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The Stanley Parable – Dieses Review ist gar keines

Herzlich Willkommen zur Besprechung von The Stanley Parable. Bereits mit der Auswahl dieser Lektüre hast Du Dich langfristig als intelligenten Menschen mit einem hervorragenden literarischen Geschmack ausgezeichnet. Sollte Dich in diesem Moment jemand beobachten, wird diese Person nun bestimmt anerkennend nicken. Gute Arbeit! Als kleines Dankeschön wirst Du zudem später eine Praline aus feinster belgischer Schokolade auf Deinem Kopfkissen finden. Andererseits, besser nicht. Natürlich, Du bist nur dick angezogen. Klar, doch…

Doch worum geht es eigentlich in The Stanley Parable, wirst Du Dich nun wahrscheinlich leicht verärgert fragen. Oder, unter Berücksichtigung des grammatischen Durchschnitts unserer Leserbriefe: „hei was solln diese stenläy parade am sein?!“. Aber keine Sorge, bei dieser Diffamierung aller anderen Besucher unserer Seite handelt es sich nur um ein kleines humoristisches Stilmittel, welches DICH, den Leser, als besonders feingeistige Person hervorheben und somit auf meine Seite ziehen soll. Übrigens, eine todschicke Aufmachung, welche Du gerade trägst. Die Soßenflecke verleihen dem Ganzen dieses gewisse Etwas.

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Dieses Bild behauptet, Du würdest The Stanley Parable gerade spielen. Dieses Bild lügt. Glaube dem Bild kein Wort. Aber vielleicht spielt man The Stanley Parable auch, wenn man nur gerade etwas darüber liest? Und sage ich in diesem Moment überhaupt die Wahrheit? Natürlich.

Doch worum geht es eigentlich in The Stanley Parable, wirst Du Dich wahrscheinlich auch weiterhin fragen. Aber das kommt halt davon, wenn man mich mit Fragen ablenkt, auf welche ich eh noch zurückkommen werde. Und das mit der schicken Aufmachung? Vergiss es, war natürlich gar nicht ernst gemeint. Mit so einer unziemlich neugierigen Person wie Dir will ich mich gar nicht gutstellen. Was für eine Enttäuschung. Hey, aber auch Enttäuschungen gehören zu jeder guten Entscheidung. Selbst, wenn man sich einfach nur in einer Besenkammer versteckt. Welche es ganz nebenbei auch in The Stanley Parable gibt. Und was für eine schöne Besenkammer das ist. Lass Dir von anderen nichts gegenteiliges erzählen, hörst Du? Bleib dort drin, solange es Dir gefällt. Es ist schließlich DEINE Entscheidung!

Doch worum geht es eigentlich in The Stanley Parable, wirst Du Dich nun erneut und wahrscheinlich in einem schrilleren Tonfall fragen. Sofern dies bei einem inneren Aufschrei überhaupt möglich ist. Doch sind wir nicht alle nur der innere Aufschrei des Universums? Der Schatten einer Schallwelle, welcher unbeachtet durch das All gleitet? Ist nicht auch dieser Text nur der Bruchteil des Stücks eines Fußnagels an der stinkigen Zehe eines Atoms und somit gar nicht wert von Dir gelesen zu werden? Sollten wir unsere Zeit nicht für etwas Besseres nutzen? Um noch einmal an einer Rose riechen? Ein Baby in den Armen zu halten? Oder um wirklich wichtige Fragen zu beantworten? Wie zum Beispiel…

Worum zum Henker geht es eigentlich in The Stanley Parable?! Denn DAS, mein lieber und vor allem ausdauernder Leser ist tatsächlich eine wichtige Frage! The Stanley Parable ist eine Geschichte. The Stanley Parable ist ein Spiel über Entscheidungen. The Stanley Parable handelt von… Stanley! Doch ist Stanley auch wirklich Stanley? Würde Stanley durch die linke Tür gehen und sich der Geschichte hingeben? Oder bist DU vielleicht Stanley und möchtest lieber durch die rechte Tür gehen? Aber was passiert, wenn Stanley nicht mehr Stanley ist und die Geschichte zu seinen Entscheidungen noch nicht geschrieben wurde? Fällt diese in sich zusammen und man ist dazu verdammt, durch die Überreste eines unerreichbaren Schicksals zu wandern? Oder entsteht etwas völlig Neues aus dem unendlichen Meer der Möglichkeiten? Ich weiß es nicht.

Aber weißt Du, was den Reiz von The Stanley Parable ausmacht?

Genau… auch DU weißt nicht, was passieren wird!

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Eine der ersten Entscheidungen in The Stanley Parable. Richtig ist die linke Tür. Die Geschichte erwartet es. Aber wollen wir denn immer fremde Erwartungen erfüllen? Nein? Willkommen bei The Stanley Parable!

Fazit: Ah, jetzt haben wir also das große Finale dieses Reviews erreicht. Der Punkt, wo Du nach all dem tiefsinnigen Geschwafel eine leicht verdauliche Endwertung erwartest. Irgendwas simples. Etwas, was Dein primitives Urverlangen nach einer einfachen Entscheidung befriedigt. Das „Feuer gut!“ oder „Feuer böse!“ des Spielejournalismus. Doch so einfach machen wir es Dir nicht! Keiner kann Dir sagen, ob The Stanley Parable „gut“ oder „böse“ ist. The Stanley Parable ist wie das Feuer, man muß zuerst hineinfassen. Und es gibt dabei noch nicht einmal Brandverletzungen. Auf eine gewisse Weise ist The Stanley Parable also sogar BESSER als Feuer!

Doch soviel gebe ich Dir auf den Weg: Konnte Dich meine kleine Ansprache unterhalten? Ist es meiner stundenlangen Schreibarbeit gelungen, Deine Mundwinkel auch nur für den kleinsten Augenblick nach oben zucken zu lassen? Ja? Wie freundlich von Dir. Und dies meine ich natürlich nicht in einem ätzend-sarkastischen Tonfall. Oh, Nein. Würde mir im Traum nicht einfallen. Übrigens, von The Stanley Parable gibt es auch eine kostenlose Demo. Vielleicht kann sich Euer Gnaden ja einmal dazu herablassen, die jahrelange Arbeit der Entwickler zumindestens mit einem kurzen Anspielen zu würdigen? Diese Demo ist inhaltlich sogar völlig unabhängig vom Hauptspiel, welches Dir dadurch nicht verdorben wird.

Aber um endgültig auf die Frage von zu Beginn zurückzukommen…

Entscheidungen. Darum geht es in The Stanley Parable.

Und Türen. Jede Menge Türen. Mein Gott, soviele Türen…


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Artikel

von Sparkiller am 18.10.13 in PC- und Videospiele

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Kommentare (3)

  1. 655321 sagt:

    Wird beim nächsten Sale gekauft, nette Demo.

  2. G.G.Hoffmann sagt:

    Für mich einer der gelungensten Artikel seit langem! Erinnert an Harald Schmidt zu seinen besten Zeiten.

  3. Onkel Hutt sagt:

    Und genau darin liegt auch der Fluch. Seit Sparkiller seinen (ersten ?) intellektuellen (puh, schwieriges Wort) Artikel geschrieben hat bleiben die Antworten komplett aus. Alle ausgeflogen, erstmal reumütig die Paywall von BILD.de bezahlen und dann geistigen Dünnpfiff zum runterkommen lesen oder nochmal die Nippel von Babsi Becker bewundern (dunkel, groß, rund).
    Das Spiel gibts heute zum Sparpreis, werde da vielleicht mal zuschlagen.
    Und jetzt bitte jemand freiwillig (verstehste ;) an der deutschen Übersetzung arbeiten. Kann ja nicht sein daß es sieben Sprachen gibt und keine davon die Beinaheweltsprache Deutsch…

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