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Star Wars: Das Erwachen der Macht – Ein Review für Aufgeweckte

Wir berichten live aus dem Hype(r)space: Episode VII spielte in knapp zehn Tagen über eine Milliarde Dollar ein, weswegen die meisten Kinomagazine nach einer kurzen gegenseitigen Absprache beschlossen das Kritik-Handtuch hinzuwerfen und das Teil einfach nur noch total knorke zu finden. Aber ist der neueste Teil der Star Wars Saga nun eine seelenlose Nostalgieabzocke mit einer unmutig aus den drei Klassikern zusammengepanschten Story oder doch der neue Hollywood-Goldstandard? Wir gingen dieser Frage auf den Grunz und polierten vorher unser (Licht-)Seziermesser.

Star Wars: Das Erwachen der Macht
Regie: J.J. Abrams
Jahr: 2015
Budget: 200 Mio $

Die dunkle und die helle Seite der Meinungsfindung

Spoiler: Diese fangen hier spätestens ab der zweiten Hälfte an. Wobei, schon Episode IV gesehen und auch „Ich bin dein Vater!“ hat deine Staunfähigkeit in Sachen familiäre Enthüllungen bereits erschöpft? Falls ja, dann kann du jetzt eigentlich weiterlesen ohne seelische Schäden befürchten zu müssen.

Inhalt: Der gutmütige Bewohner eines abgelegenen Sandplaneten stösst auf einen Droiden mit wichtigen Plänen, hinter welchen auch eine finstere maskierte Gestalt her ist. Helfen kann dabei nur ein charmanter Schmuggler, welcher unsere Helden zu einer gigantischen Superwaffe begleitet. Diese ist in der Lage ganze Planeten zu zerstören, was zwecks galaxisweiter Einschüchterung auch mal eben demonstriert wird.

Besprechung: Ha! Super, dass ich jetzt einfach die Inhaltsangabe von Episode IV wiederverwenden konnte! Was bestimmt auch die Autoren von Episode VII dachten, spätestens als sich diese ihren Gehaltsscheck abholten. Zusammen mit „Ich kann es nicht glauben, dass ich damit durchgekommen bin!“.

An dieser Stelle ist wohl eine kurze Klarstellung nötig: „Das Erwachen der Macht“ ist in meinen Augen wahrhaftig kein schlechter Film. Er ist kurzweilig, flott erzählt, technisch kompetent, verfügt über knackige Dialoge und bietet sympathische Charaktere. Alles klar? Okay, wollte ich an dieser Stelle nur kurz loswerden. Ihr könnt also eure chinesischen Lichtschwerter vom Wühltisch wieder wegpacken.

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„Ho-ho-hooo! Draussen von den Sternen komme ich her. Und ich muss euch sagen, ich massakriere gar sehr! Allüberall auf den Tannenspitzen, sah ich mein Lichtschwert blitzen…“ – Rückkehr des Jedi-Glitter. Hier sucht Kylo Ren gerade eine schöne Tanne für das Wohnzimmer von Anführer Snoke. Mehr Probleme macht dafür das Finden von zwölf Tonnen Kohle für dessen Socke.

Trotzdem ist es für mich absolut unverständlich, dass es die Grundidee tatsächlich bis in den Film, nein, das Produkt geschafft hat:

Abrams: „Heeeey! Danke für die Gelegenheit, der Star Wars Saga nach all den Jahren wieder frischen Wind unter die Flügel zu blasen zu dürfen!“

Disney: „Gerne doch! Also, was habt ihr euch ausgedacht? Worum soll es gehen?“

Abrams: „In Stichworten: Netter Bauer auf Sandplanet! Ein Schmuggler und sein Wookiee! Putzig piepender Droide! Böser Lord in Schwarz! Der Lord ist natürlich mit irgendjemanden verwandt! Geheime Pläne! Lustig aussehender Alienzwerg mit Verbindung zu den Jedi! Finsterer Fädenzieher im Hintergrund! Planetenzerstörende Eisplanet-Kampfstation! Alien-Kneipe mit Dudelmusik! Jemand fällt ‘nen Schacht runter! Und dann—„

Disney: „Mooooment, das kommt mir jetzt aber doch etwas bekannt vor. Warum soviele Elemente aus den alten Filmen?“

Abrams: „Ganz klar, Zuschauer lieben es zu sagen: ‘Hey, das kenne ich doch!’ (c). Und je mehr sie von einem Film bereits kennen, desto besser! Meinen letzten Trek gesehen? Da wird ‚Khan‘ gesagt!“

Disney: „Khan? Hey, das kenne ich doch!“

Abrams: „Seht ihr? Die Verpackung macht’s: Flottes Tempo, Köppe mit Charisma, bisschen Rummsbumms, ein paar Das-kenne-ich-doch(tm)-Momente und dazwischen was lustig-putziges. Feddich ist der Nostalgie-Blockbuster. Es hat beim Trek geklappt, warum sollte es dann HIER anders sein?!“

Disney: „Hmmm, das macht Sinn. Unsere Marvel-Filme machen ja schliesslich auch nicht wegen der… *prust*… tollen Geschichten so einen Umsatz.“

Abrams: „Stellt euch nur mal vor, euer erster Iron Man hätte nicht seinen charmanten Robert Downey Jr. gehabt! Mit seinen Sprüchen! Und dem Tempo! Da wär aber nix mit dem Marvel Universe, aber Hallo!“

Disney: „Verdammt, Herr Abrams, Sie passen mit Ihrer seelenlosen Dekonstruktion unserer Werke zu unserem Imperi— zu unserem Unternehmen ja wie die blanke Faust in die Brieftasche unserer Kunden!“

Abrams: „Dankeschön! Und habt ihr jetzt nicht auch die Rechte für Indiana Jones? Stellt euch doch einmal folgendes vor: Ein neuer charmanter Darsteller! In einem düsteren Wüstentempel! Begleitet von einem sexy-putzigem Teenager-Mädel! Sie passt… pfff… auf seine Peitsche auf! (= witziger Hey-das-kenne-ich-doch-Moment!) Er will einen silbernen Dolch finden! Plötzlich rollen ZWEI riesige Steinkugeln auf die beiden zu! Und dann—„

Disney: „Langsam, langsam! Vorher müssen wir erstmal einen neuen Geldspeicher bauen!“

Und auch wenn obiges Beispiel übertrieben wirkt… viel anders kann ich es mir trotzdem nicht vorstellen. Trotzdem, wenn man diese arg zynische Sichtweise mal etwas beiseite packt macht der Film schon allein mit seiner Flottigkeit(tm) soviel Spass, dass man über diese Dinge beim Ansehen schlicht kaum bis gar nicht nachdenkt. Womit man ihn wohl besonders mit dem ersten „Star Trek“ vom Abrams vergleichen kann: Nicht besonders kreativ, geht aber ab wie Schmitz Kirkse. Wie beim neuen Star Wars halt genau wegen der patentierten Formel mit dem gewissen:

– Tempo
– Charisma
– Rummsbumms
– „Hey-das-kenne-ich-doch!“
– Lustig / Putzig

Wer dieses System mal selber testen will, der hakt die obigen Punkte einfach beim neuesten Trek-Trailer oder gerne auch Guardians of the Galaxy ab. Wobei dies nur Beispiele sind, da findet sich bestimmt noch einiges.

Vorteil: Die Wahrscheinlichkeit eines echten Rohrkrepierers ist sehr gering, wenn man das System wie Disney wirklich verstanden hat. Ansonsten kann auch sowas wie „Fantastic Four“ dabei herauskommen.

Nachteil: Filmen-nach-Zahlen führt nur selten zu einem echten Kultfilm. „Das Imperium schlägt zurück“ schätze ich schon deswegen so sehr, weil es sich mehr wie eine echte Geschichte anfühlt, welche sich nicht vorhersehen lässt. Hier gibt es kein grosses Raumschlacht-Finale und nicht einmal ein wirkliches Happy-End. Hier war ein Film noch mehr als eine reine Klischee-Achterbahnfahrt für den Zuschauer, bei welcher sich das Drehbuch lediglich für das Legen der Schienen verantwortlich zeichnet. Klar, auch „Imperium“ hat seine Schlachten, aber diese harmonieren wesentlich angenehmer mit dem Schicksal der Charaktere, welche auch genügend Raum zum Atmen erhalten.

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„Dieses Teil gefällt mir, Schatzi! Perfekt für unser Wohnzimmer!“ – „Stimmt, diese schwarz-weisse Ledertrulla ist eine tolle Dekoration für die schönen Stunden, in welchen ich auf dir draufsitze. Die lasse ich direkt einpacken!“ – Sitzfleisch zum Mitnehmen. Bei „Erwachen“ wimmelt es nur so vor schön versifft wirkenden Wesen im Hintergrund. Aber für Filmaufnahmen meiner Küche kriege ich trotzdem keine Milliarden. Ungerecht, pöh!

„Erwachen“ dagegen lässt den Figuren viel weniger Zeit zum Wachsen. Rey hat ihre Momente mit Finn und einer wohl für Episode 8 eingebauten Rückblende, aber viel zu viele Stellen wirken trotz über zwei Stunden Laufzeit zu hektisch und wie ein Springen von Set zu Set. Eindimensionale Charaktere wie der wenig inspirierte und Gollum-artige Imperator-Imitator („Ich spüre irgendwas. Dunkle Seite und so. Das Übliche, etc.“) oder der kurzauftrittige Captain Phasma in seiner Alufolien-Uniform („Warum soll ich mich denn wehren!? Bin in der Gewerkschaft!“) wirken da nur ablenkend und unnötig. Auch selbst durchaus erinnerungswürdige Figuren wie Poe Dameron huschen einfach zu schnell an einem vorbei. Man kann dies wohl als Aufbauarbeit für Episode 8 erklären, aber „Erwachen“ selbst wird dadurch nur geschadet.
Erklärungen fielen wohl sowieso dem Story-Plattmachen zum Opfer, damit diese auch wirklich in jede Zuschauerbirne passt. Es gibt eine Neue Republik UND einen Widerstand? Die erste Ordnung ist was genau? Scheint ja genug Leute zu haben, um einen ganzen Planeten (!) umzugraben. Warum konnte man die Zerstörung mehrerer Welten UND den fetten Todeslaser von verschiedenen Sonnensystemen aus sehen? (Was bereits beim ersten Star Trek vom Abrams ein Problem war!) Warum hatte Nicht-Yoda das Schwert in der Kiste? Wieso war Reys Vision so nichtssagend? Warum hatte Max von Sydow eine scheinbar sinnlos-kurze Rolle? Und stand Luke über dreissig Jahre lang in dieser heroischen Warteposition auf seiner irischen Privatinsel?

Und GANZ wichtig: Kamen nur MIR die beiden Bommel an der Waffe von Chewbacca lachhaft gross vor?!

Irgendwo mutig war es ja, dass man mit Han Solo einen Alt-Charakter tatsächlich sterben liess. Aufgrund des oben angedeuteten Verhaltens von Disney vermute ich einfach mal, dass Harrison Ford dieses wohl für sein Mitmachen zur Pflicht machte. Wobei mir sein Schauspiel dieses Mal sehr gefallen hat. Seit einer Weile war dieses ja eher mit dem gelangweilten Schnarchgesicht von Bruce Willis zu vergleichen, siehe z.B. „Enders Game“. („Böööh… keine Luuuust!“ – „Wann krieg ich denn endlich meine Gage?!“ – „Gääähn! Will Nickerchen macheeen!“)

Überhaupt gab es auch bei den anderen Darstellern nix zu meckern. Rey und Finn kamen gut rüber und selbst Kylo Ren wirkte als sprichwörtlicher Möchtegern-Vader wie eine verbesserte Version von Anakin Skywalker. Sogar inklusive Hackfresse zum Draufhauen. Und mit Finn, als sich direkt nach dem ersten Einsatz vom Acker machender Sturmtruppler mit Gewissen, haben wir sogar mal wirklich ein neues Element. Auch wenn seine Ausbildung zur Tötungsmaschine etwas seltsam gewesen sein muss. („Ach, MORGEN wollten wir das Waisenhaus schon in die Luft sprengen? Mensch, da hab ich doch bereits einen Zahnarzttermin. Nächstes Mal aber, ganz bestimmt!“)

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„Verdammt, Rey, Fussball auf Tatooine, äh, auf Jakku ist aber ganz schön extrem!?“ – „Selber Schuld, wenn du den Ball ins Aus spielst! Und jetzt pass mal besser auf, der Torwart hat seine Neutronenbombe aktiviert!“ – Böses Minenfeld zum guten Spiel. Eigentlich ist Finn nur wieder auf galaktischer Weiberjagd. Und von deren in seine Richtung geworfenen Thermaldetonatoren lässt er sich erst recht nicht aufhalten!

Auch die Effekte waren erwartungsgemäss topp, gerade verglichen zur doch sehr sterilen Optik der Prequels. Obwohl ich mir manchmal sogar NOCH weniger Köppe aus dem Computer gewünscht hätte. Gerade Anführer Snoke sah aus wie der schlechter gemachte Schwager vom Gollum, was bei zehn Jahren Abstand UND dem selben Motion-Capture-Typen schon irgendwie seltsam ist. Aber in Sachen Raumschiffe, Droiden und Landschaften gab es von meiner Seite aus nichts zu meckern. Und das CGI-Gesicht von Leia war zwar etwas starr und ausdrucksarm, aber trotzdem gelungen. Mensch, was heutzutage alles möglich ist!

Etwas fade war die Musik. Zwar in ihrer Düdeligkeit passend, aber auch nicht wirklich im Gedächtnis bleibend. Heldin Rey bekam zwar noch ein nette Melodie, aber so langsam wirkt der gute alte John Williams auf mich doch ein wenig ausgebrannt. Solche Szenen gab es jedenfalls leider nicht.

Fazit: Wohl für den Retrobonus an den Kinokassen und das risikofreie Erschaffen von Neu-Fans wurden die alten Filme nochmal in der Schnellfassung und leicht abgewandelt erneut erzählt. Wer damit leben kann, oder „glücklicherweise“ unter Gedächtnisverlust leidet, der erlebt eine locker-flockig unterhaltsame Abenteuerreise ohne grössere Makel, aber auch mit wenig… öh… „Unmakeln“. Langeweile wird aber auf keinen Fall herrschen. Höchstens ordentlich Druck auf der Blase, da eine „mittlere Cola“ heutzutage tatsächlich einen ganzen Liter (!) umfasst.

*empört wieder in seinen popcornbecher kletter*

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Artikel

von Sparkiller am 30.12.15 in Film-Hammer

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Kommentare (27)

  1. DJ Doena sagt:

    Obwohl ich den Film gut fand hat mich auch am meisten gestört, dass die Zwischenstory zwischen VI und VII nicht so richtig viel Sinn ergibt.

    Wo hat die erste Ordnung das Geld und die Manpower her, diesen Todesstern Mk III zu bauen? Und warum wurde sie nicht von der neuen Republik aufgehalten?

    Wann genau hat Luke eigentlich Kylo ausgebildet und ist damit gescheitert, wenn ersterer schon ewig verschwunden sein soll? (So alt is Kylo ja noch nicht)

    Wann erfahren wir, dass Rey Lukes Tochter und Finn der entführte Sohn von Lando Calrissian ist?

    BTW: Ford hat schon für VIII unterschrieben, könnte also flash-backig werden und einige der obigen Fragen klären.

  2. DJ Doena sagt:

    PS: Bei den Preisen, die für die Kinokarten aufgerufen werden, sind die Einnahmenrekorde ja fast kein Wunder mehr.

    Allerdings wird Kino so zum Eventereignisevent, das man sich mal alle Jubeljahre gönnt, so wie einen Freizeitpark (Wahrscheinlich deshalb auch die Achterbahnscripts).

    So zweimal im Monat ins Kino gehen (Wie damals vor Krieg!), zum Teil auch in Filme, wo man von vornherein wusste, dass die jetzt nicht der absolute Brüller werden würden, ist damit aber passé.

    For the record: Mit 3D und Brille musste ich 18€ über die Theke schieben für diesen 2h Film.

    • Donald D. sagt:

      Hmmmh??? In welches Kino bist Du denn gegangen? Ein 4-Sterne-Giganto-Imax? Bei mir waren´s jedenfalls „nur“ 13,90 Euro.

    • Onkel Hotte sagt:

      Ich habe auch nur 14 Penunzen hingeblättert, Cinedome in Kölle.

  3. Cronos sagt:

    Ich fand den Film nicht schlecht. Ich war sogar positiv überrascht, da ich dachte JJA ruiniert Star Wars. Na ja, hat er nicht getan. Also alles gut aus gegangen.

  4. bergh sagt:

    tach auch !

    Mich störten da ein paar Sachen, aber unterhalten wurde Ich schon.
    Liebe Klap bringe Sie bloss nicht auf Ideen…
    Sonst recyclen sie Star – Gate, Wars Trek , Fighter noch vile öfter und dann sind die Kinos voll…..
    voller Ko**e.

    Gruss BergH

    Meine Sohn störte am Meisten , dass die Heldin vom Type Amigdalla war.
    (also aussah wie Natalie Hafenmann.)

  5. Biermaaan sagt:

    JJ Abrams … der IP-Defiler schlechthin. Warum dieses Machtwerk so eine Gnadenbewertung bekommt kann ich auch nicht verstehen. Die Story ist sehr dünn, die Charaktere flacher wie eine Flunder, und der ganze SJW/PC Quatsch setzt dem ganzen noch die Krone auf.
    Wäre der Film nicht im Star Wars Universum angesiedelt, würde sich kein Mensch das antun.

    Naja, solange Disney sein Geld bekommt ist ja alles In Ordnung.

    • Cronos sagt:

      Es hätte ja auch viel schlimmer kommen können. Der Film ist solide, man kann ihn anschauen ohne kotzen zu müssen und einschlafen tut man auch nicht. Klar, ein Meisterwerk ist es nicht, aber trotzdem war ich positiv überrascht. Ich dachte JJA ruiniert Star Wars wie er es mit Star Trek getan hat.

  6. Susan sagt:

    Als die Trailer aufgetaucht sind und ich einen Wüstenplaneten sah, hatte ich schon so ein ungutes Gefühl. Nein, eigentlich hatte ich schon ein ungutes Gefühl, als ich gehört habe, dass JJ Abrams Regie führt. Ich hab mich trotzdem eher auf den Film gefreut, wegen der praktischen Effekte und weil es einfach nicht schlimmer werden konnte als die Prequels – und… weil ich wohl an das Gute im Menschen glaube^^

    Als dann der Release Date näher und näher gerückt ist und der Hype immer schlimmer wurde (und ich gesehen habe, wieviel fürs Merchandise verlangt wird, speziell Lego-Sets), hat bei mir ein recht solides Übersättigungsgefühl eingestellt.
    Nicht SW an sich gegenüber, das hat sich nicht geändert, eher gegen diesen speziellen Film. Das ist bei mir oft so. Laufen alle leute in eine Richtung, schau ich mir eher an, was in der anderen Richtung liegt.
    Nunja, die Spoiler haben meinem Enthusiasmus dann den Rest gegeben. Die alte Story einfach NOCHMAL erzählt – das kann nicht deren Erst sein. Da fühle ich mich als denkender Mensch schlichtweg beleidigt. Tolle Effekte hin oder her.

    Ich hab den Film noch nicht gesehen und werde wahrscheinlich warten, bis er im Free-TV läuft. Avatar hab ich übrigens bis heute nicht gesehen^^

    • Speedomon sagt:

      Kann ich so komplett so unterschreiben. Selbe Story wie Original-Trilogie (warum bitte NOCHN TODESSTERN) plus die paar Überraschungen von irgenwelchen Idioten spoilern lassen – warum dann eigentlich das Ganze.
      Besonders stört mich, dass der Film den Sieg von EpVI scheinbar komplett ignoriert. Wieder Rebellen gegen Imperium mit anderem Namen. Also quasi alles umsonst gewesen, was Luke und co erreicht haben.
      Warum nicht z.B. neue Republik + Rest des Imperiums gegen eine Bedrohung aus einer anderen Galaxie kämpfen lassen? Zu originell? Lol.

    • Pherim sagt:

      Weil eine Bedrohung aus einer anderen Galaxie nichts mehr mit der ursprünglichen Star Wars-Geschichte zu tun hat… Wenn man einen Film „Episode VII“ nennt dann muss es auch irgendwo eine direkte Fortsetzung der ersten sechs sein. Klar war „Jedi“ am Ende ziemlich abgeschlossen aber die Macht des Mammons ist stark. XD
      Aber im Ernst: Star Wars ist nun mal von Grund auf sehr eingeschränkt in der Art der Geschichten, die erzählt werden können: Es ist nun mal ein Märchen, wo es vorwiegend um Gut gegen Böse geht. Ein Abweichen von dieser Formel würde bedeuten dass es kein „richtiges“ Star Wars mehr wäre und was dann erst los wäre… Star Trek ist da zum Beispiel viel freier, da es nicht auf einen zentralen Konflikt beschränkt ist – hoffentlich kommt das auch mal in den neuen Filmen an.

      Nun ja, ich betrachte den neuen Star Wars im Grunde als die teuerste Fanfiction aller Zeiten, und dafür fand ich ihn ganz ordentlich. Und wer weiß, vielleicht schaffen es ja die Spin-offs mal, interessante, neue Geschichten zu erzählen. Im Expanded Universe gab es da ja auch so einiges, wie man hört. Wobei es trotzdem im Grunde immer nur darum ging eine neue, noch größere Bedrohung einzubauen, die dann auch fast immer nochmal eine neue Superwaffe oder ein Dunkler Jedi oder irgendsowas war. Und je öfter man das macht, desto mehr schwindet die Bedeutung der Ereignisse in den ursprünglichen Filmen.

      Aber bei allem, was gemacht wurde, hat das EU sich meines Wissens eine Sache nie getraut: Die großen drei, Luke, Hand und Leia auseinanderzubringen, und das, obwohl es da auch einen Sohn von Han und Leia gibt, der zur dunklen Seite wechselt. Insofern muss ich den Machern von EpVII da schon zugestehen, dass sie den Mut haben, etwas zu wagen. Das ist für mich eines der Dinge, die die durchaus vorhandenen Schwächen wieder ausgleichen.

  7. G.G.Hoffmann sagt:

    Nur acht Kommentare zu diesem Film sind selbst für diese Seite erschreckend wenig. Und falls in Sparkis 6 Punkten der Fanfaktor schon drin ist, bin ich ein wenig beunruhigt.

    Ich habe den Film bislang nicht gesehen und warte noch bis die labernden 150-Kilo-Popcornmonstern weg sind, die mir den Genuß verderben könnten. Außerdem habe ich noch keine freie Vorstellung in einem 2D-Kino gefunden. Die wenigen Häuser, die den Film auch in 2D zeigen, scheinen gut ausgelastet zu sein. In 3D will ich ihn auf keinen Fall anschauen. Das empfinde ich irgendwie als Beleidigung der Kameraleute, des Regisseurs und der Beleuchter. Der Film soll wenigstens ein Genuß für das Auge sein, wenn er inhaltlich schon nicht viel hergibt.

    Deshalb teile ich auch nicht Susans Standpunkt, sie werde ihn sich vielleicht erst im Free-TV anschauen. Selbst in manchem StarWars-Forum liest man verstörende Beiträge wie: „Ich bin schon seit Kindesbeinen an totaler Fan der Filme. Auf Bluray oder DVD habe ich sie aber nicht. Schaue sie immer nur im Fernsehen auf meinem 32-Zoll-Bildschirm mit Werbung…“ Für solche Leute könnte man die Filme auch mit Handy-Kamera im Stadttheater drehen.

    • Speedomon sagt:

      Weiß nicht wie alt der war, der das geschrieben hat, aber: Die meisten Fans des Original Krieg der Sterne (NICHT Star Wars!) wurden zu einem solchen eben durch die TV Ausstrahlungen. Und in den letzten 30 Jahren hat man sie halt so oft gesehen (ob TV oder Video) dass es sich einfach nicht mehr lohnt, noch eine Blu-Ray anzuschaffen. Ja es sieht besser aus, aber man kennt die Filme einfach auswendig. Bin da vielleicht etwas zu pragmatisch veranlagt.

  8. Donald D. sagt:

    Versauen kann man an einem „Star Wars“-Film nicht allzuviel, im Gegensatz zu „Star Trek“, wie es JJA vortrefflich bewies. Ich würde bei „Star Wars“ auch einem Schimpansen ohne Bedenken die Regie übertragen. Der Film war okay, hat aber meine Erwartungen nicht komplett erfüllt. Großes Lob aber an die Ausstattung. So viele echte Kulissen, Puppen und Requisiten gefallen doch sehr! Solos Tod war natürlich Sche***! Möchte bloß wissen, wer das so wollte. Ford? Disney? Die Autoren? Bin gespannt, wer in Ep. VIII ins Gras beißt. Ich tippe mal auf Chewbacca oder Luke.

  9. Speedomon sagt:

    Ich persönlich hab’s ja gewusst. Mein Kommentar war auch nicht auf Mr Duck bezogen, sondern auf die Zeitgenossen die meinen schon 2 Tage nach Kinostart ihr Fachwissen mit irgendwelchen nicht themenbezogenen Internetforen teilen zu müssen.

  10. Onkel Hotte sagt:

    Dann will ich den Kommentarzähler mal hochtreiben. Fand den Film überraschend gut gemacht, erfreulich wenig CGI. George Lucas war halt noch nie ein guter Regisseur sondern nur fabelhafter Verkäufer und Kaufmann. Man hätte ihm 1-3 aus den Fingern nehmen sollen aber egal. Es gab keine Neuauflage eines Jar Jar Bings, über alles andere kann man reden.
    Ich fand auch Kylo nicht übel. Schonmal nicht so eine glatte Kinderpopofresse wie Hayden Christiansen. Kylo sieht markiger aus, bissel wie Roger Waters in frühen Tagen.
    Aber ja, es wurde arg viel und dreist kopiert.
    Ich fand auch Solos schauspiel nicht überwältigend, da kam er er mir eher gelangweilt vor. Kann mir vorstellen das Harrison Ford einfach keine Lust mehr hat und seinen Filmtod zur Bedingung machte. Und er ist bei VII tatsächlich wieder dabei ? hmmm……
    Was mein Thema angeht, den Filmscore, da muss ich Klappo ebenfalls zugestehen: Der John scheint des Themas überdrüssig zu werden. Naja, kein Wunder nach 7 Filmen. In meinen Ohren war bei Howard Shore schon beim „Hobbit“ Schluss mit „Supertoll“. Habe mir nicht einmal überlegt den Soundtrack zu kaufen, nachdem ich vom HdR alle Teile auf CD gekauft hatte.
    Williams‘ Score zu Episode I war noch hervorragend. Teil 2 stank wie der Film völlig ab und bei Teil 3 ist der erste Track nach der bekannten Fanfare das Beste am ganzen Score. Hat es natürlich nicht auf die CD geschafft, aargh. Der Rest ist ganz gut gemacht weil etwas düsterer. Aber bei Teil 7 ist nur noch Aufzugmusik zu vernehmen.

    • Klapowski sagt:

      „Was mein Thema angeht, den Filmscore, da muss ich Klappo ebenfalls zugestehen“

      Kleine Korrektur: Das da oben ist ein Sparkiller-Review. Auch erkennbar an der unkritischen Bejubelung von quasi allem. Mein Kollege fand ja auch die letzten beiden Trek-Filme überdurchschnittlich gut, was für MEINEN „Star Wars“-Kinobesuch (morgen wohl) nichts Gutes verheißt. Vermutlich gibt es wieder verwackelte Action, sinnlosen Fanservice und angebliche Kultcharaktere wie damals Zachary Quinto als Spock. Wer spielt denn eigentlich diesen Keylo Ren? Justin Bieber, wie ich J.J. Abramas kenne?

      Werde auf jeden Fall ein Korrektur-Review nachreichen müssen, um Zukunftia sauber zu ha(l)ten!

  11. Donald D. sagt:

    Nein! Kylo Ren wird von Carl Maria von Weber gespielt.

    • Cronos sagt:

      Von einem Toten? :D

    • Donald D. sagt:

      Na, jedenfalls sah der Typ schon halbtot und auch wie „Hörr Freischütz“ aus! Wer kann denn den als Vader-Nachfolger ernstnehmen? War auch so ein Punkt, der mich an dem Film gestört hat!

  12. Hahle sagt:

    Ich glaub in dem Moment wo Kylo seine Maske abnahm, hat es dann angefangen, mit den Kopfschmerzen bei mir. Hat so seine Momente der Film, aber bei mir ist wohl jetzt schon der Zeitpunkt erreicht, wo ich an JJ’s Projekten so überhaupt gar kein Interesse mehr habe. Es endet zu oft mit einer Enttäuschung.
    „Fanboy-Scheiße“. Die Formulierung ist leider nicht von mir, aber trifft es perfekt. Als hätte Hans Wurst von nebenan, mit nem 100 Millionen Dollar Budget versucht seinen eigenen kleinen Star Wars Tribut zu realisieren.
    Keinerlei Originalität, alles schonmal da gewesen und dabei war es doch genau Das was die Filme so groß machte. Ganze Welten entstanden da vor dem Auge des Zuschauers, wie man sie vorher noch nie gesehen hatte und welche ganze Generationen an Kids inspirierten. Und nu variieren wir halt ein wenig. Pressen nochmal schön den Saft raus, aber mehr auch nicht.
    Gute Unterhaltung, einmal ansehen ist auf jeden Fall kein Risiko (ganz im Gegensatz zu Star Trek 2), aber die Star-Wars-Erwartungen sollte man doch etwas dämpfen.
    … Und jajaja, viel besser als Teil 1-3. Aber das gilt ja wohl auch für den letzten großen Sat1-Film-Film.

    Nee, ich freu mich nicht auf den Mai 2017, wenn dann Teil 2 kommt. Ich freu mich auf den April 2017, wenn dann der zweite Teil von Guardians Of The Galaxy kommt.
    Der bot all das, was mir hier fehlte.

    PS: Ich setze 10 Euro, dass Teil 2 auf ’nem Eisplaneten spielt. Das bekommt der fertig, der Abrams.

    • Donald D. sagt:

      Im Gegensatz zu „Star Trek“, falls man das überhaupt noch so nennen sollte, schiebe ich JJA hier nur einen Teil der Verantwortung zu, denn neben ihm gab es immerhin noch zwei weitere Schreiberlinge u.a. Lawrence Kasdan, der nicht zu den schlechtesten seiner Zunft zählt. Und schließlich mischten auch noch Disney und Lucasfilm mit. Zu viele Köche halt…

  13. G.G.Hoffmann sagt:

    Dieses Review, das ich erst jetzt vollständig durchgelesen haben (von wegen Spoiler und so), trifft den Nagel auf den Kopf. Schließe mich voll und ganz an.

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