Das ernsthafte Medienmagazin

DVDs im Schredder: Klapos Mainstream-Nachtest (Teil 1)

Viele Filme und Serien boykottiert man bei deren Erscheinen, weil man dem Medienhype weniger Glauben schenken mag als einem Zeugen Jehova mit chronischem „Ist echt so, wirklich!“-Sprüchlein. Doch irgendwann dringt die Neugier durch und sorgt für das unbestimmte Gefühl, mit dem Mainstreamkracher Nummero 382 aus dem Jahre 2004 vielleicht doch etwas verpasst zu haben. – Die folgenden Werke habe ich mir daher auf DVD von einem Freun… Kumpel geliehen (oder gekauft) und einfach mal verspätet nachgeholt. Die folgenden Schnelltests sind das Ergebnis.

Ultraviolet

Ultra währt am schlimmsten: Gleich zu Beginn unserer Reihe zeigt sich der Filmgott von seiner alttestamentarischen Seite!

Die Effekte sehen aus, als hätte ein 10-Jähriger sie auf einer Handysoftware für Gichtkranke gerendert- Einige Partikeleffekte haben teilweise weniger Animationsphasen als der Verschwinde-Effekt aus der Erfolgsserie „Pumuckl“! Die größte Angst, die mich im Film um die Figuren überkam, war daher die Sorge, ihnen könnte die Bluescreen auf den Kopf fallen… Billigste Bullet-Time-Effekte und lächerlich schlecht aussehende Maschinen, Hubschrauber und Zooms lassen den Film wie den kleinen 80er-Jahre-Bruder von Matrix aussehen.

Wenn man aufgrund der gruselig wahllosen Farben (da hat wohl einer mit seinem neuen Auszählspruch an der Farbpalette seines Grafikprogramms angeben müssen, was?) nicht schon nach 10 Minuten beginnt, zwei Fernbedienungen in seinen Augenhöhlen spazieren zu tragen. Das Prädikat „Besonders Pferdvoll“ verdient die Tatsache, dass fast alle Gesichter am Computer extrem weichgezeichnet wurden. Hatte Milla beim Dreh eine besonders schwere Form von Sechs-Monats-Pickeln oder was? – Hier wollte wohl jemand verdammt spät seinem Kunst-Professor einen reinwürgen…

“Mister Logik, irgendwann kriege ich Dich schon noch! Und dann wirst Du dafür bezahlen, dass Du mich in ein Korsett aus physikalischen, psychologischen und kausalen Gesetzen einsperren wolltest!“ – Ohne Bauch geht’s auch: Das magersüchtige Nulltütenwunder Milla Jovovich versucht dem Film Sexappeal zu verleihen. Dummerweise hat sie das aber schon vor 10 Jahren an jemanden verliehen und es bis heute nicht wiederbekommen.

Die Charakterzeichnung ist ein Witz mit einer 90-minütigen Pointe, die sogar im Musikantenstadl als „zu anspruchslos“ abgelehnt werden würde. Die Schauspieler sind anscheinend pervers und lassen sich daher beim gnadenlosen Abkacken filmen („Fertig! Abputzen!“). Der Vampir-Hintergrund wird mit drei Sätzen abgehakt und mit einem vieldeutigen Zoom auf die aus Film, Funk und Fernsehen bekannten Eckzähne abschließend in der 2. Filmminute behandelt. Die Motivation der Hauptfigur ist dabei so unbekannt wie das Verfahren, mit dem man senkrecht kilometerweit an Hochhäusern entlang fahren kann (nennt sich wohl „Hab Gestern Matrix geguckt, höhö!“). Ach ja: Und das Filmkind ist so blöd, dass man es nicht mal schmerzhaft verprügeln könnte, ohne dessen Nerven vorher zu erklären, dass sie demnächst ganz arg ans Gehirn feuern müssen. Genau das passiert beim Zuschauer nicht, sobald man die lachhaften Nasenstöpsel des Oberbösewichtes entdeckt, die wahrscheinlich den Sinn haben, ihn mimisch von einer Steckdosen-Skulptur zu unterscheiden.

Die Kämpfe sind immer der selbe Scheiß, bei dem Milla 37 Quadrillionen an blöden Soldaten umhaut, ohne ins Schwitzen (oder Schwatzen) zu geraten. – Ich könnte ewig so weitermachen, und das, obwohl ich beim Schreiben dieses Textes erst die Hälfte dieses wandelnden Epilepsie-Triggers gesehen habe.

Kurz vor Schluss verließ ich denn auch empört mein Heimkino und beschwerte mich lautstark bei meinem Garderobenständer, von dem ich mein Eintrittsgeld in Form einer Monatsmiete zurückforderte. – „Ultraviolet“ ist ohne Frage einer der miesesten Mainstream-Filme der letzten Jahre und lässt sogar den unsäglich chaotischen „Fluch der Karibik 3“ wie einen gehobenen Actionporno dastehen. Und nein: Milla sieht hier nur so erotisch aus wie eine Computerfigur mit Flacker-Bug (was sollen denn die ständigen Haar- und Brillenfarbwechsel?). Die direkte Verführungskonkurrenz ist hier somit auch eher der T-Online-Nervbolzen Robert T. Online als Lara Croft…

„… und hier wird später so ein spinnenförmiges Metallding eingefügt, Milla. Das machen wir digital. Schau daher einfach so drein, wie Du Dich nach der Durchsicht unserer bisherigen Testaufnahmen gerade fühlst…“ – Willkommen beim Stangerlwirt: Beim späteren Interview zum Film gab Frau Jovovich an, sich nicht an die Dreharbeiten erinnern zu können. Sie wusste nur noch, dass sie Monate nach einem Kneipenbesuch mit K.O.-Tropfen im Körper in der Gosse gefunden wurde. Daher füllte sie den Audiokommentar zur DVD wohl auch mit minutenlangen Schweigen…

Im Übrigen gibt es einige so seltsame Schnitte und Ortswechsel im Film (angeblich wurden ganze 30 Minuten Material dem Sondermüll zugeführt), dass man wirklich glaubt, der Cutter könnte beim erwartungsgemäßen Erblinden („Aaaarh! Farbalaaarm!“) mehrmals frontal auf die Schere gefallen sein. Wer allerdings mal wieder mit Freunden gehörig ablachen möchte, sollte sich dieses Juwel einfach mal bei einem promillegeschwängerten Trash-Abend ansehen… Den Film gibt es bereits ab 8 Euro im Handel. – Wobei ich zur Refinanzierung des eigentlich verschwendeten Geldes zum gleichzeitigen Diebstahl der als nächstes vorgestellten DVD-Sammlung aufrufen möchte…


Dr. House (die erste Staffel)

Glatt rasierte Helden interessieren niemanden. Zumindest schiebe ich diese These ständig vor, um ansatzweise zu erklären, warum ich seit 5 Jahren die selben Scherköpfe meines Rasierers verwende. Dr. House ist jedoch noch mehr: Er beleidigt Patienten, wo sie gehen, stehen, liegen und sterben. Er drückt sich vor Routineaufgaben und bedient lieber einen Game Boy als ein Stethoskop. Er setzt sich über den Willen der Patienten hinweg, wo immer er ihn nicht bereits durch Manipulation und Psychotricks gebrochen hat. Er behandelt seine Mitarbeiter wie etwas, wofür man normalerweise einen Katheter benötigt. Er stellt seine Abhängigkeit nach Schmerzmitteln zur Schau, als gäbe es Bonuspunkte für besonders schwungvolles Einwerfen. Er stellt seine Chefin öffentlich bloß, wo immer diese ihn mit unverschämten Bitten nervt (z.B. Patienten zu behandeln, Regeln zu befolgen oder keine Menschenexperimente vorzunehmen).

Dies alles lässt man ihm natürlich nur durchgehen, da er ein Genie ist. Ein Sherlock Holmes des Blutgerinsels, ein Colombo der eitrigen Gewebeprobe. Wo andere Ärzte einen schlichte „Migräneanfall“ sehen, sieht Gregory House eine unbekannte Abkürzung mit 10 Buchstaben Minimum. – Doch trotz seiner Genialität irrt sich House auch oft, was auch bitter nötig ist. Andererseits wäre die Folge ja dann nach 10 Minuten vorbei und die wartende Zielgruppe könnte nicht jedes Mal auf den Moment warten, in dem der obligatorische Spruch fällt: „Allergische Reaktion auf das Antibiotikum/Antiserum/Schmerzmittel/Kantinenessen!“ – Denn in jeder Folge zuckt und epilepsiert der Patient uns sanft in jede einzelne Werbepause hinein. Ein freudig dahingesagtes „Es geht ihm besser“, das früher als 5 Minuten vor Schluss geäußert wird, leitet in der Regel nur die Szene ein, in der einer der Helferlein in des Doktors Zimmer stürzt und einen losen Arm umherschwenkt: „Der ist dem Patienten einfach abgefallen!“ – „Dann wissen wir wenigstens, dass es kein Tumor ist. Geben sie etwas anderes und wecken sie mich, wenn das auch nicht wirkt.“

“So eine Kamera hatte ich früher auch mal. Das ist 5 Jahre her und ich nannte sie liebevoll ‚Handy’! – Wieso filmt ihr mich überhaupt mit dieser Technikkrücke? Wollt ihr mir durch die schlechte Aufnahme ein dermatologisches Problem anhängen oder bin ich für die Playgirl als Stockträger des Monats nominiert?“ – Unrealistisch: Der echte Doktor würde sich nie für ein Promobild in seinem Büro einschleppen, solange es irgendwo noch wichtige Arbeit gibt, die er kreativ vermeiden könnte.

Zur Zeit diskutiert der Deutsche Ärztebund folgende Regelung: Wer 10 Minuten vor Schluss einer Folge selbstständig auf die richtige Diagnose kommt, erhält bei einer Trefferquote von 1/je Staffel automatisch die Ehrendoktorwürde und ein vergoldetes Wartezimmer. – Nur ein einziges, EIN EINZIGES Mal habe ich es geschafft, in einer Folge das Wort „Tollwut“ zu formen, was dann am Ende tatsächlich auch korrekt war!

Das Beste an der Story sind natürlich die Sprüche des „House-Arztes“. Meist gelingt dem Doktor die 2-Satz-Regel recht ordentlich: Ein Satz transportiert eine wichtige Information, der zweite dann stets eine zynische Bemerkung, die unmissverständlich aussagt, dass alle Leute keine Ahnung haben, er jedoch dafür gut auf seine eigene aufpassen wird. Der Schmunzel- und Kultfaktor der Dialoge liegt tatsächlich erstaunlich hoch, auch wenn die Storys an sich so berechenbar sind wie ein Nierenstein in der Hirnanhangdrüse (diese Diagnose würde mich durchaus nicht wundern). Kollege Sparkiller hat das im nächsten Ausschnitt mal sehr schön für Euch zusammengefasst:


Einleitung: Ein Cowboy-Rodeo ist im vollen Gange. Der nächste Teilnehmer macht sich gerade fertig.

Bob: „Hey, Roy, Du siehst etwas blaß aus. Sicher, daß Du mitmachen willst?“

Roy: „Geht schon. Mein Bein schmerzt nur ein wenig.“

Entweder fällt Roy daher mitten im Zureiten eines Pferdes das Bein ab, oder sein Ohr wird von einer Kuh abgebissen und aufgefressen. Die weitere Ausführung basiert auf ersteres…

(Titelmusik)

Für Dr. House wird der Fall auf irgendeine Weise interessant gemacht, meistens durch eine medizinische Besonderheit…

Eric: „Dr. House, der neue Patient spricht nicht auf die D.Z. von der U.C.F. an. Wir haben auch bereits einen L.L.D. versucht aber keine Reaktion der E.E. und A.N.V.A.“

Dr. House: „Klarer Fall von Rheuma in den Kniegelenken. Geben Sie 5ml Pneumocychatrin. Und dafür stören Sie mich?“

Eric: „Da gibt es nur ein Problem. Der Patient hat kein Kniegelenk mehr.“

(Dr. House schaut interessiert und schnappt sich die Krankenakte.)

In Folge der Behandlung irren sich alle Ärzte etwa ein Dutzend Mal, wodurch der Patient diverse Blutungen, Innereien-Explosionen und Koma-Anfälle ertragen muss. Dazwischen gibt es amüsante Neben-Patienten. Wie dem Jungen, dem beim Popeln der Finger in der Nase stecken geblieben ist oder dem Schwarzen der plötzlich weiß geworden ist. (Lustige Dialoge mit Michael Jackson-Bezug bitte selber ausdenken.)

Dr. House wird dabei mindestens zweimal von Lisa Cuddy angemeckert, was für Dr. House aber im Laufe der gesamten Serie ohne Belang sein wird.

Am Ende hat der Patient wegen irgendetwas gelogen (Bein an den Sattel genagelt für bessere Chancen) und House findet dafür die Lösung, weil es Spuren von Rost an der Hose gab. Ende.

Später variiert das Ganze aber doch noch etwas, z.B. mit seiner Ex und dem dicken, schwatten Millionen-Sponsor.

Aber der Rest ist ja wirklich nur Beiwerk für den töften House-Charakter, welcher mit seiner Liebensunwürdigkeit deutlich Punkte macht. Ohne ihn hätte ich aber nach der ersten Folge wohl nicht mehr weitergeguckt. Daher 4+ für „Dr. House ohne House“ und 2- mit.

(Dies war ein Text von Sparkiller)


Warum Kollege Sparkiller schon wieder alles krampfhaft schlechtredet und hier einen auf Klapo macht, ist der Redaktion nicht bekannt. Beschwerden für diese unverschämte Herabwürdigung dieses Kultes in Weiß nimmt gerne das Personalamt dieser Seite (administrator@st-enterprise.de) entgegen. Ich zumindest hätte dem Ganzen eine faire Zwei gegeben, ohne ein sich an die Nebenzielgruppe anbiederndes MINUS dahinter!

„Sie vermuten beim Patienten einen Schlaganfall? Unwahrscheinlich, Sie Idiot! Oder sieht der Kerl etwa SO aus? Oder SO? Oder etwa SO? Vielleicht aber dann SO? Oder eventuell…“ – Drei-Tage-Tag: Bis ein Patient als gesund entlassen werden kann, muss dieser meist vieles erdulden. Da er in der zweiten Hälfte einer Folge meistens bewusstlos ist, bleibt es ihm wenigstens erspart, den Gehstock des Doktors im Darmeingang zu spüren („Wieso blieben diese Polypen unentdeckt?“)…

Ich meine: Dr. House ist Gott! Und genau dieser metaphysische Personenschlag hat das verdammte Recht, irreführende Handlungsstränge zu verteilen (z.B. Evolutionshinweise), die nur Zeit schinden und die Leute kirre machen sollen.

Tatsächlich darf man sich keine Illusionen bezüglich der Wichtigkeit der Handlung machen.

Dr. House könnte auch Müllwagen fahren („Wenn man es nicht essen kann, wird’s weggeworfen. Wir sind sozusagen die Geier der Wohlstandsgesellschaft, mit dem Unterschied, dass richtige Geier keine Obdachlosen in den Kadavern wecken müssen.“), oder er könnte Zierfische verkaufen („Solange dieser Fisch klein und niedlich ist, wird er Ihrer Tochter viel Vergnügen bereiten. Und da das Aquarium, das sie ihm gekauft haben, physikalisch keine weitere Ausdehnung zulässt, wird das auch bis zu seinem Tode bleiben. So in 30, 40 Tagen.“), oder halt Bankberater sein („Sie haben eine falsche Vorstellung von den Zinsen, die Sie von uns bekommen! Geld arbeitet nicht. Wir verleihen es nur für hohe Gebühren an arme Schweine, die sich eine eigene Existenz aufbauen wollen, um es irgendwann ebenfalls an arme Schweine für Zinsen verleihen zu können. Nennen Sie es ruhig das gottgegebene Prinzip des Lebens, ICH nenne es die Basis für meinen neuen Mercedes!“)

Trotzdem: Ein etwas variablerer Handlungsablauf wäre in der zweiten Staffel durchaus mal nett. Und Sparkiller gibt mir sicherlich Recht, wenn ich kritisch frage: Wieso muss in einer Krankenhausserie eigentlich in jeder Folge jemand krank werden?


Aeon Flux

Ursprünglich wollte ich den Film ähnlich mies wie „Ultraviolet“ bewerten. Immerhin gehören beide dem begehrten Genre namens „Ehemaliges Modell in sexy Outfit spielt eine Freiheitskämpferin in westlicher Animeverfilmung“ an. Denn auch Aeon Flux ist dabei nicht wirklich gut.

“Du? Ich glaube, der männlichen Zielgruppe wird dieser Film gefallen.” – „Ich auch. Aber irgendwie komme ich einfach nicht drauf, WARUM! Soll ich Dir auch noch den anderen Busen freilegen, Schätzchen?“ – Strähnend langweilig: Trotz akkurat-frechem Haarschnitt und tollen Moves auf Ecktischen, in Gewächshäusern und Stadtparks fehlt „Aeon Flux“ irgendwas. Wahrscheinlich ist es der Handstand auf einer weiß angemalten Galapagos-Schildkröte. Ja, das muss es sein…

Schlecht ist der Streifen immerhin auf einem produktionstechnisch hochhackigen Niveau… Das Setdesign ist nämlich durchaus wiedererkennbar, stylisch und durchdacht, was mindestens für ein Rechtfertigungs-Placebo für 12-Jährige ausreicht („Normalerweise sehe ich mir solche Filme ja nicht an, aber der ist wenigstens cool gemacht!“). Davon kann sich „Ultraviolet“ durchaus noch ein paar Farben abschneiden. – Um diese dann zusammen mit ein paar der eigenen zu entsorgen. Die bisherigen reichten nämlich völlig aus, wirklich!

Zurück zur Flux: Auch Theron gibt natürlich ihr bestes, in jeder Szene wie eine in Stein gemeißelte Arsch- und Busenskulptur dazustehen, sei es vor oder nach einer Actionsequenz. Breitbeinig nimmt sie dann stets den Mittelpunkt des Bildes ein, mit selbstbewussten Blick das sofortige Anschrauben eines Penis verlangend. Meterhohe Sprünge werden prinzipiell mit einem Zen-artigen Verharren in gebückter Haltung abgeschlossen, wohl um die Reißfestigkeit der Ganzkörper-Wurstpelle zu veranschaulichen. Die Haare liegen stets kalkuliert zurechtgesträhnt vor dem linken Auge der Hauptdarstellerin, jede Bewegung ist eine Liebeserklärung an den schwulen Choreografen und jeder gesprochene Satz hat mindestens eine Erotikanteil von 50%. – Da wäre durchaus eine Telefon-Hotline denkbar: „Ruf mich an, Du wilder Hengst! FLEISCHgewordene Manga-Tussen verprügeln Dich Live am Telefon! Warst Du ein böser Diktator, uuuuoorrr? Dann hole Dir jetzt Deine Strafe, während ich an meiner Schlaghand schlecke.“

„Ich fühle mich irgendwie immer noch nicht sexy genug. Wenn ich vielleicht zusätzlich mit der Zunge Spinnenweben vom Boden sammle…?“ – 90% des Filmes spielen in exakt dieser Pose und vor genau diesem Hintergrund: Die olle Lacktante begibt sich dabei stets in diese prä-koitale Duldungsstarre, auf dass gleich ein unsichtbarer Niemand zwischen den Säulen hervortreten und sie beglücken kann.

Der Story ist dann ebenfalls sehr japanophil: Für den Anime-Einstellungstest zurechtgeschraubte Supertussen, die durchaus schon mal Hände statt Füße haben, legen sich mit einem bösen Regime an. Dieses versteckt sich hinter jeder Menge Technik-Blabla, das nur mit den Reflexen und dem Mut einer resthirnamputierten Katze überwunden werden kann. Die Kämpfe sind effektvoll, aber so spannend wie die selbstchoreografierten Spielereien eines Lego-Besitzers. Gut und Böse vermischen sich außerdem gegen Ende zu einem Brei, den man im Supermarkt oftmals unter dem seltsam japanisch klingenden Namen „Alete“ zu sehen bekommt… Wer hier mit den blassen und glatten Charakteren mitfühlt, ist entweder ein extremistischer Sozialarbeiter auf dem Weg zum nächsten Selbstvorwurf-Attentat oder ein mental unterforderter Gamepad-Tester.

Zum Schluss (SPOILER!) gelangt man zu der fragwürdigen Einsicht, dass man doch lieber das Klon-Luftschiff vernichtet sollte, statt es noch so lange zu behalten, bis die Unfruchtbarkeit der Bevölkerung vielleicht doch geheilt werden kann. Aber dann hätte man natürlich kein einprägsames Ende erhalten, sondern nur ein paar Dorftrottel, die so lange zum Schein gepimpert hätten, bis der Luftschiff-Storch ihnen den nächsten Braten in die Röhre hebt. – Mit dem hier gewählten Finale wäre ein zweiter Teil aber sicherlich eine interessante Sache gewesen: Aeon Flux wird von den nicht gefragt wordenen Einwohnern mit futuristischen Mistgabeln durch die Pampa gejagt, während der Rest der gebärfreudigen Bande den futuristischen Klon-Opa anbetet, der beim Absturz um sein schlecht kostümiertes Leben gekommen ist…


Demnächst geht es weiter mit Rezensionen zu: „Wächter der Nacht“, „Blade 3“, „Van Helsing“ und „Lord of War“


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Artikel

von Klapowski am 13.07.07 in All-Gemeines

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Kommentare (18)

  1. DJ Doena sagt:

    Lord of War, kein "s".

    Ich mag House nicht, ich mag keine Typen die mir ähnlich sind.

  2. Cronos sagt:

    Ich mag House auch nicht, bin ihm aber auch nicht ähnlich (Gott sei Dank).

    ;)

  3. Gast sagt:

    Ich mag House und zwar , weil er Hugh Laurie ist , der darf das ..SO !!(ansonsten finde ich Krankenhausserien , die nicht Scrubs heißen doof ..will heißen , ich hab ne sehr niedrige Ekelschwelle )
    Den Rest der angesprochnen Sachen kenne ich nicht .

  4. Klapo_anwärter sagt:

    Hallo

    Dr. House ist mit die beste Serie die es z.Zt. im tristen, von billig Formaten überschwemmten Fernsehprogram gibt. Einfach mal erfrischend anders.

    Gruß

  5. Gast sagt:

    Ja, was ist eigentlich aus Robert T. Online geworden? Und warum hat keiner die Telekom verklagt wegen Plagiarismus?

    Besprech mal alte SciFi-Serien, z.B. Max Headroom, bitte….

    Gez.
    FrakesJoe

  6. Gast sagt:

    Der beste Beitrag seit langem! Die Rezension von Aeon Flux ist köstlich! Klapo: Komm bloß nicht auf die Idee, mal RICHTIG Geld mit deiner Begabung zu verdienen. Sonst verdurstet die Fangemeinde…

  7. Raketenwurm sagt:

    Aeon Flux muß ich mir irgendwann mal noch anschauen, weil ich gelesen habe, daß dort der tolle Pete Postlethwaite zu sehen ist, bekleidet nur mit einem Riesenkondom.
    Und House hab ich bis jetzt immer brav auf RTL geguckt – Dabei ebenfalls die durchgängige Identischkeit der Folgen bemängelnd, die in Staffel 2 noch genauso vorhanden ist. Aber irgendwann fällt das den Machern bestimmt auch mal auf.

  8. Kaba sagt:

    Sehr guter Stoff Klapo, besonders das Housegemachte.
    Kennt jemand Hugh Laurie eigentlich noch aus Black Adder??? Allein weil der Mann diese beiden Rollen aus Black Adder und House beide so überzeugend hinbringt muss man ihn lieben. Erinnert mich ein jedes MAl noch an Captain Picard, den ich für nur nen mässigen Schauspieler gehalten hab, bis ich ihn als Verkörperung aller Schwulenklischees in "Jeffrey" gesehn hab.

    @Möchtegern-Klapo: Ich möchte mit dir um 100 Klapo$ wetten, dass du noch nie was von Rome, The Tudors, Sopranos und mindestens nem Dutzend weiterer, recht aktueller Serien gesehen hast. Der Markt bietet ne Menge, meist sinds nur die Leute die den Müll schauen nur weil er auf RTL läuft, statt sich das gute Zeug auf DVD zu holen…

  9. Gast sagt:

    Hier : Ich kenne Hugh Laurie aus Black Adder , Sense and Sensibility und achwasweißich ……der Typ ist eine Klasse für sich ….(nur in Stuart Little wollte ich ihn nicht sehen ….ich wollte den ganzen Film nicht sehen )
    Öhm ja , Jeffrey kenne ich auch , aber ich muß gestehen , ich hab den Film eigentlich wegen Michael T. Weiss sehen wollen , dass Stewart ein richtiger Schauspieler ist , war aber auch schon bei TNG ein bißchen zu ahnen , nicht ?

  10. Klapowski sagt:

    Tatsächlich ist man als Serienliebhaber sehr darauf angewiesen, das komplette Fernsehprogramm im Tausch für 40 (DVD-)Silberlinge zu verkaufen. (Wer entdeckt im letzten Satz den Bibel-Gag?)

    Inzwischen schaue ich häufiger bei den DVD-Userbewertungen bei Amazon rein als in die Programmzeitschrift, die ich nicht mehr kaufe. Auch habe ich keinen Bock mehr, eine beliebige Staffel auf 52 Wochen verteilt zu sehen… Vor allem bei recht kurzen Seasons wie bei Nip/Tuck oder den Sopranos käme ich mir inzwischen doch recht doof vor, mir über Monate die Feinheiten des roten Fadens merken zu sollen. – Gut, dass wenigstens LOST keinen mehr hat, da spart man Geld für andere DVDs…

    Ein besonderes Manko an "Hugh House" ist für mich übrigens die deutsche Synchro: Wenn man die nämlich erst mal gehört hat, will man die Folgen nicht mehr im Original ertragen müssen. Der gute Hugh sollte vom Studio endlich mal eine Whiskey&Tabak-Flatrate verordnet bekommen!

  11. Kaba sagt:

    Ich gebe zwar zu, dass House auch bei mir eine der wenigen Serien ist, die ich auf Deutsch statt Englisch schaue, aber soo schlecht isser im Original dann auch nicht.

    Und Judas hat damals übrigens 30 Silberlinge bekommen. Ich schätz mal die zusätzlichen zehn sind Bonusszenen.

  12. Klapowski sagt:

    Verdammt inkonsequent, diese Bibel! Oder wurde die an der Stelle einfach nur mies synchronisiert?

    40 Jahre ziehen da die Leute durch die Wüste, 40 Tage lang weilte Mose auf dem Berg Sinai, 40 Tage und 40 Nächte dauerte die Sintflut, ect…

    So viel Allgemeinbildung und ihre praktische Umsetzung hätte ich einem römischen Soldat dann doch mal zugetraut…

    Aber zurück zum Thema: Ich finde House im Deutschen durch die Stimme einfach noch mal zynischer und böser. Wer dies anders sieht (oder frei von Schuld ist), der werfe nun die ersten 40 Steine.

  13. Sparkiller sagt:

    Ich hab es Klap gegenüber ja schon erwähnt gehabt, aber der beste zynische Arzt bleibt für mich ja weiterhin "Hawkeye" Pierce aus MASH. Der House ist mir im direkten Vergleich der Tetanus-Titanen nämlich noch ein bisschen zu zweidimensional. Mehr als depremiert-schlechte Laune haben, "Brilliant!" sagen wenn andere seine Ideen haben und manchmal einfach nur brummelig vor sich hinschweigen tut der Gute ja oft gar nicht. Okay, humpeln tut er auch noch. Und sich pro Folge 500 Schmerztabletten in den Rachen schmeissen.

    Hawkeye befindet sich in Sachen Klasse-Gags-Output für mich deswegen auch noch in einer ganz anderen Charakter-Klasse. Da wechselt das Repertoire auch schon mal zwischen Nervenzusammenbruch ("Herr General, ich hab jetzt mal in Nordkorea angerufen. Die meinen, die hätten gar nicht angefangen!"), Trauer ("Jeden Tag nähe ich hier Kinder am Fließband wieder zu. Und viele tragen eine Uniform!"), Charmant ("Schwester Nancy, ich hörte Sie haben heute eine Verabredung mit einem gutaussehendem Chirugen? Wollen Sie nicht lieber absagen und mit mir in die Kleiderkammer gehen?") und noch vielen anderen Emotionen. Da kann so ein spezialisierter Miesepeter-Arzt bei mir nicht mithalten.

    Und deeeeer Hawkeye hat ja auch noch fast ebenbürtige Partner mit BJ oder vor allem auch Charles Emmerson Winchester (der Dritte), welcher für mich auch heute noch die beste Gegenspieler-Hauptrolle bleibt. Und immerhin 11 Staffeln sprechen ja auch für sich.

    (Hör ich da etwa gerade aus der Hand gerutschtes Geschirr auf Klapos Küchenboden fallen? Und hätte ich da nicht auch gleich einen Artikel schreiben können?)

  14. DJ Doena sagt:

    Stimmt, M*A*S*H könnte ich auch endlich mal zu Ende gucken, hab ich doch noch 8 Staffeln vor mir und sogar 7 davon schon zu Hause.

  15. Gast sagt:

    Naja, zum Ende hin wurde MASH mir zu langweilig und spaßlos…. aber es war durchaus amüsant.

  16. crysis sagt:

    House ist Gott. Das ist mit der zweiten Staffel weder besser noch schlechter geworden. Ende der Diskussion. Wobei ich ja nur auf den Tag warte an dem House aus einer anderen Dimension als House Patient eingeliefert wird: "So, und sie meinen also ihrer durch Medikamentenmissbrauch geschädigten Niere wird es besonders gut tun, wenn sie allen Leuten auf den Sack gehen und damit auch noch eine psychosomtatische Reaktion provozieren, hä? Oh, hey, brauchen sie die Pillen noch?"

    Und "Lord of War" ist der einzige der anderen Filme, den ich überhaupt je gesehen habe und haben will.

  17. Kaba sagt:

    Lord of War ist der einzige der 4 Filme, der nicht stinkt.
    Und whe Klapowski sieht das in seinen Reviews anders!

  18. bergh sagt:

    tach auch !

    Aeon Flux fan dich jetzt nicht sooooo schlecht wie Daniel K. aus B. aber doch fast.
    Und Van Helsing geht als Parodie richtig gut ab. Als Action Mu´vie aber auch.
    Lord of War fand ich etwas langweilig, wenn auch sehr realistisch und gut gemacht.
    Der zynischste Spruch kam aber in den ersten 20 Sekunden und davon hat sich der Film imho nie wieder erholt.

    Klinge 3 und Wächter des Schachts muß ich mir noch anschauen.

    Ach ja und House ist KULT und (wett-) streitet mit Gott.

    Gruss BergH

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