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KLAP-KLASSIK: Gummiohren & Trekking Boots

Sommerzeit, Wiederholungszeit. Auch wenn viele unserer Besucher diese Schmuckstücke aus dem ST-E Antiquariat wohl noch nicht kennen werden, bitten wir trotzdem die aktuelle Durststrecke an frischem Material zu entschuldigen. Doch wegen der großen Hitze scheint unser Daniel Klapowski leider dahingeschmolzen zu sein, wie es eine Pfütze auf dem Redaktionsboden, mit einem roten Stirnband darin, vermuten lässt. Komisch eigentlich, denn wenn es um die Entlohnung für meine langjährigen Diense ging, war der Hörr Kollege doch immer gerade nicht flüssig…

Hinweis: Der folgende Text wurde verfasst von unserem geschätztem Redaktionspraktikanten D. Klapowski. Eine Carbon-Analyse datiert dessen Erstellungszeit auf circa 2002. (Vom Artikel, nicht die des Praktikanten.)


Wegen der begeisterten Aufnahme des Produkttestes bei den Redakteuren (aber auch einigen Lesern) hielt ich abermals Ausschau nach testenswerten Produkten…

Wie beim letzten Mal, bewerte ich auch diesmal wieder mit der „Gummiohrenskala“. Ein Wert von „1“ bedeutet noch immer: „Gar nicht trekkig, sofort kaufen!“ während die (Alb)Traumwertung von „10“ uns mitteilt: „Achtung! Verlust der neuralen Integrität steht bevor!“


Das erste Produkt gehört praktisch zum Basic-Pack eines jeden ECHTEN Trekkis. Ein echter Trek-Klassiker, der ebenso wie „Heiligkeitsanspruch©“ und „Sturköpfigkeit©“ in keinem Starter-Set fehlen darf!

Ja: Dieses Produkt gehört in die All-Tagswelt aller Menschen, die auf 630-Pf.-Basis als Toleranzvorarbeiter beschäftigt sind. – Bei gesetzlich vorgeschriebener Pflegeversicherung…

Da wir sie für besonders geeignet hielten, forderten wir einige Trekkis auf, das Material zu testen. – Nun, sie sind gerade oben etwas zu weich, dafür aber natürlich extrem formbar.

Doch trotz dieser persönlichen Defizite beschlossen wir, daß die zufällig ausgewählte Gruppe die Ohren durch das Testlabor jagen soll…

Punkt 1)
Die Verpackung:

Trotz des hochkomplexen und schwer auszutricksenden Schließmechanismus können wir bereits hier den ersten Pluspunkt vermelden! Tatsächlich trat der auf der Vorderseite versprochene „Wooch“-Effekt innerhalb von Sekunden ein! Der beigelegte „original ST-Filmstreifen“ sorgte im Labor für einige Minuten für ein heilloses Durcheinander. Tische ruckten und Stühle fielen, als unsere Tester begannen, die ausgeschnittenen, schwarzen Papierstücke hektisch zu sammeln und zu tauschen. „Ich habe einen Vulkanier!“ – „Ist das aus TOS – Episode 37? `Implosion in dem Finale`? Oder doch `Kirk`s Fleischgewicht der Säfte`?“ – „Hey, ich habe auch einen Vulkanier!“ – „Na sowas! ICH auch!!“ Erst, nachdem 3 Grundschul- referendarinnen verschlissen waren, kehrte Ruhe ein…

Punkt 2)
Das Material:

Fieberhaft wurden die Testmuster zwischen Daumen und Zeigefinger gerieben, zusammengedrückt und allerlei Belastungstests unterzogen. Der bestehenden Gefahr, daß Trekkis (z.B. auf Cons) die Produkte in Massen fettiger Pommes verlieren könnten, wurde beim Herstellungsprozess keine Rechnung getragen. Schon nach wenigen Sekunden zog sich das Material wie Pizzakäse. Selbst der spontan durchgeführte Geschmackstest ließ unsere Tester mit dem Kopf schütteln. Nie paßte die Aussage „Null Gummipunkte“ mehr als an diesem Nachmittag…

Punkt 3)
Passgenauigkeit:

So schön die Ohren auch aussehen mögen, wenn sie frisch aus der Packung purzeln und noch ein bißchen nach Ozon duften: Die Paßgenauigkeit ist das A und Q unter Star-Trek-Fans. Letztendlich kommt es nur darauf an, wie gut sich die Ohren anschmiegen und dann auch „halten“, was sie versprechen.

3 der 5 Tester mußten nach mehreren Versuchen genervt aufgeben. Die Ohren waren zu groß und aufgedunsen, um die Latex-Nachbildungen darüberstülpen zu können… Beim 4. Tester lief jedoch alles glatt. Sofort erschien ein seltsames Blitzen in den Augen und die Person verließ das Labor mit den Worten: „Weitere Tests entbehren nun der Logik“ und wurde erst Stunden später an einem Imbißstand wiedergefunden, wo er dem genervten Besitzer die „Unlogik von Geld und anderen Zahlungsmitteln“ näherzubringen versuchte.

Der 5. Tester war zufrieden. Passgenauigkeit. Feeling. Toleranz. Das alles verströmte sein neues Outfit im befriedigendem Maße. Dennoch mußte der Test abgebrochen werden, als sich herausstellte, daß die Gebilde an den Ohren lediglich ein altes „Wrigleys Spearmint“ von der Unterseite des Labortisches war. Das Original hätte der gewiefte Bursche kurzerhand in der Hosentasche nach Hause geschmuggelt.

Dennoch: Die Täuschung war fast perfekt und fast wäre uns der Unterschied gar nicht aufgefallen! – Selbst die Produktionskosten für Kau- und Hörgummi bewegten sich in zum Verwechseln ähnlichen Preisregionen!

Ein weit besseres Produkt als das ursprünglich von uns getestete!

Daher fällt das Resultat, trotz dieses Klassikers, von dem man sich die volle Punktzahl erhofft hatte, etwas enttäuschend aus:

Gummiohrenfaktor: 07/10


Das nächste Produkt stammt aus der Paramount-Edelschmiede und wurde von handverlesenen M&M`s (Merchandise-Metzgern) aus echtem klingonischen Blutwurstdarm angefertigt!

Denn was trägt ein Trekki, wenn mit dem Mannschaftsbulli zur nächsten Trek-Convention nach Oberpullersbach fährt? – Genau! Die stilechten, Wasser- Wind-, Cola- und schleimabweisenden TREKKING-BOOTS! – Denn nur mit festem Griff an den Knöcheln lassen sich alle Con-Highlights unfall- und umsturzfrei überstehen!

Zur Geschichte dieses Produktes an dieser Stelle vielleicht eine kleine Anekdote: Bereits 1970 ließ sich Paramount den Begriff „Trekking-Boots“ urheberrechtlich schützen. Doch schon kurze Zeit später gefährdeten intolerante, kapitalistisch orientierte Schuhfabrikanten das Markenglück! Unbedarft schleuderten die Konzerne einen „Trekking-Boot“ nach dem anderen auf den Markt! – Auf die entstehenden Verletzungen im Bereich der Gemüsestände wurde dabei keinerlei Rücksicht genommen…

Der nachfolgende Rechtsstreit war für Paramount lang, aber fruchtbar! Vor wenigen Wochen gewann die Firma mit 389:364 in der Verlängerung und alle unauthorisierten „Trekking-Boots“ mußten vom Markt genommen oder umbenannt werden. – Letzteres war ein echtes Problem: „Outdoor“ klang zu sehr nach „Müll wegbringen und wieder zurück“ und „Adventure-Boots“ war bereits der gesetzlich geschützte Episoden-Name einer 5.-klassigen TOS-Folge.

Unter der Leitung von Rick Berman produzierte Paramount dann eben die ECHTEN Trekking-Boots. Die ebenso tolerante wie actionreiche Alternative zu Plüschpantoffeln… Zwar ließ die Haltbarkeit anfangs noch derbe zu wünschen übrig, doch dieser Makel konnte problemlos behoben werden: Ein aufgestecktes Papp-Bild einer phaserfeuernden Voyager ließ die permanenten Beschädigungen und die Assimilation von Regenwasser plausibel erscheinen…

Fazit: Die Trekking-Boots sind bereits jetzt schon Kult und haben sich ihren

Gummiohrenfaktor: 9/10

redlich verdient!


Weitersagen!

Artikel

von Sparkiller am 18.07.06 in Das Test-Labor

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Kommentare (3)

  1. Erdmöbelerbauungsgehilfe sagt:

    Ich komme grad aus einem irischen Pub und bin ein bisschen angetrunken. Ich finde den Artikel jetzt gut. Wird es mir morgen auch noch so gehen? Wir werden sehen!

  2. bergh sagt:

    tach auch !

    Ich bin sprachlos.
    Was will uns der Künstler mit diesem Werk sagen ?

    Ist es bei Euch auch so heiß.

    Mir läuft das Wasser den $&(=()%&"§$ runter.

    Echt ekelig

    Gruss BergH

  3. chritz sagt:

    Ihr seid alles Ignoranten. Ich fahre jetzt mit meinen Gummiohren und den Trekking-Boots – Outdoor und garantiert fußpilzfördernd bei 35°C im Schatten – einkaufen.

    This rocks!

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