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„Supernatural“, Staffel 1 – Hier komplett zum Herunterladen!

Die Preise für DVD-Serienstaffeln befinden sich teilweise so weit im Keller, dass die dort einquartierten Ungeheuer schon über Platzmangel klagen. So erstand ich kürzlich für 30 Euro die ersten 3 Staffeln von „Supernatural“. 66 Folgen knallharte Geisterjagd für alle, die selbst zu geistlos sind und daher einen neuen brauchen. Ein Review gibt es vielleicht später einmal, doch zumindest eines muss ich an dieser Stelle schon loswerden: Meine Bewunderung für die Dramaturgie der ersten Staffel!


Eines kann man festhalten: „Supernatural“ ist eine typische, moderne Serie der 2000er Jahre. Und als diese erschöpft sie sich nicht in billigen Einzelepisoden mit durchschaubaren Strickmustern, wie sie noch für das „A-Team“ oder „Knight Rider“ galten. Nein, hier ist jede Story anders, neu und frisch! Und daher präsentiere ich an dieser Stelle stolz 80% der Storys in der gesamten 1. Staffel. Als Drehbuch zum Selberlesen.

Es geht um zwei Dämonen/Geisterjäger, die meist ohne ihren Mentoren-Vater durch die USA reisen, um das Böse zu besiegen…


Sam: „Hey, in der Zeitung steht, dass ein Typ in Washington seinen eigenen Kopf verschluckt hat. Könnte doch ein Fall für uns sein, oder?“

Dean: „Wenn’s da heiße Girls gibt, bestimmt, höhö! Schlag ein, Bro! (*plötzlich wieder leidend dreinblick, Cellomusik*) Auch wenn ich noch nicht sehe, was das mit UNS zu tun haben könnte. Kümmert sich nicht die Polizei darum? Könnte auch ein normales, medizinisches Problem sein! Ich sehe mich ja eher als ungläubigen Geisterjäger…“

Sam: „Im Ernst! Auch Paps (den wir übrigens mal wieder suchen müssten, nur fürs Protokoll) will, dass wir dahin gehen! In seinen uralten Tagebuchnotizen sowie in seiner letzten Mitteilung auf Facebook richtet er genau diese Bitte an uns! Fahren wir los!“

„Dean, für wen tun wir das hier eigentlich alles?“ – „Keine Ahnung, Sam. Mann? Frau? Groß? Prominenter? Los, gib mir wenigstens einen Tipp, Mann!“ – Sp(i)rit of Nature: Endlich mal eine Serie, bei der man ordentlich einen (oder zwei) fahren lassen kann…

293 Dollar Benzinkosten später: Die Jungs befinden sich vor einem amerikanischen Kleinstadthaus, das zu 92,3% aus weiß gestrichenen Holzlatten besteht. Sie klingeln. Eine junge Frau langen, jungen Haaren öffnet.

Sam: „Sind sie die Frau des Verstorbenen? Tut uns sehr leid für den schweren Verlust, den sie vor 24 Stunden erlitten haben. Aber sie haben ja noch ihren ONKEL und ihren BRUDER, falls denen nicht auch noch was zustoßen sollte. Wir sind übrigens staatlichen Kammerjäger und untersuchen diesen Fall auf eine mögliche Beteiligung von aggressiven Maikäfern.“

Dean: „Hey, Pssss! Die Tante ist heiß! Komisch, dass die Trauernden nie älter als 30 sind, oder? – Wie? Ach so. Den Detektivausweis aus der letzten ‚Micky Maus‘. Hier, bitte, Süße!“ (*Ganzes Heft vorzeig*)

Schnecke: „Schnief. Okay. Ich glaube, ich habe durchaus ein paar Stunden Zeit, um ein paar Fremden von meinem verstorbenen Willibald zu erzählen… Aber lassen sie mich erst die Urne mit der Asche unserer Tochter zur Seite stellen, die Willi vor 10 Jahren mit einer Küchentuchrolle totgeschlagen hat.“

Sam: „Hey, psss! Ich glaube, diese Familie hat ein dunkles Geheimnis!“

Dean: „Das denke ich auch. Vielleicht rächt sich der Geist der verstorbenen Tochter für den Missbrauch der familiären Rollenware? Zewa-Zorn oder so?“

Schnecke: (absichtlich seltsames Verhalten ignorierend): „Viel kann ich ihnen dazu aber nicht sagen. Mein Gedächtnis, sie wissen. Der Tod meines Mannes hat mich doch ein paar Promille mehr mitgenommen, als mein perfektes Make-Up und mein zurückhaltendes Verhalten vermuten lassen. Am besten, sie gehen in die örtliche Bibliothek, da werden alle Zeitungen ab 4.000 vor Christus gelagert. Und zusätzlich 192.293 Dokumente über Geister. Keine Ahnung, wer das brauchen kann.“


Während die Brüder sich in der Bibliothek über heiße Bräute unterhalten, kommt ein weiteres Opfer zu Schaden: Ein Tankwart mit seiner oberflächlichen Bitch-Freundin, die auf einem Friedhof mit einem geliehenen Pentagramm herumspielen.

Bitch: „Tihihi… ist das gruselig hier. Da werden sogar meine Nippel ganz schlaff, guck mal!“

Tankwart: „Nun hab Dich nicht so, du Memmin! Mein Cousin sagte, dass das hier nachts ein Riesenspaß ist! Und der muss es ja wissen, mit seinen 8 Jahren!“

Bitch: „Ich meine ja nur: Wegen den ganzen Nebelwerfern und der Auf-Teufel-Komm-Raus auf Teufelsstimmung gemachten Deko hier. Wer zum Teu… Geier schnitzt Bilder von kleinen Kürbissen in Engelsstatuen?“

Tankwart: „Ruhig, ich habe was gehört… Oh… Gluuuh…. GLAAAAH!“

Bitch: „Ah, dein Kopf, kreisch! Er verschluckt sich selbst! Schnell, spuck ihn wieder aus! Finger in den Hals, irgendwas! Nein, nicht in meinen! RAAAH“ – „RAAAAH!“ – „RAAAAAAH!“ (Dramatische Musik, die in jeder Folge die selbe ist, Werbeblock)


Die beiden Brüder haben etwas gefunden:

Sam: (weist auf ein altes Buch mit einer Gesamtauflage von 0,75) „Hier schau mal! Es gibt einen uralten Dämon, dem von Gott die Lutschpastillen gestrichen wurden und der seitdem Menschen die Köpfe klaut, damit auch sie keine Bonbons mehr genießen können! Die alte Sau! Und schau mal: Laut diesen Aufzeichnungen hat schon mehr Menschen getötet, als je auf der Erde gelebt haben! Die alten Syrer nannten ihn daher den ‚Paradoxen Praxis-Puller‘!“

Dean: „Steinsalz? Silberkugeln? Verbrennen einer Packung Em-Eukal? Was könnte ihn aufhalten?“

Sam: „Ist egal, uns kann sowieso nichts passieren. Weiß sowieso nicht, warum sich die andere Opfer immer innerhalb von Sekunden und aus dem Nichts zerfleischen lassen. Wenn man nur ein bisschen aufpasst und als Hauptdarsteller für eine Serie wie diese unterschrieben hat… “

„Du, Dean?“ – „Was denn, Sam?“ – Wie tiefgründig ist das eigentlich, was wir hier so täglich erleben?“ – „Sehr tiefgründig, Sam. Und jetzt leg wieder dein Ohr auf die Hochspannungsleitung und lausche dem Geist der Postmoderne, ja?“ – (Schl)immer unterwegs: Diese beiden erleben vielschichtige Horrorabenteuer. Das besondere: Jede dieser Schichten ist – bislang – absolut durchsichtig und somit kristallklar!


Wieder vor dem Haus der Witwe:

Dean: „So, wir sind wieder da. Immer noch fleißig am Trauern?“

Schnecke: „Buhuuu! Mein Bruder ist jetzt auch tot! Er war Tankstellenbesitzer.“

Sam: „An einer Tankstelle?“

Schnecke: „Schnief, woher wissen sie das? (*kritisch werdend*) Wer sind sie WIRKLICH?“

Sam: „Es ist Zeit, ihnen die volle und ganze Wahrheit zu sagen. (*tief Luft hol*) Nun, es sieht so aus: Sie müssen uns einfach vertrauen. So, das war’s. Können wir bei ihnen mal aufs Klo? Beide gleichzeitig?“

Schnecke: „Sicher, ihr Süßen. Die Treppe rauf.“

Auf dem Lokus angekommen, wird die Umgebung mit einem umgebauten Walkman nach Geisteraktivitäten gescannt:

Sam: „DA! Da ist etwas! Eine Kackwurst! Die Spur ist noch frisch! Der Zeiger schlägt aus!“

Dean: „Nein, das ist mein ‚Zeiger‘. Ich wollte hier nämlich WIRKLICH pinkeln, Mann!“

Sam: „Tztz. Unprofessionell. Wenn das Papa wüsste… Suchen wir ihn demnächst eigentlich mal wieder?“

Weiblicher Schrei aus dem Erdgeschoss. Beide rennen hin. Inzwischen ist es Nacht geworden und eine riesige Küchenpapierrolle mit Armen und Beinen steht drohend neben dem Herd, die scharfe Braut wimmernd daneben.

Sam: „Oh Gott, es war weder die getötete Tochter noch der Lutschpastillengeist! Es war die missbrauchte Küchenrolle, die es wohl nicht ertrug, dass alle sich an ihr den Mund abputzen! Sakra! Das würde auch erklären, warum sich die Köpfe der Opfer selbst fressen mussten!“

(*drauf schieß*)

Dean: „Es zeigt keine Wirkung! Schnell, Sam, schau im Internet nach! Ich beschäftige das Ding so lange!“

Sam schaut in einem Internetcafè im Internet nach, findet einen alten Bannspruch und rast wieder zum Haus zurück.

Sam: „Alles in Ordnung hier?“

Dean: „Jau. Die Küchenrolle würgt mich seit 2 Stunden am Kühlschrank, aber das ist ja unser Job.“

Sam: „Sorry für die Verspätung. Musste Dad 20 Nachrichten auf den AB sprechen, damit er in den nächsten Tagen etwas hat, was er nicht beantworten muss.“

Dean sagt den Bannspruch auf. Die Küchenrolle verwandelt sich in Asche, die dann geister… ähm… geistesgegenwärtig mit Waschbenzin zu weiterer Asche verbrannt wird. Nur, um ganz sicher zu gehen.

Sam: „Puh, das war wieder knapp! Und trotzdem sieht die Mutti noch immer heiß aus! Wohl deshalb, weil ich sie versehentlich mitangezündet habe. Egal, ich knutsche sie trotzdem…“

Dean: „Hmmm… Eines hat mir dieses Abenteuer aber wirklich gezeigt: Wir sind eine Familie!“

Sam: „Stand das denn je zur Diskussion?“

Dean: „Nö. Dachte nur, ich erwähne es mal wieder. (*etwas piept*) Oh, eine SMS von Dad! Er möchte, dass ich mich ausziehe und mit dir Liebe mache, weil du nämlich besessen bist!“

Sam: „Ist das denn wirklich nöööötig?“

Dean: „Willst du unseren Dad in Frage stellen? Willst du?! Wir müssen alles tun, was Dad uns sagt, sonst sagt er uns womöglich nicht mehr, was wir tun müssen. Und jetzt mach dich frei!“

Abspann mit gruseliger Musik.


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Artikel

von Klapowski am 18.12.10 in TV-Review

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Kommentare (6)

  1. das obst sagt:

    hey, jetzt verwendet auch ihr endlich seo-technisch gepimpte überschriften. genial! :-) innerhalb weniger tage werdet ihr nun sicherlich von einer horde supernatural-groupies geflutet. „was, es gibt ihr gar keinen episoden-download? das sag ich meinem bruder, der kommt um euch zu verprügeln, menno!“

    ansonsten: ich war überrascht, wie unterhaltsam und selbstironisch „supernatural“ im laufe der 2. staffel wurde. insgesamt ein schmackhafter snack für zwischendurch, in dem sich sogar manchmal einige ziemlich originelle ideen verirren (die geschichte um prophet chuck ist schon ein lustiges kleines selbstveralberungsmeisterwerk).

  2. bergh sagt:

    tach auch !

    Superantural ist cool, allerdings nur im Originalton.
    Die deutsche Syncro ist nicht soooo gelngen.

    Gruss BergH
    [Salzfässchen tätschel]

  3. bierman sagt:

    ALTER WO IS DOWNLOAD??

  4. zhemni sagt:

    also ich mag die serie eigentlich sehr gerne

    aber es ist sehr gelungen, wie du die
    schwächen auf die spitze getrieben hast

    weiter so

  5. Unbekannt sagt:

    Schon etwas Dreist, oder? Nur um um die Klick Zahlen zu erhöhen. erinnert mich ein wenig an Facebook mit den ganzen Like-Geilen.

    • Klapowski sagt:

      Ach, Ihr Süßen… Da haben wir hier Hunderte Artikel und dieser EINE hat aus reinen Gag-Gründen(!) diese Überschrift.

      Die Klicks von Leuten, die heutzutage noch „Alle Bud-Spencer-Filme zum Herunterladen“ eingeben und dann noch denken, diese wirklich so einfach zu FINDEN, wollen wir sowieso nicht haben. Die sind ja fast so naiv wie die „Ficke jetzt Deine Nachbarin“-Anklicker, oder?

      He, MOMENT mal?! DU wolltest also klauen(!), während wir nur ein Witzilein gemacht haben? Wieso kannst DU Dich denn nicht rechtfertigen?

      *zurücklehn*

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