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Super Mario Bros X. – Das späte Fangame…

…fängt den Wurm. – Ich weiß, eigentlich schreibt man so etwas schon in der Sekunde des Eintretens auf Twitter oder Facebook. Aber da ich gerade hier bin: Ja, ich habe eben geweint! Mario! Luigi! Wieder da! Pixelgrafik, aber alles neu! Ideen frisch, aber dennoch hübsch gammelig! 37 MB Gratis-Download und trotzdem kostet es mich den Verstand! Zelda ist da und trotzdem gleich wieder weg, wenn man das so will! NES-Spiele mit SNES-Grafik auf dem PC mit N64/Wii-Anspielungen! Gnaaaah! – Ihr könnt mir doch folgen?!


Aber der Reihe nach: Als alter Mario- und Zelda-Fan der 2D-Ära war ich immer wieder fasziniert von den unzähligen Fanmodifikationen im Internet, welche die 90er Jahre künstlich zu verlängern versprachen. Doch meistens lief die Vergnügungsvergrößerungs-OP schief: Meist wurde das Ursprungsspiel bis zur Unkenntlichkeit verändert, was man meist daran merkte, dass Freund Mario sich so rutschig steuern ließ wie ein totes Iltis beim Curling. Und diejenigen Hobbyprogrammierer, die grafisch und steuerungstechnisch dem Original nahekamen, meinten oftmals, den Schwierigkeitsgrad so hoch drehen zu müssen, dass ich das Spiel bis in die 90er Jahre des NEUEN Jahrtausends „genießen“ kann, um auch nur das 2. Level von hinten zu sehen.

Doch das hier ließ mir den Atem stocken: Dies ist tatsächlich ein funktionierender Zusammenschnitt aus Super Mario Bros, Super Mario Bros 2, Super Mario Bros 3, Super Mario World, Super Mario World 2, Super Mario 64 (die Musik), Super Mario Galaxy (Rosalinda taucht auf), Metroid (Leveldesign) und Zelda 2! Und obwohl die Elemente aus all diesen Spielen so durcheinander gemischt wurden, dass man das Gefühl hat, gleich in seinem alten Jugendzimmer aufzuwachen (mit Joint im Maul, versteht sich), funktioniert dieser wirre Hüpfburg-Eintopf ganz hervorspringend… äh… -ragend!

Alles Gold, was glänzt: Der Marioerfinder Shigeru Miyamoto kann sich hier noch die eine oder andere Suppenschildkröte abschneiden. Hier gibt es Secrets und geheime Ausgänge, bis auch der letzte (Be)sucher zum Find(el)kind wird… An dieser Stelle war mein persönliches „Schlüsselerlebnis“.

Das Leveldesign ist hierbei ganz dicht an den Klassikern, Steuerung und Grafik sowieso perfekt. Auch, wenn man manchmal im Kopp das leichte Prickeln einer Feuerblume zu verspüren meint, um die Regeln von einem halben Dutzend Spielen unter einem Hut zu bringen: Gehorcht ein Schlüssel in einem Mario-Bros-2-Level den Regeln des 2. oder 3. NES-Teils ? (letzteres) – Wenn ich eine Feuerblume neuerdings herumtragen kann, verschwindet sie dann, wenn ich damit einen Gegner erschlage? (ja) – Wenn Link Rubine statt Münzen sammelt (die andere Wertigkeiten haben), wann bekommt er dann ein Extraleben? (Noch nicht rausbekommen)

Dank Editor endlich keine anderen Hobbys mehr: Hier mein erstes Hunderstel eines neuen Kultlevels. Für eine geringe Ablösesumme (Alkohol dabei?) könnt ihr gerne daran weiterarbeiten, wenn ihr es denn KÖNNT.

Doch trotz fehlendem Kopfschmerz-Patch ist dies hier eine wirklich geile Sache für Retrogamer! Dazu gibt es einen 16:9-Modus, Controller-Unterstützung (ohne würde ich gar nicht erst anfangen), Speicherfunktion, eine umfangreiche Weltkarte, völlig neue Designideen, Sabber an meinem Mund, und, und, und… Gerade das Spielen mit z.B. Link (jederzeit wählbar) verändert das Spielerlebnis durch das Schwert komplett, ohne dass es schlecht ausbalanciert wirkt. – Äh, glaube ich.

Link in einem nahezu perfekten Mario-Fan-Game zu spielen ist für mich ungefähr so kultig wie für Euch zum Beispiel… ööööh… mögt Ihr Autos? Dann stellt Euch vor, ihr könntet einen Porsche mit den Aufklebern Eurer alten Micky-Maus-Hefte verzieren und zwischendurch das süße Mädel fahren lassen, in das Ihr in der 5. Klasse so verschossen gewesen seid… (Nein, ihr seid dabei kein Lehrer der Odenwaldschule!)

Doch latürnich habe ich auch etwas zu meckern:

– „Filialleiter, ich brauch‘ neues Kleeeeeingeld!“ – Ja, ich will mehr Münzen! Da finde ich ja in meiner Wohnung mehr vergessene Kupferkreise im Badezimmerschrank als in einem Level hier! Ein Mann will schließlich auch seine Extraleben bezahlen können!

– Die Super-Mario-Bros-2-Level sind (wie schon damals) nicht ganz so klasse und wurden steuerungstechnisch sogar noch verkompliziert (Unten + Wurftaste zum Aufheben). Beim Remake zu „A Link To The Past“ (das ich hiermit verbindlich bestelle) bitte weglassen, ja?

– Könnte alles einen wiiinzigen Tucken leichter sein, geht aber noch. Zu Beginn ist man einfach nur durch den wilden Mix überfordert: „Hä? Welches Spiel…? Ah, neue Gegner? Link verschießt Feuerbälle geradeaus…? Mamiii, Kopp aua!!“

Mehr kann ich ohne Eure Hilfe noch nicht sagen. Daher: Video gucken, danach Sofort runterladen und mit dem Klap in Erinnerungen schwelgen! Sonst schicke ich Euch Sparkiller vorbei, der Euch von langweiligen C64-Klassikern erzählt! – „Giana Sisters“ oder so’n Scheiß aus der (Ab)kupfermine! Pfui Deibel, widert mein Webdesigner mich manchmal an!

(vielen lieben Dank an Sparkiller für den Tipp mit „Super Mario X“!)


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von Klapowski am 22.01.11 in PC- und Videospiele

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Kommentare (27)

  1. FF sagt:

    Was denn, bei alten Filmen über deren alte Machart herziehen, aber bei neuen auf alt programmierten Spielen in Nostalgie geraten?

  2. Klapowski sagt:

    Bei 30-50 Jahre alten Spielen fange ich – analog zum Filmehassen – auch bei den Games mit meiner Abneigung an, ja.

  3. FF sagt:

    Nun Filmjahre und Spieljahre kann man nicht gleichsetzen. Die Entwicklung im Spielesektor ist viel schneller verlaufen. SuperMario ist damit entwicklungstechnisch im Spielebereich mindestens genauso alt wie Alarm im Weltall im Filmbereich.

    Und ich finde das Spiel ist heute auch nur noch was für Nerds oder Nostalgiefetischisten. Die Grafik ist augenkrebserregend, zumindest auflösungstechnisch hätte man da was machen können, wenigstens ein Antialiasing oder so. ;)

  4. Klapowski sagt:

    Nichts gegen „Alarm im Weltraum“! Hat bei uns eine sehr gute 3- und viel Lob für die Machart bekommen! Und natürlich bewertet man die Dinge oft auch heute besser, bei denen man damals dabei war. – Hast Du „Alarm im Weltraum“ etwa noch bei der Kinopremiere gesehen?

    Das schöne an „alten“ Spielen ist ja, dass diese sich nicht eine halbe Stunde mit Spannungsaufbau aufhalten (wie sehr alte Filme), inhaltlich oft auch nicht weniger hohl als die heutigen sind und zudem nicht fünf Mal erklären, warum man gegen Fragezeichen springen kann („Professor, diese Feuerblume…“ – „Ja, berühren sie sie einmal, Commander.“ – „Sie meinen…?“ – „Ja, ja, nur keine Scheu! Aber warten sie, ich hole vorher noch meinen Assistenten.“)

    Äh… Führen diese Game/Film-Vergleiche eigentlich zu irgendwas? Wenn ja, würde ich gerne anhand einiger Erotikvideos aus den 80ern beweisen, warum die „Drei ???“ eigentlich so kultig sind.

  5. FF sagt:

    >Hast Du “Alarm im Weltraum” etwa noch bei der Kinopremiere gesehen?

    Nein und das widerspricht ja der These:

    >Und natürlich bewertet man die Dinge oft auch heute besser, bei denen man damals dabei war.

    >Das schöne an “alten” Spielen ist ja, dass diese sich nicht eine halbe Stunde mit Spannungsaufbau aufhalten (wie sehr alte Filme), inhaltlich oft auch nicht weniger hohl als die heutigen sind und zudem nicht fünf Mal erklären, warum man gegen Fragezeichen springen kann

    Dafür beleidigen diese Spiele heute optisch und akustisch sogar jedes Haustier in seinem ästhetischen Empfinden.

    >Äh… Führen diese Game/Film-Vergleiche eigentlich zu irgendwas?

    Ja, ich kann nur noch nicht sagen zu was.

    >Wenn ja, würde ich gerne anhand einiger Erotikvideos aus den 80ern beweisen, warum die “Drei ???” eigentlich so kultig sind.

    Ich bitte unbedingt darum! :)

  6. das obst sagt:

    wahnsinn, ich muss auch gleich weinen! wenn das, was die im gameplay-trailer zeigen, wirklich alles funktioniert, ist das die genialste mario-neuauflage überhaupt. sogar interessanter als das, was nintendo bisher rausgebracht hat. ich würde sogar so weit gehen, dieses spiel als das beste fan-remake zu bezeichnen, das mir bisher begegnet ist. ok, aber erstmal muss ich’s ausprobieren. der level-editor sieht auch ziemlich spaßig aus. preisverdächtig!

  7. icebär sagt:

    Grad mal angezockt. Geile Sache. Schwierigkeitsgrad ist okay, kann mir aber vorstellen, dass noch ein paar echt ätzende Levels kommen. ^^

    Auf jeden Fall ausprobieren.

  8. chritz sagt:

    Meiner Meinung nach steht Klapi nur auf dieses Remake, da er beim Level-Editor-Modus auch endlich mal die Erfahrung machen durfte, was es bedeutet… in einem Spiel RICHTIG zu cheaten. Das ist immerhin nur den besten der Spieler vorenthalten.

    Ich muss erst noch gucken ob ich es mag, mit Link auf einem Yoshi einen Stern einzusammeln und Gegner durch bloßes Berühren zu entblößen. Muss doch irgendwie auch bei Prinzessin Toadstool gehen…

  9. Klapowski sagt:

    Ich vergaß die Umfang…reichität des Spieles zu erwähnen. Und dass sich der Schwierigkeitsgrad nach Welt 2 (wo ich doch ein paar Anläufe für die Bosshütte brauchte) in einem sehr fairen Rahmen einpendelt. Und wer erst mal entdeckt hat, wo es immer wieder schnell den Hammeranzug abzugreifen gibt, kann sowieso durch Wände und und Decken sein Schlagwerkzeug zur todbringenden Amokkeule einsetzen. War am rechten Bildrand mal ’ne Schildkröte?

    Wird auch mit der Zeit alles immer kultiger!

  10. Raketenwurm sagt:

    Danke für den Hinweis; wäre an mir vorbeigegangen.

    Für Konsolen-Nostalgiker wahrscheinlich unterinteressant, aber es gab für C64/Amiga ja damals einen SuperMarioBrother-Klon, der sogar zu rechtlichen Konsequenzen führte; Giana Sisters genannt. Und davon gibts auch ein recht neues Freeware-Spinoff:

    http://www.gianas-return.de

    Und erwähnt werden sollte außerdem das moderne Freeware-Spinoff „Hurrican“ – angelehnt an den C64/Amiga-Klassiker Turrican. Das ist toll…

    http://www.poke53280.de/artikel/artikel.php?id=37

  11. bergh sagt:

    tach auch !

    Was ist eine Mario Bros. ?
    Sowas wie Asteroids in Jump ’n Run?

    Sorry nicht meine Welt.
    Homeworld habe ich gezockt wie blöde, aber vorher iund nachher ehr wenig.

    Gruss BergH

    P.S. Mario Cart fand ich einst ganz witzig.

  12. Klapowski sagt:

    „Sowas wie Asteroids in Jump ‘n Run?“

    Nein, eher so etwas wie „Die Siedler“ als „Pac Man“, am ehesten noch zu vergleichen mit „Tomb Raider“ ohne Brüste in der Welt von „Spongebob“, nur ohne die Fernsehserie.

  13. G.G.Hoffmann sagt:

    Wer mal wieder für einige Stunden, ach was, MONATE richtig tief in den 80ern verschwinden möchte, dem sei der ELITE-Klon „Oolite“ ans Herz gelegt: http://www.oolite.org. Ich könnte stundenlang zwischen Lave und Leesti hin und herfliegen…

  14. ted_simple sagt:

    Hab mir am Wochenende zufällig etwas Ähnliches auf YouTube angesehen: Ein „Let’s Play“ (Walkthrough) zu Super Metroid Redesign. Kein Editor o.ä., ein „normaler“ Romhack von Super Metroid.

    Will das hier erwähnen, weil es wirklich gelungen ist. Das merkt man schon beim Zuschauen. Die Wege sind noch vieeel umständlicher als im Original, aber das ist sicher gut so, sonst hätte man das Spiel in wenigen Stunden durch…

  15. Klapowski sagt:

    Ein Metroid-Redesign? Suuuper! War nach einem neuen SNES-Mario und -Zelda auf Platz 3 meiner „Wenn’s eintrifft, Klapos nächste Angehörigen verständigen aufgrund Herzschlaggefahr“-Liste!

    Sparkiller hat dann NOCH etwas Gutes (sagt er) gefunden, was ich aber noch nicht testen konnte:

    „Cave Story“. Angeblich so Metroid-ig, dass einem schon beim Zusehen die Weltraumqualle vom Butterbrot fällt.

    http://www.cavestory.org/

    Ich hätte angesichts dessen gerne alle 50-Euro-Scheine wieder, die ich der Spieleindustrie jemals für öde NEUE Spiele überreicht habe! Danke sehr.

    Nachtrag: Es gibt sogar schon ein Remake von „Metroid 2“, das ich damals nicht gespielt hatte. Die Grafik war auf dem alten Gameboy so abwechslungsarm, dass ich mich stets nach 2 Bildschirmen verlaufen habe:

    http://metroid2remake.blogspot.com/2008/10/update.html

  16. ted_simple sagt:

    Ich habe seit Ende der 90er kein neues Konsolenspiel mehr angefasst, aber die Mario- und Zelda-Spiele weiter verfolgt. :) In Zelda Twilight Princess wollte ich dann doch mal reinspielen und habe die „Oberwelt“ durchgeschafft, also die ersten Dungeons erledigt und alle Gefäße mit Strahlentau gefüllt, um die Oberwelt zu befreien. Das Heroische daran ist, dass ich einen Emulator benutzt habe (!) mit einer Bildrate/Sek. von ca. 8 in Dungeons und mit Keyboard/Maus gesteuert habe. Sogar Links Duelle zu Pferde, auf den schmalen Brücken, habe ich irgendwie hinbekommen.

    Damit beanspruche ich den Titel „Zelda-Fanboy Nr. 1 aus der Zukunftia-Leserschaft“, basta!

    Was mein Herz höher schlagen ließ: Für Ocarina of Time habe ich hochauflösende Texturen gefunden, die ganz nah am Original bleiben und das Spiel sooo viel besser aussehen lassen (ich fand die schmierigen Texturen nämlich damals, bei Erscheinen des Spiels, schon eine Zumutung!). Mit Plug-In im Emulator kann man dieses „Texture Pack“ dann laden. Dazu habe ich mir einen N64-Controller mit USB-Adapter bei eBay besorgt… gibt’s was Schöneres!

  17. der_paebstliche sagt:

    Alte Spiele sind deshalb besser, weil sie in uns den Wunsch nach der einfachheit in einer komplizierten Welt wecken. *Psychologen rausheng lass*
    Aber ehrlich, die bei denen man noch Manuel die Pixel zählen kann sind doch besser als moderne Ego-Shoter bei denen darauf geachtet wir das auch bloß genug Blut spritzt

  18. bierman sagt:

    Das alte Spiele einfacher wären kann ich so nicht bestätigen, ich weiss noch wieviele Stunden ich an Mario the lost levels verbraten habe, oder oot der berüchtigte Wassertempel;). Heute sind Spiele so auf Massentauglichkeit getrimmt, das nimmt doch jeden Spielspass.

  19. ted_simple sagt:

    Mit „Einfachheit“ meinte der paebstliche bestimmt nicht den Schwierigkeitsgrad, sondern die minimalistische Aufmachung älterer Spiele. Beispiel Prince of Persia, ich hab’s nie durchgeschafft; die Fingerakrobatik war zu schwierig, aber das Spielprinzip ansprechend einfach.

    Oder Starcraft II, was ich noch vor 30 Minuten gespielt habe: Sehr einfaches Spielprinzip, es gibt nur rund 10 Militäreinheiten pro Rasse (die meisten Firmen würden sich gar nicht trauen, ein Spiel mit so „laschem“ Umfang zu veröffentlichen), trotzdem braucht man ellenlange, bis man was drauf hat. Da es erst letztes Jahr erschienen ist, ist es das beste Gegenbeispiel, dass es doch noch gute Spiele gibt, die sich auf das Essentielle beschränken…

    • ted_simple sagt:

      Nachtrag: Die speziellen Sterbeanimationen habe ich bei SC2 übrigens abgeschaltet, weil sie nur vom Spiel abgelenkt haben und ich auch gar kein Blut spritzen sehen MÖCHTE. Ausnahme sind für mich Spiele, die thematisch das Metzger-Element betonen, so wie Doom oder Quake, da geht es schließlich nur ums Niedermähen von fiesen Monstern! Bei auf Realismus getrimmten Egoshootern finde ich die Blutdarstellung abstoßend.

  20. Klapowski sagt:

    Ich persönlich habe das Gefühl, die „alten Spiele“ besser im Griff zu haben. Da konnte man noch die 100 Pixel SEHEN, aus denen Mario besteht, diese zur Not sogar auswendig lernen und per Raster auf ein Kissen stricken. – Bin auch schon fast fertig damit. *Hochhalt*

    Wohingegen eine moderne Figur alleine mehr Bewegungsanimationen hat, als zu SNES-Zeiten Farben zur Figurengestaltung zur Verfügung standen. Das Gefühl, ein Spiel wirklich bis in den letzten Pixel zu durchschauen, fehlt mir heute doch etwas. „Darksiders“ ist ein tolles Game (erinnert stellenweise sehr an Zelda!), nur habe ich während 90% der Kämpfe keine Ahnung, was ich da eigentlich tue, während 50% des grafischen Drumherums (Blut, Effekte, Kameragewusel, Gegneranimationen, Leuchtspur-Nachzieh-Effekt an der Gürtelschnalle) mühsam ausgeblendet werden müssen, um die Übersicht zu behalten.

    Viele alte 2D-Grafiken finde ich auch einfach „schön“. Ein Trampolin oder einen zermatschten Gegner (siehe das Eingangsbild dieses Artikels) auf so kleiner Fläche zu etwas Greifbarem zu machen, ist große Kunst.

    • ted_simple sagt:

      Ich habe früher schon das Minimalistische an GameBoy-Spielen bewundert (das SNES kam mir da geradezu opulent vor). Man denke nur an Mystic Quest, wenn man so etwas jetzt im Emulator spielt und den Bildschirm auf 20×20 cm vergrößert, kann man den (einzelnen) Pixeln wirklich das Du anbieten.

      Auch interessant, wie bei Mario Land 1/2/3 die Spielfigur immer größer bzw. detaillierter wurde. (So dass sie in besagtem dritten Teil einen guten Teil des Bildschirms eingenommen hat.)

      Außerdem hat das Schwarz/Weiß auf dem alten GameBoy so etwas zeitlos Bescheidenes/Entspannendes an sich.

    • ted_simple sagt:

      Nochmal zu Mystic Quest: Für mich das absolute „Heile Welt“-Adventure. So schön, auch gerade weil es so bescheiden daherkommt: http://www.mysticquest.de/screen.htm

  21. Schloti sagt:

    Konnte mich erst ab der SNES-Variante für die Mario-Brothers begeistern. Vorher wars halt nurn normales Jump & Run. Jetzt hatte man Adventure-Elemente eingebaut, ähnlich wie in Zelda, es gab massig Sachen zu entdecken und auch einige Knobel-Aufgaben.
    Also werd ich mir dieses Remake mal verkneifen. Kann man jez aber auch gar nich erinnern ob mir überhaupt ein Spiel von der NES gefiel. Zelda I war auch nich sooo der Bringer.
    Mooment, ein Adventure gab es da … mh, komm einfach nicht auf den Namen, ewig her. Wie auch immer, da gabs dieses Rätsel. Man sollte auf dem Brief, den man erhalten hatte, nach einer geheimen Nachricht suchen. Tja, aber wo, wie, was? Da konnte man nix machen mit diesem Brief, bis ich dann die glorreiche Idee hatte, daß ja vielleicht der Brief gemeint war, der sich in der Spiele-Beilage befand. Damals (*hach* damals) vermittelten die Spiele ihre Atmosphäre ja noch, indem die Spiele-Inhalte in Buch-, Stoffkarten- oder z.B. eben Brief-Form anbeilagen. Und auf besagtem Brief fand ich dann tatsächlich die geheime Nachricht. Ich glaub man musste den Brief anfeuchten oder sowas. Das Spiel selbst war wohl nich so überragend, müsste mich sonst an den Namen erinnern, naja ewig her. Aber solche Momente kann man heute nicht mehr emulieren.

    Zur kleinen Diskussionsrunde hier will ich auch noch was Anderes anmerken.
    Wie es heute in der Wirtschaft nun mal so ist, zählt daß was der Kunde haben möchte. Und der Grossteil der Kundschaft scheint recht „bescheidene“ Ansprüche zu haben, wenn man sich mal so das Tages-Programm im TV oder aktuelle Bestseller-Listen ansieht. Und in diesem Sinne hat auch im Spiele-Bereich die Qualität seit einigen Jahren stark nachgelassen.
    So wird EA weiter seine Marktposition behaupten, indem sie fix „FIFA 1271“ rausbringen und jedes kleine Konkurrenz-Unternehmen einfach aufkaufen, oder vom Markt drängen. Wie gehabt, die Verkaufszahlen entscheiden.
    Traurig hingegen die Geschichte von ehemaligen Top-Unternehmen, die noch wirkliche Innovationen boten (Looking-Glass-Studios, Sir-Tech, Westwood…).
    Zugutehalten muss ich vielen heutigen Spielen jedoch, daß ich über die Jahre evtl. auch etwas dolle-kritisch geworden bin, ick alter Oppi.

    Wer noch den Klassiker „Ultima VII“ zu liegen hat, der googele mal nach „Exult“, daß is mein Tipp.
    Oder verschwendet gleich Zeit ohne Ende in Ultima-Online. Da gibs auch kostenlose Shards (Freeshards) bis zum Abwinken.

    • ted_simple sagt:

      Es ist nicht aaalles im Niedergang, nämlich nicht dann, wenn sich eine professionelle Gaming-Szene bildet, die auf Anspruch pocht: Starcraft 2 hat die höchste Qualität, die ein Real-Time-Strategy-Spiel jemals hatte und wurde über, äh, fünf Jahre entwickelt. Das hat wohl v.a. der mächtige südkoreanische Markt bewirkt, überhaupt würde mich nicht wundern wenn dort Starcraft als kulturelle Weiterbildung geltend gemacht werden könnte.

    • Schloti sagt:

      Da ich vom ersten Teil begeistert war, habe ich mir tatsächlich letztes Jahr Starcraft 2 zugelegt. Und daß fast am Release-Tag, obwohl ich mir eigentlich inzwischen vorher sehr genau ansehe, wofür ich heute noch Zeit investiere.
      „Höchste Qualität“ mag wohl stimmen, was den technischen Teil betrifft, aber inhaltlich empfand ich das Spiel doch eher als Rückschritt. Vor allem die Solo-Kampagne war viel zu kurz und im Vergleich zu Starcraft I auch viel zu leicht (jaja – auch auf höchstem Level). In Teil 1 hab ich oft mehrere Stunden an einer Mission geknabbert, in Teil 2 schafft man ca. 75% der Missionen in weniger als 30 Minuten. Viele Missionen besitzen von vornherein ein winziges Zeitlimit und man rast eigentlich mehr durch die Kampagne als sie wirklich zu geniessen.
      Also wenn man sich eher für den Offline-Part bei solchen Spielen interessiert, rate ich dem geneigten RTS-Zocker lieber zu Starcraft I.
      Naja, bei den Strategie-Spielen scheiden sich ja eh die Geister für die Einen ist Starcraft, für die Anderen Supreme-Commander der Genre-Primus. Für mich ist es nach wie vor C&C-Generals (wohlgemerkt: NICHT die geschnittene Fassung).
      Starcraft 2 ist aber tatsächlich ein sehr gutes Beispiel, für heutige Qualitätsware, auch wenn ich ein wenig enttäuscht gewesen bin. Hätte man doch bloss damals auch bei Age-Of-Empires III auf „weniger“ Innovationen gesetzt!

      Übrigens, um mal wieder zum Thema zu kommen, kann sich noch einer erinnern wie genial die Fuss-Soldaten in C&C 1 (Tiberiumkonflikt) animiert waren? Fand es damals unheimlich kreativ, wie die Grafiker das Kanonenfutter mit nur 4-5 Pixel animiert hatten.

  22. 655321 sagt:

    Das Spiel ist wirklich gut. Ich dachte zuerst wird so ein Remake was man kurz mal anspielt und dann keine Lust mehr drauf hat, aber da ich nach 20+ anläufen bei diesem Metroid Level mit Hirn im Glaskasten immernoch nicht aufgeben wollte und es dann geschafft hatte spricht wirklich für das Spiel. Genial flüssiges Gameplay wie es sich für ein 2D SMB gehört.
    Das es zuwenig Münzen gibt finde ich nicht, es gibt genug Level in denen man massig extraLeben abgreifen kann, wenn man sie oft genug spielt, wie früher halt.
    Der Mix aus verschiedenen Leveldesigns unterschiedlicher Nintendospiele ist absolut gelungen.

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