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Star Trek Enterprise – 3.24 – „Stunde Null“ („Zero Hour“) Spark-Review

Die Stunde Null hat geschlagen und auch Archer schlägt mal wieder feste zu. Logisch, dass dabei nicht nur Superwaffen und Bösewichter in die Luft fliegen, sondern auch die Besatzung vor Schreck einen (Zeit-)Sprung zur Seite macht. Und dabei geht es anscheinend nicht mit „rechten“ Dingen zu.

Eigentlich war es ja unsere Idee, Berman und Bragga gegen täuschend echt aussehende Strohpuppen auszutauschen. Aber anscheinend kamen uns andere „Trekoristen“ damit bereits zuvor, kann man sich doch die hohe Qualität der letzten Episoden einfach nicht anders erklären. Ok, die Strohköpfe machen ja auch keinen Unterschied, höchstens vielleicht im positiven Sinne. Denn es fehlt dazu ja nur ein Tonband mit den üblichen Sprüchen der Zwei, wie beispielsweise: „Lasst Archer in Gefangenschaft geraten!“, „Es sollte mal wieder eine Schiesserei geben!“ und „Die Fans sind doch alle blöd!“. Und siehe da, die Illusion ist perfekt!

Denn auch dieses Mal ging nicht nur die (Deutsche) Post ab, es hielten sogar UPS und DHL für angebracht, auf einen Sprung vorbeizukommen. Aber wie sollte es bei einem Staffel-Finale auch anders sein, trennen doch nur noch wenige Lichtjahre die Helden (Archer plus Anhang im Raumschiff des kaputten Degras) und die Superwaffe von der Erde, während T’Pol mit den restlichen Statisten (also Mayweather) versucht, der Expanse an die Klöten zu gehen. Eigentlich nichts besonderes, doch Dank des wunderbaren neo-„cotischen“ Stils dieser Folge wirkt alles irgendwie frisch und interessant. Dazu kommt noch, dass endlich auch eher vernachlässigte Charakter Szenen bekommen, die sie nicht nur wie Stichwortgeber aussehen lassen. Ob Hoshi, die sich Schuldgefühle nach ihrem „Sato-Maso-Verhör“ gibt, oder auch Reed, der sich endlich wieder seinen beiden Hobbys „Schiessen“ und „Prügeln“ widmen kann.

Für Archer, Tucker und T’Pol gibt es aber trotzdem noch genug zu tun. Ersterer kümmert sich erfreulich überzeugend um Hoshi, welche die Baupläne des Todesst… der Xindi-Waffe entschlüsseln muss, damit man die Erde hoffentlich noch retten kann. Dass dies gelingt, kann ich euch doch verraten, oder? Denn gerade bei einer Prequel-Serie ist dies für meinen Geschmack etwas zu offensichtlich, weswegen ich da einen anderen Planeten (der, warum auch immer, für die Föderation genauso wichtig wäre) eigentlich vorgezogen hätte. Aber egal, eine, meiner Meinung nach, gelungene Überraschung gab es am Ende trotzdem. Doch dazu später mehr…

Schön, und wohl auch nur deswegen überhaupt vorhanden, war die Szene, wo Archer und Daniels die Gründung der Föderation beobachten konnten. Zwar hatte Daniels nur Plätze für die letzte Reihe bekommen, aber technisch, wie üblich, sehr gelungen. Solche Momente hatte ich mir aber eigentlich von Anfang an gewünscht, wenn es um eine Serie geht, die zeitlich zur Grundsteinlegung der Föderation spielt. Vielleicht kann mich da ja Staffel Vier wieder versöhnen.

„Beim ZDF (ZeitreisenDumpingFlights) sitzen Sie in der letzten Reihe… es könnte Sie ja sonst jemand sehen!“ – Das kommt davon, wenn man den Billig-Flieger nimmt. Aber dank Last… öh… FirstMinute war es wenigstens günstig.

Ebenfalls klar war ja, dass es T’Pol schafft, dass Netzwerk an Boccia-Kugeln ausser Betrieb zu setzen, welches die Expanse am Laufen erhält. Nicht wirklich gelungen war aber das Zurücktreiben der Dimensions-Aliens, welche die Enterprise mittels Umrühren der Antimaterie-Suppe aufhalten wollten. Denn nachdem man die Phaser auf eine andere Frequenz (Borg, ich hör dir trapsen… zieh also gefälligst die Schuhe aus!) umgeschaltet hatte, wichen diese etwas unmotiviert zurück. Ein schmerzerfülltes Gesicht, oder wenigstens ein kurzes „Aua! Das tut ja weh!“, hätte mir ja schon gereicht.

Ach ja, Shran kam übrigens auch kurz vorbei, und rettete Archer vor dem Schiff der fiesen Reptilien. Ansonsten aber nicht weiter erwähnenswert, außer, dass ich es immer wieder faszinierend finde, dass es auf Raumschiffbrücken immer so schnell zu gemütlichen Lagerfeuern kommt. Gerade als Steuermann sollte man schon deswegen immer eine Marschmelone, oder wenigstens ein Bratwürstchen, in der Tasche haben.

„Mensch, ist das gemütlich hier! Aber ist der Kamin nicht etwas zu nah?!“ – Andorianer mögens heiss. Und es ist auch noch viel billiger als Fernwärme!

Einen Showdown gab es natürlich auch, und wie schon in Star Trek 7,8,9 und 10 findet dieser logischerweise zwischen dem Captain und „fieser-mieser Instant-Bösewicht Nr. 83“ statt. Da gähnt man nur noch herzhaft, und rätselt vielleicht noch über die wahrscheinliche Todesart. Diese war wenigstens besser als in den gerade genannten Filmen, musste ich beim letzten Gesichtsausdruck der Echse schliesslich herzhaft lachen. Hätte Archer vorher noch „Is’ was, Croc?“ gesagt, wäre es perfekt gewesen.

Doch fassen wir noch einmal kurz zusammen… in „Generations“ spri… sprengt Soran vor Enttäuschung in die Luft, in „First Contact“ erliegt die Borg-Queen ihren Hautproblemen, bei „Insurrection“ zerstört es Runzel-Ede nebst Nivea-Raumstation, während unsere „Nemesis“ Shinzon durch einen massiven Dickdarm-Durchbruch zu Grunde geht. Und wer hat dort überall seine schmutzigen Produzenten- und Autorenfinger drin… rrrrrichtig, der Berman. Schickt also eure Wetten an webmaster@st-enterprise.de und prophezeit uns, woran die Bösen in Star Trek 11, und dem Finale der vierten ENT-Staffel, krepieren werden. Zu gewinnen gibt es eine, von der gesamten Redaktion signierte, Ausgabe von „Kochen mit Neelix“!

„Du! Reptil! Platz! PLATZ!“ – Archer hängt einfach zuviel mit Porthos rum. Sonst hätte er gewusst, dass sein Widersacher auf diesen Befehl ganz anders reagieren wird, als gedacht.

So, gegen Ende explodiert die Xindi-Waffe also, während der Captain sich noch darauf befindet. In einigen Foren ging ja bereits das Gerücht um, dass dieser deswegen nun zu den Untoten gehört, und sich fortan „Graf Bakula“ nennen wird. Aber weit gefehlt, denn das Ende dieser Folge überraschte mich derart, dass ich mich erst einmal vergewissern musste, nicht aus Versehen eine LEXX-Kassette eingelegt zu haben. Schliesslich hatten wir nach drei Jahren Enterprise mittlerweile gelernt, was wir in etwa zu erwarten hatten… nämlich nichts Außergewöhnliches. Doch dass die Erde sich veränderte und plötzlich ein „Zweiter Weltkrieg“-Szenario aufwies, während Archer in einem deutschen Sanitätszelt liegt und ein BÖSER AUSSERIRDISCHER NAZI hereinkommt, lies mir vor Überraschung einige Chips in die Luftröhre rutschen. Aber wenn ich gestorben wäre, wär dies wohl der Anblick gewesen, denn ich mir gewünscht hätte.

Nein, nicht einmal der olle Nazi, sondern dass man sich endlich wieder darauf besinnt, was viele an Star Trek mochten. Nämlich, dass nicht nur eine trockene Zukunft gezeigt wird, sondern auch absurde, alberne und merkwürdige Dinge, wie man sie aus Sci-Fi-Groschenheften der 60er Jahre kennt. Denn ob TOS mit seinem Gruselschloss, Perry Rhodan mit Gucky der Riesenmaus oder halt LEXX mit seinem Gemüsefeld voller Kinderköpfe (nur ein Grund, diese Serie zu lieben!)… die Unterhaltung war grandios, auch, wenn es halt „ein bisschen doof“ war. Und ein bisschen davon wünsche ich mir auch für Enterprise, denn dadurch erhöhen sich die möglichen Geschichten um ein Vielfaches.

Also, Staffel Vier, wir erwarten dich! Denn im Himmel ist Jahrmarkt, und wir feiern alle mit!

„Guten Tag, Herrrr Archer!“ – Sicher nur ein Traum, hatte der Captain am Tag zuvor doch zuviel deutschen Sauerbraten gegessen. Und die braune Soße war bestimmt schon abgelaufen.


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von Sparkiller am 29.05.04 in Star Trek - Enterprise

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Kommentare (17)

  1. Gast sagt:

    ich bin ja mal auf die erklärung gespannt wie die alle in die vergangenheit gekommen sind. ach und habe ich mich gefreut als ich die nazi´s gesehen habe was wäre star trek bloß ohne nazi´s? ich weiß es nciht aber mit nazi´s ist es lustiger.

    macbeth

  2. Gast sagt:

    Nicht nur einfach Nazis. BÖSE AUSSERIRDISCHE NAZIS! Feinster Trash. Herrlich. Vielleicht gibt's ja doch noch Hoffnung für ENT.

  3. Gast sagt:

    Zum ersten Mal seit ich ST-Fan bin (lange Zeit) bin ich so RICHTIG überrascht worden. Normalerweise kann man sich ja gar nicht mal überraschen lassen, weil schon alle Deteils in den News von irgendwelchen Seiten stehen, etc, aber das hier hat ja wirklich keiner vorausgeahnt.

    Ohja, es gibt wirklich noch hoffnung. Mir hat es sehr gut gefallen. =)
    – Hace

  4. Gottfather sagt:

    Also das Ende war wie schon oft erwähnt überaus erfrischend. Als die Enterprise die Erde erreichte und keinen Kontakt zum Hauptquartier herstellen konnte wurde mir schon mulmig. Es gab im Grunde zwei Endszenarien die ich erwratet hätte:
    1. Nachdem alles erledigt wurde und die Erde natürlich gerettet wird werden sie herzlichst vom FLottenkommando begrüßt und freide freude eierkuchn auf der Erde… und plötzlich taucht ein neues problem auf…

    2. Die Erde wird zerstört und natürlich wird Archer wieder in die Vergangenheit geschickt um alles wieda glatt zu bügeln.

    Tja… hab ich mich wohl getäuscht. Als das Shuttle die zwei antiken Flieger erblickte machte mein Herz einen Sprung.

    Das schlimmste ist, die Zeit bis zur 4. Staffel wird nun unerträglich. Was wird uns erwarten? War Hitler im Grunde ein wahnsinniger Alien und versucht die Erde an sich zu reissen? Lasst mich raten… da will doch wieda einer in der Zeit rumpfuschen damit Deutschland den Kreig gewinnt und somit die Erde ein Ort des Bösen wird? Ich lass mich ü+berraschen.

  5. Gast sagt:

    Ach bän geschpannt! :-)

  6. Gast sagt:

    Wenns doch nur so einfach wäre und man Nazis und sonstige furchterbar böse Menschen auf den ersten Blick erkennen könnte. ;)

  7. Gast sagt:

    Ist jemandem aufgefallen, dass T'Pol gegen Ende ein falsches Jahr sagt?
    Sie nennt 2152.

    Dani.

  8. Gast sagt:

    Seit Monaten warten alle drauf, dass Sparkiller mal wieder ein Review schreibt, und nun fällt es niemandem auf! Super Sparkiller! Wir "Fans" dieser Seite fordern in Zukunft mehr von Dir!

    ————–
    In einigen Foren ging ja bereits das Gerücht um, dass dieser deswegen nun zu den Untoten gehört, und sich fortan „Graf Bakula“ nennen wird.

    —————

    LOL Schon jetzt ein Klassiker!

    @Herr Klapowski: Schreibst du auch noch einige Zeilen zur Folge? Zumindest eine Bewertung deinerseits würde mich interessieren.

    Gruß Bara

  9. Sparkiller sagt:

    Dankööö, Dankööö!

    Ich würde ja wirklich gerne zu jeder Folge einen Dampfhammer verfassen, aber diese Mistdinger sind einfach so verflixt zeitaufwendig!

    Denn während Klapowski beim Schreiben wahrscheinlich gleichzeitig seine Fussnägel schneidet, seinen Anzug bügelt und trotzdem noch in dreissig Minuten fertig ist, starre ich alleine schon für die Einleitung solche Löcher in die Decke, dass sich wohl sogar die ISS-Astronauten schon über den neuen Abfluss in ihrer Space-Dusche wundern.

    Aber ich versuche mich zu bessern.

  10. Gast sagt:

    klapowski schreibt nix zu dieser folge…. Weil er sie selber verfasst hat und regie geführt hat.

  11. ObiJan sagt:

    Sparki: auch von mir ein Lob..Es hat nicht jeder die Klaps Gene, aber du bist nah dran und deine bilder sind klasse..Zur Folge..krank krank krank..coto ist der beste und ich trauer immer noch odyssey 5 nach..

  12. Gast sagt:

    Dani, jup, Sie sagt february 14th, 2152.
    Aber jetzt weiss man nicht, ob das geplant ist wegen der Zeitreise, oder ob es wirklich ein doofer Versprecher war.

    Manny Coto, der Udo Lattek von Star Trek!

  13. Gast sagt:

    Hui ne, ist doch ein Versprecher gewesen. Auf StarTrek.com steht Mission date Feb. 14, 2154.

  14. Gast sagt:

    ich hab da mal ne fräge:
    Die unwesentlich verstrahlte und Kaptäin lose Ent wird doch von nem Auquadings schiff nach hause shufiert welches dann gekonnt ins off abdreht, behaupten wir einfach mal in den nächsten vortex un wieder nach hus, ABA (

  15. nakedtruth sagt:

    ich habe erst gemerkt das der feine Herr Sparkiller mal wieder seinen Kristallpalast (für laien auch als st-enterprise.de redaktion bekannt) als das da drunter stand

    soviel Text is man von ihm sonst auch nicht gewohnt, wahrscheinlich hat er deshalb so lange nichts gemacht

  16. Gast sagt:

    Kishon-Sammelband!
    waas ist dAs
    und der satomasowitz war nicht neu, aber ansonsten: jaa.

  17. Sparkiller sagt:

    Warum gibt es eigentlich in den Kommentaren in letzter Zeit immer Reviews zu unseren Reviews?

    Ob Daniels Dampfhammer nun "in seiner symbolischen Transzendenz" nur einen feuchten Rülpser verursacht, oder mein bescheidenes Werk laut Expertenmeinung eine "Persiflage auf die sozialen Mißstände in Kongo-West" darstellt, ist doch Jacke wie Mimose.

    Wobei ein Dampfhammer-Dampfhammer ein interessantes Konzept darstellt, welches ich sofort an unseren Think-Tank (natürlich dezent weiss gekachelt) weiterleiten werde…

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