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Superhelden ungeschminkt

Superhelden und deren Verfilmungen sind inzwischen ein Teil unserer Kultur geworden. – Was jedoch keine qualitativ hohe Auszeichnung darstellen soll, denn diese Ehre teilen sie sich immerhin mit Feuerwehrfesten, Playback-Trompetern im Musikantenstadl und einem Mülltrennungssystem auf Quantenebene. Trotzdem juckt es mich bei diesem Thema mächtig in den Schreibfingern! Da ich mit Händewaschen jedoch schlechte Erfahrungen gemacht habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als euch meiner Gedanken teilhaftig werden zu lassen. (*Puups*)

Stichwort: „Ich vertrage keine hohen Ozonwerte!“

Oder auch: Jeder Superheld hat eine ganz bestimmte Schwäche!

Und zwar für minderbemittelten Klopperblödsinn. Ist Berufsvoraussetzung. Unabhängig davon gibt es aber auch persönliche Schwächen, die im Kampf viel gravierender sind: Der furchtlose Kunstakademie-Man muss z.B. während eines Kampfes zwanghaft eine kleine Gravur anfertigen, sobald sein Gegenspieler im Kampf die Worte „Praktische Abschlussprüfung“ ruft. Daneben gibt es Rechtschreibschwäche (Hulk), Drehbuchschwäche (Catwoman) und gelegentlich eine Laktose-Unverträglichkeit. Am berühmtesten ist in dieser Hinsicht wohl Superman, der auf grünes Kryptonit mit einem überaus gelben Schein reagiert. Da Kryptonit auf Supis Heimatplaneten (Krypton) durchaus zum Platten- und Wegebau verwendet wurde, konnte die bevorzugte Fortbewegungsart der dortigen Bewohner vermutlich nur mit „Zahnfleisch“ umschrieben werden.

Die meisten Helden (oder auch deren Gegenspieler) besitzen jedoch auch eine Schwäche im tiefenpsychologischen Bereich. In Felleuit… Felleut… Fellatio… in Zeitungsseiten, wo man sich mit Kultur beschäftigen tut, wurde diese Eigenart in den vergangenen Jahren unverhältnismäßig hervorgehoben. Teilweise überstieg das Mitleid für „Michellin-Man“ (Der stets sein mangelndes Profil beklagte) sogar die Anteilnahme für ein aktuelles Touristen-Massaker in einer syrischen Berg- und Tal-ibahn.

„Haha, ihr Trottel glaubt also immer noch, mein Spinnenfaden kann aus mutierten HANDGELENKEN verschossen werden?“ – Pass nur auf, dass da keiner Vorhaut: Man darf doch wohl mal seinen Penis zeigen…? Genmanipulierte Schniedelwutze mit der Zugkraft eines Jumbojets sind doch schließlich etwas gaaanz Natürliches! Auch sonst verbreitet dieser Spiderman unter den Bösen ständig Angst und Schrecken. Eigentlich wollte er ursprünglich Stil und Niveau verteilen, aber die In-die-Ecke-rotz-Geräusche schlugen die Übeltäter meist schon von weitem in die Flucht…

Gern genommen werden auch immer wieder tote, abwesende oder unbekannte Eltern der Helden. Oder Mums und Dads, deren Musik-, Mode- und Tapetengeschmack einfach nur peinlich sind. Besonders für heranwachsende Superhelden oft die schlimmste der hier dargebotenen Möglichkeiten. Gerade bei abgetretenen Erzeugern sind dabei allerdings oft große Qualitätsunterschiede festzustellen. So wurden auf Schulhöfen schon Diskussionen belauscht, die in etwa so abliefen: „Und? Was machen deine Alten so?“ – „Haha! Die sind mal von einem wahnsinnigen Straßenräuber erschossen worden und meine Rachegelüste werden mich noch bis in’s hohe Alter verbittern! Und Deine?“ – „Och, das übliche: Deren Planet ist explodiert…“ – „Angeber!“

Besonders beliebt… – nein, eigentlich eher nicht – sind Superhelden, vor denen sich alle normalen Menschen fürchten, deren Verletzungsrisiko bekanntlich ab der zweiten Stufe der Alu-Klappleiter exorbitant ansteigt. Hellboy, Hulk und the Thing hinterlassen in Parks von Seniorenresidenzen regelmäßig eine Spur von chronischen Herzstillständen, werden beim Radfahren blöd angemacht und beim Erwerben von Kinderbekleidung verarscht… („Die H-H-Hosen für ihre Patenkinder sind noch nicht aus Ü-Übersee eingetroffen. Aber ich g-g-guck mal nach, wo das Schiff so lange bleibt!“ *Platsch, Paddel*)

“Junge! Richte niemals, NIEMALS zwei Korkenzieher auf mich, okay?“ – Luzi-WER? Gut, dass Hellboy sich schon in seiner Jugend die Hörner abgestoßen hat. Sein damaliges Gegenüber mag das aber eventuell anders sehen, nachdem es die verhängnisvollen Worte „Zidane? Ne, habe ich nicht gesehen. Was GENAU hat der denn gemacht?“ ausgesprochen hatte. Trotzdem besitzt Hellboy eine sehr feinfühlige Seele. Er musste sie nur vorher jemand anderen wegnehmen…

Superhelden, das ist traurig und rührt mich manchmal so, dass ich während des ganzen Zwiebelschneidens schrecklich heulen muss, sind stets ganz arme Außenseiter. Da das schrecklich anzusehende Elend der ganzen Welt auf ihnen lastet (teilweise in Gestalt eines 20-Kilo-Plastikanzugs in allen drei Grundfarben), sorgen sie im Umkreis ihrer Mietwohnung oft für gestörte Nachtruhe: „Hilde! Da war schon wieder eine Polizeisirene!“ – „Quatsch. Das ist der irre Fotograf (Journalist/ Buchbinder /Antiquar) aus dem 2. Stock, der sich mal wieder hysterisch in den Schlaf weint!“

Oder aus den Schlaf… Denn das Leben eines Superhelden beginnt oft dann, wenn es dunkel wird oder sich auch nur ein Wölkchen vor die Sonne schiebt. Der Schlaf-Wach-Rhythmus eines durchschnittlich heroischen Clowns ist daher meist so stark fragmentiert, dass jeder 2. Superheld sich gelegentlich absichtlich K.O. schlagen lässt, um überhaupt noch eine Plastikmütze voll Schlaf zu bekommen. Batmans dunkle Augenringe unter seiner Maske haben daher weniger mit Robins Schminkkünsten zu tun, mit denen der latent metrosexuelle Lustknabe normalerweise verkalkte Butler vor sich herjagt. („Sir, ich mag ihnen gegenüber zwar vieles betonen, aber Wangenknochen gehören definitiv nicht dazu, Sir! Master! – Kind!“)

Ungefähr die Hälfte alle neueren Superheldenverfilmungen nimmt sich jedoch leider so ernst, dass selbst die weltvernichtenden Bösen nur noch irre lachen, wenn ihnen von einem Psychologen zuvor „chronischer Vandalismus gepaart mit einer Überfunktion der Schilddrüse“ bescheinigt worden ist. Teilweise werden einzelne Verfilmungen wie „Hulk“ oder „Batman Begins“ so sehr zugekleistert mit Beziehungsdramen („Als Du damals bei mir auszogst, wusste ich wochenlang nicht, wie ich Dir die Mietkaution zukommen lassen sollte!“), Vater-Mutter-Kind-Dramen („Ich werde nie vergessen, wie meine Eltern starben! Es war genau am 1. Jahrestag meiner Zeugung…“) und Steuerprüfungen („Herr Wayne? Sie können Wohnhöhlen nur dann als Arbeitszimmer absetzen, wenn der dortige Computer mehr als 10 Blinklichter aufweist!“), dass es fast gar keinen Spaß mehr macht, sich krampfhaft einen unterhaltsamen Film einzubilden.

„Ich setze sie hiermit davon in Kenntnis, dass ich mich in einem Zustand erhöhter Aggression und Triebabfuhr befinde, der nur unzureichend durch kognitive Selbstreflexion gesteuert werden kann!“ – Der unglaubliche (H)ulk: Der blattfarbene Choleriker kann normalerweise keiner Fliege etwas zuleide tun. Besonders die grünen mit dem frischen Duft haben es ihm angetan…

Wer als Regisseur ganz sicher gehen will, dass der ernste und düstere Unterton registriert wird, stellt vorsichtshalber Katie Holmes mit schwarzen Regenschirm unter den Wasserfall im Spaßbad und bitten den Musikus des Films, zur akustischen Untermalung ein paar Geigen zu zersägen. Geschehen in Batman Begins.

Die besonderen Fähigkeiten von Superhelden sind überhaupt nichts besonderes. Bei „X-Men“ führt beispielsweise jeder Gendefekt, der früher noch zu Hasenscharte und chronischen Sonderschulabschluss geführt hätte, dazu, dass Menschen durch Fußböden sickern können (bei der derzeitigen Witterung nicht erstaunlich), neben undurchschaubar auch unsichtbar zu werden vermögen und neben Feuer, Wasser, Eis, Metall und Wind niemals so etwas Nutzloses wie Edelgase, Vitamine oder Feinstaub beherrschen können.

Stets haben Genmanipulationen, Chemieunfälle oder Strahlenlecks an der Sonnenbank nützliche Folgen. Es sei denn, man ist der Bösewicht. Dann kann es durchaus sein, dass man nach der einen oder anderen durchschnorchelten Nacht im Salzsäurefass durchaus Hautirritationen aufweisen kann, die vereinzelt sogar die von Guido Westerwelle übersteigen. Hautkrebs und Verdauungsbeschwerden sind selten. Vorherrschend ist der Wunsch, die Welt zu zerstören oder drastisch zu verändern, angeblich stets zu ihrem Vorteil. Das endet dann in Sätzen wie: „Erst wenn 50% aller Menschen auf der Erde atomisiert sind, während der Rest in Stein verwandelt ist und hilflos mit ansehen muss, wie unser Planet sich in eine grüne Sonne verwandelt, erst DANN beginnt ein Zeitalter des Friedens und der gesenkten Mehrwertsteuer. Gagargl.“

“Nach meinem Engagement in Batman Begins habe ich so sehr Gefallen an starken Frauenrollen gefunden, dass Tom mich inzwischen aussuchen lässt, welcher seiner Scientology-Skatkumpels mich für die Nacht an die Heizung ketten darf.“ – Ich dachte, sie wäre am Ende mit Pacey zusammen gewesen? – Schöne Frauen wie Katie Holmes dürfen auch bei Comicverfilmungen nicht fehlen. Unser Anwalt, Herr Tigerfels, prüft jedoch derzeit, ob es sich hierbei tatsächlich um eine gesetzliche Muss-Bestimmung handelt…

Inzwischen wird auch großen Wert auf hübsche Erklärungen aus der Pseudo-Physik gelegt. So wird oft nicht an globaler Voyager-Verehrung gespart, wenn es darum geht, mittels Computerindern ein wenig Fachchinesisch mit böhmischen Dörfern zu verquicken. So haben wir dann zwar stets eine Erklärung dafür, warum The Thing (dt: „Der Denker“) einen tonnenschweren LKW von einer Brückenkante mit integriertem Lemming-Lockruf hieven kann (Dingsda-Strahlen machen stark), haben aber trotzdem einen kleinen Dissens mit den geltenden Naturgesetzen. So können S-Helden nämlich stets 15-Tonner vor sich hertragen, ohne nach vorne umzufallen oder sich wenigstens ehrfürchtig zu verbeugen, während hinten die Bandscheiben etwas tiefer fliegen. Was Summa Sumsebrumm ein Supi-Idealgewicht von mindestens 15,1 Tonnen bedeuten dürfte. Ohne Schuhe.

Da hat sich die nervöse Angewohnheit, der Freiheitsstatue seit Jahren an den Nägeln zu kauen, ja doch schon bezahlt gemacht. Da kann man sich in Sicherheit wiegen. Mit einer Industriewaage.

Und dass die Kruste stets das gesündeste ist, wissen wir aus den zahllosen „Brot für die Welt – und für mein Kind das Doppelte“-Schulungen, die wohl jeder 6-Jährige über sich ergehen lassen muss. Aber dass selbst die Erdkruste das gesündeste und vitalste unseres Planeten ist, weswegen Supi nicht schamhaft im Boden versinkt, wenn er mal wieder die saublöde Welt auf seinen Schultern tragen muss, verwundert mich… nun gar nicht. So ist sie eben, die Logik-Sterilität der Plastik-Prügler… Sollte man je eine Superhelden-Parodie drehen, wünsche ich mir einen machtvollen Großstadtengel, der schmerzhaft die Tücken von Fliehkraft, Massenträgheit oder meinen absoluten Favoriten, den Energie-Erhaltungsgrundsatz (Schulungsmaterial beziehen sie bitte über das TV-Fachmagazin „Die Pannenshow“) kennen lernt.

“Herr Kent! Nun lassen sie endlich die verdammten Albernheiten und liefern sie endlich diese Schaumstoffplatte aus, wenn sie ihren Job behalten wollen! Und denken sie bloß nicht, ich zahle ihnen doppelten Lohn, nur weil sie wissen, wie man seinen Brille abnimmt!“ – Tragende Rolle: Supermans Arbeitgeber macht ihm keine Angst. Jedenfalls nicht in den Momenten, in denen dieser mal nicht überraschend „BUH!“ ruft… Und dank Röntgenblick kann Clark schließlich die Stellenanzeigen am Kiosk ohne Umblättern durchsehen!

Trotz all dieser Albernheiten liebe ich Superheldenverfilmungen wie meine eigenen Kinder (so ungeboren und ungezeugt, dass mir fast das Herz aufgeht) und renne in fast jeden Film, als wäre es der letzte Streifen dieser Art in dieser Woche. Erst als ich vorige Woche mal ein paar Staubflocken von meiner DVD-Sammlung pustete, um wenigstens optisch den Eindruck eines beginnenden Winterbeginns zu haben, fiel mir auf, dass ich erheblich mehr französische Beziehungskomödien als amerikanische Schlumpfaufstände mein eigen nenne. Tatsächlich besitze ich nur den ersten und zweiten Teil von den „X-Men“ (An Sparkillers „XXX-Men“-Sammlung darf ich ja nicht). Wobei ich den ersten im Nachhinein so schnarchig und lahmarschig finde, dass ich mir ernsthaft überlege, auch dem zweiten Teil völlig unbegründete Vorwürfe zu machen. – Den dritten habe ich dann sogar im Kino ausgelassen, da nun sowieso andauernd altbackene Comicumsetzungen in die Gichtspielhäuser kommen, von denen nicht mal mehr der Zeichner weiß, dass er vor 50 Jahren eine entsprechende Comicreihe gestartet und wieder eingestellt hat.

Inzwischen entpuppt sich jeder Hutträger im amerikanischen Film als Typ, der irgendwo mal als Rohzeichnung auf einer Serviette begonnen hat. „Übrigens basiert das auf einem Comic“ ist inzwischen zu einem geflügelten Wort im Kino geworden, wenn ich Bekannte neben mir über die Hintergründe aufkläre. Was mehr dem Recherche-Talent meiner zuständigen Filmzeitschrift als Lob zugedacht werden sollte, als meiner intimen Kenntnis von neonfarbenen Turnvater-Jahn-Verehrern.

Kritisch betrachtet könnte es also durchaus sein, dass ich Superheldenfilme auf den Heldentod nicht ausstehen kann. Vielleicht bin ich auch nur deshalb jahrelang mit Comic-Merchandising in’s Kino gepilgert (Apropos: Großer Hut in Form eines Füllfederhalters kostengünstig abzugeben!), weil mich diese hinterhältigen Medien so manipuliert haben. *Drei Wahrsagerinnen vor die Webcam zerr* – Ich werde bei meinem nächsten Anruf bei Neun Live mal nebenbei fragen (irgendwo zwischen dem Wort „Dreitausendundzwei“ und „Fässer“), ob dies der Wahrheit entspricht und wenn ja, wie ungeschminkt genau.

“Alles begann damals damit, dass diese glühende Katze aus dem Atomkraftwerk gelaufen kam und mich dann ganz schrecklich am Arm…” – “Ich kann diese Scheiße nicht mehr hören! Rette einfach die Welt, seh’ gut aus und halt die Schnauze!“ – Sehr richtig vermittelt, liebe Produzenten: Auch die Katze ist ein Säugetier. Solange uns diese Gruppe der Fauna nicht ausgeht, ist wohl auch nicht mit weiblichen Superhelden zu rechnen, die sich in Goldfisch-, Ringelwurm- oder Amöben-Kostümen exhibitionieren.

Das Problem von Superheldenfilmen ist einfach, dass sie in der Regel tatsächlich ein gigantisches Potenzial besitzen. Nur: Gegen unsere Phantasie und dem, was WIR mit diesen Fähigkeiten anstellen würden, stinkt das Kino-Erlebnis doch recht häufig ab…

Wer träumt von euch nicht davon, sich wie Spiderman zwischen McDonalds, Douglas und Schleckermarkt entlangzuhangeln, um rechtzeitig zum Schulbeginn in der Videospielabteilung von Karstadt aufzutauchen? – Ich! Aber wirklich verführerisch wäre es, wenn man unglaubliche Körperkräfte hätte! Autos, Häuser, Züge und alternde TOS-Schauspieler könnte man problemlos vor sich hertragen, zerschmettern oder mittels Volleyballaufschlag dezent zu seiner favorisierten GEZ-Niederlassung herüberpassen. Das Problem ist nur, dass nur sehr selten ein Oberbürgermeister auf uns zukommen würde, um uns mit einem einladenden Satz („Sind eh verschuldet!“) zum Seilchenspringen mit der U-Bahn einzuladen. Wenn nicht gerade ein Superbösewicht mit einem Kampfroboter durch die Straßen tappt, der deutlich größer als das Rathaus ist, wird man auch als Superhero eher selten in die Versuchung kommen, guten Gewissens die Hauptstraße umzudekorieren.

All diese Eingeständnisse an den Actionfaktor verdünnen das angebliche Niveau, wodurch ein lauwarmes Süppchen entsteht, gegen das Regenwasser direkt als Dickmacher durchgehen würde. Trotz hehrer Drehbuchziele (Charakterentwicklung, ect.) wirkt das Gesamtergebnis immer noch oft gestellt. Und da niemand ohne Grund gestellt wird, jagt man den Helden in jeder Fortsetzung stets den halben Betriebsrat einer ortansässigen Freakshow hinterher. NOCH kultigere Bösewichte, NOCH mehr Wohngebietdemontage! Pardon, brauchen sie dieses Fußballstadion noch? Ich würde gerne dem Hektik-Man© (=nicht wirklich böse, aber irgendwie menschlich unsympathisch) die Sitzreihen 7 bis 39 um das Kaffeefilter-Kostüm hauen!

Ein weiteres „Problem“ ist, dass es immer wahnsinnig faszinierend ist, wie z.B. in Spiderman die Verwandlung eines normalen Menschen in einen Superhelden zu sehen, wobei natürlich „Batman Begins“ mit seinem „In China sind schwarze Latexmasken gerade heruntergesetzt“ (*Spermareste rauskratz*) doch ein wenig desillusionierend daherkam. – DOCH: Sobald Held und Umwelt sich auf das neue infantile Alter (L)ego im Lack-Pyjama eingestellt haben, kommt auch irgendwann das… Sandmä… der „Sandman“ und klappt einem die Augen zu, wie es bei frisch Verstorbenen im Kinosessel seit Jahrtausenden Brauch ist.

Das einzige Gegenmittel ist, den Helden in jeder einzelnen Fortsetzung die Muntermacher wegzunehmen und ihnen das Gegenteil von Minderwertigkeitskomplexen einzureden, dem so genannten „Maxiwertigkeitssyndrom“, das sich in dem Satz äußert: „Ich kann alles, aber habe keinen Bock“.

Nur, damit es nach einer psychologischen Selbstbehandlung mit umherfliegenden Gebäudeteilen dann doch wieder heißen kann: „Ich bin so stark, ich bin so toll, mach’ meine Hosen niemals voll…“ – Ja, es ist schon nicht so einfach, Bösewichte zu richten und dabei die Frau seines Lebens nicht einzuweihen, da sie dieses Wissen angeblich in Gefahr bringen würde…

Was aber trotz selbst auferlegten Stillhalteabkommen trotzdem häufiger passiert, als ein Gesichtsmaskenträger sich die Ohren waschen kann…

Daher hat es schon seine Berechtigung, wenn New-Superman und Neo-Batman verstärkt an sich zweifeln. Ich tue es ja schließlich auch – an ihnen zweifeln – was ergo ergonomicum eine verstärkte Identifizierung des Zuschauers mit dem Verschämt-Weggucker bedeutet! Motto: „Habe ich dir doch gleich gesagt, dass du Scheiße bist!“

„Ich spiele nur deshalb einen Rollstuhlfahrer, weil ich mir für Gagen unter 30 Millionen doch nicht die Schuhsohlen schmutzig mache!“ – Geht das schon wieder los? Nach ST 8, 9 und 10 noch immer nichts von ehrenamtlicher Weltenrettung gehört? Was will der denn mit der ganzen Kohle? Wie viel kann denn so eine verdammter Prototyp von einem verfluchten Replikator schon verflixt noch mal kosten? – Wie auch immer: Patrick Stewart spielt Doktor Xylophon in der actionreiche Jugendfilmreihe „X-Men“…

Dennoch prophezeie ich in absehbarer Zeit ein Ende des Superhelden-Kults. Ich rechne zwar noch fest mit Spiderwoman, Wonderschnuffi und Hyper-Achmet (auch genannt: Edward mit den Messerhänden), doch irgendwann muss ja auch mal Schluss sein! Der nächste Kino-Trend wird dann sicherlich nicht weniger reizvoll!

Findet ihr nicht auch, dass es noch viel zu wenig CGI-Animationsfilme gibt?

*sich mit „Robots“-DVD den Schorf vom Hintern kratz*


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Artikel

von Klapowski am 29.07.06 in All-Gemeines

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Kommentare (9)

  1. Gast sagt:

    Nicht zu vergessen der Döninator, der mit seiner Dönerbude durch die Zeit reist um die Welt vor Knoblauchsoßen-Mutanten zu retten!

  2. Gast sagt:

    Oh ja, bitte EIN mal einen Film mit eingehaltenem Energieerhaltungssatz. So eine Golden-Gate-Bridge lässt man nun mal nicht nur mit einem guten Frühstück schweben.
    Und wo kommen eigentlich plötzlich immer Hulks geschätzte 10 Tonnen grünliches Übergewicht her und wohin verschwinden sie? Transdimensionale Hochleistungs-Magensonde und Turbo-Wurmloch-Fettabsauger?
    Nee, so ein Quatsch ist sicher mal einen eigenen Klapo-Artikel wert.
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    Ach und, seit es für "Erwachsene" "cool" wurde, sich über diese zunehmen nichtssagender auf lustig gemachten Protagonisten-Viecher diverser CGI-Filmchen zu beömmeln ("Hast du die Pinguine gesehen? Die waren der Hammer oder?") wurde das Ganze ganz großer Mist.
    Spätestens seit Madagaskar eine Zumutung.

  3. Raketenwurm sagt:

    Diese Problematik wäre ebenfalls mal einen Artikel wert. Es ist eine Schande, wie da zur Zeit ein flacher Animationsfilm nach dem anderen die Kinos zumüllt, und die Leute auch noch reingehen. Und dann immer die beschissenen Trailer dazu; mit irgendeiner aufmischten Partymusik aus den Neunzigern und den dazu tanzenden Viechern. Nein, wie lustig aber auch. Glücklicherweise kann das ja dank ATI&NVidia dann wahrscheinlich in zwei, drei Jahren jeder Depp zu hause in ähnlicher Qualität selbst zusammenbasteln und der Spuk hat ein Ende.

    Zur Superhelden-Problematik: Man möchte ja meinen, daß sich die Geschichte wiederholt. Zur Zeit des 2. Weltkriegs und später des während der Anfänge des Kalten Krieges waren diese ganzen Superhelden im Amiland höchst populär. Es war für die westliche Welt eine schlimme Zeit, die Menschen hatten Angst und träumten von Helden, die sie vor all den Gefahren beschützen. Nun sind die Zeiten für uns wieder schlimm, und schon boomt der auch wieder der Superhelden-Markt. Dank des aber nun viel höheren Kulturmetabolismus sollte auch dieser Hype bald vorbei sein. Was dann kommt ? Vielleicht ja ein Science-Fiction-Hype. Lasst uns von einer besseren Zukunft träumen ! George Lucas kann ja Episode 4,5 und 6 nochmal neu auflegen, und JMS macht uns ein Remake von Star Trek 1. Das wird toll.

  4. god_at_hell sagt:

    ach ihr mit euren Erhaltungssätzen … ist doch easy. Das superheldenvolk kan halt von natur aus Materie in Energie umwandeln. Da reichen dann auch die knuperflocken zum Frühstück aus.

  5. Gast sagt:

    ergänzung zu #8486:

    zu sehen rechts unten im Bild, im Kampf mit einem der Mutanten

  6. Auswurf sagt:

    Die besten Szenen der Animationsfilme kennt man dann sowiese schon aus den Trailern. Diese Szenen werden anscheinend nur dafür produziert.

    Oh, und natürlich für das Making-Of.

    Gruß
    Auswurf, der geistige

  7. bergh sagt:

    tach auch !

    Bei dem Ersten Bild in Zusammenhang mit dem letzten Wort im Titel dieses Aufsatzes mußte ich gar heftig lachen. :-)

    Die junge Dame ist hübsch und so und bestimmt vieles andere,
    aber nicht wirklich ungeschminkt.

    Aber Klapowski hat recht:
    Langsam wird es öde.
    Siehe auch im DVDBOARD: Weitere Marvel Verfilmungen.

    Eine Gerichts/QUiz/Telenovella Show ist ja ganz nett, aber wenn etwas Erfolg hat häuft sich das wie blöde.

    Gruss BergH

  8. Donald D. sagt:

    Wieder ein toller Artikel. Aber denkt jetzt nur nicht, Stewart wäre reich. Habe gerade gelesen, was der letzte Disney Chef, Michael Eisner von 1984-2004 verdient hat. Mit dem normalen Gehalt+Bonuszahlungen und Aktienpaketen fast 700 Millionen US-Dollar!

    @ Klapo: Einen Superhelden würde ich gerne mal im Kino sehen: "Dark Angel". Die war 1.: niedlich
    2.: hatte die Serie nie ein richtiges Ende
    3.: Ein Review über die Serie wäre toll

  9. Gast sagt:

    Wer kontrolliert eigentlich unsere Superhelden auf Doping. Das mit dem Spinnenbiss kann ja jeder behaupten, da hört man in letzter Zeit bessere Ausreden.
    Und eigentlich müssten die alle an Langeweile krepieren. Allein in New York sind Spiderman, die X-Men, die Fantastischen Vier und noch ein paar andere unterwegs. Die haben bestimmt Exklusivverträge mit ihren Lieblingsgegnern, dass die sich nur mit ihnen anlegen und nicht mit den anderen.

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