Das ernsthafte Medienmagazin

Die Zukunft von Gestern – Humor aus den 70ern…

Wie wird die Zukunft aussehen? Nun, wir wissen es auch nicht genau, sind wir doch eher von der „Zuck-Zunft“, und zwar immer dann, wenn wir Videoaufnahmen wie die gleich folgenden sehen. Kollege Sparkiller wies mich nämlich kürzlich darauf hin, wie das Deutsche Fernsehen im Jahre 1972 das Jahr 2000 sah. Also: Den Boden aus zwei Colaflaschen geschlagen und daraus eine Brille gemacht, denn dieses humoristische Video solltet ihr auf keinen Fall verpassen!


Humorlos in die Holpervision: Die Zukunftsvision um Herrn B. würde jedem Satiregipfel zur Ehre gereichen.

Süß! Statt einfach „Heimcomputer“ zu erwähnen, dengelt Mister Hornbrille an irgendwelchen Schaltpultnippeln herum, damit für ihn live(?) eine Kamera im Supermarkt herumfährt. Fortschritt für Zwangsgestörte. Amazon für einarmige Analoge. – Kein Wunder, dass er seinem verschnarchten Chef per Bildtelefon mitteilen muss, dass es heute mal ein paar Stunden später wird. Süß auch, dass man 1972 annahm, alle Menschen würden sich beim Telefonieren gegenseitig dabei betrachten wollen, wie man aufgewärmtes Ekelessen aus der Alufolie löffelt. Okay, die Allgegenwärtigkeit des Bildtelefons würde erklären, warum Herr Horn seit Stunden mit Schlips im Bett herumliegt. Man möchte ja als Quasi-Single(!!!)-Mann nicht einen NOCH schlechteren Eindruck machen, falls der Abteilungsleiter mal für ein „Scheiße-vor-dem-Monitor-Aussehen“-Duell anruft.

Oder ist der Protagonist einfach mies drauf, weil das erwähnte Antidepressiva vielleicht doch nur eine Süßstoffpille gewesen ist? Vielleicht hat der Wirkstoff ja auch nur eine 25-Stunden-Woche? Oder hat die neue Herzklappe angesichts der irritierend igittigen Innenausstattung einfach dichtgemacht?

Immerhin: Dem Flatscreen kommt die Bildwand schon recht nahe, und theoretisch könnte man ja heute tatsächlich per Satellit ein paar Japanern dabei zuschauen, wie sie sinnfrei im Kreis hüpfen. Aber alleine stilistisch ist diese Zukunftsvision ein kleines Meisterwerk an ranzigen Restbildbeständen der 60er. Und warum musste der Herz- und Seelenkranke doch gleich in einem ungemütlichen Wohnturm leben? Weil es mehr Singles als Wohnraum gibt? Strafe für unangemessene Hässlichkeit? Weil man mit DER Brille nur in Sozialer-Wohnungsbau-Pyramiden gelassen wird, wo es auf Eleganz eh nicht mehr ankommt?

„Bitte zurücktreten! Türen schließen! Lachen einstellen! Ich mein’s ernst, Leute: Schluss mit dem albernen Gekicher!“

Auch nett: Der Propeller am Zug, der in Sachen Effizienz vermutlich ganz großes Kino ist. Schade, dass nicht gezeigt wurde, wo die Energie für die vielarmige Leuteschubse herkam. Vermutung: Das letzte Abtei besteht aus reinem Flüssigtreibstoff nebst Generator. War das grundlegende Prinzip einer Magnetschwebebahn im Jahr 1972 etwa noch nicht bekannt? Nicht, dass sich dieses im Jahre 2011 wirklich durchgesetzt hätte. Okay: Dass die Autos streckenweise etwas kompakter werden, ist ja nicht so gaaaanz verkehrt, aber musste es denn wirklich ein rollendes Lutschbonbon sein? So wenig Platz kann auf den Straßen ja dann auch nicht sein, dass man seine Getränkekisten mangels Kofferraum wieder per Hand nach Hause tragen muss.

Wobei: Lebensmitteleinkäufe werden hier ja automatisch nach Hause gebracht. Eine tolle Sache für alle, die nach Hause hetzen müssen, weil der Mann von Aldi vier dahinschmelzende Tiefkühlpizzen im Briefkasten versenkt hat. Und welcher Wohnturm(single)nachbar klaut eigentlich immer das frisch gelieferte Lokuspapier vom Fußabstreifer?

Auch kultig: Der zweite Teil der Dokumentation. Herr B. ist gelangweilter Systemadministrator für eine Art „Doofen-Internet“ nach Vorbild einer Fischstäbchenfabrik. Hier legt er den verknoteten Magnetbändern ab und zu die heilende Hand auf… Wenn er nicht gerade zu deprimiert dafür ist, versteht sich. Gut, dass es hier die Rente mit 50(!) gibt, die er rein optisch schon vor Jahren hätte beziehen können.

Da sieht man es mal wieder: Wer behauptet, 30 Jahre in die Zukunft blicken zu können, gehört mit tonnenschweren Brillengläsern in der Wohnpyramidentoilette versenkt. Gefolgt von jenen, die behaupten, 20 Jahre voraussagen zu können. Und auch solche, die meinen, die nächsten 10 Lenze überblicken zu können, sollten aufpassen, sich nicht mit dem Kopf in lächerlichen Selbstverständlichkeiten („Computer werden kleiner!“) zu verstricken. Ich erinnere daran, das uns exakt im Jahre 2000 der Kühlschrank versprochen wurde, der selbstständig ausgehende Nahrungsmittel nachbestellt. Hallooo? Will man ständig das selbe fressen? Und wenn ich entscheide, die 3 Tüten Saft aufgrund nachlassender Sommerwärme doch wieder woanders zu lagern, steht am nächsten Tag ein blöde grinsender Lieferant mit 3 neuen Tetrapaks vor der Tür? Von den hochschießenden Lebenshaltungskosten durch den permanenten Lieferdienst ganz zu schweigen. Bezahlt das Hartz 4? Auf das Urteil des Verfassungsgerichts bin ich gespannt.

Und auch das „bald“ automatisierte Haus fand ich zur Jahrtausendwende schon gruselig: Von der Arbeit aus das Badewasser einlassen (natürlich zu heiß, damit es zuhause wieder schön lauwarm ist?) und die Bude erst dann durchlüften lassen, wenn man gerade spazieren geht? Damit man drinnen nicht friert, während man draußen friert? Will ich wirklich, dass das Licht automatisch an- und ausgeht, wenn ich von einem Raum zum anderen gehe? Kann ein Mann dann nicht mal mehr im Halbschlaf auf die Schüssel strullern, weil das ganze Haus beim nächtlichen Aufstehen unbarmherzig illuminiert wird? Wo blieb das „Papierlose Büro“, das uns am Ende der 90er in Aussicht gestellt wurde? Werden die Konzeptpläne dafür etwa seit 10 Jahren ausgedruckt?

Vielleicht kann ja… pfrrrr… die „Dokumentation“… chhhhrhrnn… über das Jahr 2057 weiterhelfen? *Prust*


Weitersagen!

Artikel

von Klapowski am 30.01.11 in All-Gemeines

Stichworte

, , ,

Ähnliche Artikel


Kommentare (20)

  1. DJ Doena sagt:

    Montag, der 25. Oktober 2000 also…

    Muss wohl nen anderer Planet sein, denn hier war der 25.10.2000 ein Mittwoch.

  2. DJ Doena sagt:

    Andererseits haben sie ja teilweise auch gar nicht so weit daneben gelegen (wenn man jetzt mal 2010 statt 2000 nimmt). Fertigfraß, oder wie es die Amis nennen „TV Dinner“ gibt es ja tatsächlich in jedem Supermarkt.

    Und wenn man jetzt mal das „Bildtelefon“ durch „Facebook“ ersetzt, so ist auch die Aussage nicht unwahr, dass man sich weniger IRL trifft. Ich zumindest hab den Klapo noch nie in echt gesehen.

    Der Transrapid hats nicht ganz geschafft, allerdings wurde für die Luftsauberkeit schon einiges getan. Und Carsharing kommt ja auch langsam in Mode.

  3. das obst sagt:

    wie DJ Döner schon festgestellt hat, ist vieles aus diesen angestaubten zukunftsprognosen sogar eingetreten. vielleicht nicht immer 1:1 wie es dort dargestellt wurde (ist auch ziemlich übertrieben, einen solchen detailgetreuen weitblick vorauszusetzen), aber die richtung stimmt in vielen beispielen: unsere wohnungen sind von elektronik überfüllt, wir stopfen uns mit fertigfutter zu und lassen es von der mikrowelle zubereiten, es gibt nur noch einige große zeitungsverlage und die publikationswege haben sich verändert, viele menschen hellen ihr leben mit stimmungsmacher-pillen auf, künstlich ersetzte organe/körperteile werden immer mehr zum normalfall, die klassische familienbildung ging zurück und lose partnerschaften nahmen zu… etc.

    ich musste eigentlich an keiner stelle dieser dokus/bilder laut losprusten. ein bisschen zum seufzen war mir nur bei der voraussage der 25-stunden-woche zumute. gerade das durfte natürlich nicht eintreten… pffft. wobei auch hier die denkrichtung nicht ganz falsch ist: die arbeitsverhältnisse sind kürzer geworden. heute bekommt man oft nur noch befristete teilzeitstellen. somit kommt man bei vielen jobs jeweils auch nicht auf viel mehr als 16-26 stunden. nur reicht das leider meistens nicht, um alle ausgaben abzudecken…

    wir leben eigentlich in einem reichen land, in dem der wohlstand des durchschnittsbürgers deutlich höher sein könnte. von daher wundern mich diese optimistischen prognosen von damals nicht. schließlich konnte man anfang der 1970er nicht wissen, dass die gier der konzerne und der wahn der aktien-zocker in den folgenden jahrzehnten immer perversere ausmaße annimmt. das unsummen von geld, die z.b. bei der letzten finanzkrise verbraten wurden, verzögern die wohlstandsentwickelung, die sich der arbeitende teil unserer bevölkerung eigentlich erwirtschaftet hat.

    auch andere entwicklungen, wie z.b. alternative energien/fortbewegungsmittel, könnten schon viel weiter sein, wenn sie nicht politisch und wirtschaftlich ausgebremst worden wären. gerade diese faktoren machen zukunftsprognosen so schwierig: es gibt keinen fortschritt, der nicht von (teilweise unberechenbaren) lobby-interessen beeinflusst ist.

  4. das obst sagt:

    eine hochinteressante seite zu dem thema ist übrigens diese hier:
    http://www.paleofuture.com/

  5. ted_simple sagt:

    Also ICH musste einmal laut losprusten, bei der Todesstrafe für Umweltverschmutzung. Sicher stimmt die Stoßrichtung vieler Prognosen, aber die Ausarbeitung der Details ist hier schon ulkig. Es gibt nur noch wenige Zeitungen, weil die Technik so aufwendig sei? Hä? Brauche ich für jede Zeitung jetzt einen SEPARATEN Drucker? Und wozu braucht jede Stadt ihre eigene Magnetband-Bibliothek, die Kopien aller wichtigen Datenbanken beinhaltet – ist eine Daten-Fernübermittlung, On Demand, noch nicht denkbar? Mir scheint der rote Faden zu sein, dass die Macher dieser Sendung keine Vorstellung von „digital“ haben.

    Danke für den super Link, das obst!

  6. Klapowski sagt:

    „aber die richtung stimmt in vielen beispielen:“

    Okay, in einigen Ansätzen vielleicht. Aber ich musste schon sehr schlucken, um die bizarre Bildtelefonwelt mit einem handelsüblichen Internet-PC in Einklang zu bringen. In einer moderneren Fassung wäre Herr B. wohl ein (Dauer-)Praktikant, der mit Laptop im Cafè säße. Derartige Brillen kamen ja zwischenzeitlich wieder in Mode (und da wundert man sich über kurze oder fehlende Beziehungen?).

    Und die Stimmung in der 1972-Vorhersage ist ja eher: „Viel machen und denken musst Du nicht. Knöpfchen drücken, Hause gehen, Pille schlucken.“ – Stressfaktor der knapp verfehlten Zukunft: Gering. Mit der realen Beschleunigung fast aller Prozesse hat die gemütliche Sesselpupserei bis zum Ruhestand mit 50(!) wenig zu tun.

    Das gezeigte „Rechenzentrum“ im Film scheint ja nur ein Instrument für zahlende Besserverdiener zu sein, während die Fortbewegungsmittel seeehr grob geraten wirken.

    Spannend an solchen Geschichten finde ich ja, dass sie die sogenannten „Experten“ und „Analysten“ gerade rücken, die regelmäßig mit hochgerechneten Statistiken bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag herumwedeln und die Komplexität des Themas „Was wird Morgen?“ übersehen. Klar: Man braucht solche Planspiele, um politisch wenigstens eeetwas vorherplanen zu können.

    Eine solche Doku würde ICH jedoch eher ungern machen wollen. Die verlinkte 2057er-Variante hat schon jetzt Humorpotenzial mit den Holoköpfen an den Gebäuden und den spinnerten Versicherungsfutzis…

  7. das obst sagt:

    @ted
    gern geschehen.

    @klapo
    an die selbstgefälligen experten, die mit solchen geschichten „gerade gerückt“ werden, musste ich im nachhinein auch denken. ich frag mich, wieviele dieser leute eigentlich für prognosen bezahlt wurden, die nie eingetroffen sind, und welch hohe summen dabei verjubelt worden. damit kann man sich bestimmt einen ganzen fuhrpark fliegender autos kaufen. aber wo sollen auch all die überflüssigen akademiker hin, wenn nicht in expertenrunden, in denen sie ihre „arbeit“ nach dem motto „nichts zu wissen ist besser als gar nichts zu wissen“ verrichten dürfen.

    die 2057er-variante ist allerdings wirklich ziemlich durchwachsen. spätestens als der „mann der zukunft“ über seinen putzroboter stolpert und aus dem fenster „fliegt“, wusste ich nicht mehr, ob ich gerade eine episode von „switch reloaded“ oder tatsächlich eine ernst gemeinte doku schaue. auch die tochter-darstellerin mit ihrer prinzession-leia-gedächtnismütze wirkte als wäre sie gerade beim kinderkanal aus „schloss einstein“ ausgebrochen… wahrscheinlich hat man in dieser version aus den früheren dokus gelernt und gar nicht erst versucht, eine ernsthafte prognose abzugeben. ;-)

  8. ted_simple sagt:

    Die Vorstellung, dass ein großer Teil der Arbeitnehmer aufgrund der zunehmenden Technisierung nur noch als „Controller“ die Maschinen überwachen müsse, war wirklich lächerlich. Nur mal ein Anstoß in die Gegenrichtung: Es sind gerade die ÖDEN Aufgaben, die uns Maschinen/Computer abnehmen, und sie überwachen sich dabei größtenteils selbst. Ich denke, hier kam der Zeitgeist um 1970 zum Ausdruck, nämlich eine Angst vor Technisierung und der einhergehenden Entmenschlichung, wie auch in der fiesen Zukunfsvision des Films THX1138 zu sehen.

  9. G.G. Hoffmann sagt:

    Das Problem der meisten Zukunftsvisionen scheint mir, daß man die Entwicklung der digitalen Technik nicht vorausgesehen oder vollkommen unterschätzt hat, während insbesondere die Entwicklung von Fortbewegungsmitteln viel zu optimistisch beurteilt wurde.

    Selbst die „Laptops“ und „Pads“ in Star Trek TNG/DS9/VOY wirken schon heute hoffnungslose veraltet, da inbesondere viel zu dick und leistungsarm. Demgegenüber sind wir von fliegenden Autos und interplanetarer Raumfahrt heute weiter entfernt denn je. Die Zukunftsvision des Jahres 2015 in „Zurück in die Zukunft II“ ist mehr als naiv.

    Offenbar konnte man sich früher nicht vorstellen, daß die Menschen heute noch immer in den gleichen 400 Jahre alten Fachwerkhäusern hocken, auf abgelegenen Dörfen mit Kühen und Hühnern leben, dafür aber online mit der ganzen Welt verbunden sind und man sich jedes beliebige Buch, jeden Film, jedes Tondokument binnen Sekunden/Minuten nach Hause holen kann – in eben jene beschissene alte Küche, die seit 1924 nicht mehr renoviert worden ist.

    Fortschritt vollzieht sich anders. Wie das Beispiel von Captain Picards Bruder sehr schön gezeigt hat, ist es durchaus kein Widerspruch, im Warpzeitalter zu leben und trotzdem ein uraltes Weingut zu bewirtschaften. So auch heute. Technischer Fortschritt ist kein Zwang, dem sich jeder beugen muß. Jeder kann in gewissen Grenzen selbst entscheiden, ob und inwieweit er mitmacht. Man darf in 500 Meter hohen Glastürmen mit Internetkühlschrank wohnen, aber man muß nicht.

    • ted_simple sagt:

      Da gibt es ein lustiges Interview mit Ali G, der mit angeblichen Geschäftsideen bei Risikokapitalgesellschaften vorstellig wird (ich vermute, in New York). Er bringt ein Skateboard ohne Räder mit und will es als Hoverboard vermarkten. Um die Technik müsse er sich nicht kümmern, er bringe nur die Idee mit. Und es müsse doch noch ein funktionierendes Original geben, das man damals, für den Film, gebaut hatte. Da könne man doch mal anfragen. Ali schüttelt den Kopf: Der Film sei 20 Jahre alt, und niemand habe daran gedacht, die Geräte mal wirklich zu vermarkten!

  10. ted_simple sagt:

    Ich frage mich, wie lange es noch bis zur automatischen Licht-Ein-/Ausschaltung in Häusern dauert. Das wäre, in großen Häusern, in denen man unterwegs viele Lampen passieren muss, sicher um einiges nützlicher als – etwa – der selbstbestellende Kühlschrank. Schon lustig, dass diese Lichtschaltung bereits in den 50ern erwartet wurde, wie ich auf oben verlinkter Seite paleofuture.com gelesen habe. Dass sich ein System mit Lichtschranken nie durchsetzen wird, liegt meiner Meinung nach schon auf der Hand: Viel zu umständlich/teuer, die an jeder Tür zu installieren. Viel zu fehleranfällig, zu zählen, wie viele Personen rein- und rausgehen, um dann bei vermeintlich 0 Personen im Raum das Licht auszuschalten. Ich erwarte, dass die automatische Lichtschaltung erst mit Positionssendern den Massenmarkt erreichen wird. So stelle ich mir das vor:

    Wir tragen Positionssender bei uns, etwa in der Armbanduhr. (Wenn mal nicht, dann müssen wir das Licht eben per Hand schalten.) Das Aufrüsten ist ziemlich einfach, da nur die vorhandenen Lichtschalter durch neue ersetzt werden müssen, welche nicht mehr gekippt werden, sondern Taster sind, die bei Antippen den Stromkreis abwechselnd schließen oder öffnen. Außerdem hat jeder Lichtschalter einen Funkempfänger, der von einer Basisstation, die die Positionssignale der Personen auswertet, den Befehl zum Licht-Ein-/Ausschalten erhält. Die Stromversorgung der Technik in den Schaltern ist kein Problem, da sie ja direkt am Stromkreis hängen.

    Fragt sich nur, wie dieses Ortungssystem funktionieren soll. Da kenne ich mich nicht aus. Ich kenne nur Satelliten- oder Mobilfunkzellenortung, aber hier wäre etwas Genaueres nötig, mit weniger Reichweite.

    • KojiroAK sagt:

      „Ich frage mich, wie lange es noch bis zur automatischen Licht-Ein-/Ausschaltung in Häusern dauert.“
      Gibt’s schon, mit Bewegungssensoren.

    • ted_simple sagt:

      Klar gibt’s da schon rudimentäre Systeme, aber ich dachte an was Brauchbares/Bezahlbares für den Massenmarkt. Bewegungssensoren? Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll, die sind doch nur für Outdoor zu gebrauchen. Wer will schon, wenn er sich zu wenig bewegt, ständig im Dunklen sitzen.

  11. Ijon sagt:

    Naja, wir tragen dann alle RFID-Chips an den Körpern (fernaktivierte Ortungschips, benötigen keine eigene Energieversorgung, gibts zum Beispiel schon bei Saturn auf jeder Verpackung und mit möglichst nicht entfernbaren Aufklebern befestigt), im Hemd, in den Schuhen, in der Unterhose, das ermöglicht auch gleichzeitig maßgeschneiderte Werbebotschaften a la Minority Report auf der Cornflakesschachtel, zum Beispiel von H&M, die einen freundlicherweise wöchentlich daran erinnert, die Unterwäsche zu wechseln.
    Aber mal im Ernst, so ein paar Trends lagen ja gar nicht so daneben, wenn man eben bedenkt, das die beteiligten Journalisten keine Experten zB auf dem Gebiet den Informatik sind und für sie 1972 Computer genauso mysteriös und unheimlich gewirkt haben müssen wie für die restlichen 99,9% der Bevölkerung.
    Schön übrigens das jemand hier 2057 und die Roomba-stolper-aus-dem-Fenster-fall-Szene erwähnt hat, diese war für mich der Beweis (ähnlich wie die Orbitallift-Station in Teil 2 mit der unerklärlichen künstlichen Schwerkraft), das die Recherche-Qualität bei Dokus doch arg gelitten hat, verfällt man hier schließlich dem Hollywood-Klischee, dass man bei einem Sturz durch ein Fenster sich zwar alle Knochen bricht aber eigenartigerweise nicht aufgrund hunderter Schnittwunden verblutet, was zugegebenermaßen zur angepeilten Sendezeit nicht so gut gekommen wäre.

  12. DerNutzertheGreat sagt:

    Zum Glück gab es solche Dokumentationen/Videos und Szenarien solcher Art die auf unkontrollierte Industrie, und deren Umweltschäden aufmerksam gemacht hat, sonst gäbe es wahrscheinlich auch nicht so den Umweltschutz wie es ihn heute gibt. Auch wenn ich mich damit jetzt weit aus dem Fenster lehne, denke ich schon das solche Darstellungen ihren Beitrag zu dem Umweltschutz wie wir ihn heute haben geleistet haben.
    Was unkontrollierte Industrien anstellen kann man ja an BP oder an anderen Firmen in China zum Beispiel sehen.

    Und ansonsten kann ich nur zustimmen, das der Film teilweise auf heutige Verhältnisse zutrifft, wenn auch nicht so detailreich-originalgetreu wie es heute ist. Beispielweise kann man Videotelefonie via Internet machen, und Zeitungen via über Computer jeglicher Art konsumieren. Jedoch das da durch weniger Zeitungen publiziert werden halte ich für das genau Gegenteil, der eingetretenen Realität. Und besonders wenn man professionelle Blogs und Seiten wie diese köstlich amüsante man mit beachtet.

  13. G.G.Hoffmann sagt:

    Daß niemand das Internet in der heutigen Form vorhergesehen hat, ist für mich eigentlich die größte Überraschung. Der Mensch scheint da etwas phantasiearm zu sein, sonst hätten wir vor 15 Jahren nicht mit Webseiten angefangen, die uns unformartieren Text in Times New Roman, Schriftgröße 16, auf grauem Hintergrund präsentierten. Inhalt: „Hallo, das ist meine Homepage. Heiße Lars, bin 27 Jahre und studiere im 18. Semester Informatik. Schreibt mir doch mal! (Bitte per Post meine E-Mail funktioniert noch nicht)“

    Mit ein wenig Vorstellungskraft steckt das Internet auch heute noch in den Kinderschuhen. Nur ein Beispiel von zahllosen denkbaren: Die Google Büchersuche ist ein guter Ansatz. Aber in der heutigen Form schrecklich primitiv. Wie man sich minutenlang durch Bücher scrollen muß, nervt ungemein. Kein Vergleich zum Stöbern in einer echten Bibliothek. Der Vorzug eines echten Buches ist, daß man die Seiten blitzschnell durchblättern kann und einem die gesuchte Seite nach wenigen Sekunden ins Auge springt. Ich erachtete es daher als großen Fortschritt, wenn der Download der Bücher auf eine Art iPad erstens maximal 2-3 Sekunden in Anspruch nähme, zweitens man mit dem Daumen durch das gescannte Buch pflügen könnte wie durch ein echtes Buch.

    Scrollen gehört einfach in das letzte Jahrhundert. Oder erinnert sich noch jemand an die Frame-Technik beim Webseitendesign? War mal todschick. Wer kam auf diesen grauseligen Mist?

    • KojiroAK sagt:

      Seiten mit Frames gibt es immer noch. *schauder*

      Ich weiss nur nicht was schlimmer ist. Frames oder Flashonlysites.

  14. Commander Cool sagt:

    Ich finde bei den Zukunftsvisionen hat die Gewichtung der wissenschaftlichen Gebiete nicht gestimmt: in der Doku dachten die Macher dass die Entwicklung der Gesellschaft auf allen Gebieten gleichmäßig vorangeht.

    Imo haben wir aber die Situation wo die Elektronik alles andere knallhart überholt hat und der bestimmende Faktor in unserem Leben geworden ist.

    Die Medizintechnik hinkt da doch etwas hinterher. Denn den Visionen von der Zukunft ist ja allen gemein dass es für jede Krankheit in der Zukunft eine easy Behandlungsmethode gibt.

    Jetzt leben wir aber in einer Situation wo wir uns auf dem Klo Pornos aus dem Inet aufs Handy streamen können, aber sterben müssen weil es noch immer kein Heilmittel gegen Krebs gibt und die Organe auch nicht geklont werden können.

    Wäre das Leben ein Videospiel würde ich mal ein paar Forschungspunkte von „Electronic“ auf „Bio and Medicine“ legen.

    • ted_simple sagt:

      Die elektronische Entwicklung beginnt auch allmählich uninteressant zu werden. Ich habe die Tage noch gedacht, dass ich in den 90ern doch sehr auf Elektronik fixiert war und mir ausgemalt habe, welche zukünftigen Multimedia-Geräte (Wiedergabe sowie Aufzeichnung, z.B. in Form von HD-Camcordern) oder welche miniaturisierten Informations- und Kommunikationsgeräte es geben wird. Mittlerweile haben wir alle Sorten von Geräten, und ich behaupte mal, dass der Zusatz-Nutzen jetzt noch kommender Erfindungen exponentiell sinken wird. Zumindest in besagten Anwendungsgebieten. Als letzten Hort erwarte ich, mit entsprechender Bandbreite und Hardware, die Verbreitung von Bildtelefonie. Vielleicht nicht an jedem Apparat (wer will immer gesehen werden), aber ein Bildtelefon/Webcam pro Haushalt wird man haben wollen.

      In den späten 80ern bis frühen 90ern hatten wir die Zeit der Software-Innovationen, Grafikbearbeitung, der Office-Bereich usw., all die Programmfamilien wurden entwickelt und damit steigerte sich die Nützlichkeit von Computern enorm. Dann kam die Phase der Hardware-Innovationen, Laptops, Kleingeräte, etc. Jetzt, denke ich, ist die Zeit der Servicedienstleister und Netzwerke im Internet angebrochen. Bin mal gespannt, wohin sich Facebook und Twitter in 10 Jahren entwickelt haben werden.

  15. Bonchess sagt:

    Ich denke auch, dass die Sachen, die damals spannend waren, wie Hightech und alltägliche Luxusleckerbissen, a la Hausroboter immer unwichtiger geworden sind. Die Ökonomische Entwicklung und das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich, Schwarz und Weiß, Mann und Frau, Entwicklungsland und Industriestaat, Sissi und Franz etc. sind glaub ich zur Zeit mit dem Klimawandel unsere drängenderen Probleme.

    Heutzutage wird für solche Prognosen wenigstens richtig recherchiert. Damals war das glaub ich vor allem ein „Will-ich-auch-haben“-Gefühl bei den Machern.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Brandneues
Gemischtes
Newsletter
Arschiv
Zum Archiv unserer gesammelten (Mach-)Werke.
Büchers
Jenseits der Goetter

Jenseits der Macht