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Torchwood – Staffel 4 – „Miracle Day“ – Folge 09&10

Kaum schreibt man mal erst eine Woche später über die 9. Folge, schon weiß man nicht mehr, in welchem Popo unser Jack gesteckt hat. Überraschende Enthüllung beim erneuten Überfliegen der Episode, die sich erinnerungstechnisch irgendwann in den 90ern abgespielt hat: In keinem. Stattdessen sitzen alle bei Gwen am Küchentisch und beratschlagen darüber, wie sie ihren dauerkollabierenden Vater in Harry Potters altem Versteck unter der Treppe verborgen halten können…

Zwischenzeitlich schneite auch Kindermörder Oswald herein, der überraschenderweise(?) wohl doch nicht mehr so wichtig für den bösen Masterplan ist (= alle Kinder der Blessing-Kritiker verführen und so für sich einnehmen?) und nach 9 Folgen auch die Schnauze voll hatte, dass er nur als Quoten-Pädophiler im Backstage-Bereich gehalten wurde.

Verständlich, fragte sich doch sogar der Zuschauer, mit welcher tollen Aktion sich die New-Fies-Kandidatin Frau Kitzinger als zukünftige Geschichtsschreiberin(!) hervorgetan haben soll. Hat sie sich mit dem Lippenstift einen Buchstaben (ein „O“?) auf die Lippen geschrieben oder war man so ungemein beeindruckt davon, dass sie Oswald vergrault und mit ihrem Gesicht gegen seine Faust gestoßen ist?

Am meisten ärgerte mich aber wieder mal das stundenlange Diskutieren über zukünftige Reiserouten und Besichtungspläne. Da höre ich lieber am Ticketschalter der Deutschen Bahn dem Beratungsgespräch vor mir zu, statt noch ein einziges Mal zu hören: „Packt eure 12 Handys und 87 Laptops ein, in den nächsten 48 Stunden fällt die Entscheidung, wo die Story endet!“ – Das schließt auch Rex‘ krude Ermittlungen im FBI-Hauptquartier ein, wo er sich auf Verdacht (Drehbuchautor im Nebenzimmer verhört?) alte Wälzer bringen lässt und mit Ahnentafeln zu Leuten nervt, deren Unsterblichkeit uns alle ZU TODE langweilen würde.

„Guten Tag, ist vielleicht ihr Vater daheim? Ich entschuldige mich für mein forsches Auftreten, aber wir wollen ihn lebendig verbrennen, bevor die Twitter-Community Wind davon bekommt.“ – „Tut mir leid, da kommen sie zu spät. Wir haben ihn schon selber kleingehackt und in die Suppe getan.“ – „Oh… Es freut mich, dass es noch so anständige und gesetzestreue Bürger gibt. Hier haben sie ein Bonbon mit Sauerkrautgeschmack.“

Platt und billig war ebenso die Nazi-Metapher, als Gwens Vater vom Great-Britain-Sturmtrupp abgeholt wurde. „Geben sie uns ihren Vater, die Zuschauer wollen seinen Kopf, damit er nicht mehr geräuschvoll daraus husten und stöhnen kann! Außerdem gefährden kranke, leblos daliegende Personen, die liebevoll von der Familie gepflegt werden, das politische System!“ – Als sie den alten Mann fanden, wollte ich beinahe „Judeeee!“ in Richtung des Fernsehers rufen, aber meine Nachbarn hätten dies vielleicht missverstehen können.

Immerhin überraschte das Ende von Folge 9: Das „Blessing“ ist eine gigantische Vagina, die durch den gesamten Planeten reicht. Es reichte sogar… äh… Es reicht! Was wohl schrill und kultig gemeint war, wirkte schon aufgrund der billigen Machart von Gaias zystenübersäten Gebärorgan wie der Versuch, heterosexuelle männliche Zuschauer anzulocken, die sich inzwischen vermutlich in Sparkiller und mir erschöpfen werden.

Und warum ist das Ding in Chinaland immerhin so bekannt, dass ein verunglückter Chinese relativ unbeeindruckt in die Kameras plärren kann, dass das „Blessing“ sein Aua gezähmt hat? Eine Verschwörung überzieht jede Institution der Erde, aber die ehemaligen Minenarbeiter schreiben bereits „Muschiartefakt-Ausgräber“ in ihren Lebenslauf? Hatte im Nachhinein sowieso den Eindruck, dass ein ganzer Stadtteil von Monstermöse profitiert hat und man nur den dortigen Gemüsehändler hätte fragen müssen, warum neuerdings riesige Schamhaare aus dem Badewannenabfluss wachsen.

Willkommen beim Ratequiz für Placebodenker! Was ist das hier? – A) Die letzte Aussicht eines Callboys mit tödlicher Vagina-Allergie – B) Klapowskis Joghurt, den er zur Feier seiner Einschulung überreicht bekam – C) Die Gaumespalte eines Riesen-Hornochsen – D) Der Kaffeesatz, aus dem das Drehbuch herausgelesen wurde. Schreibt die richtige Antwort einfach auf eine Postkarte, bestreicht diese mit Ketchup und übergebt sie einem hungrigen Köter in eurer Nachbarschaft.

Auch in Folge 10 ist das Ende immer noch nicht zu fühlen, rangiert die Erzählgeschwindigkeit zu Beginn doch zwischen „Kann in den Dialogsequenzen mal jemand die Kulissen vorbei tragen, damit Tempo aufkommt?“ und „Zoomt NOCH näher an die Gesichter, ich glaube, der Mitesser möchte noch etwas sagen!“ – Ja, es ist ja ehrbar, dass Jack dem Oswald sagen will, wie groß und Jean-Luc-Picardich die Zukunft einst werden wird, wenn er nur endlich aufhören würde, Fallgruben im Kindersandkasten auszuheben, ABER: So kurz vor dem Schluss muss man nun auch nicht mehr anfangen, uns das Hitchcock’sche Psychodrama vom Himmel zu versprechen, während im Rucksack schon das C4 ungeduldig drängelt. Von Jack und Oswald gab es diese Season höchstens „Cock“, ohne „Hitch“!

Staffel 4 hat es geschafft, dass einem die Figuren mit jeder Folge mehr an Jacks unbehaartem Arsch vorbeigingen. Die „dramatischsten“ und „persönlichsten“ Momente waren noch Gwens „Where is Heart Attack-Daddy?“-Szenen. Nach Folge 2 oder 3 kam lange Zeit nichts Neues mehr und nun eben ein Finale für mediale Furzsammler. Ich halte erneut fest: Staffel war 5 Folgen zu lang und hatte bis auf die große Grundidee keine andere.

„Gut, dass ich mitgekommen bin. Nachdem man mich im Beichtstuhl nicht haben wollte, weil der Priester alle Ministranten für sich selber wollte, kann ich mir ja jetzt doch mit ‚Palästinensische Muskellockerung‘ meine Vergebungssporen verdienen!“ – Bomben(be)stimmung: Oswald sieht nunmehr ein, dass er Fehler gemacht hat. Jack zu glauben, dass diese Flaschen nur einem Durstanfall vorbeugen sollen, war einer davon.

Aber was war das Blessing denn nun? Nun, das ist einfach: Es war schon immer da, weil… Wesen… Bla… Doctor… Bla… Field… Lebendig… – Zusammengefasst: Wen kümmert’s, wenn der Autor seinen Sturzdurchfall nicht mehr halten konnte? Wenn das Universum eine rosa Riesenscheide am Arsch der Welt will, hält es sich nicht mit Kosten/Nutzen-Analysen auf, ansonsten wären schließlich auch keine Menschen entstanden, oder? Und die drei Familien waren eben einfach clever, als sie den Erdkern bestachen, für sie die Lavaproduktion einzustellen. Und da ein (Un)Glück niemals alleine kommt, trafen sie auf den unsterblichen Jack und folgerten messerscharf: „Ahaaa! Wenn wir auf beiden Seiten des Spalts Ziegenkäse hineinwerfen, wird kein Kind der Welt niemals mehr Hunger leiden!“

Äh. Nö. Habe da was verwechselt. Das war nur deren erster Gedanke, gefolgt von etlichen anderen, in denen Experimente mit Kuhfladen, Plastikbällen und alten Kaffeefiltern folgten. Da blieb halt nur noch Jacks Blut übrig, um den uralten Masterplan aller Weltzerstörer auszuführen: Alles neu aufbauen, diesmal aber architektonisch reizvoller und mit dreieckigen Straßenlaternen. Mal ehrlich: Diese Auflösung ist so arm, dass sie in der Fußgängerzone sofort jegliches Kleingeld anziehen würde, könnte sie einen Hut auf den Boden legen!

Und dann die bekloppten Bösewichte! Statt Rex vom Spalt wegzuziehen oder die Telefonverbindung zu kappen, die das gleichzeitige Eintreten des „Reset-Blutes“ erst ermöglicht, steht man welt- und doofmännisch in gebührendem Abstand die Plattform platt, um das pünktliche Auflösen von Plot und eigener Restintelligenz nicht zu verzögern. Aber immerhin flogen am Ende vor der Haustür von „Frau B. Lessing“ noch tüchtig die Briefkästen (Ethanollieferung drin?) in die Luft. Okay, aber die Bösen haben die Möse ja selber mit C4 verkleidet, um sie unauffällig(?) zu verstecken.

„Oh Gott, Jack! Eine Filmexplosion aus einer Serie aus den 80ern! Steckte etwa doch ein Zeitportal hinter allem?“ – „Glaube ich nicht. Dafür hätten die Bösen mir 5 Fußnägel entwenden müssen.“ – Das Sylvesterspecial von Torchwood: Gerade noch rechtzeitig können Gwen und Jack entkommen. Aber traurige Enden haben ja prinzipiell mehr Kraft…

Der Masterplan war also im Prinzip schon abgesch(l)ossen, was die Enthüllung am Ende so spannend machte, als würde ein mutmaßlicher Mörder gestehen, nur versehentlich auf die Biene getreten zu haben. Und was sollte der psychotropische „Möse reflektiert das wahre Ich“-Blödsinn, was eh jeder Frauenaufreißer weiß, der sich vor einer schon mal die Haare frisiert hat? Alle stehen staunend davor, denken an Popos (Jack) und die Momente, in denen man stets den Antifaltencremeverkäufer weggejagt hat (Gwen). Nur Oswald bekommt ein paar Krämpfe, weil er wohl sieht, was er beim Kindermorden noch hätte besser machen können. Es geht doch nichts über konstruktive Kritik von Überirdischen.

DAFÜR wurde der Pädophile also… äh… „eingeführt“?! Das ganze Hin und Her mit seiner adolf’ischen Ansprache („Seid GUTE Menschen, bewerft mich mit FRISCHEN Tomaten und Eiern!“) war nur dazu da, eine Figur im Gedächtnis des Zuschauers „auf Lager“ zu halten, die sich am Ende opfern kann. Zumal eine wirkliche Wandlung oder Todessehnsucht der Figur überhaupt nicht rüberkam („Oooh, Gwen! Was dagegen, wenn ich dein Kind provokativ das Apfelmus aus dem Bauchnabel schlecke und zynisches Zeug aus der Fresse fallen lasse?“).

Was sollte die „Engelansprache“ von damals? War wohl nichts mit mentaler Flügelbildung nach der landesweiten Idiotieversammlung? Und Jacks Lover hat seinen Alienfußboden aus dem „Gar-nicht-Super-Markt“ hinter Pöterhausen erworben, um mindestens so lange zu leben, bis Jack ihm den Stecker aus dem Po… äh… der Lebenserhaltung ziehen kann? Nicht mal mit einem charismatischen Sprecher der „3 Familien“ mussten wir uns rumplagen („Tag. Moment, ich stelle ihnen gerade meine 19 Cousins vor.“), sondern nur mit blässlichen Resterampe-Antagonisten.

„Oh nein, Jack! Meine Brusthaare sind verschwunden, während ich ohnmächtig war.“ – „Nfein. Fie sind zwiffen meinen Zfähnen. Ich habfe Erste Hilfe geleiftet. Etwa noch nie waff von Brustwarzenbeatmung geföhrt?!“ – Lebemann: Auch Rex darf sich am Ende darüber freuen, dass sein Schauspieler demnächst als Torchwood-Anführer in Frage kommt, sollte Herr Barrowman für die 5. Staffel keinen Bock mehr haben. Oder die nächsten Tage von den Zuschauern gelyncht werden.

Das Ende mit dem erschossenen Spion (hat die eigentlich irgendwas bewirkt, außer ihre Enttarnung um ein paar Tage zu verschieben?) war dann schon beinahe unfreiwillig komisch. Erinnert mich bitte daran, dass ich wütend in die Menge schieße, wenn hinter mir jemand meinen Namen ruft („Klapooo! Du hast Post… (PENG) -traumatischen Stress,wie mir scheint?!“)… Und ist das jetzt witzig oder kultig, wenn wir neuerdings ZWEI Unsterbliche haben? Ich frage ja nur, weil ich auf der Enterprise auch standardmäßig nur einen Androiden, in „Batman“ nur einen kultigen Butler und in „Shawn of the Dead“ auch nur einen lustigen Sidekick gezählt habe.

Von den ganzen kleinen Unmöglichkeiten ganz zu schweigen: Jack macht eine Kiste auf, findet umschnallbare Explosivstoffe und raunt Oswald im Plauderton zu: „Ich habe meine Meinung geändert: Gut, dass wir sie dabei haben!“ – Erwachsenes Fernsehen? Klar, denn geistige Behinderungen betreffen natürlich auch Volljährige…


Fazit: „Torchwood“ bewies uns die Richtigkeit einer alten Binsenweisheit: Es kommt nicht darauf an, ein langes (und auf 10 Folgen gestrecktes) Leben zu führen, wenn man am Ende dement im Weg rumsteht und vergessen hat, was man in der letzten Episode noch vollmundig angekündigt hat.

Was die Autoren geritten hat, so eine popelige, unspannende, klischeehafte („Achtung, überall Bomben. Nicht schießen, dafür aber 10 Minuten euren Masterplan erklären!“) Geschichte zu erzählen, die 50% der Zeit nur die Suche nach „Familien“ beinhaltete, die am Ende wohl alle gerade ihr Kindergeld abholen mussten, ist mir ein Rätsel.

Folge 9:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM

Folge 10:

ACTION
HUMOR
TIEFSINN
ALLES IN ALLEM
SPARKS MICKRIGER MEINUNGSKASTEN
Vorsicht: Nach dem Anschauen ist man Kategorie 1!
Folge 9:

Was haben Torchwood und eine Streckbank gemeinsam? Logisch, beide erfüllen den selben Zweck, nämlich das Unvermeidliche möglichst grausam in die Länge zu ziehen!

Sei es Gwens armer Vater, welcher über den Verlauf dieser Staffel so häufig durch die Gegend gekarrt wird, daß es bereits unfreiwillig komisch wirkt. Sei es die FBI-Tante, welche ihre irre Schwester ganz mal nebenbei und völlig ohne Zusammenhang einweisen lässt. Sei es die Regierungsverschwörung um das heimliche Wegkokeln der Kategorie 1-Leute. Sei es der Todes-Kult, welcher durch seine unheimlichen Masken durchaus wichtig erschien. Sei es die komische Alien-Antenne unter dem Bett von Jacks altem Lover. Hat all dies später noch Auswirkungen auf den Schluß? Nein! Nada! Njet!

Denn kaum stößt man hier durch einen bekloppten Zufall auf die beiden Schauplätze für das Finale („Guuuckt mal, was mir der Aufpust-Globus verraten haaat!“), gerät all dies auch schon in Vergessenheit. Und gab es wenigstens vorher mal ein paar Hinweise, daß diese später wichtig werden könnten? Nein! Nada! Njet! Die Folgen 2-8 hätte man genausogut wegschneiden können.

Fazit: Diese Episode knotet die Handlungsfäden mit dem Feingefühl eines Holzfällers zusammen. Was bedeutet: Der Großteil des vorherigen Handlungsaufbaus fällt der Axt zum Opfer und wird durch Kollege Zufall ersetzt, welcher durch eine charakterlose Vereinigung erklärt werden soll. („All dies wurde schon seit Jahren von uns geplant. Warum? Warum NICHT?!?“) Ich vergebe an dieser Stelle jedenfalls eine Note, welche mir bereits von meinem Großvater via Testament übermittelt wurde: 4 von Punkten.

Folge 10:

Ooooh! Aaaah! DAS ist also dieses „Blessing“, welches uns schon so lange um die Zuschauerohren gehauen wird. Beeindruckend! Überragend! Fantastisch!

Einfach spitze… diese übergroße Felsspalte.

Hust.

Aber mal im Ernst: Haben die Macher wirklich erwartet, daß SOWAS eine angemessene Belohnung für das stundenlange Mitfiebern der Zuschauer darstellt? Eine versteinerte Riesenmuschi?! Welche „einfach da“ und irgendwie „mit den Menschen verlinkt“ ist? In die man nur ein paar Tropfen Jack-Blut kippen muß, um die Welt unsterblich zu machen? Uuuund welche von diesen ominösen „Familien“ in Form von ein paar unbeeindruckenden Nachtwächtern bewacht wird?

Ganz ehrlich: Ich glaube nicht, daß dieser Amerika-Ausflug den Machern bekommen ist. Hielt man sich eventuell zu nah am „Stargate Universe“-Studio auf?

Auch was die Auflösung angeht, bin ich etwas sprachlos. Man brauchte erneut Jacks Blut auf beiden Seiten, weswegen man sicherheitshalber einfach mal Rex damit vollgepumpt hat?! Ohne überhaupt wirklich zu wissen, wie wichtig die Suppe ist? („Hey, vielleicht sind es ja eigentlich seine KNOCHEN! Komm schon, Jack, alle brauchst Du doch eh nicht! Yo, Rex, Interesse an einem neuen Steißbein?!“)

Nebenbei gab es auch noch den üblichen Verräter-Plot, welcher aber auch 1:1 aus „24“ hätte stammen können, extrem plumpe Techno-Lösung inklusive. („Die Explosion zerstörte alles, außer den Namen des Verräters. Hier, guck mal. Hab ich selber nämlich noch nicht, warum auch immer?!“)

Fazit: Die stetig fallende Qualitätskurve fand mit dem Finale ihren Höhe… Tiefpunkt. Schade um das wirklich schöne Konzept, welches gegen Ende völlig aus dem Gleichgewicht geriet. Schade um den starken Anfang, aber wie sagt man doch so schön: Traue keiner Vagina aus Stein, welche am Ende nur Dein Blut aufsaugen will!

Note: 3 von 10 Punkten.


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Artikel

von Klapowski am 11.09.11 in TV-Review

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Kommentare (15)

  1. flyan sagt:

    Also objektiv ist das nicht, dass hier mehr Punkte vergeben wurden als bei den letzten Stargate Universe Folgen, denn letztere waren irgendwie doch noch sinnvoller.

  2. Klapowski sagt:

    Objektivität in Reviews? Wird gleich eingeführt nach dem hartgekochten Speiseeis und alkoholhaltigen Getränken, die keinen Schwips machen.

    Ist jetzt übrigens nicht böse gemeint, aber ich würde es gerne mal verstehen:

    Warum wird in gefühlt jedem zweiten Review im Internet (vom Schafskäse bis hin zum Videospiel) die mangelnde Objektivität beklagt? Ist das so ein Insider-Ding wie dieses „ROFL“ oder diese kryptischen Symbolen hinter einem Satz, die ihr jungen Hüpfer so gerne verwendet, um Smileys zu sparen? Haben Reviews nicht den Sinn, dass man sich denjenigen anschließt, bei denen man das Gefühl hat, mit dem Autor auf einer Wellenlänge zu sein?

    Mir persönlich reicht es ja schon, wenn der Reviewer seine Abneigung schlüssig erklären kann. Da würde ich sogar bei SGU-Fans ein paar Augen zudrücken, auch wenn ich nie wusste, welche „emotionalen“ Szenen die gesehen haben.

    Aber um zu „Torchwood“ zurück zu kommen: Die Grundidee war ja wirklich grandios! Alleine die hat die ganze Staffel noch um mindestens 2 Punkte aufgewertet. Hätte man Jacks verloren gegangene Botox-Spritze suchen müssen statt den Wunderursprung (Finale Szene: „Ja, auf beiden Seiten der Stirn gleichzeitig reinspritzen, schon bist du wieder unsterblich!“), hätte das wohl noch GANZ anders ausgehen können.

    • flyan sagt:

      Ich fand, dass der herrlich bösartigen Subjektivität mit Einführung der Punkte eine Absage erteilt wurde. Bei den Schulnoten konnte ich mich immer belustigt an verschiedene Unterrichtsstunden erinnern, in denen praktisch deckungsgleiche Leistungen in einem Spektrum von 2+ bis 5- bewertet wurden, je nach Nase. Schon dieses Plus und Minus dahinter macht einen gewissen Reiz aus, weil es doch schon eine „eher Zuneigung“ oder „ziemliche Abneigung“ zum Ausdruck bringt, die man sich in der Note nicht traute zum Ausdruck zu bringen.

      Die Grundidee war wirklich nicht schlecht und gerade am Anfang auch wirklich geheimnisvoll. Jedoch hatte ich schon da die graue Vorahnung, dass am Ende alles unbefriedigend mit einem unlogischen Technik-Schnulli-Bulli aufgelöst würde. Letztlich kam es ja auch so, was natürlich nicht überraschen sollte. Was das verschenkte Potential angeht, möchte ich hier mindestens ein Unentschieden mit der liebgewonnen Stargate-Serie erklären.

    • Klapowski sagt:

      Dass die Noten zu solch einem Flashback in die finstere Schulvergangenheit gesorgt hatten, war mir nicht bewusst. Da taten sich ja damals noch ganz andere Vergleichsmöglichkeiten auf?!

      „Diese 3-Minus-Episode mag ja nicht supertoll gewesen sein, aber sie war definitiv besser als mein Erdkundetest der 5. Klasse, für den ich auch eine 3- bekommen habe!“

      Grund für die Wertungssystemänderung war ja, dass ich selber irgendwann nicht mehr wusste, was denn jetzt der Unterschied zwischen einer 2- und einer glatten 2 sein sollte. Zuletzt wuchs mein Respekt vor der Spielemagazinindustrie (83%! 77%! 81%, aber nur Mehrspieler!) so sehr, dass ich mich von dem System der Nachkommastellen befreinen musste. Wir bedienten es nämlich höchstens auf einem Niveau von 2-, fand ich.

      Zu Torchwood noch mal: Ganz arm ist ja eigentlich, dass Russel T. von Beginn an behauptet hat, ALLES würde aufgeklärt werden. Dabei schreit das Ende doch geradezu nach: „Wir wissen auch nicht, wer der blauäugige Mann im Anzug ist oder was ‚Plan B‘ gewesen sein soll, aber solange wir keine 5. Staffel ausschließen können, kann man mit LOST doch ruhig mal in einem Bett schlafen, oder?“

  3. Kataka! sagt:

    Ich hätte, vorallem die letzte Folge, dann doch besser bewertet, als sie hier weg kam. Irgendwas um die 5 von 10, bei der 9. Folge teile ich die Bewertung.

    Wie gesagt, die Grundidee war gut. Jedoch kommt es mir mehr wie eine Dr.Who-Folge (Welche ich mir ungerne ansehe.) vor:
    Wirr, an vielen Stellen undurchsichtig, die Helden überleben, der Plot hat regelrechte Krater – aber trotzdem ist man am Ende unterhalten.
    Vielleicht auch deshalb besser als Stargate Universe, welches im Vergleich zu diesem hier finster war. Denn ja, obwohl recht finstere Themen zur Sprache kamen (Es wurden Menschen verbrannt… .), blieb das Ganze recht locker. Jedenfalls ist das meine Meinung.

    Letztendlich gilt es noch einige Unstimmigkeiten auszuleuchten:
    Wieso machte Jacks Blut die Triade so mächtig, dass sie eine Schattenregierung aufstellen konnte? Wie konnte ‚the Blessing‘ das Durchschnittsalter errechnen, wenn Leute nichtnur natürlich sondern auch unnatürlich sterben – dürften unsterbliche Zeitreisende die Statistik nicht ruinieren? Wieso wurde Jack zurück geändert – und wieso die Blutkonserven auch? Wenn die Triade so mächtig war, wie sie sich gaben, weshalb konnten sie nicht einfach Shoot-on-sight Befehle zum Schutz ihres Gaiaschreins rausgeben? Wieso zwangen sie Jack zu seinem Ex-lover, der woher nochmal die Technologie des Feldes hatte? Und vorallem wieso würde er diese Technologie nutzen, um zu sterben, wenn er Jack nochmal sehen wollte?
    Und am heißesten brennt die Frage: Wieso hat Q sich in die Luft sprengen lassen? Dieses perfide, omnipotente Wesen hat sicher seinen perversen Spaß an dem Ganzen gehabt, ja ich bin mir sicher: Insgeheim hat Q das alles selbst gedreht. Pff, Erdvagina, nichtmal kreativ.

  4. FF sagt:

    Und wieso hat eigentlich das kopierte Blut (an dem angeblich gar nichts besonderes sein soll) die Menschheit nicht so richtig unsterblich gemacht wie Jack, also inklusive Komplettheilung (wie auch den Typ ohne Brusthaare) statt nur unsterbliches Dahinsiechen? Wären dann die moralischen Implikationen das Miracle rückgängig zu machen vielleicht für die Serie zu kompliziert geworden?

    Die anderen Sachen zähl ich jetzt nicht alle auf, es sind auch nicht nur Logiklöcher in der Handlung, sondern auch in den Köpfen der Protagonisten und Gwen nervt mich langsam genauso wie River.

    Es wäre besser gewesen Torchwood hätte mit der relativ guten 3.Staffel aufgehört. Ingesamt 2/10.

  5. Raketenwurm sagt:

    Für mich ging das Finale in Ordnung, weil es letztendlich genau das geliefert hat, was ich nach Folge 9 erwartet habe. Die Figur Danes hatte natürlich keinen Sinn, die Bösewichter haben sich natürlich doof angestellt, Jack hat sich natürlich geopfert, nur um natürlich doch nicht zu sterben, und eine sinnvolle Erklärung gab es natürlich auch nicht. Ich hätte nur eher gedacht, Rex stirbt, und nicht die andere Neue. Aber ansonsten – hat denn echt noch jemand geglaubt, nach 8 Folgen voller Sackgassenhandlungsfäden und dösbaddeligen Protagonisten auf beiden Seiten würde am Ende doch noch alles gut ? Nee !

    Alles in allem war es die schlechteste Torchwood-Staffel bisher und nur für Forschungsarbeiten gut, wenn es darum geht, wie man eine Serie NICHT entwickelt sollte, und was man so alles beim Schreiben von Serien falsch machen kann. Ist ja immerhin etwas.

  6. Thomas sagt:

    Wenn ich eine Geheimorganisation wäre, würde ich,

    – mir als Mitarbeiterin auch eine arbeitslose, überschminkte, skrupellose Skandal-Reporterin suchen, die gerne mal Publicity für Kindermörder macht, damit die Organisation auch WIRKLICH geheim bleibt

    – würde ich auch erst alle unsterblich machen, um zu entscheiden, wer sterben muss, zumal man seine Gegner dann nicht mehr so leicht killen kann

    – würde ich auch einen Riesenphallus, der durch die Erde geht, dadurch schützen, dass ich die einzige Person, die ihm gefährlich werden kann, unbekümmert herumwandeln lasse

    – würde ich mir auch drei Namen suchen, die so ungewöhnlich sind, dass man sie nicht mal unter google findet. Wie soll man sonst auch vernünftig seine Doktorarbeit fälschen?

    • Raketenwurm sagt:

      – würde ich auch überall riesige, sich drehende Dreiecks-Logos draufpappen, damit keiner irgendwelche Zusammenhänge erkennen kann

      – würde ich auf den einzigen Mann, der mir gefährlich werden könnte, auch nur einen Killer ansetzen, mit der Anweisung, erstmal nur Fotos zu schießen, und beim Showdown dann nicht die Zielperson sofort auszuschalten, sondern vorher noch lange Reden zu halten

  7. FF sagt:

    – würde ich den Typen ohne Brusthaare, weil ich ihn wegen Blutgefahr nicht erschiessen kann, völlig unbehelligt lassen, statt ihn bewusstlos zu schlagen

    – etc., etc., etc.

  8. Larifari sagt:

    Stimmt, das war ja schon fast das lächerlichste im gesamten Finale. „Wir können nicht schießen, weil das Blut sonst in die Göttersp..alte rinnt, also stehen wir nur wie paralysiert ´rum“.

    Von der ultimativen Geheimwaffe „Arme auf´n Rücken drehen“ scheint bei den Bösewichtern mit 1A Bösewichtsausbildung wohl noch nie jemand gehört zu haben.

    Naja, passt irgendwie zu der sehr mäßigen Staffel, trotzdem hat mich das Ganze irgendwie, irgendwo, doch noch einigermaßen unterhalten (Restanspruch inzwischen auch eine Kategorie 1?)

  9. ted_simple sagt:

    Ich finde, die hier angekreideten Detais gehören in die Kategorie „kleine Logikfehler, die sich leicht beheben ließen“.

    Z.B. die Sache mit dem paralysierten Herumstehen der Bösewichte. Man hätte die Regieanweisungen nur leicht ändern müssen. (Oswald stand die ganze Zeit bereit, sich in die Luft zu sprengen, und somit Jacks Blut spritzen zu lassen, das war okay; auf der anderen Seite der Spalte hätte konsequenterweise Rex seine Hand auf sein Pflaster legen und drohen müssen, es sich vom Leib zu reißen.)

    Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen, weiß jetzt nicht ob ich sagen soll: diese kleinen Fehler sind leicht verzeihlich, oder das Gegenteil: gerade weil sie so leicht vermeidbar gewesen wären, ist mir unverständlich warum manche Details handwerklich nicht sauber ausgearbeitet wurden.

    Im Großen und Ganzen waren die Grundideen aber gut umgesetzt und wurden auch alle zu Ende geführt bzw. schlüssig erklärt.

    Dass die allgemeine Unsterblichkeit den Weg zu einer weltweiten Diktatur ebnet, fand ich sehr einleuchtend. Die Entscheidung, wer verbrannt wird, gibt den Behörden eine ungeahnte Macht, und diese Pharma-Firma konnte durch den Verkauf von Schmerzmitteln sehr einflussreich werden. Genau das ist es, was Mafiosi wollen: sich einen Staat schaffen, in dem Korruption gedeihen kann (d.h. bevorzugte Staatsform ist eine Diktatur), ohne aber selbst ins politische Rampenlicht zu treten. Fand ich sehr überzeugend.

    Zum „Blessing“: Wenn man ein wenig darüber nachdenkt, wird einem klar dass es eine wirklich gute Erklärung für die weltweit beobachteten Phänomene ist. Per telepathischer Verbindung werden alle Menschen zum Leben „angestachelt“, auch wenn sie schwerst verletzt sind. Eine echte physische Heilung (á la Jack) ist jedoch nicht möglich. Die Frage wie „The Blessing“ das durchschnittliche Todesalter bestimmen kann, ist mit einfacher Mathematik zu beantworten: Die natürlichen Tode kann es per Telepathie beeinflussen. Die unnatürlichen Tode kann es nicht beeinflussen, aber zumindest beobachten. Und wenn „The Blessing“ hinreichend Intelligenz hat, kann es dann ausrechnen, wie es die natürlichen Tode justieren muss, um zusammen mit den unnatürlichen Toden den erwünschten Gesamtdurchschnitt zu erzielen. Das alles kann auch auf instinktiver Ebene geschehen – wie genau der Verstand von „The Blessing“ funktioniert, wissen wir nicht.

    Wie das „Blessing“ Jack sterblich gemacht hat, erkläre ich mir so: es hat die regenerative Kraft, die normalerweise Jack heilt, von ihm „abgeschirmt“. Diese Erklärung wurde uns geschickt und subtil mit der Technologie nahegelegt, die Jacks Lover genutzt hat (wie erklärt wurde, hat er diese aus den Überresten der Torchwood Facility geklaut). Diese ist ja auch dazu in der Lage, Kräfte oder Strahlungen abzuschirmen, ich denke dass das Blessing etwas ähnliches mit Jack gemacht hat. Als es die Abschirmung wieder aufgehoben hat, also bildlich gesprochen das Ventil des Wasserhahns wieder geöffnet hat, hat es fälschlicherweise den „Strahl“ auf zwei Personen ausgerichtet, Jack und Rex. Dass Rex unsterblich werden würde, war mir schon 15 Minuten vor Ende der Folge klar, es war die logische Konsequenz.

    Schließlich Oswald Danes. Auch sehr schön aufgelöst. Erst zum Schluss verstehen wir ihn richtig: Es ging ihm immer um die Macht, die er verspürt, wenn er einem anderen Menschen das Leben nimmt. Wir lernen auch, dass er durchaus ein schlechtes Gewissen hat, dass er als Last mit sich herumträgt, und dass er dieses schlechte Gewissen in Kauf genommen hat, weil ihm die Machterfahrung wichtiger war. Dass er überführt wurde, war ein Unglück, dass er sicher nicht wollte, aber als es geschehen war, hat er alles dafür getan, hingerichtet zu werden, weil das Leben in Gefangenschaft für ihn unzumutbar war. Wie er dann im Finale Gwen bewundert („You are magnificent!“), als sie Entscheidungen über Leben und Tod fällt – das, was er immer tun wollte – ist der perfekte Abschluss für seinen Charakter.

    Dass die drei Familien weiterhin geheimnisvoll bleiben und uns Plan B nicht bekannt ist, geht doch in Ordnung – Stoff für eine nächste Staffel.

    @Sparki
    Zu dem Kult mit den unheimlichen Masken, der Einweisung von Esthers Schwester u.ä. nebensächlichen Handlungssträngen: Der rote Faden ist meiner Meinung nach, dass uns hier die Folgen der weltweiten Unsterblichkeit vor Augen geführt werden sollten. Was wäre wenn? Sekten entstehen. Selbst die niedersten Verbrecher wie Oswald Danes können sich zu Kultfiguren erheben. Verrückte Frauen können ihre Kinder für Kategorie 1 „volunteeren“. All dies verdeutlicht, wie verkorkst die Welt geworden ist. Was auch überhaupt eines der Grundthemen von „Torchwood“ (im Gegensatz zu „Doctor Who“) ist: zu zeigen, wie krank die Welt ist. Ich sehe hier keine offenen Handlungsstränge, die hätten beendet werden müssen.

    Alles in allem sehr gute Sciene Fiction mit Schwächen im Detail, 7/10.
    Und ja, die Staffel war etwas zu lang… 8 Folgen hätten es auch getan. Aber viel kürzer hätte man es nicht machen können, schließlich sollten uns all die Folgen von weltweiter Unsterblichkeit vor Augen geführt werden, und das braucht einen gewissen Raum.

  10. Worch Tod sagt:

    Du weißt nicht wovon du laberst.
    Torchwood ist die mit Abstand Beste Serie, die je gedreht wurde.

  11. totalwarANGEL sagt:

    Also ich finde ihr versucht gar nicht die Handlung zu verstehen, sondern gebt euch den Spaß sie abzuwerten.

    @ted_simple
    Sehe es ähnlich.

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