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Star Trek Enterprise – 2.04 – „Todesstation“ („Dead Stop“) Review

Der Tod steht ihm gut! – Doch Schade für Mayweather: Trotz seiner dialogtechnischen Dauerarbeitslosigkeit mischen Archer und T`Pol die geheime LAN-Party unter Knusperzombies mächtig auf, um ihren Chefanöder zu behalten…

Armer Mayweather!

Eine bessere Autowerkstatt schiebt unseren Gigahertzi einfach frech zwischen Kilobyte-Klingonen und Megabyte-Mumien…

Sah alleine optisch schon sehr nach einem Stapelverarbeitungsprogramm aus! Überzeugt habt mich die Sache mit den rechtslosen Rechenknechten ja keinen Augenblick lang… Die exponentielle Erhöhung der Rechenleistung sorgt schließlich bereits im Jahre 2020 dafür, dass ein handelsüblicher PC unserem Hirn leistungstechnisch über ist… Mayweather ist für jene Station vielleicht gerade mal so wichtig wie ein kleines Steak. Für einen kultigen Kinderjoghurt dürfte es aber bereits schon nicht mehr langen…

Kurz: Für ein digitales Festgelage beinhält Steuermanns Steppenhirn einfach zu viele Ballaststoffe…

Ich bin mir auch gar nicht so sicher, was ich von der Replikatortechnik halten soll… Da wurde ja diesmal materialisiert, hui, da wackelte aber das Kornbrötchen! Jetzt habe ich auch erst verstanden, wie die ganze Serie funktioniert! – Oder eben auch nicht: Das einzige, was in der Präkirk-Zeit existiert, ist die ENTERPRISE. Alle anderen Völker toben, beamen und holographieren sich lustig durch’s Vakuum des 23. Jahrhunderts, während Archer wie ein pickeliger 16-Jähriger im Hochbetriebspuff steht. „Äh, hallo? (schüchtern den Finger heb) Darf ich wohl auch mal? Sie da? Können sie mich überhaupt sehen?“

Das ganze Universum ist ein Meer aus holographischen Planeten und künstlichen Sonnen und nur unsere Crew schaukelt deprimiert durch’s All und drückt sich im U-Boot die Nase neidisch an der Warpblase platt…

Gefreut hat mich ja, dass dies die allererste Mayweather-Charakterfolge war, die voll und ganz seinem (welchen?) Wesen entsprach! Ich war nur leicht verwundert, da ich davon ausging, dass der gute Mann schon vor etlichen Folgen verschieden war. Verschwiegen sowieso…. Das stets zusammengesunkene, schweigsame Bündel an der Steuerkonsole mit dem permanenten Product-Placement für Sterbehilfe war doch kein quietschfideler Fähnrich! Habe ihn kein einziges Mal tanzen oder Brotbacken sehen!

Ich hatte mich wohl irgendwo im Netz verlesen: Die hieß nicht „Charakter-Folge“, sondern irgendwas mit „Caretaker“: Totenwache. Das Kultspiel mit bis zu 2 Personen…

Hätte man ruhig sterben lassen sollen! Jetzt müssen wir 10 Folgen später wieder sehen, wie Fähnrich Maiwetter – erzwungenermaßen gefangen mit Archer in der Mistgrube eines Prä-Rad-Planeten – von Weihnachten `84 erzählt, wo er heftigst vom Schaukelpferd plumpste.

Die Story an sich war ja – objektiv betrachtet – nun extrem billig, wie von Enterprise gewohnt: Wegen dringenden Geschäften im Nasszellenbereich hinterließ Gott eine allmächtige Station, die bei der Reparatur sogar die Bettlaken in photonischem Wackelpudding ausschüttelt, einem im sprachlichen Bereich jedoch dazu verleitet, sich todessehnsüchtig zum Windows herauszustürzen…

Wie man gegen Ende jedoch erst in die Röhre schaute, diese dann aber schlicht in ein zerlaufendes Gelpack verwandelte, das war dann schon etwas einfach. Und warum muss der ganze Krempel immer sofort mit Stock und Wanderlied in die Binsen gehen, nur weil das Warpplasma mal sauer aufstoßen musste?

Gefallen hat mir aber das allgemeine Feeling: Helle Räume zur Südseite, Alpina-Weiß auch an der letzten Fußleiste, und wer im Fressrausch gerade kopfüber über dem Photonenkreisel im Esstisch hängt, darf zum ersten Mal in ST erleben, wie ein Schiff einigermaßen GLAUBWÜRDIG repariert wird…

Fazit:

Simpel gestrickt und nicht weiter erwähnenswert. Abgesehen vom blöden Schluss trägt alleine das ehrfürchtige herumtapsen im fremden Blendwerk die Ölwechsel-Episode…
Wie immer lächerlich: Der Auftritt von Fähnrich Mistwetter. Oder eben dessen Fehlen…

Note: 3 +


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Artikel

von Klapowski am 13.10.02 in Star Trek - Enterprise

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Kommentare (13)

  1. Special K sagt:

    Also nach Minefield war ich ja schon seelisch und moralisch darauf vorbereitet, dass in der nächsten Folge die Enterprise wieder wie frisch aus dem Ei gepellt durchs Weltall flaniert und von den Reparaturen kein Sterbenswörtchen mehr erwähnt wird. Man kennt das ja! Deshalb find ich es schonmal ziemlich gut, dass hier mal direkt an die Vorgängerfolge angeknüpft wurde. Ausserdem find ich die Idee mit der geheimnisvollen, von unbekanten Wesen erbauten, Reparationsstation ganz gut. Das war doch endlich mal was Neues und war ausserdem noch ziemlich spannend. Bisher zählt diese Folge zusammen mit Cold Front zu meinen persönlichen ENT-Favoriten.

  2. Gast sagt:

    Hallo Klapowski,

    warum immer so negativ? Schau dir doch mal zur Entspannung ne Folge Teletubies an.

    Dann klappts auch mit dem Star Trek … :-)

    Wird mir schlecht….

  3. Torsten sagt:

    Du musst dich aufregen, "Gast".

    Solche Leute wie du sind doch das Letzte im Web.

  4. Torsten sagt:

    Im übrigen heisst es Teletub(b)ies.

    Winke Winke und Goodbye

  5. Gast sagt:

    so lala folge.langsam geht den jungs bei startrek wohl die kohle aus.war dieser computer ,der in dem raum stand nich schon in der 9. folge?..glaub schon.
    ausserdem ne laecherliche idee, das mit dem hirnzusammenschliessen.wahrscheinlich werden unsere computer uns schon vor 2020 uebertreffen.
    warum musste mayweather uns seinen gestaehlten koerper zeigen?die scene war viel zu lang und mit kuenstlicher schwerkraft kann doch jede huehnerbrust zu den sternen durchstarten.
    baaah, das fing so gut an…metrische system, warp5 max, bunt gemischte crew aus amis und common wealth…wo ist der russe am steuer, oder der vietnamese am warpkern?

  6. Gast sagt:

    Hallo Torsten,

    mein Komentar war als Witz gemeint. Schade, dass du das nicht verstanden hast. (siehe kleines Smilie im Text)

    Die Sache mit dem Rechtschreibfehler beim Wort Teletubbies zeugt nur davon, dass ich mich mit solcher einer Art von TV Wich** nicht weiter beschäftige. Schön aber, dass du meine Bildungslücke dahingehend schließen konntest.

    Zum Thema posten als Gast kann ich nur sagen: Wenn diese Funktion zur Verfügung steht, dann kann sie auch genutzt werden. Wenn du dich lieber registrierst, dein Bier.

    Ich hoffe, damit wäre dieser Kindergartenfight beendet …

    ———————-
    Meine Meinung zur Folge:

    Das ist TV SF, was hast du erwartet? Wenn du brutale realität willst, dann schau in deine Hose!

    Das war allgemein Formuliert, bezog sich also nicht auf jemand bestimmtes. Nicht, dass du mir wieder böse bist….

    Gruss
    Lt. Smurf

  7. Torsten sagt:

    Mein lieber Lt.Smurf!

    Asche auf mein Haupt. Jetzt überlege ich, währenddessen ich die Seitenhiebe in deinem Posting geflissentlich ignoriere, wie ich das nur wieder gut machen kann. Am Besten, in dem ich auf selbige verzichte und Dir ein schönes Wochenende wünsche.

    (Das Missverständnis lag übrigens darin begründet, dass man vor ein paar Tagen hier nicht als Gast posten konnte.)

  8. Qualtar sagt:

    Wie muss fremde Technologie immer zerstört werden?

  9. Gast sagt:

    Öhm, geheimnisvolle Aliens?
    Mal sehen:

    -Verdammt schnelle Anpassung an neue Spezies (Menschen)
    – grüne Beleuchtung
    – Assimilierung von Lebewesen ins Netzwerk

    Hm, sieht nach Borg aus.

    Die Zerstörung war wohl als Erklärung gedacht, warum die Borg da nix von den Menschen erfahren und zu einer aggresieveren Assimilationsmetode übergegangen sind.

    PS: Hiermit entschuldige ich mich für jegliches Fehlen von Ironie und Sarkasmus in diesem Kommentar

  10. Gast sagt:

    Also das alle Völker in ENT
    beamen, holographieren und strahlern nd das mit Technologien, die erst 200 Jahre später wieder in Voy auftauchen war schon bei Kirk und Spock so. Wer erinnert sich nicht an diese netten Geisterwesen, die Geister manipulierten und Kriege anzettelten, an die Menschen, die sich beschleunigen konnte, oder an die nette Walkommunikationsdrone, die mit einem borgwürdigen Seitenhieb gleich 3 Klingonenschiffe auf einmal aus dem All geblasen hat.
    Irgendwann muss da mal was ganz böses passiert sein.

  11. Sped sagt:

    Mir haben die hellen Räume auch sehr gefallen, wobei sie für den Durchschnitts-Trekkie (Kellerkind) wahrschienlich einen zu aggressiven Licht-Reichtum aufwiesen.

    Zu (sonnenschein)Maiweather: Was (so nehme ich mal an) von den Autoren als Happy End gedacht war, nämlich das plötzliche Feststellen des "DochnichtTodes" unseres kleinen Nomädchens, hatte bei mir ebenfalls nicht die erwartete Wirkung(eines Happy Endes eben) ausgelöst.
    Trotzalledem fand ich die Folge ganz gut, was aber im nachhinein auch an den erwähnten Räumen liegen könnte.

  12. Pip sagt:

    Hoppla, bin wohl etwas spät dran. :)

    Na, macht nichts, mir gefiel diese Episode gut. Dass Mayweather so eine unwichtige Rolle gespielt hat, hat es eigentlich erst glaubwürdig gemacht, dass er wirklich abkratzt, sodass ich mich köstlich amüsiert habe, als ich sah, dass er doch lebt.
    Sehr gefallen hat mir überdies die Endszene, in der klar wird, dass die Station noch gar kein Weltraumschrott ist.

    Da ich ENT gerade erstmals sehe, bin ich auch noch gespannt, ob der Faden nochmal aufgegriffen wird (auch im Hinblick auf den „Borg“-Kommentar – ich kann mich allerdings noch nicht entscheiden, ob mir eine Borgfolge in ENT gefallen würde; überraschen würde sie mich allerdings nicht).

  13. Igelnasefingerspitze sagt:

    Borg-Folge? Meinst du wirklich, dass in einer Folge mal ALLE Drehbuchschreiber auf einem Haufen zu sehen sein werden? XDD

    Wir sind die Kreativen der ENTERPRISE. Widerstand ist zwecklos!

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