Nach dem eher mauen Star Trek Into Darkness Soundtrack eine tolle Leistung vom Michael Giacchino.
Musik 2: Natürlich fehlt auch hier kein Popsong zum emotionalen Aufwühlen. Nicht originell, aber in diesem Fall passend und hübsch anzuhören. (Und dabei ist doch eigentlich der Klapowski der riesige Shakira-Fan.)

Fazit: Ein Film, wo man den Erfolg an der Kinokasse nachvollziehen kann. Die Geschichte ist angenehm komplex und erfordert gerade von den Jüngeren eine ungewohnt hohe Aufmerksamkeitsspanne. Eine echte Empfehlung für alle, die vom Internet noch nicht in eine zynische Nörgelhülle verwandelt wurden.

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

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von Sparkiller am 05.06.16 in Film-Review

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Kommentare (4)

  1. Cronos sagt:

    Woah! 9 von 10? Der Film muss ja richtig gut sein.

  2. Verwirrter Turnschuh sagt:

    Nicht täuschen lassen: Der Film ist ab der Hälfte typisches Hollywood-Disney-Klischee-Kino (exakt ab dem Moment, als aalglatter Fuchs seine obligatorische „Seele“ offenbart und es keinen ironischen Twist zu dieser Klischeeschiene gibt, die immer breiter und breiter wird).

    Die erste Hälfte ist spritzig. Das System „Interessanter Beginn, dann Malen nach Zahlen“ scheint zu funktionieren.

    • DerBeimNamenNennt sagt:

      „Die erste Hälfte ist spritzig. Das System „Interessanter Beginn, dann Malen nach Zahlen“ scheint zu funktionieren.“

      Erinnert mich an dieser Stelle ein bisschen an Wall-E, wo es auch de facto zwei Filmteile gab.

  3. T-Low sagt:

    Hi,
    9 von 10 ist echt viel. Kann mich aber der Meinung im Grossen und Ganzen anschliessen. Ziemlich cooler Film, der leider eine tiefgruendigere Geschichte hat als alle neuen Star Trek und Star Wars- Filme zusammen – und logisch ist sie auch noch, naja zumindest logischer als bei Abrams (SPOILER in zoomania Steckt niemand die eigene crew in torpedos)

    P.S. huebsches neues Design so voll responsive wie die kids sagen und trotzdem alter Stil. Huebsch!! *rumschleim und darin rumwuehl*

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