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Star Trek Voyager – 6.26 – „Unimatrix Zero I“ Review

Hmja. „Unimatrix Zero“. Das war er also, der große Borg-Zweiteiler, auf den alle gewartet haben. Denn ein Zweiteiler ohne Borg, das wissen wir, wäre eine Katastrophe! Irritierte Fans würden aufblicken und verschüchtert fragen:

„Eine tolle Zeitreisenstorie. Aber… ich hätte dann doch lieber erfahren, wo die Borg hingehen, wenn sie mal dringend müssen. Oder ob es da nicht noch einen klitzeklitzekleines Borgschiff-Typus gibt, das bisher noch nicht im Fernsehen gezeigt worden ist!“

Ja, so sind sie, die Borgfans. Liebenswert, neugierig, drollig aber eben auch ein bißchen dröge in der Birne.

Ansonsten hätte auch dieses Fan-Kaliber gemerkt, daß „Unimatrix Zero“ den Borgmythos in immer detaillierteren Bildern ausschlachtet. Hier eine bewaldete Traumwelt (deren Entstehung mir immer noch nicht ganz klar geworden ist), dort eine Borgkönigin, die Borgköpfe zerstückelt.

Inzwischen bekomme ich bei dem Anblick der Borg nicht mehr Angst als im Alteisenladen…

Überhaupt habe ich manches gegen Ende nicht verstanden, was aber daran liegt, daß ich bei Voy-Doppelfolgen generell sehr müde werde:

Nachdem Janeway und B’ellana gefangengenommen worden sind, sieht und hört man von Furchenstirn (nicht Janeway, die ECHTE Furchenstirn!) lange Zeit nichts. Aber später läuft sie dann äußerst nicht-gefangengenommen durch die Gänge. – Vielleicht ist aber auch ein Kraftfeld ausgefallen, das sie gefangengehalten hat und ich habe in dem Moment gerade weggeschaut oder gebetet.

Verstanden habe ich auch nicht, wie lange und erfolgreich die Voyager den Borg-Kubus in Schach hält. Irgendwie hatte ich die Borg aus alten TNG-Zeiten doch ein wenig kraftvoller in Erinnerung. Zack! Strahl von rechts-außen und weg ist das Föderationsschiff.

Und warum konnte der Klingone einen ganzen Borg-Kubus übernehmen? Wenn man mal davon ausgeht, daß ein Borgschiff tatsächlich über Handkontrollen gesteuert wird (und nicht etwa über die kollektive Gedankenvernetzung, wie es logisch wäre), so kann es doch trotzdem nicht leicht sein, an allen anderen Borg vorbei dieses Schiff unter alleiniger Kontrolle zu halten. Kommt da mal keiner vorbei, sprengt die Tür zum Pilotenraum und macht den Typen alle? Oder manipuliert über einen Computerterminal die Kommandozentrale, wie wir es seit Kirk kennen?

Und hätte die Borgkönigin die Sphäre nicht locker (selbst)zerstören können? Und warum kommen Chakotay und Seven auf der Krankenstation nicht auf die extrem naheliegende Idee, das Hologramm des Captains könnte eine Täuschung sein?

War das Grundkonzept eigentlich noch ganz spannend, enttäuschte die Umsetzung doch. Einfallslos wurde aus unendlich vielen schlechten Folgen der olle Standartwald wieder herausgekramt, in denen die wenigen freien Borg sich tummeln durften. Zudem zog sich der erste Teil wie ein Kaugummi, um endlich einen müden Cliffhanger zu präsentieren. Hier haben die Autoren wohl lustlos 45 Minuten Story geschrieben, um endlich diesen Schock-Effekt am Ende bringen zu können (man wollte wohl die letzte Staffel so spektakulär wie möglich einleiten). Zuerst die Zerstörung des Delta Flyers und dann Tuvok, B’Elanna und Janeway als Borg! Aber selbst das war eher unspektakulär. Da wir ja schon Picard als Borg erleben durften…

Fazit: Borg, geht doch mal endlich nach Hause!

Note: 4-


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Artikel

von Klapowski am 08.10.01 in Star Trek - Voyager

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