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„Spider-Man 3“ – Ein Review im Netz

Einen Film wie diesen rezensiert man eigentlich nicht gerne: Alles läuft mehr oder weniger auf die Wiederholung der Gedanken zu den Vorgängern hinaus… Außerdem sind GANZ grobe Fehler nach geschätzten 2.893 Testvorführungen mit anschließenden Schneideraum-Orgien fast ausgeschlossen. – Und man selber hat schon so viel von dem Film gelesen/gehört, dass es ein Wunder ist, dass man vor dem Kinoeingang nicht eine Spinnen-Überdosierung erleidet und sich trotz Kartenreservierung 3 Stunden lang im gegenüberliegenden Eiscafè verschanzt…

Das Verhältnis zwischen Kritik und Lob ist in diesem Review daher noch weniger repräsentativ, als von uns gewohnt, da sich viele Hymnen inzwischen einfach erübrigen: JA, die Spider-Man Reihe ist die beste Superheldenverfilmung! Während andere mit gefriergetrockneter Zwangscoolness („Batman Begins“) mit anschließender Humorbeisetzung auftrumpfen wollen, hat der Fädenzieher von allen typischen Kritikpunkten am wenigsten: Die Story ist nicht grenzdebil wie bei „Fantastic Four“ („Schnell, Joe! Unser Produzent ist Hobby-Surfer! Erzähl ihm von der heranbrechenden Superhelden-Welle und schon können wir drehen!“), sie ist nicht so selbstgefällig-überladen wie bei den X-Men („Wir haben eine ganze Superhelden-SCHULE! Und die eingeflochtene Gesellschaftskritik ist für Kinder so wichtig wie ein kleines Steak.“) und nicht so offensichtlich-rohrkrepierig wie „Hulk“ („Schlechte Effekte und deprimierende Erzählweise. Klappt bei Hera Lindt jedes Mal!“).

Bringen wir es also hinter uns, bevor der Nitpicker in mir wiederkehrt, den ich gerade erst mit einer Voyagerfolge zum Weinen geschickt habe… Also: Die Effekte sind toll. Ganz große Wirtschaftssubventionierung! Ich wünschte, in Ostdeutschland würde man auch endlich mal ein paar Hundert Leute für 0,3 Milliarden Dollar hinsetzen, um den Mauerfall mit allen herabfallenden Sandpartikeln glaubwürdig am Computer zu animieren. Auch die Darsteller sind passend: Harry Osborn ist die smarte „Meine Freundin will mit ins Kino“-Edelfresse, Parker sieht aus wie zwei wandelnde Froschaugen, die ihrem Tümpel nachtrauern und Mary Jane ist die hübsche „In 15 Jahren zu alt für sexy Rollen“-Schlampe. Mehr kann man vom Mainstream nicht erwarten und wer’s doch tut, ist entweder sehr unerfahren oder besitzt 100% meines Erbgutes. Her damit, wenn’s so sein sollte!

„Oh, Peter! Ich liebe Dich so abartig! Auf eine andere Weise würde es mit Dir aber auch gar nicht funktionieren.“ – Mama hatte recht: Im Web gibt es tatsächlich nur Schweinereien von Spinnern… Peter Parker muss übrigens mindestens 15 Mal am Tag onanieren oder Sex haben, damit er die überschüssige Spinnenseide seines Körpers ejakulieren kann. Er hat ungefähr 3 Mary Janes verbraucht, bevor er wusste, dass er diesen Takt nicht reduzieren darf!

Aus diesen Gründen gibt es in diesem Review in unüblich loser Reihenfolge einige Dinge, die mir besonders aufgefallen sind: Logikfehler, Schwächen, sonstige Besonderheiten. Als neues Feature bieten wir dieses mal auch den „Spoilerfaktor“ an: Entscheidet selber, wie viel ich Euch vom Film verderben soll. Und das funktioniert so:


Spoilerfaktor 0: Allgemeine Kritik an Effekten, Acting, Storyverlauf. Muss jeder Klapowski-Fan gelesen haben.

Spoilerfaktor 1: Es geht halt um Spider-Man 3 und irgendwas MUSS ich ja dazu schreiben! Stellt Euch also nicht so an, wenn hier enthüllt wird, dass Spidey in Wirklichkeit ein mittelmäßiger Schauspieler ist oder das Gesetz der Massenerhaltung gar nicht zulässt, dass Spider-Man um die fünf Tonnen Spinnenfäden absondert, ohne dabei erheblich kleiner zu werden…

Spoilerfaktor 2: Ein handelsüblicher Trailer enthüllt mehr als unsere Spielverderberstufe Nummero Zwo. Hier finden sich kleine Details des Filmes, die zwar sehr konkret sein können, aber nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Logikfehler wie z.B. „Die Freiheitsstatue steht gar nicht in Queens“ oder „Peter hat überhaupt kein Einrad-Führerschein“ könnten dazugehören.

Spoilerfaktor 3: Okay, langsam werden wir warm… Aber bei einem Film wie diesem gibt es eh keine „Sixth Sense“-neidisch-mach-Überraschung und außerdem wisst ihr ja, auf welcher Webseite ihr Euch befindet. Wer hier schon wegliest, ist daher ein feiger Arachnophobiker, jawoll!

Spoilerfaktor 4: Geht doch in den Osten, wenn euch der Review-Teller hier zu schmackhaft und reichhaltig erscheint! – Hier werden konkrete und plotrelevante Ereignisse detailliert besprochen: Peter verliebt sich in Tante May, sein Onkel war nur scheintot und der zweite Film nur ein Traum.

Spoilerfaktor 5: Siehe Faktor 4, nur halt, dass es jetzt an die Endsequenzen geht. Sollte man nur lesen, wenn man den Film bereits besucht hat (Ausnahme: Alle, die nach der Hälfte durchgeschlafen haben, später aber trotzdem von ihrem Partner genötigt werden, sich den Schund noch mal gemeinsam auf DVD anzutun).


Los geht`s mit dem Flicken-Review:

Dramaturgie mit Netz und doppeltem Boden:

Spoilerfaktor: 2: Harry Osborn hat praktischerweise gleich zu Beginn sein halbes Gedächtnis verloren („Oh, Peeeeter! Du bist mein bester Freund! Sollen wir in meinen Weinkeller gehen, knutschen?“), der Sandmann baut sich nach seiner ersten Niederlage gegen Spider-Man erst gefühlte 48 Stunden später wieder zusammen und das außerirdische Glibbervieh krabbelt eine filmische Ewigkeit durch Spideys Kinderzimmer, bevor die Dramaturgie endlich zu dem versprochenen Schwarzer Käse geronnen ist: Dieser Film ist zweifellos so überladen wie ein polnischer Lkw mit einer Bowlingkugellieferung, von denen man in letzter Zeit so viel in den Medien hört.

„Oh…!? Tut mir leid, mein Großer! Ich wusste ja nicht, dass Du auch Tante May’s berühmten enthydrotisierten Streuselkuchen gegessen hast… Aber so haben wir wenigstens geklärt, was Dich zum tragischen und verbitterten Bösewicht gemacht hat, was? HA-HA-HA!“ – Bauch-Weg-Diät: Jeder war überrascht, als der Überwachungskameraführer Roland Polschowinskji für das Pressefoto des Jahres ausgezeichnet wurde…

Nicht, dass wir uns falsch verstehen… Langeweile kommt durch den fliegenden Wechsel kaum auf, dessen auslösendes Gefühl ich am ehesten damit vergleichen würde, 3 Romane gleichzeitig zu lesen. Das liegt aber auch daran, dass man gelegentlich zu verwirrt ist, um das Konzept von „Langer Weile“ zu sehr an sich heranzulassen: Teilweise bin ich sogar regelrecht zusammengezuckt, als plötzlich ein klopsiger Mimikverweigerer ins Bild trat, den ich erst unter menschenrechtsunwürdiger Befragung meines Langzeitgedächtnisses als den Sandman identifizieren konnte. Dabei sind es gar nicht die drei Superschurken an sich, die die Dramaturgie etwas „stopfig“ erscheinen lassen. Vielmehr sind es die vielen Nebenkrisenschauplätze: Mary Jane hat Probleme mit ihrem Hartz IV-Antrag, Peter tut weiterhin so, als hätten wir alle noch nie einen nervigen Saller-Onkel an den Tod verloren und Gwen Stacy – sein neues Love-Interest – beweißt eindrucksvoll, dass Weißblond in Comics irgendwie weniger osteuropäisch-nuttig ausschaut.

Feuchte Kinderaugen machen „Platsch“:

Spoilerfaktor 1: Die Figur des Sandman ist Klischee pur: Wortkarger Sträfling bricht aus und besucht seine kleine Tochter. Natürrrlich ist das niedliche Kind totkrank und würde notfalls auch bis zum Führerschein im Sterben liegen, damit König Gnubbelkinn auch weiterhin eine tragische Hintergrundgeschichte vorzuweisen hat. Denn da die lebensrettende Operation gegen „Nicht-plötzlicher Kindstod“ mindestens – wenn nicht sogar noch mehr – kostet, hat der sanfte Mann auch einen Grund, zu rauben, zu plündern und Polizistengesichter mit einem 10 Meter großen Hammer am Arm zu vergewaltigen. – Für seine gefühlten fünf „Real-Body-Auftritte“ hätte man aber auch seinen inoffiziellen Vertreter, das Sandmännchen, einberufen können.

Verdammt, ich hieb’ Dich!

Spoilerfaktor 3,5: Apropos Superheldenpsychologie: Städte erbeben unter dem Wummern frustrierter Ganzjahres-Karnevalisten, Immobilienpreise werden wieder zu Grundstückswerten umgestaltet und Fressen werden poliert, bis das Hämoglobin schäumt… Aber sobald sich alle Beteiligten in einem einigermaßen zivilisierten Rahmen treffen, ist der Hass nur halb so wild: Da wird ewig lange rumdiskutiert, langwierige Spielchen gespielt („Du musst Peter Parker verlassen, damit er unendlich leidet, bevor ich ihn 2 Minuten später töte, gnahar!“) und die Meinung geändert. Hier wird nicht nur an der Uhr (= Film mit Überlänge), sondern auch am moralischen Kompass gedreht: Ein Bösewicht nimmt erst die halbe Stadt und dreiviertel Spider-Man auseinander, bevor er mal einfach so wieder gut und rechtschaffend wird. Ein anderer lässt sich durch eine nichtsagende Information wieder auf den Pfad der Rechtschaffenden bringen. – Aber schon bei Xena und Hercules hatte ich schon oft das Gefühl, dass Sam Raimi eher Dokumentarfilme über das Boarderlinesyndrom dreht, als ernstzunehmende Charakter unernste Abenteuer erleben zu lassen.

„Spider-Man, ich finde es pupsdoof, dass Du mir nicht über die Straßen helfen tust!“ – „Dafür hast Du mein Lieblingsstreifenhörnchen an, Du böser Mensch.“ – Bei Spider-Man hasst kaum ein Superheld oder –schurke den anderen wirklich innig: Privat kennt Peter jeden einzelnen bereits aus der Putzkolonne der Uni-Bibliothek oder dem Wartezimmer seines HNO-Arztes. Wer also nicht zum irren Dosenman umgewandelt werden möchte, weil er vom Sprudelflaschenpfandautomaten wiedergekäut wurde, sollte einen großen Bogen um Peters Parker machen!

Unterlassene Hilfelei(s)tung:

Spoilerfaktor 2: Als Mary Jane, die als Sängerin in einer Bar arbeitet, hart geschlagen wird und zu Boden geht, hilft ihr niemand. Selbst, als der Schläger bereits zur Tür heraus ist, bilden die Chefs nur einen weiten Kreis um ihre zierliche Angestellte, um den dramatischen Augenblick nicht durch unangebrachte Nächstenliebe zu schmälern.

Im vollen Lauf erwischt:

Spoilerfaktor 0: Kein Wunder, dass Kirsten Dunst angeblich keinen Bock auf ihre zweijährliche Dosis „Mary Jane“ mehr hat. In diesem Film endet jede Einstellung mit ihr damit, dass sie mit vorgeschobener Unterlippe (für ein Superhelden-Spin-Of als Tentakel ausbaubar?) schnellen Schrittes aus dem Bild rennt. Jeder Blick eine Morddrohung an den eigenen Manager. Die geborene Exfreundin. – Eben die verschiedenen Stufen des Eingeschnappt-Seins: Schnapp sie Dir alle!

Pfusch am Bau:

Spoilerfaktor 2: Ein durchgedrehter Kran zerlegt Gebäude in der Innenstadt. Aber auch Spidey scheint der Meinung zu sein, dass der übliche Karstadt/Douglas/McDonalds-Mix nicht gerade eine Verbesserung für die kulturelle Einkaufsvielfalt darstellt: So rettet er gerade mal ein Menschenkind, wonach der Kran überhaupt nicht mehr gezeigt wird. Taucht hier die große „Abschalt-Szene“ erst in der Special Edition auf, oder war der abschließende Kampf gegen Kaputter-Knopp-Man dann doch etwas zu viel des Unguten? – Denn bei der Logik dieses Genres hätte der gefangene Arbeiter im Kran ja eigentlich mit der Elektronik zu einem Superbösewicht verschmelzen müssen…

„He, ich glaube, da kommt Spider-Man!“ – „Ja, bestätigt. Auf meiner Seite auch!“ – Spider-Man ist bereits so zerrissen, dass er nur noch in Zweiergruppen beobachtet werden kann. Einige werden vielleicht auch behaupten, dass sie Opa Schulz vielleicht doch nicht hätten mitnehmen sollen. An der Handbewegung im Hintergrund sieht man deutlich, dass er noch immer Schwierigkeiten hat, einen Superhelden von einem deutschen Vorkriegsdiktator zu unterscheiden.

Kobold totgebombt?

Spoilerfaktor 4: Als Spider-Man mit Harry (ohne Kobold-Kostüm) rangelt, wirft er am Schluss dessen eigene Bombe auf ihn zurück. Während sich Harry fast embryonal-behaglich in der Explosion zusammenrollt, verlässt Peter bereits den Raum; nebenbei auch den für Logik. Denn dass sein Ex-Kumpane diesen „Knallereinfall“ überlebt hat, kann Peter nun eigentlich gar nicht wissen, sondern nur dem Drehbuch entnommen haben. Sogar über die verbrannte rechte Körperhälfte (optisch handelt es sich hierbei um einen Narbenbildungs-Schnellprozess vor dem Amtsgericht Bielefeld) scheint sich Peter beim nächsten Treffen mächtig zu wundern. – Bei dieser Denkweise ist es kein Wunder, dass die Amerikaner sich so auf die Eroberung des Iraks gefreut haben: Ständig verwechseln sie hochgehende Tretminen mit Ganzkörpermassage…

Vorsicht, Spinne!

Spoilerfaktor 1: Es scheint nicht zu reichen, dass Spider-Mans Identität im 2. Film bereits vor etlichen Bahnfahrern enthüllt wurde, die bei der „Hülle ihrer Monatsfahrkarte“ schworen, niemanden etwas zu verraten. Nein: Diesmal lässt er sich bei einem öffentlichen Showkuss sogar vertrauensselig die Pelle vom Kinn kraulen. Ganz zu schweigen davon, dass Peter am helllichten Tag im Spidey-Outfit aus seinem Fenster springt. Gut, der gesamte Hinterhof scheint aus stillgelegten Industrieanlagen zu bestehen, aber gerade hier sind ja in der Regel die am wenigsten vertrauenswürdigen 12-Jährigen anzutreffen. – Dieses ganze Gebaren ist allerdings auch fast schon wieder erfrischend, verbringen andere Helden (wie z.B. Superman) ja große Teile ihres Filmlebens damit, sich sinnfrei in Besenkammern rumzudrücken oder die Öffentlichkeit mit dem Wechsel vom 0,1- zum 0,5-Tage-Bart an der bebrillten Nase herumzuführen.

– Wenn der Spinnensinn wieder mal Sturm klingelt:

Spoilerfaktor 2: Der Meteorit, in dem die sich die schwarze Masse befindet, aus der später der böse Venom entsteht, geht – so ein Zuuuufall – genau neben Peter und Mary runter. Doch keiner merkt’s. Ich kann ja verstehen, dass man beim Knutschen schon mal die Zeit vergisst, aber den Ton? Die angeblich weitentwickelten Spinnensinne? Jegliche Glaubwürdigkeit?

– Es ist nur die Angst, die wir fürchten:

Spoilerfaktor 4: Geradezu lächerlich ist eine Szene am Schluss. Der Sandman ver-wüstet (schönes Sandwortspiel) als riesiges Ungestüm eine halbe Straße, ragt Dutzende Meter über den Schaulustigen auf und was tun diese? – Graben nur wenige Meter entfernt ihre Fingernägel in eine klapprige Polizeiabsperrung und warten auf den Handyrückruf ihrer Lebensversicherung. Ich wäre da ja schon längst stiften gegangen. Und damit meine ich nicht meine sterblichen Überreste an die Wissenschaft…

Ich, Ich und der andere von mir:

Spoilerfaktor 0: Okay, es gibt automatische Auslöser… Aber wie Peter solch brillante Fotos von sich als Spider-Man schießen kann, gehört für mich zu den Top-Ten-Rätseln des Filmes. DAS nenne ich mal einen Film über multiple Persönlichkeit!

„Schwarz, mit Stil, sehr edel… Ich verstehe daher überhaupt nicht, warum die sich damals so aufgeregt haben, als ich so auf der Beerdigung meines Onkels aufgetaucht bin.“ – Schornsteinfegen beim Fassadenklettern inbegriffen: Und wieder muss der afroamerikanische Spider-Man für den Part des Bösen herhalten. Dafür hat die düstere Version aber auch mehr Kräfte im Oberarm. Die im Muskelfleisch implantierten Newtonkompensatoren sorgen dafür, dass die Physik hier noch weniger zu melden hat!

Humor ist, was ihr draus lacht:

Spoilerfaktor 0: Selbstironie und Humor wird auch hier wieder mal klein geschrieben. Sam Raimi nimmt seine „Proust hätte es sicher auch so gewollt“-Macke noch immer sehr ernst und präsentiert Witzigkeit nur in Verbindung mit bestimmten Knallchargen wie Peters Vermieterfamilie oder einem französischen Klischeekellner. Für den Standardhumor ist wie immer der brüllende Verlagschef zuständig, der als Mischung aus Stromberg und Herzog Igzorn aus der Erfolgsserie „Die Gummibärenbande“ immerhin auf niedrigem Niveau durchaus funktioniert. Kollege Sparkiller, der den Film noch nicht gesehen hat, vermutete richtig, als er den Standardmonolog auf Verdacht folgendermaßen zusammenfasste:

(brüllt) „Dieser (*hier Schein-Identität des Helden einfügen*) soll sofort in mein Büro kommen! So etwas unfähiges (welche Ironie!) ist mir noch nie untergekommen!“

Dass der Streifen durchaus subtilen Subhumor aufzuweisen hat, der nicht für jedermann offensichtlich ist, erscheint mir jedoch als sicher. Zumindest saß neben mir im Kino so ein tiefstimmiger Verrückter, der jeden längeren Dialog mit einem verärgerten Selbstgespräch und einer düsteren Lache quittieren musste: „Das ist… Nuschel. Brööhööhhöö… Raunz. Jetzt haben sie… Braaahaaarrharr! Gronz!“

Silizium für mehr Silizium:

Spoilerfaktor 0: Die Effekte wissen zu gefallen: Perfekt inszeniert, geschmeidig in den Animationen (Spidey) und ohne störende Nähte zwischen realer und digitaler Welt, was ja auch heute oftmals nicht so einfach ist (Hust „King-Kong“-Hust)! Besonders innovative Überraschungen bleiben jedoch außen vor, wenn man von dem ersten Zusammenbau des Sandmans absieht, die mit einer Inbrunst gezeigt wird, als wollte man stolz sagen: „Guckt mal! Wir haben jedes einzelne Siliziumkörnchen herangezoomt! Der Stromverbrauch für den Großrechner ist übrigens für ganze 2 Grad der prognostizierten Klimaerwärmung verantwortlich.“

Doch dafür sehen die Sandstürme, wenn der Sandman an- oder abrauscht, einfach zum Davonsieben aus! Schaut aus wie Sägespäne mit Leuchtspur. Das Ganze hat ja – rückblickend betrachtet – schon bei „Die Mumie“ (1+2) nicht doll ausgesehen. Aber vielleicht bin ich auch zu sehr in meiner eigenen Realität gefangen, bestehend aus heuschnupfauslösenden Pollennebeln und zigarettenrauchgeschwängerten Büros (wann kommt endlich der Abtreibungsbefehl aus Brüssel?), um gelben CGI-Dampf mit Gesichtern wohlwollend genug gegenüberzustehen. Vermutlich gibt es aber einfach Sachen, die MÜSSEN einfach unrealistisch aussehen, siehe auch im SFX-Almanach unter den Kapiteln „Blitz mit Armen“ und „Feuerfontäne gewinnt beim Wettschwimmen der Damen“.

„Gggrkh. Der Tod meines Onkels… grrrkh… nimmt mich wohl immer noch mit… Grkh. Nimmt mir die Luft zum Atmen.“ – Die Schlingel um den Hals gelegt: Als Venom unseren Spidey um Hilfe bei der Installation einer Kinderschaukel für das Waisenheim bat, hatte der Held noch keine Ahnung, dass es hierbei sich um eine äußerst gewiefte „Fang-Frage“ handelte…

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Endkampf, den ich viel dynamischer, spannender und abwechslungsreicher finde als die idiotische „Die Supersonne auf dem See lässt sich nicht abschalten“-Sequenz am Ende von Teil 2. Habe bis heute nicht verstanden, wie eine massive Fabrikhalle im Mittelpunkt eines Geräts verschwinden kann, das rundherum jede Menge sperrige Teile von sich selber gen Himmel streckt.

Fazit: Ich durfte so hart mit dem Streifen in’s Gericht gehen, denn Spider-Man ist für mich nach wie vor die beste und unterhaltsamste Kinderbuchverfilmung! Ein Stern in der an Weißen Zwergen nicht armen Superhelden-Galaxie! Allerdings reicht es „nur“ für eine Zwo Minus, da dies typischerweise ein Film ist, der am heimischen DVD-Player oder beim zweiten Sehen gehörige Längen aufweist. Wenn man weiß, welche Handlungsstränge nach 30 Minuten wieder lieblos im Sandkasten eingebuddelt werden, kann man diese pixelgewordene Überlänge wohl nicht mehr so genießen. Schon Teil 2 musste ich – trotz jeder Menge Zeit – daheim an 2 Tagen sehen, da ich die kindischen Schmalzbrot-Hate-Love-Charakterszenen nicht am Stück ertragen habe. Hier wird’s nicht anders sein…



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von Klapowski am 19.05.07 in Film-Review

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Kommentare (21)

  1. DJ Doena sagt:

    Als Parker Venom war, war er nur nicht cool, sondern peinlich. Überhaupt waren Parkers Spinnensensoren in Bezug auf MJs Gefühle und Probleme so sensibel wie eine gußeiserne Pfanne in der Hand von Bud Spencer.

    Hab mich aber trotzdem prächtig amüsiert.

  2. Raketenwurm sagt:

    Böser Fehler: Igzorn ist ein Herzog, und kein Graf !

  3. Vanquish sagt:

    Hat er doch auch geschrieben, oder?

  4. Raketenwurm sagt:

    Ja, aber erst nachträglich, bevor ihm noch wütende Gummibärenbandefans um die Ohren springen.

  5. bergh sagt:

    tach auch !

    ich fide der Film ist mit 2- viel zu gut weggekommen.
    Mir ist der Hintern im Kino eingeschlafen.

    Die CGi war gut (beim Preis des Films ja auch kein Wunder), aber der Rest…..

    Mrs. Dunst hat erst mal keinen und sieht ~10 Jahre älter aus , als sie ist.
    Die nicht Action war schnarchlangweilig.

    Warum ich für üBERLÄNGE BEZAHLT HABE; WO MAN DOCH LOCKER $% mINUTEN AUS DME fILM HÄTTE SCHNEIDEN KÖNNE ?

    DerFilm wäre 30 Minten lürzer immer noch besser geworden.

    Wäre es eine Enterprise Folge gewesen hätte man hier wahrscheinlich im 4 er Bereich vernotet, oder ?

    Gruss BergH

  6. DerGraf sagt:

    Ich fand grade den "peinlichen parker" (was ein geiler reim) irgendwo geil.
    Der war so auf dem Emo tripp (die Haare im gesicht, die Rasierklinge immer dabei) das es nur so zum schnei öhm schießen war. Einer der Höhepunkte.
    Tiefpunkt war für mich die Schlussszene am Ende wo der Kobold-Harry den Löffel an den nächsten Super-doch-nicht-so-böse-Bösewicht weitergibt.
    Die feuchten Füße, dank allzu sensiblem weiblichen Publikum, waren echt zu viel..

  7. Gast sagt:

    Nun, mir war im Film ziemlich schnell aufgefallen, dass die Spinnensensoren so gut wie NIE funktioniert haben. Er hat glaube ich nur EIN EINZIGES MAL aufgrund des 'Klingelns' was unternommen. Der Drehbuchautor hat da wohl was vergessen….

    Ansonsten kann ich nicht meckern. Ich fands gut…. naja, bisschen langatmig zwischendurch…. aber was solls.

    Lustig, dass die eigentlich blonde Kirsten Dunst sich rot färben musste, während die Gwen Stacy-Darstellerin (die sich Sam Raimi für einen geringen Preis beim Twister persönlich ausleihen durfte) eigentlich rothaarig ist und sich blond färben musste….

    Naja, wenns nach Plan geht, kratzt MJ im nächsten Film eh ab (Nur ob sie sowas tatsächlich bringen können im Kino? Naja, mim Harry gings…). Ich hab nichts gehört, dass Kirsten Dunst nicht mehr will, im Gegenteil… aber Tobey Maguire schließt einen weiteren aus. Da kommt dann Donnie Darko ins Spiel (der wär beinahe schon beim zweiten drangekommen, weil Maguire es am Rücken hatte, welch Ironie…. naja, eigentlich nicht)…. den verwechseln eh alle mit Tobey Maguire.

  8. bergh sagt:

    tach auch !

    @Der Graf
    Jau die "Ich bin Testosteron pur" Szenen waren zum Lachen,
    aber der Rest ……
    hat imho keine 2- von Klapowski verdient.
    Nicht mal die beste ENT Folge hat so eine Note bekommen, oder ?

    Gruss BergH
    [der jetzt die ENT Reviews überprüft]

  9. bergh sagt:

    tach nochmal !

    Uiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhh
    In den ersten 2 Seasons gab es sogar öfters mal eine 2 und auch 2-.
    Das hatte ich ob der immer schlechter werdenden Kritiken ganz verdrängt.

    Trotzdem finde ich Spiderman total überbewertet.

    Allein die sehr dunklen CGIs wo er durch die City fliegt werden auf DVD nach AUFHELLUNG schreien.
    Bei denselben Szenen ging mir die Battlestar Beknacktika Zoomerei auf den Senkel, da wurde einem ja schwindelig.
    Und alles wo derComputer nicht dabei war, war schnarchlahm, zu lang und ziemlich langweilig.
    Vom Testosteron Zwischenspiel mal abgesehen.

    Nochmal Gruss BergH

  10. Donald D. sagt:

    Ihr seid alles Meckerfritzen!
    Der Film soll unterhalten. UND DAS TAT ER! Von Einschlafen oder gar Langeweile keine Spur. Die 2- ist also okay.
    @ Klapo: Ein "Fluch der Karibik- Am Ende der Welt" Review wäre toll. Ich freue mich schon auf die Kommentare (wird wohl wieder alles dabei sein von "arschlangweilig" über "zu viele Effekte" bis "Scheiß Story")

  11. bergh sagt:

    tach auch !

    Bei FDK III erwarte ich wenigstens eine Art Handlung,
    bei SM III habe ich die irgendwie vermisst.

    Und Du kannst doch nicht allen Ernstes behaupten, daß SP III (ausser in den CGI Sequenzen) unterhalten hat.

    eine Klapowski Review von FDK III?

    …. die Piratentunte war arschlangweilig, weil ihr ähh sein Ar***…..
    …. endlich ist die dürre Hippe unter der Haube,
    damit wir Ihr nicht imer vergeblich unter dieselbe gucken müssen…..
    … Legolas hat sich in der Takelage war irgendwie verseilt ähh verpeilt…
    … Captain Wurmbart der herzlose Knecht ….

  12. bergh sagt:

    tach auch !

    Bei FDK III erwarte ich wenigstens eine Art Handlung,
    bei SM III habe ich die irgendwie vermisst.

    Und Du kannst doch nicht allen Ernstes behaupten, daß SP III (ausser in den CGI Sequenzen) unterhalten hat.

    eine Klapowski Review von FDK III?

    …. die Piratentunte war arschlangweilig, weil ihr ähh sein Ar***…..
    …. endlich ist die dürre Hippe unter der Haube,
    damit wir Ihr nicht imer vergeblich unter dieselbe gucken müssen…..
    … Legolas hat sich in der Takelage war irgendwie verseilt ähh verpeilt…
    … Captain Wurmbart der herzlose Knecht ….

    … soviele Grüsse aus Solingen ….
    (Fandet Ihr das Product Placing auch so deutlich? )

    Gruss BergH

  13. crysis sagt:

    Ähhh…?!?

  14. Gast sagt:

    Ich fand ja immer UGH II besser als den Rest, und dass obwohl ILF I eindrucksvoll bewiesen hat, dass Prequels durchaus das Zeug haben Sequels den Rang abzulaufen wenn man sie nur früher dreht!

  15. Donald D. sagt:

    @ bergh

    So gut, daß Du ihn gleich zweimal posten mußtest, war Dein Kommentar nun auch nicht.
    Um ehrlich zu sein, der war nicht mal einen Achselkrauler wert.
    Und was Deine Kommentare zu Fluch der Karibik 3 betrifft… netter Versuch, aber ich will es von Klapo lesen. Er mochte schon den ersten Teil nicht, er wird den dritten "lieben".

  16. Gast sagt:

    Hm … zu FDKIII:

    zuviele Clowns (z.B. der französische Pirat)
    zuviel Pathos
    zuviel Schmalz
    zu lange Endkampfszene (oh .. .sie kämpfen auf dem Deck … oh sie kämpfen auf dem Mast … oh Jack kämpft auch in der Luft … oh sie kämpfen wieder auf dem Deck *gäääähn*).

    zuwenig Story

    … freuen wir uns auf FDK IV … Die Suche nach dem Jungbrunnen

  17. Dr.Best (der mit dem Schwingkopf) sagt:

    Ich freue mich eher auf FDK IV: Der Kampf mit der halben Erdnuß
    Für mich eine der wenigen Stellen im Film, die so bescheuert war, dass man wirklich was zu Lachen hatte. Engelchen und Teufelchen in Jacks Rastas war'n auch noch recht nett. Ansonsten war der Film für die Tonne.

    Gruß Dr.Best

  18. Donald D. sagt:

    1. Schwingkopfzahnbürsten sind totaler Schrott.
    2. FDK III war gut. Nicht so gut wie I & II, aber doch noch sehenswert.
    3. Disney soll ruhig noch ein paar FDK-Filme machen. Ich habe mich an den schrägen Charakteren noch nicht sattgesehen.

  19. bergh sagt:

    tach auch !

    @Crysis und Co
    Mein Browser muß sich wohl verschluckt haben……….

    Also ist FDK III auch so ein moderner Film?
    200 Mio USD und keine Handlung ?
    Schade !

    Ich werde ihn mir trotzdem geben.

    Gruss BergH

  20. Pavel sagt:

    Schönen Guten Abend!

    @ bergh
    Lass dir nix erzählen; so schlecht (wie der zweite) is FDK III nich!
    'ne Handlung ist vorhanden,
    einige Unklarheiten aus Teil II werden gelöst,
    die Tunte hält sich zurück,
    es gibt nette Effekte (ne Seeschlacht in nem Studel kommt auf der großen Leinwand immer gut!),
    und zum Schluß gibts noch was zum schluchzen fur die Damen…

    Blöd fand ich eingentlich nur den Trailer zu "Jetztstirbeinfachnocheinbisschenlangsameralssonstvierpunktnull!" im Vorprogramm;
    so mit durch die Landschaft geworfenen Autos und Bussen hätte der auch von Spiderman sein können!

  21. bergh sagt:

    tach auch !

    @Pavel
    Jau der ist echt mehr Hulk, Fanta 4 und Spiderman, als
    The last Boyscout

    FDK III muß ich jetzt echt mal gucken.

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