Das ernsthafte Medienmagazin

Leserbriefe 13 – „Gott bin ich sauer“

Auf der „Galileo VII“ wurde Klapowski mit Schlüpfern, Tribbles und Warpspulen beworfen. In unserer dieswöchigen Leserpost fanden wir hauptsächlich Backpulver. Außerdem erklärt unser Fachberater unseren Lesern den Zungenkuss und gibt Antwort auf die Frage, ob man von Urin schwanger werden kann.

Torsten schrieb:

„Neben all der Sch…, die einen in der Welt und im Privatleben begegnet tut es so richtig gut, einen Blick auf eure Seite zu werfen und sich in die Belanglosigkeit entführen zu lassen. Die reinste Erholung. Schön, dass ihr wieder da seid.“

Wir schreiben:

„Willkommen im Kurhotel „Waldfrieden“. Sie nächtigen direkt zwischen dem Aboretum und dem Untersuchungslabor für planetarische Biomasse. Unser „eingefleischtes“ (durchaus im Sinne von „kräftig gebautes“ oder schlicht „fett“) Team bietet ihnen heilsame Bestrahlungen im Reaktorraum. – Wobei wir uns die Auswechslung des zuletzt genannten Adjektivs ausdrücklich vorbehalten! Seien sie auch dabei, wenn unser Chiropraktiker, Dr. M. Fleischhaupt-Müller einen Blick auf ihren Rücken wirft und radikale Umgestaltungsvorschläge… vorschlägt. – Und dann auch gleich zuschlägt. Nehmen sie warme Schlammbäder in Neelix blähtranischem Kartoffelpüree. Bauen sie Aggressionen ab beim Wassertreten. Und denken sie daran: Wir sind immer für sie da. – Ob ihnen das nun gefällt oder nicht…“


Tim Lanfèr ist wieder da:

„Nichts für ungut: aber seit ihr unter stus.de rangiert,ist alles langweilig.Es regt sich keiner mehr über Euch auf!Keine Witzfiguren mehr,die das Gästebuch versauen!Back to basic,bitte!“

Wir meinen:

„Tut uns leid. Leider war es uns finanziell nicht länger möglich, professionelle Gästebuchstreicher zu engagieren. Die Euroeinführung hat der Malerverband für Analphabeten bedauerlicherweise für fies versteckte Preiserhöhungen von bis zu 290% genutzt. Unsere bisherigen Lieferanten waren daher nicht mehr bereit, zu den alten Konditionen zu arbeiten. Die bisherigen Experimente mit umgeschulten Hochschulprofessoren und Nobelpreisträgern scheinen leider fehlzuschlagen: „Das Beste, was ich je gelesen habe!“ und „Einfach nur genial!!“ – Da wir derlei unprofessionelle Arbeit nicht schätzen, werden wir zukünftig auf Fremdautoren verzichten und wieder dazu übergehen, Gästebucheinträge zu fälschen und die Leserecke mit eigenen Texten aufzufüllen. Wir bitten auf Seiten der Leser diesbezüglich auch weiterhin um Verblendnis!“


Cpt. Ar(s)ch(er)loch zeigte sich ungehalten über die Ent-Folge „Dear Doctor“:

„K. Arschloch verachtet das LEBEN mehr als Bush, Saddam, Hitler zusammen!
Und diese Schlampe T`Pol muss mal richtig ge***** werden…….
Gott bin ich sauer, ich koennte glatt vergessen das Startrek nur ne dumme TV Serie ist……“

Wir antworten:

„Bitte etwas vorsichtiger mit derartigen Anschuldigen! – Unser Auslandskorrespondent Slobodan Milosèvic blickt schon ganz beleidigt von der Satellitenzuschaltung herunter! Unter uns gesagt hast du natürlich Recht: Auch die Redaktion stand den jüngsten Geschehnissen in Enterprise fassungslos gegenüber. Tobsuchtsanfälle verwandelten das Redaktionsgebäude kurzzeitig in eine chaotische Müllhalde (normal wäre: „domestizierte Müllhalde“), verbitterte und sadistische Autoren quälten uralte Gags bis zum Erbrechen, Demonstrationszüge gegen Kriegsgreul und minderwertige Kaffeefilter blockierten zeitweise Zugluft und ganze Ameisenstraßen… Erst jetzt hat sich die Situation wieder beruhigt. Die nächste Katastrophe ist jedoch schon wieder im Anflug: G.-G. Hoffmann war erst vorhin Zeuge, wie Biene Maja einer gebrechlichen Hummel die Vorfahrt nahm! Faschistoides Insektenpack! Menschenverachtendes Geflügel! Rechtsradikale Blumenbesetzerbande!!…“


FFVT lobte uns:

„Gratulation!! Ihr schafft es regelmaessig mich einmal pro Woche derartig zum Lachen zu bringen, dass sich meine Nachbarn schon wegen Laermbelaestigung bei mir beschwert haben. Weiter so!!“

Uns tut das leid:

„Aber vielleicht können wir Hilfestellungen anbieten? Immerhin ist diese Leserbriefecke auch zu einem guten teil offizieller Kummerkasten zahlreicher Frauenzeitschriften, die Wert auf satirische Ratschläge legen (z.B.: „Wenn Ihr Mann trotz Nachfragen nicht über seine Probleme reden will, dann sprechen sie ihn doch einfach darauf an!“). Wie wäre es, wenn Sie Ihre Nachbarn einfach einladen, mit Ihnen zusammen die unbestreitbaren humoristischen Vorteile von STuS.de zu nutzen? Sollte dies nicht fruchten, so sehen Sie sich doch bitte im STuS-Fanshop um (der aus Gaggründen unsichtbare Link auf der linken Seite)! So bieten wir seit einiger Zeit den lärmschluckenden „STuS Antilaugh“ an. Vollkommen geräumig, zum Schieflachen schräges Design und eine beißfeste Saugunterlage für Urin- und Tränenflüssigkeiten sorgen für Komfort auch bei den etwas lauteren Tagen. (Hier: Ersatzflüssigkeit). – Von Fußboden- und Deckenbesitzern uneingeschränkt empfohlen!“


Riechender Fischbrei gehört ebenfalls zur NPD (Nächtlicher Parodie-Druck):

„ihr stinkenden pennner! hehe ,neee ich steh sogar manchmal nachts auf,zieh mir einen durch und lese eure neuesten artikel. ps das englisch gelabere der aliens sollte mittlerweile geklaert sein,also hakt diesen punkt dochmal ab.“

Wir sind verwirrt:

„Was sollen wir denn da abhaken? Oder meintest du „hacken“? Wurde der Punkt in der Serie gar in genau diesem Moment angesprochen, als GGH mir eine nicht unerhebliche Menge Weißbier über Fernsehsessel und Englischwörterbuch gepanscht hat? – Du kannst uns gerne Morgen die Antwort zumailen, jetzt schau aber erst mal auf den Win-Chronometer unten rechts. Ist es nicht Zeit für einen brutalen Schlagaustausch mit dem Sandmännchen?“


Mein kleiner Bruder, „Klapow“ (dt.: Scherz), der sich sein „ski“ (dt.: mies) erst noch verdienen muß, rief mich kürzlich über das Gästebuch an:

„Ein Daniel Klapowski! Es gibt nur ein Daniel Klapowski! Ein Daniel Klapoooowski! Es gibt nur ein Daniel Klapooowski!
Wir – woll`n – den – Daniel sehen, wir woll`n den Daniel sehen, wir woll`n, wir woll`n, den Daniel sehen! Wir – woll`n – den – Daniel sehen, wir woll`n den Daniel sehen, wir woll`n, wir woll`n, den Daniel sehen!“

Ich steige etwas verdattert vom Wohnzimmertisch:

„Da hast du mich ja fast drangekriegt! Hüfteschwingend war ich gerade dabei, mir meinen Unterhose vom Körper zu spachteln, als dein hypnotischer, leicht unterirdischer Schlacht/Schmacht/Schacht-Gesang verstummte. – Sind etwa Fußballer unter uns? Nein? Vielleicht sonst irgendwelche Kugelakrobaten? Hand-, Volley-, Basket- oder doch nur Kopfballa? Ich frage ja nur… Bewahrt euch doch diesen kritiklosen Zuspruch bitte für den Irakfeldzug. Und ich gehe dann jetzt mal zu meinem Schöngeistchirurgen. Nein, nichts Schlimmes: Nur ein bisschen Ego absaugen lassen…“


Markus schrieb:

„Deine/Ihre Kritik zum Endspiel finde ich vollkommen gerechtfertigt, da is nur was kleines:
Das Ding, das die Runzelstirnen da verscherbeln, wird oben auf den Corsa gepappt und löst diesen Spalt aus, mit dem Frau Janeway in die Vergangenheit reist, und nicht die Panzerung; die wird von einem „Ablativgenerator“ generiert, der schon eingebaut ist und wohl genauso zum Shuttle gehört wie die Note 5 zu dieser Folge.

Ich muß leider anmerken:

„In letzter Zeit nehmen die Kritik-Kritiken enorm zu! Dabei können wir konstruktive Kritik auf den Tod nicht ausstehen! – Sinnlose Beschimpfungen und tote Katzen in der Mailbox sind ja völlig OK, aber konstruktive Briefe führen uns immer vor Augen, wie fehlerhaft und menschlich wir doch sind. Eine Sichtweise, die ich dank „Klapow“ gerade erst abgelegt zu haben glaubte. Vielleicht sollte ich auch einfach damit aufhören, private Zeitreiseexperimente mit Hilfe von Alkoholeinfluss durchzuführen…
Denn natürlich hast du Recht: „Ablativ“ war der Technopickel auf dem Shuttle, „Abgrundtief“ das Schildsystem. Da hatte ich wohl was durcheinandergebracht…“


Und noch einer! – Nandor, der Nörgler schrieb:

„Mit Erstaunen habe ich die Kritik zu der Voyager Folge „Ein natürliches Gesetz“ gelesen, die meiner Meinung nach (nach der keiner gefragt hat) viel zu positiv ausgefallen ist. Seit langem habe ich mir wieder eine Folge angeguckt und ich fand sie grottenschlecht. Verstehen kann ich nicht, was an dieser Fahrfliegschule so amüsant sein soll. In meinen Augen ist es bloß ein erfolgloser Versuch ein wenig Witz in die Folge zu bringen. Am Ende scheinen die texanischen Autoren das Ruder übernommen zu haben und der ach so rebellische Tom hat wieder auf alle Regel ge-a-at. Dies alles natürlich auf die gewohnt lässige amerikanische Art, die wir schon oft genug gesehen haben. Nur die Stars and Stribes Flagge hat am Spoiler des Shuttles gefehlt.“

Ich meine dazu:

„Im Nachhinein weiß ich auch nicht mehr so genau, was mir damals an der Fahrfliegschul-Sequenz so toll(?) gefallen hat. Um die Angelegenheit klären zu können, habe ich jedoch schnell aus einer Kohlenkiste und einigen Gummibändern eine Zeitmaschine gebaut und den damaligen Dany-Klaposwki in das Leserbriefstudio eingeladen. Eigentlich sollte an dieser Stelle auch ein humorvolles Zweigespräch zwischen ihm und mir stattfinden, doch leider kann ich den Kerl nicht von der kalkweißen Badezimmerwand losreißen. Seit Minuten beömmelt er sich jetzt schon und weist kichernd auf kleine Fugen und Ritzen… Und das, nachdem bereits meine Mickey-Maus-Krawatte einen erstaunlichen Heiterkeitsausbruch ausgelöst hat. Die Erwiderung auf deine Frage bezüglich der guten Benotung wird also noch einige Zeit auf sich warten lassen…“


Christian:

„Wenn ich die Folge richtig verstanden habe, und ich bin überzeugt das ich das habe, dann handelte es sich nicht um einen separaten Planeten auf dem sich die stummen Wilden befanden. Sie sollten in einem durch das Kraftfeld geschützten Habitat auf dem gleichen Planeten wohnen wie ihre Nachfahren. Es wurde auch immer von einem Habitat gesprochen, außerdem hatte Tom seine Flugstunden in der Nähe dieses besagten Planeten und er stürzte sich quasi direkt auf dessen Oberfläche.“

Jetzt reicht`s:

„Keinem kann man es Recht machen! Ich wusste es ja schon länger: Die Neigung des Redaktionsleiters, ständig reißerische Artikel und Enthüllungen zu fordern, ist mit dem Insiderwissen der Leser einfach nicht kompatibel! Zwar macht sich eine pompöse BILD-Überschrift im Stil von: „Kraftfeld am Ende?? Uschi Glas droht zu zerbrechen: Logikloch der Geliebten verführte Ehemann!“ auf dem ersten Blick immer gut, aber irgendwann kommt die Wahrheit dann doch immer heraus. Auch gut. Da habe ich das Miststück eben besser im Auge…“


Phillip ist etwas seltsames aufgefallen:

„Du hast nun schon mehrmals Berlin in deinen Artikeln genannt. Warum?“

Ich flüstere:

„Pschhh! Das muß doch wirklich nicht jeder wissen! Ich benutze diese Stadt aus dem selben Grund, aus dem ich auch „und“, „Voyager“ und „ist“ häufig verwende: Ich mag es, ständig wiederkehrende Gags in meine Texte einzubauen! Kleinigkeiten, die niemanden auffallen und erst bei absoluten Viellesern, Intelligenzbestien und Gedächtnisakrobaten die gewünschte Erkenntnis hervorrufen: „Höööh?? Is` mir gar nich` aufgefall`n!“ – Richtig! Genauso wie mir! Auf einer metaphysischen (Un)Verständnisebene sind Leser und Autor also untrennbar miteinander verbunden! DAS ist das geheime Erfolgsrezept von STuS.de! Und wer weiß: Vielleicht stürzt sich schon bald eine selbstmordfreudige Talibantaube auf ein Fenster des Bundestages? Spätestens dann wird es heißen: „Klapowski, du Hund! Du hast es die ganze Zeit gewusst!“ Genau, das habe ich! Und an diesem Tag werde mein Haus in einer der schönsten europäischen Großstädte verlassen, selbstsicher die Morgenluft der berühmten Hauptstadt in die Lungen saugen und dann in einem übergroßen Bogen vom Eifelturm herunterpinkeln…


Weitersagen!

Artikel

von Klapowski am 30.09.02 in Klapowski antwortet

Stichworte

,

Ähnliche Artikel


Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Brandneues
Gemischtes
Newsletter
Arschiv
Zum Archiv unserer gesammelten (Mach-)Werke.
Büchers
Jenseits der Goetter

Jenseits der Macht