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Weißwurst im Äther: Deutsches Fernsehen viel macht blöd!

Ich könnte nie ein Neonazi sein. Nicht aufgrund meiner Menschen-freundlichkeit (z.B. halte ich ein Wahlrecht für Trekkies für eine höchst bedenkliche Einrichtung), sondern weil ich als Mediennutzer einfach nicht wüsste, auf was in Deutschland ich so stolz sein könnte. Und mit „Neo“ (= neu) fühle ich mich hier auch nicht wirklich überschüttet. – Ihr habt es sicherlich bereits erraten: In diesem Artikel geht es um die germanischen Bemühungen, unsere Welt mit Kultserien anzureichern. In diesem Zusammenhang möchte ich uns auch nicht mit dem Dritten Reich in Verbindung bringen, sondern höchstens mit der Dritten Welt.

Vorab muss man schon mal selbstkritisch feststellen: Unsere ständige Meckerei an US-Ware wie Star Trek, LOST oder dem Absetzwahn bezüglich neuer SF-Serien ist ungefähr so gerechtfertigt, als würde ein verhungernder Afrikaner dem Roten Kreuz das Brot an den Laster werfen, weil der Beschenkte „dieses schwedische Kack-Wasa einfach nicht mag!“

Würde eine böse Fee erscheinen, mir einen Antiwunsch erfüllen und meine Glotze nur noch Filmware aus deutschen Landen abnudeln lassen, hätte ich ein ernsthaftes Problem. Zum einen, da ich mich über böse Feen nun plötzlich überhaupt nicht mehr informieren könnte („Herr der Ringe“, „Buffy“ und „Fantasy-Fernsehfilm Nummer 162“ wären ja plötzlich gestorben), und zum anderen, weil ich meinen alten Röhren Fernseher besser für 10 Euro verhökern sollte, als auf den Krankenhauskosten für akuten Hirnmassendurchbruch sitzen zu bleiben.

Denn man kann mich mit dem urdeutschen Wort „Eigenproduktion“ buchstäblich jagen. Wobei es diese Bezeichnung mitsamt ihres piefigen Nachgeschmacks wohl auch nur in Deutschland gibt. Woanders – nehmen wir wieder die USA – macht man es sich da nämlich wie selbstverständlich „selber“. Hierzulande ist die Jagdsaison auf meinen Geduldsfaden regelmäßig dann eröffnet, wann immer irgendein Statistik-Futzi aus seinen Exceltabellen hervorkriecht und die zweijährlich wiederkehrende Erkenntnis in den medialen Blätterwald trötet: „US-Serien sind in diesem Jahr wieder out. Die Sender sollten wieder mehr auf eigene Produktionen setzen. Als Beweis füge ich in der Anlage meinen morgendlichen Kaffeesatz bei, sowieso den repräsentativen Hirnscan eines Komapatienten, der zu dieser Thematik befragt worden ist.“

Als wenn die Zuschauer ihre Programmzeitschrift mit kleinen Flaggen bemalen würden, um die dargebotenen Werke abwechselnd nach „Kanadischen Horrofilmen“ oder „Thrillern aus Sachsen-Anhalt“ zu sortieren. Gerade, wenn man die inhaltliche Vielfalt der US-Serien betrachtet (gute Mystery, schlechte Mystery, CSI-Bugwellenschwimmer, Desparierende Hausfrauen), kann man wohl davon ausgehen, dass mehr die Grundidee und weniger das Herkunftsland für den Erfolg entscheidend ist. Mit Ausnahme DEUTSCHER Serien. Hier entspricht das Land nämlich irgendwie stets dem Inhalt:

Phantasielos schleppen sich unsere Produktionen meist durch das Gruselkabinett pseudomoderner Fernsehkommissare dahin: Ältere Frauen (geschieden) wechseln sich ab mit älteren, verhärmten Männern (Frau gestorben). In diesen ewig gleichen Krimigeschichten, die manchmal auch nur eine billige Plattform für einen gewissen Schäferhund darstellen, oder sich 50% der Zeit mit dem Verhältnis des Kommissars zu seiner gehkranken Stieftante beschäftigen, wird dann seit Jahrzehnten das 1×1 des Einsargens abgefragt.

Zu unbarmherzigen 16 Staffeln ohne Bewährung wurde der Zuschauer bei RTLs „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ verurteilt. „Stich“proben ergaben, dass in dieser Zeit jede Hauptperson ordnungsgemäß vergewaltigt wurde, Heroin genommen und einen Aufstand angezettelt hat. Wenn die Gesichtskatastrophe Kati Karrenbauer mal Ausgang hatte, quälte sie die Zuschauer auch schon mal als No-Brainer bei „Wer wird Millionär“ und „Die 100 schönsten Abschaltsprüche“…

Spätestens nach 15 Folgen „Colombo“ hat man aber eigentlich alles gesehen, was man an Lebensabschiedsgefährten gesehen haben muss: Ermordete Töchter, Brüder, Ehefrauen, Geschäftspartner, Milchverkäufer, Liebhaber und Gebrauchtwagenverkäufer. Dazu sind wir eigentlich auch alle Milieus langsam durch, wofür man dem Deutschen „Tatort“ mit seiner Unterschichtendurchleuchtung besonders undankbar sein kann: Straßenstrich, Kinderstrich, Bordell, Drückerkolonne, türkische Mitbürger und Besserverdiener. Nur die vorgeschriebene Beschäftigung von behinderten Schauspielern (laut EU-Verordnung) wird noch nicht ganz erreicht, aber daran arbeiten wir wohl bereits.

Diese Krimi-Fixierung im deutschen Eigenproduktionsbereich kann ich nicht nachvollziehen. Und zur Wahrung meiner geistigen Gesundheit WILL ich das auch gar nicht können. Wer als Kind bereits gesehen hat, wie „Mord“ auch schon mal „ihr Hobby“ war, möchte eigentlich nicht noch 15 Jahre später von unbekleideten Möchtegern-Models gequält werden, die als käsige Leichendarstellerin die ersten 5 Filmminuten veredeln. Ich will stattdessen Kult-SF wie „Dr. Who“ in Großbritannien! Ich möchte so etwas wie die Gangsterserie „Die Sopranos“, und das dann auch bitte NICHT mit dem türkischen Dönerverkäufer Mohammed, der in Köln (wo sonst?) einen 4-köpfigen Schlägertrupp befehligt, der jede Woche einen brutalen Mord aufklären soll (um den Sehgewohnheiten des Zuschauers wenigstens ein bisschen zu entsprechen)!

Zuerst wurde dies von Sat.1 noch als neue Lucky-Luke-Verfilmung geplant… Da sich Terence Hill jedoch überraschend als zu alt für die Rolle erwies (auch wenn man den Dauergag mit dem Hörrohr durchaus als selbstironisches Element einbauen wollte), baute man das Konzept kurzfristig zu einer Serie über „coole Ranger“ im „Wilden Westen“ um. Eine weitere Beschneidung erfuhr das Projekt, als jemand errechnete, dass stilechte Kulissen erheblich mehr als die veranschlagten 729 Euro kosten würden. Das Ergebnis ist bekannt. – Oder halt auch nicht…

Es sollte auch bei uns mutige Experimente wie z.B. Serien um Bestattungsunternehmer oder Schönheitschirurgen hageln, die aber nicht eine bloße Kopie der amerikanischen Vorbilder sein dürften. Und das dann bitte auch ohne den Mief aus Ommas ollen Kohlpott! – Auf Onkel Ernst im Schwabenland, der Samstagabend auf ARD lustige Abenteuer mit seinen 5 Töchtern erlebt und ganz nebenbei mal einen schrägen Job nachgeht (z.B. „Unser Charlie“-Darsteller im Ganzkörperkostüm) kann ich dann doch verzichten. Solche Serien sind dann höchstens „Unkonventionelles für Spießbürger“.

Und das bedeutet in der Regel, dass Menschen wie wir, die wir uns im alltäglichen Wahnsinn aus Schlägereien, Vergewaltigungen, Arbeitsstelle, Kindesmissbrauch, Verkehrsunfällen und geplatzten Einkaufstüten zurechtfinden müssen, überhaupt nicht vorstellen können, was an einer ZDF-Serie eigentlich spannend sein soll. Gerade die Öffentlich-Verbrechenden haben ja meist einen Hang dazu, zwei unverheiratet zusammenlebende Eltern (HUCH! Hihihi… wie schlüpfrig!) zu Vorabend-Stars auszubauen.

Dafür kenne ich privat viel zu viele Nymphomaninnen, psychisch Gestörte, religiös Verblendete und sogar einige Trekkies, um mich für Storys um ein geschiedenes Anwaltsehepaar zu erwärmen, das nach einer Rheinrundfahrt in 12 Episoden zueinander findet.

Man nenne mir mal EINE Deutsche Serie außer „Raumschiff Orion“ (so WAS wäre doch mal wieder schön!), die es geschafft hat, Generationen von Zuschauern zu begeistern, oder auch nur bis zur Sommerpause zu bestehen, ohne abgesetzt zu werden! – Dass viele 90-Jährige im Rahmen der alljährlichen Sommerhitze versterben, sehe ich in diesem Zusammenhang mal großzügig als nichtssagenden Zufall an…

Die Sat.1-Homepage enthüllt ein absolutes Filmhighlight. „Frühstück mit einer Unbekannten“: Jan Josef Liefers spielt den Sekretär des Finanzministers, der aufgrund seiner Mathebegabung total schüchtern ist (Klischee-Alarm!). Irgendwann lernt er trotz aller Widrigkeiten eine nette Hebamme kennen (Klischee-Alarm!), die er mit zum G-8-Gipfel in Heiligendamm(!!) nimmt. Beim Essen mit der Kanzlerin (gespielt von Iris Berben) kommt es dann zum Klischee-Al… Verzeihung: zum Eklat (Klischee-Alarm!). – Wie bitte? Nein, diese beknackte Story habe ich mir wirklich nicht selber ausgedacht!

Oftmals hat man beim Zappen das Gefühl, dass deutsche Serien ausschließlich aus Schauspielern bestehen, die scheißelabernd durch Büroräume stacksen und sich abmühen, schrägen Charakteren Leben einzuhauchen. Motto: Britischer Humor, aber bitte mit Ruhrpott-Dialekt. – Dabei haben 80% aller Schauspieler innerlich bereits vor dem Realschulabschluss ihren Job gekündigt und spielen dann äußerst mies und klischeehaft. Da könnte einem beim Zappen glatt das kalte Kotzen kommen, wenn die vor Wut kochende Rübe den austretenden Speisebrei nicht auf Verdunstungstemperatur vorwärmen würde: Überall Quoten-Schwule, Quoten-Bürozicken, Quoten-Schwiegermütter und sogar Quoten-Quoten, denn irgendwer muss ja schließlich gezwungen werden, den ganzen Dreck eingeschaltet zu lassen.

Da wünscht man sich doch glatt einen Pilotfilm namens „Verbleibt in Berlin“, der 90 schweigsame Minuten lang die Kölner Innenstadt zeigt, weil eine WG aus 5 Berlinern (darunter natürlich 2 Schwule) nach kurzen Umzugsüberlegungen halt WIRKLICH in der Hauptstadt geblieben ist.

Natürlich ist das noch nicht die ganze deutsche Serienlandschaft, es sei denn, man rundet die Nachkommastellen der Prozentanteile großzügig nach oben auf. Es gibt da natürlich noch die 90-minütigen Beziehungskomödien, die stets zwei Germanistikstudenten bei ihrem beschwerlichen Weg in die oberste Etage des Abspanns zeigt. Gefühlte 79% des Filmes spielen dabei im Bett, Straßenkaffees oder Wohnklos, wo auf eine erfrischende „Auch wir Deutschen können freche Dialoge“-Zwangsstörungsweise allerlei Gespräche geführt werden:


Er (nackt im Bett, Oberkörper frei): „Wie heißt Du eigentlich?“

Sie (nackt im Bett, Decke an Oberkörper getackert): „Nenn mich Barbara.“

Er: „Wieso?“

Sie: „So nannten mich meine Eltern, weil ich als 15-Jährige im Sommer bar-busig durch den Garten gelaufen bin. Und daher…“

Er: „Pschhh! Kicherpause für die über 70-Jährigen im Publikum!“

(Pause)

Sie: „Und wie heißt DU? Sprichst Du abends häufiger alleinstehende Damen in Gelsenkirchener Eckkneipen namens ‚Casablanca’ an?“

Er: „Normalerweise nur, wenn die Absätze der Frauen höher sind als die Länge ihrer Röcke. Aber bei Dir habe ich mal eine Ausnahme gema…“

Sie: „Pssss… Dumpfes-Lachen-Pause für die 55-Jährigen Frührentner im Publikum!“


Quasi Sitcom-Ersatz für Regisseure, die für Lachbänder immer noch zu viel Selbstwertgefühl aufgetrieben haben…

„Oh, Schatzi! Deine Nase ist ja in schlechtes Kunstblut gefallen! Komm, ich drücke Dir sinnfrei ein Handtuch in den Nacken, dann geht es Dir gleich wieder besser!“ – “Verliebt in Berlin” ist eine sogenannte Telenovela, was so viel bedeutet, wie: “Lernt lieber das Hunderter-Einmaleins, als danach zu fragen!“ – Deutlichstes Kennzeichen für den gigantischen Erfolg: Selbst nach 378 Folgen sieht Lisa Plenske immer noch Scheiße aus und hat auch weiterhin motorische Schwierigkeiten beim „Haarknoten-Öffnen“ und „Schicke-Brille-kaufen“.

Unerträglich, dieser ganze Mist. Und dann diese kessen Weibchen, die einem im Jahrestakt als neue deutsche Serienhoffnung aufgetischt werden. Dazugehörige Pressemitteilung:

„Melanie Strunzdoofia spielt die schwangere Kellnerin Nelli Bloedella in ‚Ein Herz für Tisch 4’ mit soviel reifer Spätpubertät, dass man nicht glauben möchte, dass die taffe 26-Jährige vorher 8 Jahre ausschließlich an einem kleinen Theater im Allgäu gespielt hat. Die herzerwärmende Art und Weise, in der sie ihr Glück mittels eines Lottoscheines sucht, auf der ein Fremder ihr die ersten 2 Ziffern seiner Telefonnummer geschrieben hat, ist einfach… herzerwärmend. Höhepunkt des Filmes: Nelli probiert alle Kombinationen mit Hilfe des Kölner Telefonbuches und schließt am Ende den gutaussehenden Grundstücksmakler Heiko Schelmenhaar in die Arme.“

In der preisgekrönten (der Preis möchte aus verständlichen Gründen anonym bleiben) ARD-Serie “Türkisch für Anfänger” trifft die deutsche und türkische Kultur irgendwie voll krass aufeinander. Eine fünfminütige Einsichtnahme meinerseits enthüllt jedoch auch hier wieder eine Überschreitung der Albernheits-Grenzwerte: Ich erwischte eine Szene, in der ein verliebter Jugendliche mit Klampfmusik vor dem Multi-Kulti-Haus der Angebeteten herumlärmte, bevor er mit einer Rose im Mund eine Leiter an’s Küchenfenster stellte. – Noch Fragen?

Und dann gibt es da noch die sogenannten „Den Haag“-Serien wie „GZSZ“, „Marienhof“ und wie sie da alle noch scheißen mögen. Gut, Daily Soaps sind in den USA sicherlich auch nicht tiefgründiger, aber zumindest schlimmer als die deutschen Schaumschläger können sie kaum sein. Ich nenne sie ja auch „Neue Abenteuer von Kommissar Zufall“ oder „Gottes-TV“, da jeder Konflikt stets von einer höheren Macht eingeleitet wird:


Mark: „Ti-na, wir – müs-sen re-den.“

Tina: „Was gibt es denn, Schatz? Du siehst so traurig aus.“ (Anmerkung: Mark sieht völlig normal aus)

Mark: „Ich habe diesen Zet-tel in Die-ner Jacke gefunden, der zufällig heraus fiel, als ich mit dem Wäschekorb ge-stol-pert bin! Bitte erkläre mir das! Du hast wirklich mit Deinem Exfreund ZUSAMMEN einen Ur-laub nach Mallorca ge-bucht?!“

Tina: „Das… das war gar nicht so, wie du denkst! Wir waren nur zufällig im selben Reisebüro, da wir am Vortag zufällig beide in der selben Disco waren, wo wir zufällig von einer Bekannten von dieser günstigen Reise gehört hatte.“

Mark: „Aber wieso der sel-be Flug? Das sel-be Hotel? Und zufällig habe ich unter Deinem Autositz noch eine Quittung für ei-ne Strandmatte FÜR ZWEI gefunden!“

Tina: „Die Quittung ist von meiner Freunndin Silvia! Die musste zufällig bei mir mitfahren, weil es zufällig anfing zu regnen, als ich zufällig an ihr vorbeifuhr!“

Mark: „Ein bisschen zu we-nig Zufälle auf einmal, mei-ne Liebe, was?“

Tina: „Ja, ich weiß. Aber ich bemühe mich ja wirklich!“

Mark: „Damit ist immer noch nicht ge-klärt, warum ich zufällig von ein-em Kumpel gehört ha-be, dass Du und Dein Ex im Reisebüro Hand in Hand gesessen haben!“

Tina: „Ach soooo, DAS! Ne, ich zufällig von meiner Mutter erfahren, dass das wohl meine Zwillingsschwester war, die zufällig auch mit dem Zwillingsbruder von meinem Ex nach Mallorca wollte. ICH habe mit dem nämlich nicht Händchen gehalten, sondern bin nur zufällig mit meinem Mund auf seine Lippen gefallen.“

Mark: „Ach, naaaa dann! Dann ist ja al-les klar!“

Tina: „So ein Zufall, das wollte ich auch gerade sagen!“

Mark: „Aaaaaber ich be-halte Dich im Au-ge!“

(Sekundenlanger Zoom auf das erschrockene Gesicht von Tina, angedeuteter Orchesterklang für ganz Arme)

„Tüüüdel-DÜÜÜÜÜÜ?!“

(Abspann, Vorschau, Abschalt)


Aber es gibt ja auch Deutsche Serien, die sogar von der Kritik gelobt wurden. Aus irgendeinem Grund wurde z.B. der „Bulle von Tölz“ mal in den siebten weißblauen Himmel gehieft. Das Konzept war ja auch von Anfang an ober(bayern)kultig!

„Mit diesem Zaun kann man wirklich leicht jemanden umbringen! Bis man um ihn herumgelaufen ist, um die Imbissbude auf der anderen Seite zu erreichen, ist man doch glatt verhungert!“ – Wenn bayrische Gemütlichkeit sich auf die Produktivität der Drehbuchautoren auswirkt: Die Grundidee der Serie mag ja ganz nett sein (Antiheld zwischen Vollidioten), aber nach 5 Minuten möchte man als SF-Fan dann doch lieber wieder ECHTE Raumschiffe betrachten.

Fettqualle mit Bud-Spencer-Gedächtnisplauze japst durch bayrische Bergdörfer und trifft auf die Klischeevarianten von Leuten, deren Mutter und Vater im selben Kinderzimmer aufgewachsen sind. Ab und zu gibt es einen „bizarren“ und „schrägen“ Mordfall (von Kruzifix erschlagen, Blumenpott vom Kirchturm abbekommen, mit SPD-Mitgliedsausweis in Staatskanzlei geschickt), der dann vom Hörrn Kommissar gelöst werden muss. Dies geschieht meist, indem er sich Adventure-like durch unverständliche Textblöcke bescheuerter Wegelagerer kämpft, z.B.:

„Joa, den hob i gsehn’! Woar jed’n Sohntoag in da Kirch’ im Dorf! A fescher Bub, and soa a huuebsch’s Maderl hat’ta a oft d’bei g’abt!“

Gefühlte 50% der Zeit rennt jedoch die grenzdebile Mutter unter irgendwelchen Wäscheleinen durch, blamiert ihren Sohn bis auf den letzten, fettumwölkten Knochen und gibt Kommentare zum aktuellen Ermittlungsgeschehen ab. Später kam dann wohl noch eine weibliche Fettqualle dazu, die im Gegensatz zu Ottfried Fischer den Gesichtsausdruck von lebenden Gewebe imitieren und als einzige ohne Pause bis 1 zählen konnte.

Da fragt man sich als Zwangs-Germanist doch wirklich, ob wir nicht doch irgendwas erheblich Besseres als das Allermieseste zu bieten haben. – Aber nö: hamwa nich, kriegen wa auch nich mehr rein. Denn sobald es dann doch mal einigermaßen International ausschaut (Actionsequenzen bei „Alarm für Kobra 11“), ist die Story nicht mal auf A-Team-Niveau. Von einer kultigen SF-Serie, einem packenden Agententhriller oder einem fesselnden Historiendrama („Rome“) ganz zu schweigen.

Eine peinliche Entwicklung, wobei es jedoch noch EINEN Lichtblick gibt: Immerhin sind wir nicht Bollywood. Die sind da ja sooo arm, die können sich nur einen männlichen Hauptdarsteller leisten, den man ins Ausland exportiert. „Kaaaaaahn!“ oder so heißt der. Da komme ich dann doch lieber auf meinen geschätzten Till Schweiger zurück!

Muss den ja sowieso zwei Mal am Tag losketten, damit mir die olle Nuschelbacke nicht wieder den ganzen Kellerboden vollscheißt…


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von Klapowski am 19.06.07 in All-Gemeines

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Kommentare (24)

  1. Cronos sagt:

    Til Schweiger? Ach nöööööööööööö …

    Aber ansonsten guter Artikel. Obwohl die Schwarzwaldklinik nicht genügend gewürdigt wurde. Aber ok, man kann ja nicht alles haben.

    ;)

  2. bergh sagt:

    tach auch !
    Mit Ausnahme der Pott-Kritik kann ich mich dem o.a. uneingeschränkt anschließen.

    Und die besten Krimis im Ersten (damals noch ARD) kame aus dem Pott.
    Da krazte sich noch ein Kommisar am Sack und sprach :
    "Kein [Synonym für männliches sekundäres Geschlechtsorgan] wird so hart,
    wie das Leben.

    Sowas hat sich erst 20 Jahre später eine Ami-Serie getraut.

    Der Pott kocht, was sich dem Aussenstehenden nicht völlig erschließt.

    Warum habe ich ALLE o.a. Serien nicht mal 10 Minuten (zusammen ) gesehen ?
    Wahrscheinlich weil sie so Scheisse sind wie Klapo sie beschreibt.

    Es gibt einige wenige Ausnahemn.

    Edel und Starck , Für alle Fälle Sophie.
    JA KLACHT RUHIG !
    Da haben sich die Leute wenigestens Mühe gegeben die Klischees etwas galubhafter rüberzubringen.
    Und bekloppter als Ali McBeal sind sie bei Edel und Stark auch nicht.
    Und dööfer als Agentin mit Herz kann Sophie auch nicht sein.

    Aber sonst ?
    Deutsche TV Serien ?
    Da fällt mir nicht mehr viel ein ,
    eigentlich gar nichts.

    Ja stimmt die Schwarzwaldklinik hat auch was.
    Barabara Wussow war mal eine Zuckerschnecke !

    @Cronos
    Du hast Erster vergessen

    Gruss BergH

  3. Raketenwurm sagt:

    >Dafür kenne ich privat viel zu viele Nymphomaninnen<
    Telefonnummern ? Mailadressen ? Fotos ?

  4. Cronos sagt:

    Joh, sorry, habe ich ganz vergessen. Also hier noch nachträglich: "ERSTER!"

    Und um noch was zum Thema zu schreiben:

    Deutsche TV-Serien sind eben was Besonderes. Mann kann die Matrix ja auch nicht verstehen, man muss sie ERLEIDEN (ja, ja, ich weiß, diese W-Bros haben dat anders gemeint).

    ;)

  5. Klink sagt:

    Mensch Klapo!
    Also als studierter Germanist bzw. germanistisch studierender Student sei dir gegenüber einmal eine "Keine Witze mehr über germanistisch studierende-Studenten- Germanisten – Mahnung" ausgesprochen! Selbst ich, als noch (relativ) normaler, einfacher Germanistik-Student [sic!] fühle mich in deinen Artikeln einer fortwährenden Diskreditierung ausgesetzt, die ich hiermit auf das Strengste abstrafen möchte!
    Etwas enttäuscht bin ich dann doch ob der angesprochenen TV-Vielfalt: Keine einzige Erwähnung von "Stromberg" – "The Office"-Klon hin oder her! So schlecht wie von vielen Office-Fans beurteilt, ist diese Serie bei langem nicht. Schon seit einiger Zeit erwarte ich von dir eine entsprechende Review der gerade mal drei Staffeln! Mehr wird´s wohl auch nicht geben.
    P.S.
    Als im deutschen Fernsehen vollkommen verkannte Ami-Serie darf höchstens noch "The Shield" gelten, die (obwohl in den USA inzwischen auf die finale, siebente Staffel zusteuernde) Serie vor fünf Jahren einmal von Pro7 mit völlig fehlgeleitetem Werbe-Engagement nach wenigen Episoden bereits an die Wand gefahren wurde.
    Nach Jahren gibt es endlich die ersten drei Staffeln auf DVD, die schleunigst einer Sichtung seitens Klampowski´s bedürften. Diese Serie wäre nämlich tatsächlich in der Lage, das gesamte "Crime-Serien-Schema" zu revolutionieren! Die in diesem Genre wohl realistischsten Charaktere, kombiniert mit einer Babylon(5)ischen Plot-Dramatik würde ich hier zu gerne einmal ainer Rezension unterzogen wissen!

  6. bergh sagt:

    tach auch !

    @Klink
    Jetzt weißt Du wie ich mich fühle, wenn er dauernd auf mich anspielt.

    Nebenbei ist bei Klapowski nicht mal i nder ferneren Nähe ein "m".
    Wie , ausser durch Absicht, schafft man denn so einen Teppfihler ?

    Stromberg ist cool, aber halt ein Klon von
    The Office und The Office (auch die Amis haben ein The Office).

    The Shield ?
    Lohnt sich das wirklich ?
    Mal schauen, das kenne ich nicht .

    Gruss BergH

  7. ted_simple sagt:

    Guter Artikel. Seit ich Dr Who gesehen habe, habe ich mehr gefühlten englischen Nationalstolz als deutschen, und werde den Eindruck nicht mehr los, im piefigsten Land (unter den G8) geboren zu sein..

    Gruss
    ted_simple

  8. Gast sagt:

    Will ja nicht meckern, aber die von dir erwähnte Serie ROME ist eine deutsche Co-Produktion, bei der Premiere dem guten alten HBO mal ordentlich Kohle in den Arsch gesteckt hat.
    Ähnliches bei Deadwood.

  9. Sparkiller sagt:

    Kommt darauf an, was man unter Co-Produktion versteht. Nur weil ein deutscher Sender ein Projekt finanziell unterstützt (um sich quasi schon im Vorfeld die Rechte zu krallen), wertet dies ja nicht unbedingt das Know-How unserer hiesigen Film- und Fernsehmacher auf.

    Und genau darum geht es ja eigentlich. Bei uns würde man mit diesem Budget wahrscheinlich eine Serie namens "Kohle" produzieren, welche die Intrigen und internen Kämpfe während des Aufstiegs und Falls des deutschen Ruhrpott-Imperiums dokumentiert.

    Uwe: "Klaus(ius), der Kanzler klagt über den Mangel an Kumpels in unserem Reich!"
    Klaus: "Seine Sorge hat ein Ende, ich gab jüngst die Order aus dem Osmanischen Reich neue Arbeiter zu rekrutieren und sie mit Wohlstand und Reichtum zu verführen!"
    Uwe: "Welch Genie! Doch was geschieht mit ihnen, sollte es zum Fall der Kohle-Ära kommen?"
    Klaus: "Das germanische Volk wird sie verfluchen und wie Aussätzige behandeln. Mein Plan kennt keinen Makel! Ha-ha-ha!"
    Uwe: "Oh, diese Niedertracht! Du wirst es weit bringen, oh Klausius! Ha-ha-ha!"

  10. crysis sagt:

    Einspruch! Gegenreview! Hier, live, jetzt!

    Christoph M. Ohrt ist einer meiner Lieblingsschauspieler, und dass sicherlich nicht nur weil wir beide den selben Namen haben.

    Edel&Starck hat ja auch der Hr. BergH bereits angesprochen und mir persönlich gefällt auch die Serie "Allein unter Bauern" an sich durchaus gut. Sicherlich wird auch hier mit Klischees gearbeitet, aber das dürfte dir als Satireautor ja nur zu gut bekannt sein und dafür hat man hier den Versuch unternommen die politische Welt dem gemeinen Bürger etwas näher zu bringen (Wenn auch mit für Insider recht eigentümlichen Vorstellungen). Weder heile Welt noch Antiheld, weder Dorfnutte noch ARTE-Doku, sind die meisten Handlungen vielleicht nicht intellektuell neu, aber sie erzeugen Gefühle.

    Während Serien wie "Kobra 11" inhaltlich nur als "Dönerpolizei" zu ertragen sind, kümmern sich die Bauern um Themen wie "Sollen wir Opa den Führerschein wegnehmen?" oder "Das Rathaus streichen oder den Kindergarten renovieren?" – das ist näher an den Alltagsproblemen der Menschen als die Zerstörung eines grünen Würfels mit Quantenphasentorpedos. Und das ist auch gut so.

    Und ich find die Ärztin ganz süß. Nicht heiss, ein bißchen zu alt, aber durchaus als Frau zu erkennen.

  11. Klapowski sagt:

    ("Selbst ich, als noch (relativ) normaler, einfacher Germanistik-Student [sic!] fühle mich in deinen Artikeln einer fortwährenden Diskreditierung ausgesetzt, die ich hiermit auf das Strengste abstrafen möchte!")

    Stimmt! Germanistikstudenten werden von mir tatsächlich häufiger genannt! Vielleicht deswegen, weil ich immer gerne einer geworden wäre. Nur leider haben meine Aufsätze stets die Deutsch-Note versaut. Konnte ja nicht wissen, dass bei dem Thema "Anne Frank" generell keine Satire geduldet wird. Faschisten!

    ("Keine einzige Erwähnung von "Stromberg" – "The Office"-Klon hin oder her!")

    Doch, doch! Hier steckt der doch drin:

    "Oftmals hat man beim Zappen das Gefühl, dass deutsche Serien ausschließlich aus Schauspielern bestehen, die scheißelabernd durch Büroräume stacksen und sich abmühen, schrägen Charakteren Leben einzuhauchen. Motto: Britischer Humor, aber bitte mit Ruhrpott-Dialekt."

    ("mir persönlich gefällt auch die Serie "Allein unter Bauern" an sich durchaus gut. Sicherlich wird auch hier mit Klischees gearbeitet, aber das dürfte dir als Satireautor ja nur zu gut bekannt sein")

    Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, mehr als 2 Minuten davon gesehen zu haben. Das Schlimme ist aber, dass man selbst bei kurzer Einsichtnahme glaubt, stets nur EINE Deutsche Serie zu sehen. – 50 Staffeln lang und optisch kaum voneinander zu unterscheiden. Ein riesiges, senderübergreifendes "DEUTSCHLAND-TV".

    Während amerikanische Serien mal bonbonfarben, düster, schrill, trashig, edel, starck oder sogar NOCH themenspezifischer aussehen (bei NIP/Tuck zum Beispiel verwendet man Krankenhaus-like keine Pastellfarben, dafür kräftige Blau/Rot/Grün-Töne), sehen deutsche Serie irgendwie immer… deutsch aus:

    Überall Kühe, überdurchschnittlich viele doofe Leute, ein bisschen Landschaft, ein bisschen Tagespolitik (G-8-Gipfel! Türkische Integration!) und vor allem: Familienfreundlich. Man muss sich mal vorstellen, dass während der Dreharbeiten zu "Schwester Stephanie" (fand die Schauspieler schon VOR der Erfindung der Gerichtsshows mieserabel), "Ein Bayer auf Rügen" und "Ein Schloss am Wörthersee" solche Perlen wie "Picket Fences" oder "Babylon 5" erfunden wurden.

  12. nakedtruth sagt:

    Also eigentlich habe ich dem deutschen TV den Rücken gekehrt, als damals RTL je eine Kopie von der "schrecklich netten Familie" und "Wer ist hier der Boss" ins Rennen geschickt hat.

    Da waren Handlung und Dialoge 1:1 übersetzt!

    Aktuell sehe ich glaube ich nur Kriminaldauerdienst auf ZDF, incl. saufenden Lesben, alternden Wüterichen etc pp. oder so.

  13. Flutschfinger sagt:

    Der geneigte Satiriker Klapowski sollte sich mal Switch-Reloadet ansehen. Ist deutsche Comedy und erschreckend clever. Ansonstne kann man eh alles in die Tonne werfen, was hierzulande fürs TV produziert wird.

  14. Gast sagt:

    Jetzt schlagt mich! Lacht mich aus. Lacht ÜBER mich.
    Denn ich gestehe:

    Ja, ich fand die RTL-Serie "Mein Leben und Ich" ganz charmant.

    Und Stromberg? Ein paar Minütchen ganz interessant. Aber jede
    weitere Minute ist eine Qual. Das wirkt einfach zu "echt".

    Und Switch? Das hat was. Hab mich über das Revival gefreut. Auch
    wenn viele Originale schon zum totlachen sind.

    ciao,
    cyanmystery (MilleniumBug9999, JJ2001, war ich hier eigentlich
    schon mal angemeldet?)

  15. Gast sagt:

    Ein Raumpatrouille Orion-Revival wär doch mal was. Man müsste in Deutschland nur ein paar Leute finden, die nur halb so viel Talent wie die Macher von Doctor Who haben und schon hätte man eine ganz passable Fernsehserie. Und bei den Unmengen an Gebührengelder, die die öffentlich-rechtlichen jedes Jahr erhalten, sind doch sicher ein paar Euro übrig, die nicht für die Musikantenstadl-Deko verwendet werden müssen.

  16. Gast sagt:

    Nette Argumente, aber wie soll man denn hier auch Serien nach US Vorbild drehen?
    Die NIP/TUCK Kopie von RTL mit diesem komischen Horst ist nicht nur daran gescheitert, dass das Budget so gering war, sondern das man einem deutschen Schönheitschirugen einfach nicht dieses Juppieverhalten abnehmen kann.
    Sowas wie ROME könnte hier niemand finanzieren, dass kann in den USA auch nur HBO weils ein richtiger PayTV Sender ist. Und wo wir bei Six Feet Under sind, die Serie hat doch mit dem Auftauchen von Lisa derart abgebaut und seine Atmosphäre geändert, dass die Serie nurnoch langweilig war.

    Polizeiserien gibts in Deutschland zu hauf. Warum man die nicht ernst nehmen kann? Alleine schon die schwulen Uniformen. Und was für Themen willste hier auch anders behandeln, als es eh schon geschieht? Unsere "Ghettos" sind nunmal irgendwelche Sozialbauten mit hohem Ausländeranteil. Bei uns kannste halt besser Themen behandeln wie Ehrenmord, weil du hier einfach keine fiesen Gangzataz findest, die sich gegenseitig beim Drive-By Shooting wegknallen.

    Wie willste hier etwas wie Veronica Mars drehen? Sowas nimmt dir doch hier keiner ab. Eine postnukleare Kleinstadtserie hier? Guck dir einfach den Bullen von Tölz an.

    Finde ich die deutsche Fernsehlandschaft deshalb gut? Mitnichten. Trotzdem habe ich viel Spaß mit Stromberg oder Dr Psycho. Und wenn ich mal Lust auf gute Musik hab, dann kann ich mich auf den Rockpalast im WDR verlassen.

    Gruß
    Peter von Frosta

  17. Gast sagt:

    PS
    Hab zwar diese komische Serie ANAL nie gesehen, aber meine Omma hat schon immer jesacht, bei Nasenbluten ein feuchtes (kaltes) Handtuch innen Nacken ;)

    Gruß
    Peter von Frosta

  18. bergh sagt:

    tach auch !

    @Peter
    Anal solltest Du erklären, ausser GBO Lesern weiß kaum einer was gemeint ist.

    """Ein Raumpatrouille Orion-Revival wär doch mal was. Man müsste in Deutschland nur ein paar Leute finden, die nur halb so viel Talent wie die Macher von Doctor Who haben und schon hätte man eine ganz passable Fernsehserie. Und bei den Unmengen an Gebührengelder, die die öffentlich-rechtlichen jedes Jahr erhalten, sind doch sicher ein paar Euro übrig, die nicht für die Musikantenstadl-Deko verwendet werden müssen."""

    Hört Hört !!!

    Gruss BergH

    P.S. Mir wird ganz anders, denn Klapowski liest , was ich schreibe.

    P.S.2. Wort2 nochmal @Peter
    Stimmt Weeds auf deutsch?
    Weeds:
    Juppi Witwe im Mega-Geländewagen fährt mailiziös lächeld zu ihrem Steuerberater und verkauft ihm gutes Grass.

    Gräser :
    Nachts dunkle Strasse, Sophie fährt mit ängstlichem Gesicht nach Duisburg-Marxloh und verkuaft bibbernd einem Bürger mit Migrationshintergrund eine Tüte Grass.

  19. Klink sagt:

    Auch wenn "Stromberg" von Klapo nur in einem einzigen, kleinen Satz als Negativbeispiel aufgerieben wurde, muss ich anscheinend doch noch einmal eine (kleine) Lanze für diesen germanischen "Office"-Klon brechen: Diese C.M. Herbst-Dauerwerbesendung ist doch wahrlich noch um Welten besser, als die unerträgliche "Comedy"- Inflation, mit der die Privatsender seit Jahren versuchen, sich gegenseitig den schwärzesten und plattest peinlichen Lustig-Peter (nicht zu verwechseln mit Peter Lustig!) zuzuschieben!

    Doch ganz offensichtlich gerhöre ich einer Minderheit an: Denn während "Stromberg" sich mit schlecht bis mittelmässigen Einschaltquoten gerade mal mit Ach und Krach drei Staffeln lang behaupten konnte, laufen auf den Privaten weiterhin Produktionen von und mit Axel Stein, Markus Maria Profitlich, Anke Engelke (ewig überschätzt), Bernhard Hoecker, Barbara Schöneberger (was hat die eigentlich jemals Produziert, ausser sich selbst?) und Ingolf Lück (da war vor zehn Jahren einmal was auf RTL, meine ich)!! Sowie vielen mehr…
    Wäre da nicht Hugo Egon Balder (der wegen Tutti-Frutti bei mir zumindest noch einen kleinen Trash-Bonus als Tittenaufdecker von "damals" innehat), um dieses Panoptikum der Fernseh-Verdummung regelmässig beim Rätselraten-Stelldichein vorzuführen, wäre ich wohl schon längst mit der Schrotflinte in der Fussgängerzone spazieren gegangen!

    Mal ohne Scherz: Schlimmer als jede Fernseh-Produktion mit dem Prädikat: "Made by Pro7" ist vielmehr der Versuch der immerselben Sender, mit billigster "Haudrauf-Komik" lustig sein zu wollen. Wer wirklich einmal halbwegs originelle und witzige Stand Up-Comedy sehen will, der ist zur Zeit bei "Nightwash" auf WDR noch am Besten aufgehoben. Selbstverständlich ist das definitiv nichts für Leute, die sich bei Tom Gerhardt (als Hausmeister oder was auch immer) und Konsorten bereits auf die Schenkel klopfen. In dieser Hinsicht ist Deutschland noch nicht völlig zugrunde gerichtet! Es gibt tatsächlich immer noch einige, wenige Perlen im Äther.

    @bergh
    "The Shield" lohnt sich wirklich. Wenn es eine Fernsehserie auf dieser Welt (ausser vielleicht Babylon 5) gibt, die ich grundsätzlich empfehlen würde, dann wäre es diese. Besorge dir nur einmal die erste Staffel, die es bei amazon.de schon günstig gibt, und du wirst unweigerlich infiziert werden! So ging es bisher jedem meiner Bekannten, die ebenso wie ich, neuen Serien relativ kritisch (warum wohl auch) gegenüber standen. Wenn es eine "Crime-Serie" gibt, die diesen Namen jemals verdient hat, dann wäre das "The Shield". Hart, realistisch (ohne jemals kitschig oder platt und brutal zu sein), hervorragend besetzt, mit einem staffelübergreifenden, intelligenten Plot ausgestattet, unkonventionell, originell und vor allem: meilenweit entfernt vom teenetauglichen Ami/Crime-Einheitsbrei, der seit Jahren die besten Sendezeiten besetzt! Pro7 hat diese Serie einfach verschenkt, und kommt bei den jährlichen Emmy bzw. Golden Globe-Live-Übertragungen jedes Mal aufs Neue in die Bredouille, wenn eine Serie nominiert oder ausgezeichnet wird, der sie selbst die Bekanntheit im deutschen Fernsehen versagt hat! Gib dieser Serie eine Chance, und du wirst es nicht bereuen!
    Dieselbe Aufforderung sein auch eindringlich an Klapowski gerichtet!

  20. Peter von Frosta sagt:

    Aso, ja, was hat es mit ANAL auf sich?

    Sat1 hat ein dolle Idee aus den südamerikanischen Ländern geklaut, die Telenovela. Und weil man so originell ist, hat man die gleich mal Alles nur aus Liebe gemacht. Weil der Jugendliche und Telenovela Gucker von heute fett, dumm und faul ist, hat er das abgekürzt. Sehr kreativ natürlich mit den ersten Buchstaben, also ANAL.
    Sat1 fand das jetzt nicht soooooo gut, und hat die Serie daraufhin umbenannt, in Verliebt in Berlin (oder so).

    Und Gott sah das es gut war.

    Gruß
    Peter

  21. Peter von Frosta sagt:

    Urgs, bin scheinbar nicht multitaskingfähig. Mit dem Kunden telefonieren und gleichzeitig einen Kommentar schreiben war nicht meine beste Idee, richtig peinlich wieviele Fehler da drin sind ;)

  22. Donald D. sagt:

    Ja, ein "Raumpatrouille Orion" Review wäre toll. Die Serie wurde viel zu zeitig abgesetzt! Und warum? Weil Vollidiot Günter Grass damals in irgendeinem Aufsichtsrat saß und in SS-Manier der ARD empfahl, die Serie aus dem Äther zu nehmen, weil sie kulturell verwerflich sei und unsere Jugend zu Blödsinn anspornen würde!?!?
    Ansonsten wäre die Serie sicher so erfolgreich geworden, wie "Star Trek" es einst mal war.
    Ein "Raumschiff Orion" Reloaded wäre toll. Vielleicht sogar mit den alten Schauspielern in Gastauftritten und der Brausetablette als Antrieb. So was von kultig!

  23. Gast sagt:

    Ach ja ich habe auch nie begriffen, was einen mimenlosen Dickkopfklops zu einem Bullen und gleichzeitig zu einem Serienstar macht, allerdings lieber ihn als Miss Marple-Verschnitt Mutter Berghammerin. Aber in den "siebten Himel gehievt"??? GENIAL!!
    Der Hörr Kritiker sollte auch gelegentlich mal in die Nachahmerberghammerserie Ottfried Fischer Interpretation des Pater Brown (einst unübertrefflich von Heinz Rühmann umgesetzt) linsen.
    Pater Braun und das in Deutschland *schäm*!
    Die Mimik, die Gestik, die Sprache 1:1 zu berghämmrig, aber wenigstens ohne Mutter (selbige missmarplet in einer anderen Serie irgendwo herum). Wer Chesterton einmal nur kurz angelesen hat, weiß, dass ein kleiner gewitzter Mann mit Schirm, Charme und Hut die Pfarrerstätigkeit eher auf den Arm nimmt und gerne Fälle löst. Mag ja alles auch auf Herrn Fischer zutreffen…

  24. rumpelstilzchen sagt:

    hat der i-welche probleme???? wenn dir keine sendung gefällt mach deine eigene!!!!

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