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Star Trek DS9 – 1.19 – „Der undurchschaubare Marritza“ („Duet“) Review

Will man eine besonders bemerkenswerte Episode der ersten DS9-Staffel reviewen, ohne Zuleser und somit potenzielle Arbeitgeber (Suche Redakteursposten bei einer überörtlichen Zeitung – Bitte!) zu langweilen, hat man schnell ein Problem an der Trek’schen Hamsterbacke: Welche Episode ist mies oder hervorrrragend genug, um einer eingehenden Betrachtung würdig zu sein, die nicht nach 2 Sätzen nicht in ein entnervtes Schielen übergeht?

Natürlich der (Fast-)Nazi-Prozess auf DS9! Fand sowieso schon immer, dass das Promenadendeck ein bisschen nach Nürnberg aussah! Endlich mal eine Story, die die Worte „SS-Verbrechen“ und „Lebenserhaltungssysteme“ vereinen kann, ohne das dies zynisch wirken muss. Und solltet ihr wegen eurem Hobby – Star Trek – noch immer nicht von eurer Oma ernst genommen werden (dafür aber nicht mehr in den Arm, was auch nicht schlecht ist, da alte Leute komisch riechen), ist diese Episode das Heilmittel, um endlich mal Ernsthaftigkeit bei Science Fiction zu präsentieren. – Auch wenn die Antwort von Seiten Omis wahrscheinlich lauten würde: „Nun ja, sieht ein bisschen schrumpelig aus, der Kerl. Aber in einer SS-Uniform hat damals selbst dein Opa eine schneidige Figur gemacht!“

„Der undurchschaubare Marritza“ ist eine Bottle-Episode, wie sie im Buche steht. In meiner persönlichen Bibel, um genau zu sein. *wild zusammengetackerte Ausdrucke mit dem Cover von „Die schwarze Seele“ hochhalt* – Wer einige Jahre in ST-Foren zugebracht hat, hört immer wieder und andauernd den Namen dieser Episode, wenn es um Anspruch und Trek-Highlights allgemein geht. Nehme ich zumindest an, denn auf die Dauer ist das langweilige Gesülze dort ja nicht auszuhalten.

Nicht mal EIN nennenswerter Special Effect verirrt sich in diese Story. Wer dies als allererste ST-Folge überhaupt sehen sollte (was unter Berücksichtigung der vielen ST-Episoden und der wenigen menschlichen Gesamtbevölkerung mathematisch eher unwahrscheinlich ist), wird noch nicht mal durch ein subtiles Kraftfeldschimmern von der Idee abgebracht, Marritza säße im überaus offenen Vollzug und wäre nur durch exquisiten Haferschleim zum Bleiben bewegt worden.

Dieser trifft zu Beginn der Folge auf der Station ein (nicht der Haferschleim) und bittet um ärztliche Hilfe wegen eines Syndroms, dessen Phantasiename unbehandelt zu etwas NOCH schlimmeren heranreift: Dann verwendet Neelix den Namen nämlich für eine neue Traubenzucker-in-Hackfleischbällchen-Kreation. Als Kira sieht, dass es sich um einen Deut… Cardassianer handelt, der auch noch eine Krankheit hat, die es nur im Konzent… Arbeitslager „Galiteb“ nach einem Grubenunglück gab, lässt sie den Mann sofort von der Reichswehr… nein, dem Odo verhaften. Alleine, dass er dort war, bedeutet für Kira, dass DIESER Mann (*Zeigefinger in dessen Nebenhöhle ramm*) schuldig ist am Tod von Millionen, ach was, Tausenden!

“Könnten sie das Tablett mal kurz für mich halten, Major? Irgendwie schmeckt mir mein Essen nicht, wenn ich nicht das Gefühl habe, es vorher einem Bajoraner weggenommen zu haben!“ – Ein echter Kriegsversprecher: Nach diesem herausgerutschten Satz beginnt für Marritza eine bittere Zeit auf DS9. Aber Zyankali im Essen hat nun mal genau diesen Geschmack…

Tatsächlich ging es in Galiteb eher rustikal zu. Es wimmelte vor Vergewaltigungen mit anschließendem Mord, dazu vor Verhungerten, Gefolterten, Verprügelten, Workoholics („Nur noch diesen einen Stein zerhacken, bitteee!“) und Nackenwirbelverspannungen, vermutlich durch falsches Sitzen. Was komisch ist, da dies nur 5 Minuten am Tag praktiziert werden durfte. HalliGalli in Galiteb. – Doch der Katalog von Center Parks sieht anders aus.

Marritza behauptet, dort nur Datenverarbeiter gewesen zu sein und außer vereinzelten Schreien nichts mitbekommen zu haben. Wenn überhaupt. Der PC-Lüfter machte so eine Krach. Außerdem war er ja meist so in seine Arbeit vertieft; da hatte man keine Zeit, mal in die noch viel vertiefteren Erdlöcher zu schauen oder die Wäscheklammer von der Nase zu nehmen. Schließlich gab es in einem Arbeitslager den ganzen Tag lang jede Menge wichtige Daten zu erfassen: Wie viele Felsblöcke haben runde Ecken? Und reichen 2 Rollen Klopapier für mehrere Tausend Gefangene (Antwort: „Ja, wenn man die drei Lagen voneinander trennt!“)?

Kurz: Blöde Ausreden, bei denen noch nicht mal die Hühner lachen, weil’s ihnen als Zynismus ausgelegt werden könnte… Bereits hier ist die Nazi-Parallele der Story – dank eines dramaturgischen Blitzkriegs – übermächtig. Jeder Vorwurf, jede Beschreibung des Lagers, jeder Rechtfertigungsversuch erinnert unweigerlich an die germanischen Verbrechen im… äh… (Drei im Sinn… minus einer…) ZWEITEN von den Deutschen verursachten Weltkrieg. Und an nichts anderes. Was natürlich daran liegt, dass auch ich als Germane völlig geschichtsblind bin, nachdem mir persönlich in internationalen Chatforen wiederholt Völkermord, Grausamkeit und eine blonde Löwenmähne unterstellt worden sind. Was Blödsinn ist, denn die Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen wusste ja damals nichts von den Verbrechen, wie mir meine Großmutter mal freundlicherweise erklärt hat.

“Gut… Über ihr rechtes Auge haben wir nach über 2 Stunden nun wirklich genug gesprochen! Kommen wir jetzt zu dem linken: Haben sie mit DEM irgendwas Grausames im Lager gesehen?“ – Grimms Märchen für Grimmige: Kira nimmt ihre Fragen ernster als die damaligen Wärter ihre bajoranischen Sexsklaven. Die Befragungen dauern stets unglaubliche 3 Minuten am Stück, was jedoch nicht an den föderalen Schutzbestimmungen für Gefangene liegt (hier vorgesehen: 2 Minuten). Nein, Marritza ist einfach nur extremer Raucher und Kira sogar Kettenflennerin.

Natürlich kann diese Folge aber auch als Spiegel so vieler anderer Krimineller als Hitler gelten. Opa Pol Pot (Kambodscha) z.B. hat in den 70er Jahren mal eben 1,7 Millionen seiner Bevölkerung umgebracht, weil er einen „neuen Menschen“ schaffen wollte. Der „alte“ wies nämlich einen signifikanten Mangel an Leichengeruch vor. Mao Zedong (China) hat es sogar auf bis zu 80 Millionen Tote gebracht, weil er die Ernte seiner gesamten Bevölkerung lieber konfiszierte und in’s Ausland verkaufte, als seine Leute der ungezügelten Körnerfresserei zu überlassen. Und auch Stalin verstand unter dem Begriff „Große Säuberung“ leider keine funkelnden Toilettendeckel. Und in Ruanda im Jahre 1994 war’s auch nicht besser. Dort wurden in drei Monaten fast eine Million Menschen umgebracht, aufgrund bipolaren Schwarzenhasses.

Immer diese massenmordenden Irren in der Weltgeschichte! Die sollte man alle umbringen. Und alle ihre Bekannten, Verwandten und Freunde. Raaaaah!! – Wie? Nein, ihr braucht mir nicht schon wieder Beschwerdemails zuschicken, in denen ihr mir Scherze über Killer-Regime vorwerft. Ich finde nur die Ausführenden so arschig, wisst ihr?

Bei diesem großen Anspruch ist es umso schadiger, dass in dieser Folge die Opfer nicht anständig vorgeführt, in die Kamera gehalten und dem billigen Showeffekt geopfert werden. Ein paar davon stehen auf der Station in einer einzigen Szene reglos da und zeigen ihre ausnahmslos verschleierten Statistenantlitze. Aber wenn man im Arbeitslager zu oft einen auf die Omme bekommen hat, steigt natürlich danach der Wunsch nach kopftuchinduzierter Auspolsterung.

Man hätte sie wenigstens einmal zu Wort kommen lassen müssen, was auch immer sie bei ihm hätten machen sollen. Und wenn es nur gewesen wäre, dass die geschundenen Figürchen unsere Kira noch mal nett zur Seite genommen hätten und man gemeinsam die Sammelalben mit dem Schorf alter Kriegsverletzungen aufgeschlagen hätte. Daneben ein subtiles „Aber sie lassen ihn doch nicht etwa laufen, ooooder? Das wäre nämlich falsch, denn ich kann es schon lange nicht mehr!“ (*demonstrativ umfall*)

“Bitte liefern sie uns den cardassianischen Gefangen endlich für ein faires Verfahren aus! Das Quietschen, mit dem unser Richter seine neues Hackbeil blankpoliert, geht hier allen inzwischen tierisch auf die Nerven!“ – Einfach mal nachgeha(c)kt: Rache ist für die Bajoraner nun wirklich nicht süß, aber als Zuckerersatzstoff geht sie durchaus noch durch! Die Regierung will daher keine Zeit verlieren. – Schließlich könnte sie dem verhassten Erzfeind in die Finger fallen…

Aber genug mit dem Schabernack. Zurück zu dem sehr düsteren Grundton der Folge, der durchaus auch vorhanden ist… Fast alle wichtigen Gespräche finden in der Zelle zwischen Kira und ihrem Gefangenen statt, was dem vieldeutigen Begriff „Kammerspiel“ mal wieder zu neuem Ruhm verhilft. Als anhand alter Aufnahmen herauskommt, dass dieser Mann gar nicht wie Marritza aussieht, sondern eine Fleppe zieht wie der Lagerchef höchstpersönlich, wird’s RICHTIG interessant: Marritza gibt zu, eben dieser zu sein. In diesem Moment verwandelt sich der kuschelige Gastdarsteller mit seiner manipulativen Gelassenheit in eine perverse Bestie. Da kann Hannibal Lector noch so sehr „Deine Möse riechen“ und von Frauenmorden plaudern: Wie Marritza plötzlich jedes Klischee des irren Lagerkommandanten bestätigt, und dabei auch noch bedauert, nicht mehr alle Insassen umgebracht zu haben, lässt einem als Zuschauer völlig unsatirische Gänsehäute über den Körper laufen.

Jeder einzelne Monolog des „Verbrechers“ ist auf eine sensible Art unsensibel geschrieben worden, dass diese Folge schon deshalb als Hochlicht von Star Trek zählen müsste. Man lässt sich gefangen nehmen von dem wahnsinnigen Irren (nicht zu verwechseln mit völlig normalen Irren, die ich an dieser Stelle herzlich grüßen möchte), der einem in einer Größtaufnahme entgegenlächelt und eine Grausamkeit nach der anderen in das Gesicht einer geschockten Kira sprüht, die sich kurz vorher noch gewünscht hatte, dieser Mann möge bitte schuldig sein. Denn auch dieser Aspekt wird am Rande abgearbeitet: Kira will Rache, oder zumindest eine Rachenentzündung aufgrund verbaler Niedermachung des Erzfeindes. Was aufgrund seiner rhetorischen Überlegenheit – man nennt ihn auch Picards bösen Klon – nicht gelingt. Sie will ihm alles antun, was sie sich als Rebellin für Leute wie ihn zurechtgelegt hat. Und ich bin sicher, dass ihre Phantasie da noch nicht mal vor einem Zahnarztstuhl halt gemacht hat!

Auch SIE hat Zivilisten getötet, wie zwischen den Zeilen herauskommt, auch SIE hat Grausamkeiten begangen. Hat SIE? SIE hat! Schuldig im Sinne der Anfrage! Noch ein paar Gründe mehr, bei dieser Folge überfordert aus dem Raum zu rennen, wie von Kira hier ständig praktiziert. Gut, dass Odo sich bereiterklärte, hinter der nächsten Biegung die Form einer Drehtür anzunehmen…

Ja, die Dialoge sind fraglos grandios und diese Folge eine der wenigen der ersten Staffel, die man wirklich gesehen haben muss. Von mir aus auch in zwangsweise eingerichteten „Umerziehungslagern“, in denen das Trekkie-Gesocks vor den Video-Beamer geprügelt wird, bis sie die Weisheit dieser Folge erkennen. – Als ich das erste mal DS9 sah, verstand ich auch erst mit dieser Story, was die Cardassianer den Bajoranern wirklich angetan hatten. Aber ich war ja damals generell noch ein bisschen langsam in der Birne…

“Nun sagen sie schon! Wie viele Bajoraner haben sie persönlich ermordet?“ – „Was erwarten sie eigentlich von mir, Kira?! Geben sie mir wenigstens lebenslange Haft und einen Rechenschieber!“ – Letzte Frage vor der Sommerpause: Nicht mal beim Stehpinkeln hat der Cardassianer seine Ruhe. Marritza macht sich daher einen Spaß daraus, Kira NOCH mehr zu schocken. Dazu dienen ihm beschönigende Sätze wie „Ach, man ist doch nur so tot, wie man sich fühlt!“ oder „Es gab gar nicht genug Brot für alle Lebewesen im Lager! Mein Kollege hatten da nämlich auch einen Ententeich, wissen sie?“…

Auch Sisko ist nicht zu beneiden, macht sich ein zugeschalteter Gul Dukat doch über die „bajoranische Besessenheit“ von angeblichen Grausamkeiten lustig. Was man aber wohl als Bewerbung für die Stelle als cardassianischer Klapowski durchgehen lassen kann…

Genau so wie „Wem gehört Data“ ist dies eine Episode, die einfach irgendwann nötig war. Kriegsverbrechen ohne Kriegsverbrecherprozess sind so befriedigend wie ein unverschuldeter Verkehrsunfall ohne Schadensregulierung (wenn mir dieser zynische Vergleich gestattet ist – Er rundet die bisherigen so schön ab). Und das Tollste ist: Diese Geschichte – aufgrund der Ernsthaftigkeit verzichte ich mal auf den Terminus „Story“ – bietet gleich drei Persönlichkeiten zum Preis von einer! – Da haben wir den Datenverarbeiter, der angeblich nichts mitbekommen haben will. Durchaus hassenswert, aber auch irgendwie verständlich, wenn es um den eigenen Hals geht, breit wie der hier ist.

Dann gibt es da im Mittelteil den Lagerkommandanten, Gul Darhe’el. Ein irres Monster, wegen dem man der Staffel-Box gleich zwei DVD’s dieser Art beilegen sollte. Eine zum Schauen und lernen, eine zum wütenden Zerkratzen und pflichtbewussten Zerkauen…

Und dann kommt dann noch der Schluss, der einem in’s Gemächt boxt und auf der gottverlassenen Landstraße seines Wohnzimmers hilflos liegen lässt. Der Mann heißt eben doch Marritza, war Datenverarbeiter und im Lager. Doch er war ein sensibler Mann, litt unter den Schreien der Opfer und hat sich weinend unter seinem Bett verkrochen. Sein schlimmstes Verbrechen waren höchstens Spam-Mails an Millionen von unschuldigen Surfern. Doch trotzdem empfand er Schuld, Reue und den Wunsch, nachträglich irgendetwas Gutes zu tun. So ließ er sich das Gesicht des längst verstorbenen Lagerkommandanten meißeln, um stellvertretend für ihn die bajoranische Todesstrafe zu empfangen. Um dem bajoranischen Volke Befriedigung und innere Freiheit zu verschaffen. Mit einem rumsenden Geräusch, dass bedrucktes Papier eigentlich niemals machen würde, fällt das Kartenhaus im Kopf des Zuschauers also zusammen.

“Odo! Mein Zellengenosse ist mir zu unheimlich! Der zwingt mich immer, mit einer Spitzhacke die Wand niederzureißen und sie dann gleich wieder aufzubauen!“ – Trunken- gegen Unhold: Wer einmal Angestellter im Arbeitslager war, kann nun mal nicht aus seiner Haut. Was schon irgendwie komisch ist, denn die der Gefangenen ging eigentlich immer sehr gut ab… Und das Schlimmste: Marritza alias Dahe’hel zieht diesem Mann ständig am Ohrkettchen und zwingt ihn dann, „God saves the Gul“ zu singen!

Der weinende Gefangene ist kein Monster und kein Verdränger, er ist ein moralischer Held, wie er bei den Cardassianern sicherlich selten vorkommt. Gut, er ist völlig durchgeknallt und quasi die Antithese eines einzelnen, irren Massenmörders, nämlich ein irrer Selbstmörder, der durch die Massen gerichtet werden möchte. Und hat einen Messias-Komplex wie der späte Benjamin Sankt Sisko. Doch diese Geste rührte mein Herz doch sehr und bewegte mich mit einer ungeheuren Geschwindigkeit, die auf der mentalen Tempo-30-Zone von Star Trek nur mit dem Verlust des Führerscheins bestraft werden kann.

(Äh. Habe ich gerade „Führer“ gesagt?! Egal, war Absicht…)

In der letzten Einstellung begleiten Kira und Odo den nun Freigelassenen über das Promenadendeck, als ein versoffener Bajoraner den Rebahilit… Relabhiti… Rehlabill… – wieder Liebgehabten auf eine derartig einfache Weise niedersticht, dass Odo sich in den Tagen danach wohl eine andere Hackfresse hat zaubern müssen. Wäre ich Sisko, hätte ich nämlich „Ich will ihre Versagervisage hier in den nächsten Tagen nicht mehr sehen!“ geschrieen. Da liegt er also, Marritza, unfreiwillig doch noch zu einem Opfer geworden. Der Tod konnte sofort von der amtlichen Tränendrüsenquetscherin Kira („Der ist nicht mehr zu retten. Ansonsten würde nicht dieses Zeug aus meine Augen laufen…“) festgestellt und vereidigt werden. Und plötzlich dreht sich das gesamte Bild dieser Episode erneut und gibt einem nun komplett das Gefühl, das 45 Minuten in eine sehr anspruchsvolle Waschmaschine gestarrt zu haben: Plötzlich sind vereinzelte Bajoraner hasserfüllte Wesen, vereinzelte Cardassianer aber gar nicht so übel. Gut und Böse in perfekter Disharmonie. So etwas hat es später bei Star Trek nicht mehr gegeben…

Aber vorher: Bei TOS, Folge 1.13, geisterte „Kodos, der Henker“ nicht nur zurückhaltend durch den sehr hintergründigen deutschen Episodentitel, sondern auch in den „Space View“-Feuilleton. Auch er wird eines riesigen Massakers angeklagt… Aber das ist ein Thema für ein anderes Dampfhammerreview, das irgendwann geschrieben werden wird. Von einer anderen Person, auf einer anderen Homepage.

„Neeein! Ich will nicht, dass er stirbt!! Jedenfalls nicht, bevor ich ihn wieder hassen konnte! Schnell, Marritza! Sagen sie noch rasch was Genozides, ja?!“ – Wie man sich bettet, so lügt man: Da Kira diesen Mann trotz seiner charmanten Flunkereien doch etwas lieb gewonnen hat, wird sie ihm im Tode ehren. Sie plant daher für seinen Körper die Aushebung eines Massengrabes. Und das mitten auf dem Promenadendeck!

Fazit: Der Darsteller des Marritza, Harris Yulin, verkörpert die ungeheure Zahl der Facetten (ja, alle drei) großartig und trägt somit eine Folge, die das bajoranisch-cardassianische Verhältnis besser beleuchtet als all das Kriegsgeschrei, das noch kommen wird. Die einzigen Kritikpunkte: Das Übergehen der anwesenden Opfer und der etwas plumpe Mord am Ende. Dafür ist der postmortale Schlusssatz Kiras aber so simpel wie einprägsam: „Nein, ist es nicht!“ – Simpel, wahr, und für euch im Moment wahrscheinlich unverständlich und verwirrend. Sprich: Perfekt! Ein Satz, den ich ob seiner visionären Strahlkraft zukünftig häufiger verwenden werde!

P.S.: Ich weiß, dass „Galiteb“ wahrscheinlich falsch geschrieben ist. Trotzdem danke für’s Nachschlagen, DJ Doena.


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Artikel

von Klapowski am 11.07.06 in Star Trek - Deep Space Nine

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Kommentare (7)

  1. DJ Doena sagt:

    Gallitep.

    Gern geschehen.

  2. bergh sagt:

    tach auch !

    WOW !
    BergHs Kommentar zu dieser Episoden-Review.
    Klapowski findet was gut und dann bei DS9 ?
    Unglaublich.

    Ich glaube ich muß wirklich mal DS9 gucken.
    (Ausser 5-7 Episoden in 10 Jahren, hab' ich das wirklich nicht geguckt.
    Der Pilotfilm hat mich irgendwie abgeschreckt.)

    Gruss BergH

  3. bergh sagt:

    tach auch !

    Sonst keiner eine Meinung?
    Ungewöhnlich !

    Gruss BergH

  4. paranoid android sagt:

    Tja, über verdammt gute Folgen, die nicht nur einen "Soul-Faktor" besitzen und auch keine TOS-Pappkulissen, lässt sich halt schlecht lustiges formulieren!

  5. Auswurf sagt:

    Lässt euch nicht täuschen. Hinter Klappos harter Schale aus frisch gepresstem Adamantium versteckt sich nähmlich eine nicht ganz so heimliche Liebe für DS9.

    So sehet den hier, ihr unwissenden:
    http://www.st-enterprise.de/news.php?newsid=422#8157
    http://www.st-enterprise.de/news.php?newsid=422#8172
    http://www.stus.de/news.php?newsid=202

    Erleuchtung gefunden?
    Gut, dann seit ihr jetzt auch von Bajor.

    *Euch ans ohr Fass*
    Auswurf, der erleuchtete

  6. P.N. 03 sagt:

    kleine info am rande:

    auf wikipedia ist u.a. nachzulesen, dass die Story aus Robert Shaw's "The Man in the Glass Booth" geborgt ist. es ist ausserdem die lieblingsfolge der Kira Nerys Darstellerin.

    einer der besten folgen, wie ich finde, auch wenn sie eigentlich unter der Kategorie " Budget-Sparepisode" einzureihen ist.

    die Cardassianer faszinierten mich von allen ST-Rassen schon immer am meisten!

  7. Gast sagt:

    Also des is jetzt vll n bissle spät für meinen kommentar aber du kannst ja mal maritza darsteller Harris Yulin fragen was er für den auftritt haben wollte ^^

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