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Der Writers Streik: Eine nevertelling Story?

Bahnstreik? Für Autofahrer, Stubenhocker und Arbeitslose kein Problem! – Müllmänner, die die Arbeit niederlegen? Egal, DIE müssen dann ja in 2 bis 18 Wochen die 5 Kubikmeter vor meinem Haus abräumen! – Die meisten Streiks gehen einem als Durchschnittsphlegmatiker also am plattgesessenen Hintern vorbei. Hauptsache, man selber kann nach der Arbeit (sofern man selber nicht auch gerade für eine größere Lohntüte auf die Straße geht) gemütlich auf der Couch sitzen und sich Fernsehserien in das Kurzzeitgedächtnis runterladen. Doch dieser Lückenfüller könnte demnächst selber eine üble Lücke aufweisen: Denn in den USA streiken die Geschichtenerfinder…

Spark sei mein Zeuge: Ich war schon immer der Meinung, dass Drehbuchautoren zu gering geschätzt werden. Nur knapp geschlagen von mittelmäßig erfolgreichen Science-Fiction-Satireautoren im Internet…

Aber der Glamourfaktor eines gutaussehend zurecht getackerten Schauspielers oder eines Megafon-schwenkenden Regisseurs ist nun mal größer als der eines Schreiberlings, der höchstens mal eine Runde um den Block geht, um den „Kopf frei zu kriegen“. Was will man im Umfeld dieser Menschen auch technisch beeindruckend und gutaussehend finden? Etwa die Word-Version von 2001?

Nicht weniger stiefmütterlich sah auch die Vergütung der kreativen Hirnauskotzer aus: Von den DVD-Verkäufen hatten die Schreiberlinge bislang nicht sooo viel (0,3% Beteiligung, nun gefordert: 0,6%), außer der Erlaubnis, während der Öffnungszeiten in der Filmabteilung der Elektromärkte herumstreunen zu dürfen. Für Internetdownload und ähnliche Vertriebsmöglichkeiten gibt und gab es für das Schreibvieh meist nicht mal eine VVV. – Eine Vertraglich Vereinbarte Vergütung.

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„We are the Folk!“ – „Nun sei mal nicht so dramatisch, wir legen doch nur die Arbeit nieder!“ – „Ich betreibe doch nur gesunden Spannungsaufbau… Dieser Streik wird nämlich ein Mehrteiler, hat die Gewerkschaft gesagt!“ – Komplett abgeschrieben: Diese Drehbuchautoren weigern sich, auch nur eine einzige Zeile zu schreiben. Die Gründe dafür haben sie in einem 827-seitigen Manifest zusammengefasst. Sogar 2829 Seiten, wenn man die vielen Parabeln und Metaphern darin mitzählt.

Der Autor mag zwar das erste Glied in der Kette einer Produktion sein, jedoch nimmt er damit in der Filmindustrie höchstens den Stellwert eines anonymen Samenspenders ein, der darüber hinaus fein Federkiel und Schnauze zu halten hat. Auf Premierenfeiern werden die geistigen Schöpfer dann auch schon mal nicht eingeladen, im Abspann in Extremfällen schon mal „vergessen“ oder aber die Drehbücher bis zur Unkenntlichkeit umgeschrieben. Wobei ich Letzteres aber nicht für sooo gravierend halte, denn wenn ich gerade ein Fertighaus verkauft habe, können die neuen Eigentümer von mir aus auch auf eigene Kosten die Badezimmerwände entfernen, um vom Klo aus die Kinder zusammenzuscheißen.

Denn die Arbeit eines Autors mag zwar kreativ sein, aber auch kein Heiligtum. Das würde niederknie-technisch auch zu viel Verschleiß auf halber Jeanshosenhöhe bedeuten, schließlich kursieren in große Produktionsfirmen mehr Drehbücher als Toilettenpapier. Und wer will ernsthaft ein Rick-Berman-Script unverändert verfilmen, ohne zumindest den Mittelteil zwischen Titelblatt und Buchrücken ausgetauscht zu haben?

Wie auch immer: Ich kann die Gründe für diesen Streik trotzdem verstehen, schließlich will man eine unglückliche Situation wie 1985 vermeiden. Damals streikten die Schreiberlinge ebenfalls, wurden aber mit 0,3% Beteiligung an den Verkäufen eines neumodischen Datenträgers namens VHS-Kassette abgespeist. – Mit der Begründung, dass man ja die Zukunftsaussichten von Zu-Hause-Film-Guck noch gar nicht kenne und der Erfolg dieser Vertriebsidee eher ungewiss sei. Eine Begründung, die jetzt auch bei dem bevorstehenden Onlinevertrieb von Filmen wiederholt wird: „Das wird eh kein Knaller, daher braucht ihr dafür auch keine gesonderten Vertrag.“

Damit vergleichbar wäre wohl nur ein Versicherungsvertreter, der einem gleich die höchste Beitragssumme aufrücken will, weil man als Kunde ja „sowieso in 6 Monaten einen schlimmen Unfall“ haben wird.

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„Klasse, dass die nichts mehr für uns schreiben. Endlich habe ich wieder mehr Zeit, um die Enten zu füttern!“ – Sie brachen das Brot, aber nicht den Streik: Robin Williams und David Duchovny setzen sich so sehr für die wunderlichen Drehbuchautoren ein, dass sie sich sogar mit hässlichem Winterparka und ungepflegtem Bartwuchs als solche verkleideten. Vielleicht hielten sie es aber auch nur für die Generalprobe eines neuen Roadmovies…

Nun wird also lustvoll vor sich hingestreikt und eine Serie nach der andere in den kreativen Dornröschenschlaf versetzt. Die tägliche Produktion der frechen amerikanischen Kopien unserer Harald-Schmidt-Show wurden bereits eingestellt und auch die Geschichten für normale Serienkost schwappen im Vorratstank nur noch tröpfchenweise dahin, seit die Denkstellen eine „Spirit“preiserhöhung fordern.

So sind von LOST gerade mal 8 Folgen der 4. Staffel fertig, und die Produktionsarbeiten wurden bereits eingestellt. – Ich persönlich hatte ja das Gefühl, dass schon ab der Mitte der 2. Staffel eigentlich keine neuen Drehbücher mehr vorlagen, weswegen ich nicht ganz verstehen kann, warum man die Aufnahmen plötzlich abbricht. Ein paar bescheuerte Visionen oder das Larifari-Problem einer seit 10 Folgen nicht mehr gezeigten Figur („Mein Baby pupst unentwegt! Was soll ich denn jetzt bloß machen!?“) müssten doch da eigentlich noch drin sein, oder? So was schreibt der Kameramann in 5 Minuten auf einen Bierdeckel oder die Rückseite eine Kokosnuss!

Auch bei „24“ sind bislang nur 8 Episoden der neuen Staffel erhältlich. Je nach Dauer des Streikes und der damit verbundenen Aufholmöglichkeiten wäre es vielleicht gar nicht so übel, den Mangel an den restlichen 16 Echtzeitstunden mit einem einfachen Trick zu kaschieren: „Sorry, auch ich habe schließlich nur einen 8-Stunden-Tag!“ könnte Kiefer Sunderland seinem entsetzten Vorgesetzten in das schweißnasse Regierungsvertreter-Angesicht grunzen. – Um ihm dann mit einer provokanten Handbewegung seine Stempelkarte unter die Nase zu halten, bevor er sie in Zeitlupe durch den Automaten am Ausgang zieht…

„Warum wir LOST nicht weiter verfilmen? Nun, für die Antwort auf diese Frage seid ihr noch nicht bereit…“ – Kann nicht aus seiner Haut: Produzent und Drehbuchautor Damon Lindelof ist endgültig reif für die Verkehrsinsel und legt die Arbeit nieder. Auch sein dicklicher Kumpel von den „Desperate Housewifes“ schreibt nur noch an den Einkaufszetteln für seine täglichen Metzgereibesuche.

Ein bisschen Leid tut es mir ja um meinen persönliche Favoriten „Nip / Tuck“, da die 5. Staffel die erste mit deutlich mehr als 16 Folgen sein sollte. Und vielleicht auch die letzte. Durch die Kürzung wird man nun vermutlich verpassen, wie Christian Troy eine Bauchhöhlenschwangerschaft an sich selber feststellt („Christian! Durch Deine viele Fickerei hat sich ein Gebärmutterreservat in Deinem Unterleib gebildet. Das ist medizinisch gesehen nichts Ungewöhnliches!“) oder sein Sohn nach seinen Erlebnissen mit Transsexuellen-, Nazi- und Scientology-Bräuten abermals in üble Gesellschaft stolpert („Verdammt, Dad! Diese Satansanbeter sind das Beste, was mir im meinem Leben je passiert ist! Warum musst Du mir das wieder kaputt machen? Du… Duuu… Teufel, Du!“)

Bei Heroes hingegen könnte die Staffelkürzung auf eventuell nur 11 Folgen durchaus Fruchtbares hervorbringen. Ich selber habe nur die ersten 2 Folgen der ersten Staffel gesehen und danach keine Lust mehr, da ich das Gefühl hatte, dass hier „LOST“ ungebremst auf „X-Men“ trifft und diese nach dem Zusammenprall mit einem Schädelbasisbruch und verminderter Reaktionsfähigkeit liegen bleiben. – Wie ich hörte, erhöht sich das Erzähltempo danach auch nicht sonderlich und sackt mit dem Beginn der 2. Staffel sogar in Regionen ab, die den (Ent)Spannungszuwachs eines Yogakurses besitzen. Was soll man auch von einer Serie halten, deren ach-so-unfreiwillige Kräfteträger sich mehrere Folgen nicht mal begegnen und in hermetisch abgeriegelten Storylines an ihrer Beginlive-Crisis stricken?

Serien wie „Dr. House“ oder „Ghost Whisperer“, die eher wenig durchgängige Handlung haben (dafür eine umso durchschaubarere), dürften – was die Dramaturgie angeht – wenig zu leiden haben. Abgesehen davon, dass die Staffelboxen vielleicht etwas überteuert daherkommen, da ich den Konzernen nicht zutraue, bei 8 Folgen je Staffel den Preis auf ca. 10 Euro anteilig zu senken, lässt mich diese Kürzung dieser Staffelabschnitts-Beschnittenen dann doch eher kalt.

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Auch deutsche Serienautoren klagen, dass sie nicht ihrer Leistung entsprechend bezahlt werden. Das sehen wir von ST-E.de genau so und fordern daher: Nullzahlung an deutsche TV-Autoren! Zwangsabgabe von Hera-Lindt an die deutsche Tränendrüsenkrebs-Forschung! Außerdem die sofortige Enteignung von Schreiberlingen, deren Fernsehfilme die Titel „Verliebt in einen/eine …“ oder „Wie backe/angle/fange ich mir eine/n Mann/Frau/Millionär/Jungfrau“ tragen!

Bei der Serie „Supernatural“ – die übrigens auch abseits der gefühlten Qualität dem Genre des Horrorfilms zuzuordnen ist – könnte man hingegen die nun gewonnen Zeit nutzen, um sich auf einer Fotografenmesse über eine neue Innovation namens „Farbfilm“ zu informieren. Dieses blasse, körnige Filmmaterial mag zwar für 2 Folgen recht unheimlich und dokumentarisch wirken, aber danach hatte ich dann keine Lust mehr, gestriegelten Monsterjägern dabei zuzusehen, wie sie in jeder Folge dem alten Nosferatu auf’s Dach scheißen. Zwar weiß ich nicht, ob die Gebrüder Gähn jenseits der deutschen Ausstrahlung nun endlich, endlich allen Spuren ihres Dads gefolgt sind („Ach, warte mal! Dad hat doch immer seine GANZ wichtigen Tagebuchaufzeichnungen in Zuckerdosen versteckt. Und zwar im hiesigen Supermarkt!“), aber wenn sie immer noch auf der Suche sein sollten, könnte der Autorenstreik vielleicht das erforderliche Druckmittel sein, die Storyline abzuschließen:

„So, ihr habt alle Monster und Geister besiegt, Jungs. Gut gemacht!“ – „Dad, Du lebst!?“ – „Ähm… no Comment, Jungs, no Comment.“ (*durch Wand geh*)

Inzwischen munkelt man, dass britische Autoren als Streikbrecher angeheuert werden könnten, oder man überlegt, ob sogenannte „Showrunner“ (also Leute wie J.J.Abrams, die nicht nur einfacher Drehbuchautor, sondern auch kreativer Oberfutzi sind) einen Sonderstatus haben und weiterhin schreiben sollen / können. Wobei es einem ja nicht verboten sein kann, abends auf dem Nachtisch ein paar Notizen niederzuschreiben, die einem so im Kopf herumgehen. Ihr kennt das ja sicherlich auch: Manchmal hat man beim Blumengießen plötzlich ein hammermäßiges Staffelfinale im Kopp, das einfach das Hirn zur Explosion bringen würde, wenn man es nicht innerhalb von 3 Minuten in einen Computer oder auf eine Hauswand schreiben kann.

Einige wenige Streikende sollen möglicherweise heimlich an weiteren Drehbüchern schreiben, aber das wäre dann die Minderheit. – Die bei einem Erwischt-Werden noch weiter ausgedünnt werden würde. Wobei ich mir das schon spannend vorstelle, unerkannt ein Drehbuch zu verfassen! Müsste man dann komplett auf kleine kreative Eigenheiten verzichten, die jeder Künstler so an sich hat, damit man nicht erkannt wird? – Zum Beispiel meine neue Liebe für das Wort „Kopp“ oder Sätze, die so eingeleitet werden: Mit einem Doppelpunkt nämlich.

Wie auch immer diese noch unerzählte „Geschichte“ ausgeht, bleiben wir natürlich gespannt. – Werden liebgewonnene Serien, die vorher wie eine goldene Eier legende Henne daherkamen, nun zum halben Hähnchen in der siffigen Imbisbude? Werden Storylines einfach gekappt oder in atemlosen Highspeed runtererzählt, auf dass selbst eine tolle Serie plötzlich wie ihr eigener „Kinofilm zur Serie“ daherkommt? Wird nach 8 Episoden schnell ein Finale nachgereicht, das sich ja nur auf den – stets lahmen – Staffelauftakt beziehen kann? Wird die letzte Filmeinstellung dieses Fernsehjahres die sein, in der John Locke ratlos vor dem Öffnungsmechanismus einer Milchtüte kapituliert? Oder wie Sean McNamara in „Nip / Tuck“ eine Frau operiert, die ihren Busen gerne auf dem Rücken hätte?

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„Hey, Leute! Ich habe da eine gute IDEE bezüglich…“ – „Ein Streikbrecher! Alle Mann auf iiiiihn!“ – Ein wahrer Massenrauslauf: Normalerweise sind Autoren eher ruhige Gesellen, die das Außenlicht scheuen. Viele von denen streiken auch nur aus Sympathie mit ihren Kollegen: Denn selbst wenn es demnächst mehr Geld gäbe, hätten sie immer noch keinen Mut, dieses ganz allein vom Automaten abzuheben.

Aber vielleicht ist dieser Streik ja auch eine Chance, denn viele Serien sind mir einfach zu geschwätzig und selbstbeschränkend geworden. Statt dem Zuschauer jede Woche auf eine neue spannende Reise zu schicken, werden – siehe „Heroes“ und „LOST“ – Eiterpickel, Schulversäumnisse und Rückblicke zu einem Thema, wegen dem die handelsübliche Lebensbedrohung fast wie nervige Hausarbeit daherkommt.

Sogar „Babylon 5“ fühlte sich in der kürzlichen Neuauflage eher wie eine psychisches Jammertal für redselige Rundum-Analysen an. Und auch „Desperate Housewifes“ machte mir nach der ersten Staffel keinen Spaß mehr, weil mir die elende Streckung des Staffelgeheimnisses doch etwas zu künstlich vorkam.

Also, liebe Streikenden: Lasst ruhig weiterhin ganztätig den Griffel fallen, auch wenn eure Frau euch anweist, mit dem „Geklapper aufzuhören und nicht immer alles so wörtlich zu nehmen“. Meine Unterstützung habt ihr prinzipiell. Nur solltet ihr in den nächsten Wochen dann doch zu einer Einigung gelangen.

Schließlich will man das Serien-Jahr 2007 im DVD-Boxen-Regal daheim nicht mit je 1 bis 2 DVD’s im popeligen Briefumschlag vertreten wissen…


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Artikel

von Klapowski am 11.11.07 in All-Gemeines

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Kommentare (22)

  1. bergh sagt:

    tach auch !

    Bin ich Erster ?
    Ansonsten weiß ich nicht wie uns der Streik hier treffen wird.
    In 3-6 Monaten machen die Syncronsprecher Kurzarbeit ?In 6-12 Monaten wird es wieder einen Sendeschluß geben?
    Ihr Jüngeren: Sendeschluß war , wenn früher spät am An´bend das Programm einfach aus war und nur ein Testbild gezeigt wurde bis Morgens nach dem Kaffee die ersten Nachrichten kamen.
    Voll-Fett-Krazze Moderatorinen in zu knappen Bikinis hatten da noch nichts zu sagen und auch nichts zu zeigen.

    Gruss BergH

  2. nakedtruth sagt:

    Vielleicht sollte die nicht streikenden Autoren mit Sonderstatus sich auf einige wenige Serien konzentrieren und komplette Staffeln schreiben, anstatt das an jedem Quark herumgedoktort wird.

    Ich nominiere :

    Prison Break
    CSI (Las Vegas, das muss man ja inzwischen dabeischreiben)
    Stargate Atlantis

    Bei den restlichen Serien kann ich gut und gerne noch 1 Jahr warten.

  3. Indigo sagt:

    Nanu? – Sind aber wenig Reaktionen hier. Wohl alle im Schreibstreok was? Die Schreiberlinge wissen doch gar nicht, wie gut sie es haben. Während alle anderen Berufszweige mit ihren Körpern Strassenblockaden aufbauen müssen, reicht bei denen eigentlich schon eine selbstausgelöste Schreibblockade.

    Klapo: Du magst noch so viel über jede einzelne Serie ablästern (und du hast ja auch in den meisten Punkten durchaus recht), aber verrat uns doch bitte, was wir armen ottonormalserienjunkies sonst tun sollen, als uns das wöchentlichen Seriendope durch die Nase – ähm – die Augen zu ziehen? Wir sind doch darauf angewiesen. Oder willst du wirklich Millionen entzugsgeschädigte Mediensüchtige aus der Zielgruppe 14-29, die sich den Streikenen entgegenwerfen? Also ermutige sie nicht auch noch!

  4. bergh sagt:

    tach auch !

    Aber mal ernsthaft :
    Betrifft uns das hier, ausser, daß wir NOCH MEHR Wiederholungen zu sehen bekommen?
    Was in sich ja für die Junkies schon hart genug ist.

    Was mich im Moment auf die Plame treibt ist, daß jeder Hans -und Franz ., Lokführer , Writer etc. an jedem Geschäft beteiligt werden will.

    Demnäüchst werden die Lohführer auch noch mit 0,6% am Kaffeeverkauf in den ICEs und ECEs beteiligt.
    Klapo belommt 0,06789% , wenn ich ihn im DVDBOARD erwähne und Sparki 0,0006% von der Hitlistenaustrahlung,
    der besten 10 Internetz-Seiten aus Bielefeld Nord.

    Irgendwie verstehe ich den Aufstand nicht.

    Alles Geldgeiles Pack.

    Gruss BergH

  5. Sparkiller sagt:

    „Hier“ betrifft uns das ganz genauso, wenn der eigene TV-Konsum halt vorwiegend aus amerikanischen Serien besteht.

    Und daß man als Autor einer Folge etwas ungehalten ist, wenn man beispielsweise von den Verkäufen eben dieser auf Internet-Portalen nichts abgekommt, halte ich eigentlich für sehr verständlich. Außerdem, alle 20-30 Jahre sollte so ein Streik ruhig mal drin sein. Ich erwarte ja ähnliches, wenn Klapo von seiner Rubrik auf SPIEGEL Online erfährt.

  6. DJ Doena sagt:

    Ich hatte die Möglichkeit, hier „erster“ zu sein. Der Haken ist nur, ich stimme Klapo diesmal in fast keinem Punkt zu. Ich trau mich das bloss nicht zu sagen.

  7. Sparkiller sagt:

    Jetzt hast Du es ja doch gesagt, ha-ha!

    Ich glaube aber, mit einer Begründung der skandalösen Nichtzustimmung könnten alle hier etwas mehr anfangen. Kein Verständnis für hungernde Autoren trotz prall gefüllter Festplatte? Bezahlung nur noch anteilig per Torrent-Downloads?

    ICH selbst streite eine Nutzung dubioser Folgen-Quellen (Nein, die Ausrede mit den Verwandten aus den USA ist schon lange nicht mehr gültig, soviele germanische Einwohner hat das Land auch wieder nicht) ja nicht ab, weswegen ich aber für die leeren Taschen der kreativen Köppe umso mehr Verständis aufbringen kann.

  8. DJ Doena sagt:

    Vielleicht reden wir ja aneinander vorbei, aber ich würde sowohl den Lokführern als auch den Autoren mehr Geld in der Tasche gönnen.

    Klapos Artikel klingt aber in weiten Teilen so, als ob die eh nix drauf hätten, immer wieder die gleichen Geschichten heruntererzählen und alles, was sie derzeit auf den Markt werfen („Heroes“, „Lost“, usw.) eh nur mittelgarer Murks ist.

    Vielleicht muss ich meine Ironiedetektoren auch einfach nur mal neu justieren lassen.

  9. DJ Doena sagt:

    PS: Gelte ich eigentlich schon als Vielsauger mit 3 verschiedenen Serien pro Woche? Und das auch nur, weil 24, BSG und Lost noch gar nicht angelaufen sind…

  10. bergh sagt:

    tach auch !

    Zitat
    Klapos Artikel klingt aber in weiten Teilen so, als ob die eh nix drauf hätten, immer wieder die gleichen Geschichten heruntererzählen und alles, was sie derzeit auf den Markt werfen (”Heroes”, “Lost”, usw.) eh nur mittelgarer Murks ist.
    /Zitat

    Genau so klingt der und genauso kann ich ihm in weiten Teilen zustimmen.
    Alles lahmarschiger aufgekochter alter Müll.
    Dafür mehr Geld ?

    Sollen die Autoren gute Verträge machen, dann brauchen sie auch keinen Streik.
    Aber wie o.a. stossen sie bei mir auf nicht soooo viel Gegenliebe.
    Und die Lokführer auch nicht, wenn ich deswegen im Stau stehe.

    Gruss BergH

  11. Indigo sagt:

    Es geht bei dem Streik ja gar nicht darum, dass die Autoren ihrer Leistung nach bezahlt werden (dann müssten so einige tatsächlich noch was drauflegen, damit man ihren Schund verfilmt). Die Forderung ist doch nur die, dass sie anteilig bezahlt werden. Und das ist doch vollkommen in Ordnung. Mit welcher Begründung verdienen sich Produzenten, Studios und Verleihfirmen mit eben diesem (im besten Falle) Mittelmaß eine goldenen Nase, die eigentlichen Erzeuger gehen aber leer aus. Ich denke, jeder mit einem Funken klaren Menschenverstand wird mir zustimmen, dass dies zumindest unfair ist.

    Aber, um eines meiner absoluten Lieblingszitate zu benutzen: Wer hat je behauptet, dass das Leben fair ist?

  12. Klapowski sagt:

    Hier liegen wohl einige Missverständnisse vor. – Vielleicht war der Artikel aufgrund meiner Serienschelte aber auch einfach zu „über-ironiesiert“… (Finger weg von meinem Technobabble, Voyager!)

    Im Großen und Ganzen kann ich den Streik nämlich durchaus verstehen. Seit Ende der 80er hat sich ja nicht mehr sooo viel getan.

    0,3 bis 0,6 % Beteiligung am Umsatz FÜHLEN sich für mich einfach viel zu wenig an. Was vielleicht daran liegt, dass ich selber gerne schreibe… Sollte ich je den großen Drehbuchknüller abliefern und sich daraufhin 100.000 DVDs à 15 Euro verkaufen (500.000 à 30 Euro, wenn ich wie der Macher der berüchtigteten FedCon-Dokumentation rechne), wäre ich mit einmalig 4.500 Euro Auszahlung eher unzufrieden. Vor allem, wenn der Fiskus dann noch zuschlagen sollte, diese alte Pottsau.

    Wer mag sich denn für blöde 3 Monatsgehälter noch die Finger wund- und das Hirn auf die Tastatur tippen? Da kommt ein durchschnittlicher Büropuper mit einem Zehntel dieser Schreib- und Denkmenge locker auf den selben Auszahlungsbetrag im Quartal! Und eine erfolgreiche, halbwegs neue Geschichte zu erzählen, ist ja nun alles andere als eine einfache Aufgabe… Und wer sollte das besser verstehen als die kritischen Besucher unserer Seite?

    Außerdem gehört es einfach zum guten Ton, rechtzeitig auch neue Vertriebswege in die Verträge aufzunehmen. Also auch das Internet. Das wäre ja fast so sinnvoll, als würde ich meinem deutschen Autoverkäufer nur die Hälfte für den neuen Wagen bezahlen wollen, weil ich ja „sowieso nur im Ausland damit fahre!“

    Und trotz meiner Neckereien: Gegen deutsches TV sind auch fragwürdige US-Serie wie LOST & Konsorten reinstes Gold.

  13. Sparkiller sagt:

    Hier ein schönes Interview mit Harlan Ellison (u.a. TOS-Episode „City on the Edge of Forever und Babylon 5), wo er sich über das Thema Bezahlung der Autoren sehr… öh… beherzt auslässt.

  14. Raketenwurm sagt:

    Ha, großartig ! Sicherlich kein Zufall, daß Du gerade jetzt mit dem Typen kommst, nachdem in den virtuellen Gazetten zu lesen war, daß -sollten die Gerüchte über den ST11-Plot stimmen- er die Rechte an Elementen daraus besitzt und Geld sehen will. Da wird Abrams aber ganz schön in die Tasche greifen müssen, um diesen Wüterich zu besänftigen.

  15. nakedtruth sagt:

    Also mit dem guten Mann hätten die Lokführer inzwischen 50% Erhöhung.

    Oder den Laden gleich übernommen.

    Und sollten nicht auch Kommentareschreiber eine Vergütung für ihr hart aus den Fingern gesaugtes Werk kriegen???

  16. bergh sagt:

    tach auch !

    @nakedtruth
    Dann wäre ich ja reich ! [Freudentanz]

    Zu Harlan
    Der Mann hat doch recht mit dem was er sagt. Nur ob er für alles was er tut wirklich Geld bekommt , wage ich zu bezweifeln.

    Laut Serienhunkies sind schon und werden noch mehr TV Serien Dreharbeiten eingestellt, weil der Script-Tank leer ist.
    Tja da hätte man rechtzeitig tanken sollen. ;-)

    Gruss BergH

    Nebenbei : Ich bin durchaus dafür , daß Schreiber für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden, nur finde ich dieses : Ich will an jedem Schritt der Verwertung beteiligt werden, zumindest diskussionswürdig.
    Einmal arbeiten, einmal bezahlt werden, fertig. So geht es mir und Millionen anderen auch wenn unsere Arbeit mehrfach benutzt wird.

  17. Indigo sagt:

    Da ist natürlich auch was dran. Wenn die in Wolfsburg einen Golf bauen, verdienen sie schließlich auch nur einmal daran. Wenn der Besitzer das gute Stück dann über ebay weiterverkauft, sieht der Hersteller auch kein Geld davon. So zumindest könnten die Studios argumentieren.

  18. DJ Doena sagt:

    Wolfsburg hat aber noch keinen Weg gefunden, einen Golf als Master zu bauen und dann fast zu Nullkosten unendlich zu reproduzieren.

  19. Boothby sagt:

    @nakedtruth
    Um Stargate brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Die wohnen im schönen Vancouver und da wird nicht gestreikt. Siehe hierzu auch http://www.gateworld.net/news/2007/11/writers_strike_what_fate_istarga.shtml

  20. bergh sagt:

    tach auch !

    Ja das ist doch nett, wenigstens eine gute SF Serie , die das nicht betrifft.

    Gibt es sonst etwas neues ?
    Bahnstreik? Autorenstreik?

    Klapowski bestreikt Zynika.de?

    Was ist denn los mit Euch ?
    Alle Lokführer, oder was ?
    Gruss BergH

  21. Boothby sagt:

    Nachtrag zu SG: ATL
    So ganz unbetroffen, wie zuerst gedacht, ist diese Serie nun wohl doch nicht. Zum Einen betrifft es die Austrahlungstermine der 4. Staffel, zum Anderen die Drehbücher der 5. Staffel.
    http://www.stargate-project.de/stargate/index.php?seite=news&ID=3250
    http://www.stargate-project.de/stargate/index.php?seite=news&ID=3263

  22. Kaba sagt:

    Zu Harlan Ellison: Der Mann ist wesentlich bekannter als SciFi-Autor (so mmh… Bücher, und so), denn als „Consultant“ für Bab5.
    Seine (extrem zahlreichen) Essays über alles Mögliche haben dabei einen humoristischen Unterhaltungswert, der wie ich wage zu behaupten, an den vom Herrn Klapo heranreicht.
    Und ganz dumm sind sie auch nicht.

    Zum Thema „an jedem Verwertungsschritt beteiligt werden“: Bei Buchautoren ist das seit ewigen Zeiten gang und gebe (wenn der Agent bei der Vertragsaufsetzung nicht gerade wieder einen Drogenrpckfall hatte).

    Der Unterscheid zwischen Fleißbandarbeitern und Autoren besteht darin, dass die einen Künsteler sind und die anderen nicht. Die einen kriegen ihr Gehalt Monat für Monat regelmäßig ausgezahlt, die anderen stehen sehr oft monatelang mal mit rein garnichts da, wenn gerade die Muse verschnupft ist oder mal ein schlechtes Jahr bei den Sendern war.

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