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O wie Omnipotenz, die

Wie nennt man es, wenn man fast alles tun kann, aber trotzdem eine Crew von 500 Individuen fragen muss, ob man das auch darf? Entweder ist es Allmächtigkeit bei ST oder ein simpler Bundeskanzler(in)… Heute beschäftigen wir uns einmal mit den fast religiösen Grenzbereichen von Star Trek, weshalb ich euch hier nun um die Opfergaben in Form von Wein, Weib und Gesang bitten möchte!

O wie Omnipotenz, die:

Definition: Sexuelle Leistungsfähigkeit eines männlichen Cardassianers namens Omni. – Nein, kleiner Enzyklopädiescherz! Das Wort „omnipotent“ kommt vom lateinischen Wort omnipotens [omni = all + potens = mächtig]. Dies meint bei Star Trek die Erreichung übernatürlicher Fähigkeiten, welche die Naturgesetze mit Füßen treten und auch vor der Magengrube des technischen Beraters nicht Halt machen. In Kurzform auch „All-Mächtigkeit“ genannt. Möglich ist dies manchmal auch durch technische Hilfsmittel des Fabrikats Technobabble©, oder in älteren ST-Folgen dadurch, dass der Autor Geburtstag hatte und es sich einfach wünschte (z.B. Q, außerdem die Gegenspieler in 50% der TOS-Folgen)

Wissenswertes: „Viel Macht? Macht nix!“ – Das dürfte vor 10 Jahren noch die Einstellung der meisten Trekkies gewesen sein. Es war in unserer Lieblingsserie ja schon immer so: Raumlöcher, zu denen Stephen Hawking noch heute mit qualmenden Reifen ständig neue Theorien abgibt und nebenbei den Superhelden-Zoo um einen Typen namens „Super-String“ erweitert, werden in der Zukunft von 21-Jährigen Fähnrichen erschaffen oder zerstört. – Altersmäßig darunter allerdings nur mit Zustimmung der Eltern. Je nachdem, ob das Schiff gerade gerettet oder nur hübsch beleuchtet werden soll. Sudoku-Rätsel mit Primzahlen werden schließlich auch irgendwann mal langweilig…

„Okay, ich schließe das Wurmloch jetzt wieder. Kann mir dafür mal jemand das Quanten-Oregano reichen?“ – Wer hätte das gegaght? ST-Physik geht auch dahin, wo es wehtut. Richtig erstaunlich wird es allerdings erst, wenn das Wurmloch den Zeitstrom umkehrt. Der Fähnrich links hat bei diesem Anblick nämlich bereits rückwärts gegessen.

Ja, bei Star Trek jagte schon immer eine Entdeckung derartig Halali-mäßig die übernächste, dass sich alle Beteiligten nur noch dumpf die Nobelpreise auf die Schädel dreschen konnten, um den intellektuellen Fortschritt wenigstens etwas im Zaum zu halten. Und wie schnell gilt man bei einer späteren Bewerbung als Fleischer als überqualifiziert, nur weil man mal ein bewohntes Protouniversum (DS9 2.17 – „Der Trillkandidat“) über die Ferien zur Pflege genommen hat?

Doch spätestens am Ende von Voyager hatte man doch ein bisschen Angst, dass Gott demnächst ein Fall für den 1-Euro-Job in einem Zauberladen (vielleicht bei REAL, wo aus Gammelfleisch durch mystische Etiketten wieder frisches wird?) werden könnte: Raffgierige Sensoren schluckten jeden Input, der ihnen von der Wirklichkeit auf langen Stangen und mit Sicherheitshandschuhen zum Fraß vorgeworfen wurde. Wenn zum Beispiel Karl-Uwe, der einzige Bewohner eines Klasse-Z-Planeten, einen fahren ließ, konnte er sich sicher sein, dass die Voyager auch 10 Lichtjahre weiter und in Echtzeit entsprechende Lebenszeichen erhielt. Oder deren erlöschen, je nach Methangehalt des gedärmlichen Diskussionsbeitrags.

„Sorry, Bernd. Die Verbindung ist gerade ziemlich mies. Ich werde mal gerade eine andere Grafikkarte neben die Kugel stellen!“ – Die Sensorenabteilung ist wirklich gaaanz zauberhaft eingerichtet! Und wenn die Allmacht auch mal klemmt, ein Omni macht sich nicht in’s Hemd! Nervig für die Crew ist es nur, dass man immer wieder mal Notrufe von Wesen bekommt, die nicht gemerkt haben, dass sie schon seit Jahrhunderten tot sind…

Rasse, Blutgruppe, DNA, Fruchtbarkeit, temporale Verzerrungen an der Armbanduhr: Die ganze Welt ging plötzlich mit jeder erdenklichen Info sofort und ungewollt schwanger. Automatische Vaterschaftstests, das Kinoprogramm aus bis zu 12 Paralleluniversen und eine Onlinezeitschrift über die Geschehnisse des berühmten „Spiegeluniversums“, genannt DER SPIEGEL, gehörten nun zur Standardausstattung eines jeden Handys. Der Datenschutzbeauftragte der Zukunft musste unweigerlich ein hyperaktiver Zwerg mit zitronengroßen Augäpfeln und einer nervösen Energieverbrennung im Bereich eines mittleren Fusionkraftwerks sein…

Es wurde noch dazu irgendwann munter durch aktivierte Schilde gebeamt (stärkte das Immunsystem; hatte den Effekt von heiß-kalten Wechselbädern), Tom Paris brachte ein Shuttle auf Warp 10, indem er etwas tat, auf das Tausende Sternenflottentechniker nicht gekommen waren (nämlich sich eine Woche lang konsequent auf den Hosenboden setzen), fehlende Decks heilten allein durch die heilsame Bestrahlung des Abspanns und Spezies 8472 errichtete riesige Raumstationen, die als Holodeck-Version von Big Brother den ganzen Tag das Sternenflottenhauptquartier imitierten. Und zwar in „In Fleisch und Blut“ – Kultgärtner Boothby wurde übrigens später von den Zuschauern rausgewählt, weil er nicht verstand, warum das Schnippeln von Heckenrosen ein wertvoller Beitrag für den Endsieg der fiesen Alienrasse sein sollte…

“Ich bin in Wirklichkeit ein Mitglied der Rasse 8472 und werde dich gleich fressen!“ – Echte Omnisenilität: Das Erstaunliche ist, dass der reale Boothby schon vor 10 Jahren ähnlich wirres Zeugs erzählt hat. Unverständlich, warum es bei Voyager eine Zeit gab, in der der Gärtner immer wieder mal aus seinen Hut gezogen werden sollte… und konnte (siehe Bild)! – Bei DER Prostata!

Weiter: Bescheuerte Kanonenfutter-Hologramme wehrten sich dagegen, von den Hirogen in ihrem simulierten Recht auf simulierte Entfaltung ihrer simulierten Persönlichkeit simultan beschnitten zu werden, die Voyager wurde mit Schilden und Waffen einer fernen Zukunft schier unbesiegbar (auch, weil mit so einem unsympathischen Angeber eh keiner mehr kämpfen mochte) und die Borg so oft an der Nase herumgeführt, dass ihnen zwischendurch ein Ring für die Leine durch den Riechkolben geschossen wurde…

Zusammengefasst ausgedrückt war es der völlige Ausverkauf zukünftigen Entwicklungspotenzials aufgrund Insolvenz. Nemesis setzte sogar noch einen 20-jährigen Insolvenzverwalter mit Lackkrawatte oben drauf und erfand nebenbei den (un)tragbaren Notfalltransporter sowie eine kollisionsresistente Enterprise als auch derartig starke positronische Signale, die ein ganzes Sonnensystem in den Systemausfall treiben können.

Um das Gleichgewicht der Kräfte, sprich den Grad des Chaos doch noch irgendwie zu erhalten, mussten alle größeren Rassen sich verpflichten, die Köpfe ihrer raumfahrenden Vertreter mit intelligenzmindernden Substanzen zu bearbeiten. Zum Beispiel mit einem simplen Steinschlag. Nur so ist es möglich, dass Picard in NEMESIS alleine und mit einem defekten Transporter auf das feindliche Schiff beamte, statt einen auf den zahlreichen Shuttles an Bord zu benutzen. Wobei es bei diesem Machwerk auch nicht gestört hätte, er wäre in einer einzigen Einstellung zum Nachbarset herübergegangen…

„Ich bin wirklich geneigt, sie durch die Prüfung fallen zu lassen, Fähnrich! Ich wollte einen GRÜNEN Strudel!“ – Alles kann, nix muss: Was als Leitspruch der meisten Swingerclubs begann, findet in Star Trek seine pseudophysikalische Krönung. Kaum ein Loch, dass nicht binnen Minuten gestopft werden kann. Schade nur, dass mir zu diesem Satz partout kein frauenfeindliches Wortspiel einfällt…

Es dürfte klar sein, was das größte Problem geworden war: In Zeiten, in denen neue Scanner sich schlicht mit „Nostradamus“ vorstellten und auch in erst vor 2 Minuten entdeckten Aliensprachen das „DU“ anboten, Ort-zu-Ort-Transporte so selbstverständlich waren, dass man sich fragte, warum Menschen überhaupt noch den langen Weg zum nächsten Transporterraum auf sich nahmen und selbst Zeitreisen so selbstverständlich geworden… wurden, dass der Holo-Doc Chakotay mal Chronotonen spritzen konnte und entsprechende Impfpässe ausstellte (da bekam die Zeile: „Wirksam bis … “ einen ganz besonderen Schwierigkeitsgrad), war es schwierig, adäquate Gefahren für die Mannschaft zu erfinden.

Irgendwann war es nur noch problematisch, dem Publikum zu erklären, warum man nun gerade nicht herunterbeamen konnte (tobende Plasma-Gewitter im Slip von Gaia), die Sensoren nicht funktionierten (große magnetische Felder bei Bauer Hansen) oder so jemand wie Data nicht zu Beginn der Episode auf Lösungen kam, die solche Nullnummern wie Wesley oder Geordie später auf dem Klo in den Sinn kamen… Dann wollte man dem ganzen Verein, der seine Allmacht mit billigen Ausreden wie „Was interessiert mich mein Genie von gestern?“ zu maskieren versuchte, nur noch zurufen: „Dann halt eben’s Maul und flieg weiter! Der nächste Notruf kommt bestimmt!“

Wenn dann die Shuttles wie reife Quoten vom Himmel fielen, damit endlich mal zwei Besatzungsmitglieder für ein paar Stunden ohne den Technikapparat des Mutterschiffes das Geheimnis um griesgrämige Neandertaler lösen durften, wirkte das immer irgendwie verzweifelt von Seiten der Autoren. Wenn man sein Wohnzimmer entsprechend beleuchtet, erhält man eine vage Ahnung von ihren von Gram zerfurchten Gesichtszügen. Aber nur, wenn man sich selber in der sehr matt wirkenden Mattscheibe spiegelt.

“Verflixt! Jetzt ist das letzte Montag-Nachmittag-Shuttle der Voyager auch hinüber! Langsam wird es eng für diesen Wochentag“ – Man soll die Feste feiern, wie „sie“ fallen: Gemeint sind natürlich die patentierten Dschungel-Mähmaschinen, die immer noch als Raumschiffe in den Handeln gelangen… Tuvok hat es sich zur Angewohnheit gemacht, jeden einzelnen Shuttleabsturz genauestens zu protokollieren. Für Irgendwas müssen die 80.000 Terrabyte seines Pads ja gut sein!

Die technischen Probleme zu Beginn von TNG fand ich sowieso immer noch die besten (ich kenne Systemadministratoren, die mich für diese Aussage töten würden): Sensoren messen halt einfach mal „nichts sinnvolles“, Der Antrieb kann nicht gestartet werden, da gerade jemand die Siliziumkristalle auf einem Teewagen(!) durch die technische Abteilung spazieren fährt, oder jemand Computerchips auf dem Fußboden verteilt hat. Angenehm auch die Folge „Die Ikonia-Sonden“: Computer spinnt? Computer aus. Computer hochfahren. Computer Hurra! Das alles verstand ich genau so gut wie die ständigen Kabelbrände bei TOS, als Leiterbahnen für den Prozessor noch mit dem Hauptabflussrohr verwechselt werden konnten.

Trotzdem waren die ST-Crews später wirklich sehr mächtig! Aber erstens ist das auch eine Schokoladentorte und zweitens bringt Macht gar nichts, wenn nach 3 Folgen das Technik-Alzheimer zuschlägt und jeder vergisst, die Errungenschaft erneut anzuwenden… Wenn das angeblich unschlagbare „Picardmanöver“ in brenzligen Situationen nie wieder angewendet wird, gespeicherte Transporterdaten von vor 4 Wochen nicht dazu verwendet werden, gezielt Viren und Penis-Spliss aus dem erkrankten Körper zu beamen, wenn die gepflegte Kirk-Zeitreise aus ST IV (hinter’m Mond gleich links) nie mehr ernsthaft erwähnt wird, niemand wirklich versucht, das Warp-10-Geheimnis des Reisenden anhand der Computeraufzeichnungen zu rekonstruieren, wenn die bahnbrechenden Erkenntnisse aus „Das fehlende Fragment“ (TNG) dem seligen Vergessen zum Fraß vorgesetzt werden, wenn zwar komplette Menschen, Tiere, Sensationen geklont werden können, aber Geordie immer noch keine neuen Augen hat, und, und, und… Eine Liste mit allen Widersprüchen wäre so erschreckend lang, dass Star Trek doch eher wie eine Weltreligion als eine TV-Serie wirkt.

„Pott-Schwerenot! Das Schiff steckt mitten im Felsen! Weißt du, was das heißt?“ – „Dieser Meteorit ist ein riesiges Hologramm, das jederzeit ein eigenes Bewusstsein entwickeln kann?“ – Lass stecken, Alter: Beim „Pegasus-Projekt“ (TNG) hat es zwar einen Unfall gegeben, aber das ist kein Grund zum Verzweifeln oder den Kopf in die Wand zu stecken! Seht es positiv: Das Schiff ist immerhin halb voll!

Natürlich wollen wir aber nicht vergessen, dass es noch andere Wesen gab, die ebenfalls sehr, sehr mächtig waren. Wenn allerdings mit der Macht auch der Lattenschussfaktor überproportional anstieg! Allein mit Q könnte man hier noch viele Seiten (und eure Wünsche er)füllen, was ich allerdings erst im Sternenflottenwörterbuch unter „Q wie Q, der“ nachzuholen gedenke. Ist irgendwie sinnig, wenn man nicht über „Quantentorpedo“ oder gar „-physik“ referieren will. Wenn ich intellektuellen Selbstmord vor Publikum begehen möchte, ziehe ich mir lieber im Opernhaus meine Hose runter…

Hier eine weitere, nicht vollständige Aufzählung von göttlich wirkenden Intelligenzen:

Genesis-Bombe (ST 2)

„Und am siebenten Tage tobte die Endschlacht…“ – Die sicherlich seltsamste Art, brandneues Leben zu erschaffen, ist wohl die, es einfach zu tun. Die Entstehung des Genesis-Planeten ist eines der am weitesten gehenden Experimente in Star Trek und klopft machtmäßig gesehen eigentlich schon an Q’s Tür. Und zwar explosionsartig.

„Gott“ (ST 5)

Ein Hoch auf den Erfinder der Anführungszeichen! Dieser „Gott“ hier ist zwar ein bisschen kopflastig, aber garantiert kein größerer Schöpfer als Neelix am Suppentopf. Leider durfte dieses Wesen keine großartigen Machtbekundungen zeigen, die über den Schluckauf eines intellektuellen Abrissunternehmers – wie Irans derzeitigen Präsidenten – hinausgehen würden. Auch aus Budgetgründen (wobei das Wort „Budgetgründe“ fälschlicherweise impliziert, es hätte am Ende noch ein Budget gegeben) durfte Schwebeschädels Wunderland nichts allzu Zauberhaftes zeigen. Wobei das völlige Fehlen eines großen Finales in einem Kinofilm durchaus ein Fall für die X-Akten sein könnte… Aber, um Kirk leicht abgewandelt zu zitieren: „Wozu braucht Gott einen Kunstgriff?“

„Warum ich so verbittert geworden bin? Ich könnte im Dunkeln lesen, aber es gibt keine feuerfesten Bücher. Das machte mich fertig!“ – Immer mit dem Strom geschwommen: Das neue Wappentier von E-on kam doch nicht so gut an, wie die Marketingfutzies es sich vorher erhofft hatten! Sogar die great effects wurden einfach for-gott-en… Darum hielten sich die anderen Kerle von Mount Rushmore auch immer für was Besseres.

Trelane (TOS)

„Tödliche Spiele auf Gothos“: Von vielen Fans wird der kleine Klavierspieler für den inoffiziellen Vorläufer von Q gehalten oder manchmal sogar der gleichen Spezies zugeordnet… Sofern man einen Platz im Gepäckraum des Alphabets so nennen darf. – Auch hier bekommt Kirk wie später Picard in „Mission Farpoint“ einen Schauprozess von einem verspielten, von sich selbst eingenommenen Wesen mit Allmachtsphantasien. Warum Trelane und Kirk sich also nicht auf Anhieb verstanden, ist mir ein Rätsel…

Apoll (TOS)

„Der Tempel des Apoll“: Kirk trifft einen griechischen Gott, der seine Körpergröße justieren kann wie James T. die Höhe eine Brustwarze. Was auf den ersten Blick wie grober Unfug unter Schlümpfen wirkt, enthüllt auf den zweiten Blick: Ja, es IST Unfug. Und zwar ein selbst für TOSsche Verhältnisse so mutiger, dass ich der Folge als Ehrbekundung gerne den Sabberfaden am glitzernden Band umhängen würde!

“Haben sie nicht manchmal auch das Gefühl, dass die Sterneflotte ihre Mannschaften nur unzureichend auf die Realität vorbereitet, Mister Spock?“ – Hier sehen wir die frühe griechische Version von HULK. Wenn der griechische Imbissbesitzer Platonides durch das Gesundheitsamt gereizt wird, verwandelt er sich in dieses fürchterliche Wesen. Immerhin kann er dann aus den weißen Brocken am Boden und etwas Wasser das berühmte Zaziki anrühren…

Diverse Sternenflotter in Folge Nr. 3 (TOS)

Als einige Gastdarsteller von einer Energiewelle getroffen werden, entwickeln sie nach und nach unglaubliche Kräfte. Da so etwas nun mal nicht mit der Welt von Chefs, festen Arbeitszeiten und „Fresse halten“ harmoniert, setzen die Betroffenen ihre Festtags-Kontaktlinsen auf, werden mal so richtig böse und liefern sich einen abschließenden Kampf mit Kirk. – Diese ursprünglich als erste reguläre TOS-Folge vorgesehene Episode hat also sowieso schon mal Kultstatus erreicht! Und wenn ihr’s mir nicht glaubt, so könnt ihr das im renommierten SF-Magazin „Klapowskis Lieblingsfolgen“ gerne nachlesen! – Lustigerweise hatte schon die Folge davor, „Der Fall Charlie“, eine ähnliche Geschichte erzählt. Und im Nachhinein kann man dem wohl auch die Folge „Rikers Versuchung“ hinzufügen, um von einer 1-A-Schnapsdrossel-Trilogie sprechen zu können.

Der Roddenberry mit Absprache mit den Matrix-Erfindern sicherlich posthum den Status „War-schon-immer-so-geplant“ verleihen würde…

Roddenberry war auch noch später von esoterisch-religiösen Geschichten besessen, deren Drehbücher er als Wachturm-Ersatz in der Fußgängerzone hätte hochhalten können… Erst nach seinem Tod nahm der Bibi-Blocksberg-Faktor spürbar ab und außergewöhnliche Ereignisse wurden durch technische Erläuterungen mythisiert. Was mich allerdings weniger verwundert als die Tatsache, dass meine Rechtschreibprüfung „mythisiert“ tatsächlich als produktives Mitglied der Wortgesellschaft anerkennt.

“Okay, ich nehme den Grabstein… Die letzten 127 Faustschläge haben mich von meiner Sterblichkeit überzeugt. Sie sind ein exzellenter Verkäufer, mein Herr!“ –Wenn beim „T“ von „T-Shirt“ bereits der Oberstrich fehlt, wird es eng für Kirk: Hier flippt gerade der spätere Friedhofsgärtner Boothby aus, weil der Captain seiner Meinung nach die Totenruhe stört. Die Figur unten rechts gräbt sich nämlich wegen James autoritärem Geschreie schon zum 8. Mal wieder aus.

Barcley (TNG)

„Die Reise in’s Ungewisse“: Hier findet in der vierten Staffel ein Rückfall in die Anfangszeit von TNG statt, was aber gar nicht negativ gemeint ist. Denn diesmal entwickelt Barcley „nur“ eine enorm hohe Intelligenz, die der Plapperbarde aber nicht für quantenverschobenes Stereostottern einsetzt, sondern zu einer Schiffsentführung nach… woandershin. Dort haben anscheinend die fliegenden Köppe aus ST 5 eine neue Heimstatt gefunden, was dramaturgisch ziemlich weit gehen würde, wenn die letzten zwei Minuten nicht die Pointe im Turbogang abklappern und den Resetknopf ganz feste (sie haben ihn halt lieb) drücken würden…

Siskos Mystik-Zoo (DS9):

Die letzten nennenswerten Vertreter von machtpolitischen Parteispielchen finden wir auf dem ollen Brummkreisel: Die Wurmlochwesen, deren Macht mal sehr groß und mal sehr klein erscheint (gut für die Autoren, dass Nachfragen von Seiten der Hauptdarsteller stets mit einem ominösen „Das Drehbuch ist von Bajor“ beantwortet werden konnte), lösen nicht nur ganze Dominionflotten in ihrem berühmten Schönheitszahnweiß auf, sondern hegen auch einen tiefen Groll wider den bös- und gar nicht artigen Pah-Geistern.

Zwar klingt ihr Name noch wie eine geringschätziger Laut von DS9-Hassern, doch sind ihre Pläne durchaus geeignet, das Universum zu beherrschen. Eine Macht, die ich ihnen aber bis heute allerdings nicht ganz abgenommen habe, da ich vermute, dass den Pahs einfach die vorgegaukelte Omnipotenz einer TV-Fernbedienung zu den nicht vorhandenen Köpfen gestiegen ist. Sonst wäre es im Finale nicht nötig gewesen, Dukat und Winn ominöse Zaubersprüche aus einer bajoranischen Harry-Potter-Bibel aufsagen zu lassen, um die großmeistrigen Kleingeister des Bösen aus ihrem Lavapool zu befreien. – Pah!

“Feurige Pah-Geister, erhebt euch! Höher! Höööhher!“ – „RUHE, STERBLICHER! WIR SIND FANTASY-QUARK UND KEINE BERGSTEIGER.“ – Was lange währt, wird endlich Glut: Nach Jahrtausenden in diesem ewig gleichen Lavabecken sehnen sich die Pah-Geister nach einer Abwechslung. Daher freuen sie sich schon darauf, gleich mit Sisko verrührt zu werden. Das gibt für einige Minuten so einen schönen erdigen Farbton…

Leider müssen wir nun an dieser Stelle den Exkurs beenden, da das Behandeln der noch offenen Fragen wie „Gibt’s im Nexus mehr oder weniger als 17 Jungfrauen?“ oder „Ist das wunderbare Stovokor der Klingonen aus Platzgründen auch gleich die Hölle der Christen?“ nicht nur unseren Webspace weit übersteigt, sondern auch meine Bereitschaft, für nächtens dahingerotzten Autorenschrott ein Theologiestudium vorzugaukeln…

So bleibt mir abschließend nur noch zu sagen:

Lieber Omnibus als -potent. Ersterer ist einfach besser zu erklären und zielführender. Nur eines haben diese beiden Dinge gemeinsam: Wenn man sich in einem voll besetzten Omnibus die Menschen so umsieht, weiß man, das wirklich ALLES möglich ist.

Zumindest die Hölle.


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Artikel

von Klapowski am 05.03.06 in Ernies Sternenflotten-ABC

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Kommentare (11)

  1. bergh sagt:

    tach auch !
    Erster ?

    Wieso taucht dieses Review unten in der Liste auf ?
    Temporale Anomalie?

    Ansonsten sind mir die Q Folgen immer mächtig auf das Skrotum gegangen.
    HGoffentlich ist der Kerl in Rente !

    Gruss BergH

  2. bergh sagt:

    t6ach nochmal !

    Nu ist der Artikel oben,
    hat wohl Q einmal geschnippt,
    oder mein Browser sich gedreht.

    Nochmal Gruss BergH

  3. Kaba sagt:

    Schnipp, Schnapp, Schnappi – genauso nervig kam mir Q damals immer vor mit seinem rumgeschnipse. Aber das war ja auch noch, als ich gedacht hatte TNG wär die beste, geilste (Alter!) Serie der Welt.
    Heute verstehe natürlich alles besser – Q sollte uns subtile antikommounistische Botschaften vermitteln, schließlich war die Mauer ja noch nicht/erst kürzlich gefallen!
    So war das!

  4. Westheim sagt:

    Ööö! Was haben denn immer alle gegen den armen Q? Er war der einzige, der es geschafft hat, Picard so ein zorniges Rosa ins Gesicht zu schnipsen.

    Dass TOS ein bisschen weit ab von der vielgerühmten vulkanischen Logik liegt, klingt logisch. Sagt auch Abe Lincoln.

    In diesem Artikel fehlt mir ein kurzer Hassabsatz über Kes, das alte Ding, die die Voyager mit einem Gedanken durch den Borgraum geschickt hat. Der dann aber scheinbar doch noch vier Staffeln größer war als zunächst erhofft.

    Dass die Sternenflotte sehr vergesslich ist, ist auch wahr. Geordie hat mit Sicherheit öfter den Deflektor umprogrammiert als an seinem Visor gezupft. Gibt es auf der Enterprise im Hauptcomputer keinen Ordner "Deflektorkonfigurationen"? Sogar in MEINEM (Haupt)Computer gibt es den!

    Westheim!

  5. bergh sagt:

    tach auch !

    Ich weiß gar nicht was Ihr gegen Kes habt.
    Die war doch suess.Und erst ihre erotischen Bluemkohlohren.
    Und immer das Jung-Mädchengehabe mit Mini9rock und Strumpfhose.
    Erinnerte mich irgendwie immer an Pippi (Ephraimstochter) Langstrumpf. ;)

    Ich will ein Kes(ses) Review ;
    jawoll !

    Gruss BergH

  6. KERNELpanic sagt:

    Werden hier nur die ganzen Erster-Posts gelöscht oder warum sehe ich nach 2 Stunden keinen Schrei nach Liebe?

    Zum Thema: Ein bissl genauer häts dann doch die Omnipotenz zu Voyagers Zeiten anreissen können. Das hat sogar B&B so genervt das sie den Spielstand gelöscht haben und von vorne gestartet sind. Auf niedrigerem Level versteht sich.

  7. bergh sagt:

    tach auch !

    Mein Ruf nach einer Kes review IST ein Schrei nach Liebe. ;)

    B&B gehören ins Kinderfernsehen, vielleicht schaffen sie es bei den Teletubbies.

    Aber was will man über Omi-Potenz schon schreiben.
    Senioren-Sex ist langweilig und Q find ich auch nicht gut. :]

    Gruss BergH

  8. olf sagt:

    nochnich komplett gelesen aber sher funny

  9. Tobi van Helsinki sagt:

    Wer schreibt diesen Mist?
    Inhalt ist toll und machnmal auch etwas hart.
    Aber die Grammatik! Biete mich als Korrekturleser an.

  10. Sparkiller sagt:

    *manchmal

    Ansonsten bitte auch einmal Beispiele nennen, was die Fehler in diesem tollen Mist angeht.

  11. Klapowski sagt:

    Lieber Tobi!

    Gerne nehme ich Dein Angebot bezüglich der Korrekturtätigkeit an, da ich mich in dieser Hinsicht tatsächlich völlig unsicher fühle. Ich muss jedoch vor der Aufnahme Deiner zukünftigen Tätigkeit darauf hinweisen, dass das Setzen von Kommata und Bindestrichen inzwischen vom Erfinder der deutschen Sprache abgenickt wurde.

    Desweiteren ist der Genitiv kein unkorrekter Artikel mit angehängtem Bonus-„S“ („… des Laufens mächtig.“), sondern durchaus üblich unter Menschen, die in absehbarer Zeit die Volljährigkeit anstreben.

    Sollten Dir diese Regeln geläufig sein, würde ich mich freuen, demnächst unter jedem Artikel Deiner Korrektur entgegen sehen zu dürfen. Oder, grammatikalisch richtig: „Text krass korrekt machen tun“

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